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Philosophie, Esoterik und Tradition Diskussionen zu philosophischen und traditionellen Aspekten von Kampfkunst, Kampfsport und Selbstverteidigung.



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  #1  
Alt 23-11-2017, 15:37
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Kloppen (früher ju-jutsu, boxen, tkd)
 
Registrierungsdatum: 29.10.2009
Alter: 37
Beiträge: 347
Standard Wie viel Philosophie steckt in eurer Kunst?

Hallo zusammen!

Man liest öfter mal (z.B. bei Anfängerfragen) etwas über die Philosophie in den KK/KS.
So in der Art: Ich will XY machen, weil mir die fernöstliche Philosophie dort ganz gut gefällt.
Oder: Ich will XY nicht machen, weil mir dort zu viel Philosophie rumschwirrt.

In meinen jüngeren Jahren habe ich beim TKD und Shotokan auch solche Sachen gesagt (weil mich Japanzeugs fasziniert hat). Doch je länger ich drüber nachdenke, desto schwerer fällt es mir zu begreifen, was die genannte Philosophie eigentlich gewesen sein soll.
In einem 08/15-Dorfverein lief es früher regelmäßig auf "Be Water, my Friend", das Verbeugen, Oss und ein Paar Dojo-Verhaltensregeln - zumindest bei mir - und so frage ich mich, was davon eigentlich wirklich Philosophie ist und was ein Eastern-Produkt und wie viel mehr steckt eigentlich dahinter, ohne dass ich es sehen konnte.

Wenn es um Fleiß, Ehrgeiz, Sportlerehre etc. geht, so dürfte auch ein Tennis-, oder Fußballverein die gleichen Werte vermitteln und die Kriegerehre dürfte hier und heute für die meisten Leute nicht greifbar sein.

Jedenfalls dachte ich, dass ich auch einfach Pech gehabt haben könnte und deshalb keinen richtigen philosophischen Einblick bekommen habe - deshalb die Frage(n) an euch:
- Gibt es Philosophie in euren Künsten?
- Was versteht ihr unter Philosophie in den KK/KS überhaupt?
- Könnt ihr konkrete Beispiele für deren Wirkung nennen?

P.S.: mit Künsten meine ich sowohl KK als auch KS, da Kunst vom Können kommen soll
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  #2  
Alt 23-11-2017, 15:52
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: judo,sv,wt (lang ist her) ,>>> Bewegen lernen, bewegen lassen
 
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Ort: leipzig
Alter: 50
Beiträge: 2.388
Blog-Einträge: 1
Standard

wenn du Philosophie im Wortsinne meinst (Liebe zur Weisheit) , dann kann ich es überhaupt nicht trennen, da alles was mir begegnet dem Erkennen und Verstehen dienen soll.

Die Körperarbeit/Innenarbeit lässt mich mehr und mehr von mir erkennen/verstehen und das Verstehen im Alltag wirkt logischerweise auch auf meine Körperarbeit/Innenarbeit , ständig mit ein.

so macht auch das Festhalten in konkreten Philosophierichtungen/Strömungen und an Stile , keinen Sinn mehr für mich. das limitiert unnötig.

Dem ging aber natürlich eine lange, lange Zeit der Suche und Hin-und-Her-Orientieren vorraus.
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  #3  
Alt 23-11-2017, 16:10
Benutzerbild von Maddin.G
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Pin San Wing Chun, Sin Moo Hap Ki Do
 
Registrierungsdatum: 23.10.2010
Alter: 29
Beiträge: 8.548
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Im Sin Moo hab ich davon viel kennen gelernt und gehört. Dort gibt es Verhaltensregeln, Essensregeln, sogar wie oft man in welchem Alter Sex haben soll. Anleitungen wie viel man meditieren soll zum Trainingspensum. Usw.
Hält sich nur keiner dran, sind also eher Richtwerte.

Im Wing Chun durfte ich so einen philosophischen Unterbau nicht kennenlernen. Vermisse ich aber auch nicht.
__________________
Alle sagten: Das geht nicht.
Dann kam einer, der wusste das nicht und hats gemacht.
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  #4  
Alt 23-11-2017, 16:33
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Desert Eagle.50
 
Registrierungsdatum: 04.12.2013
Beiträge: 3.804
Standard Wie viel Philosophie steckt in eurer Kunst?

Zählt "Mach dem anderen jetzt möglichst viel AUA..." auch schon als Philosophie?



Ich selbst habe bis auf die übliche "Wir tun jetzt mal so als sei die Turnhalle hier in Kleinkleckersdorf der Shinto-Schrein in den magischen Bergen von..." inkl. der standarisierten Begrüßungsrituale und 30 Sekunden "Meditation" bislang davon recht herzlich wenig erlebt.



Eher viel mehr verwestliche "Budoromantik" bei der dann die Deko-Katana noch falschrum auf dem Ständer standen.



Ich denke auch, dass passt dann einfach nicht zusammen wenn man nur 1 oder 2x die Woche für 90 Minuten irgendwo in einer Halle oder einem Dojo rumspringt.



Wer da wirklich tiefer in die philosophischen Betrachtungen etc. einsteigen will (und zwar nicht in das was man hier im Westen glaubt was man da in den KK denn wahrscheinlich mit gemeint haben könnte) müsste dann auch entsprechend sein Training anders gestalten.



Gibt ja da auch ein paar Stile so in Richtung der IMA bei denen das durchaus auch verstärkt mit im Programm ist - hier wird man aber wohl nur eine Handvoll Anbieter in DE finden die das dann auch entsprechend vermitteln.
__________________
"It's not the size of the dog in the fight, it's the size of the fight in the dog." M. Twain

Geändert von Little Green Dragon (23-11-2017 um 16:53 Uhr).
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  #5  
Alt 23-11-2017, 16:58
Benutzerbild von Pansapiens
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Kampfkunst: *
 
Registrierungsdatum: 04.11.2017
Beiträge: 171
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Zitat:
Zitat von Little Green Dragon Beitrag anzeigen
Zählt "Mach dem anderen jetzt möglichst viel AUA..." auch schon als Philosophie?
in der heutigen Zeit läuft ja unter Philosophie (z.B. einer Firma) ja oft etwas, was man als "Motto" bezeichnen könnte.
In diesem Sinne wohl schon....
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  #6  
Alt 23-11-2017, 17:41
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Kampfkunst: Hapkido
 
Registrierungsdatum: 05.10.2017
Beiträge: 25
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Ich würde die Frage etwas anders formulieren: Wie übst du die Philosophie deiner Kunst in deinem Dojo/Dojang...?

Die Frage "wie viel" macht keinen Sinn in Betracht mit Philosophie. Wichtiger ist, wie setz der Sifu, Meister oder was immer die Philosophie der Kunst, und wie jeder von uns es annimmt. Richtung reiner Sport, Richtung Selbstverteidigung, Respekt? So eine Art der Meditation?

Ich finde den Beitrag von @Cam67 auch ziemlich gut.

Zitat:
Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
Wenn es um Fleiß, Ehrgeiz, Sportlerehre etc. geht, so dürfte auch ein Tennis-, oder Fußballverein die gleichen Werte vermitteln und die Kriegerehre dürfte hier und heute für die meisten Leute nicht greifbar sein.
Man kann auch so sehen. Was unterscheidet einen Kampfkünstler von anderen Menschen? » Karate-Campus
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  #7  
Alt 23-11-2017, 18:43
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Kampfkunst: tkd
 
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Zitat:
Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
... Wenn es um Fleiß, Ehrgeiz, Sportlerehre etc. geht, so dürfte auch ein Tennis-, oder Fußballverein die gleichen Werte vermitteln ...
finde ich auch im wesentlichen.



Zitat:
... und die Kriegerehre dürfte hier und heute für die meisten Leute nicht greifbar sein. ...
jedenfalls das erzielen von (kampf)stärke durch das training, wie man dort richtig hinkommt, was man damit richtigerweise macht und was nicht, wenn man sie (oder ein gewisses maß davon) erreicht hat, wofür die erzielte (kampf)stärke gut ist und wohin es von da aus möglicherweise weiter hingeht, ist m.e. schon ein grundthema, das allgemeine sportarten von kampf(sport)arten wesentlich unterscheidet.

"kriegerehre" ist m.e. ein thema, was auch dazu passen würde, aber halt nur für die ganz echten, von denen es derzeit hier nicht so viele geben dürfte (wie du oben bemerkt hast) - wobei ich mir vorstellen könnte, dass zb ksk-soldaten, vor allem wenn sie längere zeit im einsatz sind/waren, anfänge von so was wieder entwickeln könnten oder dies auch tatsächlich tun.


grüsse
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  #8  
Alt 23-11-2017, 19:44
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Kloppen (früher ju-jutsu, boxen, tkd)
 
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Zitat:
Zitat von Maddin.G Beitrag anzeigen
Im Sin Moo hab ich davon viel kennen gelernt und gehört. Dort gibt es Verhaltensregeln, Essensregeln, sogar wie oft man in welchem Alter Sex haben soll. Anleitungen wie viel man meditieren soll zum Trainingspensum. Usw.
Hält sich nur keiner dran, sind also eher Richtwerte.

Im Wing Chun durfte ich so einen philosophischen Unterbau nicht kennenlernen. Vermisse ich aber auch nicht.
Magst du ein Paar Beispiele zu den Verhaltens- und Essensregeln zeigen?
Ich hoffe, dass dieser Thread sowas wie eine "Einmal um die Welt" Sammlung wird
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  #9  
Alt 23-11-2017, 19:47
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Kloppen (früher ju-jutsu, boxen, tkd)
 
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Zitat:
Zitat von Little Green Dragon Beitrag anzeigen
Zählt "Mach dem anderen jetzt möglichst viel AUA..." auch schon als Philosophie?
Es zählt alles, was du drunter verstehst, ich will ja eure Gedanken dazu hören/kennenlernen
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  #10  
Alt 23-11-2017, 19:50
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Kampfkunst: Kloppen (früher ju-jutsu, boxen, tkd)
 
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Zitat:
Zitat von Steppen Beitrag anzeigen
Ich würde die Frage etwas anders formulieren: Wie übst du die Philosophie deiner Kunst in deinem Dojo/Dojang...?

Die Frage "wie viel" macht keinen Sinn in Betracht mit Philosophie. Wichtiger ist, wie setz der Sifu, Meister oder was immer die Philosophie der Kunst, und wie jeder von uns es annimmt. Richtung reiner Sport, Richtung Selbstverteidigung, Respekt? So eine Art der Meditation?

Ich finde den Beitrag von @Cam67 auch ziemlich gut.



Man kann auch so sehen. Was unterscheidet einen Kampfkünstler von anderen Menschen? » Karate-Campus
Cam67's Beitrag ist in der Tat ziemlich schlüssig. Und danke fürs Teilen des Artikels, da stehen gute Gedanken drin!
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  #11  
Alt 24-11-2017, 07:05
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Kampfkunst: WT
 
Registrierungsdatum: 05.03.2017
Beiträge: 1.431
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Meine Variante von Wing Tsun kennt vier Prinzipien und vier Kraftsätze, die sich oft nicht nur auf die Kampfkunst anwenden lassen, sondern die auch als Lebensweisheit gut taugen. Besonders der Satz "ist der Weg frei, stoss vor" ist mir ein lieber und nützlicher Begleiter geworden.

acht philosophische Sätze, das passt gut. Ist sogar noch weniger als die zehn Gebote, und auch nicht so schwer zu merken, und sie haben genug Tiefe, um immer wieder neue Aspekte darin zu entdecken.
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  #12  
Alt 24-11-2017, 09:17
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Kampfkunst: -
 
Registrierungsdatum: 08.09.2017
Beiträge: 536
Standard

Zitat:
Zitat von zocker Beitrag anzeigen
- wobei ich mir vorstellen könnte, dass zb ksk-soldaten, vor allem wenn sie längere zeit im einsatz sind/waren, anfänge von so was wieder entwickeln könnten oder dies auch tatsächlich tun.

grüsse
KSK-Soldaten haben eine "Kriegerehre"? Das ist neu.
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  #13  
Alt 24-11-2017, 09:19
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Kloppen (früher ju-jutsu, boxen, tkd)
 
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Alter: 37
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Zitat:
Zitat von zocker Beitrag anzeigen
"kriegerehre" ist m.e. ein thema, was auch dazu passen würde, aber halt nur für die ganz echten, von denen es derzeit hier nicht so viele geben dürfte (wie du oben bemerkt hast) - wobei ich mir vorstellen könnte, dass zb ksk-soldaten, vor allem wenn sie längere zeit im einsatz sind/waren, anfänge von so was wieder entwickeln könnten oder dies auch tatsächlich tun.
grüsse
Hast du KSK als Beispiel erwähnt, weil die im Vergleich zu normalen Einheiten mehr Kampftraining haben, weil sie als kleine Einheit sich aufeinander viel mehr verlassen müssen, oder nur so?
Ich frage mich gerade, ob normale Soldaten sowas auch entwickeln - also unabhängig davon, ob sie KK/KS betreiben, sondern weil sie einfach im Krieg sind.
Und wieso wird die moderne Kriegskunst eigentlich überhaupt nicht mehr als solche betrachtet (mein Eindruck), also im Vergleich zum Bujutsu zum Beispiel - ist es zu groß geworden?
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  #14  
Alt 24-11-2017, 09:20
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Kloppen (früher ju-jutsu, boxen, tkd)
 
Registrierungsdatum: 29.10.2009
Alter: 37
Beiträge: 347
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Zitat:
Zitat von discipula Beitrag anzeigen
Meine Variante von Wing Tsun kennt vier Prinzipien und vier Kraftsätze, die sich oft nicht nur auf die Kampfkunst anwenden lassen, sondern die auch als Lebensweisheit gut taugen. Besonders der Satz "ist der Weg frei, stoss vor" ist mir ein lieber und nützlicher Begleiter geworden.

acht philosophische Sätze, das passt gut. Ist sogar noch weniger als die zehn Gebote, und auch nicht so schwer zu merken, und sie haben genug Tiefe, um immer wieder neue Aspekte darin zu entdecken.
Kannst du die 8 aufzählen?
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  #15  
Alt 24-11-2017, 09:51
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: tkd
 
Registrierungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 9.749
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Zitat:
Zitat von Wong F. Beitrag anzeigen
KSK-Soldaten haben eine "Kriegerehre"? ...

So ganz genau liest du das, worauf du antwortest aber auch nicht immer, glaub‘ ich.

Aber unabhängig von dem was ich geschrieben hatte, könnten einige von (zb) denen sowas vielleicht sogar bereits haben.

Wissen tu‘ ich es natürlich nicht.


Grüsse
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