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  #1  
Alt 25-12-2009, 22:13
Zunte
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Standard Multiversumtheorie

Ist mir zu hoch...

Aber wers versteht...krasser Shit jedenfalls

Paralleluniversen: Man lebt nur x-mal - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
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  #2  
Alt 25-12-2009, 22:49
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Naja, das ganze ist als Alternative zur Kopenhagener Deutung zu sehen, beide Theorien versuchen den Wahrsheinlichkeitscharakter quantentheoretischer Vorhersagen zu erklären. Experimente, die eine von beiden widerlegen gibt es nicht. Von daher ist das alles für Normalsterbliche absolut irrelevant, weil es so gut wie nichts mit den ganzen coolen Sci-Fi-Serien zun tun hat...
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  #3  
Alt 25-12-2009, 23:51
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Ich dachte beim Lesen des Topics, jetzt wird über "Sliders" oder "The One" diskutiert. Naja, natürlich ist es unmöglich zu verstehen, denn es geht hier ja nicht nur um räumliche und zeitliche Unendlichkeit, sondern um vollkommene Unendlichkeit. Aber ich schätz das so ein: Angenommen, man hat die Möglichkeit, unendlich viele Buchstabencodes zu produzieren. Auf die Weise würden unvorstellbar viele Codes raus kommen, die größtenteils unlesbar wären, wo teils ein paar lesbare Wörter drin wären. Manchmal gäbe es unlogische oder logische Sätze inmitten von Kauderwelsch. Durch den Zufall würde aber auch jeder geschriebene und jeder noch nicht geschriebene Text darunter sein. Einer dieser unendlich vielen Texte entspräche exakt Goethes Faust, ein anderer Goethes Faust mit nur einer Abweichung, wieder ein anderer Romeo und Julia auf klingonisch, ein anderer entspräche genau diesem Posting et cetera et cetera et cetera. Und diese Unendlichkeit an Möglichkeiten projeziert auf das Sein des Universums als ganzes ergibt das Multiversum^^

Aber naja, ich hab keinen Plan von der Forschung, aber so weit ich weiß, ist nichtmals der Urknall zu 100% bewiesen. Wie man da auf die Idee kommt, dass unser Urknall (und damit unser Universum) nur einer von unendlich vielen bzw. mehreren ist, raff ich nicht oO
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  #4  
Alt 26-12-2009, 00:01
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Zitat:
Zitat von Jebe Noyan Beitrag anzeigen
Ist mir zu hoch...

Aber wers versteht...krasser Shit jedenfalls

Paralleluniversen: Man lebt nur x-mal - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
So hoch ist es auch wieder nicht.Also die Theorie für sich. Es erhöht die Komplexizität des Universums nur um ein paar Stufen. Was wirklich hoch ist ist die Praktische Umsetzung.Dabei ist die Verisifizierung dieser Theorie nur das kleinste Problem dann. Zu gleich öffnet es aber auch einem die Möglichkeit für ein besseres Verständnis für die Struktur des Universums und relativiert die eigene Existenz. Weil es dann zb nicht nur um die Existenz innerhalb mehrerer Dimensionen innerhalb eines Universums geht, sondern innerhalb von mehreren Universen.

Das wir nur ein äußerst kleines Licht im Universum sind, sollte den Wissenschaftlern schon eine Weile klar sein:

The Known Universe by AMNH

Und was das ganze in diesem Bereich hier macht ist mir auch noch nicht ganz klar



Liebe grüße,
Shin
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Über Klassischen Chinesischen Tanz
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  #5  
Alt 26-12-2009, 00:05
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Zitat:
Zitat von Sojobo Beitrag anzeigen
Aber naja, ich hab keinen Plan von der Forschung, aber so weit ich weiß, ist nichtmals der Urknall zu 100% bewiesen. Wie man da auf die Idee kommt, dass unser Urknall (und damit unser Universum) nur einer von unendlich vielen bzw. mehreren ist, raff ich nicht oO
Auf die Idee kommt man ganz einfach indem man zu erklären versucht warum sich in der Quantenmechanik die Wahrscheinlichkeit zur Messung jedes Messwertes genau vorhersagen lässt, das Vorhersagen eines einzelnen Ereignisses aber unmöglich ist. Wenn man dann keinen Bock auf zu Eigenzuständen kolabierende überlagerte Zustände hat oder sowas wie Quanten-Dekohärenz nicht einfach vom Himmel fallen lassen will denkt man sich halt sowas wie ein Multiversum aus, in dessen Einzelwelten Quantenmechanische Einzelmessungen andere Resultate ergeben.
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  #6  
Alt 26-12-2009, 00:11
Benutzerbild von Fips
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Kampfkunst: fett werden
 
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Zitat:
Zitat von shin101 Beitrag anzeigen
So hoch ist es auch wieder nicht.Also die Theorie für sich.
Also ich finde die zeitaufgelöste Betrachtung quantenmechanischer Systeme schon ziemlich hoch...
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  #7  
Alt 26-12-2009, 01:11
inaktiv
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Zitat:
Zitat von Fips Beitrag anzeigen
Also ich finde die zeitaufgelöste Betrachtung quantenmechanischer Systeme schon ziemlich hoch...
von der mathematischen seite her ists schon sehr kompliziert, das ganze irgendwie zu verpacken.

aber wenn man die ganzen dinge weglässt und sich auf galileo-niveau runterbewegt, dann verstehts jeder
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  #8  
Alt 26-12-2009, 01:14
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Zitat:
Zitat von Kraken Beitrag anzeigen
aber wenn man die ganzen dinge weglässt und sich auf galileo-niveau runterbewegt, dann verstehts jeder
wenns dann noch richtig wäre, würde mans ja nicht erst so komplex beschreiben...
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  #9  
Alt 26-12-2009, 01:16
inaktiv
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Zitat:
Zitat von noppel Beitrag anzeigen
wenns dann noch richtig wäre, würde mans ja nicht erst so komplex beschreiben...
das zu implizieren war der witz an meiner aussage, deswegen die ganzen smilies
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  #10  
Alt 26-12-2009, 01:21
Benutzerbild von noppel
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Kampfkunst: kognitive Dissonanzen
 
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Zitat:
Zitat von Kraken Beitrag anzeigen
das zu implizieren war der witz an meiner aussage, deswegen die ganzen smilies
hab ich auch so verstanden... aber im kkb weiß man ja nie...
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  #11  
Alt 26-12-2009, 01:33
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Hi.

@fips: eine Alternative zur Kopenhagener Deutung ist lediglich die Viele-Welten-Interpretation in der Tradition Everetts. Multiversumskonzeptionen wie z.B. von Linde sind etwas anderes.

@Sojobo: Was Du u.a. ansprichst, ist unter dem Namen Infinite-Monkey-Theorem bekannt (Infinite-Monkey-Theorem ? Wikipedia)

Es ist richtig, dass das Urknallmodell nicht 100%ig bewiesen ist (die Frage ist, inwieweit naturwissenschaftliche Aussagen überhaupt 100%ig bewiesen werden können – einen Bestätigungsgrad wie bei der – auch von Prämissen abhängigen –vollständigen Induktion in der Mathematik kann man prinzipiell nicht erreichen). Dennoch ist es (im Moment noch) das kosmologische Standardmodell. Die Gründe, warum man dennoch nach Alternativen sucht, sind vielfältig. Zum einen kommt man auf Paralleluniversen in einer möglichen Interpretation quantenmechanischer Phänomene (neben der Kopenhagener Deutung und der Bohm-Interpretation). Zum anderen kann man aus kosmologischen Gründen die Notwendigkeit ableiten, dass es mehr als unser Universum geben muss. Dass man alleine schon in sprachlicher Hinsicht sich auf dünnem Eis bewegt, sollte klar sein: an sich ist das Universum per definitionem schon ALLES, was es gibt.

@shin101: weswegen die Verifizierung bzw. Verifikation (aber nicht Verisifizierung) ein kleines Problem sein sollte, erschließt sich mir weder wissenschaftstheoretisch noch kosmologisch. Wie meinst Du das? Auch die Sache mit der Komplexität ist ein wenig verwirrend: für gewöhnlich erfordert Komplexität u.a. irgendeine Art der (meist nichtlinearen) Wechselwirkung – bei Paralleluniversen bzw. Theorien eines Multiversums sind dagegen häufig (auch per definitionem) keine Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Universen möglich.

Viele Grüße (und noch frohe Weihnachten)
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  #12  
Alt 26-12-2009, 07:19
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Ich glaube einfach, dass einige Dinge dem Menschlichen Verstand und der Wissenschaft für immer verborgen bleiben. Wir sind eigentlich doch erst ganz am Anfang die Rätsel des Universums zu entschlüsseln. Dankbar sollten wir sein wenn die Wissenschaft uns Stückchen für Stückchen Antworten auf unsere Fragen liefert.

Zuerst dachte man wir wären der Mittelpunkt des Universums und die Erde wäre eine flache Scheibe. Jene Leute die das anzweifelten wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Man entdeckte Planeten in unserem Sonnensystem dann unsere Galaxie um später feststellen zu müssen, dass es nur eine Galaxie unter unendlich vielen ist. Um, dass ganze dann unterzubringen brauchte man ein Universum.

Wer sagt uns jetzt nicht, dass dieses Universum nur eines von unendlich vielen ist? Beginnt man über solche Dimensionen nachzudenken kann man schon mal schwindlig werden. Zumal wir eigentlich noch nicht mal alles darüber wissen was in unserem kleinen Sonnensystem vorgeht.

Zitat:
Es gibt nicht nur ein Universum, sondern unendlich viele, behaupten sie. Eines davon bewohnen wir, eine lebensfreundliche Insel im Weltenmeer. Jede denkbare Welt existiert wirklich, jede mögliche Geschichte spielt sich irgendwo ab. Das Universum wird zum "Multiversum".
Lässt das nicht unglaublich viel Spielraum dafür übrig, dass wir eben nicht nur bloße Materie sind? Wir alle hier werden es sicherlich nicht mehr miterleben, dass die Wissenschaft uns erklärt wie es denn wirklich ist. Ich ziehe daraus dann eben meine Rückschlüsse und bediene mich der Esoterik, Philosophie und Schöpfungstheorien und das kann dann auch der Grund sein weshalb dieses Thema hier im Philosophie Board seinen richtigen Platz findet.
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Gruß Lone Wolf
Bevor ich mit den Wölfen heule, werd ich lieber harzig, warzig grau, verwandele ich mich in eine Eule oder vielleicht in eine graue Sau.
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  #13  
Alt 26-12-2009, 10:03
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Also ich versteh das jetzt so.

Sagen wir mal so. Es gibt ein Universum in dem ist jetzt alles genau so wie es jetzt ist, dass ist unseres.
Dann gibt es aber eine Fantastilliarden Universen wo es überhaupt mal gar keine Sterne gibt, dann halt genausoviele wo es welche gibt aber alles ganz anders ist, dann gibt es welche die sind ähnlich wie unseres aber die Erde exisitiert nicht. Dann gibt es unzählige mit der Erde aber ohne Leben, etliche wo das Leben einen anderen Weg gegangen ist.
Im Prinzip gibt es auch mich unvorstellbar oft. Und eigentlich müsste es schon ein neues Universum dafür geben wenn ich jetzt statt "A" "Y" schreibe oder auch nur ein paar millimeter anders auf dem Stuhl sitze.

Wenn man das jetzt auf alles was es gibt hochrechnet gibt es unendlich viele Möglichkeiten und Universen. Also im Prinzip gibt es alles, irgendwo.

Das errinert mich so ein wenig an die Chaostheorie. Also das mit dem Schmetterling der in Peking mit dem Flügeln schlägt und dann am anderen Ende der Welt nen Tornado auslöst.

Bzw. den Film mit den Zeitreisenden, die irgendwann in der Kreidezeit aus Versehen ein kleines Insekt zertreten und dann wieder in die Gegenwart reisen, wo wegen dieses kleinen Missgeschicks plötzlich ALLES anders ist.

...Aber ich werd da eh nie hinter steigen
Schuster bleib bei deinen Leisten. Ich kletter nicht umsonst lieber auf Berge als im stillen Zimmerchen über die Weltformel nachzugrübeln.
Sonst endet man nur wie "Die Physiker"

Geändert von Zunte (26-12-2009 um 10:05 Uhr).
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  #14  
Alt 26-12-2009, 10:31
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Hallo.

@LoneWolf

Das ist wohl manches ein wenig durcheinander gekommen… Die Vorstellung, dass die Erde eine Scheibe ist, wurde lange Zeit – nämlich vor zweieinhalb Jahrtausenden vor der Annahme der zentralen Position der Erde im Universum aufgegeben. Egal ob es z.B. Vollkommenheitsgedanken bei Parmenides und Pythagoras waren (die Kugelform war die vollkommene dreidimensionale geometrische Form – und diese sollte der Erde zukommen), physikalische Gründe bei Aristoteles (die schweren Körper Erde und Wasser ordnen sich konzentrisch – also kugelförmig – um den Weltmittelpunkt an) oder empirische Gründe (kreisrunder Erdschatten bei Mondfinsternissen, zirkumpolare Sterne und das „schrittweise“ Auftauchen bzw. Verschwinden eines Schiffes am Horizont, wobei die Spitze des Mastes bzw. der Masten als erstes bzw. letztes gesehen wurde), die Kugelform der Erde war seit langem akzeptiert und auch das christliche Mittelalter macht da entgegen landläufiger Vorurteile keine Ausnahmen (es gibt. lediglich in der Spätantike und dem Frühmittelalter eine Handvoll Autoren, welche die Kugelform ablehnen – allerdings, ohne sich explizit zur Scheibe zu bekennen; vgl. z.B. Kosmas mit seinem Tabernakelmodell).

Auch der Scheiterhaufen ist hier ein schlechtes Beispiel: es war nicht üblich, dass wegen abweichender kosmologischer/astronomischer Überzeugungen „jene Leute, die das anzweifelten“ auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Giordano Bruno etwa, der 1600 verbrannt wurde, lehrte zwar die aktuale Unendlichkeit des Universums und verbannte die Erde aus jeder bevorzugten Stellung, doch seine Hinrichtung (das macht die Sache natürlich nicht besser) beruhte primär auf theologischen (v.a. christologischen) und nicht kosmologischen Differenzen mit der Kirche. Dass es auch anders geht, zeigt Nikolaus von Kues: auch er lehrte (gut 150 Jahre vor Bruno; man beachte also auch die bei Bruno veränderte Stimmung bzgl. Reformation und Gegenreformation), dass das Universum keine Grenzen hat und die Erde nicht im Mittelpunkt sein kann – doch er war Bischof von Brixen und Kurienkardinal…

Es ist aber vollkommen klar und richtig, dass der Mensch und die Erde nach und nach jede bevorzugte/ausgezeichnete Stellung im Universum verloren haben: von Kopernikus (er war nicht der erste) wurde die Erde (widerwillig) aus dem Zentrum vertrieben und aus dem Planetensystem (bis auf Uranus und Neptun waren die Planeten – Pluto ist ja mittlerweile keiner mehr – übrigens seit der Antike bekannt) wurde ein Sonnensystem. Nach und nach verlor auch unsere Sonne ist der Milchstraße – z.B. durch Shapley – ihre bevorzugte, d.h. zentrale, Stellung und auch unsere Galaxis war dann im 20. Jahrhundert nichts besonderes mehr, sondern eine völlig durchschnittliche Galaxis unter vielen anderen im Universum. Heute wird auch „unser“ Universum als möglicherweise eingebettet in einen viel größeren Kontext gesehen. Das Ganze firmiert unter dem Begriff „Kopernikanisches Prinzip“, welches eng mit dem „Kosmologischen Prinzip“ verbunden ist. Kurz und bündig: ob das Universum unendlich ist oder z.B. eine Blase unter vielen anderen, wissen wir (noch) nicht. Was wir wissen, ist, dass die Erde ein unbedeutender Planet ist, der um die Sonne kreist. Allein in unserer Milchstraße gibt es ca. 100.000.000 Sterne (Sonnen) und der sichtbare Bereich des Universums umfasst schon ca. 100.000.000 Galaxien wie die Milchstraße.

Ob es angesichts der Tatsache nun klug ist, sich z.B. auf die Esoterik als Erklärungs- bzw. Deutungshilfe zu verlassen, weiß ich nicht. Philosophie ist im Übrigen demgegenüber etwas qualitativ völlig anderes. Philosophie ist keine Beliebigkeit, sondern von jeher (Proto)Wissenschaft, die nach gewissen Regeln betrieben wird. Bis zur Neuzeit fielen gar sämtliche naturwissenschaftlichen Erklärungen in das Gebiet der Philosophie – namentlich in das der Naturphilosophie (noch Galilei sah sich als Philosoph und Newton hatte einen Lehrstuhl für Naturphilosophie). Und die Kosmologie ist bis heute eine offizielle Teildisziplin der Philosophie (die Kosmologie fällt sowohl in die Physik als auch die Philosophie – ebenso wie die Logik z.B. genauso in die Philosophie wie die Mathematik fällt). Die ersten rationalen Modell des Kosmos wurden von der Philosophie (Vorsokratiker) aufgestellt und die großen Revolutionen zu Beginn der Neuzeit (Kopernikus, Kepler, Galilei, Leibniz, Newton) wurden unter großem naturphilosophischen Aufwand betrieben – hier spielt insbesondere eine Besinnung auf die pythagoreisch-platonische Tradition mit der Annahme eines nach mathematischen Gesichtspunkten aufgebauten Universums eine entscheidende Rolle. Dass die Philosophie heute (wie allgemein seit der frühen Neuzeit) keine kosmologischen Aussagen ohne Zuhilfenahme der Erkenntnisse der physikalischen Kosmologie machen sollte, ist hoffentlich klar. Eine Doppelqualifikation (naturwissenschaftlichen bzw. mathematisches UND philosophisches Studium) ist deswegen bei den entsprechenden Lehrstühlen für Wissenschaftstheorie, Naturphilosophie etc. fast mehr die Regel als die Ausnahme.

Von daher gibt es sowohl einen qualitativen als auch einen quantitativen Unterschied zwischen Erklärungs- und Deutungsmodellen der Physik und Philosophie auf der einen, und Esoterik und theologischen Schöpfungsberichten auf der anderen Seite.


@Jebe Noyan
Was Du zu Beginn schreibst, ist soweit richtig, bzw. beschreibt korrekt (bis auf einen etwas unsauberen Unendlichkeitsbegriff) die Vorstellung mancher kosmologischer Konzeptionen (z.B. Viele-Welten-Interpretation). Dass es alles irgendwo gibt, ist im Übrigen auch eine alte Konzeption, die sich u.a. in aller Deutlichkeit bei oben erwähntem Giordano Bruno findet: jede Potenz ist aktual – d.h., alles, was nur irgendwie möglich ist, ist auch realisiert.

Der Zusammenhang mit der Chaostheorie erschließt sich mir nicht völlig. Ein chaotisches System kann auch rein deterministisches System sein (vgl. deterministisches Chaos). Demgegenüber ist gerade die Viele-Welten-Interpretation (auch Fips hat das oben angedeutet) der Versuch, die offensichtlich indeterministischen Vorgänge in der Quantenmechanik aufzulösen – jedoch nicht durch ein einfaches deterministisches System, sondern durch die Aufspaltung in verschiedene Welten. Wenn Du dagegen die Chaostheorie wegen der Grenzen der prinzipiellen Berechenbarkeit anführst, mag die Analogie halbwegs treffend sein. Auch zur Verdeutlichung der Vielfältigkeit von Entwicklungsäumen in anderen Welten mag es passend sein. Wie meinst Du das?


Viele Grüße
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  #15  
Alt 26-12-2009, 10:31
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Man muss hier eben trennen denn "parallele Universen" liegen außerhalb der Physik. Man sollte also keinesfalls Wissenschaftlich so argumentieren. Per Definition, auch nach Hawking, sind keine Verbindungen zwischen parallelen Universen möglich, also lässt sich deren Existenz prinzipiell nicht nachweisen. Klassifizieren lässt sich das ganze dann nur unter dem Bereich der Metaphysik.
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