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#1
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| Hallo, ich mache jetzt schon eine Weile Shotokan-Karate. Habe mir schon öfter die Frage gestellt, was ein Trainer bewertet, damit der Schüler die nächste Gürtelfarbe erreicht. Eine einheitliche Regelung scheint es da nicht zu geben. Immer öfter sehe ich auf Lehrgängen Karatekas, die ihre Gürtelfarben in meinen Augen nicht "verdient" haben. Bei vielen, die auch schon einen höheren Gurt haben, sieht man einfach keine Anstrengung im Karate. Die Katas werden gelaufen wie ein Spaziergang durch den Wald. Beim Kumite wird die Faust einfach nur nach vorne geschoben, ohne jegliche Kraft oder Anspannung ... das wird nicht wie eine KAMPFkunst gesehen, sondern einfach nur als Bewegung. Ist das bei euch auch so? Wie können solche Leute dann einen violetten oder sogar braunen Gürtel bekommen? ... ist das nirgends festgelegt, was der jeweilige Gurt können MUSS? Klar ist mir bewusst, dass es eine Prüfungsordnung gibt, aber dort sind ja auch nur die Techniken festgelegt. Aber wie sieht es aus mit Kime, Anstrengung und allgemein der Kampfgeist des Karatekas? Wie seht ihr das Ganze? Gruß Möchte noch erwähnen, dass der Betreff usw. jetzt nur wegen diesen Leuten gewählt worden ist. Es gibt durchaus viele sehr gute Karatekas, die das Karate so trainieren, wie es eigentlich sein sollte, aber es gibt eben auch einen Großteil, die das komplett verfehlen ... Geändert von Tobias01 (17-10-2010 um 16:43 Uhr). |
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#2
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| Hallo Tobias, ich stimme dir (leider) zu, dass es sehr viele Karateka gibt, die es nur als Bewegungssport betreiben. Ich selbst habe vor kurzem die Prüfung zum 1. Dan bestanden und frage mich auch oft, warum so viele mit so wenig Elan dabei sind. Man muss dazu sagen, dass Shotokan-Karate nicht mehr das ist, was es einmal war. Es ist für viele Leute einfach nur ein Sport wie Tischtennis geworden. Dies ist meiner Meinung nach der Beliebtheit zuzusprechen. Es ist mehr oder weniger ein Massensport geworden. Andererseits kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass es bis zum 3. Kyu auch noch nicht so wichtig ist, sich auf die Feinheit der Techniken zu konzentrieren. Beim Karate ist es nunmal so, dass die ersten Grade dazu da sind, um die Bewegungen in Fleisch und Blut übergehen zu lassen. Auch für mich hat sich da erst ab dem braunen Gurt etwas geändert. Ab da war es für mich wichtiger, die Techniken sauber als schnell auszuführen. Die Verfeinerung des Karate beginnt für mich auch erst ab dem Braunen, wenn nicht sogar erst mit dem 1. Dan. Wenn man schon vorher mit viel Elan und Kampfgeist bei der Sache ist, und sich schon vorher mit den Hintergründen beschäftigt, bedeutet dies meist, dass man viel schneller zum schwarzen Gurt kommt und mit dem "richtigen Training" beginnt. Um nochmal auf die Prüfungen einzugehen: Die Techniken alleine machen die Prüfung nicht aus. Ich habe zu meinem Shodan hauptsächlich Techniken aus dem Prüfungsprogramm für den 9. und 8. Kyu machen müssen. Zudem noch die Kata Heian Nidan. Es kommt halt bei den ersten Gurten auf die Abläufe und die Bewegungen an. Erst später kommt die Verfeinerung ins Spiel. Darf ich fragen, in welchem Verband du Shotokan-Karate machst? |
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#3
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| Es liegt am Trainer der zulässt, dass halbherzig trainiert wird. Nicht am Karate, nicht am Shotokan und nicht am Verband |
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#4
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| @ Te Ich muss dir leider total zustimmen, es gibt genug die sich schon aufregen, wenns sie nach Partnerübungen oder Kumitetrainings blaue Flecken oder leichte Prellungen an den Unterarmen haben. So was ist ein Witz meiner Meinung nach. |
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#5
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| @pronto_salvatore Das mit den Trainern ist aber wiederum der Entwicklung des Karate zum Massensport zuzuschreiben. Es gibt meiner Meinung nach viel zu viele unqualifizierte Trainer, aber nur, weil er den Schülern nicht gleich in den ***** tritt, wenn sie die Übungen lasch machen, heißt es nicht, dass er das Karate nicht gut unterrichtet. Es hängt auch immer davon ab, was für ein Karate man macht. Ich kenne Verbände, die das Shotokan auf das Kumite reduzieren und sehr vieles für den reinen Kampf abändern. Andere Vereine pflegen die Traditionen. Und ich finde, dass jeder seinen eigenen Weg - seinen Karate-do - gehen muss und selbst zum Karate finden muss. Es nützt nichts jemanden formen zu wollen, wenn ich Karate als Sport betreibe oder nur zum Kämpfen lerne. Gerade das Shotokan-Karate in seinen Traditionen hat sehr viel mit Selbstfindung zu tun. Geändert von Oliver Sengpiel (17-10-2010 um 19:58 Uhr). |
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#6
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| Hi, da mir im Training zeitweise das (harte) Sparring und "echte" kämpfen fehlt, trotz gutem Trainer und gutem Verein mit viel SV (aber viel Kata), bin ich als Shotokan-Karateka jetzt mal zur Probe in einigen Kick- und Thaiboxvereinen gewesen. Was ich da erlebt habe macht mich echt nachdenklich und stutzig zugleich. Als Shotokan-Oberstufler hätte ich da kein Land gesehen, egal wieviel bunkaimässige Todestechniken ich da aus dem Hut gezaubert hätte. Ich wäre so schnell mit Schlägen eingedeckt worden, das ich mit Age- und Soto-Uke nix hätte machen können - und die ultimative 2-3 Technikfolge zum kontern - na ja. Viele von denen waren erst ein paar Monate dabei und ich mache Shotokan nun schon ein paar Jahre. Kann es sein, dass hartes Sparring und Kontakttraining einfach den besseren Kämpfer formt. Also nix für ungut, aber das wollte ich mal in die Runde werfen, da ich meine Schwarzgurtabsichten gerade, milde ausgedrückt, mental überdenke. Ziel einer Kampfkunst bzw. eines Kampfsportes sollte es doch auch sein kämpfen zu können, oder? Freue mich über Eure Meinungen. Viele Grüsse Der BioTofu :-) |
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#7
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| @ Bio Tofu Willkommen in der Realität, mir geht es genauso, nur dass es bei mir nicht wirklich ne Alternative gibt, als Shotokan zu trainieren, deshalb mach ich einmal die Woche mit meinem Bruder, der wie ich auch mal ein halbes Jahr geboxt hat, Pratzentraining mit freiem Sparring am Ende, um wenigstens etwas kämpfen zu lernen. Daher mein Tipp, willst du kämpfen lernen geh in einen Thai-Kickbox, Box- oder mmaverein |
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#8
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| In Karate steckt natürlich alles drin. Im Shotokan sowieso noch mehr. Die meisten Shotokan-Vereine (egal ob JKA oder DKV) sind nunmal Breitensportvereine (mit mehr oder weniger sportlicher Ausrichtung). Ausnahmen bestätigen die Regel. Leistungssport gibt es natürlich auch-aber die Regel ist es nicht. Das kann man für richtig oder falsch halten-je nach Gusto. Und letztendlich (ich wiederhole mich) hängt es nunmal davon ab wie etwas trainiert wird. Und mit was für einem Ziel ich das ganze angehe. Zitat:
![]() Kämpfen lernt man nunmal durch Kämpfen (watn abgeluschter aber richtiger Spruch ).Aber warum sollte ich jemanden verurteilen der seinen Sinn im Karate eben in der Kata sieht? Oder in Selbstverwirklichung? Ich finde wenn man nicht mehr zufrieden ist, muß man sich halt einen anderen Verein/Dojo einen anderen Stil oder Sportart suchen. Wo ist da das Problem? Ich sehe keines - imho ![]()
__________________ September 11 Memorial: http://edition.cnn.com/SPECIALS/2001...lists/by-name/ Geändert von Tori (17-10-2010 um 22:04 Uhr). |
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#9
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| Zitat:
![]() ad 2: Ich finde, ein gewisses Maß an Kämpfen muss für jeden im Karate dabei sein....klar kann ich mich auf Kata spezialisieren, aber ganz ohne Überwindung gehts nicht....z. B. wenn mein Partner nur noch in die Luft schlagen darf, weil ich so ein Weichei bin, dann störe ich das Training.... Außerdem ensteht nur dann eine richtig gute Stimmung im Training, wenn alle halbwegs motiviert bei der Sache sind.... ad 3: nicht jeder wohnt in einer Großstadt, wo er nach belieben Dojos wechseln kann
__________________ Kyokushinkai Karate Klub Wien |
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#10
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| Zitat:
Geändert von XISIX (17-10-2010 um 22:10 Uhr). |
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#11
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| Zitat:
Klingt ein wenig überheblich den Breitensportlern gegenüber, und denen gegenüber die Karate aus anderen Gründen ausüben als zum Kampfe. Darf ich fragen, wie viele Kämpfe du schon hast? Und wenn du dich über Breitensportler mockierst..... wie viele Meisterschaften du in Petto hast? Wenn ich jetzt Karate mache, einfach so zum Spass. Weil es mich erfüllt, und mir guttut. Ist das ein schlechter Grund? Muss ich an Wettkämpfen teilnehmen, um deinen Anspruch zu erfüllen? Oder was muss ich erfüllen? Soll ich lieber mit dem Karate aufhören, wenn ich es nur mache, weil ich es einfach als schönen Ausgleich zum Berufsalltag empfinde? |
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#12
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| Zitat:
Karate hat mit Perfektion zu tun und nur noch lustlos alles abzuspulen, was man gelernt hat bringt einen auf dem Karateweg nicht voran, egal ob Kata, Kihon, Kumite und es ist Aufgabe des Trainers dafür zu sorgen, dass das auch passiert. |
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#13
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| Ich weiß, daß Du hier recht hast. Zitat:
Und Shotokan ist nunmal in der praktizierten Form kein Vollkontakt-Stil. Es ist aber keinesfalls ein "Nullkontakt-Stil".Zitat:
Zitat:
![]()
__________________ September 11 Memorial: http://edition.cnn.com/SPECIALS/2001...lists/by-name/ |
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#14
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| Krakens Beitrag war bis jetzt der angenehmste in diesem Thema. Ich betreibe seit einigen Jahren extrem gerne Karate. Es ist für mich der perfekte Ausgleich zu meinen Jobs und dem Studium (habe kaum Freizeit). Ich bin im Kumite zwar nicht schlecht, aber es ist nicht mein Favorit. Ich mag die Katas, betreibe sie auch interdisziplinär, also von mehreren Karate-Stilen und einigen Kung Fu Stilen. Bei Wettkämpfen trete ich hauptsächlich auch in Kata-Bewerben an oder garnicht. Ich war zwar mal sehr erfolgreich, aber wozu das Ganze? Ich betreibe Karate nicht um jetzt der ultimative Super-Hero-Fighter zu werden, sondern um Körper und Geist zu trainieren. Das ganze Gerede hier über die, die das Training aufhalten weil sie nicht hart kämpfen wollen oder sowas finde ich sowas von unangebracht, dass es fast schon weh tut diesen Stumpfsinn zu lesen. Und das schreibe ich mit allem Respekt der nach dem Lesen noch übrig geblieben ist. |
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#15
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