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#1
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| Hi Ich eröffne den Thread hier auf Anregung eines Boardkollegen, weil in einem anderen Thread eine kurze Diskussion darüber aufkam, wie sinnvoll es ist, wenn man sich interdisziplinär, also mit Vertretern anderer Stile austauscht, auch wenn man hinterher keine Techniken des Anderen übernimmt, um den eigenen Stil nicht zu verwässern oder seine Originaltreue unangetastet zu lassen - sogar dann, wenn man feststellt, dass der eigene Stil Defizite aufweist… Hier die bisherigen Ansichten dazu: Weng Chun - Sifu Maria Grothe Meine persönliche Meinung ist ganz klar, dass ich alles interessiert annehme und gut finde, von dem ich denke, dass es funktionieren könnte und was vor allem schon von Leuten, die praktische Erfahrung haben, benutzt wird. Im Sparring probiere ich gerne Verschiedenes von dem, was ich bisher gelernt habe, aus und merke, dass Einiges gut ist, Anderes aber ziemlich illusorisch. Alleine dadurch entsteht bei mir schon eine Art Mischmasch. Wie steht ihr denn dazu? Findet ihr das Vermischen von Stilen und Techniken gut oder findet ihr, dass man möglichst immer bei seinem Originalstil bleiben sollte, ohne Anregungen oder Techniken Anderer anzunehmen oder Veränderungen zuzulassen? |
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#2
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| Tja, gar nicht mal so leicht, zu beantworten. Generell gehöre ich zu denjenigen, die ihrem Stil vertrauen und im System nach Möglichkeiten und Lösungen suchen. So mache ich es, wenn ich mich mit anderen Leuten aus anderen Stilen austausche. Dann gucke ich, was die machen und versuche, mit dem was ich gelernt habe klarzukommen, die Konzepte anzuwenden. Liegt vielleicht daran, dass ich nichts aderes kann... Kann mir aber vorstellen, dass jemand, der seinen Stil vielleicht nicht lange genug ausübt, dem die Unterstützung fehlt, die Motivation etc. bei Problemen z.B. im Crosssparring dazu neigt, einiges über den Haufen zu werfen und durch neues zu ersetzen. (damit meine ich jetzt gar nicht mal dich!) Typisches Beispiel ist ja, dass man als *ing *un-Anfänger plötzlich bei Stress wieder anfängt, von außen zu schlagen, obwohl man dauernd den geraden Fauststoß trainiert. Die Gefahr bei einem selber angeeigneten Mischmasch ist halt, dass man nichts davon richtig macht, dass man also den einen Weg noch gar nicht lange genug gegangen ist, man aber schon einen neuen einschlägt u.s.w. Es kann gut gehen, siehe BL. Der hat mit seiner *ing *un-Basis ein für sich passendes Konzept entwickelt... Gruß, Kai
__________________ http://www.kanal-21.tv/video/Ving-Ts...5460a046e05d4a |
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#3
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| Ein interessantes Thema mit dem ich mich auch schon persönlich auseinandergesetzt habe. Grundsätzlich halte ich es für einwenig kritisch, wenn man zu früh mit solchen Dingen beginnt. Solange man nicht mit dem eigenen "Stil" vertraut ist können andere Aspekte verwirren resp. die Lernkurfe stören. Auch ist bei weitem nicht jeder Schüler im Stande prinzipielle Unterschiede für solche aus zu machen. Wenn man sich jedoch mal ein paar Jahre intensiv mit einem Stil auseinander gesetzt hat können interdisziplinäre Austausche sehr Sinnvoll sein. Als ich damals begann mit Ringern und BJJ Leuten zu sparren merkte ich schnell wo meine Defizite waren. Welche "Eingänge" fühlen sich wie an und welche sind gefährlich oder welche sind easy zu kontern. Dann kam eine Zeit wo ich mit MT und MB in Thailand trainiert und das war wiederum für mich sehr bereichernd. Wusste genau wo ich meine Yong Chun skills vernachlässigt hatte, weil ich deren Sinn nie zuvor erkannte. Dann die Zeit wo ich für meine Gesundheit und meine alten Tage in ferner Zukunft etwas Taiji lernte und mir von all den "hardcore" Pushern im Newpark in Taipei die Arme ausreissen liess. Die Whitecrane Leute sind extrem stark in Huobu eine Art chin. Ringen nach Taiji und He Quan Art. Da lernte ich erstmal fliegen, sehr spektakulär im Regen auf den nassen Sand zu fallen und dann jedesmal aussehen wie Sau ;-) Manchmal hatte ich mir gewisse Übungen der anderen ins Training eingebaut, aber die meisten entweder Yong Chun konform verändert oder wieder über Board geschmissen weil die Yong Chun eigenen Übungen wenn richtig verstanden und umgesetzt, diesselben Aspekte förderten. Alles in allem half es mir mit diesen Exkursen mein eigenes Verständniss des Yong Chun wesentlich zu verbessern. Nur "fremdes" angenommen habe ich meiner Meinung nach nicht wirklich. Nach all den Jahren weiss ich, nun sehr genau wo die Stärken und Schwächen des Yong Chun Stiles sind und wie man damit im "Alltag" um zu gehen hat. ![]() just my 6 1/2 Points ![]() |
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#4
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| Leichtes Sparring mit anderen Stilen finde ich extrem sinnvoll. Der WC Mann kann so seine Prinzipien in einer ungewohnten Umgebung erproben und trainieren. Meine erste Begegnung mit Kickboxen war gleich 'scharf', hätte ich vorher von mir aus auch nur leicht mit einem KB-Mann gesparrt, hätte ich weniger schlucken müssen. Austausch im Sinne von Techniken austuschen bringt imho nix. Zu den WC-Prinzipien passen nur die WC-Techniken.
__________________ Pronto_Salvatore: In jedem Chunner steckt ein kleiner Kernspecht, der raus will. |
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#5
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| Zitat:
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#6
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| Hast natürlich Recht, dachte an schlagende Stile.
__________________ Pronto_Salvatore: In jedem Chunner steckt ein kleiner Kernspecht, der raus will. |
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#7
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| Zitat:
@SifuSeifenzwerg: Dito ![]() Gruß, Kai
__________________ http://www.kanal-21.tv/video/Ving-Ts...5460a046e05d4a |
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#8
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| Sehe ich auch so. Boden wird nie meins werden dafür mache ich das *ing ung zu gerne, aber zu wissen wie man sich am Boden verhalten soll ist doch wirklich wichtig.
__________________ Ich will Euch mein Erfolgsgeheimnis verraten: Meine ganze Kraft ist nichts anderes als Ausdauer. (Louis Pasteur) |
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#9
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| Ich machte eine zeitlang Shotokan Karate und WT parallel, da kam niht viel bei raus.
__________________ Pronto_Salvatore: In jedem Chunner steckt ein kleiner Kernspecht, der raus will. |
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#10
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| Außerdem - wäre es zb nicht auch gut, sich auch andere Schläge anzueignen, die mehr Reichweite haben und auch einfach der Variabilität wegen? Sich nicht einzuengen, sondern einfach weitere Möglichkeiten für passende Situationen zu bekommen? Ich habe zb festgestellt, dass KFS eine schöne Möglichkeit sind, den Gegner überraschend zu überrollen, dass das Keilprinzip dabei aber keinesfalls gegnerische Schläge über die Außenbahn verdrängen kann. Andere Schläge aus anderen Winkeln haben teilweise auch einfach mehr Power oder eine größere Reichweite. Warum sollte man sowas ablehnen, wenn da schöne Sachen dabei sind? |
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#11
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| Dann würde ich mich lieber darauf spezialisieren. Ist am Anfang schwer genug, sich die *ing *un-typische Schlagart und Bewegungsart anzueignen. Denke, da wirft man dann wieder etwas über den Haufen, was man mühsam antrainiert hat. Ist aber nur meine Meinung. Vielleicht bin ich einfach bewegungsuntalentiert. ![]() Gruß, Kai
__________________ http://www.kanal-21.tv/video/Ving-Ts...5460a046e05d4a |
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#12
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| Hatte nie Probleme mir die wing chun typischen Bewegungen und Schlagarten "anzueignen". Man "lebt" wing chun, oder eben nicht! |
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#13
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| Zitat:
Was ich meine ist nicht, dass man von Anfang an allen möglichen Kram vermischt, sondern dass man eine Sache sauber lernt, diese praktisch gegen alle möglichen Leute prüft und wenn einem dann dabei Defizite am eigenen Stil auffallen, Anregungen und anderen Techniken nicht ablehnend gegenüber steht, nur weil man sie selber bislang nicht gelernt hat. Es macht einen bestimmt unberechenbarer - was ich gut finde. Geändert von openmind (28-06-2011 um 11:42 Uhr). |
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#14
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| Zitat:
Bin der gleichen Meinung wie Ma Shao-De. Bis Dato hat mich Ing Ung nicht enttäuscht und ich sehe auch keine gravierenden Schwächen im System da es mMn. alles im Stand Up abdeckt. Trotzdem kann ein Ausflug in andere Systeme die persönlichen Schwächen offenbaren und sehr lehrreich sein. So kann ein Ausflug in Systeme mit hohen Kicks zeigen, dass man das Abwehrtraining jener vl vernachlässigt hat. |
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#15
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![]() Aber hast du im Training, im Unterricht nie gemerkt, dass Anfänger erstmal Probleme haben, von der Mitte zu schlagen, die Ellbogen eng zu lassen, zum Zentrum zu gehen, im Sparring nicht plötzlich wieder von außen zu schlagen? Den Körper nicht zu überreißen, als Einheit arbeiten zu lassen, Fußstellung, Schritte etc. etc.? Na egal...ich mache das jetzt auch schon 'ne zeitlang und kann gar nicht mehr anders agieren, egal was ich versuche. Alles andere wäre bei mir halbherzig. Also von daher lebe ich es wohl doch ein wenig.... @openmind: Zitat:
![]() Gruß, Kai
__________________ http://www.kanal-21.tv/video/Ving-Ts...5460a046e05d4a |
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