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#1
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| Hi! Im WT hört man gelegentlich, ein neuer Schüler solle zunächst "seine Tasse leeren", also alles ablegen bzw. "vergessen", was er bisher anderswo gelernt hat, damit er aufnahmefähig für die neuen Ideen ist. Ich kann diese Sichtweise ganz und gar nicht teilen. Wenn jemand vorher einen anderen Stil gemacht hat, sollte man versuchen, die dort erworbenen Fähigkeiten so weit es geht weiter zu nutzen. Beispiel: Wenn jemand Judo gemacht hat, sollte er wohl am Besten erst mal vor allem lernen, mit Schlägen und Tritten so umzugehen, dass er auch in einem regelfreien Kampf in die Distanz kommt, wo er seine Judo-Fähigkeiten anwenden kann. Um ihm das beizubringen, greift man dann eben auf WT-Ideen zurück (z.B. Keil-Eingänge). So ein Schüler wird zwar dann in seiner Kampfweise evtl. erstmal einen etwas anderen Schwerpunkt haben als im WT üblich, aber das wird jemand *sowiso*, der vorher längere Zeit anderes trainiert hat. Eine solche Vorgehensweise erkennt also lediglich die Realität an. So sieht für mich Unterricht aus, der den Schüler dort abholt wo er ist und ihm den größtmöglichen Nutzen bringt. Allerdings kenne ich auch leider ein Gegenbeispiel. Es kommt auch mal vor, dass jemand einfach so sehr in seinem rein technikorientierten Denken verhaftet ist, dass er WT trotz aller Bemühungen seines Lehrers nicht versteht. Was für ihn früher ein Block war, ist nun eben ein Fook-Sao. Und so funktioniert WT eben nicht. Allerdings glaube ich auch nicht, dass in so einem Fall die Aufforderung, seine Tasse zu leeren, irgendwie hilfreich ist. Gruß, Wolfgang
__________________ http://www.kampfkunst-lorsch.de/ --- "Tu nur das, was nur du tun kannst." (E. W. Dijkstra) Es ist nicht alles Gold, was glänzt; und nicht alles aus Gold glänzt. |
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#2
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| Siehe zb die Äußerung die immer mal wieder kommt WT ist "taoistisch " Ich denke wenn man nicht übelst dumm oder ignorant ist erkennt man von selbst neue Konzepte und weckt in sich die Bereitschaft verhalten zu ändern. Geht halt bei einem Schneller als beim anderen. Zitat:
Okay KRK würde es immer noch so nennen ![]() Ich denke das ist ein Weg für ein paar. Aber viele geben sich mit dem "meistern " einer Kunst zufrieden. ![]() Zitat:
Richtig ich glaube da kommt man genau zum Springenden Punkt. Das gewisse Sachen raus müssen wie andere die drin bleiben können ist klar. Aber es sollte halt nicht dazu verführen, das jemand gute Sachen vergisst und man ihm Schrottige Konzeptionen beibringt dich eh nachher wieder revediert werden. PS: Schöner Thread. Gruß!!! ![]() |
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#3
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| zum anderen halte ich es aus lernpsychologischer sicht für unsinnig und unmöglich, altes wissen aktiv zu vergessen, damit wieder platz in der birne ist, oder so. auf sowas kann man nur kommen, wenn man von der menschlichen kognition keinen blassen dunst hat und denkt, das gehirn ist nur dazu da die temperatur des blutes zu steuern. Es kann durchaus passieren, dass altes Wissen mit neuem interferiert und umgekehr genauso (z.B wenn du früher Spanisch gelernt hast, jetzt mit Portugiesisch anfängst und die ganzen Verbformen und Vokabeln durcheinanderwirfst). Ob es das in der Art im Kampfsport auch gibt weiß ich nicht, ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es vorkommt, dass man in alte eingeschliffene Bewegungsabläufe zurückfällt (ist ja bei Fehlern leider auch der Fall), vor allem wenn um Techniken geht, die gewisse Ähnlichkeiten haben. Wenn du vom Judo zu Boxen gehst, hast du keine Probleme der Art. In dem Fall sollte man nicht das alte vergessen, sondern sich die Unterschiede - sagen wir mal zwischen einer Muay Thai- und Kyokushin-Deckung - explizit vergegenwärtigen und beide Techniken üben, bis der Körper sich daran gewöhnt hat, sie nicht zu vermischen, sondern klar abzugrenzen.
__________________ I have a black belt in keeping it real. |
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#4
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| Hm, sicher ist das was derjenige macht dann was Individuelles (wie letztlich eigentlich jeder). Und man nutzt eben das Werkzeug WT, um ihn zu unterrichten. So könnte man das vielleicht sagen. Aber das sind alles nur bloße Worte. Gruß, Wolfgang PS: "Der Lernende ist wichtiger als die Lehre." -- Goethe ![]()
__________________ http://www.kampfkunst-lorsch.de/ --- "Tu nur das, was nur du tun kannst." (E. W. Dijkstra) Es ist nicht alles Gold, was glänzt; und nicht alles aus Gold glänzt. |
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#5
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| Richtig, ich glaube nur um das konkret umzusetzen müßten einige Leute noch arg an ihrer Didaktik arbeiten... Mal eine Ernsthafte Frage an dich und alle anderen. Mir ist bei verschiedenen Stilen und Stilisten oft eines aufgefallen und zwar das sie so gerne unterrichten würden, aber sich nicht trauen. Weil sie wohl scheinbar das Gefühl haben damit keine Massen bedienen zu können. Was denkt ihr woran kann das liegen ? Gruß!!! ![]() |
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#6
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| Zitat:
Aber im Ernst: Es ist schon sehr viel aufwendiger, so zu unterrichten. Allerdings auch sehr viel erfüllender...Um so zu unterrichten braucht man entweder eine sehr kleine Gruppe (nicht mehr als 5 Personen meiner Erfahrung nach) oder Schüler die eigenständig arbeiten können, was man ja auch erst lernen muss. Wenn man bereits eine größere Gruppe hat und bisher einen anderen Weg gegangen ist, wird man vermutlich beim Versuch scheitern, die Unterrichtsmethodik umzustellen und es dann lieber lassen. Gruß, Wolfgang
__________________ http://www.kampfkunst-lorsch.de/ --- "Tu nur das, was nur du tun kannst." (E. W. Dijkstra) Es ist nicht alles Gold, was glänzt; und nicht alles aus Gold glänzt. Geändert von wfn.j (19-10-2007 um 02:34 Uhr). |
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#7
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![]() Aber ich werde dich gern daran erinnern in einem Jahr ![]() ![]() Ich persöhnlich würde dann die Gruppen lieber klein halten wenns nicht anders geht. Gruß!!! ![]() |
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#8
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| Nun ja, ich habe gerade zu WSL VT gewechselt - jetzt muss ich das meiste von WT vergessen . Ich finde den Ansatz nicht dumm, wenn man sich auf das System nicht einlässt wird man es vermutlich nie lernen. Natürlich hat man als Judoka (oder anderes) Vorteile gegenüber einem Anfänger (Griffkraft, Gefühl für Würfe etc.), IMHO fliesst das alles automatisch in die neue, erlernende KK mit ein. |
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#9
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| WT bedient sich all zu gerne den Aussagen von Laoze und dem berühmten Bruce Lee Interview. Selbst denken macht schlau. ist aber wohl leider nicht jedem gegeben ![]()
__________________ Wer sich selbst beschränkt, muss sich nicht wundern als beschränkt bezeichnet zu werden... |
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#10
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| imho kann man die ganzen techniken die man gelernt hat problemlos übernehmen wenn man eben den wt prinzipien folgt aber das mit den prinzipien insbesondere der 1. kraftsatz ist eben für die meisten nicht ganz einfach zu übernehmen weil man als anfänger überhaupts keine idee hat was locker im wt sinne bedeutet die leute müssen erstmal verstehen das das anspannen der gesamten Muskulator nichts mit kraft zu tun hat sondern eher das gegenteil bewirkt und man muss erstmal genau erklären was das ziel des wt chisao ist nämlich nicht kraft mit mehr kraft zu beantworten das eigentliche ziel ist das der andere gar keinen widerstand spürt |
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#11
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| Zitat:
Zitat:
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#12
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| Ein Mann aus dem Norden kann durchaus ein Kind mit einer Frau aus dem Süden haben. Ob dieses jedoch auch für die Konstellation Mann/Frau Hund, Kuh oder Pferd zutrifft, ist eher unwahrscheinlich. (Ungefährzitat) Ähneln sich Systeme in Strategie und Krafterzeugung oder widersprechen sie sich, arbeiten geradezu entgegegengesetzt? Will der Lehrnende den Stil wechseln oder Vorhandenes ergänzen? Hat er irgendwas schon solide gelernt, oder kratzt er überall nur an der Oberfläche herum? Um vom VT zu sprechen: VT bedient sich einer minimalistischen Konzeption. Minimalist zu arbeiten, d.h. der Versuch, sich immer weiter zu reduzieren und auf das Wesentliche zu beschränken, ist ein äußerst schwieriger Prozeß. Weitaus schwieriger, als das Ansammeln und Verbinden. Welchen Weg man gehen will, bleibt einem jeden selbst überlassen. Um aber etwas wirklich, in aller Konsequenz, zu erlernen, kommt man erstmal um dieses 'eigene Tasse leeren' nicht herum. Gruß Michael |
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#13
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| Steht dieser "Wahlspruch": Die Tasse leeren nicht im Wiederspruch der allumfassenden Theorie des gelben Shirts: "Alles sei WT"????
__________________ Mama: "Du se weg do, ich will do jezz buzze! |
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#14
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| aber ich weiss eben aus eingener erfahrung das die meisten ex karate jungs bei uns alles andere im sinne von locker sind wie wir es im wt verstehen aber mein sihing hat auch mal behauptet das man später auf den höheren graden auch im karate locker ist ich selber bin für meinen sifu warscheinlich immer noch stocksteif obwohl ich imho im schon viel lockerer geworden bin als noch vor 3 jahren ![]() Geändert von Decado (19-10-2007 um 11:09 Uhr). |
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#15
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| Naja er würde darauf warscheinlich sagen "Wissen ist Wandel " ![]() |
![]() |
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