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Karate, Kobudō Alles über die Kampfkünste von Okinawa



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  #31  
Alt 21-04-2017, 22:53
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Kampfkunst: Feld, Wald + Wiesenkickboxer
 
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Zitat:
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.......
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Zitat Smoo: Ich geh' mir jetzt einen Nudelholzen oder so ähnlich.
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  #32  
Alt 22-04-2017, 07:41
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Kampfkunst: Ohshima Shotokan & BJJ
 
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Neulich waren 2 Ju-Jutsu Leute bei uns zum BJJ-Training.
Beide haben beim Rollen versucht, "Vitalpunkte zu stimulieren".
Effektiv war es nerviges Rumgedrücke - hatte aber einen deutlichen Effekt (für sie selbst):
Es hat mich irgendwann so genervt, dass ich das "lockere" Rollen (was man netterweise mit Anfängern oder Gästen beim BJJ macht) mit ihnen aufgegeben habe...
Danach wurden wir sogar zu einem Kyusho-Seminar eingeladen, was einer der beiden wohl leiten sollte. Nicht epic, aber fail.
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"Eternity my friend is a long f'ing time!"
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  #33  
Alt 22-04-2017, 07:47
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Kampfkunst: "Weg der leeren Hand"
 
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Schöner Beitrag Chris!

Vitalpunktlehre gehört für mich zu jeder (ernsthaften) Kampfkunst dazu. Lernen wir im Goju-Ryu auch. Ob's Kyusho oder sonstwie heißt ist mir wumpe.
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  #34  
Alt 22-04-2017, 10:20
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Kampfkunst: Shito Ryu, PDS, Kyusho, Boxen
 
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@Chris

Die Grade im Kyusho sind nichts wert... Hmm,ich sage mal so, man sollte das Graduierungssystem im Karate allgemein gründlich überdenken.

Ich finde auch einen 8 Dan im Shotokan oder Shito nicht so viel wert.

Die Dangeilheit im Karate finde ich allgemein zum kotzen. Nicht weil ich es nicht erstrebenswert finde eine Meisterlevel zu erreichen, sondern weil ich hohe Dangrade kenne und nicht finde, dass ab dem ersten Dan noch sehr viel Aussagekraft kommt, über die jeweiligen Fähigkeiten, mit steigendem Dan. Vor allem kämpferisch!

Sie laufen die Formen schöner, das wars in etwa..

Vor allem die älteren Semester die in den 70 und 80igern angefangen haben, hängen immer noch an der Phantasie des allmächtigen Schwarzgurtes.
Dieses Phänomen hat sich jetzt in die BJJ-Szene verlagert. Lustig...

Im Kyusho nach Dillman gibt es ja eigentlich nur Dangrade. Dort werden diese noch sinnloser.

Idiotische Kampfkunstszene. Diese Titelgeilheit ist wirklich etwas für Vollpfosten..

Dabei würde eine Sparringsrunde gegen eine guten Thaiboxer vieles von alleine klären. Lol
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Zitat und Ziel zugleich:
Boyka: I am the most complete fighter in the world!

Geändert von -KINGPIN- (22-04-2017 um 10:22 Uhr).
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  #35  
Alt 22-04-2017, 19:05
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Hallo,

von meiner Warte aus sollte jeder genau das ausüben, was er möchte. D. h. wenn jemand die „Dillman-Vitalpunktlehre“ (ich verwende den Ausdruck hier bewusst; s. unten) lernen und ausüben will, soll er das gerne tun.

Es gibt jedoch zwei Punkte, die ich gerne noch einmal hervorheben möchte. Ich betrachte diese Punkte nüchtern und würde mich freuen, wenn geneigte Leser dies ebenfalls so halten würden.

(1) Rein vom historischen Standpunkt aus betrachtet, sind die „Dillman-Vitalpunktlehre“ und „Karate-Dō Shōtōkan-Ryū“ zwei verschiedene Angelegenheiten. Die erste entstand als Idee von G. Dillman mit Einflüssen aus verschiedenen Richtungen/Feldern, wie er selbst schreibt („…to turn up what we have found-- the Dillman method of pressure point self-defense“ [Dillman Karate International]). D. h. es handelt sich um keine altüberlieferte Methode. Aus Werbegründen mussten die Namen von einigen prominenten Karate- und Kampfkunstlehrern, ein paar Legenden aus eher schlechten als rechten englischen Karate-Geschichtsbüchern sowie eine japanische Bezeichnung Verwendung finden. Die japanische Bezeichnung selbst ist nicht seine eigene Erfindung gewesen, aber sie ist eben bloß eine (austauschbare) Bezeichnung. (Überdies zeigt die Verwendung eines hochjapanischen Begriffs, dass es keine okinawanische Tradition ist.)

Die zweite, nämlich „Karate-Dō Shōtōkan-Ryū“, wurde von G. Funakoshi und seinem Sohn, Yoshitaka (1906–1945), zusammengestellt. Die Bezeichnung „Shōtōkan-Ryū“ fand bereits 1939 zum ersten Mal Verwendung (https://www.gibukai.de/2017/02/17/di...33;tōkan/). „Karate-Dō Shōtōkan-Ryū“ als vollständiger Begriff wurde von G. Funakoshi selbst 1940 abgesegnet (vgl. mein „Band I“, S. 159). Bereits Ende der 1920er Jahre veröffentlichten Schüler von G. Funakoshi Vitalpunktkarten des menschlichen Körpers, die mit dem japanischen Begriff „Jintai Kyūsho“, d. h. „Vitalpunkte des menschlichen Körpers“, überschrieben waren. 1935 veröffentlichte dann G. Funakoshi bekanntermaßen selbst so eine Karte. Diese Vitalpunktkarten sind ein (!) historischer Bestandteil seines Lehrgebäudes.

Eine künstliche Vermischung der beiden Angelegenheiten gliche einer klassischen Ballettaufführung, bei der plötzlich jemand hinzukommt und twerkt. Es wäre irgendwie, naja, „komisch“ …

(2) Rein vom technischen Standpunkt aus betrachtet, sind die Methoden des Körpereinsatzes, der Körpermechanik usw. der „Dillman-Vitalpunktlehre“ und des „Karate-Dō Shōtōkan-Ryū“ zwei verschiedene Angelegenheiten. Es gibt keine Ausrichtung des Karate-Dō Shōtōkan-Ryū, die technisch der „Dillman-Vitalpunktlehre“ gleicht (es sei denn, Shōtōkan-Vertreter haben die „Dillman-Vitalpunktlehre“ gelernt und in ihr Training übernommen). Im „Karate-Dō Shōtōkan-Ryū“ werden Kontaktpunkte/Einschlagsziele (d. h. „Jintai Kyūsho“), Körpermechanik, Timing, Maai, Kiai, usw. innerhalb eine kohärenten Lehrgebäudes, nämlich dem der jeweiligen Ausrichtung des „Karate-Dō Shōtōkan-Ryū“, gelehrt. Technisch (und inhaltlich und methodisch) ist das keineswegs mit den Lehrgebäuden der verschiedenen Derivate der „Dillman-Vitalpunktlehre“ vergleichbar.

T. Kase (1929–2004) erwähnte tatsächlich hin und wieder technische Weiterentwicklung. Allerdings hatte das wirklich nichts mit Sachen in Richtung „Dillman-Vitalpunktlehre“ zu tun. Für ihn ging es um die Vertiefung/Verbesserung der Körpermechanik sowie der Aspekte Timing, Kiai u. ä. auf der Grundlage seiner Übertragungslinie via M. Hironishi (1913–1999) zu Y. Funakoshi und dessen Vater. Er war z. B. ein Fan von T. Okuyama (1918–2006), den er in seinen Sechzigern (!) unbedingt noch um Unterweisung bitten wollte. Doch das gelang ihm nicht. Das, was T. Okuyama ausübte, war technisch „ausgefeilt“ bzw. „hoch entwickelt“, jedoch in keiner Weise mit so etwas wie der „Dillman-Vitalpunktlehre“ vergleichbar.

Die enorme technische Tiefe, der Umfang des „Karate-Dō Shōtōkan-Ryū“, die ich hier im Forum hin und wieder erwähne (Welchen Karate Stil findet ihr am interessantesten und warum?), hat wirklich nichts mit Vitalpunkten oder der Frage, wie und wann sie am besten zu stimulieren seien, zu tun. Das schreibe ich nicht, um das eine niederzumachen und das andere aufzuwerten, sondern um begreiflich zu machen, dass technisch das eine mit dem anderen nicht vergleichbar ist.

Und wenn jemand das eine sowie das andere trainiert, trainiert er zwei verschiedene Sachen. Ich persönlich hätte keine Zeit, zwei Sachen nebeneinander zu trainieren, weil, wie erwähnt, das „Karate-Dō Shōtōkan-Ryū“, mit dem ich mich intensiv praktisch wie theoretisch beschäftige, äußerst tiefgründig ist.

Grüße,

Henning Wittwer

PS: M. Nakayama hat sich gegen die Übung mit Waffen wie dem Stock ausgesprochen; aber er ist nicht unbedingt das, was ich als Fachmann der Shōtōkan-Strömung bezeichnen würde ...
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  #36  
Alt 23-04-2017, 12:48
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Standard Vitalpunkte und Karate

Hallo,

vor mir liegt das Buch "Karate-Do Shito-ryu" von Kenei Mabuni (Sohn des Shito-Ryu-Gründers Kenwa Mabuni), Ausgabe 1989. Ab Seite 35 werden explizit Vitalpunkte behandelt und dabei u.a. nicht nur auf die Schwächung des Gegners, sondern auch auf die entsprechende Heilung/Wiederherstellung hingewiesen. Es sind zwar nur drei Seiten, aber es schien doch nennenswert zu sein.

Die letzten Jahre durfte ich bei Carlos Molina (Uchi Deshi von Kenei Mabuni) trainieren. Auch bei ihm wurden Vitalpunkte immer wieder ins Training eingebaut.

Auch von anderen Karatelehrern, die mit Dillman-Kyusho nichts am Hut haben, habe ich schon Dinge wie "diesen Punkt am besten so und so und um diese Uhrzeit treffen" gelernt.

Auch wenn beispielsweise in dem oben genannten Buch nicht unbedingt der Begriff Kyusho genutzt wird, weshalb ist eigentlich die Trennung zwischen "Karate und Kyusho" oder "Shotokan und Kyusho" so relevant? Im Goju-ryu oder Shito-ryu scheint keine so starke Trennungstendenz da zu sein. Weshalb eigentlich?

Bzgl. der Referenzierung auf Bücher wäre ich übrigens vorsichtig. Ich selbst kann zwar kein Japanisch, aber in den mir bekannten Fremdsprachen erlebe ich es nur zu häufig, dass Übersetzungen recht schwierig und gerne auch mehrdeutig und missverständlich sind.
Und nur, weil etwas geschrieben steht, muss es nicht richtig sein. Es gibt auch hochrangige Karatekas, die in Büchern veröffentlichen, dass Manji-uke die gleichzeitige Abwehr eines Mawashi-geri (jodan) von hinten und Mae-geri (gedan) von vorne sei. Ob das stimmt, muss jeder für sich selbst bewerten.

Bzgl. Vitalpunkten/Kyusho habe ich den Eindruck, dass es in den Büchern nicht einmal explizit ausgeschlossen wurde, sondern eher "wenig genannt".

Also weshalb nicht einfach zwei passende Dinge gemeinsam üben?

Viele Grüße

ainuke

P.S.: Übrigens erzählte der im Dezember 2015 verstorbene Kenei Mabuni, dass sein Vater und dessen Freunde/Trainingskollegen/etc. (u.a. Gichin Funakoshi) immer wieder darauf hinwiesen, dass Karate insbesondere für körperlich schwächere Menschen geeignet sei. Es ging um die Fähigkeit des Kämpfens "ohne" die natürliche Gabe der ausgeprägten Athletik. Beispielsweise deshalb entwickelte Kenwa Mabuni auch die Katas Myojo und Aoyagi für eine Mädchenschule.
Es klingt für mich durchaus plausibel, dass da Vitalpunkte nützlich sein könnten.
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  #37  
Alt 23-04-2017, 13:16
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Ich denke jede Kampfkunst nutzt und manipuliertr ganz allgemein Schwachstellen des menschlichen Körpers, wie auch immer das benannt sein mag. "Kyusho" ist allerdings überwiegend eine Konstruktion von Dillman & Co., die sich als ursprünglich vermarktet.

Hier auch noch ein aktueller Artikel zu Thema:

Warum ich Ky?sho kann, aber kein ?Kyusho-Jitsu? mache - Karate-Do Shushukan
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  #38  
Alt 23-04-2017, 13:55
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Standard Nachfrage?

Hallo,

falls die Frage an mich gerichtet sein sollte:

Auf den Selbstschutz für Mädchen nach G. Funakoshi einerseits und den nach K. Mabuni (1889–1952) andererseits gehe ich u. a. hier und darunter kurz ein:

Erfahrungen mit Bunkai-Jutsu

Erfahrungen mit Bunkai-Jutsu

Natürlich gibt es im ersten Fall konkrete Aussagen zu den Einschlagszielen, aber das war lange vor der „Dillman-Vitalpunktlehre“. In G. Funakoshis Fall war das ein passender Bestandteil eines in sich schlüssigen Lehrgebäudes und kein „äußerlicher“ Zusatz. Im Übrigen geht es für mich um eine klare Trennung von „Dillman-Vitalpunktlehre“ und „Karate-Dō Shōtōkan-Ryū“ – historisch wie technisch –, keineswegs aber um die Herauslösung („Trennung“) eines Aspekts des Lehrgebäudes des „Karate-Dō Shōtōkan-Ryū“ (in dem Fall das Weglassen von Kontakt-/Zielzonen). Ich kann z. B. „Karate-Dō Shōtōkan-Ryū“ nicht in seiner ganzen Tiefe lernen, wenn ich ständig irgendwelche Dinge aus anderen Richtungen lernen und sie damit vermischen würde. Dabei käme Mischmasch heraus.

Falls in diesem Sinne jemand eine echte Ballerina kennen sollte, die meint, sie müsse unbedingt twerken lernen, um im klassischen Ballett besser zu werden, würde ich mich über eine Rückmeldung mit Quelle freuen. Und ich meine mit Ballerina nicht die kleinen Wonneproppen im Grundschulalter, die, sich mal beabsichtigt, mal unbeabsichtigt drehend, durch die Gegend stolpern, und deren Eltern mit Freudentränen in den Augen lesen, dass das, was sie da dargeboten bekommen, ein Marienkäfertanz o. ä. sein soll. Ich meine diejenigen, die das professionell studieren, dafür täglich stundenlang trainieren und sich während des Studiums ebenso mit Aspekten wie der Geschichte ihrer Kunst usw. auseinandersetzen. Ich ziehe den Vergleich, damit deutlicher wird, weshalb ich persönlich es einigermaßen befremdlich finde, wenn Hobby-Karateka (den Begriff meine ich nicht despektierlich, Karate als Hobby ist sehr gut!) meinen, sie müssten verschiedenste Dinge trainieren, ohne dass sie im Ansatz den Umfang ihres eigenen Karate zu ermessen vermögen.

Bei den Hinweisen auf meine Übersetzungen nehme ich mir mal die Frechheit heraus zu schreiben, dass ich enorm viele Texte von G. Funakoshi im japanischen Original kenne und somit seine Aussagen ziemlich gut einordnen kann. Danke trotzdem für den freundlichen Hinweis!

Ich kenne natürlich auch das deutsche Buch von K. Mabuni, besprach es sogar hier und weise dabei auch auf Übersetzungsprobleme darin hin:

Kuden, G. Higaki (alte Karate-News-Artikel)

Grüße,

Henning Wittwer

PS: Nochmal zur Sicherheit, wenn jemand die Dillman-Vitalpunktlehre trainieren möchte, werde ich ihn sicher nicht davon abbringen wollen …
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  #39  
Alt 23-04-2017, 14:38
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Wo findet man denn etwas über die Vitalpunktlehre Funakoshis und inwiefern unterscheidet diese sich von Dillman und Co.?

Würde die auch gerne mal mit unseren Sachen in der IOGKF abgleichen.
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  #40  
Alt 23-04-2017, 15:05
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Zitat:
Zitat von Gibukai Beitrag anzeigen
Falls in diesem Sinne jemand eine echte Ballerina kennen sollte, die meint, sie müsse unbedingt twerken lernen, um im klassischen Ballett besser zu werden, würde ich mich über eine Rückmeldung mit Quelle freuen.
Kein Twerking aber Akira Hino hat schon mit Profi Tänzern der Forsythe Company in Dresden gearbeitet, die so auch ihre Tanzfähigkeiten verbessern.

Zitat:
My classes are based on the Forsythe improvisation technique, but by combining it with elements of the budo method I hope to create a deeper physical awareness in the students. I also want to broaden their ideas about how to approach a choreographic work.
Forsythe specialist Amy Raymond joins the regular teaching staff of the National Ballet Academy*- Academy of Theatre and Dance
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  #41  
Alt 23-04-2017, 15:39
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Hallo nochmal,

die einfachste Anlaufstelle wäre des 1935 veröffentlichte Buch von G. Funakoshi („Karate-Dō Kyōhan“). Darin findet sich, wie oben schon geschrieben, eine Karte mit den „Vitalpunkten des menschlichen Körpers“ sowie z. B. Beschreibungen ihrer Lage und potentieller Wirkung (zweiundzwanzig dieser Vitalpunkte der darin enthaltenen Informationen zufolge potentiell tödlich). In einem Großteil des Buchs werden dann die eigentlichen technischen Verfahren beschrieben (Kata und Kumite), mit denen dann auf dieses Einschlagsziele eingewirkt werden soll. Und schon diese Verfahren unterscheiden sich erheblich von denen der „Dillman-Vitalpunktlehre“, andere oberflächliche Unterschiede betreffen die Erklärungsmodelle hinsichtlich der Wirkungen im Menschen, wenn ein Treffer stattgefunden hat, in der Art des Trainings an sich usw.

Danke für den Link! Das ist nicht unbedingt das, woran ich dachte. Twerken ist ein moderner Tanzstil (analog zur „Dillman-Vitalpunktlehre“ ein modernes „anderes“ System).

Grüße,

Henning Wittwer
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  #42  
Alt 23-04-2017, 15:56
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Zitat:
Zitat von Gibukai Beitrag anzeigen
Danke für den Link! Das ist nicht unbedingt das, woran ich dachte. Twerken ist ein moderner Tanzstil (analog zur „Dillman-Vitalpunktlehre“ ein modernes „anderes“ System).
Hallo Henning,

ja mir ist schon klar, was twerken ist. Ich habe den Link als Beisipiel gebracht, dass etwas 'anderes' genutzt wird, um sich in seiner primären Kunst zu verbessern. Bezogen auf Ballett und andere Tanzstile kann ich mir das schon sehr gut vorstellen, da Profi-Tänzer oft sehr breit aufgestellt sind. Bezogen auf Kampfkünste ist das Thema sicherlich sehr komplex und individuell. So gebe ich Dir durchaus recht, dass das Ganze mehr schaden als nutzen kann.
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  #43  
Alt 23-04-2017, 18:44
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Es geht nicht um die Frage, ob die französische Küche der italienischen überlegen ist oder umgekehrt - es geht darum, dass hier behauptet wird, die italienische Küche sei Mist, nur die französische sei die wahre "haute cuisine" (sic!). Und dann geht der, der das behauptet am Abend zum Italiener und schlägt sich den Bauch mit Pizza, Pasta und Saltimbocca alla Romana voll, zum Abschluss Tirami Su e un doppio espresso, per favore!

Der Verfasser des von FireFlea zitierten Artikels weiß genau, dass es auch "andere" Karate-Lehrer gibt, die sowohl (von mir aus auch nur in Teilen, das kann nur logisch sein) Karate nach seinen Vorstellungen praktizieren und dieses mit Kyusho-Dingsbums verbinden bzw. letzteres in ersteres integrieren. Er hat ihm persönlich Hochachtung gezollt (um anschl. hinzuzufügen, „wenn nur dieses doofe Kyusho nicht wär“!)

Von mir aus möge man Dillman und andere (aber insbes. die anderen!) verdammen (warum, weiß ich immer noch nicht, egal), aber so, wie es in der französischen (oder aber auch italienischen) Küche Meister gibt, gibt es dort auch Scharlatane und umgekehrt.
Die Geschichte des dt. Fernsehkochs, der keiner war, sowie des "Toast Hawai", der heutzutage nostalgischerweise wieder auf manchen Speisekarten steht, spricht Bände.

Das "klassische", von mir aus auch "traditionelle" Karate ist schon lange tot und niemand wird es wieder zum Leben erwecken!

Die jungen Leute gehen zu allem, aber nicht zum Karate, niemand will sinnlos sinnlose Bahnen laufen und Techniken einüben, die letztlich für den Popo, aber niemals für die Straße geeignet sind.
Allenfalls kleine Kinder bis ca. 12, 14 werden von den Eltern zwecks besserer Erziehungsideale, die man dem Karate und seiner Disziplinierung nachsagt und zuschreibt, geschickt, spätestens mit 14, 15 sind sie verschwunden.

(Und parallel lese ich gerade in einigen Kase-Interviews über die Bedeutung des Sanbon- und Gohon-Kumite, das aber ist heutzutage für einige Stilrichtungsvertreter ein Unding und gehört abgeschafft, Jonhon ist die Gunst der Stunde – „Flieht, Ihr Narren!“)

Kase sensei sprach von "Entwicklung", Mabuni wird hier zitiert, die "Landkarten" stehen in allen Budo-Büchern aller Meister, auch derer, die ich persönlich nicht als solche ansehen würde (aber ich zähle hier nicht; sorry, nein, bei Nakayama habe ich nichts gefunden, aber hier gehe ich mit Gibukai konform).

Wann endlich akzeptieren die Vertreter der "klassischen" Stile endlich, dass sie entweder das dazu lernen müssen, was man ihnen mangels Wissen bzw. weil zum damaligen Zeitpunkt (sport- und kultur-)politisch obsolet anno tobak nicht beibringen wollte oder konnte oder dass sie abzutreten haben, weil eine neue Generation von Kampfkunstlehrern gekommen ist, die ihre, eben nicht strassentauglichen und lebensgefährlichen (aber nur für den, der sie anwendet!) Techniken hinterfragt und verworfen hat?

Und ich wiederhole mich - Dillman war nicht der Erste, der über Kyusho-Dingsbums geschrieben hat, er war nur der, der es am besten vermarktet hat - daraus will man ihm einen Strick drehen? Lächerlich!

Dass Kyusho-Dingsbums nichts mit der reinen und hehren Lehre des XY-Stiles zu tun hat, mag sein, aber sogar das bezweifle ich, eben aufgrund der vielfältigen schriftlichen Dokumente zu den "jintai-Kyusho" und den diversen Landkarten, die überall existieren.

Unsere Alten wussten sehr wohl, was sie taten und warum und vor allem wie sie diese "Punkte" zu behandeln hatten.

Und ich schreibe "behandeln", weil eben die breite Masse der Punkteklopper leider nur genau das ist: Dumme Trottel, die glauben, je fester desto bumm.

Würden sie einmal den Allerwertesten hochbekommen und zu einem LG gehen, wo man ihnen die sanfte, weiche, ja fast "zärtliche" Behandlung derselbigen beibringt, sähe das ganz anders aus.

Aber erstens müsste man den A.. hochbekommen, zweitens müsste man sich öffnen und etwas Neues annehmen, drittens vor allem könnte man anschl. feststellen, dass das, was man die letzten 20, 30 und mehr Jahre praktiziert hat, Bullshido war - da die Gefahr zu groß ist, bleibt man lieber zu Hause oder geht wieder zu Ziegenbart & Co., da weiß man, was man hat! Oder man tut was Gutes für sich und seine Seele und liket einige neue Videos von Master Ken.

Tja, und dann – dann war ich endlich in einem Kochkurs für die exzellente italienische Küche (die ich ja eigentlich gar nicht mag oder umgekehrt) und jetzt bin ich dann auch schon Meisterkoch alla Romana? Häh? Aber mein Karate beherrsche ich nach 30 Jahren immer noch nicht perfekt – bei Kyusho-Dingsbums darfs nach 3 Wochenenden schon so sein??? Ich sag’s doch – Punkteklopper (da gehe ich mit dem ungenannten Verfasser des oben zitierten Artikels konform!).

Mein Traum war es, einige haben ihn miterlebt, zwei Meister aus beiden Fakultäten gemeinsam auf einen LG zu bringen. Der Eine ein geradezu begnadeter Karateka der neueren Generation, voller Feuer, dabei von meisterlichem Können, voller Esprit, Charme und Witz, aufgrund seiner relativen Jugend auch die jungen Leute mitreissend – besser könnte er nicht sein, auch international und national erfolgreich und obendrein in einer geradezu idealen Karatetraditionslinie des Shotokan stehend.
Der andere wesentlich introvertierter, nichts desto trotz mit allem ausgestattet, was man braucht: Hervorragender Didaktik, abgrundtiefem Wissen über die Kampfkünste und einem breiten Repertoire an fachlichem Können, angeeignet in fast 40 Jahren durchgängigem Lernen in zwei Stilrichtungen – um letztlich seine Bestimmung im Kyusho zu finden.
Der LG ging in die Hose, und wie! Warum? Ganz einfach – nach spätestens 20 min war den anwesenden „Reinhäutern“ des Karate klar, dass das, was sie da seit Jahren und Jahrzehnten gemacht hatten, Mist war. Mein Karatefreund ging in Blockade und trainierte anschl. nur noch Heian Shodan und das mit Gedan-Barai vs seitlichen Mae-Geri, also JKA-Standardprogramm anno 1958.
Wir sind dennoch Freunde geblieben und gerne massiere ich ihm in den Trainingspausen seine Verspannungen mittels Shiatsu und energetischer Heilung weg….

Ich habe die Frage mehrfach gestellt und keine Antwort bekommen:
Wie wollt Ihr euer Dojo betreiben? Wie die Miete am Ende des Monats bezahlen und vor allem, wovon?
Es gibt Leute, die mittelalterlichen Schwertkampf machen, finde ich toll, es gibt hierfür auch klassische Lehrbücher, ganz tolle Sache!

Niemand wird heute auf der Straße sein Schwert ziehen, um sich damit zu verteidigen….

Sogar zu dem letzten verbohrten Shotokanbruder hinter den 7 Bergen und hinter den 7 Zwergen soll sich mittlerweile herum gesprochen haben, dass, aller Wahrscheinlichkeit nach, auf der Straße niemand vor ihm in ZK, Gedan-Kamae geht, um ihn unter Brüllen von „Oi-Zuki Jodan“ anzugreifen. Was wird er wohl seinen Kindern im Training lehren?

Das Problem des modernen Budo ist ganz einfach, die Dummen strotzen vor Selbstbewusstsein und die wenigen Wissenden sind voller Zweifel.
Und anstatt sich zusammen zu tun, um im gemeinsamen Interesse für unsere Kampfkunst die selbige vorwärts zu bringen, zerfleischt man sich lieber selbst um der „reinen“ Lehre willen.

Fragt man aber nach dieser und ihrer Definition, bekommt man keine Antwort, siehe parallelen Faden. Lieber bricht man die Diskussion ab….

PS: Musste erst nach „twerk“ googeln, ok, nicht meine Generation. Aber falls Gibukai klassischen Tango lernen will, kann ich ein Treffen mit Zsolt arrangieren.

PPS: Es geht nicht um ein „Vermischen“ irgendwelcher Stile mit Kyusho-Dingsbums und „reines“ (was ein Mist!) Kyusho als eigenständiges Regelwerk betrachte ich sogar als Angehöriger des einzig wahren dt. Karateverbandes als ein gewagtes Unterfangen (um es mal so auszudrücken). Aber es gehört dazu, wie Zwiebeln und / oder Knoblauch zur guten Küche, über die Dosierung mögen sich die Experten streiten.

Geändert von Chrisdz (23-04-2017 um 18:50 Uhr).
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  #44  
Alt 23-04-2017, 19:28
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Zitat:
Zitat von Gibukai Beitrag anzeigen
Hallo nochmal,

die einfachste Anlaufstelle wäre des 1935 veröffentlichte Buch von G. Funakoshi („Karate-Dō Kyōhan“). Darin findet sich, wie oben schon geschrieben, eine Karte mit den „Vitalpunkten des menschlichen Körpers“ sowie z. B. Beschreibungen ihrer Lage und potentieller Wirkung (zweiundzwanzig dieser Vitalpunkte der darin enthaltenen Informationen zufolge potentiell tödlich). [...]
Gibt es von dem Buch eine brauchbare deutsche Übersetzung oder taugt die englische Übersetzung, die man z.B. bei Amazon bekommen kann?

Vielen Dank und viele Grüße,

der Ponder
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  #45  
Alt 23-04-2017, 20:02
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Zitat:
Zitat von Chrisdz Beitrag anzeigen
Von mir aus möge man Dillman und andere (aber insbes. die anderen!) verdammen (warum, weiß ich immer noch nicht, egal), aber so, wie es in der französischen (oder aber auch italienischen) Küche Meister gibt, gibt es dort auch Scharlatane und umgekehrt.

Und ich wiederhole mich - Dillman war nicht der Erste, der über Kyusho-Dingsbums geschrieben hat, er war nur der, der es am besten vermarktet hat - daraus will man ihm einen Strick drehen? Lächerlich!
Es gibt überall Scharlatane. Im Kyusho ist es allerdings so, dass Dillman selbst und die von ihm höchstgraduierten Lehrer Dinge unterrichten und für bahre Münze verkaufen, die man nur als Scharlatanerie berzeichnen kann. Oder wie würdest Du das im Eingangsvideo von Corn bezeichen? Oder die no touch knock outs von Dillman durch Bettlaken? Etc. etc. Die geschichtlichen Ungereimtheiten, die sie verbreiten und halbgare Stammbäume, um sich zu legitimieren lassen wir mal ganz außen vor. Was soll das bitte sein, wenn die Leute einfach so umfallen wenn nicht Scharlatanerie? Magie? Die Macht? Glaube? Hypnose? Verarsche?
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