Zitat von ilyo Für eine Wettkampfsituation brauche ich das Zeug nicht, keine Sorge  |
Na dann bin ich ja froh
Zitat von ilyo Hier wäre es ohnehin zu spät fürs Flinchen, aber man lernt zumindest seine Default Position dicht zu halten.
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Ich glaube, Du verwendest die Begriffe in einem anderen Sinnzusammenhang als ich. Für mich ist "Flinch Response" und "Default Position" das Gleiche. Lee Morrson beschreibt es
hier so
I’d like to talk a little bit about the use of the default position, carried on the back of what’s often referred to as our natural flinch response;
let me explain what I mean by that. First of all I am talking from a situational perspective, where we have found ourselves in a confrontational sense, reacting to something that someone is either doing or in the midst of doing to us. In other words we are defending, which as we all know is never the ideal, but if initiative is lost to the other guy then we must have a contingency plan in order to regain that said initiative ASAP. The default response refers to a moment in time during a physical assault, where we employ a response that will act as a transition between, limiting the damage inflicted upon us and actually regaining the initiative in one big hurry. Notice that I said limiting the damage as oppose to offering Complete protection which of course, no default can guarantee. |
Vielleicht kann man es eher so beschreiben: der Flinch ist meine natürliche, instinktive Schutzreaktion, die durch Training statt eines unkoordinierten Hochreißens der Arme in die die Default Position übergeht.
Zitat von ilyo [...] und ich nicht mehr die Zeit habe eine feinmotorische Abwehr hinzukriegen, versagt meine Flinch-Abwehr regelmäßig, [...]
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Gegebenenfalls könnte das der Knackpunkt sein. Im Combatives geht man davon aus, dass Du sowieso keine feinmotorische Abwehr hinbekommst, schon gar nicht, wenn der Angriff überraschend passiert.
Wie sieht denn das Versagen des Flinch aus? Kriegst Du die Arme nicht rechtzeitig hoch/nach vorne? Dann warr ggf. der Abstand zum Gegner zu gering. Wenn der Gegner sich schneller bewegt, als ich reagieren kann, schlägt der Angriff ein.
==> Abstand halten und Luft zum Handeln behalten:
Street Smart Advice
Oder kriegst Du die Deckung zwar dicht, stehst dann aber wie eine Salzsäule da? Dann fangt damit an, dass Dein Trainingspartner die freien Angriffe nicht zu shcnell und zu hetig hintereinander bringt, sondern Dir etwas Luft lässt, damit Du agieren kannst. Während er auf Dich einschlägt, soll er Dir auch Feedback geben ("Achtung, nicht wegdrehen! Nicht mit dem Blick zu Boden gehen - schau mir auf die Schultern! Vorwärts maschieren! Setz mich unter Druck!" etc). Dann das Tempo und die Intensität im Laufe der Zeit steigern.
Eine andere Variante: ihr steht Euch gegenüber und habt die Handflächen aneinander gelegt (so als ob ihr gleich Backe-Backe-Kuchen spielen wolltet). Dein Trainingspartner kommt dann mit unterschiedlichen Angriffen (vielleciht erst Grifangriffe zum Hals/Nacken, dann einfache Schläge, später Doubletten u.ä.) und Du trainierst Deine Flinch. Anfangs nur die reine Deckung, später dann mit Vorwärtsdruck (z.B. aus der Flinch einen kräftigen beidhändigen Stoß gegen die Brust des Partners, um sich langsam an den Aggressive Forward Drive zu gewöhnen) und später heißt es dann "Alles geht!".
Vielleicht noch ein paar Anmerkungen aus meiner Erfahrung heraus: wenn Dein Trainingspartner nach Deinem Flinch sofort wie ein Gumminball durch die Halle hüpft und versucht, auf lange Distanz Dich mit dem äußersten Rand seines Handschuhs noch zu streifen, dann geht das Trainingsziel verloren. Er sollte sich also nicht wie ein Gummiball verhalten, sondern wie der besoffene frustierte und wütende Ehemann, der Dich in der Kneipe fälschlicherweise für den Liebhaber seiner Frau hält.
Je feinmotorischer Du arbeiten willst, um so größer ist das Risiko des Scheiterns. Deckung dicht machen und in den Gegner reinrammen (oder noch besser: mit der Deckung in den Gegner reinrammen, siehe O'Neill-Cover oder Cowcatcher) und SOFORT Angriffe setzen.
Combatives ist offensiv orientiert. Reine Defensivbewegungen fehlen ganz bewußt. Ich suche nicht den gegnerischen Arm und versuche ihn zu blocken/umzuleiten, sondern ich greife in direkter Linie den Gegner an. Die Annahme ist die, dass der Gegner nicht mehr kämpft, wenn Deine Schläge ihm das Nasenbein zertrümmern.
Das Ganze ist Schadensbegrenzung. Natürlich wirst Du Schläge abbekommen. Natürlich kracht es auch in Deinem Schädel. Die Frage hier ist: bei wem kracht es mehr und wer ist nach drei Sekunden noch in der Lage, zu kämpfen. Wenn Du das bist, dann hast Du alles richtig gemacht.
So, ich hoffe mal, dass das weiterhilft.
Gruß
Stoiker