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  #1  
Alt 06-02-2012, 10:48
plaz
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
Standard Sich verdrehen lassen im VT

Beim nachdenken über die unterschiedlichen Herangehensweisen an Probleme in den verschiedenen *ing*ung-Stilen, bin ich auf eine Frage gestoßen, für die mir selbst keine zufriedenstellende Antwort einfällt, darum stelle ich sie jetzt einfach hier:

Warum lässt man sich im VT lieber als ganzes verdrehen und damit flankieren, statt für einen Moment die vielzitierte Struktur zu lockern?
Selbstverständlich lässt sich keiner gerne verdrehen, mir ist klar, dass es auch für VTler wohl keine Wunsch-Positionierung ist, den Gegner in seine Flanke kommen zu lassen. Man sieht und liest aber immer wieder, dass selbst dann auf der festen Struktur beharrt wird, wenn das dem Gegner den Vorteil der Flankierung ermöglicht - und die meisten Gegner werden diesen Vorteil nicht verschenken, sondern für möglicherweise entscheidende Schläge, denen man aus dieser misslichen Lage heraus schwer etwas entgegensetzen kann, nützen.

Mir kommt das unlogisch vor. Warum löst man sich nicht für einen Moment von dieser Struktur, die ja in diesem Fall gegen einen selbst arbeitet und nimmt sie zu einem günstigeren Zeitpunkt wieder ein?
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  #2  
Alt 06-02-2012, 10:52
Benutzerbild von Envy
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Kampfkunst: Capoeira
 
Registrierungsdatum: 09.01.2009
Alter: 24
Beiträge: 930
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Vllt weil sich eine Struktur leichter halten, als wiedergewinnen lässt?

Nur so als Idee in völliger Unkenntnis der Materie.
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  #3  
Alt 06-02-2012, 10:57
plaz
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
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Möglich, ja, aber das würde meiner Ansicht nach nicht den schwerwiegenden Nachteil wett machen. Das kommt mir vor wie jemand, der sich auf einem sinkenden Schiff an seinem Goldschatz festklammert, obwohl er ihn in die Tiefe zieht.
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  #4  
Alt 06-02-2012, 10:57
Benutzerbild von Kaybee
Moderator
Kampfkunst: Ving Tsun
 
Registrierungsdatum: 17.02.2004
Ort: Langenberg / Kreis Gütersloh
Alter: 35
Beiträge: 2.665
Standard

@Envy: Könnte man so sagen.

Keiner will sich gerne verdrehen lassen, es sein denn, er ist so gut und überlegen, dass er das als Falle für den anderen aufstellen kann.
Wenn man seine Struktur aufgibt, gibt man vom VT-Standpunkt aus, alles auf, auch die Möglichkeit, noch irgendeinen vernünftigen Schlag anzubringen. Also will man sich natürlich nach Möglichkeit nicht verdrehen lassen, sondern sich durch Neuausrichtung, Schrittarbeit wieder in eine günstige Position bringen, wenn man in Bedrängnis gerät. Wichtige Übung hierfür Seung Ma-Tui Ma z.B.

Gruß, Kai
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  #5  
Alt 06-02-2012, 11:24
Benutzerbild von DeepPurple
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Kampfkunst: Ving Tsun, Kendo
 
Registrierungsdatum: 11.01.2007
Ort: München
Alter: 32
Beiträge: 5.836
Standard

Zitat:
Zitat von plaz Beitrag anzeigen
....
Warum lässt man sich im VT lieber als ganzes verdrehen und damit flankieren, statt für einen Moment die vielzitierte Struktur zu lockern?
...
Ich steh grad etwas auf dem Schlauch: Was verstehst du in diesem Sinn unter "verdrehen"?

Ich meine nämlich, dass gerade im VT man nicht "verdreht" wird. Vielleicht verstehen wir was anderes unter dem gleichen Wort, das sollten wir vorher klären.
__________________
"Man kann wissen, wie man siegt, ohne fähig sein, es zu tun" Sunzi
Kendo
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  #6  
Alt 06-02-2012, 11:54
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Kampfkunst: -
 
Registrierungsdatum: 23.06.2009
Beiträge: 985
Standard

Zitat:
Zitat von DeepPurple Beitrag anzeigen
Ich steh grad etwas auf dem Schlauch: Was verstehst du in diesem Sinn unter "verdrehen"?

Ich meine nämlich, dass gerade im VT man nicht "verdreht" wird. Vielleicht verstehen wir was anderes unter dem gleichen Wort, das sollten wir vorher klären.
Ich schätze, plaz mag mich korrigieren, warum man sich verdrehen läßt obwohl man doch einfach das Gewicht auf das hintere Bein verlagern kann, gleichzeitig mit der Hüfte wendet und so parallel zu Gegner ausgerichtet ist, also nicht starr bleibt.
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  #7  
Alt 06-02-2012, 12:20
plaz
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
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Ich meine etwas, das z.B. hier unter anderem bei 0:55, 3:05 und 3:10 zu sehen ist.
Philipp Bayer Ving Tsun - YouTube!

@ Paradiso:
Was du beschreibst, wäre eine andere Möglichkeit, damit umzugehen, zumindest in manchen Situationen. Ob man das so lösen MUSS, will ich gar nicht beurteilen, ich denke es gibt wahrscheinlich noch weitere Möglichkeiten. Sich so verdrehen zu lassen, dass man dem Gegner die offene Flanke bietet, scheint mir aber nicht die beste Lösung zu sein.
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  #8  
Alt 06-02-2012, 12:30
Benutzerbild von FCVT
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Kampfkunst: chinese boxing & Bad Tsun...
 
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Beiträge: 8.263
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Zitat:
Zitat von plaz Beitrag anzeigen
Ich meine etwas, das z.B. hier unter anderem bei 0:55, 3:05 und 3:10 zu sehen ist.
Philipp Bayer Ving Tsun - YouTube!
Weils nicht geht
Man stellt sich das einfach vor. Klappt aber nicht. Klar möchte man sofort seine Struktur wieder erlangen, in dem man löst, aber dein Gegenüber lässt es ja ned zu.

Das ist ja das, was die WT´ler dann fasziniert, wenn man mal mit ihnen trainiert. Weil sie vorher sagen: Den Druck im PoonSao mache ich mir von denen zu Nutze, Bei dem Angriff geb ich nach, oder eben dein LÖSEN. Vorallem weil du nicht weisst, was danach kommt. Wenn du dich löst und an meine Flanke willst, gehts direkt an den Kragen, weil ich dann meine Körperroatition in diesem Falle nutzen würde, wie Phil es auch sehr gut tut... Aber das sind so theoretische Dinge, die binnen Sekunden geklärt wären, wenn man es live erfährt. Sonst spielen einem die Fantasie coole spielchen.

Wie oft ich schon gedacht habe, aber wenn der so kommt, kriegt er´nen tritt inne eier und weg isser. Nur wenn du da bist und es prasselt alles auf dich, dann denkste anders.

Nur klappt das dann nicht, weil man einfach erst spürt, welche Kräfte da auf einen wirken.
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"Nicht durch Alter, sondern durch Wissen erlangt man Weisheit..."
Bodenkampf ist nur schwul, wenn man sich dabei in die Augen schaut. :P VingTsun Herford
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  #9  
Alt 06-02-2012, 13:25
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Alter: 37
Beiträge: 546
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Zitat:
Zitat von plaz Beitrag anzeigen
Ich meine etwas, das z.B. hier unter anderem bei 0:55, 3:05 und 3:10 zu sehen ist.
Philipp Bayer Ving Tsun - YouTube!

@ Paradiso:
Was du beschreibst, wäre eine andere Möglichkeit, damit umzugehen, zumindest in manchen Situationen. Ob man das so lösen MUSS, will ich gar nicht beurteilen, ich denke es gibt wahrscheinlich noch weitere Möglichkeiten. Sich so verdrehen zu lassen, dass man dem Gegner die offene Flanke bietet, scheint mir aber nicht die beste Lösung zu sein.
ich denke eher das muß man andersrum sehen, derjenige der den anderen "verdreht", übt das ja, und der andere spielt entweder mit, oder das Ding sitzt einfach so gut, daß man sich nicht aussuchen kann ob man "sich verdrehen lassen will".

du kannst auch sagen "sich eine reinhauen lassen, scheint nicht die beste Lösung zu sein", ja klar ist es das nicht, aber wenn der andere sein Ding durchbekommt, ist das eben so.

glaube nicht daß derjenige in dem Moment denkt "jetzt laß ich mich mal schön verdrehen"
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  #10  
Alt 06-02-2012, 14:48
Benutzerbild von mykatharsis
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Kampfkunst: Wing Chun
 
Registrierungsdatum: 08.01.2006
Beiträge: 11.455
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Zitat:
Zitat von plaz Beitrag anzeigen
Man sieht und liest aber immer wieder, dass selbst dann auf der festen Struktur beharrt wird, wenn das dem Gegner den Vorteil der Flankierung ermöglicht - und die meisten Gegner werden diesen Vorteil nicht verschenken, sondern für möglicherweise entscheidende Schläge, denen man aus dieser misslichen Lage heraus schwer etwas entgegensetzen kann, nützen.
Jetzt bin ich mal gespannt, wie du das Problem eines in der Flanke stehenden Gegners löst? Völlige Entspannung?
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Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten, als den Andersdenkenden.. Nietzsche
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  #11  
Alt 06-02-2012, 14:55
inaktiv
Kampfkunst: 借刀殺人
 
Registrierungsdatum: 23.12.2010
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Alter: 34
Beiträge: 536
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Habe mich ja schon oft gefragt was diese nebulöse "Struktur" ist von der zumindest im VT Bereich so viel gesprochen wird.

Langsam lichten sich für mich die Nebel. Kann man sagen, dass die Struktur eine Art geometrischer Rahmen ist, der durch Vorwärtsdruck aufrecht erhalten wird?
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  #12  
Alt 06-02-2012, 15:16
KKB-Userstatus: Advanced
Kampfkunst: Ving Tsun Gary Lam Ulrich Stauner
 
Registrierungsdatum: 07.03.2010
Beiträge: 504
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Bei uns wird dieses verdrehen lediglich als Übung für den"Verdreher" gesehen.
Selbstverständlich hat der Verdrehte im weiterführenden Training (control centerline) die Möglichkeit aus dem verdreht werden zu entkommen unter berücksichtigung der Aufrechterhaltung seiner Standfestigkeit bzw. Struktur.
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  #13  
Alt 06-02-2012, 15:23
Benutzerbild von mykatharsis
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Wing Chun
 
Registrierungsdatum: 08.01.2006
Beiträge: 11.455
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Zitat:
Zitat von Misanthropist Beitrag anzeigen
Habe mich ja schon oft gefragt was diese nebulöse "Struktur" ist von der zumindest im VT Bereich so viel gesprochen wird.

Langsam lichten sich für mich die Nebel. Kann man sagen, dass die Struktur eine Art geometrischer Rahmen ist, der durch Vorwärtsdruck aufrecht erhalten wird?
Nein. Und es wurde schon reichlich erklärt hier. Struktur gibt Stabilität. Man braucht Struktur um Kräfte aufnehmen und abgeben zu können.
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  #14  
Alt 06-02-2012, 15:27
Benutzerbild von Kampfkauz
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Kampfkunst: daily decrease instead of daily increase
 
Registrierungsdatum: 31.12.2010
Ort: Berlin
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Zitat:
Zitat von plaz Beitrag anzeigen
Ich meine etwas, das z.B. hier unter anderem bei 0:55, 3:05 und 3:10 zu sehen ist.
Sieht für mich nach Übungen aus und nicht nach Kampf. Auch in div. WT-Übungen lässt man den Anderen ja gewähren... Nehme mal an, VT'ler würden den Versuch des Verdrehens primär über Schrittarbeit regeln wollen (gerade gelesen, Kaybee schreibt es ja auch), wenn es denn ernst wird.

@Misanthropist: Was hier alle unter Struktur verstehen, scheint mir Balance zu sein. Ich muss richtig stehen, meinen Körper ordentlich positionieren um Kraft auszuüben, egal ob die sich in einem Schlag, Tritt, TD, oder was auch immer äußert, oder aber um sie abzuleiten.
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  #15  
Alt 06-02-2012, 15:41
Benutzerbild von DeepPurple
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Ving Tsun, Kendo
 
Registrierungsdatum: 11.01.2007
Ort: München
Alter: 32
Beiträge: 5.836
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@plaz
So wie ich das erkennen zu haben glaube, war die Reaktion derer, die sich verdreht haben, nicht die eigentlich gewünschte. PhB hats geschafft, sie während der Übung in die ungünstige Position zu bringen.
Siehe Erklärung von FCVT.

Gewünscht wäre sich zu lösen und richtig zu positionieren, aber das will geübt werden.
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