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#1
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| Hallo, mich würde interessieren, wie es mit den derzeitigen Budopädagogen/pädagogik und deren Ausbildung steht. Gibt es Rückmeldungen bezüglich Erfolge die Ausbildung zu machen oder ob die Inhalte für die Teilnehmer relevant und praktisch brauchbar sind? Ich hoffe ich bin in der richtigen Sparte...falls nicht, bitte ich die mods um Verschiebung...(Vergebung) Gibt es in diesem Forum eventuell Erfahrungen zu diesem Thema? |
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#2
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| Ich sage mal ganz vorsichtig. Der/Die Betreiber dieser Ausbildung sind nicht ganz unumstritten. In den Inhalt hatte ich aber noch keinen Einblick. Ich kann also nicht sagen ob man da "Pädagogik" lernt. Runter gebrochen bedeutet ja "Pädagogik" das Lehren zu lernen. Dies ist aber gerade im Kinderbereich nicht so einfach. WIe hoch die Kompetenzen dort sind kann ich nicht sagen. Mir scheint es vielmehr, das es sich um eine "normale" Trainerausbildung handelt, unter dem Deckmantel der Pädagogik. Klinkt einfach besser. ![]() Die Ausbildung ist auch wohl zu kurz um "echte" Pädagogik zu lernen. Es scheint auch nicht so zu laufen. Die Webseite ist von Mai 2009. Ist aber nur meine Meinung. Du könntest aber mal den User @Wu Wei Mo fragen. Wenn ich mich nicht ganz irre, hat er diese Ausbildung durchlaufen. Geändert von Sven K. (03-07-2010 um 09:16 Uhr). |
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#3
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| Also ich kann nach Lektüre von Wolters / Fußmann (Hg.): Budopädagogik: Kampf-Kunst in Erziehung, Therapie und Coachin nur den Eindruck wiedergeben, dass ich darin tatsächlich viele, fast nur Aspekte wiedergefunden habe, die ich aus gewöhnlicher Pädagogik-Literatur und aus meiner Übungsleiter-Ausbildung schon kannte. Das Konzept steht noch ziemlich am Anfang und die Autoren des Handbuches, die ja allesamt als Budopädagogen den Inhalt ihrer Ausbildung aus persönlichen Perspektiven vermitteln, haben ihre Aufsätze nach meinem Empfinden recht oberflächlich und teils sehr schwammig formuliert. Wenn die BP-Ausbildung diesen Texten gleichkommt, glaube ich nicht, dass sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt besser geeignet ist, als eine gewöhnliche ÜL- oder Trainerausbildung. Das Einzige, was ich bemerkenswert finde, ist der Schwerpunkt in der Überschneidung von Budo und Sonderpädagogik.
__________________ Sojobo Goju-Ryu Karate und Combat Sambo in Dortmund ก้้้้้้้้้้้้้้้้้้้้ ก็็็็็็็็็็็็็็ |
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#4
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| Das Einzige, was ich bemerkenswert finde, ist der Schwerpunkt in der Überschneidung von Budo und Sonderpädagogik. __________________ Was denn? Gruss Undayag |
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#5
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| Ein paar Aufsätze aus dem Inhalt: Reiner Heil: Budo-Pädagogik als Schlüssel zur Entwicklung der emotionalen Intelligenz, sozialen und körperlichen Kompetenz. Philosophie und integrative Praxis ausgewählter fernöstlicher Kampf-. Bewegungs- und Entspannungssysteme für erwachsene Menschen mit kognitiver Behinderung, S. 56-72. Stefan Brüning: Budo-pädagogischer Stockkampf als Konzept zur ganzheitlichen Förderung von adipösen Jugendlichen. Philipinische Kampfkünste für ein positives Körpergefühl, S. 73-83. Elke Lochmüller: Aikido bei ADS und/oder Störungen des Sozialverhaltens, insbesondere oppositionellem Verhalten, S. 84-109. Florian Besch: Shorinji-Ryu Karate-Do mit Morbus-Menière- und Tinnitus-Betroffenen. Zur heilpädagogischen Wirksamkeit von Kampfkunst, S. 110-128. Ina Pinck: Aikido und kreatives Lernen. Ein ganzheitliches pädagogisches Trainingspogramm am Beispiel der Legastheniker, S. 129-154. Ich kenne wie gesagt nur das Buch, aber es sollte dir einen Überblick über die Ausbildung verschaffen, schätze ich. Im letzten Teil sind auch noch zwei Aufsätze über die Perspektiven des ausgebildeten Budo-Pädagogen enthalten. Daher kann ich dir nur ans Herz legen, es zu lesen, wenn du daran interessiert bist. Die 1. Auflage hat nur leider grottenviele Tippfehler, aber die dürften ja nur drittrangig sein ![]()
__________________ Sojobo Goju-Ryu Karate und Combat Sambo in Dortmund ก้้้้้้้้้้้้้้้้้้้้ ก็็็็็็็็็็็็็็ |
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#6
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| Falls es interessiert, bei uns war Aikido ein obligatorisches Schulfach das während der Schulzeit unterrichtet wurde. Wir hatten eben auch viele ADS Kinder und teilweise auch geistig behinderte Kinder bei uns an der Schule. Wenn ich die auszüge aus dem Buch sehe verstehe ich noch ein bisschen mehr warum. Mfg NunchakuFreak |
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#7
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| Na, das heisst aber doch nur, dass Kampfkunst sowieso auch heilfördernd wirkt. Wissen wir doch eigentlich alle... Mich würde nur interessieren, was denn nun die Budopädagogik da besonderes ausmacht. Denke ein halbwegs guter Trainer kann das genauso. Und ja, Bücher sind eins, die kann ich auch lesen. Mir wird dennoch nicht klar, ob tatsächliches Wissen über die Sparte vorhanden ist und ob eine Auseinandersetzung mit diesem Thema hier im Forum stattfinden kann. Würde mich freuen, wenn es Menschen gibt, die sich hier konkret dazu äussern können. Auch, ob die Ausbildungsinhalte tatsächlich brauchbar sind. |
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#8
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| Gruss Undayag |
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#9
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| Möchte aber mal auf die Kurzbeschreibung des Buches von J.-M. Wolters eingehen, besonders auf folgenden Satz: Zitat:
Es gibt etliche Bücher, Diplomarbeiten und Dissertationen, die sich mit Budo im Bezug auf Pädagogik beschäftigen. Erwähnenswert erscheint mir z. B. das Buch "JUDO - Ein erzieherischer Weg" von Riccardo Bonfranchi, erschienen von 8 Jahren im Meyer&Meyer Verlag, Aachen. Ich selbst habe z. B. eine wissenschaftliche Arbeit über Hubud-Lubud und dessen Einsatz unter pädagogischen Gesichtspunkten geschrieben. Ebenso gibt es etliche Bücher, Diplomarbeiten und Dissertationen über Fußball, Handball, Turnen, Schwimmen usw. Insgesamt beschäftigt sich die Literatur nicht mit "Dem Budo", sondern wie man Teile einer Kampfkunst pädagogisch sinnvoll für ein bestimmtes Ziel und einer bestimmten Zielgruppe einsetzt. Budo ist nicht "per se" pädagogisch einsetzbar, dafür fehlen eben dann auch die studierten Pädagogen, die aufgrund ihrer Profession überhaupt in der Lage wären, pädagogische Konzepte umzusetzen. By the way: Kampfkunstkonzepte sind keine pädagogischen Konzepte. Man sollte bedenken, dass die Arbeit mit auffälligen Kindern und Jugendlichen - egal ob im pädagogischen,- sonderpädagogischen- oder heilpädagogischen Bereich ausschließlich Fachleuten vorbehalten sein sollten. Also kein Bereich von Hobby-Pädagogen oder Kampfkunsttrainer die meinen, weil sie einen schwarzen Gürtel tragen und "Meister" sind, sich plötzlich in allem auszukennen, also KFZ-Meister, Bademeister, Einzelhandelskaufmann, Psychologe und Pädagoge in einer Person sind.
__________________ Immer gut drauf - wenn nicht, dann schlecht drauf. Geändert von AndyLee (04-07-2010 um 18:38 Uhr). |
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#10
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| bitte nicht als Stänkern auffassen... Wie bieten eine Fachübungsleiterausbildung in Kae-In-sog-in an. Das ist in Bayern als offizieller Sport beim bayerischen Behindertensport anerkannt, genau so wie Karate. Und unsere Grundausbildung kostet 320 Eu., für Leute mit passenden Grunderfahrungen... so viel zu den Finanzen. Ich selbst gebe dieses Unterichtsfach (!) seit 5 Jahren an unserer Schule, mit großem Erfolg und mit der Unterstützung durch die Schulleitung. Es wurde sogar in ein offizielles Fortbildungsprogramm der bayerischen Körperbehindertenlehrer aufgenommen. Die pädagogische Wert ist somit kaum anzuzweifeln..... oder?? AndyLee hat Recht mit der Einschränkung, dass gerade in der Förderpädagogik ( in Bayern sagen wir lieber so ;-)) ha ha) noch ein ziemliches Hintergrundkönnen ( nicht nur angelerntes Wissen) dazu gehört. Es wäre ja auch genialer Schwachsinn, gerade bei Kindern mit manngfaltigen Problemem irgendwelche Möchtegern-Amateure ran zu lassen. Ich erlebe schon zu viele Eltern, die für Probleme "verantwortlich" sind. Geändert von Helmut Gensler (04-07-2010 um 21:20 Uhr). Grund: Tippfehler sind häßlich |
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#11
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| Zitat:
Ich teile grösstenteils Deine Ansichten, sowohl über Budo als wissenschaftliche Methode zu deklarieren, als auch Laien an "sozialauffallendes Klientel" zu experimentieren. Ebenso, dass es jeweils Arbeiten gab und gibt, die sich auf Teilbereiche der Kampfkunst in Bezug zu irgend einer Form sozialer Arbeit bezieht. Zusammenfassend lässt sich bisher eher eine Tendenz, die eine "skeptische" Haltung gegen Budopädagogik als Ausbildung vermuten lässt. Helmut Gensler: Dein finanzieller Kommentar fand ich Sahne!! Mich wundert, dass dies in Bayern anerkannt wurde. Obwohl mir der Begriff Kae-In-sog-in noch nicht bekannt ist. Werde mich bei Dir gerne persönlich schlau machen.. Also Budopädagogik als ein weiteres kleines Puzzle im Kampfkunstmarkt?? |
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#12
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| NEIN, nicht als Markt! Obwohl das natürlich eine "Marktnische mit Zukunftsperspektive" darstellt und von einigen Menschen auch so gehandhabt wird. Ich habe nichts dagegen, mit seinem Können sein Geld zu verdienen, ich mache es ja auch. Aber die Professionalität und der Respekt im Umgang mit den Mitmenschen, die Beeinträchtigungen haben hat an absolut erster Stelle zu stehen. |
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#13
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| Du hattest geschrieben, "...dass Kampfkunst sowieso auch heilfördernd wirkt. Wissen wir doch eigentlich alle...", was m. E. eine Absolutheit suggeriert. Es klingt wie: So ist es. Wobei "heilfördernd" im Bezug auf das Gesamtthema und die Zielgruppe (z. b. auffällige Jugendliche = Stichwort ADS & ADHS) immer auch pädagogisch gemeint sein muss. Physisch und psychisch gesund sind ja die meisten, es gibt - wie hier schon diskutiert wurde - pädagogische Probleme...siehe auch den Literaturvorschlag, der in die gleiche Richtung zielt. Die Suggestion, Kampfkunst würde "per se" heilfördernd wirken, ist einfach falsch, weil: nicht belegt. Bodenständig bedeutet für mich das zu erfassen, was ist und das, was man möchte, als Wunsch oder Fantasie zu erklären. Ich wollte dich also nicht angreifen oder beleidigen...sorry, wenn das so rüber kam. Mir geht es insgesamt um die Bedienung von Superlativen in der Kampfkunst, die - ohne Beweise bzw. Belege auf ihren Wahrheitsgehalt - in den Raum geschmissen werden. So haben Vorurteile die Möglichkeit, einen guten Nährboden zu finden. Sozusagen werbe ich hiermit, für einen - der Realität entsprechenden - superlativ-ausgewogenen Schreibstil. Dennoch...ich habe verstanden, worum es dir geht und schließe mich den anderen Äußerungen von dir vorbehaltlos an!
__________________ Immer gut drauf - wenn nicht, dann schlecht drauf. Geändert von AndyLee (05-07-2010 um 13:10 Uhr). |
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#14
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| Hallo! Als examinierter Pädagoge bin ich in Sachen Meinungsbild ein wenig vorbelastet. Hinzu kommen die zahlreichen Erfahrungen in Verbänden und Vereinen, nebst der jüngst im Netz gefundenen Bezeichnung eines "Diplom-Tai-Ji-Lehrers". Daher werde ich folgend sehr vorsichtig formulieren... Wenn ein "echter" Lehrer sein Examen ablegt, dann hatten in der Zeit der Ausbildung viele (erfahrene) Menschen ihre Finger dabei: Der Ausbildungsleiter, die Mentoren, der Schulleitet, die beiden Fachleiter, der Seminarleiter etc. Man kann daher davon ausgehen, dass dieses Examen und der damit verbundene "Pädagogen-Titel" (der ja keiner ist) irgendwo gerechtfertigt ist. Ausnahmen kennen wir alle... Auf der Gegenseite haben wir die Hinterhof-Pädagogen, die einen neuen Verband eröffnen und sich selbst einen Titel geben. Auch diese kennen wir alle. Dazwischen existieren absolute "nicht Pädagogen", die einfach eine herrliche Art der Vermittlung haben - sei es nun in der Sparte der Kampfkunst oder anderweitig geartet. Somit haben wir ein Spannungfeld umrissen. Um die Frage direkt zu beantworten: Warum muss ich man sich Pädagoge schimpfen? Ist dies der verzweifelte Versuch, sich einen "Titel" zu geben oder aber sich ein wenig zu über andere "heben"? Solange es keine "sauber" examinierten Prüfungen und Ausbildungen dafür gibt und sich JEDE/R derart nennen kann, haben solch "Titel" auf mich eher die gegenteilige Wirkung - dubios. LG sendet Günther
__________________ "Wer den Applaus der Leute sucht, der wird deren Gefangener...!" |
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#15
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| Zitat:
Ich hatte in einigen anderen Threads bereits die Idee entwickelt, dass sich in der deutschen Kampfkunst ein wirtschaftlicher Zweig aufgetan hat, der ein finanzielles Interesse daran hat, sich mit Superlativen zu überhäufen. Kinderkurse sind für viele Schulen und Vereine wirtschaftlich lukrativ, viele Eltern kennen die Hintergründe gar nicht und denken, dass man als Kursleiter (Meister) selbstverständlich auch pädagogisch geschult ist. Viele Menschen vernetzen Attribute, wie Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein immer noch sportspezifisch mit Kampfkunst, obwohl es nichts damit zu tun hat. Die Superlative "Budo-Pädagoge" passt sich ganz dem Gesamtschema der Kampfkunst an: Eigentlich gibt es das nicht - kann es das nicht geben. Nach dem Motto: "Einfach immer das Gegenteil behaupten" siegt Dreistigkeit dennoch. Meine Hoffnung ist ja die, dass sich die Kampfkunst - hoffentlich bald - auf eine grundlegende Seriosität besinnt. Leider prägen zurzeit noch Vorurteile das Meinungsbild der Kampfkunst.
__________________ Immer gut drauf - wenn nicht, dann schlecht drauf. Geändert von AndyLee (19-08-2010 um 18:42 Uhr). |
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