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Alt 28-02-2006, 12:12
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Standard Gegendarstellung zu Von Henne, Ei und Gründungswahn

in dem Beitrag "Von Henne, Ei und Gründungswahn" werden zwei Internetseiten als "Kopiersysteme" bezeichnet, die "1zu1 übernehmen, eine andere Fußstellung aufnehmen und dem Kind nen neuen Namen geben".

Gegen diese Bezeichnung will ich mich hiermit wehren.

eine dieser Seiten www.mach-ess.de wird als Kopie des WT bezeichnet - dies ist grundsätzlich falsch!

Bei e-s-s handelt es sich um ein Kurssystem in einem sehr engen zeitlichen Rahmen - im Normalfall ein Wochenende. Keine Kampfkunst ist in zwei Tagen zu erlernen - alleine aus diesem Grund kann e-s-s keine Kopie des WT sein.

e-s-s vermittelt keinerlei Techniken an die Teilnehmer, sondern vermittelt Erfahrungen. Teilnehmer eines e-s-s-Kurses machen keine "Trockenübungen", sie bekommen im Kurs die Möglichkeit mit voller Kraft gegen einen geschützten Angreifer vorzugehen. Hierdurch siebt jeder Teilnehmer individuell aus, welche Technik er/sie im Ernstfall mit ausreichender Kraft anwenden kann. Techniken die nicht gegen den Dummy funktionieren werden im Kampf mit dem Dummy nicht angewendet und daher auch nicht "eingeschliffen".
e-s-s ist demnach keiner der Kurse, die Techniken vermitteln, die nur im Training mit einem kooperativen Partner funktionieren.

Die irrige Behauptung e-s-s sei eine WT-Kopie kann nur darauf zurückgeführt werden, dass der Verfasser des Beitrags lediglich "Bildchen gekuckt" hat - aber nicht eine Zeile gelesen hat.
Das die Bilder WT widerspiegeln liegt daran, dass jeder Teilnehmer das macht, was er/sie gelernt hat, bzw. das was er/sie kann. In meinem Fall ist das nun einmal WT - daher sieht es auch so aus.

Auch die andere genannte Seite ist nach meiner Einschätzung zu unrecht als "Kopiersystem" bezeichnet - aus dem Text geht klar hervor was unterrichtet wird - eine einzige Suche in Google hat sofort ergeben, dass es sich nicht um ein "Kopiersystem" handelt.

Das jemand der selber keine persönlichen Angaben über sich macht so einfach dem Ruf anderer in diesem Forum schaden kann ist zwar logisch aber dennoch zum erbrechen.
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  #2  
Alt 28-02-2006, 12:22
leopan8
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Hy

Zitat:
Bei e-s-s handelt es sich um ein Kurssystem in einem sehr engen zeitlichen Rahmen - im Normalfall ein Wochenende. Keine Kampfkunst ist in zwei Tagen zu erlernen - alleine aus diesem Grund kann e-s-s keine Kopie des WT sein.

e-s-s vermittelt keinerlei Techniken an die Teilnehmer, sondern vermittelt Erfahrungen. Teilnehmer eines e-s-s-Kurses machen keine "Trockenübungen", sie bekommen im Kurs die Möglichkeit mit voller Kraft gegen einen geschützten Angreifer vorzugehen. Hierdurch siebt jeder Teilnehmer individuell aus, welche Technik er/sie im Ernstfall mit ausreichender Kraft anwenden kann. Techniken die nicht gegen den Dummy funktionieren werden im Kampf mit dem Dummy nicht angewendet und daher auch nicht "eingeschliffen".
e-s-s ist demnach keiner der Kurse, die Techniken vermitteln, die nur im Training mit einem kooperativen Partner funktionieren.

Was soll ein kurzer Kurs bringen?

Werden die psychischen Komponenten miteinbezogen?

Werden ausser wenigen Techniken auch Prinzipien,Notwehr Recht, Einsatz von Gägenständen als Waffe usw. vermittelt?


Wie unterscheidet sich E-s-s vom WT Blitzdefence?

Gruss
leopan8

Geändert von leopan8 (28-02-2006 um 12:56 Uhr).
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  #3  
Alt 28-02-2006, 12:56
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Zitat:
Zitat von leopan8
Hy



Was soll ein kurzer Kurs bringen?

Werden die Psychischen Komponenten miteinbezogen?

Werden ausser wenigen Techniken auch Prinzipien,Notwehr Recht usw. vermittelt?


Wie unterscheidet sich E-s-s vom WT Blitzdefence?

Gruss
leopan8
Die Theorie hinter diesen Kursen ist etwas kompliziert - ich versuche es in kurzen Worten:
1. Wissenschaftler haben entdeckt, dass der Mensch zwei Speicher für das Gedächtnis hat. Einen für das Bewusstsein - einen für Situationen unter hohem Stress: (Sport)-unfälle, Kämpfe, usw. - alles Situationen in denen man unter sehr hohem Stress steht.
2. Sthet man unter hohem Adrenalin bekommt das Gehirn keinen Zugriff auf den Gedächtnisspeicher des Bewusstseins - nur auf den "tierischen" Speicher der das Überlaben sichern soll.
Würde man seine KK ausschließlich unter harmonischen Bedingungen trainieren, hätte man somit so gut wie gar kein Wissen über seine KK in einer Ernstfall Situation wo sehr viel Adrenalin ausgeschüttet wird.
3. Man kann manche KK oder KS über viele Jahre trainieren ohne jemals voll einen in die Fresse zu bekommen oder selber voll zuzuschlagen.
Dies könnte man mit Trockenschwimmen vergleichen.

e-s-s setzt in diesen Punkten an:
1. Die Teilnehmer werden über Szenarien unter Stress gesetzt - sie wissen nicht ob sie kämpfen müssen oder nicht - so wie es in einer realen Auseinandersetzung auch oft ist.
2. Es gibt kein "trockenschwimmen" - die Teilnehmer schlagen immer voll zu und kämpfen mit dem Dummy.
Sie sammeln in zwei Tagen mehr Kampferfahrung als so manchen Kampfkünstler in 10 Jahren Training.


Werden die Psychischen Komponenten miteinbezogen?
Werden ausser wenigen Techniken auch Prinzipien,Notwehr Recht usw. vermittelt?
Die psychologischen und rechtlichen Komponenten sind in jedem einzelnen Szenario vertreten - der Teilnehmer muss immer selber bestimmen wann die rechtlichen Gegebenheiten für eine Sebstverteidigung vorliegen. Auch dem Stress dieser Entscheidung muss der Teilnehmer in jedem Szenario standhalten.
Es werden Modi Operandi, das "Heranreden" oder die "Interviews" der Angreifer erklärt. Es werden Tipps zur Prävention und Handlungsoptionen für den Ernstfall vermittelt.


Um es ganz klar zu sagen: ein Kurs ist keine komplettausbildung. Für einen Kampf sind aber nicht tausend Techniken notwendig. Wichtiger ist die Erfahrung und das Wissen, bzw. Selbstvertrauen.
Die Teilnehmer machen eine 100% Steigerung im Bezug auf den Straßenkampf durch - ganz einfach weil es wie ein Straßenkampf aufgezogen ist.
Sieh Dir einfach die Videos auf der Website an - besonders das von Melanie - am Anfang ist sie bei dem Quatsch den sie gemacht hat umgefallen - nachher habe ich am Boden gelegen.
Es sieht nicht toll aus - und ich werde auch immer wieder gefragt ob ich mich nicht fallenlasse - aber ich kann nur sagen:"zieh den Anzug an und fühl selber."



Wie unterscheidet sich E-s-s vom WT Blitzdefence?

Blitzdefence vermittelt in aller erster Linie Techniken und einen Vorgeschmack auf den Vorkampf. Allerdings steht hinter dem Blitzdefence eine andere Theorie - hier wird darauf Wert gelegt vor Zeugen besser darzustehen - deshalb auch das dreimalige zurückweichen vor dem Angriff.

Bei e-s-s steht im Vordergrund das die Leute das nehmen was sie können und damit umgehen lernen.
Ein entscheidender Unterschied ist der Anzug - beim Trainin des Blitzdefence lerne ich nicht den anderen zu schlagen - ich lerne meinen Angriff zu stoppen, da ich meinen Angreifer nicht verletzen will.
Bei e-s-s schlägst Du voll drauf und willst den anderen umhauen.

Das ist doch auch eines der größten Probleme des WT - und auch vieler anderer - dadurch dass sie nicht (wie beim Boxen) wirklich lernen den anderen umzuhauen lernen sie eigentlich permanent wie man den Gegner nicht schlägt. Das gleiche gilt für alle KK und KS die nicht konsequent vollkontakt trainieren.
Die Schüler lernen Stunde um Stunde wie man einen Schlag stoppt und machen es teilweise auch im Ernstfall (man bekommt was man trainiert) - das kann dem Schreiner von nebenan nicht passieren - wenn der sich gezwungen sieht zu kämpfen hat der in seinen Muskeln nicht die jahrelange "erinnerung" einen Schlag zurückzuziehen - er schlägt einfach zu.

Wenn Du es noch detaillierter wissen möchtest, werde ich Dir gerne die Fragen beantworten.
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  #4  
Alt 28-02-2006, 14:03
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ich hätte noch ein paar fragen:

1. Die Teilnehmer werden über Szenarien unter Stress gesetzt - sie wissen nicht ob sie kämpfen müssen oder nicht - so wie es in einer realen Auseinandersetzung auch oft ist.

in wiefern ist de-eskalation bei euren szenarien eingebunden?
besteht die möglichkeit, den dummy tatsächlich runterzureden, oder ist das bei euch nicht gewollt?

2. Es gibt kein "trockenschwimmen" - die Teilnehmer schlagen immer voll zu und kämpfen mit dem Dummy.

... macht der dummy auch das selbe, sprich schlägt der voll zu?

sah bei den clips nämlich teilweise etwas uninspiriert aus - lag das daran, dass die clips leute zeigen, die nach eurer hp keine vorkenntnisse hatten und ihr die nicht überfordern wolltet ... ? oder kam das nur falsch rüber ?


Das ist doch auch eines der größten Probleme des WT - und auch vieler anderer - dadurch dass sie nicht (wie beim Boxen) wirklich lernen den anderen umzuhauen lernen sie eigentlich permanent wie man den Gegner nicht schlägt. Das gleiche gilt für alle KK und KS die nicht konsequent vollkontakt trainieren.
Die Schüler lernen Stunde um Stunde wie man einen Schlag stoppt und machen es teilweise auch im Ernstfall (man bekommt was man trainiert) - das kann dem Schreiner von nebenan nicht passieren - wenn der sich gezwungen sieht zu kämpfen hat der in seinen Muskeln nicht die jahrelange "erinnerung" einen Schlag zurückzuziehen - er schlägt einfach zu.

schön formuliert

fister
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  #5  
Alt 28-02-2006, 14:19
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Zitat:
Zitat von Mr.Fister
ich hätte noch ein paar fragen:

1. Die Teilnehmer werden über Szenarien unter Stress gesetzt - sie wissen nicht ob sie kämpfen müssen oder nicht - so wie es in einer realen Auseinandersetzung auch oft ist.

in wiefern ist de-eskalation bei euren szenarien eingebunden?
besteht die möglichkeit, den dummy tatsächlich runterzureden, oder ist das bei euch nicht gewollt?
Ist möglich und gewollt - Flucht wird immer als beste Lösung gesehen.

Zitat:
Zitat von Mr.Fister
2. Es gibt kein "trockenschwimmen" - die Teilnehmer schlagen immer voll zu und kämpfen mit dem Dummy.

... macht der dummy auch das selbe, sprich schlägt der voll zu?

sah bei den clips nämlich teilweise etwas uninspiriert aus - lag das daran, dass die clips leute zeigen, die nach eurer hp keine vorkenntnisse hatten und ihr die nicht überfordern wolltet ... ? oder kam das nur falsch rüber ?
Der Dummy schlägt so fest zu, wie es die Teilnehmer wollen.
Den Eindruck hatten schon viele aber:
a) es ist nicht einfach mit dem Ding zu kämpfen (es ist sehr schwer um genau zu sein)
b) Am Anfang geht es darum die Angst abzubauen - daher kann ich nicht feste zuschlagen - es wäre kontraproduktiv. Am Ende haben die Teilnehmer meist sofort ohne unterbrechung zugeschlagen - dann ist nicht mehr viel mit zurückschlagen.
Die Videos sind zusammengschnitten und dienen zur Werbung - nicht zur Abschreckung. Meine Frau hat sich zwischendurch richtig eine gefangen (wir mussten unterbrechen) - Ralf ebenfalls - aber es hat mehr Schläge für mich als für die anderen gegeben - das stimmt schon.

Zitat:
Zitat von Mr.Fister

Das ist doch auch eines der größten Probleme des WT - und auch vieler anderer - dadurch dass sie nicht (wie beim Boxen) wirklich lernen den anderen umzuhauen lernen sie eigentlich permanent wie man den Gegner nicht schlägt. Das gleiche gilt für alle KK und KS die nicht konsequent vollkontakt trainieren.
Die Schüler lernen Stunde um Stunde wie man einen Schlag stoppt und machen es teilweise auch im Ernstfall (man bekommt was man trainiert) - das kann dem Schreiner von nebenan nicht passieren - wenn der sich gezwungen sieht zu kämpfen hat der in seinen Muskeln nicht die jahrelange "erinnerung" einen Schlag zurückzuziehen - er schlägt einfach zu.

schön formuliert

fister

Danke
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  #6  
Alt 28-02-2006, 15:16
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vielen dank für die antworten

Zitat:
Am Anfang geht es darum die Angst abzubauen - daher kann ich nicht feste zuschlagen - es wäre kontraproduktiv.
versteh ich.

Zitat:
Am Ende haben die Teilnehmer meist sofort ohne unterbrechung zugeschlagen - dann ist nicht mehr viel mit zurückschlagen.
kann ich auch nachvollziehen

Zitat:
Die Videos sind zusammengschnitten und dienen zur Werbung - nicht zur Abschreckung. Meine Frau hat sich zwischendurch richtig eine gefangen (wir mussten unterbrechen) - Ralf ebenfalls - aber es hat mehr Schläge für mich als für die anderen gegeben - das stimmt schon.
ich kann deine beweggründe zwar nachempfinden, was die sache mit der "abschreckung" angeht, denn machen wir uns nix vor, ein gewisses klientel würde definitiv abgeschreckt werden, wenn sie sehen, dass man da auch selbst was abkriegt.

andererseits muss ich zugeben, dass ich selber wiederum aus genau dem grund abgeschreckt war, nämlich dass man immer nur den verteidiger hat austeilen sehen aber gross passiert schien ihm selber nie was zu sein ... und das würde nicht ganz zu den berichten passen, die ich von anderen leuten gelesen hab, die derartige seminare in übersee absolviert haben [rmcat, fast-defense, model mugging], wo auch ordentlich ausgeteilt wurde.
denn wenn man es schon besser machen will was den kontakt angeht als andere im weiten sv-feld, gehört da nicht nur schlagen sondern auch getroffen werden dazu.

aber dadurch, dass ich jetzt bescheid weis und auch die beweggründe kenne, könnt ich mir durchaus vorstellen, mal so ein seminar mitzumachen ... anhand dem was ich auf den clips gesehen bzw. nicht gesehen hab, wäre mir das geld bisher ehrlichgesagt zu schade gewesen

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  #7  
Alt 28-02-2006, 17:25
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Zitat:
Zitat von Mr.Fister
andererseits muss ich zugeben, dass ich selber wiederum aus genau dem grund abgeschreckt war, nämlich dass man immer nur den verteidiger hat austeilen sehen aber gross passiert schien ihm selber nie was zu sein ... und das würde nicht ganz zu den berichten passen, die ich von anderen leuten gelesen hab, die derartige seminare in übersee absolviert haben [rmcat, fast-defense, model mugging], wo auch ordentlich ausgeteilt wurde.
denn wenn man es schon besser machen will was den kontakt angeht als andere im weiten sv-feld, gehört da nicht nur schlagen sondern auch getroffen werden dazu.
Was rmcat angeht - die einzigen wo ich die Preise kenne - konkuriere ich dort (noch) nicht. Ich glaube unser Kurs kostet ein siebtel - ganz zu schweigen von den Reisekosten.

In einigen Punkten machen wir die Sachen auch anders als die - doch noch ein bisschen andere Theorie dahinter.

Und es kommt noch etwas hinzu: "gehört da nicht nur schlagen sondern auch getroffen werden dazu" - es ist wirklich nicht einfach mit dem Ding zu kämpfen
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  #8  
Alt 28-02-2006, 17:53
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Zitat:
Zitat von 17x17
Was rmcat angeht - die einzigen wo ich die Preise kenne - konkuriere ich dort (noch) nicht. Ich glaube unser Kurs kostet ein siebtel - ganz zu schweigen von den Reisekosten.
jojo, stimmt schon, rmcat is arschteuer. sind aber eben mit die bekanntesten dank quinn.

der einzig andere, von dem ich die preise "kenne" is lee aldridge von reality based fighting concepts - der nimmt $ 350 pro wochenendkurs ... gilt dafür aber bei vielen auch als der mann auf dem gebiet... zumindest hab ich bisher nie was negatives über den und seine seminare gelesen...

Zitat:
In einigen Punkten machen wir die Sachen auch anders als die - doch noch ein bisschen andere Theorie dahinter.
wenn du magst erzähl mal, ich find das thema ja grundsätzlich interessant

Zitat:
Und es kommt noch etwas hinzu: "gehört da nicht nur schlagen sondern auch getroffen werden dazu" - es ist wirklich nicht einfach mit dem Ding zu kämpfen
glaub ich dir ja
nur sah es auf dem zusammenschnitt meist so aus, als wäre der dummy ein wandelnder boxsack... aber das ist ja jetzt geklärt

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  #9  
Alt 01-03-2006, 07:02
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Zitat:
Zitat von 17x17
Am Ende haben die Teilnehmer meist sofort ohne unterbrechung zugeschlagen
Demnächst in Ihrem Buchhandel: How to become a psycho in one weekend for dummies
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  #10  
Alt 01-03-2006, 08:55
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Zitat:
Zitat von MatzeOne
Demnächst in Ihrem Buchhandel: How to become a psycho in one weekend for dummies
Was ist daran Psycho?

Mit direkt zugeschlagen meine ich folgendes:

Aus der Situation heraus, in der der Dummy laut schreiend die Distanz unterschreitet und sich schon vorher aggressiv verhalten hat schlugen die Teilnehmer in dem Moment zu, in dem der Dummy noch ausholte.
Worauf soll man dann noch warten?

Dann haben sie immer weiter zugeschlagen bis der Gegner zu 100% keine Gefahr mehr dargestellt hat - ich kann hier kein dummes Verhalten feststellen. Aber analysieren wir es doch mal ganz kurz :

Vor mir steht jemand der mir den Weg versperrt und mich offensichtlich provozieren will. Er macht mich verbal dumm an und kommt immer näher. Ich bitte darum in Ruhe gelassen zu werden und werde im Verlauf immer lauter und bestimmter - dabei halte ich Abstand und versuche mich zu entfernen - dies lässt mein Angreifer nicht zu.
Der Andere lässt sich aber nicht davon abhalten oder beruhigen, sondern wird im Gegenteil immer lauter. Plötzlich verkürzt er den Abstand und holt aus.
Preisfrage:
Was soll ich tun?
a) Da ich noch nicht mit absoluter Gewissheit weiß, dass mich der ander schlagen will (vielleicht hat er in mir seinen lang verschollenen Zwilligsbruder erkannt und will mich nur umarmen) warte ich bis ich es sicher weiß, indem ich den ersten Schlag kassiere.
b) Da ich nichts gutes mehr zu erwarten habe, sich der andere im Verlauf der Auseinandersetzung immer weiter "gepusht" hat und ich auch nicht umarmt werden will, haue ich ihm präventiv (und unter einbeziehung des Notfallrechts) auf die Fresse.

Weiter in der Situation - ich habe mich für b) entschieden und bin eine 65Kg Frau:
a) mit allem was ich habe hat mein Angreifer nun eins auf die Fresse bekommen. Jetzt höre ich auf - vielleicht hat sich ja nun eine gemeinsame Basis für ein nettes Gespräch entwickelt und wir werden doch noch Freunde. Vielleicht will er mich jetzt aber auch so richtig verdreschen und ist gewarnt - mal abwarten.
b) Jetzt wo ich einmal angefangen habe nutze ich den Überraschungsmoment und die Wirkung meines ersten Treffers um den Typen immer weiter mit Schlägen einzudecken (hier betreten wir die Grauzone der Rechtssprechung) und ihm auf keinen Fall die Chance zu geben mich zu treffen - denn das könnte mich sofort umhauen. Dies mache ich so lange, bis der andere am Boden ist und keine Gefahr für mich darstellt - jetzt flüchte ich so schnell wie möglich und rufe ihm in einer Telefonzelle Hilfe.

Auch hier entscheide ich mich für b) und habe den Preis gewonnen. Ich komme sicher nach Hause und gehe nicht über das Krankenhaus und ziehe nicht 4 Wochen Krankengeld ein.
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  #11  
Alt 01-03-2006, 09:50
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Zitat:
Zitat von Mr.Fister
wenn du magst erzähl mal, ich find das thema ja grundsätzlich interessant
Ein entscheidender Unterschied ist dieser:

Quinn vertritt die Meinung, dass man ein Training nicht so aufbauen sollte, den Teilnehmern Übungen an die Hand zu geben, die Ihren spontanen Reaktionen entsprechen. Er beschreibt das anhand zweier Positionen für das Schusswaffentraining, Dem "normalen" Stand (leider weiß ich nicht mehr wie dieser heißt. Ich meine den mit gebeugten Beinen, Füße stehen parallel zueinander und es wird aus einer tiefen Position geschossen) und dem "Weaver"-Stand. Der Weaver Stand ist dem angeglichen wie in der Realität am ehesten geschossen wird. (Ein Bein vorn, hoch aufgerichtet - so in etwa) Man ging von der Theorie aus, dass man die Leute einfach so lehrt zu schießen, wie sie es in der realität am ehesten machen werden.

Quinn sagt, dass sie dies aber auch dann nicht im Weaver-Stance machen - warum sollten sie also auf diese Art schießen?
Seiner Meinung nach hat nur ein Training erfolg, in dem immer realistisch trainiert wird - nicht eines, dass mit "Angleichungen" funktioniert.

Meiner Meinung nach ist das nicht so - wir arbeiten mit Übungen die zur Abwehr immer wieder neu den eigenen Reflex benutzten und arbeiten dann prinzipiell nach vorne. Ausgehend von der Theorie, dass man schon froh sein kann, wenn man den ersten unvermittelten Schlag abwehren konnte - eine zweite Chance hat man höchst wahrscheinlich nicht - arbeiten wir dann nach vorne - angreifend.
Auf diese Art hat man keine "Angleichung" an die Realität (Weaver-Stance), sondern immer neue, immer andere Reflexe - die aber in einem geordneten Partnertraining ohne Dummy hervorgebracht werden können.
Er ist der Meinung das man dies nur mit Hilfe des Dummys erreichen kann.

Das ist das was wir "simple-defence" nennen - leider mit der Namensähnlichkeit zu anderen Produkten.

Ansonsten eifern wir Quinn und fastdefence und allen anderen natürlich nach - aber nicht weil es eine sprudelnde Geldquelle wäre - sondern weil es -mMn- die effektivste Methode ist SV zu erlernen.
Ich finde das eine KS/KK-Art die mir nicht hilft mich zu verteidigen am Ziel vorrübergeht - zumindest solange ich keine Gladiatoren-Kämpfe mitmachen will.
Die (in Deutschland übertriebene) Angst des Einzelnen besteht nicht darin in einem Boxring zu landen, sondern auf der Straße plötzlich und unerwartet in eine Auseinandersetzung zu geraten und dort gedemütigt und verletzt zu werden. Um in dieser Situation besser gerüstet zu sein reichen Grundkenntnisse und ein bisschen Erfahrung aus.
Die meisten Menschen die ich kenne haben kein Interesse an einer kompletten Ausbildung in irgendeiner KS/KK - aber sie wollen sicherer sein.
Soll man die im Regen stehen lassen? Schon das größere Selbstvertrauen das gewonnen wird ist es wert einen solchen Kurs anzubieten.
Hier wird immer wieder von falschem Selbstvertrauen und Selbstüberschätzung gesprochen, die dann den Teilnehmer von SV-Kursen zum "Verhängnis" wird.
Wir spielen den Teilnehmern nichts vor und haben ein ziemlich günstiges Preis-Leistungsverhältnis (immerhin arbeiten da zwei Trainer 9-10h für 90€ in einem begrenzten Teilnehmerfeld und lassen sich die Fresse vollhauen ) Fehlerquellen für den Teilnehmer, Mißverständnisse und falsche Einschätzungen sind durch das Konzept schon nahezu ausgeschlossen und die Leute lernen dabei: Auch ein gewonnener Kampf kann ganz schön weh tun.
Sie werden sich danach sicherlich nicht vermehrt in Gefahren begeben, sondern vielmehr die Augen aufmachen und begreifen das Gefahr weniger von Fremden ausgeht, sondern fast immer vorher ein Kontakt stattfindet - und wenn es nur die "Interview-Phase" ist.
Statt hinterher zu sagen:"Ich weiß gar nicht wie das passieren konnte." werden sie nach einem Kurs vorher wissen was da gerade abläuft und es vielleicht verhindern können.
Wo sie früher versucht hätten etwas auszudiskutieren wissen sie nachher das es gar nicht um das Thema geht - und verlassen den Ort des Geschehens in dem Wissen das sie nicht feige sondern klug handeln.
Die meisten Leute sind sich gar nicht darüber im Klaren, dass es Menschen gibt die andere Grenzen und Regeln haben - sie kriegen plötzlich eins aufs Maul während sie noch dachten, dass sie sich in einer Diskussion befanden.

Dies sind alles Dinge die man in zwei Tagen vermitteln kann und gleichzeitig noch den Teilnehmern die Gelgenheit gibt Erfahrung mit Adrenalin und Kampf zu machen - wo sollen sie die Erfahrungen ansonsten machen?
Sollen sie sich in Kneipen rumtreiben und Ärger machen?

In diesem Forum werden immer wieder Fragen mit dem Thema "Habe ich/mein Freund sich richtig verhalten?" von Menschen die zum größten Teil eine KS/KK betreiben - ich finde es cleverer darüber im Vorhinein nachzudenken und nicht erst dann, wenn ich nach einem Anwalt fragen muss, der auf meinen Fall spezialisiert ist.
Als ich noch Aikido gemacht habe war da keiner der mit mir über Rechte, "Interview-Phasen", Adrenalin oder sonstetwas geredet hat, bzw. mich darüber aufgeklärt hat.

Wenn hier von falschem Selbstvertrauen und Selbstüberschätzung gesprochen wird, das den Teilnehmer von SV-Kursen zum "Verhängnis" wird - wie steht es mit dem falschen Selbstvertrauen, das in etlichen Schulen in jahrelangem Training vermittelt wird?

In einem normalen Training lässt man den anderen immer wieder in Distanzen, in die ein Gegner einfach nicht gehört. Dies ist notwendig um die Übungen kontrolliert zu trainieren. Wenn ich hier das Beispiel WT nehme (so gut wie jeder andere Stiel kann hier ebenfalls genannt werden) so trainiere ich Chi-Sao ständig in einer Distanz in der ein potentieller Gegner nichts zu suchen hat - dabei gewähne ich mich aber daran, jemand fremden in diese Distanz zu lassen. Die KANN zur Folge haben, dass sich mein Distanzgefühl eher zum Schlechteren als zum Besseren entwickelt.

Das gleiche gilt für die Schläge - wenn ich meine Treffer über 10 Jahre lang häufiger andeute als durchziehe gewöhne ich mich daran meine Schläge zu stoppen wo sie durchgezogen werden sollten.

Aber dennoch glauben die meisten das sie sich im Ernstfall verteidigen könnten - Selbstüberschätzung? Falsches Sicherheitsgefühl?
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  #12  
Alt 01-03-2006, 09:59
Benutzerbild von itto_ryu
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Klingt sinnvoll im Sinne der SV.
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  #13  
Alt 01-03-2006, 10:17
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Zitat:
Zitat von itto_ryu
Klingt sinnvoll im Sinne der SV.
Danke - und das ist es worum wir uns bei e-s-s kümmern wollen.
Für einen Cage fight ist das natürlich alles Käse.
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  #14  
Alt 06-03-2006, 08:43
Benutzerbild von Stoiker
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@17x17
Sehr schöne Darstellung und Begründung, wie sinnvolles SV-Training aussehen sollte! Einige Fragen, die mich interessieren, hätte ich noch:

1) Hast Du Literaturverweise auf die von Dir angesprochenen Untersuchungen hinsichtlich dem menschlichen Verhalten unter Stress (normaler und tierischer Speicher)? Ich selber habe nämlich nie wissenschaftlich seriöse Werke gefunden, sondern eher Erlebnisberichte und persönliche Meinungen.

2) Ebenso wie Nr. 1: hast Du brauchbare Literatur bzw. Lehrvideos zum Thema "Deeskalation"? Ich habe hier nur Material aus dem Bereich der Jugendarbeit gefunden.

3) auf der Homepage steht, dass keine Techniken, sondern Konzepte unterrichtet werden. Aber muss ich nicht mit einem Mindestbasisniveau an Techniken anfangen, wenn ich einen absoluten Neuling vor mir habe (z.B. "nein, den Kniestoß nicht mit einem Fingerstich abblocken" bzw. mal einfache Hammerfists auf Schlagpolster schlagen, um ein Gefühl dafür zu entwickeln)?

4) Viele Deiner Beschreibungen klingen nach Konzepten, die ich von anderen Gruppen her kenne, speziell der Combatives Szene (Dennis Martin, Kelly McCann, Lee Morrison, John Kary, Carl Cestari, Geoff Todd, Geoff Thompson,...). Sind Material bzw. Konzepte dieser Gruppen in das e-s-s-System eingeflossen (falls Du mit den Namen nichts anfangen kannst, hat sich die Frage eh erledigt ).

Danke im voraus für die Antworten!

Gruß
Stoiker
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  #15  
Alt 06-03-2006, 09:14
Benutzerbild von Sam Fisher
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Hab den Thread jetzt erst entdeckt...

Ich find das Konzept ziemlich gut....und ich schätze 17x17 auch so ein, dass er immer bemüht ist, sein Konzept weiter zu verbessern. Was er da macht, ist doch jetzt schon besser (und preiswerter!) als der ganze Quatsch, der in der Volkshochschule und so angeboten wird.

Wenn SV-Kurse...dann bitte so!
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Sam Fisher
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