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  #1  
Alt 02-02-2012, 16:52
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Karate - Shotokan
 
Registrierungsdatum: 18.11.2010
Beiträge: 77
Standard Änderungen der Katas - DKV

Hallo,

entschuldigt die Störung, aber die Frage brennt mir auf den Fingern.
Beim letzten Training wurden wir darauf hingewiesen, dass mehrere Kata-Abläufe geändert wurden.
Niemand konnte uns den Sinn hinter diesen Änderungen erklären. Auch der Trainer meinte dass er denn Sinn nicht verstehe, dies aber für die Prüfungen verlangt werde.
Vor einiger Zeit wurde mir gesagt, dass man immer die Kata/Variante zur Prüfung zeigen soll bei der man die Bunkai kennt. Bei den alten Varianten wurde mir eine Bunkai erklärt, bei den Neuen nicht.

Vielleicht kann mir hier jemand helfen (p.s. ich bin Grüngurt).

Die drei Fälle:

Heian Shodan.
ich lernte sie so:Hirokazu Kanazawa · Heian Shodan - YouTube
Bei den drei Age-Uke ist die Ausholhand offen und Arm gestreckt. -> Als Sichtblock oder Stich in die Augen.
Jetzt wird lediglich die Hand geöffnet, der Arm bleibt auf Position des Age-Uke
siehe: 26 KATAS SHOTOKAN - YouTube 2:40

Heian Yondan:
Hirokazu Kanazawa · Heian Yondan - YouTube
ich lernte, dass der Bock bei 0:38 0:39 bis über das hintere Bein geht. Jetzt soll der Block vor dem Körper enden.
Habe ich etwas falsch verstanden oder lenke ich damit den Tritt damit nicht genau auf mein Knie?
Auch wurde mir ursprünglich gesagt, dass nach dem ersten Empi der hintere Fuß herangezogen wird, jetzt aber der vordere. Grund: Symmetrie. Da es für mich keinerlei Unterschiede macht, (ich kenne für keine Variante einen Vorzug) ist mir das recht egal.

Heian Godan:

Hirokazu Kanazawa · Heian Godan - YouTube
Mir wurde gesagt, dass die "Ausholbewegung" vor dem Kiai bei ca. 0:36 mit der offenen Hand ausgeführt wird. -> Wegstoßen, oder Handkantenschlag an den Kehlkopf oder Wurf
Jetzt soll sie mit der Faust ausgeführt werden.


Wie gesagt, vielleicht habe ich auch etwas falsch verstanden..... aber den Sinn dieser Änderungen verstehe ich wirklich nicht.

Vielen Dank für die Mühe
Thalios
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  #2  
Alt 02-02-2012, 17:36
Benutzerbild von ZoMa
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Koryū Uchinādi, Shōtōkan Ryū | Yamane Ryū
 
Registrierungsdatum: 06.12.2004
Ort: Nähe Bielefeld
Alter: 32
Beiträge: 1.223
Standard

Vom DKV kommt das, da die stilspezifischen Kata alle gleich aussehen sollen. Es gibt quasi eine Schablone und wer Wettkämpfe machen will, muss sich in diese hineinzwängen um Chancen zu haben.
Diese equalisierung macht es den Kampfrichtern leicht(er) Techniken einer Kata als "richtig" oder "falsch" zu bewerten.
In wie weit das Sinn macht, steht auf einem anderen Blatt.

Aus Sicht der Kampfkunst ist eine Änderung erstmal nichts verkehrtes, sofern sie einen technischen Hintergrund hat wie z.B. den Austausch gelenkschädigender Techniken durch gesündere oder das ändern zu Gunsten der Anwendung. Allerdings muss man dabei aufpassen, dass dies nicht aus dem Ruder läuft, daher lernen bei uns die Schüler nahezu immer die Urversion, auch wenn ich sie selbst anders mache.
Wenn sie die Kata ändern, ist das ok, solange sie es technisch begründen können.

In deinem Falle würde ich den Trainer fragen welchen technischen Vorteil es bringt, erfahrungsgemäß kennen viele ihn nicht und so bleibt dir wenig anderes übrig als dich in dein schicksal zu fügen (und es besser zu machen, falls du mal Trainer wirst).

Btw. Du bist hier in einem Forum, Fragen stören hier nicht :-)
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  #3  
Alt 02-02-2012, 17:47
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Karate, etwas Luta Livre
 
Registrierungsdatum: 09.10.2001
Ort: Deutschland, NRW, Raum Köln
Beiträge: 2.381
Standard

Die "Änderungen" sind schon einige Jahre alt, von 2002 oder 2003 glaube ich. Es gab damals auch ein Infoschreiben vom DKV, evt. findet sich das auch noch online irgendwo.
Wenn dein Trainer jetzt damit ankommt hat er sich einige Jahre lang wohl nicht auf dem "aktuellen Stand" gehalten. Kann man ihm allerdings nicht verübeln weil man über den Sinn geteilter Meinung sein kann ;-).

Begründet wurde das damals zum einen mit einer Vereinheitlichung was Ausführung und auch Interpretation der einzelnen Techniken betrifft. Das Betraf wohl auch einen Angleich an internationale Standards, es war aber auch die Rede von einer Rückkehr zu der Ausführung von Nakayama auf welchen sich der DKV bei seiner Technikausführung offiziell beruft (jedenfalls war das lange so, ausführung gemäß "Perfekt Karate" denke daran hat sich nichts geändert).

Das ganze betraf übrigens noch mehr Kata, ich glaube auch noch mehr Stellen als nur die von dir genannten.

Die meisten Prüfer die ich kenne haben eine gewisse Erfahrung und auch Verständnis für unterschiedliche Ausführungen. Das jemand wirklich durch ein Prüfung fällt wenn er eine "alte" Ausführung konsequent durchführt halte ich ehr für unwahrscheinlich.

Edit:
http://www.karate-grosshabersdorf.de...atarichtlinien
http://www.tsg-muenster.de/downloads...rung102002.pdf
__________________
Grüße, Michael
Karate in Köln und Lindlar

Geändert von Michael1 (02-02-2012 um 17:51 Uhr).
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  #4  
Alt 02-02-2012, 18:01
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Karate - Shotokan
 
Registrierungsdatum: 18.11.2010
Beiträge: 77
Standard

Zitat:
Zitat von ZoMa Beitrag anzeigen
Vom DKV kommt das, da die stilspezifischen Kata alle gleich aussehen sollen. Es gibt quasi eine Schablone und wer Wettkämpfe machen will, muss sich in diese hineinzwängen um Chancen zu haben.
Diese equalisierung macht es den Kampfrichtern leicht(er) Techniken einer Kata als "richtig" oder "falsch" zu bewerten.
In wie weit das Sinn macht, steht auf einem anderen Blatt.
Schon einmal vielen Dank für die Info.

Zitat:
Zitat von ZoMa Beitrag anzeigen
Wenn sie die Kata ändern, ist das ok, solange sie es technisch begründen können.

In deinem Falle würde ich den Trainer fragen welchen technischen Vorteil es bringt, erfahrungsgemäß kennen viele ihn nicht und so bleibt dir wenig anderes übrig als dich in dein schicksal zu fügen
Tja, hier beginnt die Krux.
Wie bereits gesagt, Unser Trainer hat gleich zu Beginn gesagt, dass er keine Ahnung hat was das soll, und bei einer Sache sagte er ausdrücklich, dass er das nicht gut findet.

ABER

Wir sind lediglich ein Uni-Dojo. Also keine prof. Trainer sondern "lediglich Studenten mit dem 1.Dan" teilweise auch darunter. Wenn wir also Prüfungen ablegen wollen, dann ausschließlich auf Lehrgängen.
Und da wir eben keinen prof. Trainer haben, wechselt der Posten häufig. Ich persönlich finde es toll die verschiedenen Sichtweisen/Ausführungen (teils auch verschiedene Karate-Stile) zu sehen, aber für die Prüfungen ist es dann eben ..... interessant.


Zitat:
Zitat von ZoMa Beitrag anzeigen
und so bleibt dir wenig anderes übrig als dich in dein schicksal zu fügen
Mein letzter Trainer meinte zu mir (ebenfalls für externen Prüfer aber für die Sandan)
:"Falls zwei Varianten möglich sind, soll ich diejenige vorführen deren Bunkai ich kenne. Auf Nachfrage kann ich es dann begründen warum ich es so tue. Falls der Prüfer will kann er mich danach ja noch einmal die andere Variante laufen lassen. "

Andererseits halte ich es für blöd, sich auf den Standpunkt zu setzen, ich kann die eine Variante, und alles Neue lehne ich ab.
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  #5  
Alt 02-02-2012, 18:07
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Karate - Shotokan
 
Registrierungsdatum: 18.11.2010
Beiträge: 77
Standard

[

Zitat:
Zitat von Michael1 Beitrag anzeigen
Begründet wurde das damals zum einen mit einer Vereinheitlichung was Ausführung und auch Interpretation der einzelnen Techniken betrifft. Das Betraf wohl auch einen Angleich an internationale Standards, es war aber auch die Rede von einer Rückkehr zu der Ausführung von Nakayama auf welchen sich der DKV bei seiner Technikausführung offiziell beruft (jedenfalls war das lange so, ausführung gemäß "Perfekt Karate" denke daran hat sich nichts geändert).
Vielen vielen Dank nochmals für die Infos und Links.

Geändert von Thalios (02-02-2012 um 19:45 Uhr).
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  #6  
Alt 02-02-2012, 21:57
Benutzerbild von FireFlea
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Seidō Karate, über den Tellerrand
 
Registrierungsdatum: 23.03.2004
Ort: Hessen
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Beiträge: 7.521
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Zitat:
Zitat von Thalios Beitrag anzeigen
ich lernte, dass der Bock bei 0:38 0:39 bis über das hintere Bein geht. Jetzt soll der Block vor dem Körper enden.
Habe ich etwas falsch verstanden oder lenke ich damit den Tritt damit nicht genau auf mein Knie?
Da Du so ohnehin keinen anständigen Tritt blocken kannst, ist es eigentlich egal.
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  #7  
Alt 03-02-2012, 09:07
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Arnis, Karate (früher Judo, Wing Chun, Kickboxen, Taekwon Do)
 
Registrierungsdatum: 19.05.2006
Beiträge: 1.005
Standard Kata Varianten

In über 30 Jahren Karate habe ich unzählige Katavarianten kennengelernt. Wichtig ist das man weiß wie und warum man etwas macht.
Im heimischen Dojo ist das mit der Prüfung kein Problem, da man die Kata so vorführt wie man sie gelernt hat.
Macht man auf Lehrgängen seine Prüfung ist sich eigentlich jeder Prüfer dieser Thematik bewußt und hat im allg. eine entsprechende Toleranzschwelle solange die Techniken sauber sind. Mit etwas Glück läuft man die Kata auch auf dem Lehrgang.
Wer wissen möchte wie die Kata nach JKA Vorgabe aussehen kann sich diese Bücher beschaffen https://ss1.xrea.com/www.karatedo-we...jka/order.html
oder den einzigsten deutschen Band Karate-Do Kata 1 Budoten
__________________
Um das Mögliche zur erreichen, musst du das Unmögliche versuchen!
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  #8  
Alt 03-02-2012, 21:04
Benutzerbild von Yabu_Kentsu
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: 4. Dan Goju-Ryu Karate; 2. Dan Ju-Jutsu, etwas WT/Boxen/KM
 
Registrierungsdatum: 18.08.2005
Beiträge: 1.355
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Wenn du die Kata weiter konsequent nach Kanazawa ausführst, wird dich deshalb kein ordentlicher Prüfer im DKV durchfallen lassen. Bei Wettkämpfen mag das anders sein.
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  #9  
Alt 05-02-2012, 12:21
Benutzerbild von DerSchleifer
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Shôtôkan Karate, Koryû-Uchinâdi, Yamane-Ryu Kobudo, He Quan
 
Registrierungsdatum: 19.09.2007
Ort: Fulda, Hessen
Alter: 28
Beiträge: 139
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Im Endeffekt geht es bei den ganzen Änderungen doch sowieso nur darum dem Höher-Schneller-Weiter-Prinzip des Kata-Wettkampf gerecht zu werden. Noch schneller, noch spektakulärer soll es sein. Welche Auswirkungen das hat, sieht man mittlerweile auch schon in anderen Stilrichtungen wie Goju, Shito oder Uechi. Ich erinnere mich an eine Uechi-Seisan die wie eine Shotokan-Kata ausgeführt wurde. Einfach nur grauselich.

Aber wenn der Wettkampf für einen selbst das einzige Trainingsziel ist, ist dem ja auch erstmal nichts entgegenzusetzen. Schwierig wird es nur dann, wenn diese Leute versuchen auf mehreren Hochzeiten zu tanzen.
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  #10  
Alt 05-02-2012, 12:38
Benutzerbild von KeineRegeln
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Karate, Taekwondo in the past
 
Registrierungsdatum: 23.06.2011
Ort: Zur Zeit im Pott
Beiträge: 1.948
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ich glaube das mit dem Wettkampf (Zitat:"...aber Kata ist was fürs Auge.") ist extrem Verbreitet. Leider...
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  #11  
Alt 05-02-2012, 15:10
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Shotokan Karate, Asai-ha Shotokan-ryu Karate
 
Registrierungsdatum: 23.01.2012
Beiträge: 113
Standard

Zitat:
Zitat von KeineRegeln Beitrag anzeigen
ich glaube das mit dem Wettkampf (Zitat:"...aber Kata ist was fürs Auge.") ist extrem Verbreitet. Leider...
Das sehe ich auch so...deckt sich leider mit meinen Erfahrungen

Und die Stilrichtung ist mittlerweile auch schon fast egal...schaut euch nur die Valdesis (Shotokan), Diaz (Shito) und wie sie alle heißen an...und dann im Vergleich die älteren Herrschaften Asai, Kanazawa, Shirai, Fugazza etc.

Ich kann aber leider nicht sagen, wann genau diese Entwicklung zur "Zirkus-Kata" begonnen hat.
Michael Milon hatte zu seiner Zeit schon diese extrem athletische Art, eine Kata zu laufen...ich sage nur Unsu
Die Älteren unter uns wissen sicher, was ich meine
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