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#1
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| Hallo Nikos, Zitat:
Zitat:
Tschüssi Ike |
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#2
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| hallo ike! ich glaube du hast mich total falsch verstanden.mit "werkzeug" meine ich ,dass die karateuebung die noetige geistige kraft gibt ,um mit alltaeglichen problemen fertigzuwerden. die perfektion des charakters ist eins der ideale, die man durch die karateuebung anstreben sollte!niemand ist oder wird perfekt.der weg dahin ist das ziel. bye |
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#3
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| Hallo Nikos, Zitat:
Tschüssi bis morgen Ike |
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#4
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| hi! ich weiss es nicht ,ob es jetzt sinn macht dir diese frage zu beantworten.das ist ein sehr allgemeines thema und dazu muesste ich sehr viel schreiben.ausserdem habe ich in meinem thema eine andere frage gestellt. wuerde mich freuen ,wenn du deine meinung zu der grundfrage aeussern wuerdest! bye |
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#5
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| Hallo Freunde, die Vervollkommnung des Charakters ist das große Thema des Budo. Wer glaubt, Budo zu betreiben und nicht danach strebt, die eigene Persönlichkeit zu vervollkommnen, unterliegt einem schweren Irrtum. Der Begriff „Do“ weist grundsätzlich darauf hin, daß ein Mensch in der Ausübung einer Kunst oder eines Berufes das Ganze zu erkennen / zu erfahren sucht. So sprechen die alten Texte auch über andere Wege (Weg des Schreibens, des Blumensteckens, den Tee - Weg, Weg des Priesters, des Zimmermanns, des Staatsführers etc.) Dabei geht es immer darum, die Aufgaben der jeweiligen Kunst / des jeweiligen Berufes im Kontext des großen Ganzen zu sehen. So leitet ein Zimmermann aus der Art, wie er an die Aufgaben seines Berufes geht einen Lebensentwurf ab (Prinzipien: Genauigkeit, Ordnung, Qulitätsbewußtsein etc.) Der Teemeister erkennt im Konzept der Teezeremonie ebenfalls Hinweise für die Ausrichtung des eigenen Lebens; Schlichtheit, Stille, Konzentration etc. Der Terminus DO sagt immer aus, daß es hier um eine ganzheitliche, die gesamte Persönlichkeit betreffende Suche nach Sinn, Ordnung, Inspiration und Erkenntnis geht. Das bedeutet, wer Kampfkunst übt, ohne die gewonnenen Erfahrungen bewußt auf das Leben zu übertragen, steht erst ganz am Anfang des Weges. Wer nicht nach der geistigen Lehre sucht, geht nicht den Weg, sondern erlernt lediglich Techniken. Das ist etwas anderes. Ungefähr so, wie das Erlernen der Technik, eine Waschmaschine zu bedienen oder den Videorekorder zu programmieren. Praktisch gesehen nützlich, spirituell gesehen wertlos. Beste Grüße Thorre |
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#6
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| Hallo Thorre, Zitat:
Tschüssi Ike |
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#7
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| Zitat:
Ich denke, das kann keiner, da es den Vollkommenen Charakter nicht gibt. Es gibt nur den ewigen Weg, den Charakter zu entwickeln und zu verbessern. Alle Charakterlichen Züge aufzuzählen, die ein solcher "Bilderbuchcharakter" haben sollte wäre eine langwierige Angelegenheit, aber um nur einige zu nennen: Ehrlich, Höflich, Hilfsbereit, Tolerant etc. sollte ein "sauberer" Charakter sicherlich sein. Grüße Mick |
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#8
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| Ich stimme Mick zu. Man sagt, daß das Lernen auf dem Weg des Kriegers nicht endet. Damit wird auch ausgedrückt, daß die Perfektion, die Vollkommenheit ein letztlich unerreichbares Ziel bleiben wird. Ein vollkommener Charakter ist nicht definierbar. Ein finales Ziel des Kriegerweges ist nicht definierbar. Aus diesem Grunde kann man niemals davon ausgehen, Vollkommenheit erlangt oder das Ziel erreicht zu haben. Trotzdem kann man zwischen verschiedenen Charakterqualitäten unterscheiden: Wir erkennen, ob jemand eher ehrlich oder eher unehrlich ist. Wir erkennen ob es einem Menschen an Mitgefühl mangelt oder nicht. Die Auseinandersetzung mit der Frage, welche Charakterqualitäten es zu entwickeln oder zu stärken gilt, ist schon ein Bestandteil des Weges der Vervollkommnung. Ein Problem in der Praxis der Kampfkünste entsteht, wenn dem Schüler keine Methoden der Auseinandersetzung mit der geistigen Lehre angeboten werden. Dort wo nur Techniken geübt werden, ohne die geistige Arbeit zu stimulieren kann jemand 10 Jahre Karate üben, ohne auch nur einen einzigen Tag Karate zu üben. |
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#9
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| Hallo Thorre, Zitat:
Hier stimmt doch irgend etwas nicht. Wie soll ich nach einem Ziel steben, dass ich nicht erkennen kann? Versteh' mich nicht falsch - ich weiß, dass Perfektion nicht zu erreichen ist. Aber wenn ich schon danach strebe, muss ich doch zuminest wissen wonach GENAU ich eigentlich strebe. Wie aus meiner ganzen (sicherlich nervenden) Posterei zu entnehmen ist, stehe ich der "Perfektion des Charakters mittels Karate" doch skeptisch gegenüber. Die Vorstellung eines perfekten Charakters (oder sagen wir besser: perfekter Charaktereigenschaften) hat sich doch mehrfach grundlegend geändert. Nehmen wir zu Beispiel die Samurari. Deren höchstes Streben lag doch im bedingungslosen Dienen. Ist das (aus häutiger Sicht) erstrebenswert? Soll ich jede Anweisung, den mein Chef mir gibt ohne Denken und zögern ausführen, egal wie blöd sie ist? Wie wäre es mit den Nazis? Deren höchste Charaktereigenschaft "unsere Ehre heißt Treue" liegt doch gar nicht soweit davon entfernt. Gepaart mit äußerster Rücksichtslosigkeit und Menschenverachtung gab das den idealen Deutschen. Sagen wir mal, die Samurai haben ihr Budo ausgeübt, um ihren Charakter zu perfektionieren. Heißt das dann, wenn wir auch Budo betreiben, dass wir einen ähnlichen Charakter entwickeln? Heißt das, wir entwickeln uns zu urteilslosen Killermaschinen? Tschüssi Ike |
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#10
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Grüße Mick |
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#11
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| Hallo Mick, Zitat:
Nehmen wir mal an, ich will einen perfekten Zuki erreichen. Das wird natürlich nicht möglich sein, da ich auch nur ein Mensch bin und daher von Natur aus nicht perfekt. Aber ich kann trotzdem auf die Perfektion hinarbeiten, sprich: Ich kann mich bemühen, einen perfekten Zuki hinzulegen. Auf dieses Ziel kann ich aber nur hinarbeiten, wenn ich überhaupt weiß, wie ein perfekter Zuki auszusehen hat. Wenn dem nicht so wäre, könnte ich jeden X-Beliebigen von der Straße holen und ihn auffordern, an einem perfekten Zuki zu üben. Das kann er natürlich nicht tun, weil er gar keine Ahnung hat, was ein Zuki überhaupt ist. Wenn er mich dann fragt, was das sei kann ich nicht antworten: "Das mußt Du nicht wissen, wenn Du einfach übst, klappt das schon." Das ist natürlich Mist, aber genau das soll der Budoka machen? Er soll auf einen perfekten Charakter zuarbeiten, ohne zu wissen, was das ist?? Wie gesagt, das stimmt 'was nicht. Zitat:
Nehmen wir mal an, ich bin ein hilfsbereiter Kerl - nur mal so, rein theoretisch. Jetzt helfe ich jemanden aus einer Klemme und der gibt mir dafür einen Tritt. Wenn es nach obigem Quote geht, würde das heißen, ich passe mich der Erfahrung an und verzichte zukünftig darauf hilfsbereit zu sein. Habe ich dann meine Charakter perfektioniert? Zitat:
Ich glaube, was viele Europäer abstößt (und auch mich) ist ein künstlich-japanisches Gehabe, das Budomentalität vorspiegeln soll. Es ist zum Beispiel nicht notwendig das Dojokun auf japanisch 'runterzuleiern zu können, man muss wissen, was es bedeutet. Die Sprache ist egal. Zitat:
Zitat:
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Tschüssi Ike |
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#12
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| Hallo Freunde! Ich habe das ursprüngliche Thema mal geteilt. Für den "Nicht-von Anfang-an-Leser" ist vielleicht nicht alles nachzuvollziehen, aber ich denke, dass die Diskussion so weitergeführt werden kann, ohne dass die ursprüngliche Frage von nikos untergeht. Oss Dojokun |
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#13
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| Hallo Ike, ich verstehe Deine Verwirrung nicht. Die Tatsache, daß ein vollkommener Charakter nicht zu definieren ist, bedeutet nicht, daß uns alle Maßstäbe fehlen. Auch wenn sich ethische Vorstellungen im Laufe der Zeit ändern, heißt das nicht, daß sie unwichtig oder unverbindlich sind. In der Kampfkunst – Ausbildung, so wie wir sie praktizieren, beginnt der Lehrer irgendwann, den Schüler aufzufordern, sein eigenes Verhalten (das umfaßt auch Denken und Fühlen) zu beobachten. Es werden Prinzipien erläutert (z.B. Achtsamkeit, Gelassenheit) und der Schüler erfährt in der Selbstbeobachtung, wie er ohne und mit Berücksichtigung dieser Prinzipien lebt. Daraus zieht er seine Schlüsse. Der erste Schritt ist immer die kritische Selbstbeobachtung, damit kommt der gesamte Prozeß in Gang. Welche Charakterqualitäten ein Schüler beeinflußen (d.h. stärken oder schwächen) wird, liegt letztlich bei ihm. Der Lehrer / die Lehre unterbreiten Anregungen (z.B. daß Gelassenheit oft stärker ist als Anspannung), aber der Schüler muß den Weg selbst gehen. Deine Fragen legen nahe, daß man in Deinem Dojo keine Unterweisungen in der geistigen Lehre praktiziert. Das ist schade, aber ziemlich verbreitet. Es gibt aber gute Literatur zu diesem Thema. Das wäre zumindest ein guter Anfang. Beste Grüße Thorre |
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#14
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| ( 'tschuldingung bin heute 'n bischen albern) gruß. kioopi. Stimmt. Deshalb an dieser Stelle: So geht es net. Herzlich Willkommen, aber bitte vernünftig..... Oss Dojokun Geändert von Dojokun (11-12-2003 um 21:20 Uhr). |
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#15
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| Hallo Thorre Zitat:
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Tschüssi Ike |
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