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  #1  
Alt 24-02-2011, 10:01
Benutzerbild von MrDeifel
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Standard Größter Vorteil von Hybrid Training - Schlaghemmung nehmen?

Wenn ein Karateka gut ist, kann er sich gut verteidigen, wenn ein JuJutsuka gut ist, kann er sich gut verteidigen, selbst wenn ein Aikidoka gut ist, kann er sich gut verteidigen.

Was macht ein Hybrid System den "traditionellen" System gegenüber von Vorteil? Den einzigen Vorteil, welchen ich bisher erkennen konnte, war, dass dort konsequent gepredigt wird auch teilweise sehr schmerzhafte Techniken anzuwenden. Finger in die Augen, Ellenbogen zur Nase usw usf. Klar gibt es diese Techniken auch in den von mir oben genannten Systemen auch. Nur habe ich auf einigen Lehrgängen (in meinem Training z Glück nicht) die Erfahrung gemacht, dass diese Techniken zwar beigebracht werden aber einfach, weil sie zB an der Gürtelprüfung verlangt werden.

Stimmt das, dass in den Hybriden auch viel in dem Gebiet der Schlaghemmung (nicht im Sinne von Erstschlag, sondern Verteidigend) nehmen gearbeitet wird?
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  #2  
Alt 24-02-2011, 10:07
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Jedes System mit Sparring arbeitet darauf hin. Verzichtet der Hybride auf Sparring, wird sich auch an der Schlaghemmung nichts ändern.
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  #3  
Alt 24-02-2011, 10:09
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Zitat:
Zitat von *Lars* Beitrag anzeigen
Jedes System mit Sparring arbeitet darauf hin. Verzichtet der Hybride auf Sparring, wird sich auch an der Schlaghemmung nichts ändern.
Naja, aber Sparring oder Randori gibts in Kampfsportarten wie TKD oder Karate oder JJ auch, aber trotzdem ist die Mentalität dabei ne andere scheint mir.
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  #4  
Alt 24-02-2011, 10:14
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du lernst im Sparring den Abbau der Schlaghemmungen (spätestens wenn Du ein paar kassiert hast)...

wieso sollte z.b. ein Kyokushin Karateka mehr Schlaghemmung haben als ein Hybrid-Trainierender, der noch nie Sparring gemacht hat ?
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  #5  
Alt 24-02-2011, 10:15
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Weiß ich nicht, deshalb habe ich den Thread ja erstellt

Vielleicht aufgrund der Mentalität, welche mit gewissen Trainingssituationen kommt. Dem Respekt vor dem Gegner usw....
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  #6  
Alt 24-02-2011, 10:21
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Welche Mentalität?

Ich wage zu behaupten, dass der durchschnittliche Hybrid-Trainierende nicht "skrupelloser" ist, sonst würde er sich kein System suchen, damit er sich selbst verteidigen kann.
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  #7  
Alt 24-02-2011, 10:31
Paul_Kersey
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Mein Senf:

Ich bemerke immer wieder dass das Problem bei den Leuten die zur SV kommen eigentlich vielschichtiger ist.
Es ist nicht nur die Schlaghemmung allein sondern ein Komplex aus verschiedenen Hemmungen die stufenförmig aufgebaut sind.

Die Hemmung laut zu werden bspw. um den Gegner in die Schranken zu weisen.
Die Hemmung sich überhaupt zu wehren
Die Hemmung konsequent in den Mann rein zu gehen, also wirklich Nahkampf zu betreiben und zuletzt die angesprochene Schlaghemmung und die Hemmung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wie ein Strafgericht Gottes auf den Angreifer niederzuprasseln.

Wie Lars schon sagte gibt es eigentlich keinen großen Unterschied bei dem Abbau von Schlaghemmungen an sich zwischen Hybridsystemen und Wettkampf - Vollkontakt Systemen.

Der Unterschied liegt mMn. eher darin dass der durchschnittliche VK´ler mit weniger Hemmungen kommt als der durchschnittliche SV´ler der ja eigentlich erstmal nicht kämpfen will.

Was allerdings wiederum bei fast allen ziemlich gleich ausgeprägt ist, ist die Hemmung zum erwähnten Strafgericht zu werden. Will sagen: Der unvorbelastete SV´ler hat diese Hemmung genauso wie viele Kampfsportvorgeprägte die zur SV kommen.

Das vorgehen ist aber nun mal so dass ich mein Leben nicht durch Punkttreffer oder einen Wettkampfartig zu erringenden KO verteidige sondern durch den Einsatz brutaler Gewalt.

Also: Ran an den Speck, solang und so brutal drauf wies geht und weg.

Ich denke genau da liegt ein gewisser Unterschied zwischen SV Hybriden und anderen Systemen. Von Vorteil kann man eigentlich nicht sprechen weil diese Vorgehensweise rein für die SV Sinn macht und so bspw. im Wettkampftraining nix zu suchen hat.
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  #8  
Alt 24-02-2011, 10:35
Benutzerbild von BenitoB.
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ein gutes hybrides system beinhaltet kontakt/sparringskämpfe und spezielle drills/szenarios, die gezielt auch am abbau der schlaghemmung arbeiten.
hybride systeme wurden entwickelt um den normalbürger mit relativ einfachen mitteln und in relativ kurzer zeit wehrhafter zu machen und ihm wichtige tools in der selbstverteidigung mitzugeben.dazu gehört halt auch die schulung des kampfes an sich und des "draufhauen".

der größte "vorteil" eines hybriden systems ist die ausschließliche und alleinige fokussierung auf den bereich selbstverteidigung. dabei spielen fragen wie gürtelprüfungen,spirituelle aspekte, wettkämpfe, perfekte technik oder formenläufe keine,oder nur eine absolut untergeordnete, rolle.es sollte so sein,dass von anfang an der fokus auf den kampf und mentale stärke gelegt wird,erreicht durch spezielle simulationen, die man in klassischen kampfsportarten größtenteils nicht übt.

ein weiterer vorteil ist,dass ein hybrides system sich "schamlos" an anderen systemen bedient, so fern dort eine erweiterungswürdige technik gelehrt wird. soll heissen hybride systeme entwickeln sich ständig weiter und beharren nicht auf techniken,wenn sich herausstellt das andere besser funktionieren.

hybride systeme sind kampfsportarten nicht überlegen,sie befassen sich halt ausschließlich mit dem bereich selbstverteidigung. nicht um sich mit wettkämpfern messen zu können ,sondern um leuten mehr sicherheit mit auf den weg zu geben,die sich ausschließlich dafür interessieren.
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Geändert von BenitoB. (24-02-2011 um 10:41 Uhr). Grund: fählär
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  #9  
Alt 24-02-2011, 10:38
Paul_Kersey
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@ Benito:

Schöner "Grundlagen" Post !
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  #10  
Alt 24-02-2011, 10:44
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von meinem training kann ich sagen, dass gezielt immer mehr stress aufgebaut wird im training, an den wird sich angepasst, wenn man damit kontrolliert umgehen kann wird das level erhöht. machen wir viel mit 2 vs 1 situationen ohne berühren, leichtem druck, mehr druck usw usf, das lässt einen so ein bisschen diesen instinkt entwickeln immer alles im auge zu haben (zumindest sobalds knallt) und wirklich zu agieren, dauerhaft, kompromisslos und alles andere ist egal. dieses "on"-schalten ist so wichtig und das wird in vielen hybriden glaub ich doch geschult (also ähnlich wie das was paul sagt)
wenn kein sparring, und vor allem auch kein VK sparring gemacht wird, dann bringt einem das ganze aber auch nichts.

ansonsten sehe ich gar nicht so den riiiiesne unterschied zwischen einem "hybriden" und einer klassischen VK-kk, die klassische hat sich ja auch mal irgendwer ausgedacht, ist halt nur länger her. aber auch da haben sich ja viele modernen situationen angepasst.
hybride sind vll. etwas zügiger was diese "klopper"-einstellung angeht. aber für den feinschliff und alles braucht man am ende genau so lang wie bei den klassischen.
gruß
Bjarne
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  #11  
Alt 24-02-2011, 10:57
Benutzerbild von Mr.Fister
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Zitat:
Zitat von MrDeifel Beitrag anzeigen
Was macht ein Hybrid System den "traditionellen" System gegenüber von Vorteil?
du hast zwar deine frage in eine ganz bestimmte richtung gestellt - nbämlich schlaghemmungsabbau-, ich sehe den vorteil eines hybridsystems jedoch in einer ganz anderen ecke:

die meisten hybridsysteme arbeiten mit einem reduzierten techniksatz, wo im wesentlichen einfache, grobmotorische aber dafür eben auch hochprozentige techniken vermittelt werden, die daher eben auch relativ schnell eingeschliffen werden können und somit ebenso relativ schnell "verfügbar" sind. das ganze wird dann kombiniert mit einem entsprechenden mindset, welcher grobgesagt i.d.r. in richtung "vorwärtsverteidigung" geht.

dann noch der von benito bereits angesprochene fokus auf "reine" sv ohne optische kriterien, prüfungen oder wettkämpfe.

all das sorgt - i.d.r. - für eine deutlich schnellere verteidigungsfähigkeit als bei den von dir angesprochenen traditionellen systemen.
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  #12  
Alt 24-02-2011, 11:05
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Hybridsysteme sind keine Wunderkonzepte.

Sie sind nur entrümpelt, vereinfacht und reduziert. Mit einem Fiat 500 kann ich schneller zurecht kommen, als mit einem Formel-1-Wagen.

Hinzu kommt dann noch Stress- und Szenario-Training, das es so m.E. in traditionellen Systemen nicht gibt.

Ich würde sogar dreist behaupten, aus vielen traditionellen KKen könnte man unter Berücksichtigung dieser zwei, drei Punkte ein Hybridsystem stricken.
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  #13  
Alt 24-02-2011, 11:34
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Vielleicht erkennt man ja auch in dem einen oder andern alten System noch den eigenen hybriden Geburtskern?
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  #14  
Alt 24-02-2011, 11:53
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Kampfkunst: Ching Wu Men Kung Fu;TaiJi Yang-Stil; Shaolin Quan Tuan Ta
 
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ich persönlich unterrichte traditionelles Kung Fu, baue in mein training trotzdem stress und drill mit ein...
natürlich kann man nur bedingt stress beim formenlaufen aufbauen, während das bei partnerübungen schon gaNZ anders aussieht...nebenebi gibts ja auch sparring....und wenn das dyann nach keysi-manier abläuft mqacht es den leuten trotzdem spass...

ps: womit dann auch die schlaghemmung gesenkt wird
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  #15  
Alt 24-02-2011, 12:07
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Zitat:
Ich würde sogar dreist behaupten, aus vielen traditionellen KKen könnte man unter Berücksichtigung dieser zwei, drei Punkte ein Hybridsystem stricken.
Sehe ich auch so. Karate hat prinzipiell ja auch alles, was man für die SV benötigt. Was den SV-Gedanken behindert, sind natürlich die Grundschule (für Prüfungen) und die Kata als solches. Das sind Elemente, die zwar das Karate ausmachen, aber gerade Richtung SV eine Kurve bzw. fast ne Kehrtwendung sind. Also kann es passieren, dass man sich in klassischen KKs etwas verläuft und viel Zeit investiert, ohne wirklich kampffähig zu werden.

Wenn mein Trainer ein SV-Stunde im Karate macht, unterscheidet sich das fast überhaupt nicht von einem KM-Training/Seminar im Ablauf (Pratzen usw.). Es fehlt eigentlich nur das besagte Stress- und Szenariotraining. Da werden dann keine hohe Tritte gemacht und die Hände bleiben am Kopf zum Schutz (es wird auch aus dem "Fence" gearbeitet) und viel Fokus auf Nahdistanz gelegt (weil da ist der Karateka eben ziemlich überfordert). Leider sind das nur sporadische Trainingsstunden und der Hauptteil ist eben immer dazu da auf Prüfungen vorzubereiten und aufs eigentliche Karate.^^
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