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  #16  
Alt 06-09-2006, 23:20
Benutzerbild von scarabe
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Chen Taiji, Qi Gong
 
Registrierungsdatum: 11.08.2006
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Also,
ich war zweimal auf der Straße in was verwickelt, ich realisierte, daß es ernst war und unvermeidlich, und irgendwas in mir schaltete auf "Automatik"... D.h., ich hab blitzschnell irgendwas gemacht, was funktionierte, aber hinterher wußte ich schon gar nicht mehr richtig, was ich da eigentlich mit dem Gegner gemacht hatte. War wohl Instinkt.

Beim sportlichen Kampf mit einem Gegner dagegen bin ich einfach voll auf den Kampf konzentriert und focussiert, alles andere ist "weg". Adrenalin pur, aber keine negativen Gefühle gegen den Gegner, die würden bloß ablenken (Thema klarer Kopf und außerdem innerlich "frei" und losgelassen statt verkrampft). Respekt vor dem Gegner als Mensch als Grundlage, so, wie ich auch mich selbst respektier, aber auch der unbedingte Wille, siegen zu wollen.
Und wenns nicht klappt... wieder was gelernt...

Geändert von scarabe (06-09-2006 um 23:28 Uhr).
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  #17  
Alt 07-09-2006, 07:45
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Taekwondo
 
Registrierungsdatum: 11.08.2006
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Beiträge: 333
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Zitat:
Zitat von endlich
Der Kämpfer sollte sich aller Möglichkeiten des Ausgangs des Kampfes bewusst sein, aber er sollte ganz in der Gegenwart sein, also wäre "unbedingt gewinnen wollen" vermutlich kontraproduktiv, weil er sich dann schon mit dem Ausgang beschäftigt, wo er doch seine Aufmerksamkeit gerade woanders braucht.
Wenn man in den Ring oder auf die Kamppffläche geht muß man das mit dem 100%-igen Willen machen zu gewinnen.
Wenn einer von zwei gleichstarken Gegenern sagt " ich will mein bestes versuchen" und der andere sich sagt " den mach ich nieder, den besiege ich, das ist mein Tag, am Ende stehe ich ganz oben auf dem Treppchen" - dann ist vorher das Programm für den Ausgang des Kampfes geschrieben.
Im Kampf geht es zwar darum diese Einstellung zu bewahren, wenn man sich aber mit Gedanken wie " ich muss gewinnen" oder noch schlimmer " ich darf nicht verlieren! " bescshäftigt ist man unkonzentriert und verletztbar und steht sich selbst im Weg"

Habt ihr schon mal einen Abfahrtsläufer vor seinem Lauf gesehen? Das kann man auch im Kampfsport nutzen. In Gedanken den Kampf schon vorher kämpfen. Sich mit einem positiven Verlauf programmieren..... das ist zwar vereinfacht, stammt aber aus den tiefsten NLP-Schatzkästchen von Motivationstrainern.


Zitat:
Zitat von endlich

Ja, mit sich selber im Reinen ist auch gut, weil wenn er noch darüber philosophiert, ob er jetzt kämpfen oder lieber weglaufen soll, oder gerade noch beschäftigt ist mit der 5 in Mathe, dann wird es wahrscheinlich schwierig.
..genau das ist damit gemeint sich im Kampf nicht mit Gedanken selbst im Weg zu stehen.

Angeblich hat ja Bruce Lee einmal gesagt. Wenn du in einem Kampf nachdenkst hast du schon verloren.

Ein Kampf läuft dann gut wenn intuitiv agiert, reagiert, angegriffen und gekontert wird. das funktioniert natürlich nur wenn man alle Techniken beherrscht und von den körperlichen Fähigkeiten nicht überfordert ist.
Selbst wenn ein sehr guter WEttkämpfer mit allen technisch-taktischen Waffen sich zu viel mit dem GEdanken beschäftigt wie er seinen Gegner knackt, wird er scheitern.
Also nicht: " wenn der mit links nach vorne steppt, dann gehe ich links raus , kontere mit xy, und z, oder besser mit w. Aber nein, dann könnte er ja dies und jenes.
Wettkampf ist nicht normales Schach wo man die Züge plant, sondern Blitzschach. Das funktioniert auch in Bruchteilen von Sekunden ist aber immer noch Schach.

Zitat:
Zitat von endlich
Wut und Aggression machen blind! Die haben im Kampf und auch sonst im Leben eines Kampfkünstlers eigentlich nichts zu suchen..
Ein Wettkämpfer kann seine Aggression oder Aggressivität kontrollieren. Oft muss man gegen Freunde, Bekannte, Leute die man gut leiden kann antreten. Man war vorher Freund und ist es auch nacher.
Aber im Kampf ist es ein Namenloser und Gesichtsloser.Einfach ein Gegner, ein Objekt.
Ohne Aggression gewinnst du keinen Kampf. Wut braucht man nicht, aber auch das kann man kontrollieren.
Wenn sich das Adrenalin nach dem Kampf verzogen hat dauert es ein paar Minuten und aus deinem "Feind" wird wieder dein bester Freund. Keiner neidet dem anderen seinen ERfolg (spürbar) sondern man freut sich schon auf die Revanche und flachst darüber.--das ist ideal.


Sorry dass es so viel Text wurde, aber das war mir ein echtes Anliegen, denn oft wird zuviel hineininterpretiert und werden sehr philosophische Ansätze vertreten, die aber gar nicht praktikabel und zielführend sind.
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  #18  
Alt 07-09-2006, 11:31
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: -
 
Registrierungsdatum: 02.02.2006
Beiträge: 1.060
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siehe thread qualitäten eines kämpfers im allg. kk forum...

hab das nur gepostet weil ich den hier noch mal durchlesen will

peace
__________________
Man kann das Internet auch zu anderen Dingen nutzen als hier im Forum rumzukaspern. martin.schloeter, KKB------------ Rechtschreibfehler dienen dem aufmerksamen lesens des Fadens !
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  #19  
Alt 07-09-2006, 13:31
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Kampfkunst: BBT, früher Judo
 
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Alter: 36
Beiträge: 43
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Zitat:
Zitat von >danielsan<
Wenn man in den Ring oder auf die Kamppffläche geht muß man das mit dem 100%-igen Willen machen zu gewinnen.
Wenn einer von zwei gleichstarken Gegenern sagt " ich will mein bestes versuchen" und der andere sich sagt " den mach ich nieder, den besiege ich, das ist mein Tag, am Ende stehe ich ganz oben auf dem Treppchen" - dann ist vorher das Programm für den Ausgang des Kampfes geschrieben.
Naja von versuchen hat ja auch niemand geredet, sondern von tun. Das ist ein Unterschied.
Und diese Taktik mit dem sich programmieren hat auch Haken. Wenn du nämlich trotzdem verlieren solltest, was immerhin möglich ist, bist du zumindest für eine Weile ganz ohne Programm.

Zitat:
Zitat von >danielsan<
Ein Wettkämpfer kann seine Aggression oder Aggressivität kontrollieren. Oft muss man gegen Freunde, Bekannte, Leute die man gut leiden kann antreten. Man war vorher Freund und ist es auch nacher.
Aber im Kampf ist es ein Namenloser und Gesichtsloser.Einfach ein Gegner, ein Objekt.
Ohne Aggression gewinnst du keinen Kampf. Wut braucht man nicht, aber auch das kann man kontrollieren.
Bin auch Wettkämpfer gewesen, also nicht ganz ahnungslos ...
Klar, ohne Aggression kein Kampf, aber ich glaube trotzdem, dass einer mit kühlem Kopf schneller und vor allem richtiger reagiert als einer, der rot sieht.
Also nix gegen Aggression im Sinne von Willen zu Kämpfen. Aber sobald die Emotionen mit einem durchgehen, schwinden die Chancen.
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  #20  
Alt 07-09-2006, 13:42
Benutzerbild von scarabe
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Kampfkunst: Chen Taiji, Qi Gong
 
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Question

Also, ich bin dann zwar "heiß" aufs Kämpfen und es gibt nichts anderes mehr, aber als aggressiv würde ich mich trotzdem nicht bezeichnen...

Ich denke, das hängt damit zusammen, daß man alles, was das Aktions- und Reaktionsvermögen, Instinkt und Intuition etc beim Kampf behindern könnte, einfach "ausschaltet"...
(könnte mir aber vorstellen, daß man einnen gewissermaßen erhöhten Aggressionspegel als Grundlage braucht, um überhaupt auf die Idee zu kommen, Kampfsport zu machen...)

Geändert von scarabe (07-09-2006 um 15:29 Uhr).
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  #21  
Alt 13-09-2006, 07:24
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Standard Was zeichnet den Geist

Hallo,

ich denke, es kommt darauf an, um was für einen Kampf es sich handelt. Ist es eine Wettkampfsituation oder eine Selbstverteidigungssituation. Im Wettkampf ist der Kampfeswille und die Fainess den anderen nicht zu verletzen eine wichtige Haltung. In der Selbstverteidigungssituation ist es wichtig, jedes Konzept aus dem Kopf zu haben. Der Kämpfer muss blitzartig umschalten können auf die Bereitschaft zu sterben. Der Tod ist im Kampf der beste Berater. Denn im Angesicht des Todes ist nichts mehr wichtig. Dies macht Dich völlig ruhig und gleichmütig und es gibt in Dir keine Geistesregung mehr. Dies ist der Grund, weshalb viele klassische Kampfkünstler Chan/Zen praktizierten.

Gruß
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  #22  
Alt 13-09-2006, 13:38
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Kampfkunst: Chen Taiji, Qi Gong
 
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Darauf war ich oben auch schon eingegangen, auf mich selbst bezogen- ich frage mich nun, ob mein "Automatismus" in Ernst-Situationen ein anderer war/ist, als der Zustand, den ein Zen-Praktizierender im Ernstfall erlebt...
(damals hab ich mich noch nicht mit Zen beschäftigt)
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  #23  
Alt 13-09-2006, 14:06
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Yongchunquan
 
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Alter: 58
Beiträge: 67
Standard Was zeichnet den Geist

Hallo scarabe,

ich denke es war das Gleiche. Nicht umsonst erkannten die Kampfkünstler, dass hier eine Verbindung besteht, was letztendlich in China zum Shaolin Gongfu führte und in Japan zu den Systemen des Bushi-Do.

Ist der Geist in sich ruhig und klar, kann das Unbewusste ohne Störung arbeiten. Jede Idee dazwischen wirkt störend und bringt einen nur selbst in Gefahr.

Lieben Gruß
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  #24  
Alt 05-12-2006, 06:39
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Kampfkunst: Meister
 
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