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  #1  
Alt 05-05-2002, 10:21
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Standard Kontroverse über den Titel "Lehrer" (engl. "Instructor") im JKD

Vielleicht interessiert's jemanden: Hier klicken (englischsprachig, Thema umfaßt bis dato 2 Seiten), besser noch, jemand, der Jerry Poteet und sein Graduierungssystem kennt, könnte etwas dazu beitragen...ich selbst habe ihn wegen einer anderen Angelegenheit angemailt und erfahren, daß er erst im Juni zurückkehrt.


Andreas

Geändert von Andreas Mertsch (05-05-2002 um 10:31 Uhr).
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  #2  
Alt 05-05-2002, 10:27
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Die Problematik umfaßt mehr und es geht um den Lehrer-Titel im Kampfsport (nicht nur JKD) bei relativ geringer Dauer persönlicher Unterweisung (durch einen anderen qualifizierten Lehrer). Beispiel: Ich möchte JKD-Ausbilder unter Dan Inosanto werden, aber er wohnt nun mal ziemlich weit weg, und ich nehme ca. zweimal im Jahr an einem Seminar in Deutschland teil. Wann kann ich mich dann "Instructor" schimpfen? An der Uni brauche ich mindestens 8 Semester im Vollzeit-Studium, um mein Staatsexamen als Lehrer machen zu können, im Karate brauche ich ca. 5 bis 10 Jahre, um einen schwarzen Gürtel zu bekommen, kann mich aber noch nicht unbedingt Lehrer schimpfen. Wie sieht das in den Kampfsportarten aus, die - anders als Wing Chun oder JKD - nicht so sehr der Willkür ihrer Autoritäten unterliegen? Gibt es da Mindestauflagen, z.B. durch einen Dachverband?

Was muß ein Kampfsport-Lehrer können/wissen?

Danke!

Andreas

Geändert von Andreas Mertsch (05-05-2002 um 11:01 Uhr).
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  #3  
Alt 05-05-2002, 11:42
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Standard Kontroverse über den Titel "Lehrer" (engl. "Instructor") im JKD

Zitat:
Original geschrieben von Andreas Mertsch
...

Gibt es da Mindestauflagen, z.B. durch einen Dachverband?

Was muß ein Kampfsport-Lehrer können/wissen?

Danke!

Andreas
Hi Andreas,
ich geh jetzt mal von der Wing Chun-Scene aus. Ich denke, daß eine Qualitätskontrolle nichts bringen würde. Dazu müsste man eine Ober-Autorität und entsprechende Normen schaffen. Im industriellen Bereich ist das gut und sinnvoll, aber im KK-Bereich fragwürdig.
Die chinesische Tradition hat sowas nicht, da WC/VT (und alle mir bekannten Kung Fu-Stile) von Lehrern weitergeben werden, die wiederum selbst in einer Tradition stehen, die unabhängig von staatlicher Sanktion ist und das aus gutem Grund. Weil es immer wieder Verbote gab, eine Kampfkunst auszuüben, (Karate//Okinawa/Capoeira/Kulturrevolution in China usw.) und gerade deswegen, weil kritische Geister oft aus diesem background kommen.
Auf jeden Fall gibts in der WC-Scene einen Haufen fakes. aber wer einen gesunden Menschenverstand hat, zahlt sein Lehrgeld und orintiert sich neu, wie so viele von uns - es regelt sich also von selbst.
Persönliche Frage: denkst Du, daß Barry Lee sich einem Gremium von Beamten und Sportlehrern stellen würde, um ein Gütesiegel zu bekommen?

Adman
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  #4  
Alt 05-05-2002, 12:01
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Hallo Adman,

danke für Deinen Beitrag, aber da hast Du mich etwas mißverstanden. Offensichtlich unterliegen die genannten Stile (Wing Chun, JKD) keiner staatlichen Sanktion oder übergeordneten Kontrollinstanz, und das wird wohl auch niemals passieren, aber auch in Stilen, die ihre Heimat oder zumindest ihre Ursprünge im traditionellen Kung Fu haben, muß es doch interne Praktiken bzw. Mindestanforderungen geben, bis sich jemand als Lehrer oder Ausbilder bezeichnen kann. Natürlich sind Können und Wissen keine quantifizier- und meßbaren Dinge, sondern ausschließlich qualitative, was die Frage nach den Merkmalen und Mindestanforderungen eines qualifizierten Lehrers anspruchsvoller macht als die bloße Frage nach der Mindestanzahl von absolvierten Unterrichtsstunden, Trainingsjahren oder Rangstufen. Zumindest haben wir letztere auch in Stilen, die mit Vereinswesen einher gehen, und ihren Ursprung in Japan und Korea haben, was aber die Frage nach den Merkmalen eines qualifizierten Lehrers keinesfalls erschöpft. Wie sieht das im Boxen/Thaiboxen aus? In diesem Thread soll es um alles gehen, was die Entwicklung vom Schüler zum Lehrer/Ausbilder, und den qualitativen Unterschied zwischen beiden ausmacht.

viele Grüße,
Andreas

P.S.: BTW, ich bin kein Schüler von Barry Lee oder etwa von Jürgen, wie man bereits mehrfach (fälschlicherweise) angenommen hat...die Gerüchteküche halt

Geändert von Andreas Mertsch (05-05-2002 um 12:09 Uhr).
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  #5  
Alt 05-05-2002, 12:41
Wendelin
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Standard Re: Kontroverse über den Titel "Lehrer" (engl. "Instructor") im JKD

Zitat:
Original geschrieben von Adman


Auf jeden Fall gibts in der WC-Scene einen Haufen fakes. aber wer einen gesunden Menschenverstand hat, zahlt sein Lehrgeld und orintiert sich neu, wie so viele von uns - es regelt sich also von selbst.
Ving Tsun ist da aber extrem schlimm .... und nicht jeder hat die Möglichkeiten ewige Wege und viel Geld zu bezahlen. (Und die wenigen idealisten werden verarscht, da sie billig sind, da taugen sie nichts....)

Zitat:

Persönliche Frage: denkst Du, daß Barry Lee sich einem Gremium von Beamten und Sportlehrern stellen würde, um ein Gütesiegel zu bekommen?

Ich würde mal die Frage ein wenig umformulieren: Hier in Deutschland brauchst Du um Taxizufahren eine Lizens und wirds wenigstens alá PMU geprüft. Dann brauchst Du ein Grundwissen von Straßen. Einen erste Hilfeschein. Als Kellner wirst Du wenigstens einen Gesundheitstest machen müssen.

IMHO ist ein Kampfsportlehrer ein Mensch, der mit anderen zusammenarbeitet. Da wird nicht mal ein erste Hilfeschein verlangt. Pädagogisch werden Kinder angeschriene, diesen in den "A" getreten. (Passiert in einer Schule hier!) und, und, und ...

Es gibt ein Haufen verbände und Pseudoverbände - in fast ALLEN Kampfsportarten, die dubiose Graduierungssysteme haben. Wer nichtmal diese Anforderungen schafft, dem bleiben "verbandslose" Verbände, die für eine Summe Geld, dann den Grad akzeptieren .... Es ist ein Chaos!

Eine "periphäres" Siegel .... also die Überprüfung von "sportwissenschaftlichen" und "gesundheitlichen Aspekten", des weiteren pädagogische und didaktische Fähigkeiten wäre grundsätzlich nicht verkehrt. Ein einigenden Dachverband innerhalb des Wing Chuns wird es genausowenig geben, wie in anderen Kampfsportarten. Das bedingt einfach, dass die Guten Leute eher trainieren und keine Zeit für andere Aktivitäten haben .... auch wenn sie diese gerne hätten ...

Was Andreas da anprangert ist leider im Kampfsport Gang und Gebe .... nicht nur im Ving Tsun oder JKD!

So long

Wendelin
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  #6  
Alt 06-05-2002, 15:09
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Wenn man bei Guro Dan ausschließlich einmal im Jahr ein Seminar in Deutschland besucht, wird man nie unter Guro Dan Inosanto Instructor werden. Wenigstens nicht mit einer Lizenz von Guro Dan Inosanto.
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  #7  
Alt 06-05-2002, 15:21
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Danke!

Jemand vom Kenpokan erzählte mir mal , er habe 9 Jahre gebraucht um (Full?) Instructor unter Inosanto zu werden.

- Seriöser als Praktiken, die kürzlich im deutschen JKD aufgetreten sind. Schadet letzendlich dem Ruf aller Beteiligten, und der betreffenden Kampfkunst, auch wenn dahinter eine gute Absicht stecken mag...nur um etwaigen Mitlesern einen Denkanstoß zu geben, nicht mehr und nicht weniger....

Andreas
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  #8  
Alt 06-05-2002, 15:45
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Im Kenpokan gibt es (noch) keinen Full-Instructor unter Guro Dan Inosanto. Das ist auch in 9 Jahren nicht zu schaffen. Allein die Wartezeiten zwischen den einzelnen Instructorenstufen (Apprentice - Associate - Senior Associate - Full) betragen 4 - 5 Jahre.

Der bisher einzige Full Instructor unter Guro Dan Inosanto in Deutschland ist Sifu Udo Müller in Speyer.

Ich denke nicht, dass das, was du meinst, ein schlechtes Licht auf das (deutsche) JKD wirft. Es wirft meiner Meinung nach nur ein bestimmtes Licht auf einen "Original-" Schüler und seine "Politik".
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  #9  
Alt 06-05-2002, 16:08
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Zitat:
Originally posted by jkdberlin
[b]Im Kenpokan gibt es (noch) keinen Full-Instructor unter Guro Dan Inosanto. Das ist auch in 9 Jahren nicht zu schaffen. Allein die Wartezeiten zwischen den einzelnen Instructorenstufen (Apprentice - Associate - Senior Associate - Full) betragen 4 - 5 Jahre.
- Um nicht die Kenpokaner schlecht dastehen zu lassen, ich kann mich einfach nicht erinnern, welche Stufe der Betreffende mir genannt hat. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich von diesen langen Wartezeiten halten soll. Manche würden sagen, diese dienen dazu, um die Leute dauerhaft an ihn zu binden, andere würden sagen, solche Wartezeiten sind einfach notwendig. Wie dem auch sei, erscheint mir das seriöser, als Leute bei jedem Intensivkurs (Wochenende, Woche) gleich eine Rangstufe höher zu befördern.

Zitat:
Der bisher einzige Full Instructor unter Guro Dan Inosanto in Deutschland ist Sifu Udo Müller in Speyer.

Ich denke nicht, dass das, was du meinst, ein schlechtes Licht auf das (deutsche) JKD wirft. Es wirft meiner Meinung nach nur ein bestimmtes Licht auf einen "Original-" Schüler und seine "Politik".
Dem dürfte wohl schwer zu widersprechen sein, ich erinnere da an den letzten Absatz im aktuellen Interview....was ich meinte, war der Umstand, wenn Leute aus anderen Kampfsportarten - gute Boxer, Karateka, Wing Chunler etc. - dann solch eine Schule betreten und sich dort ihr Bild vom JKD machen.

Grüße,
Andreas
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  #10  
Alt 06-05-2002, 16:25
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Diese Wartezeiten und die Senior-Associate Stufe sind meines Wissens nach auch relativ neu, es gab vorher "nur" drei Stufen und ich glaube etwas weniger Wartezeit...aber das ist immer Sache des Instructors (der muss halt wissen, wen er und warum er lizensiert) und des Schülers (der sollte wissen, was und wie lange von ihm erwartet wird).
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