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  #1  
Alt 01-03-2010, 13:47
Benutzerbild von Zhijepa
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Kampfkunst: .
 
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Standard Editorial Kernspecht >WingTsun-Techniken verändern?<

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Aufgrund meiner praktischen und wissenschaftlichen Arbeit der letzten Jahre haben sich im Unterrichtsprogramm einige Änderungen ergeben. Dies warf Fragen auf: Wann darf man WingTsun verändern? Was darf man im WingTsun verändern? Was nicht? Und was muss geändert werden?

WANN darf man WingTsun verändern?
Nur ein Großmeister, der die gesamte Strategie und Taktik des WingTsun und die chinesische Philosophie kennt, darf Veränderungen vornehmen und er darf es sich damit nicht leicht machen.
Ich habe mir erst erlaubt, lange anstehende Veränderungen zu beginnen, nachdem ich vor zehn Jahren von meinem SiFu Leung Ting den 10. Meistergrad zugesprochen bekam.

WAS darf man im WingTsun verändern?
WingTsun ist nach unserer Auffassung ein inneres Kampfsystem oder, um es anders auszudrücken, ein prinzipienorientiertes System. Wäre es technikorientiert, wie die äußeren Stile (Karate, TaekwonDo, Shaolin usw.), dann wäre WingTsun die Summe seiner Techniken (Kettenfauststoß, BongSao usw.) und alle Techniken wären heilig und unantastbar.
Unser WingTsun besteht aber nur für den Anfänger aus festgeschriebenen Techniken. Für den Fortgeschrittenen sind Techniken, wie man sie aus den Formen extrahieren kann, nur beliebige Beispiele, die dazu dienen sollen, das übergeordnete Konzept und die Prinzipien zu verstehen und zu verinnerlichen; denn Prinzipien lernt man nicht durch Auswendiglernen von Regeln, sondern durch möglichst viele verschiedene Beispiele. Diese findet man in den Solo- und Partnerformen und darin besteht u.a. deren Wert.
Natürlich darf oder muss ein Großmeister die Beispiele verändern, wenn sich die Situation verändert hat. Gäbe es Angreifer mit drei Armen und einem zweiten Kopf auf dem Rücken, wäre es höchste Zeit, die Beispiele (Techniken) zu verändern.

Was darf man im WingTsun NICHT verändern?
Man darf das Gesamtkonzept und die Prinzipien nicht verändern, denn darin ist die geniale WingTsun-Kampflogik enthalten. Diese Logik ist nicht zu verbessern. Aus den terminierenden Prinzipien und den Unterprinzipien entstehen in der Interaktion mit dem Gegner Bewegungen des Augenblicks. Diese Bewegungen werden nicht „gemacht“ und nicht geplant und nicht ausgeführt. Sie „geschehen“ (Wu Wei). Streng genommen „macht“ und bestimmt der Gegner unsere Bewegungen im WingTsun.
Damit sich die ganze Wirkung des WingTsun entfaltet, damit wir mühelos Wirksamkeit bewirken, ohne sie erzielen zu wollen, dürfen wir die Prinzipien niemals verändern. Die WingTsun-Prinzipien sind es, was WingTsun ausmacht. Nur für Laien und Anfänger ist WingTsun ein BongSao oder das Training an der Holzpuppe.
Wer auf die Idee kommt, sich z.B. aus WingTsun, Escrima und Ju-Jitsu etwas zusammenzubasteln, mag durchaus etwas kombiniert haben, was – für ihn persönlich – funktioniert, aber WingTsun ist es nicht! WingTsun ist es nur, wenn die WingTsun-Prinzipien jede Bewegung hervorbringen.

Was MUSS man heutzutage im WingTsun verändern?
1. Unsere potentiellen Angreifer haben zwar noch keinen dritten Arm, aber was schlimmer ist, sie benutzen immer häufiger mitgeführte Messer. Mancher, der heute nicht mehr lebt, glaubte, von einem Fauststoß in den Bauch getroffen zu werden. Als er verblutete, merkte er es zu spät.
Wir müssen ab sofort aus der veränderten Gefahrenlage die Konsequenz ziehen und jeden vermeintlichen Fauststoß wie einen Messerstich behandeln. Aufgrund der veränderten Reichweite ändert sich notgedrungen unsere Körperhaltung: Wir werden uns öfter vorbeugen und zurücklehnen müssen. Aber das ist nichts Neues. Das lernt man im Rahmen der 3. Form des WingTsun und natürlich bei der Arbeit mit den klassischen WT-Doppelmessern.

2. Fairness ist seit Beginn der 1980er Jahre auf der Straße nicht mehr zu erwarten.
Wir haben es heute auf Bahnhöfen, Parkplätzen, in Bussen und U-Bahnen mit mehr als nur einem Angreifer zu tun.
Konsequenzen: Eine Hand muss für einen Angreifer reichen, die zweite Hand wird für den zweiten Angreifer benötigt.
Weiterhin muss Schluss mit dem exzessiven Wenden und Gewichtverlagern sein, denn sonst bieten wir dem zweiten Angreifer unseren Rücken an.
Wir müssen verstärkt üben, wie wir am Boden nicht von den Tritten der Angreifer getroffen werden; denn das ist neben Messerstichen die tödliche Gefahr, auf die wir uns und unsere Schüler heutzutage vorbereiten müssen.

WingTsun, so schrieb ich schon vor über 30 Jahren, ist aus Tradition untraditionell. WingTsun ist zum einen Philosophie in Bewegung und zum anderen praktische Wissenschaft. Und das Zauberwort im WT ist „Adaptation“. Passen wir uns also der neuen Gefahrenlage an. Dazu ist keine Veränderung der ewig wahren Prinzipien nötig!

Euer SiFu/SiGung Keith R. Kernspecht
www.wingtsunwelt.com
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  #2  
Alt 01-03-2010, 13:50
Benutzerbild von miskotty
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hmmm...wenn er so auf messerangriffe fixiert ist müsste er seeeeeehr viel ändern.
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www.unlimitedcombatsystem.de
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  #3  
Alt 01-03-2010, 13:58
Benutzerbild von Graf von Montefausto
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Kampfkunst: Keysi
 
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Zitat:
Zitat von Zhijepa Beitrag anzeigen
Aufgrund der veränderten Reichweite ändert sich notgedrungen unsere Körperhaltung: Wir werden uns öfter vorbeugen und zurücklehnen müssen [...]
Wir haben es heute auf Bahnhöfen, Parkplätzen, in Bussen und U-Bahnen mit mehr als nur einem Angreifer zu tun.
Konsequenzen: Eine Hand muss für einen Angreifer reichen, die zweite Hand wird für den zweiten Angreifer benötigt.
Weiterhin muss Schluss mit dem exzessiven Wenden und Gewichtverlagern sein, denn sonst bieten wir dem zweiten Angreifer unseren Rücken an. [....]
tja..von wegen, seine neuesten Videos zeigen keine Anwendungen
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  #4  
Alt 01-03-2010, 13:59
Benutzerbild von cravor
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Kampfkunst: Thaiboxen / Alpha Combat System (auf Seminaren) / WingTsun
 
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Zitat:
Zitat von miskotty Beitrag anzeigen
hmmm...wenn er so auf messerangriffe fixiert ist müsste er seeeeeehr viel ändern.

Siehe hier:

Zitat:
1. EWTO-Leadership-Kongress
Am 21. Mai 2010 wird in diesem Jahr zum ersten Mal unter Leitung von GM Keith R. Kernspecht der Leadership-Kongress in der Stadthalle Hockenheim durchgeführt.

[...]

Die Themen des ersten Leadership-Kongresses sind u.a.:

• Einführung in das Messerprogramm der EWTO
• Neue Prüfungsbedingungen für Lehrergrade
• Der Kern und die Struktur der neuen Schülerprogramme (theoretisch und praktisch)
• Das Baukastensystem im Schülerprogramm

Ich will gar nicht wissen, was das wird...und schon wieder neue Schülerprogramme
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  #5  
Alt 01-03-2010, 14:08
Pate 2
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Da stehen einige wahre Dinge drin, aber ich würde mich heute nicht Kernspecht anvertrauen, damit er mich auf die neuen Gefahren vorbereitet.

Was macht ihn eigentlich zum "Messerkampf-Experten" ? Ich war nicht lange genug beim WT dabei, um irgendwie zu merken, inwiefern WT Messerabwehren beinhaltet (abgesehen von dem tollen Video, was wir alle gesehen haben). Es gibt zwar die Doppelmesser, aber die haben nicht so viel mit kleinen Neckknifes und Springmessern gemeinsam, die auf der Straße so weit verbreitet sind.

Geändert von Pate 2 (01-03-2010 um 14:24 Uhr).
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  #6  
Alt 01-03-2010, 14:19
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Kampfkunst: WingRevoluzzer
 
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Alter: 37
Beiträge: 2
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Das ganze ist doch nur noch einmal wieder ein schlecht verschleierter Angriff auf Victor G., der es gewagt hat, die unantastbaren WT-Prinzipien zu ändern ohne vorher vom Gottkönig Leung Ting zum 10. Übermeistergrad geadelt worden zu sein... er kann's einfach nicht lassen...
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  #7  
Alt 01-03-2010, 14:32
Benutzerbild von J-M-91
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Mit WANN, WAS, NICHT stimme ich grundsätzlich zu (wobei ein bisschen Arrogant von wegen NUR ein Großmeister)

Aber bei MUSS denke ich gibt es einige Bedenklichkeiten,
JEDEN Angriff als bewaffnet ansehen?
Wäre es nicht schlauer das erkennen von bewaffneten Angriffen zu schulen?

Einen Gegner mit einer Hand zu kontrollieren halte ich auch für fragwürdig

und bei dem aufhören mit dem exzessiven Wenden,
weiß ich nicht genau. Kommt darauf an wie die Lösung jetzt aussieht


Und ob man sich wärend dem Bodenkampf noch gegen Tritte anderer wehren kann...?
__________________
Hindernisse können mich nicht aufhalten; Entschlossenheit bringt jedes Hindernis zu Fall.
-Leonardo da Vinci-
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  #8  
Alt 01-03-2010, 14:39
Benutzerbild von angHell
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Kampfkunst: Ving Tsun Kung Fu
 
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Beiträge: 5.420
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Zitat:
Zitat von Zhijepa Beitrag anzeigen
WAS darf man im WingTsun verändern?
WingTsun ist nach unserer Auffassung ein inneres Kampfsystem oder, um es anders auszudrücken, ein prinzipienorientiertes System. Wäre es technikorientiert, wie die äußeren Stile (Karate, TaekwonDo, Shaolin usw.), dann wäre WingTsun die Summe seiner Techniken (Kettenfauststoß, BongSao usw.) und alle Techniken wären heilig und unantastbar.
Aua, jaja, diese äußeren Stile wieder...
Die sind auch einfach zu blöd zum sch eisen.

Zitat:
Streng genommen „macht“ und bestimmt der Gegner unsere Bewegungen im WingTsun.
jaja, das hat natürlich gar nichst mit passivität zu tun...

Zitat:

Was MUSS man heutzutage im WingTsun verändern?
1. Unsere potentiellen Angreifer haben zwar noch keinen dritten Arm, aber was schlimmer ist, sie benutzen immer häufiger mitgeführte Messer. Mancher, der heute nicht mehr lebt, glaubte, von einem Fauststoß in den Bauch getroffen zu werden. Als er verblutete, merkte er es zu spät.
Wir müssen ab sofort aus der veränderten Gefahrenlage die Konsequenz ziehen und jeden vermeintlichen Fauststoß wie einen Messerstich behandeln. Aufgrund der veränderten Reichweite ändert sich notgedrungen unsere Körperhaltung: Wir werden uns öfter vorbeugen und zurücklehnen müssen. Aber das ist nichts Neues. Das lernt man im Rahmen der 3. Form des WingTsun und natürlich bei der Arbeit mit den klassischen WT-Doppelmessern.
genau, denn vor und zurücklehnen sind die Mittel gegen Messerangriffe - *stolper* - denke da wäre regelmäßiges Lauftraining sinnvoller...

Zitat:
2. Fairness ist seit Beginn der 1980er Jahre auf der Straße nicht mehr zu erwarten.
Genau, damals, wo noch Ehre auf den Straßen herrschte...

Zitat:
Wir haben es heute auf Bahnhöfen, Parkplätzen, in Bussen und U-Bahnen mit mehr als nur einem Angreifer zu tun.
Konsequenzen: Eine Hand muss für einen Angreifer reichen, die zweite Hand wird für den zweiten Angreifer benötigt.
Yo, auch das natürlich die taktische Wahl Nr. 1 gegen mehrere Angreifer, die eine Hand kümmert sich um den einen, die andere um den anderen - mit dem Fuß stell ich den Dritten, nur wer kratzt mich jetzt noch am Sack? ich würde mal sagen zuviele Kungfu-Filme gesehen...

Also ich lese das Zeug ja normalerweise nicht, aber ich muss sagen, ich habe mich schon amüsiert, aber doch mit einem weinenden Auge...eieiei....
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  #9  
Alt 01-03-2010, 14:40
Benutzerbild von Trinculo
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Kampfkunst: 没有, Ni NT, ничего, SFA
 
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Zitat:
Zitat von difool Beitrag anzeigen
Das ganze ist doch nur noch einmal wieder ein schlecht verschleierter Angriff auf Victor G., der es gewagt hat, die unantastbaren WT-Prinzipien zu ändern ohne vorher vom Gottkönig Leung Ting zum 10. Übermeistergrad geadelt worden zu sein... er kann's einfach nicht lassen...
Ja, sieht ganz so aus

Zitat:
Zitat von Zhijepa Beitrag anzeigen
Wer auf die Idee kommt, sich z.B. aus WingTsun, Escrima und Ju-Jitsu etwas zusammenzubasteln, mag durchaus etwas kombiniert haben, was – für ihn persönlich – funktioniert, aber WingTsun ist es nicht! WingTsun ist es nur, wenn die WingTsun-Prinzipien jede Bewegung hervorbringen.
Zitat:
Zitat von Zhijepa Beitrag anzeigen
Wir haben es heute auf Bahnhöfen, Parkplätzen, in Bussen und U-Bahnen mit mehr als nur einem Angreifer zu tun.
Konsequenzen: Eine Hand muss für einen Angreifer reichen, die zweite Hand wird für den zweiten Angreifer benötigt.
Klar, eine Hand reicht für den Gegner. Weshalb man das jahrzehntelang anders geübt hat? Man muss sich ja noch steigern können. Warum sollte es auch nicht funktioneren, mit zwei Händen gleichzeitig gegen zwei Gegner zu kämpfen? Viele Mantel-und-Degen-Filme machen es erfolgreich vor.
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  #10  
Alt 01-03-2010, 14:45
TheCoil
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Zitat:
Nur ein Großmeister, der die gesamte Strategie und Taktik des WingTsun und die chinesische Philosophie kennt, darf Veränderungen vornehmen
Ganz wichtig, denn wer die chinesische Philosophie nicht kennt, hat auf deutschen Straßen keine Chance mehr... erst recht nicht gegen Chinesen-Deutsche!

Zitat:
Unser WingTsun besteht aber nur für den Anfänger aus festgeschriebenen Techniken. Für den Fortgeschrittenen [...]
Ich habe mir mal von einem WT-Lehrer sagen lassen, "fortgeschritten" wäre man nach ca. 5-6 Jahren. Also mache ich 5-6 Jahre festgeschrieben Techniken? Ist das der Sinn des Lernens von SV-Systemen?

Zitat:
Man darf das Gesamtkonzept und die Prinzipien nicht verändern, denn darin ist die geniale WingTsun-Kampflogik enthalten. Diese Logik ist nicht zu verbessern. Aus den terminierenden Prinzipien und den Unterprinzipien entstehen in der Interaktion mit dem Gegner Bewegungen des Augenblicks. Diese Bewegungen werden nicht „gemacht“ und nicht geplant und nicht ausgeführt. Sie „geschehen“ (Wu Wei). Streng genommen „macht“ und bestimmt der Gegner unsere Bewegungen im WingTsun.
Wirklich genial diese Logik im WT... Als meine Freundin mal mit ihrer Bekannten zu einem Probetraining gegangen ist, hieß es

Lehrerin: "Greif mal mit einem Schlag an!"
Freundin greift an...
L: "Nee, so nicht, sondern so... Dann mache ich das und das"
F: "Und wenn ich aber so schlage?"
L: "Das macht ja auf der Straße niemand"

Stimmt, wer schlägt schon auf der Straße eine rechte Gerade... verrückte Welt!


Zitat:
1. Unsere potentiellen Angreifer haben zwar noch keinen dritten Arm, aber was schlimmer ist, sie benutzen immer häufiger mitgeführte Messer.
Gut, dass zumindest die Kriminalstatistik etwas anderes sagt... Also ich wurde noch nie mit einem Messer o. Ä. bedroht und kenne auch NIEMANDEN dem das passiert ist. Was nicht heißen soll, dass es gar nicht vorkommt...

Zitat:
2. Fairness ist seit Beginn der 1980er Jahre auf der Straße nicht mehr zu erwarten.
Stimmt, wenn ich da so an die ruhigen und fairen frühen 40er Jahre zurückdenke... Oder die 60er, Hippies gegen Gutbürger etc.

Zitat:
Eine Hand muss für einen Angreifer reichen, die zweite Hand wird für den zweiten Angreifer benötigt.





Diese WT-Dudes sind einfach saukomisch...
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  #11  
Alt 01-03-2010, 15:02
Benutzerbild von Graf von Montefausto
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Kampfkunst: Keysi
 
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Zitat:
Zitat von Trinculo Beitrag anzeigen
Klar, eine Hand reicht für den Gegner. Weshalb man das jahrzehntelang anders geübt hat? Man muss sich ja noch steigern können. Warum sollte es auch nicht funktioneren, mit zwei Händen gleichzeitig gegen zwei Gegner zu kämpfen? Viele Mantel-und-Degen-Filme machen es erfolgreich vor.
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  #12  
Alt 01-03-2010, 15:07
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  #13  
Alt 01-03-2010, 15:14
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Kampfkunst: (Sport-)Judo, Allkampf, über den Tellerrand gucken
 
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Zitat:
Zitat von K.R.K
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Aufgrund meiner praktischen und wissenschaftlichen Arbeit der letzten Jahre haben sich im Unterrichtsprogramm einige Änderungen ergeben. Dies warf Fragen auf: Wann darf man WingTsun verändern? Was darf man im WingTsun verändern? Was nicht? Und was muss geändert werden?

WANN darf man WingTsun verändern?
Nur ein Großmeister, der die gesamte Strategie und Taktik des WingTsun und die chinesische Philosophie kennt, darf Veränderungen vornehmen und er darf es sich damit nicht leicht machen.
Das schraenkt den Kreis ja schon mal etwas ein.
Ich habe mir erst erlaubt, lange anstehende Veränderungen zu beginnen, nachdem ich vor zehn Jahren von meinem SiFu Leung Ting den 10. Meistergrad zugesprochen bekam.
Ab GM waere es ok, aber der Anstand verlangt dann eigentlich doch den 10. Grad ... oder den Namen Kernspecht. Warum musste er denn so lange warten, wenn lang anstehende Veraenderungen notwendig geworden sind? Hat er auf die Erleuchtung mit dem 10. Grad gewartet?

WAS darf man im WingTsun verändern?
WingTsun ist nach unserer Auffassung ein inneres Kampfsystem oder, um es anders auszudrücken, ein prinzipienorientiertes System. Wäre es technikorientiert, wie die äußeren Stile (Karate, TaekwonDo, Shaolin usw.), dann wäre WingTsun die Summe seiner Techniken (Kettenfauststoß, BongSao usw.) und alle Techniken wären heilig und unantastbar.
Es waere mir neu, dass Karate (alle Stile?) und Co keinen Wert auf Prinzipien legen.
Unser WingTsun besteht aber nur für den Anfänger aus festgeschriebenen Techniken.
Anfaenger bis 5. Pg oder 8. Pg?
Für den Fortgeschrittenen sind Techniken, wie man sie aus den Formen extrahieren kann, nur beliebige Beispiele, die dazu dienen sollen, das übergeordnete Konzept und die Prinzipien zu verstehen und zu verinnerlichen; denn Prinzipien lernt man nicht durch Auswendiglernen von Regeln, sondern durch möglichst viele verschiedene Beispiele. Diese findet man in den Solo- und Partnerformen und darin besteht u.a. deren Wert.
Darum korrigiert der Herr Kernspecht den Bong Sao milimeterweise.

Natürlich darf oder muss ein Großmeister die Beispiele verändern, wenn sich die Situation verändert hat. Gäbe es Angreifer mit drei Armen und einem zweiten Kopf auf dem Rücken, wäre es höchste Zeit, die Beispiele (Techniken) zu verändern.
Der vielzitierten Legende nach, wurde WT doch von einer schwaecheren Frau entwickelt, um einen staerkeren Mann zu neutralisieren ... im Speziellen einen, in den 'auesseren' oder long-fist orientierten Stilen trainierten, Mann. Von einem universellem System habe ich in diesem Zusammenhang nie gelesen.

... mal abgesehen davon, dass Zentrallinie, Chi Sao, Keilprinzip etc. gegen drei Arme ziemlich schlecht aussehen wuerden. Meidbewegungen vom Boxen ... in-and-out-Techniken vom Karate o.ä. wuerden sich da wohl besser machen.


Was darf man im WingTsun NICHT verändern?
Man darf das Gesamtkonzept und die Prinzipien nicht verändern, denn darin ist die geniale WingTsun-Kampflogik enthalten. Diese Logik ist nicht zu verbessern. Aus den terminierenden Prinzipien und den Unterprinzipien entstehen in der Interaktion mit dem Gegner Bewegungen des Augenblicks. Diese Bewegungen werden nicht „gemacht“ und nicht geplant und nicht ausgeführt. Sie „geschehen“ (Wu Wei). Streng genommen „macht“ und bestimmt der Gegner unsere Bewegungen im WingTsun.
Damit sich die ganze Wirkung des WingTsun entfaltet, damit wir mühelos Wirksamkeit bewirken, ohne sie erzielen zu wollen, dürfen wir die Prinzipien niemals verändern. Die WingTsun-Prinzipien sind es, was WingTsun ausmacht. Nur für Laien und Anfänger ist WingTsun ein BongSao oder das Training an der Holzpuppe.

Wer hat es denn in der EWTO ueber den Laienstatus geschafft? Und wenn es dann augenscheinlich einer schafft (mit medialem Support der EWTO), warum sieht es dann nach einem Mix aus MMA, FMA und KM aus, bis wir dann spaeter belehrt werden ... dass es doch nur ein Laie war, der die EWTO letztendlich verlassen hat/musste?

Wer auf die Idee kommt, sich z.B. aus WingTsun, Escrima und Ju-Jitsu etwas zusammenzubasteln, mag durchaus etwas kombiniert haben, was – für ihn persönlich – funktioniert, aber WingTsun ist es nicht! WingTsun ist es nur, wenn die WingTsun-Prinzipien jede Bewegung hervorbringen.

Wing Tsun ist es nur, wenn man seine 'Erweiterungen' aus MMA, FMA, JJ etc mit einem 10. Grad untermauern kann.

Was MUSS man heutzutage im WingTsun verändern?
1. Unsere potentiellen Angreifer haben zwar noch keinen dritten Arm, aber was schlimmer ist, sie benutzen immer häufiger mitgeführte Messer. Mancher, der heute nicht mehr lebt, glaubte, von einem Fauststoß in den Bauch getroffen zu werden. Als er verblutete, merkte er es zu spät.

Ist das erst seit gestern so? War es vor zwei Jahren noch nicht so schlimm? Warum hat der Herr Kernspecht denn nicht frueher reagiert. braucht es einen 10. Großmeistergrad um zu realisieren, dass Messerangriffe eine Bedrohung darstellen?

Wir müssen ab sofort aus der veränderten Gefahrenlage die Konsequenz ziehen und jeden vermeintlichen Fauststoß wie einen Messerstich behandeln. Aufgrund der veränderten Reichweite ändert sich notgedrungen unsere Körperhaltung: Wir werden uns öfter vorbeugen und zurücklehnen müssen. Aber das ist nichts Neues. Das lernt man im Rahmen der 3. Form des WingTsun und natürlich bei der Arbeit mit den klassischen WT-Doppelmessern.
Atmen ist auch wichtig ... sonst erstickt man moeglicherweise in einem Kampf ... gluecklicherweise ist Atmen nichts Neues, denn man atmet schon in der SNT. Wie man noch besser atmet lernt man praktischerweise schon nach 30 Jahren Training in der Doppelmesserform.

2. Fairness ist seit Beginn der 1980er Jahre auf der Straße nicht mehr zu erwarten.
Wir haben es heute auf Bahnhöfen, Parkplätzen, in Bussen und U-Bahnen mit mehr als nur einem Angreifer zu tun.
Konsequenzen: Eine Hand muss für einen Angreifer reichen, die zweite Hand wird für den zweiten Angreifer benötigt.
Die Bilanz von WT mit zwei Haenden gegen einen Gegner ist ja schon nicht so berauschend ...
Weiterhin muss Schluss mit dem exzessiven Wenden und Gewichtverlagern sein, denn sonst bieten wir dem zweiten Angreifer unseren Rücken an.
Ist passives Wenden nun eine Technik oder eine Manifestation der 'genialen' WT-Kampflogik'? Es kann ja nur eine Technik sein, wenn man es veraendern darf ....

Wir müssen verstärkt üben, wie wir am Boden nicht von den Tritten der Angreifer getroffen werden; denn das ist neben Messerstichen die tödliche Gefahr, auf die wir uns und unsere Schüler heutzutage vorbereiten müssen.
Embryonale Schutzhaltung - diese WT-Technik ist in der Tat vielfach in realen Situation eingesetzt worden.

WingTsun, so schrieb ich schon vor über 30 Jahren, ist aus Tradition untraditionell. WingTsun ist zum einen Philosophie in Bewegung und zum anderen praktische Wissenschaft. Und das Zauberwort im WT ist „Adaptation“. Passen wir uns also der neuen Gefahrenlage an. Dazu ist keine Veränderung der ewig wahren Prinzipien nötig!
Der Trick ist, in 30 Jahren moeglichst viel sich widersprechenden Unsinn zu schreiben, um sich dann spaeter aus dem reichhaltigen Topf der Eigenzitate munter zu bedienen.

Euer SiFu/SiGung Keith R. Kernspecht
www.wingtsunwelt.com
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Ich wuensche dann mal viel Spass mit den neuen Programmen.
Eins muss man den WT-lern lassen: Es wird nie langweilig.

Geändert von Jan_ (01-03-2010 um 15:26 Uhr).
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  #14  
Alt 01-03-2010, 15:17
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Kampfkunst: Escrima
 
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Zitat:
Zitat von Zhijepa Beitrag anzeigen
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Wir werden uns öfter vorbeugen und zurücklehnen müssen. Aber das ist nichts Neues. Das lernt man im Rahmen der 3. Form des WingTsun und natürlich bei der Arbeit mit den klassischen WT-Doppelmessern.
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Also Dinge die man ja im WT gleich beim 2.Mal zu sehen bekommt...
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  #15  
Alt 01-03-2010, 15:32
Benutzerbild von FCVT
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Ich weiss nicht, warum alle so derb auf wt rumhacken. Ich kenne Leute, die es tatsächlich nutzen können...
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"Nicht durch Alter, sondern durch Wissen erlangt man Weisheit..."
Bodenkampf ist nur schwul, wenn man sich dabei in die Augen schaut. :P VingTsun Herford
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