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#1
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| Hallo zusammen, bekannter Maßen bin ich ja auf der Suche nach einer neuen Trainingsstätte, wo meine Gelenke das Training vertragen. Nun habe ich vor kurzem eine Wado-Ryu Gruppe in meiner Nähe entdeckt (wen's interessiert: http://www.karate-hd.de/ ) und überlege, ob das etwas für mich sein könnte. Im Moment kann ich an keinem Training teilnehmen, weil meine Schultern ersteinmal ausheilen müssen, deswegen dieser Thread, sozusagen als theoretisches Training vorweg ![]() Ich weiß nicht viel über das Wado Ryu, was ich im Internet herausfinden konnte: - Kreuzung zwischen Jiu-Jitsu und Shotokan - Gesundheitsorientiert - Weite und energieaufwendige Bewegungen entfernt Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Wado Ryu gemacht? Habt ihr es trainiert, oder mit Leuten geübt, die es trainieren? Macht die Technikkreuzung sinn? Wie wird im allgemeinen geübt - mit Partnern, Bahnen Laufen... ? Ich darf wegen der Knie nicht allzu lange (besser gar nicht) tief stehen oder in der Luft herumkicken (also nur gegen Pratzen, mit dem Partner etc.), meint ihr aufgrund eurer Erfahrungen, dass Wado mir entsprechen könnte? Freue mich auf eure Antworten ![]() mfg, Luggage |
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#2
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| Das mit der Kreuzung aus aus Shotokan und Jiu-Jitsu würde ich nicht zu hoch hängen. Der Gründer (Namen kann ich mir nicht merken...) hat zwar sowohl Jiu-Jitsu als auch Shotokan (bzw. bei Funakoshi) gelernt, aber wohl auch noch bei anderen Stilgründern, z.B. bei dem des Shito-Ryu. Hab nur wenig Erfahrung mit dem Stil. So wie ich es kennen gelernt habe ist eine der tragenden Ideen im Wado-Ryu das Ausweichen (Wind-Element). Dazu gehört ein flexibler (natürlicher) Stand. Nach meinen Beobachtungen gegenüber anderen Stilen wenig ausgeprägtes Kime und fließende Bewegungen. Man findet aber auch Varianten der Pinan/Hejan-Kata die in diversen Stilen vertreten sind. Ich habe da auch merkwürdige Sachen gesehen wie z.B. eine festgelegte 2-Mann-Form mit dem Messer (Tanto-Kumite ?). Ob das "richtig" dazu gehört weis ich allerdings nicht. Wie immer der gleiche dumme Spruch - Geh hin, schaus dir an . |
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#3
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| Katamääßig gibt es dort die ursprünglich von Funakoshi nach Japan importierten Kata in etwas anderer Version. Der Wado Ryu Gründer Ohtsuka hat einige Techniken verändert (so sind zB Shuto Uke und Uchi Uke immer auf Jodan) und dies auch in seine Kata eingebaut. Auch soll er seine bei Funakoshi gelernten Kata bei Mabuni 'korrigieren' haben lassen und verwendet hierfür die alten Bezeichnungen (Pinan, Kushanku, etc.). Die Bewegungen sind weicher als im Shotokan (Wado Ryu Vertreter sagen mitunter sogar, dass es bei ihnen kein Kime gibt...) und die Stellungen sind üblicherweise höher und natürlicher. Diese Dinge würden natürlich dafür sprechen, dass Wado Ryu bei Gelenksproblemen günstiger ist als zB Shotokan. Auf Grund der Verknüpfung mit Ju Jitsu könnte es aber durchaus Probleme geben, wenn Hebel oder Würfe genau an den verletzten Gelenken ansetzen. Ich schließe mich jedenfalls der Meinung von Michael1 an: anschauen und ausprobieren...
__________________ Gruß Weudl |
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#4
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| also ich mach ja wado ryu. was ich im vergleich zum shotokan aus eigener erfahrung gesehn hab, ist, dass wado ryu viel mehr auf ausweichen setzt. unnötige bewegungen werden möglichst vermieden. im wado ryu stehen wir auch um einiges höher als im shotokan. ansonsten: probier es einfach aus. mir gefällt es super. |
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#5
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| Danke für eure Antworten! Ich dachte eigendlich dem Hinweis mit dem Ausprobieren zuvorgekommen zu sein Ich probiere es auf jeden Fall aus, aber wie gesagt bin ich gegenwärtig wegen meiner Schultern auf Eis gelegt. Weil ich aber nach mittlerweile etwa 8 Wochen ohne Training langsam 'nen Koller bekomme, wollte ich mich hier schonmal kundig machen.@Weudl: Hebel etc. kann ich gut ab, das ist nicht das Problem. Tiefe Stände, Schnappkicks in die Luft und extrem hohe Wiederholungszahlen bei Schulter(-ausdauer-)übungen sind dagegen Tabu, weswegen Sachen wie Shotokan, Muay-Thai etc. rausfallen. Generell würde ich aber gerne beim Karate bleiben, weshalb momentan meine Hoffnungen auf dem Wado Ryu ruhen. Wie sind denn eure Erfahrungen mit den Techniken des Wado Ryu? Funktionieren die Konzepte? Gibt der Technikmix Sinn? Welchen Stellenwert haben denn Hebel und Würfe im Training im Vergleich zu den "traditionellen" Karate Techniken? Als alter Shotokan'ler kann ich mir Karate ohne, oder nahezu ohne, Kime kaum vorstellen, stellt sich mir dieses Konzept doch als das Herz des ganzen dar. Wie seht ihr das, machen Karatetechniken noch Sinn, wenn man das Kime rausnimmt? mfg, Luggage |
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#6
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Zitat:
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#7
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| mache seit 11 jahren wado ryu. wie bereits gesagt stehen wir nicht so tief wie im shotokan. des weiteren verwenden wir keine techniken die unötig sind. sprich es zählt die effektivität und nicht die show. viele techniken beruhen auf dem ausweichen, wobei man dabei dicht am gegner bleibt. wenn du gesundheitliche probleme hast (schulter) wirst du bei kaum einer kk das richtige finden. im wado ryu gibt es fast alle tritte auch jodan. würfe eher selten allerdings heißt das ja nicht das deine schulter still steht. was die kime an geht kann ich hier nicht ganz folgen. das beim wado ryu die kime rausgenommen wird höre ich zum ersten mal. im wado ryo wird die kraft beim schlagen meist durch hüftdrehung und der kime am ende des schlages erzeugt. Zitat:
was im training trainiert wird hängt natürlich immer vom trainer ab. da kann man vorher nicht sagen welche techniken im training überwiegen. |
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#8
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| Zitat:
Weiters wurde auch die Existenz von 'Blocktechniken' im Wado Ryu verneint. Uke-Techniken würden dort zum 'Parieren' verwendet und nicht zum 'Blocken', wobei mir hier der genaue Unterschied auch nicht ganz klar ist. Blöcke schlagen wohl die angreifende Gliedmaße zur Seite während parierende Bewegungen diese nur ableiten...
__________________ Gruß Weudl |
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#9
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| also, dass das kime im wado ryu rausgenommen sein soll, ist mir auch neu. ich trainier das zwar erst seit ca 2 jahren, aber uns wurde die kime-atmung von anfang an gezeigt. und von wegen schnapptritte in die luft und so.... also das ist im wado ryu durchaus vertreten. jedenfalls, wenn ich das richtig verstanden hab, was du, Luggage, damit meinst: zb. mawashi-geri |
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#10
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| 'I believe that the most important principle of Wado-Ryu is to 'disconnect your power'. It is essential to take off your power before the technique is completed. that is why Wado Kata has real power, it is not just a dance like some Kata competitors make it today. In Wado, you do not hold on to the Kime. This is called 'Nuki', and it is very difficult to master. You must not have any tension at all.This is what makes Wado so very different from Shotokan or Goju or any other Karate style. When it is not understood, you think it looks weak, but an experienced eye can see what it is. You should withdraw all power from your techniques before they are complete. The technique must move from power to no power very quickly. But it is not really possible to master until about 5th dan. Iwasaki-Sensei (7.Dan)' Ich war so frei, diese Aussage aus besagter Diskussion in einem anderen Forum zu kopieren. Ob es sich hierbei um einen allgemeinen Grundsatz im Wado Ryu handelt, weiß ich nicht. Hier gibt es auch versteckte Hinweise darauf, dass die Wado Gemeinde in diesem Punkt geteilter Meinung ist.
__________________ Gruß Weudl |
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#11
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| Zitat:
Nur so, für die Relationen: Ich habe zwei Jahre intensiv Muay-Thai, Jeet Kune Do und Kali trainiert und hatte keine nennenstwerten Probleme. Aber nur drei Monaten vergleichsweise weniger intensives Shotokan Training hat meine Knie soweit ramponiert, dass ich nicht mehr selbst Auto Fahren oder länger als eine halbe Stunde im Hörsaal sitzen konnte. Ich bin also nicht generell KK-untauglich (@Flinkes Bein), sondern kann nur eine Reihe von Übungen nicht machen. @Weudl: Der von dir implementierte Text klingt für mich sehr nach inneren chin. KK, solche Konzepte gibt es schon, wäre also durchaus möglich. mfg, Luggage |
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#12
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Zitat:
__________________ Gruß Weudl |
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#13
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| Hi Luggage, ich glaube ja immer noch, dass das nicht unmittelbar vom Karate her rührt. Kenne sonst keinen, der derartige Probleme hat. Gruß Sebastian
__________________ Have a break, have a ...discussion. |
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#14
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| Wenn die wiederholungszahlen hoch sind und keine ausreichende mehr Kontrolle über die Technikausführung vorhanden ist glaub ich schon dass das für die betroffenen Gelenke nicht gerade hilfreich ist. Es bekommen ja ohnehin eine ganze Menge Menschen im laufe ihres Lebens mehr oder weniger große Knieprobleme, egal ob mit oder ohne KK. Die Probleme kann man durch Fehlbelastungen aber sicher noch verstärken. |
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#15
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| Zitat:
Die Idee ist, die Energie zum Gegner zu bringen und nicht zuvor durch (unnötige Spannung) in den eigenen Muskeln zu vergeuden. Das erinnert mich außerdem an die Weisheit, die die Meisten sicher kennen (sinngemäß): "Wer Meister der Spannung sein will, muss Meister der Entspannung sein." GRUß ! |
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