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Grappling Diskussionen zu Bodenkampfstilen wie z.B. Brazilian Jiu-Jitsu, Luta Livre, Ringen, Sambo, Submission Grappling, Submission Wrestling etc.



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  #31  
Alt 12-08-2017, 13:44
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Zitat:
Zitat von Narexis Beitrag anzeigen
Das habe ich auch nicht behauptet . Mich hat lediglich interessiert, ob noch etwas Konstruktives zu erwarten ist, so als kleines Sahnehäupchen zum Einzeiler, hätte ja sein können . Ob das nun "empfindlich in dieser richtung" ist, musst Du beurteilen. ...



Könnte mir vorstellen, dass es für viele "hetero"männer schon deswegen schwierig ist, sich mit dem thema gründlich auseinanderzusetzen, da sie dann angst haben könnten, sich selbst schon "angeschwult" und damit unmännlich vorkommen zu müssen.

Habe neulich gelesen, dass bei homosexuellen handlungen in männergesellschaften nur der "passive" teil als schwul gilt.

Manche interessiert das thema aber wahrscheinlich wirklich nicht.

Zudem gibt es wohl auch immer noch die alten klischees aus der schmuddelecke, etwa der homosexuellen, die im schwimmbad oder öffentlichen toiletten rumlungern und nach jugendlichen "anwärtern" ausschau halten, "tuntiges rumgetue", "ekligkeit" des analverkehrs, ledertypen, "unnatürlichkeit" der homosexualität (wohl das haupt"argument"), gefahr der aidsverbreitung etc..

Diese scheisshausparolen dauerhaft auf breiter ebene aus den köpfen zu bekommen, halte ich (noch) für schwierig.


Wie hatte jkd so schön geschrieben:

Was für's sommerloch.


Grüsse
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  #32  
Alt 12-08-2017, 13:55
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Zitat:
Zitat von zocker Beitrag anzeigen
m.e. zb durch einen von aruna beschriebenen durch die PC erzeugten druck auf die Mehrheit, sich ja nicht in einer weise zu äussern, welche möglicherweise deswegen nicht "political correct" sein könnte, da sie so aufgefasst werden könnte, dass sie gegen minderheiten gerichtet sei (auch wenn das gar nicht der fall ist).


grüsse
und in wie weit "diskriminiert" das die "Mehrheit"?
__________________
Frank Burczynski

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  #33  
Alt 12-08-2017, 14:09
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@Narexis: Wieder sehr schöne Beiträge von dir!
Und ich werde dich immer um deine Geduld beneiden, solch umfangreiche Texte am Tablet zu schreiben.
Ich bin noch bis Montag ans Handy gefesselt und es nervt einfach

Und das zocker wieder etwas Spam verbreitet, wundert doch wirklich Niemanden mehr, oder?


Zum Thema: Es kommt doch leider nicht von ungefähr, daß viele Leute sich nicht trauen sich zu outen.
Ich hab einen jungen Bekannten, der hatte richtige Probleme mit Schwulen, obwohl er da nur 16-18 war. Da war es schon ein guter Fortschritt, als er irgendwann hieß "Die sollen mich nur nicht anmachen oder antatschen."
Da hatten wir einige Auseinandersetzungen drüber und es bedurfte das Outing eines gemeinsamen Bekanntens, bis er sich da langsam geändert hatte.

Oder wenn verschiedene Leute verstohlen gucken, weil man gleichgeschlechtlichen Homosexuellen umarmt - ist ja leider auch nicht das beste Zeichen.

Ich bin tatsächlich froh, daß ich von kleinauf gelernt hab, daß das kein Problem ist.
Meine Mutter hatte zu der Zeit im Verein Fußball gespielt und da war auch ein junges Pärchen im Team - und das zu einer Zeit, in der offen lesbisch zu sein noch schwieriger war als heute.

Es könnte mich nicht weniger interessieren was die Leute im Schlafzimmer machen; ich versuche ja auch nicht rauszubekommen, ob jemand auf Würgespiele oder Sadomaso steht.

Und auf der Matte interessiert es mich ebenso wenig wie im Alltag.
Nur kommt auf der Matte ggf. noch hinzu, daß ich nicht einmal Zeit dazu hätte, selbst wenn ich es wollte.
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  #34  
Alt 12-08-2017, 14:13
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Zitat:
Zitat von jkdberlin Beitrag anzeigen
und in wie weit "diskriminiert" das die "Mehrheit"?
Wenn es so wäre, dann dadurch, dass die Mehrheit in ihrer Meinungsäusserung gegenüber/hinsichtlich einer oder mehreren Minderheit(en) eingeschränkt wäre oder sich so fühlt.


Grüsse
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  #35  
Alt 12-08-2017, 14:42
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Zitat:
Zitat von Narexis Beitrag anzeigen
ich wurde bereits von Seminaren ausgeschlossen, weil ich mich weigerte, einen homosexuellen Trainingspartner und Freund vor der Tür warten zu lassen, da man ihn nicht beim Seminar dabei haben wollte (obwohl ich sogar anbot, als einziger Trainingspartner mit ihm zu trainieren, nur wollten sie nicht einmal dieselbe Matte mit ihm teilen) und ich stelle mich dann auch der physischen Bedrohung und Gewalt, die einen teilweise erwartet - spätestens da sind die "politisch korrekten" Menschen ganz schnell ruhig.
Würde sich ein Seminarveranstalter weigern, einen Kumpel wegen seiner sexuellen Orientierung mitmachen zu lassen, müssten die mich nicht ausschließen, oder bedrohen, damit ich gehe und ich würde einem Freund auch nicht zumuten, sich in einem Umfeld aufzuhalten, wo er "unberührbar" ist und ich der einzige bin, der sich mit ihm abgibt.
So gut kann kein Referent sein.
War das in Deutschland?

In dem Eingangsinterview berichtet "Robert" nach meiner Erinnerung nicht davon, vom Sport ausgeschlossen zu werden, sondern eher von sozialen Nebenveranstaltungen und dass er das Gefühl habe, sich beim Rollen anders verhalten zu müssen.


If they don’t know I’m gay there is no problems but if they do, yes, there are some problems. Maybe it’s more in my head and in their head but you can feel it in the air.


Und das berichtet er von polnischen Clubs.
Deine persönlichen Erfahrungen aus der (deutschen?) Kampfsportszene sind also noch mal eine Nummer krasser, als die von Robert.
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  #36  
Alt 12-08-2017, 14:51
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Zitat:
Zitat von Syron Beitrag anzeigen
... Und das zocker wieder etwas Spam verbreitet, wundert doch wirklich Niemanden mehr, oder? ...

also komm!

Ich bin doch jetzt echt brav.


Grüsse
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  #37  
Alt 12-08-2017, 16:43
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Zitat:
Zitat von Flibb Beitrag anzeigen
Klischees, Vorurteile und Gruppendynamik ist meine Annahme. Gleiches gesinnt sich gerne zu gleichem.
Persöhnliche Erfahrung: Im Schwulenviertel waren mehr Männer beim Bikram Yoga als bei dem Studio im bürgerlichen Viertel.

Bei Frauen ist es interessanterweise umgedreht, hoher Lesbenanteil bei den härteren Sportarten. Hat natürlich auch was mit Angebot und ausfallender Nachfrage zu tun.
Sollten sich vielleicht mal Neurologen oder Erziehungswissenschaftler mit befassen wie diese Korrelationen zustande kommen.

Vertrete einen ähnliche Standpunkt wie du was Trainingspartner angeht.
Danke für Deine Antwort und den Einblick in Deine Gedankenwelt bzw. Deine Vermutungen .

Ich habe mich mit dem Thema nie (tiefergehend) außerhalb meiner eigenen Erfahrung und den Erfahrungen meines Umfelds auseinandergesetzt, weshalb ich lediglich das Bild, das sich für mich gezeichnet hat, beschreiben kann. Dahingehend habe ich im Sport - außerhalb der „Szene“, die mir auch nicht vertraut ist - nicht mehr oder weniger Homosexuelle in den jeweiligen Sportarten kennengelernt (bzw. war der Unterschied zu den Heterosexuellen gering, denn z.B. auch unter den Heterosexuellen sind Kampfsportarten absolute Randsportarten und insbesondere die VK Stile vielen zu hart). Es war eher der Fall, dass es deutlich weniger „geoutete“ Homosexuelle in den Sportarten gab. (Dass sie sich in einem „sicheren“ Umfeld, in dem die Sexualität akzeptiert wird oder sie sogar „Leidensgenossen“ finden, häufiger outen, ist naheliegend. Ich binde auch niemandem ungefragt auf die Nase, dass ich Kampfsportler bin - insbesondere im Arbeitsalltag ist es oft unvorteilhaft und ich halte es falls möglich „unspezifisch“, da sogar dem bösen Thaiboxer noch viele negativen Eigenschaften anhaften und das ist im Vergleich zu diesem Thema ein schlechter Witz.)

Zitat:
Zitat von Syron Beitrag anzeigen
[...]
Zum Thema: Es kommt doch leider nicht von ungefähr, daß viele Leute sich nicht trauen sich zu outen.
Ich hab einen jungen Bekannten, der hatte richtige Probleme mit Schwulen, obwohl er da nur 16-18 war. Da war es schon ein guter Fortschritt, als er irgendwann hieß "Die sollen mich nur nicht anmachen oder antatschen."
Da hatten wir einige Auseinandersetzungen drüber und es bedurfte das Outing eines gemeinsamen Bekanntens, bis er sich da langsam geändert hatte.

Oder wenn verschiedene Leute verstohlen gucken, weil man gleichgeschlechtlichen Homosexuellen umarmt - ist ja leider auch nicht das beste Zeichen.

Ich bin tatsächlich froh, daß ich von kleinauf gelernt hab, daß das kein Problem ist.
Meine Mutter hatte zu der Zeit im Verein Fußball gespielt und da war auch ein junges Pärchen im Team - und das zu einer Zeit, in der offen lesbisch zu sein noch schwieriger war als heute.

.
Danke und +1! .
Das bringt es relativ gut auf den Punkt. Umarmt man eine Frau zur Begrüßung, interessiert es niemanden; umarmt man kurz im Vorbeigehen (z.B. nach einem harten Sparring) den homosexuellen Trainingspartner und dankt ihm für seine Zeit und das Vertrauen - denn er vertraut mir immerhin seine Gesundheit an und ich ihm meine - wird man teilweise neugierig, verständnislos oder entsetzt angeschaut. Gerade im Standkampf ist (meiner Erfahrung nach) der Anteil an Jungen/Männern, die einem bestimmten „Männlichkeitsbild“ folgen, sehr stark ausgeprägt und in dieses Bild passt die Homosexualität nur selten (obwohl man sich natürlich mit Spartiaten, Römern oder sonstigen Griechen vergleicht ), das sorgt dann für Probleme. (Wie auch hier im Forum von manchen angemerkt, ist es so lange in Ordnung, wie man nichts davon weiß - was nicht immer leicht zu bewerkstelligen ist, spätestens bei Gesprächen abseits der Matte. Sobald es bekannt ist, passt es nicht ins Weltbild, wird zum Problem und man ist hilflos überfordert. Wobei auch den Leuten klar sein müsste, dass sie sich ihre Gegner im Ring oder auf der Matte (meist) nicht aussuchen können oder sie bei Sparringstreffen, Seminaren etc. auch nicht erst die Sexualität abklären können/sollten... Abgesehen davon hat es einen Grund, wenn der Trainer die Trainingspartner zuweist und ich muss die Person nicht mögen oder mit ihren Ansichten einverstanden sein - solange sie verantwortungsvoll mit mir und meiner Gesundheit umgeht - um mit ihr trainieren und von ihr lernen zu können. Mit den Worten des Homosexuellen, der das gerne im Sparring „geklärt“ hat: „Du sollst nicht mit mir kuscheln, es geht um hartes Sparring also hau mir doch einfach auf die Schnauze. Wenn Du solche Probleme mit mir hast, ist das doch für Dich ein Traum?“)

(Ich frage mich immer wieder, wie die Jungs reagieren würden, wenn einer SM-Tendenzen auf den Tisch bringt .)

Im Bodenkampf - was natürlich auch an meiner relativ gesehen deutlich geringeren Erfahrung und Zeit, die ich auf der Matte verbracht habe, liegen könnte - ist es (zumindest im BJJ) ein deutlich geringeres Problem. Die Leute sind deutlich aufgeschlossener, weniger einem „Mannsbild“ verpflichtet und offen gesagt häufig auch schlicht (im Durchschnitt betrachtet) gebildeter. (Wie sehr der deutlich höhere Ausländeranteil im Standkampf (im Vergleich zu anderen Sportarten teilweise in vielen Clubs mit (geschätzt) >85%) eine Rolle spielt, weiß ich nicht. Die Erziehung, den kulturellen Hintergrund und die teilweise vorhandene Tabuisierung würde ich jedoch nicht als unbedeutend erachten.)

Interessanterweise habe ich häufig das Gefühl, dass es im Sport beinahe problematischer ist, sich zu outen, als im Alltag, da der Sport etwas Privates und Persönliches darstellt.

Zitat:
Zitat von Aruna Beitrag anzeigen
Würde sich ein Seminarveranstalter weigern, einen Kumpel wegen seiner sexuellen Orientierung mitmachen zu lassen, müssten die mich nicht ausschließen, oder bedrohen, damit ich gehe und ich würde einem Freund auch nicht zumuten, sich in einem Umfeld aufzuhalten, wo er "unberührbar" ist und ich der einzige bin, der sich mit ihm abgibt.
So gut kann kein Referent sein.
War das in Deutschland?
Nein, ebenfalls in Polen - hätten wir nicht eine lange Anfahrt (inkl. Kosten für die Übernachtung etc.) und noch einmal gutes Geld für das Seminar bezahlt, wäre es evtl. anders gelaufen. Zu seinem Pech hat ihn lediglich ein anderer deutscher Seminarteilnehmer aus seinem alten Club erkannt und „dementsprechend“ begrüßt; das haben in der Umkleide auch die anderen mitbekommen und dann ging der Stress los und ich stand lediglich unterstützen zur Seite. Der Referent hatte kein Problem damit, sondern lediglich ein paar der Teilnehmer - die sich interessanterweise nicht über die Frauen auf der Matte beschwert haben - weshalb es für mich/uns akzeptabel erschien ohne Kontakt mit ihnen vom Referenten zu lernen, der dem auch zugestimmt hat/hätte. Schlussendlich habe ich mich dann ebenfalls geweigert, zu gehen, ohne dass uns zumindest die Seminargebühren (von den Teilnehmer, die solche Probleme damit hatten) erstattet werden. (War ein sehr prägendes und trauriges Erlebnis.)
(Auf rechtliche Schritte wurde verzichtet, bevor Du fragst.)

In Deutschland zeigt es sich eher im Verhalten der Teilnehmer (oft auch unbewusst) - relativ analog zum Umgang mit Behinderten oder dem pubertierenden Jungen, der erstmalig mit einer Frau trainieren soll bzw. vor seinen Kumpels angibt, wie männlich er doch ist. (Ich persönlich vergesse oft, was für eine Rolle das Thema spielen kann, bis ich besucht werde; da es mich schlicht nicht betrifft und in meinem Trainingsalltag kaum vorkommt.) Problematisch wird es nur oft, wenn ein strenggläubiger der Meinung ist, dass sein Glaube deutlich höher anzusehen ist als die Sexualität des Teilnehmers oder das (selbsternannte) „männlichste Alphatier“ aus irgendeinem Grund seine Männlichkeit bedroht sieht - beim Rest zeigt es sich weniger in Anfeindungen als in Überforderung. Weshalb ich auch jeden Homosexuellen verstehen kann, der sich innerhalb des Sports nicht outet. Häufig spielt auch einfach eine Form der Überforderung oder zu stark ausgeprägten Rücksichtnahme eine Rolle, nicht alles davon ist böse gemeint; trotzdem wurde es von meinen Bekannten häufig als „Belastung“ empfunden und stellte zumindest einen Aufwand und eine Situationsveränderung dar, die ohne das „Outing“ nicht vorhanden wäre. (So gesehen war ihnen häufig der Aufwand des Verschweigens lieber, was auch nicht immer einfach war; insbesondere, wenn sie sich nur im Sport nicht geoutet haben.) Die (teilweise subtile) Ausgrenzung stellt allerdings für viele der Betroffenen wirklich ein großes Problem dar - und sei es nur, dass man sich auf der Weihnachtsfeier nicht mehr aufs Klo begeben kann, ohne sofort eine Anspannung im Raum zu merken - und ich kenne nur den einen (oben geschilderten) Mann, der sich wirklich dazu bekennt und die Energie aufbringt, sich seinem Umfeld jedes Mal aufs Neue zu stellen. Die anderen „geouteten“ Personen haben sehr lange nach einer Trainingsgruppe gesucht, in der sie akzeptiert wurden und nach einer Weile hat sich dort auch alles eingespielt und es war nicht mehr der Rede wert. (Dass man sich zu Beginn beschnuppern und Erfahrungen im Umgang miteinander sammeln muss, ist vollkommen normal.)

Zitat:
Zitat von Aruna Beitrag anzeigen
Deine persönlichen Erfahrungen aus der (deutschen?) Kampfsportszene sind also noch mal eine Nummer krasser, als die von Robert.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass „Roberts“ Erfahrungen ähnlich - wenn nicht sogar deutlich schlimmer - in der polnischen Standkampfszene ausgefallen wären; wobei ich es immer noch interessant finde, dass Standkämpfer „mehr“ Probleme damit haben als die Jungs im BJJ... In Deutschland sind mir aus der Grapplingszene (aus Erzählungen) nur Fälle mit obengenannten Faktoren (strenggläubig oder ‚Männlichkeitswahn‘) bekannt und die hauptsächlich aus dem Ringen.


LG

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  #38  
Alt 13-08-2017, 00:40
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Zitat:
Zitat von Narexis Beitrag anzeigen
+1!



...
Im Gegenzug gibt es z.B. auch im Ballet genug heterosexuelle Männer und Frauen - warum auch immer man die Frauen bei diesem Thema direkt ausschließt - ....
Es gibt auch keine besonderen Hinweise, dass es mehr lesbische Ballettänzerinnen als es sonst durchschnittlich in der Bevölkerung ist.

Das gleiche gilt auch für Friseurinnen und Flugbegleiterinnen. Deshalb wird es auch nicht angesprochen ... und ich glaube nicht, dass Frauen in den Berufen mehr Grund hätten, ihre sexuelle Orientierung geheim zu halten. Es ist aber auch kein Mythos, dass es wesentlich mehr Schwule unter Friseuren und Flugbegleitern gibt als in der Bevölkerung allgemein durchschnittlich.

Es gibt definitiv auch viele Schwule Kampfsportler, die ihre sexuelle Orientierung geheim halten, manchmal auch ohne, dass es wirklich einen guten Grund dazu gibt. Kampfsportler sind anders als die typischen Mannschaftssportler wie z.B. Fußballer. Die müssen per se individualistischer sein und Top-Kampfsportler haben weiträumig auch Kampfsportler als Fans. Leute die selber nicht schonungslos mit dem Strohm fließen können auch besser verkraften, dass andere nicht wie die Mehrheit sind ...

Damit ist nicht gesagt, dass es keine Homophobe unter Kampfsportlern geben kann - aber ich stelle mir gerade vor, was passiert wäre, wenn - da wo ich seinerzeit mit Karate anfing - jemand unseren japanischen Gasttrainer angemacht hätte, weil er bi war ...

Geändert von Lino (13-08-2017 um 00:47 Uhr).
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  #39  
Alt 13-08-2017, 01:21
Benutzerbild von Syron
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Zitat:
Zitat von Lino Beitrag anzeigen
Kampfsportler sind anders als die typischen Mannschaftssportler wie z.B. Fußballer. Die müssen per se individualistischer sein und Top-Kampfsportler haben weiträumig auch Kampfsportler als Fans. Leute die selber nicht schonungslos mit dem Strohm fließen können auch besser verkraften, dass andere nicht wie die Mehrheit sind ...
Kommt als nächstes auch der Mythos, daß Kampfsportler ja per se die besseren Menschen sind, weil sie ja immerhin Kampfsport betreiben und man nur dort Respekt und Disziplin lernt?
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  #40  
Alt 13-08-2017, 01:45
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KS'ler sind sowieso die anders als die anderen, ich würde fast schon sagen besser.
Wir lernen immerhin Disziplin und Respekt!



lol
__________________
Es muss nicht immer hübsch aussehen, es muss einfach nur knallen.
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  #41  
Alt 14-08-2017, 11:49
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Zitat:
Zitat von Lino Beitrag anzeigen
Es gibt auch keine besonderen Hinweise, dass es mehr lesbische Ballettänzerinnen als es sonst durchschnittlich in der Bevölkerung ist.
(Vorab: Das Bild von Homosexuellen im Ballett oder generell den Tänzern im Ballett ist mMn ziemlich durch Unwissenheit geprägt... Insbesondere bei den professionellen Tänzern ist es ein knallhartes Geschäft und das Training würden viele der harten Jungs aus dem Kampfsport nicht im Traum überstehen, weshalb ich zwar ein paar exzentrische (hetero- wie homosexuelle) Menschen aus diesem Bereich kennengelernt habe, allerdings keinen der (Klischee-)Homosexuellen, wie man sie sich "vorstellt". Generell kann ich jedem nur empfehlen, einfach Mal in einem Club für Homosexuelle (o.Ä.) feiern zu gehen und man merkt ganz schnell, dass die meisten Menschen davon "ganz normal" sind. Abgesehen davon habe zumindest ich bei den wenigen Einladungen aus diesem Bereich, die mir gegenüber ausgesprochen wurden und ich wahrgenommen habe, die Erfahrung gemacht, dass sie viel entspannter sind und insbesondere entspannter mit Abfuhren umgehen; auch der Hinweis, dass man heterosexuell ist, hat nichts an ihrem Umgang mit mir geändert . Man konnte sogar einzelnen Personen zu verstehen geben, dass man sie nicht leiden kann, sie einem auf die Nerven gehen und sich verziehen sollen und keiner (außer ein paar (politisch korrekten und heterosexuellen) Außenstehenden) hat es auch nur irgendwie auf die Sexualität bezogen, sondern lediglich auf den Menschen und das Zwischenmenschliche. Generell sehr entspannt und viel weniger Hahnenkämpfe und Pseudomännlichkeit, solche Erlebnisse helfen sehr dabei, Vorurteile und "Angst" oder Unerfahrenheit im Umgang mit ihnen abzubauen. Dann erlebt man auch weniger beinahe komische Situationen, wenn sich ein Freund nach Jahren outet und auf einmal der komplette Umgang sich ändert - es ist immer noch dieselbe Person wie vor wenigen Minuten, nur hat man die angebetete Frau jetzt für sich alleine .)

War auch eher darauf bezogen, dass ich noch nie erlebt habe, dass man sich an homosexuellen Frauen stört - auch nicht im Kampfsport - während bei den Männern im Kopf mancher beinahe eine ganze Welt zusammenzubrechen scheint. Es ging auch nie darum, dass Frauen „mehr Grund hätten, ihre sexuelle Orientierung geheim zu halten“ - egal in welchen Bereichen - sondern darum, dass man sie lediglich sehr gerne außen vor lässt. Gerade im Kampfsport haben sich der Großteil der Frauen, die nicht abgeschottet in reinen Frauengruppen trainieren und länger dabei bleiben, an das regelmäßige Training mit Männern gewöhnt (inkl. Körperkontakt). Da machen dann weder Männlein noch Weiblein einen Aufriss, wenn sie homosexuell ist - außer es stört den starken Mann bereits, mit einer Frau zu rollen, was bei einer homosexuellen Frau zwar eigentlich auch wieder egal sein dürfte, aber irgendwie erneut keine Rolle spielt . Ich würde mir verstärkt wünschen, dass sich manche Männer davon ein Stück abschneiden. (Ich erwarte und fordere nicht, dass man abseits der Matte die besten Freunde wird oder gezwungenen Kontakt sucht - weshalb ich ihm z.B. direkt empfohlen habe, das Training bei clkblack nicht zu besuchen, obwohl ich bis jetzt nur Gutes von ihm gehört habe und mir sicher bin, dass er ein guter Trainer und Kämpfer (und eigentlich ein netter Mensch ) ist, da ich keinen Grund sehe, warum man zwanghaft eine Konfrontation suchen und sich „aufdrängen“ sollte, wenn man bereits von den zu erwartenden Problemen weiß - nur erwarte ich, dass ich innerhalb des Trainings mit den zugewiesenen Partnern (verantwortungsbewusst) arbeite. (Dabei interessiert mich insbesondere nicht, wer meint aus Glaubensgründen keinen Kontakt suchen zu wollen; der ist in einem anderen Team oder anderem Sport besser aufgehoben und wenn ich sage, dass Religion und Sexualität auf der Matte nichts zu suchen haben, meine ich das genau so - wobei ich selbstverständlich nicht erwarte, dass man es innerhalb einer Sekunde ablegt und man (bei respektvollem Umgang miteinander) auch Kompromisse eingehen und die Diskussion suchen kann.) Keiner verlangt, dass sie sich bei der freien Partnerwahl suchen - außer es bringt beiden Seiten einen Gewinn oder sie sind im Moment die einzigen Partner, die zueinander passen - im Prinzip erwarte ich leidglich eine (sportliche) Professionalität, man muss nicht mit allen im Team klarkommen, aber mit allen trainieren, sofern es keine wichtigen Gründe (wie z.B. Verantwortungslosigkeit oder erhöhtes Verletzungsrisiko) gibt, die dagegen sprechen.

Zitat:
Zitat von Lino Beitrag anzeigen
Das gleiche gilt auch für Friseurinnen und Flugbegleiterinnen. Deshalb wird es auch nicht angesprochen ... und ich glaube nicht, dass Frauen in den Berufen mehr Grund hätten, ihre sexuelle Orientierung geheim zu halten. Es ist aber auch kein Mythos, dass es wesentlich mehr Schwule unter Friseuren und Flugbegleitern gibt als in der Bevölkerung allgemein durchschnittlich.
Klar, es gibt auch den völlig überzeichneten und klischeehaften Homosexuellen. Sehe das allerdings ähnlich wie mit dem Ballett. Beim Friseur „erwartet“ man es beinahe - man will ja das Klischee nicht unbedient lassen - in anderen Bereichen ist die Akzeptanz nicht ganz so ausgebreitet und zumindest bei meinen Bekannten zeichnet sich von sämtlichen Klischees herzlich wenig ab - das überzeichnete Verhalten stört/nervt mich generell, egal ob an Frauen oder Männern jeglicher Sexualität, kann also auch daran liegen...

Zitat:
Zitat von Lino Beitrag anzeigen
Es gibt definitiv auch viele Schwule Kampfsportler, die ihre sexuelle Orientierung geheim halten, manchmal auch ohne, dass es wirklich einen guten Grund dazu gibt. Kampfsportler sind anders als die typischen Mannschaftssportler wie z.B. Fußballer. Die müssen per se individualistischer sein und Top-Kampfsportler haben weiträumig auch Kampfsportler als Fans. Leute die selber nicht schonungslos mit dem Strohm fließen können auch besser verkraften, dass andere nicht wie die Mehrheit sind ...
Der letzte Teil widerspricht meiner Erfahrung. Abgesehen davon begegne zumindest ich (leider) im Kampfsport viel häufiger selbsternannten Alphatierchen oder „echten Männern“, während die in anderen Sportarten (subjektiv) nicht so oft vorkommen. Generell sehe ich in diesen Zeilen sehr viel Klischee, das ich so nicht bestätigen kann. Zumindest den Äußerungen meiner Bekannten zufolge gibt es (zum Outing im Kampfsport) erst dann keinen „wirklich [...] guten Grund“, der dagegen spricht, mehr, wenn man keinen Unterschied mehr zwischen dem Training/Rollen mit Frauen und dem mit Homosexuellen macht - weiter würden sie nicht einmal gehen und auch das Beschnuppern und das Gewöhnen an die Situation von allen Beteiligten wird als vollkommen normal erachtet. Bis dahin kann ich jeden verstehen, der sich nicht outet. Gerade im Kampfsport habe ich die Probleme als viel stärker ausgeprägt erlebt als in vielen (Mannschafts-) Breitensportvereinen bzw. -arten; wir haben halt noch die echten Männer und die härtesten Jungs der Gesellschaft . (Am Rande: Für mich ist auch der Kampfsport ein Mannschaftssport, ich stehe zwar alleine im Ring, bin allerdings ohne mein Team und meine Mannschaft ein Nichts und genau diese Einstellung des Einzelgängers sorgt für ein egoistisches Denken und manchmal die Meinung, man müsse nicht im Team arbeiten, so als Einzelkämpfer. Ich kämpfe alleine, trainiere allerdings im Team.)

Zitat:
Zitat von Lino Beitrag anzeigen
Damit ist nicht gesagt, dass es keine Homophobe unter Kampfsportlern geben kann - aber ich stelle mir gerade vor, was passiert wäre, wenn - da wo ich seinerzeit mit Karate anfing - jemand unseren japanischen Gasttrainer angemacht hätte, weil er bi war ...
Wie gesagt - ich würde sogar zum Selbstversuch aufrufen - mein Bild (zumindest im VK Standkampf) ist mittlerweile ziemlich negativ geprägt... (Nebenbei habe ich in diesem Bereich auch schon überraschend viele Vertreter des „klassischen Familienbilds“ oder der Meinung, dass der Mann die Frau erziehen soll und sie ihm bedingungslos gehorchen muss, kennengelernt. Vielleicht liegt es an meiner deutlich geringeren Erfahrung, aber das ist mir weder im BJJ noch in den verbreiteteren Sportarten in diesem Ausmaß aufgefallen...)

Im Prinzip gibt es zwei Lager (die durch verändertes Verhalten auffallen). Die einen (Menschen) machen sich zu wenig Gedanken darüber oder haben ihre festgefahrenen und starren Weltbilder, „fürchten“ sogar jede Erfahrung und jeden Kontakt, was in Anfeindungen endet, während die anderen sich zu viele Gedanken machen, denn was mache ich denn jetzt, kann ich ihn da berühren, was denken die anderen (/e: oder er), wenn ich ihn jetzt umarme und will er eventuell etwas von mir, wie verhalte ich mich, ohne ihn zu verletzen oder zu signalisieren, dass er denkt, dass ich ihn vielleicht nicht akzeptiere, etc. - einfach eine generelle Überforderung, Unsicherheit und viel zu stark ausgeprägte Rücksichtnahme. Dann gibt es noch - insbesondere unter den Frauen, chronisch Kranken oder Behinderten, die diese Situation selbst kennen - (zum Glück) die Menschen, die sie einfach wie jeden anderen auch behandeln und sich keine wirklichen Gedanken darum machen; Lockerheit und ggf. ein kleiner Witz haben schon sehr vielen geholfen, bloß nicht darüber nachdenken, ob man die Berührung evtl. falsch auffassen könnte und ob man da jetzt hin greifen konnte oder nicht, das sorgt nur für unnötigen Stress und stört bei „Heterosexuellen“ auch nur bedingt (den Bruchteil einer Sekunde und wird dann vergessen), ist halt Kontaktsport und da kommt es vor.

Zitat:
Zitat von Syron Beitrag anzeigen
Kommt als nächstes auch der Mythos, daß Kampfsportler ja per se die besseren Menschen sind, weil sie ja immerhin Kampfsport betreiben und man nur dort Respekt und Disziplin lernt?
- das hab ich mich auch gefragt .

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