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#1
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| Ich hocke gerade auf meiner Gehirnerschütterung nach einem zu 100% selbst verschuldeten KO und habe Zeit zum Nachdenken. Wie kommt es dazu, dass man als kleines Weib mit 55kg Gewicht und 156cm Größe ausgerechnet KK betreiben will? Wieso wählt man sich ausgerechnet einen Bereich, wo man am meisten benachteiligt ist??? Ich könnte doch ruhig in meinem Kraftsport bleiben, wo "je kleiner umso besser" gilt, oder Marathon laufen anfangen, wo es zumindest wurscht ist, wie groß... Wenn ich ehrlich mit mir selber bin, sehe ich da eine Art Kompensationsverhalten. Eine Sturrheit, genau da weiter kommen und stark sein zu wollen, wo es eigentlich gar nicht möglich ist. Ich glaube, dass ich bei Gott nicht die Einzige bin, die so tickt, - ob nun bewußt oder unbewußt... Ist es krank? Legitim? Ist es vielleicht sogar gut? Ist es Willensstärke oder einfach nur Sturrheit? Ich weiß es nicht. |
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#2
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| Herz und Wille nenne ich das ![]() ![]() ![]() Ist meiner Meinung nach was gutes. |
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#3
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| Ich bin mir nicht sicher, Black Samurai. Stell` Dir vor, Du würdest Dir jetzt einbilden, um Biegen und Brechen ein Opernsänger zu werden. Du würdest wissen, dass Du einfach keine Veranlagung, eben keine Opernstimme hast und trotzdem trainieren wie ein Irrer. Das Ergebnis wäre nach einem wahnsinnigen Aufwand eine unterdurchschnittliche Gesangsstimme, die gerade zum Konzertauftritt im heimischen Pfarrsaal reicht. Da würde doch jeder Kopf schütteln: "Warum vergeudet der Wahnsinnige seine Zeit für Sache, zu der er überhaupt nicht befähigt ist?" |
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#4
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| Ganz ehrlich denke ich schon dass da bei vielen Menschen, mir inklusive Komplexe dabei sind, wenn sie mit solchen "Rufbildenden" Sportarten anfangen. Batminton, Handball oder sagen wir mal Leichtathletik, werden einen in seinem Umfeld kaum anders dastehen lassen. Man wird nicht krasser oder gefährlicher dadurch. Aber Sportarten wie Kampfsport oder Kraftsport haben schon so einen "Boar der ist krass" Effekt. Daher würd ich behaupten dass eine hute Zahl an Kampfsportlern gar nicht so ausgeglichen sind, wie es oft propagiert wird und sagen wir mal Badmintonspieler die Sache eher der Sache wegen machen. Das ist natürlich bei vielen Kampfsportlern nicht der Fall, aber die Zahl der Prestigessportler ist wohl deutlich höher. Ich weiß nicht wie ehrlich man ist wenn man eine sportart aus dem Grund betreibt. Ich kann nicht leugnen dass bei mir auch Minderwertigkeitskomplexe auslöser für Kampfsport waren. Mitlerweile habe ich ein rein sportbezogenes Interesse dran. Zumindest rede ich mir das immer ein. Bestimmt sind da immer noch Komplexe, aber nicht mehr so krass wie früher. Ich denke daher auch dass du etwas zu kompensieren hast, aber Ferndiagnosen sind immer schwer zu machen wenn man so wenige informationen hat.
__________________ Islam ist Frieden |
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#5
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| Das mit der Kompensation halte ich für zutreffend. Andere machen das über Beruf, Statussymbole usw. Die Sturheit ist in meinen Augen zwar eine Charakterfrage aber gar nicht so sehr der Auslöser für die Kompensation... höchstens für die Art, wie die Kompensation erfolgt. Ich finde nicht, dass das für sich genommen krank usw. ist; jedenfalls ist es nicht abnorm. Die Auswirkungen können aber durchaus negativ sein, besonders, wenn der Kompensierende irgendwelche mächtigen Positionen inne hat, oder versucht wird durch einen gegen sich selbst gerichteten Akt zu kompensieren. +++ Kompensation könnte hier sein, dass man versucht durch Etwas die eigene Existenz zu anderen abzugrenzen/definieren, In der eigenen Selbstwahrnehmung und in der projizierten Wahrnehmung der anderen. Die "Notwendigkeit" bedingt die Kompensation. Arno Gruen, aber auch z.B. Fromm und andere sehen in der Art, wie wir sozialisiert werden den Ursprung für dieses Verhalten und dessen Folgen. Genannte Herren als Literaturtipps. +++++++ Ausgerechnet KK, als kleines "Weib"... Es ist so, dass man aus der Position des "Benachteiligten" durchaus Kraft ziehen kann bzw. sich in der Situation wohl fühlen kann. Man kann ja nur verlieren und gewinnt umso höher, wohingegen der Misserfolg nicht so schwer wiegt. Das gegeneinander Antreten ist m.M.n. in Sportarten wie MT direkter, vllt. subjektiv intensiver, als beim Badminton usw. und der Erfolg damit "mehr wert". Gute Besserung (wegen der Rübe)
__________________ Das Verstehen ist ein Wiederfinden des Ich im Du. Geändert von dermatze (14-05-2010 um 20:53 Uhr). Grund: "wohingegen der Misserfolg nicht so schwer wiegt" |
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#6
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| Ich denke, es geht beim Kampfsport sehr stark darum, immer besser zu werden und eigene Grenzen zu überschreiten.....die sind bei jedem unterschiedlich, aber auch ein 1,90m Mann mit 100 Kilo hat seine Grenzen.....nur liegen sie halt woanders.... Kampfsport hat viel mit sich selbst beweisen zu tun, also insofern hast du recht, dass es auch ums Ego geht.....muss aber nicht unbedingt negativ sein, weil wenn man mal am Ende ist (und da kommt bei anständigem Kampfsport jeder mal hin), dann zerbröselt das Ego wie nix und man lernt, was wirklich in einem steckt, was ich dann als persönliche Weiterentwicklung definiere.... Such dir doch Gegner in deiner Größe/Gewichtsklasse, dann tut das Grenzen überschreiten nicht gar so weh und ist nicht so gesundheitsschädlich ![]()
__________________ Kyokushinkai Karate Klub Wien |
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#7
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| Bei mir ist es eben so das ich Muay Thai einfach liebe. Es gibt nicht auf der Welt was ich so liebe wie Thaiboxen. Ich freue mich auf jedes Training und alle die mich kennen sagen ich wär ein Freak und hätte nichts anderes im Kopf. Mein Trainer sagt ich habe Talent. Aber wenn es nicht so wäre würde ich es trotzdem lieben im Ring zu stehen oder Sparring etc. Mir ist egal das ich meinen ersten Kampf verloren habe. Es ist mir einfach egal und ich will nur noch kämpfen. In drei Wochen geht es wieder los und ich habe alles getan und werde s auch weiter tun um diesen Kampf zu gewinnen. Ich bin 3 mal in der Woche joggen,habe drei mal Muay Thai Training und mache drei mal die Woche Kraftsport. Wenn ich diesen Kampf verliere, werde ich trotzdem weiter machen. Eben weil ich es liebe. Mir ist auch egal ob mir jemand glaubt weil alles was ich mache. Mache ich für mich und die Menschen die ich liebe. Grüße. |
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#8
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| Zitat:
Da können soche Leute wie ich, ohne konkrete Ziele im Leben noch eine Menge von lernen ![]()
__________________ Islam ist Frieden |
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#9
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| Ich denke jeder hat seine stärken und jeder seine Schwächen. Meine Schwäche ist zum Beispiel: Rechthaberischkeit...Kann man das so schreiben ? ![]() ![]() Fast jeder will an seinen Schwächen arbeiten um so den Leuten oder sich selber zu beweisen das sie es wohl können, auch wenn es manchmal einfach nicht der Fall ist. Ich halte das für eine gut.Aber ist auch wieder Ansichtssache. Auch wenn ich erst 15 bin und warscheinlich auch noch ein halbes Kind bin ich der Meinung das man alles das was man tut nur für sich selber tut und nicht nur dafür das andere denken oha ist der toll... ![]() Liebe grüße. |
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#10
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| Ich glaube Du hast nur ´ne Gehirnerschütterung. Gute Besserung ... |
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#11
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| Also mit der größe und dem gewicht kann man im BJJ oder LL was reißen. Da muss man nicht besonders groß oder stark sein, sondern technik ist das wichtigste. Die kraft die man bei den bodenkampfsportarten braucht, trainiert man sich jedes mal beim training von alleine an. |
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#12
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| wenn ich so überlege, bei mir käme das hin mit kompensation. ich war irgendwie unzufrieden mit mir selber und wollte einen kampfsport anfangen, vielleicht auch weil ich mir selber was beweisen wollte. MT hat mir dann mit der zeit mehr selbstvertrauen und einen gewissen biss gegeben, was mir vorher gefehlt hat. ich denke aber nicht, dass das was schlechtes ist. also mach den kampfsport, den du möchtest ![]() |
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#13
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| Zitat:
Zum Thema Hagakure, mit dem du dich ja scheinbar viel beschäftigt hast habe ich ein paar Anmerkungen: 1) Samurai waren als allererstes einmal professionelle Krieger die ihr ganzes Leben lang den Umgang mit Waffen gelernt und geübt haben 2) Der wirkliche Knackpunkt bei einem Duell auf Leben und Tod mit Schwertern ist die Überwindung der Angst tatsächlich zu sterben. Die Chance bei einem Duell zu sterben ist sehr real auch wenn man eigentlich der bessere Fechter ist. Daher ist der Aufbau eines "Mindsets" der Ruhe und Todesverachtung unheimlich wichtig - Zuschlagen statt aus Angst parieren... 3) Keiner hat von einem Samurai je erwartet dass er gegen einen übermächtigen Gegner gewinnt. Man hat erwartet dass ers versucht wenn er die Anweisung bekommt.
__________________ "Macht nichts, wenn die Preise für Reis und Mais steigen - Hauptsache, die Bolos bleiben billig!" ;-) |
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#14
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| Hier ein Artikel den ich mal zu diesem Thema geschrieben habe: Vom Wolf zum Flow Tschüß Björn Friedrich |
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#15
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| Zitat:
Ich glaube da haben wir etwas gemeinsam (außer, dass ich männlich bin )ich war so lange krank und kann endlich wieder KK machen....bin aber mit 1,52 (kann noch etwas wachsen) auch nicht gerade der größte (15J.) ^^ aber dennoch spornt es mich immer mehr an besser zu sein. man verlangt es einfach von sich selber um mit den anderen mithalten zu können. wir müssen immer das doppelte geben.
__________________ Ein starker Wille dringt durch Felsen. |
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