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  #1  
Alt 28-11-2002, 11:02
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Beiträge: 23
Smile WT`ler auf der Strasse

Ich trainiere jetzt ca. 1 Jahr WT. Mir ist aufgefallen das viele WT`ler Probleme mit Distanzgefühl und Schlagkraft haben
(auch höhere Schülergrade).

Und wenn ich mir das Können der Schüler anschauen, würde ich sagen das 95 % in einer Strassenschlägerrei das Nachsehen haben würden.

Ist man mit WT etwa erst nach 4-5 Jahren selbstverteidigungsfähig ?

Was empfiehlt ihr mir ?

Soll ich etwas zusätzlich trainieren oder gibt es etwas was nach Erfahrungsberichten effektiver auf der Strasse ist ?

Für eure Hilfe danke ich im Voraus
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  #2  
Alt 28-11-2002, 12:04
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Boxen, Sambo, Thaiboxen, Kickboxen, MMA/Shootwrestling/Vale Tudo/Freefight
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  #3  
Alt 28-11-2002, 12:16
Benutzerbild von Zambo
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Hallo,

die gleiche Erfahrung habe ich auch mit WT gemacht. Was besser ist, dazu mache ich hier keine Aussage. Aber wenn Dir WT gefällt und Dir viel Wert an effektiver Selbstverteidigung liegt, dann suche Dir mindestens eine WT-Schule, wo Sparring gemacht wird. Guck Dir also die Fortgeschrittenen an, wenn Die nach 4 Jahren noch nie einen freien Kampf mit "härterem Körperkontakt" hatten,
dann stellt sich natürlich die Frage, ob sie in einem "echten Selbstverteidigungsfall" überhaupt die Reflexe, Schlagstärke, Distanzgefühl, etc. hätten. Am Sonsten solltest Du beachten, das WT ein weicher (Selbstverteidigungs-) Stil ist und es also zu empfehlen ist, zusätzlich Sport zu machen. Schlagstärke, Distanzgefühl, Härte, usw. werden besonders in Kampfsportschulen gefördert, wo Vollkontakt trainiert wird. Ich persönlich finde eine Mischung aus hartem und weichem Stil besonders effektiv für die Selbstverteidigung. Auch der Bodenkampf sollte nicht ausser Acht gelassen werden.
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  #4  
Alt 28-11-2002, 13:34
Benutzerbild von Ralf Engwer
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Kampfkunst: Full-Instructor in JKD-Concepts & FMA
 
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Ort: Bavaria, but Home is where your heart live!
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Beiträge: 722
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Vielleicht hast Du mal Lust Dir PFS anzuschauen, aber auch hier gilt....such Dir einen fiten!

PFS ist ein Straßenkampfstil, kannst Dich auf meiner HP mal informieren wennst möchtest.

Beste Grüße

Ralf
__________________
GIVE A PROMISE - HOLD A PROMISE!
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  #5  
Alt 28-11-2002, 13:51
TeleTubbie
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Hi NIHOCAN,

Ich musste grinsen, als ich dein Post gelesen habe. Erst mal Respekt, du hast wie ich finde (gleich werden mir hunderte widersprechen ), sehr schön zwei wirkliche Schwächen des WT erkannt.(Ich rede im folgenden auch ausschließlich von WT, weil das die einzige Variante ist, die ich live erlebt habe. Da soll es ja doch erhebliche Unterschiede geben. So hab` ich mir sagen lassen, dass z.B die Wong Shun Leung (richtig geschrieben ?)-Variante wesentlich besser funktionieren soll. Kenne ich selbst aber nicht.)

Durch diese Verlagerung des Gewichts auf das hintere Bein und die frontale Ausrichtung zum Gegner sind meiner Meinung nach WT`ler nicht in der Lage größtmögliche Schlagkraft zu entwickeln. Für gerade Schläge muss man das Gewicht nach vorne verlagern, um das Körpergewicht in den Schlag zu bringen (Das was die WT`ler als solchen verkaufen ist kein Falling Step). Für seitliche Schläge holt man die Kraft durch das Eindrehen der Hüfte. WT`ler hingegen nutzten eigentlich nur ihre Armmuskeln. Damit kann man zwar schnell schlagen, aber die Power fehlt. (Wenn der WT`ler ordentliche Pakete an den Armen hat kann das natürlich auch ausreichen, aber warum auf die restlichen „Verstärker“ verzichten)
Dazu kommt, dass sie seitliche Schläge (insbesondere Haken) gar nicht oder eher selten benutzen (so meine Erfahrung). Einen KO erzielt man in den allermeisten Fällen aber dadurch, dass man den Kopf in eine schnelle Rotationsbewegung versetzt. Außerdem verpuffen gerade Schläge oftmals, wenn ein Gegner in Boxermanier (leicht „eingerollte“ Haltung, Kinn leicht gesenkt und Fäuste vor dem Gesicht, durch die etwas seitliche Stellung kommt noch die Schulter als Schutz dazu) angreift. Damit sind die allermeisten Punkte im Kopf/Halsbereich als Ziel abgedeckt und als wirkliche Trefferfläche bleibt erst mal nur die Stirn übrig, die eher für den Schlagenden mit der bloßen Faust unangenehme Folgen hat. (Aber auch ein gerader Schlag auf die Kieferknochen, Zähne „zusammengebissen“ dabei, ist für die ungeschützte Faust nicht das beste Ziel). Bei Boxern kommt noch hinzu, dass sie auch Schläge auf die Nase gewohnt sind und eine ordentliche Nackenmuskulatur entwickeln, die zusätzlich die Schlagwirkung dämpft (Zuerst versucht man natürlich immer seinen Kopf aus der Schusslinie zu nehmen oder den Schlag zu parieren/zu blocken, sonst schreibt man irgendwann so einen Stuss wie ich, dass aber nur am Rande )

Das zweite, das Distanzgefühl ist ein äußerst wichtiger Punkt (Was nützt mir der schnellste und härteste Schlag, wenn ich die Kraft nicht richtig auf den Gegner übertragen kann, weil die Entfernung nicht stimmt. Gleiches gilt natürlich auch für Abwehrbewegungen). Das lässt sich eigentlich nur durch regelmäßiges Sparring richtig trainieren (Ich kann tausende Stunden den Sandsack oder die Pratzen malträtieren, erst bei einem Gegner merke ich, ob es klappt und vor allem welche Reaktionen ich erzeuge). Da denke ich haben sehr viele WT`ler (nicht alle) unabhängig vom Grad einen enormen Nachholbedarf (ich befürchte allerdings, dass ebenjene auch gar nicht wirklich Interesse am Sparring haben, ergo müssen die paar die da Bock drauf haben sich oftmals dem Wunsch der Masse beugen und können nicht so wie sie vielleicht wollen)
Daneben (wieder nur meine bescheidene Erfahrung) ist das WT auch nicht optimal geeignet um ein wirklich gutes Distanzgefühl zu entwickeln. So wie ich es erlebt habe versucht ein WT`ler sich immer frontal zum Gegner auszurichten und unter Kettenfauststößen auf diesen loszugehen (Distanz verkürzen) um ihn dann mit Ellbogen und Knien zu bearbeiten. Das erscheint für einen unerfahrenen Gegner auch gar nicht so schlecht, aber für einen etwas geübten kann das ein schöne Einladung sein (kurz seitlich raus und voll in die Flanke ). Wenn man zudem noch weiß wie WT`ler angreifen ist es doppelt schön.
Aber gerade dieses (etwas eindimensionale) immer nach vorne stürmen, lehrt nicht wirklich, sich auf unterschiedliche Distanzen einzustellen. Um ein gutes Distanzgefühl zu entwickeln muss eben genau dass auch üben, also Distanz verkürzen, Distanz verlängern, Position wechseln. Dazu muss man also mal nach vorne gehen, wieder kurz zurückweichen, seitlich rein - raus usw..
Außerdem (jetzt aus dem Nähkästchen eines Judokas) bewegen sich WT`ler durch ihre Taktik richtig schön in die Distanz eines Grapplers. Sie nehmen es ihm somit ab, die Distanz zu verkürzen und möglicherweise dabei ein paar Schläge abzukriegen. Die Taktik desjenigen von dem ich das habe sah so aus, kurz einen Schlag antäuschen, der Wt`ler stürmt sofort nach vorn (landet ab und zu eins, zwei Wischer), läuft dem Grappler in die Arme, sitzt auf dem Hosenboden und findet sich in einem Griff wieder.

Nun zu deinen 95 %. Damit liegst du höchstwahrscheinlich richtig, aber man sollte ehrlicherweise zugeben, dass das auch in anderen KK wohl auch nicht immer wirklich besser ausschaut. Wirklich prügeln wollen sich eben die allermeisten Menschen nicht (das ist auch sehr positiv), deshalb fehlt ihnen auch oft die nötige Skrupellosigkeit die man für eine Schlägerei leider braucht.
Und ich bin eh` der Ansicht, dass auch ein Kampfsport (manche vielleicht ein klitzekleines bisschen mehr, andere weniger) nur bedingt auf eine Auseinandersetzung auf der Straße vorbereiten kann (ja ihr könnt gleich alle eure Steine schmeißen )

Zu guter Letzt zu deiner eigentlichen Frage (bin gerade krankgeschrieben, deshalb mag man mir mein etwas ausschweifendes Gelaber verzeihen). Ich empfehle dir zuallererst deinen Trainer (ihr nennt das glaube ich Sifu) offen darauf anzusprechen (am besten unter vier Augen). Wenn es ein Guter ist, wird er dir auch vernünftige Antworten geben können und vielleicht reichen schon ein paar Veränderungen beim Training.
Wenn er das nicht ist, dann würde ich mich an deiner Stelle umschauen, ob ich etwas anderes finde was mir mehr gefällt. In meinem Fall wäre das halt ganz banales Boxen (Kick- oder Thaiboxen ist natürlich auch was feines), aber du bist nicht ich und deshalb gefallen dir vielleicht andere Sachen besser. Daneben ist natürlich auch immer wichtig, dass du nicht nur mit dem Trainer, sondern auch mit den anderen Trainierenden gut auskommst. Denn was nützt die tollste Kampfkunst, wenn man sich ständig mit den anderen in der Wolle hat.

Zu der Effektivität auf der Straße habe ich ja schon weiter oben etwas gesagt. Einen letzten Tipp vielleicht noch. Versuche einfach mal das Thema Straßenkampf aus deinem Kopf zu streichen und das Training mehr als etwas anzusehen, wo man mit Spaß Stress abbauen und Adrenalin pumpen kann. Diese bösen Straßenhauereien kommen (wenn man sie nicht gerade sucht) viel seltener vor, als man meint und man lässt sich oft von anderen anstecken und steigert sich dann (oft unnötig) in etwas rein. Mit der Zeit wird man ganz von allein etwas gelassener. Früher dachte ich auch immer wer was von mir will kann gleich auf die Fresse kriegen. Die meisten wollten sich aber gar nicht hauen sondern mir eigentlich nur sagen, dass sie mich für einen Arsch halten. Manchmal hatten/haben sie da wohl Recht gehabt.

Grüsse

PS: Ich stimme @Zambo und @nichtinsgesicht zu und finde es klasse, dass sie nicht so endlos rumlabern wie ich, sondern sofort auf den Punkt kommen.
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  #6  
Alt 28-11-2002, 16:28
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Hallo zusammen
Ich möchte nur eines loswerden: Wenn Ihr die Energie für Euer Training aufbrächtet, die Ihr in diese Zeilen (teils wirklich nicht sehr fundiert) steckt, wärt Ihr mit JEDEM X-beliebigen Stil überlegen!
Ich bin zudem der Meinung, dass sich ein harter Stil nicht mit einem weichen vereinen lässt, entweder oder. Das wäre ja, wie wenn ich die Wäsche mit Schwarz- und Weisswaschmittel zusammen wasche, um beiden Farben gerecht zu werden, was da heraus kommt ist ein Graubrei.
Grüsse
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  #7  
Alt 28-11-2002, 16:51
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@Tanya

Muss ich wiedersprechen. Muay Thai und z.B: *ng *un passen wunderbar zusammen.
Tanya definier doch mal bitte, was Du unter "hartem" und "weichem" Stil verstehst?
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  #8  
Alt 28-11-2002, 17:01
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@ Tanya

In der SV muss man zwangsweise harte und weiche Techniken verbinden um sich in jeder Distanz verteidigen zu können.
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  #9  
Alt 28-11-2002, 17:10
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@ Tele Tubbie

Das war kein Gelaber, sondern ein durchdachter und unterhaltsamer Beitrag.

@Nihocan

Ich möchte zu bedenken geben:
Warum wird in China sofort mit dem Training an der Holzpuppe begonnen?
- Um schnell gut zu werden und keine Umwege zu machen.

Warum darf man in manchen Organisationen erst ab dem x.ten Schülergrad den fak- sao verwenden? (Aus Sicherheitsgründen? Haha)
- Um möglichst nicht schnell gut zu werden.
- Langes Training- lange Beitragszahlung.
- Zeit ist Geld.
- Und Geld kann man nie genug haben.
- Ist alles schon recht durchdacht- nur leider nicht sonderlich schülerfreundlich.

Mein Fazit: Prüfe die Geister und such Dir den am wenigsten kommerziellen raus, und vor allem einen, der Dir Antworten gibt!

Gruss Lara
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  #10  
Alt 28-11-2002, 18:10
TeleTubbie
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Zitat:
Original geschrieben von tanya
Hallo zusammen
Ich möchte nur eines loswerden: Wenn Ihr die Energie für Euer Training aufbrächtet, die Ihr in diese Zeilen (teils wirklich nicht sehr fundiert) steckt, wärt Ihr mit JEDEM X-beliebigen Stil überlegen!
Ich bin zudem der Meinung, dass sich ein harter Stil nicht mit einem weichen vereinen lässt, entweder oder. Das wäre ja, wie wenn ich die Wäsche mit Schwarz- und Weisswaschmittel zusammen wasche, um beiden Farben gerecht zu werden, was da heraus kommt ist ein Graubrei.
Grüsse
Hi tanya,
ich weiß nicht ob auch ich gemeint war, aber ich vermute es doch stark. Du hast natürlich Recht, ohne Training ist alles kluges Gerede für die Katz.
Ich hoffe aber, ich kann dich in meinem Fall etwas beruhigen. Ich mache den ganzen Spaß nun schon seit knapp 18 Jahren (und ich habe mir zum Glück etwas ausgesucht, wo es nur ganz wenige Techniken gibt, da schafft man es sogar, die alle in dieser Zeit zu lernen ). Viele Jahre davon habe ich täglich von Mo - Fr trainiert (oft auch zweimal am Tag). An Wochenenden war ich häufig auf Lehrgängen und Wettkämpfen unterwegs. Seit ca. drei Jahren habe ich dass Ganze (berufsbedingt) zwar zurückfahren müssen, aber ich versuche immer noch regelmäßig zu trainieren (und für den einen oder anderen reichts trotz allem bisher auch noch ganz gut )
Auch will ich gar nicht einem X-beliebigen Stil überlegen sein. Mir reichts schon wenn ich besser als mein Gegenüber bin

Grüsse

PS: Sag mal, was denn für dich so unfundiert ist, dann kann ich vielleicht versuchen es deutlicher zu erklären.
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  #11  
Alt 29-11-2002, 10:58
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Zitat:
Original geschrieben von TeleTubbie
(Ich rede im folgenden auch ausschließlich von WT, weil das die einzige Variante ist, die ich live erlebt habe. Da soll es ja doch erhebliche Unterschiede geben. So hab` ich mir sagen lassen, dass z.B die Wong Shun Leung (richtig geschrieben ?)-Variante wesentlich besser funktionieren soll. Kenne ich selbst aber nicht.)
erst mal zustimmung und lob für deinen ausführlichen beitrag, mit dem ich inhaltlich konform gehe.

zu wong (ja, hast du richtig geschrieben!): wongs ving tsun ist eigentlich das gegenteil von kernis wing tsun. dies jetzt auszuführen würde zu weit führen, aber all die sachen, die du in deinem text aufgeführt hast, wie´s besser laufen sollte, findest du im wong-vt. zum beispiel die schlagkraft, die unterstützung des körpers (ins. der hüfte), der flexible stand, viel sparring usw.

im übrigen halte ich boxen für eine sehr gute sportart für die "straße".

ansonsten gilt der alte spruch: jede kk kst nur so gut wie sein anwender.
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  #12  
Alt 29-11-2002, 13:18
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Tanya, ich helf Dir:

Weicher Stil ist es dann, wenn man dem anderen mit weichen, fliessenden Bewegungen hart auf die Mappe haut.

Harter Stil ist es dann, wenn man dem anderen mit harten Methoden weich macht.

gruss

domme
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  #13  
Alt 29-11-2002, 20:23
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Kampfkunst: VIDF Karate
 
Registrierungsdatum: 20.09.2002
Beiträge: 957
Thumbs up @Teletubbie

Ausgezeichneter Beitrag. Würd ich alles unterschreiben.
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  #14  
Alt 29-11-2002, 22:40
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Hallo,

ich persönlich finde den Beitrag von Tele Tubbie wirklich Klasse! Sachlich, konstruktiv und gut argumentiert.

Gruß
Andreas
__________________
Altrussische Kampfkunst SYSTEMA http://www.andreas-weitzel.info
http://www.rma-augsburg.de http://www.rma-systema.de
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  #15  
Alt 30-11-2002, 10:21
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Beiträge: 11
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Zitat:
Original geschrieben von TeleTubbie
Hi NIHOCAN,

Ich musste grinsen, als ich dein Post gelesen habe. Erst mal Respekt, du hast wie ich finde (gleich werden mir hunderte widersprechen ), sehr schön zwei wirkliche Schwächen des WT erkannt.(Ich rede im folgenden auch ausschließlich von WT, weil das die einzige Variante ist, die ich live erlebt habe. Da soll es ja doch erhebliche Unterschiede geben. So hab` ich mir sagen lassen, dass z.B die Wong Shun Leung (richtig geschrieben ?)-Variante wesentlich besser funktionieren soll. Kenne ich selbst aber nicht.)

Durch diese Verlagerung des Gewichts auf das hintere Bein und die frontale Ausrichtung zum Gegner sind meiner Meinung nach WT`ler nicht in der Lage größtmögliche Schlagkraft zu entwickeln. Für gerade Schläge muss man das Gewicht nach vorne verlagern, um das Körpergewicht in den Schlag zu bringen (Das was die WT`ler als solchen verkaufen ist kein Falling Step). Für seitliche Schläge holt man die Kraft durch das Eindrehen der Hüfte. WT`ler hingegen nutzten eigentlich nur ihre Armmuskeln. Damit kann man zwar schnell schlagen, aber die Power fehlt. (Wenn der WT`ler ordentliche Pakete an den Armen hat kann das natürlich auch ausreichen, aber warum auf die restlichen ?Verstärker? verzichten)
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Das stimmt nicht, Teletubbie: der (WT-)*ing*un-Punch kommt nicht nur aus dem Arm, sondern aus dem ganzen Körper. (Beim Wong-VT genauso!) D.h. der Schlag soll durch die Kraft u.a. der Bein- und Gesäßmuskeln verstärkt werden. Deswegen der Vorwärtsschritt beim Schlagen. Ich sage den Schülern häufig "wir schlagen nicht mit dem Arm, sondern mit dem A.....!" Natürlich hast Du Recht wenn du sagst, daß viele WT-ler das nicht drauf haben. die schlagen öfter nur aus dem Arm, vielleicht weil sie zuviel ChiSao trainieren und zuwenig Sparring und Ko-Punchkraft.
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Dazu kommt, dass sie seitliche Schläge (insbesondere Haken) gar nicht oder eher selten benutzen (so meine Erfahrung).
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Stimmt auch nicht: Den Haken gibt es im WT schon, leider erlernt man den und seine Anwendung offiziell erst mit dem Erlernen der 3. Form BilTze und ihrer Anwendungen. Ich kann mich gut daran erinnern, wie mich mein Trainer früher zur Sau machten, wenn ich Sachen verwendete, die für mich heute (weil ich sie jetzt machen darf) selbstverständlich sind. Das ist aber ein Fahler im Unterrichtsverhalten vieler WT-Lehrer.
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Einen KO erzielt man in den allermeisten Fällen aber dadurch, dass man den Kopf in eine schnelle Rotationsbewegung versetzt. Außerdem verpuffen gerade Schläge oftmals, wenn ein Gegner in Boxermanier (leicht ?eingerollte? Haltung, Kinn leicht gesenkt und Fäuste vor dem Gesicht, durch die etwas seitliche Stellung kommt noch die Schulter als Schutz dazu) angreift. Damit sind die allermeisten Punkte im Kopf/Halsbereich als Ziel abgedeckt und als wirkliche Trefferfläche bleibt erst mal nur die Stirn übrig, die eher für den Schlagenden mit der bloßen Faust unangenehme Folgen hat. (Aber auch ein gerader Schlag auf die Kieferknochen, Zähne ?zusammengebissen? dabei, ist für die ungeschützte Faust nicht das beste Ziel). Bei Boxern kommt noch hinzu, dass sie auch Schläge auf die Nase gewohnt sind und eine ordentliche Nackenmuskulatur entwickeln, die zusätzlich die Schlagwirkung dämpft (Zuerst versucht man natürlich immer seinen Kopf aus der Schusslinie zu nehmen oder den Schlag zu parieren/zu blocken, sonst schreibt man irgendwann so einen Stuss wie ich, dass aber nur am Rande )

Das zweite, das Distanzgefühl ist ein äußerst wichtiger Punkt (Was nützt mir der schnellste und härteste Schlag, wenn ich die Kraft nicht richtig auf den Gegner übertragen kann, weil die Entfernung nicht stimmt. Gleiches gilt natürlich auch für Abwehrbewegungen). Das lässt sich eigentlich nur durch regelmäßiges Sparring richtig trainieren (Ich kann tausende Stunden den Sandsack oder die Pratzen malträtieren, erst bei einem Gegner merke ich, ob es klappt und vor allem welche Reaktionen ich erzeuge). Da denke ich haben sehr viele WT`ler (nicht alle) unabhängig vom Grad einen enormen Nachholbedarf (ich befürchte allerdings, dass ebenjene auch gar nicht wirklich Interesse am Sparring haben, ergo müssen die paar die da Bock drauf haben sich oftmals dem Wunsch der Masse beugen und können nicht so wie sie vielleicht wollen)
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Stimmt absolut !!!!!!!!!! Ist aber auch vielfach eine Sache der Einstellung des Trainers, da der das Niveau und die Standarts des Unterrichts bestimmt.
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Daneben (wieder nur meine bescheidene Erfahrung) ist das WT auch nicht optimal geeignet um ein wirklich gutes Distanzgefühl zu entwickeln. So wie ich es erlebt habe versucht ein WT`ler sich immer frontal zum Gegner auszurichten und unter Kettenfauststößen auf diesen loszugehen (Distanz verkürzen) um ihn dann mit Ellbogen und Knien zu bearbeiten. Das erscheint für einen unerfahrenen Gegner auch gar nicht so schlecht, aber für einen etwas geübten kann das ein schöne Einladung sein (kurz seitlich raus und voll in die Flanke ). Wenn man zudem noch weiß wie WT`ler angreifen ist es doppelt schön.
Aber gerade dieses (etwas eindimensionale) immer nach vorne stürmen, lehrt nicht wirklich, sich auf unterschiedliche Distanzen einzustellen. Um ein gutes Distanzgefühl zu entwickeln muss eben genau dass auch üben, also Distanz verkürzen, Distanz verlängern, Position wechseln. Dazu muss man also mal nach vorne gehen, wieder kurz zurückweichen, seitlich rein - raus usw..
Außerdem (jetzt aus dem Nähkästchen eines Judokas) bewegen sich WT`ler durch ihre Taktik richtig schön in die Distanz eines Grapplers. Sie nehmen es ihm somit ab, die Distanz zu verkürzen und möglicherweise dabei ein paar Schläge abzukriegen. Die Taktik desjenigen von dem ich das habe sah so aus, kurz einen Schlag antäuschen, der Wt`ler stürmt sofort nach vorn (landet ab und zu eins, zwei Wischer), läuft dem Grappler in die Arme, sitzt auf dem Hosenboden und findet sich in einem Griff wieder.

Nun zu deinen 95 %. Damit liegst du höchstwahrscheinlich richtig, aber man sollte ehrlicherweise zugeben, dass das auch in anderen KK wohl auch nicht immer wirklich besser ausschaut. Wirklich prügeln wollen sich eben die allermeisten Menschen nicht (das ist auch sehr positiv), deshalb fehlt ihnen auch oft die nötige Skrupellosigkeit die man für eine Schlägerei leider braucht.
Und ich bin eh` der Ansicht, dass auch ein Kampfsport (manche vielleicht ein klitzekleines bisschen mehr, andere weniger) nur bedingt auf eine Auseinandersetzung auf der Straße vorbereiten kann (ja ihr könnt gleich alle eure Steine schmeißen )
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Bin heute sogar der ansicht daß JEDE Kampfkunst (Vielleicht aus genommen JuJutsu ;-) ) einen gut genug vorbereiten kann, wenn an sie entsprechend konsequent trainiert.
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Zu guter Letzt zu deiner eigentlichen Frage (bin gerade krankgeschrieben, deshalb mag man mir mein etwas ausschweifendes Gelaber verzeihen). Ich empfehle dir zuallererst deinen Trainer (ihr nennt das glaube ich Sifu) offen darauf anzusprechen (am besten unter vier Augen). Wenn es ein Guter ist, wird er dir auch vernünftige Antworten geben können und vielleicht reichen schon ein paar Veränderungen beim Training.
Wenn er das nicht ist, dann würde ich mich an deiner Stelle umschauen, ob ich etwas anderes finde was mir mehr gefällt. In meinem Fall wäre das halt ganz banales Boxen (Kick- oder Thaiboxen ist natürlich auch was feines), aber du bist nicht ich und deshalb gefallen dir vielleicht andere Sachen besser. Daneben ist natürlich auch immer wichtig, dass du nicht nur mit dem Trainer, sondern auch mit den anderen Trainierenden gut auskommst. Denn was nützt die tollste Kampfkunst, wenn man sich ständig mit den anderen in der Wolle hat.

Zu der Effektivität auf der Straße habe ich ja schon weiter oben etwas gesagt. Einen letzten Tipp vielleicht noch. Versuche einfach mal das Thema Straßenkampf aus deinem Kopf zu streichen und das Training mehr als etwas anzusehen, wo man mit Spaß Stress abbauen und Adrenalin pumpen kann. Diese bösen Straßenhauereien kommen (wenn man sie nicht gerade sucht) viel seltener vor, als man meint und man lässt sich oft von anderen anstecken und steigert sich dann (oft unnötig) in etwas rein. Mit der Zeit wird man ganz von allein etwas gelassener. Früher dachte ich auch immer wer was von mir will kann gleich auf die Fresse kriegen. Die meisten wollten sich aber gar nicht hauen sondern mir eigentlich nur sagen, dass sie mich für einen Arsch halten. Manchmal hatten/haben sie da wohl Recht gehabt.

Grüsse

PS: Ich stimme @Zambo und @nichtinsgesicht zu und finde es klasse, dass sie nicht so endlos rumlabern wie ich, sondern sofort auf den Punkt kommen.
Super Beitrag Teli, Danke!

Geändert von Tommiboy (30-11-2002 um 10:24 Uhr).
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