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  #1  
Alt 21-12-2011, 18:29
Benutzerbild von marius24
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Kampfkunst: WSL/PHB Ving Tsun
 
Registrierungsdatum: 31.05.2006
Beiträge: 2.010
Standard Führen zu harte Abwehren, zu einem falschen Verhalten im Training?

Ich habe das Sergio Vid gesehen zum Hook und dabei habe ich mir überlegt, wie ich das damals in der SKEMA trainiert habe, ob es was getaugt hat oder nicht.

Dabei ist mir etwas eingefallen, die Schwingerabwehren in der SKEMA tun ganz schön weh, wenn man damit getroffen wird. Und was ist die Konsequenz davon ?

Niemand greifft in freien Situationen mit Schwingern an oder nur mit 1/4 Kraft, weil man weiss, wie weh das tut.
Niemand tretet wirklich mit voller Kraft aus Angst vor dem Chigerk oder greifft mal richtig jemand aus der dritten Form an, weil man Respekt vor der Biutse hat!

Ich habe mich danach gefragt, hast du mal einen Hook so gebracht, dass er die Deckung deines Gegners einreisst ? Die Antwort heute lautet, nein eigentlich nicht, weil ich dachte, dass tut weh! Das machst du lieber erst gar nicht.
Selber habe ich aber mit voller Kraft abgewehrt, wenn wir Drills hatten, dafür nicht voll angegriffen, wenn ich an der Reihe war.
Alle haben das so gemacht.

Rückwärtsbetrachtet, war es eigentlich überall so, harte Abwehren aber eigentlich lasche Angriffe, wenn man sie mit der Abwehr vergleicht.

Was für ein bescheuertes Verhalten!

Ich frage mich ob nicht genau diese Art von Training zu solchem Verhalten führt. So wie es Sergio und andere manchmal zeigen, das isolierte trainieren von Techniken in Drills, die mega gefährlich sind und mit denen man viel Schaden anrichten könnte, wenn man wollte.

Auf der einen Seite, die harten, "gefährlichen" Abwehren und auf der anderen Seite, Leute eben die bewusst oder unbewusst Angst haben verletzt zu werden.

Wenn man das zu lange macht, erliegt man doch dem Irrglauben, wircklich was bewirken zu können, da die Angriffe zwar kommen aber nicht so richtig, die Abwehr aber völlig übertrieben ist.
Schlimmer noch, man lernt gar nicht erst richtig anzugreiffen, schliesslich liegt der Fokus nur auf der Abwehr.

So ist es doch gar nicht möglich, eine Vernünftige Balance zu erhalten, zwischen effizientem Angriff und dessen Abwehr.

Ich will die SKEMA nicht schlecht machen, damals war es gutes, solides Wing Chun, dass mir ein paar mal den ***** gerettet hat.

Heute im VT ist das nicht mehr so. Alles ist recht ausgewogen, da stellt sich diese Frage kaum, weil ich nur das trainiere, was ich im Sparring mit härte an den Partner herantragen kann ohne, dass er Folgeschäden zu befürchten hat.

Aber was denkt ihr dazu?

Mar
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  #2  
Alt 21-12-2011, 18:55
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Kampfkunst: wing tzung, escrima, grappling
 
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Ort: dornbirn, vlbg, austria
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Beiträge: 237
Standard

naja ist doch geschmacksache, man kann ja mit dem schwinger auch vollgas schlagen, die schmerzen gehen ja noch, schlimmer ist wenn mal ein schwinger durchgeht, dann liegt der partner mit schmerzen am boden von dem her man muss halt versuchen mit "soviel" kraft zu trainieren das es weh tut aber nicht verletzt, beim sparring sieht es sowieso wieder anders aus
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  #3  
Alt 21-12-2011, 21:53
Benutzerbild von Zongeda
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Kampfkunst: Wingk Tdschunk Kung Fu - das einzig Wahre!
 
Registrierungsdatum: 28.01.2010
Beiträge: 2.098
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Zitat:
Zitat von marius24 Beitrag anzeigen

Aber was denkt ihr dazu?

Mar
Ich denke du hast dir sehr gute und sehr richtige Gedanken gemacht. Wenn ich meine Erfahrungen rückblickend mit deiner Idee interpretiere, ergibt sich eine Menge Übereinstimmung.
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  #4  
Alt 21-12-2011, 22:01
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Kampfkunst: WSL/PHB - Ving Tsun
 
Registrierungsdatum: 12.03.2010
Beiträge: 1.111
Standard

Meine persönliche Erfahrung ist die, dass Menschen Schmerzen einfach als unangenehm empfinden und dem entsprechend lasch trainieren. Hat sich bei mir auch eine zeitlang eingeschlichen...für mich ist klar das jeder der hart und vor allen Dingen realitätsnah trainiert, nicht so überrascht sein wird über die Einschläge. Und hier sollte sich jeder selbst beobachten und entscheiden.
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  #5  
Alt 22-12-2011, 07:12
plaz
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Geändert von plaz (19-04-2012 um 18:32 Uhr).
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  #6  
Alt 22-12-2011, 10:05
Benutzerbild von marius24
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Kampfkunst: WSL/PHB Ving Tsun
 
Registrierungsdatum: 31.05.2006
Beiträge: 2.010
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Zitat:
Zitat von plaz Beitrag anzeigen
Warum sieht es beim Sparring eigentlich anders aus? Werden da bei euch die Leute reihenweise verletzt? Ich denke man sollte sowohl im Sparring, als auch bei anderen Übungen immer versuchen, die Intensität so hoch zu schrauben, wie es möglich ist, ohne den anderen oder sich selbst ernsthaft zu verletzen.
Mit Sparring hat das nix zu tun. Wir haben ein Vid dazu hier im Forum, bild dir deine Meinung.

Ving Tsun Lille (Remix)

Mir geht es darum, dass ich im Training früher, viele Techniken, verpackt in Drills, trainiert habe, die es nicht möglich gemacht haben sie realistisch zu trainieren, da sie A vermeintlich sehr gefährlich waren und ich sie nicht bis ans Limit getestet habe, sondern nur angedeutet oder B es so schmerzhaft war für den Partner, dass er schnell keine Lust mehr hatte mit voller Wucht reinzuhauen.

Gekämpft und trainiert wird schon mit einem Vorurteil, mit einem Respekt davor, was mit einem passieren könnte, wenn der andere nur wollte.

Die Intesität ist dennoch sehr hoch, da wird geschwitzt, richtig zugeschlagen, wenn ich mal keine Knochenbrecher mache.

Ich sehe das Problem genau hier. Nur ein kleiner Bruchteil, dessen was man macht, macht man da realistischer.
Man trägt genau da blaue Flecken davon aber BiuTse, Tritte in die Knie, Armbrecher oder Schläge ins Genick, habe ich deswegen noch lange nicht richtig trainiert.

Bedeutet denn hohe Intensität auch Realismus ?

Wenn ich es so betrachte, dann muss ich heute sagen, nein tut es nicht.

Ich kann also hart trainieren und schwitzen und bluten und am Schluss nichts wirkliches in der Hand halten.

Wie umgeht man dieses Problem ?
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  #7  
Alt 22-12-2011, 10:39
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Beiträge: 162
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Zitat:
Wie umgeht man dieses Problem ?
Nur noch Vollkontakt...dann ist es aber kein Training mehr.

Intensität bedeutet erstmal nicht Realität sprich den Ernstfall aber es "kann"bedeuten das man auf dynamische Prozesse die im Enstfall sehr wahrscheinlich sind,auf einen Fundus an ähnlich gemachter Erfahrung zurückgreifen zu können.
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  #8  
Alt 22-12-2011, 10:59
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Zitat:
Zitat von marius24 Beitrag anzeigen
Wie umgeht man dieses Problem ?
In jedem Falle müssen Aggression und Härte abgesprochen und symmetrisch sein, und sie müssen allmählich gesteigert werden.

Die Kombination aus laschen Angriffen mit übertriebener Abwehr ist natürlich Absicht und dient der Konditionierung der Schüler. So treibt man z.B. einem Schüler im Anfangsstadium die runden Angriffe aus, mit denen er einem später gefährlich werden könnte.
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  #9  
Alt 22-12-2011, 11:15
Benutzerbild von marius24
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Kampfkunst: WSL/PHB Ving Tsun
 
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Zitat:
Zitat von Trinculo Beitrag anzeigen
In jedem Falle müssen Aggression und Härte abgesprochen und symmetrisch sein, und sie müssen allmählich gesteigert werden.

Die Kombination aus laschen Angriffen mit übertriebener Abwehr ist natürlich Absicht und dient der Konditionierung der Schüler. So treibt man z.B. einem Schüler im Anfangsstadium die runden Angriffe aus, mit denen er einem später gefährlich werden könnte.
Ich denke nicht, dass das Absicht ist, war es bei uns damals gar nicht. Es hat sich eingeschlichen und wurde dann so normal, dass niemand es hinterfragt hat ob es auch anders gehen könnte.

Mar
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  #10  
Alt 22-12-2011, 11:16
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Zitat:
Zitat von marius24 Beitrag anzeigen
Wie umgeht man dieses Problem ?
Absprache mit dem Partner.
Faks kann man sonst auch auf's Brustbein ziehen, Low Kicks auf den Oberschenkel. Wenn es da schon kracht und der Andere gebremst ist, dürfte das Statement klar sein (in beiden Fällen würde man nur wenige cm weiter nach oben zielen müssen), Hebel kann man bei entsprechender Kenntnis (!) leicht andeuten und dann auch mal ruckartiger (wobei hier auf alle Fälle abgesprochen werden muss, ob die Gelenke des Anderen heil sind, sonst verletzt man da aus versehen, ohne es zu wollen). Das Wichtigste in meinen Augen ist halt ein ehrliches Training. Sonst knallt man dem Trainingspartner halt auch mal leicht einen Haken rein, wenn seine Abwehr nicht steht bzw. nur unzureichend ist. Ansonsten kann man div. Variationen der Schutzausrüstung durchspielen.
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  #11  
Alt 22-12-2011, 12:28
plaz
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Geändert von plaz (19-04-2012 um 18:32 Uhr).
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  #12  
Alt 22-12-2011, 12:37
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Zitat:
Zitat von plaz Beitrag anzeigen
Warum sieht es beim Sparring eigentlich anders aus? Werden da bei euch die Leute reihenweise verletzt? Ich denke man sollte sowohl im Sparring, als auch bei anderen Übungen immer versuchen, die Intensität so hoch zu schrauben, wie es möglich ist, ohne den anderen oder sich selbst ernsthaft zu verletzen.
natürlich versucht man nicht absichtlich den anderen zu verletzen aber beim sparring ist es halt einfach nur kampf, handschuhe + sack- und mundschutz und vollgas, und da entstehen halt schnell mal blaue augen oder prellungen ect.
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  #13  
Alt 22-12-2011, 12:39
plaz
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Geändert von plaz (19-04-2012 um 18:32 Uhr).
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  #14  
Alt 22-12-2011, 15:53
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Vernünftiges Sparring ist aber mMn nicht einfach nur 'Vollgas'. Kann man ab und an auch machen für die Erfahrung, aber beide Partner lernen wesentlich mehr wenn man kontrolliert sparrt.
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  #15  
Alt 22-12-2011, 16:48
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Vollgas und Kontrolle schließen sich ja nicht aus, bzw. das Ziel ist doch Kontrolle bei Vollgas.
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