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Philosophie, Esoterik und Tradition Diskussionen zu philosophischen und traditionellen Aspekten von Kampfkunst, Kampfsport und Selbstverteidigung.



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  #211  
Alt 03-06-2017, 01:18
Benutzerbild von dermatze
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Kampfkunst: AnWesenheit
 
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Zitat:
Zitat von discipula Beitrag anzeigen
Das wäre die emotionale Ebene. Die meine ich nicht.
Ja, schon klar. Ich habe den Kontext schon noch auf dem Schirm. Du meintest, dass eine positive Einstellung ein mehr oder weniger deutlich positiven Einfluss auf das Resultat hat, z.B. in einer Prüfung. Dem habe ich aus Erfahrung sowohl im Sport als auch beim Studium widersprochen und gesagt, dass ich das für einen verbreiteten Aberglauben halte.

Zitat:
ich meine eher, wer mit Seriosität und Ernsthaftigkeit die Sache angeht, und zwar auch dann, wenn es mal keinen Spass macht, wird erfolgreicher sein als ein Larifari.
Genau das ist (aus meiner Sicht) der Kern. Nicht eine positive Einstellung. Die Einstellung ist egal. Kann positiv sein, kann negativ sein, kann gar nicht da sein. Wer mit Ernsthaftigkeit an etwas herangeht wird gerne belohnt mit Erfolg. Positive oder negative Einstellung... völlig egal.

Zitat:
Sich auf die Schiene werfen, wenn ein Zug kommt. Die Bahnlinie ist nicht 50 m entfernt von hier.

ist nicht sehr nett gegenüber dem Lokführer, aber ziemlich sicher.
Eine etwas drastische Reaktion auf die Annahme, dass es keine Seele gibt, meinst du nicht? Die Biologie wird sowas i.d.R. auch verhindern. (Man tut es dann doch nicht) Leben ist immer besser, als tot zu sein, Seele hin oder her.

Zitat:
Das Unterstrichene zähle ich zum Reich der Seele. und ich halte diese Intuition für gut, richtig und grundlegend.

Das Falsche, die Illusion... ist die Welt des Egos; der menschlichen Persönlichkeit.
Mag sein, aber es gibt keinen Grund das anzunehmen. Es ist sicherlich ein schöner Gedanke, dass das grundsätzlich "Wertigste" im menschlichen Geist eine überdauernde Seele sei und das drum herum der verlöschende Rest. Zumindest auf den ersten Blick. Könnte man in die Biologie übertragen und dann wird es schon weniger schön. Da hätten wir die Gene(tik) und die Epigene(tik). Die Gene machen uns zum Menschen, die Epigenetik bestimmt aber große Teile unserer menschlichen Individualität. 5 Minuten später oder früher gezeugt und man hätte eine andere epigenetische "Komposition" und wäre ein anderer Mensch. Für mich ist aber gerade das wertvolle was das Individuum ausmacht. Natürlich nicht alles, was das Individuum ausmacht. Aber eben auch das.
Zurück zum Bild von Seele und Ego kommt mir diese Unterteilung und die Attribute, die man dem beimisst sehr konstruiert vor.
So nach dem Motto, die Furie in meiner Freundin, das ist ja nur das Ego, aber dieses Zarte, Zerbrechliche, lebendig sprühende, das ist die Seele, die ich liebe. Das kommt mir sehr willkürlich vor.

Seele bedeutet sowas wie "der innere Kern", wie ein ausgehärteter Lavastom noch eine flüssige Seele haben kann. Warum sollten bestimmte Eigenschaften innerer Kern sein und andere nicht? Weil mir die einen gefallen und die anderen nicht.
Schwieriger Standpunkt. Nicht überzeugend. Verstehe mich nicht falsch, ich will dir nichts ausreden, und deine "Fiktion" ist sicherlich schöner als meine, nur vermute ich ist meine zutreffender.
__________________
Das Verstehen ist ein Wiederfinden des Ich im Du.
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  #212  
Alt 03-06-2017, 02:36
peep
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.

Geändert von peep (03-06-2017 um 08:24 Uhr). Grund: war eh unverständlich :)
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  #213  
Alt 03-06-2017, 08:55
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Zitat:
Zitat von discipula Beitrag anzeigen
Ich glaube nicht, dass ich eine ganze Stunde überleben könnte, während derer ich ernsthaft annähme, es gäbe keine unsterbliche Seele.
dann halte Dich von Buddhisten fern...


Zitat:
Zitat von discipula Beitrag anzeigen
Was hast du gegen diese Welt? Mir gefällt sie ganz gut.
und dennoch würdest Du Dich vor den Zug werfen, falls Du den Glauben an eine unsterbliche Seele verlierst?
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  #214  
Alt 03-06-2017, 09:10
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Beiträge: 1.334
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Zitat:
Zitat von dermatze Beitrag anzeigen
Ja, schon klar. Ich habe den Kontext schon noch auf dem Schirm. Du meintest, dass eine positive Einstellung ein mehr oder weniger deutlich positiven Einfluss auf das Resultat hat, z.B. in einer Prüfung. Dem habe ich aus Erfahrung sowohl im Sport als auch beim Studium widersprochen und gesagt, dass ich das für einen verbreiteten Aberglauben halte.
Nochmals: ich sprach nie von einer positiven Emotion (Tschakka juhuu ich bin die Beste etc), sondern ich meinte eine positive Arbeitshaltung. Also zB dass man ins Training geht, auch wenn es heute gerade nicht verlockend ist, dass man die Dinge erledigt, unabhängig von der Laune.

Zitat:

Wer mit Ernsthaftigkeit an etwas herangeht wird gerne belohnt mit Erfolg. Positive oder negative Einstellung... völlig egal.
Ich würde Dinge wie Ernsthaftigkeit oder Zuverlässigkeit oder Beständigkeit durchaus als positive Qualität in einem Menschen beurteilen.


Zitat:
Eine etwas drastische Reaktion auf die Annahme, dass es keine Seele gibt, meinst du nicht?
nein, lediglich die logische Folge.

Zitat:
Die Biologie wird sowas i.d.R. auch verhindern. (Man tut es dann doch nicht) Leben ist immer besser, als tot zu sein, Seele hin oder her.
in den meisten Fällen ist es besser, aber wohl nicht immer. Leben kann durchaus so schmerzhaft oder so eingeschränkt sein, dass man es nicht mehr aushält und geht. Auch gegen den biologischen Impuls. Leben in der Zivilisation besteht ja zu einem grossen Teil daraus, biologische Impulse zu ignorieren oder zu modifizieren...



Zitat:
Zumindest auf den ersten Blick. Könnte man in die Biologie übertragen und dann wird es schon weniger schön. Da hätten wir die Gene(tik) und die Epigene(tik). Die Gene machen uns zum Menschen, die Epigenetik bestimmt aber große Teile unserer menschlichen Individualität. 5 Minuten später oder früher gezeugt und man hätte eine andere epigenetische "Komposition" und wäre ein anderer Mensch.
Du meinst, das mache einen so grossen Unterschied? Also einen grösseren Unterschied, als dass zB Sperma A oder Sperma B des Vaters die Genetik liefert, oder diese Eizelle der Mutter statt jener Eizelle der Mutter?

Grundsätzlich bin ich nach jedem Atemzug ein anderer Mensch als vorher. Ein bisschen. Das ermöglicht es mir aber auch, mich selbst und mein Leben zu gestalten, innerhalb gewisser Grenzen, die bei langfristigen Betrachtungen über mehrere Jahrzehnte eine Menge Unterschied machen können.

Der biologische Trost für die Sterblichkeit ist ja für viele die Idee, in den Nachkommen weiter zu leben - den eigenen "Stempel" - genetisch wie epigenetisch aber auch sozial - in andern weiter leben zu lassen.

Zitat:
Zurück zum Bild von Seele und Ego kommt mir diese Unterteilung und die Attribute, die man dem beimisst sehr konstruiert vor.
irgendwo muss man halt ein Modell her kriegen, das von Ego und Seele hat sich für mich bewährt.

Zitat:
So nach dem Motto, die Furie in meiner Freundin, das ist ja nur das Ego, aber dieses Zarte, Zerbrechliche, lebendig sprühende, das ist die Seele, die ich liebe. Das kommt mir sehr willkürlich vor.
öh nicht unbedingt. ein "heiliger Zorn" kann sehr wohl Teil der Seele sein. Wenn sie zB zur Furie wird, wenn sie sieht, wie ein Kind geplagt wird... ist das ein Ding der Seele.

Wenn sie zur Furie wird, weil du ihren Geburtstag schon wieder vergessen hast und geplant hast, an dem Tag mit den Kumpels eine Kneipentour zu machen, das wär eine Furie im Ego.

"Zart und zerbrechlich" passt nicht zu "Seele". Seelen sind weder zart noch zerbrechlich. Sie sind mächtig und schön und gross und überwältigend. Wenn man von "Grosszügigkeit, menschlicher Grösse, einem grossen Herzen" spricht, meint man in der Regel Seelenqualitäten. Wenn man Menschen als Helden bezeichnet, meint man, dass sie Seelenqualitäten über das Ego stellen - also zB das tun, was nach ihren Gewissen das Richtige ist, sogar wenn sie sich selbst damit in Gefahr bringen oder das Leben verlieren.

Wenn man sich verliebt, ist das, worin man sich verliebt, die Seele des Menschen, die man erkennt.

Zart und zerbrechlich kann eine Konstitution sein, das wäre Teil von Ego; menschlicher Persönlichkeit.

Zitat:
Seele bedeutet sowas wie "der innere Kern", wie ein ausgehärteter Lavastom noch eine flüssige Seele haben kann. Warum sollten bestimmte Eigenschaften innerer Kern sein und andere nicht?
naja, du bist ja kein ausgehärteter Lavastrom, hoffe ich, sondern ein menschliches Wesen mit funktionierendem Körper und einigermassen stabiler Psyche, also flexibel, anpassungsfähig und veränderbar; mit dem Potenzial, dich zu verbessern in jene Richtungen, die dir lohnenswert erscheinen, oder in die dich das Leben selbst treibt.

Es gibt nun mal in jedem Leben Themen, Wünsche, Träume... die immer da sind. wie eine Grundmelodie. Mich hat zB Kampf und Kampfkunst seit eh und je fasziniert, seit der Kindheit, und das hat nie nachgelassen und wird es wohl auch nicht. Das ist schon etwas, das zu meinem Kern gehört. Andererseits hatte ich nie ein besonderes Flair für Buchhaltung, und auch das hat sie nie geändert.

Zitat:
Weil mir die einen gefallen und die anderen nicht.
"Weil es mir gefällt" ist wieder die Ebene der Emotion, aber die meine ich. Emotion - also die Beurteilung "das mag ich, dies mag ich nicht" ist grösstenteils Ego.

Mein Ego hat mir auch lang genug Dinge erzählt wie "eine Frau und Kampfkunst, das geht doch nicht, das ist doch peinlich, das "darf" man doch nicht, man muss doch heute Gewalt in jeder Form absolut verpönen"...

nun, irgendwann hab ich beschlossen diese Ego-Geschichten von wegen sozialer Passform in Bezug auf Dinge, die mich interessieren, einfach zu ignorieren, und sie trotzdem zu tun. Falls das dann irgendwer peinlich oder unpassend finden sollte.. mir wurst.
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  #215  
Alt 03-06-2017, 18:13
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Kampfkunst: AnWesenheit
 
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Zitat:
Zitat von discipula Beitrag anzeigen
nein, lediglich die logische Folge.
Aber das ist doch keine logische Folge, discipulina und ich nehme es dir auch nicht ab. Kann eigentlich nicht sein, dass das Einzige, was einen ans Leben bindet die Vorstellung einer ewigen Seele ist.
Bei dem Gedanken, dass es och so ist fühle ich mich aber unwohl diese Diskussion überhaupt fortzusetzen, unabhängig meines Eindruckes, dass sie sich sowieso gerade festläuft.

Zitat:
Der biologische Trost für die Sterblichkeit ist ja für viele die Idee, in den Nachkommen weiter zu leben - den eigenen "Stempel" - genetisch wie epigenetisch aber auch sozial - in andern weiter leben zu lassen.
Das ist sicherlich richtig und sehe ich auch so. Ist aber auch ein schwacher Trost, dass alles, was von einem bleibt die Einstellungen etc. sind, die man seinen Kindern hoffentlich schafft mitzugeben. Und nicht wenigen bleibt dieser "Trost" gänzlich verwehrt, weil es die eigene Biologie oder aber die eigenen Lebensbedingungen/Lebensweg nicht zulassen.

Zitat:
irgendwo muss man halt ein Modell her kriegen, das von Ego und Seele hat sich für mich bewährt.

[...]
Mir erscheint es nach wie vor überhaupt nicht plausibel, sondern recht willkürlich, was du nun dem Ego und was der Seele zuschiebst. Ich erkenne da kein System. Das ist aber nicht nur bei dir so, sondern scheint grundsätzlich so zu sein. Im Buddhismus gibt es auch solche, die von einer ewigen Seele ausgehen und solche, die dies verneinen.

Hinter der Annahme es gebe eine Seele steht der menschliche Wunsch nach Sinn. Dass es irgendwie doch eine höhere Ordnung hinter allem gibt. Und als Mensch verstehe ich diesen Wunsch nach Sinn, ich glaube nur nicht daran.
Drum halte ich leben immer für besser als tot, egal unter welchen Umständen, denn jedes Leben und das ist für mich kein platter Spruch sondern eine innere "Gewissheit", die ich fühle, ist absolut einzigartig und kommt leider leider leider nie wieder. Es gibt so wundervolle Menschen und allen ist das selbe Schicksal beschieden. Sie verschwinden in der Ewiskeit völlig sinnlos. Eine Welt die so ist halte ich für falsch und aus diesem Grund den Menschen besser als die Welt, in die er geworfen ist. Die "Natur" des Menschen scheint mir nicht zu dieser Welt zu gehören.
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  #216  
Alt 03-06-2017, 22:29
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Folgendes bitte mit monotoner, hoher stimme fragen:

Welcher Funke gibt dem einen Korn die Kraft zu einem Lebewesen zu wachsen
und was fehlt dem anderen, daß es zu Staub zerfällt?
Es ist der gleiche Funke, der Dich zum Leben erweckt hat.
Sonst wäre der Samen und die Eizelle nix geworden
Wo geht dieser Funke hin, wenn das Leben Deinen Körper verlässt?

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...gut ist der der gutes tut!
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