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Philosophie, Esoterik und Tradition Diskussionen zu philosophischen und traditionellen Aspekten von Kampfkunst, Kampfsport und Selbstverteidigung.



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  #31  
Alt 17-03-2017, 19:33
Suriage
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Zitat:
Zitat von Kraken Beitrag anzeigen
Korrekt. Deswegen sind die 10 Gebote auch nicht die einzigen Gebote und Regeln, die kategorisch und unbedingt gelten.

Den Israeliten zu dieser Zeit war nämlich per Dekret jegliche sexuelle Handlung ausserhalb der Ehe verboten.

Dieses Gesetz hatte zum Ziel, die Frauen zu schützen: Wer mit einer Frau schlafen will, muss gefälligst auch für sie und die möglicherweise entstehenden Kinder sorgen.

Ohne modernen Wohlfahrtsstaat ist Alleinerziehung nämlich erst recht kein Zuckerschlecken.

Auch Körperverletzungen und andere Vergehen wurden durch ein geradezu revolutionäres Gesetz geregelt:

"Auge um Auge, Zahn um Zahn."

Dieses Gesetz verbot nicht nur grundsätzlich Handlungen gegen das Recht eines anderen und SOGAR gegen Menschen, die nicht Mitglied der eigenen Gruppe waren, was eine grosse Neuerung darstellte, sondern verbot gleichzeitig auch übermässige Rache.

Eine Beleidigung oder Verletzung durfte nun nicht mehr mit einer grossen Blutfehde vergolten werden, sondern lediglich ein Ausgleich musste stattfinden.

Man stelle sich das vor! Manche Kulturen und Individuen haben heute noch nicht diesen Stand erreicht.
Nun sind die Gebote oder Gesetze der Bibel aber zu einem sehr großen Teil antiquiert. Die Römer hatten auch ein sehr schönes Rechtssystem, musste ich im Studium sogar noch lernen. Leider war das auch noch weit nicht so entwickelt wie unser heutiges. Als Basis natürlich sehr interessant und sehr imposant was die zu ihrer Zeit da geschaffen haben. Nichtsdestotrotz ist es obsolet. Wir brauchen es nicht mehr, da wir eine wesentlich bessere und ausgefeiltere Version haben. Es ist Geschichtsunterricht. Vergangenheit.

Ähnlich sehe ich das mit Religion. Mein Weltbild ist evidenzbasiert. Ich bin Vertreter der Rechtswissenschaft und damit des normativen, vom Staat geschaffenen Rechts. Wenn ich einen Moralkatalog haben will, dann schaue ich ins Strafgesetzbuch und ziehe meine Schlüsse. Das ist auch wesentlich genauer und damit auch verlässlicher als "Auge um Auge..." UND bietet sogar noch einen modernen Rechtsschutz. Wenn ich wissen will was sich der Gesetzgeber dabei gedacht hat, kann ich oft sogar dazu Materialien finden.

In dieser Denkweise liegt auch etwas sehr beruhigendes für mich: Ich muss nicht an den Staat glauben. Er ist da, bewiesenermaßen. Er ändert sich zwar stetig, ich kann seine Veränderung aber beobachten und mir die neuesten Novellen einfach im Internet ansehen. Aktuelle Judikaturen ebenso.

Der Rest ergibt sich dann im Wesentlichen aus Naturwissenschaften.

Darum habe ich keinen Bedarf für Religion. Es ist in meiner modernen, "säkularen Welt" (eine weltliche Welt... ) alles da was ich brauche. Genau so werde ich auch meine Kinder erziehen.
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  #32  
Alt 17-03-2017, 20:18
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Zitat:
Nichtsdestotrotz ist es obsolet. Wir brauchen es nicht mehr, da wir eine wesentlich bessere und ausgefeiltere Version haben. Es ist Geschichtsunterricht. Vergangenheit.
Willst Du damit etwa im Ernst andeuten, dass Geschichtsunterricht obsolet sei?
Ich geh sogar noch weiter: Man wird ohne Wissen über die jeweilige(n) Religion(en) kaum etwas Sinnvolles über irgendeine menschliche Kulturäußerung sagen können. Einen persönlichen Glauben braucht es indes nicht.
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  #33  
Alt 17-03-2017, 20:32
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Keinerlei Gott, Jesus, Bibel oder ähnliches spielt bei meiner Erziehung eine Rolle. Ich erziehe humanistisch, emphatisch, atheistisch und Gott als existiertierendea Wesen kommt nicht vor
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  #34  
Alt 17-03-2017, 20:51
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hier gehts eigentlich rein um Christentum? Eigentlich ist es ja so dass ihr eher den Fanatismus, egal in welche Richtung der kommt, verurteilt. Das ist meiner Meinung nach eines der Hauptprobleme.
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  #35  
Alt 17-03-2017, 21:01
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Die Frage über Sinn oder Unsinn stellt sich mir nicht. Entweder man glaubt oder man glaubt eben nicht.

Wenn ich glaube dann gebe ich es weiter. Wenn nicht dann stellt sich mir die Frage warum nicht? Glaube ich zu wenig als dass ich es weiter geben will? So nach dem Motto soll ich etwas weitergeben, obwohl ich Selbstzweifel habe?
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„Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“
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  #36  
Alt 17-03-2017, 21:17
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Zitat:
Zitat von devzero Beitrag anzeigen
hier gehts eigentlich rein um Christentum? Eigentlich ist es ja so dass ihr eher den Fanatismus, egal in welche Richtung der kommt, verurteilt. Das ist meiner Meinung nach eines der Hauptprobleme.
Nja, das ist aber nun ein sprachlicher Trick: Fanatismus ist ein negativ belegtes Wort. Drum hält sich auch kein Mensch für einen Fanatiker. Bloß für einen richtig, richtig toll Gläubigen. Quasi den Olympiasieger im Glaubensmarathon.

Zitat:
Die Frage über Sinn oder Unsinn stellt sich mir nicht. Entweder man glaubt oder man glaubt eben nicht.
Jetzt, wo Du`s sagst: Im Eingangspost fand sich dazu eine interessante Äußerung:
Zitat:
Studien zeigen, dass Religiöse Menschen eine um über 90% reduzierte Anfälligkeit für Geisteskrankheiten, wie Depression oder Schizophrenie, haben, gegenüber Nicht-Religiösen.

Gläubige Menschen sind mit ihrem Leben allgemein zufriedener.

Gläubige Menschen sind Stressresistenter und können leichter mit Veränderungen umgehen.

Wer an Gott glaubt, und an das Gute im Menschen, wird weniger leicht in den Zynismus verfallen und leichter den Sinn im Leben sehen.
Vielleicht sollte`s Glauben auf Krankenschein geben?
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Geändert von Terao (17-03-2017 um 21:21 Uhr).
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  #37  
Alt 17-03-2017, 21:25
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Zitat:
Zitat von Terao Beitrag anzeigen
Nja, das ist aber nun ein sprachlicher Trick: Fanatismus ist ein negativ belegtes Wort. Drum hält sich auch kein Mensch für einen Fanatiker. Bloß für einen richtig, richtig toll Gläubigen. Quasi den Olympiasieger im Glaubensmarathon.
Hängt das nicht davon ab, ob jetzt agnostisch atheistisch, oder theistisch mit Leuten umgeht, die nicht aus seiner Kategorie stammen?
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  #38  
Alt 17-03-2017, 21:30
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Zitat:
Zitat von devzero Beitrag anzeigen
Hängt das nicht davon ab, ob jetzt agnostisch atheistisch, oder theistisch mit Leuten umgeht, die nicht aus seiner Kategorie stammen?
Ich finde es einen besseren Anhaltspunkt, sich anzuschauen, wie empfindlich jemand reagiert, wenn jemand seinen Glauben oder Nichtglauben in Frage stellt. Ebenwegen dieser Empfindlichkeit sind ja hier Glaubensthemen eigentlich tabu.
Hierbei hat der Atheist einen klaren Vorteil: Auf den wartet ja nicht die Hölle, wenn er plötzlich doch gläubig wird.
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Geändert von Terao (17-03-2017 um 21:33 Uhr).
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  #39  
Alt 17-03-2017, 21:37
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scinexx | Religion macht Kinder unsozialer: Schulkinder aus religiösen Familien handeln weniger altruistisch als Atheisten
Da fahr ich doch ganz gut mit...
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  #40  
Alt 17-03-2017, 21:39
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Zitat:
Zitat von Terao Beitrag anzeigen
Nja, das ist aber nun ein sprachlicher Trick: Fanatismus ist ein negativ belegtes Wort. Drum hält sich auch kein Mensch für einen Fanatiker. Bloß für einen richtig, richtig toll Gläubigen. Quasi den Olympiasieger im Glaubensmarathon.

Jetzt, wo Du`s sagst: Im Eingangspost fand sich dazu eine interessante Äußerung:Vielleicht sollte`s Glauben auf Krankenschein geben?
Wenn der Gläubige die Stimmen hört, ist es halt eine Botschaft
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  #41  
Alt 17-03-2017, 21:50
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Zitat:
Zitat von Terao Beitrag anzeigen
Ich finde es einen besseren Anhaltspunkt, sich anzuschauen, wie empfindlich jemand reagiert, wenn jemand seinen Glauben oder Nichtglauben in Frage stellt. Ebenwegen dieser Empfindlichkeit sind ja hier Glaubensthemen eigentlich tabu.
Hierbei hat der Atheist einen klaren Vorteil: Auf den wartet ja nicht die Hölle, wenn er plötzlich doch gläubig wird.
Das hängt halt auch immer davon ab, wie der andere dem Ersterem seine Lebensweise in Frage stellt. Meistens liest man das ja in einem Tonfall, dass man dessen Schädel ohnehin runter reißen würde, egal um welches Thema es da geht.
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  #42  
Alt 17-03-2017, 22:20
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Zitat:
Zitat von Kraken Beitrag anzeigen
Bestimmte Dinge lassen sich über einen bisher unbekannten Effekt erklären.

Bestimmte Effekte lassen den Schluss zu, dass die zu Grunde liegende Ursache in gewisser Weise eine "Entscheidung" trifft.
"Bestimmte"? Geht es auch konkreter?
Der zugelassene Schluss scheint mir nicht zwingend zu sein

Zitat:
Zitat von Kraken Beitrag anzeigen
Während der "Zufall" ein Chaos hervorbringen sollte,
sollte er?
Das Infinite-Monkey-Theorem (engl. infinite ‚unendlich‘, monkey ‚Affe‘ und theorem ‚Lehrsatz‘), auch deutsch Theorem der endlos tippenden Affen, besagt, dass ein Affe, der unendlich lange zufällig auf einer Schreibmaschine herumtippt, fast sicher irgendwann alle Bücher in der Bibliothèque nationale de France, der Nationalbibliothek Frankreichs, schreiben wird. In englischsprachigen Ländern heißt es, dass so irgendwann die Werke William Shakespeares entstehen werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Infinite-Monkey-Theorem
(d.h. wenn das KKB unendlich lange besteht....)


Zitat:
Zitat von Kraken Beitrag anzeigen
Mit dem Unterschied, dass solche Dinge zumindest im christlichen Glauben eindeutig und deutlich verboten sind und jenseits alles Vorstellungen dessen liegen, das Christentum ausmacht. Es widerspricht schon dem Grundsatz: Den 10 Geboten.

Solch einen inhärenten Schutzmechanismus kennt die Wissenschaft nicht. Wissenschaftlich ist es kein Problem, Tiere, oder auch Menschen, zu quälen und zu töten.
[...]
Nur in Missachtung der 10 Gebote lässt sich Böses tun. Nur wer Berichte von Geschehnissen aus dem Zusammenhang reisst und so tut, als wären es kategorische Anweisungen, kann dies tun.
Dann gucken wir uns doch mal den Zusammenhang der 10 Gebote im zweiten Buch Mose an:

Dann sprach Gott alle diese Worte: 2 Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. [...]13 Du sollst nicht morden.


Aha, man soll nicht morden. Oft wird gesagt "Du sollst nicht töten". Mal sehen, wie Gott so zum Töten steht:
Wer einen Menschen so schlägt, dass er stirbt, wird mit dem Tod bestraft.
[...]
Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, wird mit dem Tod bestraft.
[...]
Wer einen Menschen raubt, gleichgültig, ob er ihn verkauft hat oder ob man ihn noch in seiner Gewalt vorfindet, wird mit dem Tod bestraft.
[...]
Wer seinen Vater oder seine Mutter verflucht, wird mit dem Tod bestraft.
Falls da in den zehn Geboten tatsächlich unter allen Umständen das Töten untersagt wäre, könnte man sich nun fragen, wer denn die Todesstrafe vollstrecken soll?

Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen.


Aha, Hexen soll man sogar ausdrücklich töten..
Das Ganze wurde dann noch schriftlich fixiert:
Der Herr sprach zu Mose: Komm herauf zu mir auf den Berg und bleib hier! Ich will dir die Steintafeln übergeben, die Weisung und die Gebote, die ich aufgeschrieben habe. Du sollst das Volk darin unterweisen.
Das hat dann etwas gedauert...

Vierzig Tage und vierzig Nächte blieb Mose auf dem Berg
.

Naja, dem Volk wurde inzwischen unten langweilig, da haben die sich ein goldenes Kalb gebastelt, und ein wenig gefeiert.
Das hat Gott nun nicht so gefallen:
sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es. 10 Jetzt lass mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen.
Kurz, er wollte (mal wieder) fast alle umbringen...
Moses konnte ihn dann überreden, das zu lassen und ist mit den zwei Steintafeln den Berg runtergestiegen.
Wie gesagt, die Steintafeln auf denen unter anderem stand "Du sollst nicht morden/töten".
Und was macht er dann da unten? Er schmeißt die Tafeln kaputt und:
trat an das Lagertor und sagte: Wer für den Herrn ist, her zu mir! Da sammelten sich alle Leviten um ihn. 27 Er sagte zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Jeder lege sein Schwert an. Zieht durch das Lager von Tor zu Tor! Jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Nächsten. 28 Die Leviten taten, was Mose gesagt hatte. Vom Volk fielen an jenem Tag gegen dreitausend Mann.
Er hat mal kurz ein Massaker unter Ungläubigen angerichtet....
Das Gebot heißt also wohl genauer "Du sollst nicht töten...Ausnahmen: jemand hat gegen Regeln verstoßen, die Moses behauptet von Gott bekommen zu haben, ist eine Hexe oder, ganz schlimm: ein Andersgläubiger....
War halt ein eifersüchtiger Kriegsgott, der aus dem alten Testament.
Es gab auch mal die Idee, dass das ein anderer sei, als der aus dem NT:

"In der römischen Kaiserzeit griffen gnostisch orientierte Schriftsteller die Vorstellung eines als Demiurg tätigen Gottes auf, deuteten sie aber radikal um. Sie verwarfen die Überzeugung der Platoniker und der christlichen Großkirche, dass der Demiurg ausschließlich gut sei und nur das Bestmögliche wolle und erschaffe. Nach ihrer Meinung zwingt die Mangelhaftigkeit der mit Übeln behafteten Schöpfung zur Folgerung, dass der Schöpfer selbst charakterlich unvollkommen sei. Daher unterschieden sie zwischen zwei Göttern: einem ethisch fragwürdigen, unwissenden oder gar bösartigen Demiurgen als Schöpfer und Herrn der bestehenden schlechten Welt und einem absolut guten Gott, der aus irdischer Sicht als Fremdling erscheine. Der fremde Gott habe die Schöpfung nicht gewollt und sei nicht an ihr beteiligt. Daher sei er für die Verhältnisse in der Welt nicht verantwortlich. Dennoch greife er als Erlöser ein. Dieses Modell stellte für die Gnostiker die Lösung des Problems der Theodizee dar.
Dem gnostischen Denken in mancher Hinsicht verwandt und teilweise noch radikaler ist die Theologie des Markionismus, einer frühchristlichen Lehre, die Markion im 2. Jahrhundert begründete. Markion fand viele Anhänger und schuf eine religiöse Gemeinschaft. Er identifizierte den Demiurgen mit dem Gott des Alten Testaments, der schwere charakterliche Mängel aufweise. Der Demiurg sei der Erschaffer und Beherrscher der Welt, der Urheber des alttestamentlichen Gesetzes, nicht aber der Vater Christi. Christus habe einen anderen, schlechthin guten Gott verkündet, von dem der Demiurg nichts wisse. Dieser Gott sei vollkommen und barmherzig, von ihm gehe die Gnade und Erlösung aus"

https://de.wikipedia.org/wiki/Demiur...d_Markionismus
hat sich irgendwie nicht durchgesetzt...
Dennoch war im Christentum meines Wissens tatsächlich die ersten zwei- bis dreihundert Jahre das Töten incl. Militärdienst eher verpönt.
Dann kam Kaiser Konstantin und hat das instrumentalisiert, und Augustinus von Hippo hat den Christen den Krieg erklärt bzw. gerechtfertigt:

2Laut Augustinus folgt also aus der Allmacht Gottes, dass es auf Erden auch keinen Krieg gegen Gottes Willen geben kann. Krieg sei nicht per se schlecht. Christen dürften daher auch für heidnische oder ungerechte Herrscher kämpfen, denn alle Macht auf Erden werde von Gott verliehen (neque enim habet in eos quisquam ullam potestatem, nisi cui data fuerit desuper), erst recht aber in jedem Krieg, der in Gottes Namen geführt werde, da dieser niemals etwas Böses befehlen könne (quem male aliquid iubere non posse). An der Gerechtigkeit solcher Kriege dürfe man nicht zweifeln (dubitare fas non est).

Verteidigung gegen Gottes Feinde war für ihn auch dann gerechtfertigt, wenn sie ebenso grausam verlief wie ein aus selbstsüchtigen Gründen geführter Krieg. Dabei setzte Augustinus eine natürliche Ordnung der „Guten“ voraus, die gegen die „Bösen“ teils als Befehlende, teils als Gehorchende zusammenstünden; diese Ordnung auch militärisch zu verteidigen hielt er für notwendig. Iusta autem bella definiri solent, quae ulciscuntur iniurias: Solche Kriege seien als gerecht definierbar, die Verbrechen rächen.[22] Er erklärte auch einen Krieg gegen Häretiker oder Schismatiker wie die Donatisten für gerecht, um die Einheit der Kirche mit Hilfe der staatlichen Armee zu wahren."

https://de.wikipedia.org/wiki/Gerech...inus_von_Hippo



seitdem hat der friedliche Ruf der Christen etwas gelitten...

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  #43  
Alt 17-03-2017, 22:33
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Kampfkunst: Karatedo
 
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ok - DER war gut.
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  #44  
Alt 17-03-2017, 23:45
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Kampfkunst: FMA & Silat und ein bischen Boxen aus Europa und Südostasien
 
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kommt drauf an, wie so ein religionsunterricht aussieht.
wenn schlicht geschichte, kulturelle kontexte und texte/erzählungen, die die religion definieren, sowie historische, soziologische und ethnologische dinge, die mit der entsprechenden religion zu tun haben das thema des unterrichts sind, na dann... finde ich das sogar gut.
sollten aber bloßes nachkauen von glaubensdogmen und rein an der entsprechenden theologie orientierte inhalte den unterricht ausmachen, find ich das zu begrenzt. wäre dann ja fast so etwas, wie "missionierung" und das würde ich ablehnen.

an sich beklage ich eher das abnehmende religiöse "wissen". ich denke schon, dass man sich damit einigermaßen auskennen sollte.

ist schon wichtig, zu wissen, wie sehr unser "denken" von "religion" bestimmt ist. selbst, wenn wir meinen, wir hätten nichts damit zu tun. da waren zig "religiöse" generationen vor uns, die all das geprägt haben, was "gegenwart" ist.

hermeneutik und dialektik durchziehen das westliche denken auch und besonders in religionskritischen debatten. und? woher kommen hermeneutik und dialektik als "denkformen" und bestandteil kritischer textanalysen? Im wesentlichen aus der mittelalterlichen theologie/philosophie, die so einige probleme mit der "bedeutung" von bibelaussagen hatte, die so gar keinen verstandesmäßig begründeten sinn ergeben wollten. also musste man methoden der "interpretation" für die herausarbeitung "tieferliegender wahrheiten" erarbeiten, die "unter der oberfläche" liegen. diese suche nach dem "eigentlichen", dass sich verbirgt, ist ungemein "westlich modern". kein religionsfeindlicher "dialektischer materialismus", keine psychoanalyse, kein typisch "modernes" denken ohne den einfluss von religion, bzw. der auseinandersetzung mit ihr oder den debatten innerhalb der religion.
insofern gehört religiöses grundwissen und das wissen um die auseinandersetzungen in und um religion einfach zum kanon eines fundierten "allgemeinwissens" über wurzeln, funktion und struktur der eigenen (oder einer anderen) kultur.
die sache mit der hermeneutik und der dialektik ist übrigens auch in der geschichte des judentums und des islam immer wieder thema gewesen. das liegt sozusagen an den logischen grundproblemen einer jeden religion, die sich auf einen allmächtigen gott bezieht und einen bestimmten religiösen text als dessen schriftliche offenbarung und als religiös gesetzgebendes buch zur grundlage für zu erklärende "religiöse inhalte" macht.

ich kenne religionsunterricht aus meiner kinderzeit eigentlich nur als mal mehr, mal weniger interessante märchenstunde. da ging es um "stories" und nicht (direkt) um mission. aber die erinnerung kann ja auch trüben.

so oder so: religionsunterricht? kommt drauf an!
__________________
"I prefer them to be awake when I severe their arms and beat them to death with it." Maul Mornie und sein Verhältnis zu k.o.s

Geändert von amasbaal (18-03-2017 um 19:58 Uhr). Grund: ein dass tat weh, weil es das das hätte sein müssen...
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  #45  
Alt 18-03-2017, 03:06
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: -
 
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Beiträge: 421
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"Großen Dank verdient die Natur, daß sie in die Existenz eines jeden lebendigen Wesens auch so viel Heilungskraft gelegt hat, daß es sich, wenn es an dem einen oder dem anderen Ende zerrissen wird, selbst wieder zusammenflicken kann; und was sind die tausendfältigen Religionen anders als tausendfache Äußerungen dieser Heilungskraft."
(Goethe)
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