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#61
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| In einer Doku über Siddhartha Gautama wurde behauptet man solle die Welt so sehen als wäre sie schon zerbrochen. Das bezog sich meiner Erinnerung nach darauf, dass alles letztendlich vergänglich ist und man glücklicher würde, wenn man die Dinge auch so behandelt. Jetzt mal von mir dort hinein gedacht: Wenn du aus dieser Perspektive heraus handelst, dass du definitiv sterben wirst, oder in gewisser Weise schon tot bist, kannst du wesentlich freier handeln und erfüllter leben. Irgendwo anders war die Rede davon, man solle sich das eigene Sterbebett vorstellen und sich fragen ob man von dort aus gesehen das eigene Handeln bereuen würde. Zum Beispiel ob es das wert war sich mit dem und dem zu streiten, oder solche Sachen. Was die reine Todesangst angeht wär's glaube ich eher unangenehm, wenn da auf einmal einer ohne mit dem erhobenen Schwert auf dich zu gelaufen kommt. Ob's tatsächlich einen Vorteil bringt kann ich nicht beurteilen. |
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#62
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| @Simplicius sehr guter Beitrag, vor allem der obere Teil. Zitat:
Zitat:
Die Samurai haben jeden Morgen und in erst Recht in Zeiten größter Not darüber meditiert das sie jederzeit sterben können - und im Moment das wichtigste noch haben: ihr Leben.
__________________ There is awakening, but not one awakened. There is the path, but not one walking it. ~ Visuddhi Magga Geändert von Vegeto (03-11-2011 um 10:37 Uhr). |
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#63
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| @Simplicus Ja du hast ja völlig Recht mit deinen Zitaten. Man soll von nichts abhängig sein. Wenn ich meine "alles dafür tun", meinte ich natürlich alles, was im morlaischen Rahmen reinpasst. Kinder als lebendes Schutzschild benutzten würde dann ja gegen andere Prinzipien und Moralvorstellungen verstoßen. Im Chan nimmt man die Sachen eben wie sie kommen. Man darf sie trotzdem gut oder schlecht finden. Der Punkt ist, man lässt sich nicht von aufkommenden Emotionen überladen, und kontrollieren. Auf den Todeskampf übertragen würde das bedeuten. Erstens: erkennen, dass es gleich rund geht. Zweitens: akzeptieren, dass es womöglich zum Tod führen kann. Drittens: entscheiden, wie man handeln möchte. Viertens: durchführen, und zwar vollherzig. Diese Gleichmütigkeit, die du "Gleichgültigkeit" nanntest, dient eben vor allem in einer solchen Situation dazu, dass man nicht von Gedanken gestört werden, die einen in seinem entschiedenen Handeln in die Quere kommen. Sowas wie: "Warum denn nur? Wieso bin ich denn ausgerechnet hier lang gelaufen? Ich will doch nocht nicht sterben! etc. etc."
__________________ Lang lebe König Simplicus! Mein Retter, General, und Licht in der Dunkelheit! |
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#64
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| So wie es in dem von mir geposteten Video über den Kendo-Meister (hat das jemand geguckt?) thematisiert wird. Also gerade nicht: "Ich ziehe meine Strategie durch, komme was da wolle" sondern "Ich gehe mit offenem Geist in die Situation und was geschieht, geschieht" Wenn ich lebe, dann lebe ich, wenn ich sterbe, dann sterbe ich.
__________________ Ich wurde durch's Feuer, wie Phoenix geborn. Ich flog durch die Lüfte! ward doch nit verlorn. |
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#65
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| Das Video hatte ich mir angeschaut, da ist auch eine Frage aufgekommen: Wenn man nur versucht absichtslos zu sein um dadurch eine Absicht verfolgen zu können, in dem Fall halt doch zu gewinnen, ist das doch nicht wirklich absichtslos!? |
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#66
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| Man entscheidet für sich zum Beispiel "Ich will heil herauskommen!" Die einzelnen Schritte sind natürlich nicht bis ins kleinste vorherbestimmt. Daher agiert und reagiert man immer so, wie es der momenten Kampfsituation entspricht. Im Kung Fu werden beispielsweise verschiedene Arten der Angriffe und Verteidigung auch in Yin Yang unterteilt, und man soll idealerweise versuchen, sich der ankommenden Energie passend entgegenzustellen. Ich habe mit meinem Si-Suk, dem jüngeren Kung Fu Bruder meines Sifus mal darüber gesprochen. Er meinte es wäre wie Bahn fahren. Man kauft sich beispielsweise ein Ticket nach Paris, und setzt sich in den Zug. Der Weg ist gewählt, was auf dem Weg so passiert, bleibt offen, und ungeplant.
__________________ Lang lebe König Simplicus! Mein Retter, General, und Licht in der Dunkelheit! |
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#67
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__________________ But if they tell you that I've lost my mind Baby it's not gone just a little hard to find |
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#68
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![]() Westlicher Ansatz: Der Kendoka hat die unbewusste Absicht zu gewinnen, lässt die aber bewusst los, und öffnet sich für die Situation. Dann kann sein Unterbewusstsein die richtige Handlung für die Situation auswählen und er denkt nicht mehr "wenn er A macht, mach ich B..." Unter diesen Umständen können sich IMO auch Lösungen ereignen, die er nicht explizit geübt hat. Dann wird das Können zur Kunst, weil eben kreativ neues entsteht. Es gibt da ein Analogon aus dem Denken: Wenn man sich lange bewusst mit einem Problem beschäftigt hat, ohne weiterzukommen, dann ist es hilfreich, sich mit etwas anderem zu beschäftigen, z.b. zu schlafen. Nicht selten fällt einem dann plötzlich die Lösung ein, weil man seinem Unterbewusstsein die Gelegenheit gab sich selbst neu zu organisieren, oder weil man einen Input bekommt, der einen Perspektivwechsel ermöglicht.
__________________ Ich wurde durch's Feuer, wie Phoenix geborn. Ich flog durch die Lüfte! ward doch nit verlorn. |
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#69
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| Es ist eben dieser schmale Grad.
__________________ Lang lebe König Simplicus! Mein Retter, General, und Licht in der Dunkelheit! |
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#70
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| Kann sich auch das Ziel unterwegs ändern?
__________________ Ich wurde durch's Feuer, wie Phoenix geborn. Ich flog durch die Lüfte! ward doch nit verlorn. |
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#71
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| Zitat:
Und gerade in den japanischen Zen Künsten ist doch jedes Detail zelebriert. Zum Beispiel in der Teezeremonie. Meine Einstellung dazu Ein Ziel ist wichtig sonst hat man keinen Grund etwas zu tun. Nur nicht am Ziel anhaften. Ein Plan ist wichtig sonst macht man einen totalen Blindflug. Nur nicht am Plan anhaften - denn man muss auch wie das Wasser sein das sich sofort anpasst. Und zwar unvorbelastet. Die Erfahrung bringt dann die Fähigkeit das Absicht, Wille und Handlung eins werden und man voll im Moment ist. Das ist Kampfgeist in den KK und ganz allgemein der Flow/Mushin/die Zone.
__________________ There is awakening, but not one awakened. There is the path, but not one walking it. ~ Visuddhi Magga |
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#72
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| Psst, der Trinculo liest mit Ich glaube das heißt eher: "Ich habe all mein Streben auf das Dao ausgerichtet" Das Dao ist zwar auch so eine Art Weg aber eher der natürliche Lauf der Welt, dem man sich nicht entgegen stellt. Zitat:
Danke ![]() Wo kriegt man das Ziel her, ich meine, Wasser hat ja Schwerkraft...? Im Falle des Dao folgt man einfach seiner (wahren) Natur (womit jetzt nicht Geschlechtstrieb und Fresssucht gemeint sind).
__________________ Ich wurde durch's Feuer, wie Phoenix geborn. Ich flog durch die Lüfte! ward doch nit verlorn. Geändert von Simplicius (03-11-2011 um 13:13 Uhr). |
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#73
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| Könnte man das mit Zen/Chan in Einklang bringen? Zitat:
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#74
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| Könnte man. Zum Beispiel ist der zweite Absatz auch gut im buddhistischen Kontext zu lesen. Nichts-Tun ist auch ein Tun, kann daher genauso gutes und schlechtes Karma nach sich ziehen. Auch wenn du nichts tust, tust du was. Nämlich nichts. Eine der Erleuchtungsstufen in der buddhistischen Meditation ist auch die des Weder-seins noch Nicht-Seins. "Vollbringe die notwend'ge Tat" Natürlich, nur hafte nicht daran an. Schon gar nicht unwillig und ärglicher arbeiten. Die Bhagavad Gita, das Buch des Yoga, ist eine enorm wertvolle Schrift und stimmt in einigem mit buddhistischen Lehrtexten überein. Du solltest aber bedenken das Buddha in eine hinduistische Welt hineingeboren wurde und voller Absicht seinen Weg der Erlösung definiert hat. Er hat also nicht unbedingt Wert darauf gelegt da etwas in Einklang zu bringen ;-) Die tieferen Wahrheiten aller Religionen stimmen überein - das ist ja die Natur der Wahrheit.
__________________ There is awakening, but not one awakened. There is the path, but not one walking it. ~ Visuddhi Magga |
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#75
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| Man kann unter Umständen sein Ziel ändern, wenn man beispielsweise erkennt, dass es dir unmöglich gemacht wird, oder man seine erste Entscheidung mittlerweile anzweifelt. Eigentlich ist das Wort Ziel, viellaucht auch falsch gewählt. Das zeigt sich ja auch in "der Weg ist das Ziel". Es ist mehr die Richtung, die man einschlägt. Ich entscheide mich beispielsweise in Richtung Paris zu laufen. Das Ziel an sich ist nicht fest, denn die Richtung kann sich im Laufe der Zeit aus bestimmten Gründen ändern. Zitat:
Ausserdem verschmilzt im Chan der eigene Antrieb eben auch mit dem Lauf der Natur. Im höchsten Zustand ist man ja "eins" mit dem Kosmos. Seine Beweggründe und Entscheidungen seien dann mit dieser "allumfassenden" Harmonie verbunden.
__________________ Lang lebe König Simplicus! Mein Retter, General, und Licht in der Dunkelheit! Geändert von Quanfa (03-11-2011 um 17:37 Uhr). |
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