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  #31  
Alt 06-01-2008, 12:31
Engin
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Zitat:
Zitat von taokriegerin Beitrag anzeigen
Wenn du alle Antworten schon kennst, warum fragst du dann überhaupt?
Wenn ich meinem Verstand und folgen müsste, so denke ich, müsste es sich auch bei mystischen Zuständen um Einbildungen handeln, nur aber immer mit dem Hintergedanken ob da doch was nicht wahres dran sein könnte.

Nehmen wir mal die Zeit. Zeit, behaupten einige wissenschaftler, sei nur eine Illusion, sie gebe es nicht, was sich auch mit der Erfahrung des Mystikers deckt.

Und nein, ich weiß mit Sicherheit nicht alles.
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  #32  
Alt 06-01-2008, 13:31
Benutzerbild von taokriegerin
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Kampfkunst: Wudang Pai, MMA, Tanzen :)
 
Registrierungsdatum: 10.12.2007
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Ok. Ja, diese Frage stellen sich viel "spirituelle" Menschen denke ich auch immer wieder nur eben andersrum

Kam für mich halt so rüber als ob du schon mit Nein antwortest, ohne die vorhergehenden Posts richtig gelesen zu haben... Sorry dafür

Naja... Ich denke man muss einmal ganz klar zwischen mystischen Erfahrungen und der Mystik als religiöser Strömung unterscheiden... Mystische Erfahrungen können - wie iron101headDareius schon geschrieben hatte - sehr wohl bei Menschen eintreten, die sich NIE mit Religion, Esoterik oder Spiritualität befasst haben... Diese Menschen können ihre Erfahrungen sogar als sehr unangenehm empfinden und sich dagegen wehren, weil sie nicht in ihr Weltbild "passen". Und solche Erfahrungen sind weit häufiger als man denkt. Ironhead hat schon das Stichwort "Kundalini" erwähnt...

Zudem sind mystische Erfahrungen im Grunde nichts weiter als "Spielereien", die zwar sozusagen im Mystiker die "Sehnsucht nach Gott" wecken können und ihn damit auf einen Weg bringen können, der langfristig zur "Erleuchtung" führen kann, wenn man denn überhaupt an einen Erleuchtungszustand glaubt... aber es sind nur kurzfristige Erfahrungen, Einblicke... D.h. Ziel der Mystik mag es sein, "eine transzendentale Wirklichkeit zu erkennen", auch wenn Mystiker eigentlich seltener davon sprechen, etwas "erkennen" zu wollen, sondern eher von einer "Vereinigung mit Gott" reden, wie in den beiden Sufi-Gedichten unten:

"We are as the flute, and the music in us is from thee;
we are as the mountain and the echo in us is from thee. We are as pieces of chess engaged in victory and defeat: our victory and defeat is from thee, O thou whose qualities are comely! Who are we, O Thou soul of our souls,
that we should remain in being beside thee? We and our existences are really non-existence;
thou art the absolute Being which manifests the perishable. We all are lions, but lions on a banner:
because of the wind they are rushing onward from moment to moment. Their onward rush is visible, and the wind is unseen:
may that which is unseen not fail from us! Our wind whereby we are moved and our being are of thy gift;
our whole existence is from thy bringing into being."

"Though we seem to be sleeping,
there is an inner wakefulness
that directs the dream, and
that will eventually startle us back
to the truth of who we are."

Jallaludin Rumi

Naja... aber mit Erleuchtung hat eine mystische Erfahrung deswegen eben meiner Meinung nach noch nicht wirklich etwas zu tun... Is ungefähr der Unterschied zwischen jemandem, der mit nem Metalldetektor herausgefunden hat, dass da im Boden ein Schatz sein muss und demjenigen, der den Schatz wirklich in Händen hält... Obwohls das Beispiel auch nicht wirklich trifft, weil ich persönlich eigentlich nicht glaube, dass man irgendwann endgültig "alles in Händen hält"... Vielleicht hät ich lieber von einer Quelle reden sollen, die man erschliesst
__________________
offen - frei fliessend - in sich ruhend

Geändert von taokriegerin (06-01-2008 um 13:35 Uhr).
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  #33  
Alt 06-01-2008, 13:35
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Zitat:
Zitat von Engin Beitrag anzeigen
Doch, es geht bei der Mystik darum eine transzendentale Wirklichkeit zu erkennen. Beide, der Epileptiker und der Mystiker behaupten lediglich das gleiche, nur das Gefühl was bleibt ist anders.
Eine Wirklichkeit zu erkennen ist aber nicht gleich mystischer Erfahrung.Außerdem warum ist bei der Epileptiker so nah mit Mystiker. Habe beide schon mehrmals getroffen (wobei ich in dem Moment sagen muss das ich Mystiker als Begriff für was anderes akzeptiere, da Mystiker ja aus dem christlichen kommt ) und die Epileptiker wirkten wie sie da am Boden vor mir lagen nicht gerade als wenn sie irgendwas mystisches erfahren würden sondern eher als wenn sie was durchmachen was Lebensqualität markant belastet.

@Grass

Zitat:
Nur, damit ich es richtig verstanden habe: es ist schwer Neigung von Erfahrung zu unterscheiden?
Du wärst erstaunt wie sehr für den ein oder anderen.


Viele grüße,
iron
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  #34  
Alt 06-01-2008, 13:36
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Zitat:
Zitat von Engin Beitrag anzeigen
Wenn ich meinem Verstand und folgen müsste, so denke ich, müsste es sich auch bei mystischen Zuständen um Einbildungen handeln, nur aber immer mit dem Hintergedanken ob da doch was nicht wahres dran sein könnte.
Aber ob was dran ist findest du hier nicht heraus

Viele grüße,
iron
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  #35  
Alt 06-01-2008, 13:58
bluemonkey
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Zitat:
Zitat von Engin Beitrag anzeigen
Beide, der Epileptiker und der Mystiker behaupten lediglich das gleiche, nur das Gefühl was bleibt ist anders.
Vorsicht,
ich sprach von einigen spontanen, spektakulären religiösen Erfahrungen (Visionen/Aufträge von Göttern).
Ich meinte damit das Phänomen der Aura, das sowohl vor Epilepsie- wie auch vor Migräneanfällen auftreten kann.
Bei Migräneanfällen ist es oft von Lichterscheinungen begleitet, was gewisse Parallelen zu den Berichten von der Bekehrung Saulus zum Paulus aufweist (das ist aber schon knapp 2000 Jahre her).
Die meisten Mystiker und spirtituellen Menschen, haben sich Ihre spirituellen Erfahrungen durch Gebet und Meditation hart erarbeitet. Bei den aus diesen Praktiken resultierenden Erfahrungen kann man diese Parallele nicht ziehen.
Buddha wurde z.B. nicht plötzlich erleuchtet, sondern hat seine wesentliche spirituelle Erfahrung nach 5 Jahren intensiver Suche und Geisteserforschung
gemacht.
Seine Erfahrung lag auch jenseits von Visionen, die er durchlebte, aber als Täuschung erkannte.

Geändert von bluemonkey (06-01-2008 um 14:01 Uhr).
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  #36  
Alt 06-01-2008, 14:28
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Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Vorsicht,
ich sprach von einigen spontanen, spektakulären religiösen Erfahrungen (Visionen/Aufträge von Göttern).
Das ist aber nicht religös gebunden.

Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Ich meinte damit das Phänomen der Aura, das sowohl vor Epilepsie- wie auch vor Migräneanfällen auftreten kann.
Hm ich kann dazu sagen das man Momente hat wo man Farben an einem festen Punkt sieht. Wenn man sich dann bewegt bleiben diese Farben am genauen selben Punkt von der Sicht des Auges. Das heißt also das ist vom Auge generiert.Zb wenn man Elemente einer Aura in einer Situation sieht ist das unabhängig davon wo man seine Auge hinbewegt die Aura bleibt beim Körper.


Viele grüße,
iron
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  #37  
Alt 06-01-2008, 15:28
bluemonkey
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Achtung Mißverständnis:

Der neurologische Begriff Aura im Zusammenhang mit Epilepsie oder Migräne hat eine spezielle Bedeutung und meint nicht den Strahlenkranz um einen Körper:

Migräne - Wikipedia

Aura (Epilepsie) - Wikipedia

Der Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewskij war auch Epileptiker und beschrieb seine Erfahrungen folgendermaßen:

...denn Dostojewskijs Anfällen ging meist eine ausgeprägte Aura voraus, die offensichtlich mit einem Glücksgefühl einherging. "Ihr seid alle gesunde Menschen", sagte Dostojewskij einmal in einem Gespräch, "aber ihr ahnt nicht, was für ein Glück jenes Glück ist, das wir Epileptiker in der Sekunde vor dem Anfall empfinden...Ich weiß nicht, ob diese Glückseligkeit Sekunden oder Stunden oder Monate währt, aber glauben sie mir aufs Wort, alle Freuden, die das Leben geben kann, würde ich dafür nicht eintauschen." Diese euphorischen Gefühle, dieses "furchtbare Gnadengeschenk seiner Epilepsie" lässt Dostojewskij in noch ausführlicheren Beschreibungen den Fürsten Myschkin, eine offensichtlich autobiographische Figur, empfinden

Geändert von bluemonkey (06-01-2008 um 15:39 Uhr).
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  #38  
Alt 06-01-2008, 17:53
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Verstehe sorry
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  #39  
Alt 06-01-2008, 20:01
xyphonix
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Zeit Wissen 1/2008 - Zum Glauben Verdammt

Wo ist Gott?

Stell das mal hier rein passt ja zum Thema.

Geändert von xyphonix (06-01-2008 um 20:07 Uhr).
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  #40  
Alt 06-01-2008, 21:23
Benutzerbild von Ki. 102
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Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Neigung und/oder Erfahrung ist hier Tradition eindeutig vorzuziehen
Religiösität nach Neigung wird dann aber schon sehr beliebig ...
Und Erfahrung ... ja.
Da können Dir sicher auch viele traditionell Gläubige Einiges erzählen. Manche reden mit Gott direkt ...
Also das hat wohl nicht viel mit traditionell oder alternativ-esoterisch-religiös zu tun.
Generell sind "Erfahrungen" im religiösen Bereich mit Vorsicht zu genießen, insbesondere, wenn da persönliche Weltbilder d'ran hängen. Oft ist es dann auch wieder die Deutung der Erfahrung das Entscheidende, nicht das eigentlich Erlebte.

Was Anderes: Wenn jemand sagt: Mystik ist für mich Wahrheit. Was bedeutet das ? Mystik ist doch ein sehr weiter Oberbegriff. Ist alles wahr, was darunter fällt ?
Gruß !
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