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Grappling Diskussionen zu Bodenkampfstilen wie z.B. Brazilian Jiu-Jitsu, Luta Livre, Ringen, Sambo, Submission Grappling, Submission Wrestling etc.



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  #16  
Alt 05-02-2017, 11:25
Benutzerbild von Dietrich von Bern
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Kampfkunst: 截拳道, มวยไทย, LL
 
Registrierungsdatum: 25.04.2009
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Ich habe mein LL-Training vor ein Paar Monaten abgebrochen, weil ich mir u. a. Sorgen um meine Knie gemacht habe.
Nun bin ich wieder hin- und her-gerissen...
Insbesondere das Rollen mit speziellen Kandidaten kann ja zu bleibenden Knie-Schäden führen.
Ein Kreuzband hatte ich schon mal angerissen.
Scheu war ich nicht zu sagen "Lass mich bitte ganz, ja?"
Weil ich aber leider unbewusst viel Körperspannung habe und mich auch nicht viel schwächer stellen möchte als ich bin, nehmen manche das fälschlicherweise als "Kriegserklärung" o. ä. auf. Ich bin so was wie ein ewiger Anfänger, weil ich einfach nicht oft genug ins Gruppentraining kann.
Was würdet Ihr mir empfehlen, wenn ich wieder damit anfangen würde?
Sollte ich mich wie ein nasser Sack zusammenfalten lassen und ständig tappen - dabei versuchen ganz locker mit Technik die Zahl der taps zu reduzieren?
Wie kommt das an, wenn man sagt "Mit Dir rolle ich nicht", wenn man den anderen als Spezial-Kandidaten kennt?
Wie gesagt, ich habe absolut kein Ego-Problem - da stehe ich absolut drüber - es geht mir darum, die Risiken zu minimieren.
Beim Ski-Fahren kann man sich auch die Beine brechen, beim LL habe ich einfach Probleme die Situationen zu erkennen, wo man ganz schnell tappen muss.
__________________
...gut ist der der gutes tut!

Geändert von Dietrich von Bern (05-02-2017 um 11:30 Uhr).
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  #17  
Alt 05-02-2017, 13:10
Benutzerbild von Björn Friedrich
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Kampfkunst: Friedrich Jiu Jitsu - Kampfkunst nach biomechanischen Grundlagen
 
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Ort: Rhein-Main Gebiet
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Grundsätzlich gibt es verschiedene Gründe für Verletzungen und die können bei einem selbe, aber auch beim Partner liegen, wobei ich denke das man selber am meisten verantwortlich für seine Fehler ist. Ein guter Trainingspartner mit einem höheren Level, kann jedoch mitdenken und gefährliche Positionen erkennen und vermeiden, bzw. rechtzeitig stoppen.

1. Biomechanisch schlechte Positionen
Ein simples Beispiel dafür: Man fängt auf den Knien an zu rollen und der Trainingspartner drückt einen nach hinten. Man bekommt seine Unterschenkel nicht mehr rechtzeitig aus dem Weg und fällt somit, sehr verspannt über die Knie nach hinten. Dabei kann es zu Verletzungen am Fuß und den Knien kommen. Solche Positionen sind im BJJ zahlreich und als Fortgeschrittener kann ich das erkennen und einem Anfänger damit eine Verletzung ersparen.

Umgekehrt kann ich selber, um mich zu schützen, diese Positionen verinnerlichen und bewusst andere Bewegungsmuster trainieren, um diese Fallen zu umgehen.

2. Stabilisationsprobleme
Typisches Beispiel dafür der Tani Otoshi vom Rücken aus im Stand. Korrekt ausgeführt setzt man sich hin und lässt den Gegner über sein Bein fallen. Dabei passiert nix. Falsch ausgeführt, drehen sich viele Leute beim Fallen, verlagern das Gewicht des Partners auf ein Bein und schleudern den Partner dann über genau dieses Standbein, dabei können dann sehr schlimme Verletzungen entstehen. Kann man auch im Netz finden, aber ich schau sowas nicht. Sowas kann man auch nicht immer vermeiden, aber durch gezieltes Krafttraining und die dazu passende Lockerheit ist das schon einiges möglich. Umgekehrt sollte auch hier wieder der Partner aufgeklärt werden und solche falsch ausgeführten Techniken vermeiden.

3. Explosivität und Schnelligkeit
Ist eigentlich ganz einfach, wenn ich mit 5 Kilometer pro Stunde gegen die Wand fahre, ist das weniger schlimm als mit 150 Kilometern pro Stunde und genau so verhält es sich auch beim BJJ. Dabei würde ich sagen, es kommt auf beide Trainingspartner an.

Ich hatte mal ein Training mit einem relativen Anfänger und mein BJJ ist sehr langsam und kontrolliert und aus einer für Ihn eher ungünstigen Position, die aber an sich vollkommen ungefährlich war, explodiert der Schüler direkt in die Befreiung. Ergebnis: Befreiung hat nicht funktioniert, 3 Rippen war durch.....

Um gekehrt gibt es aber auch die Jungs die ungebremst in einen Armbar oder Leglock springen und somit die Verletzung des Partners in Kauf nehmen.

Einem Anfänger würde ich den Rat geben, alle Trainingspartner zu vermeiden, die extrem hektisch und explosiv sind und selber eher ruhig und überlegt zu handeln und sich lieber ruhig und überlegt tappen zu lassen, als mit aller Gewalt dagegen zu halten und irgendwie mit Kraft und Hektik rauszukommen. Sowas kann man sich für den Ernstfall oder Wettkampf aufheben, wo es wirklich zählt.

Als Lehrer kann ich sagen, das die Leute die sehr verkrampft und mit Kraft und Hektik an die Sache rangehen, die Leute sind, die sich sehr schnell verletzen, gerade wenn sie keine 18 mehr sind. Von daher ist diese Lockerheit beim Rollen schon ein extrem wichtiger Faktor, wenn es um Langlebigkeit in diesem Sport geht, vorausgesetzt die Trainingspartner verstehen diesen Ansatz genauso.
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  #18  
Alt 05-02-2017, 16:14
Benutzerbild von marq
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Kampfkunst: Glory & UFC fanboy
 
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sehr guter beitrag björn
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  #19  
Alt 05-02-2017, 17:20
Benutzerbild von Dietrich von Bern
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Kampfkunst: 截拳道, มวยไทย, LL
 
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Beiträge: 4.029
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Danke!
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...gut ist der der gutes tut!
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  #20  
Alt 06-02-2017, 09:01
Benutzerbild von küken
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Kampfkunst: Karate, Grappling
 
Registrierungsdatum: 06.10.2010
Beiträge: 604
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Mein Motto lautet: Je schlechter die Vibes, desto defensiver werde ich und desto schneller tappe ich auch. Habe wenig Interesse, mich von irgendnem Dappschädel verletzen zu lassen, nur weil ich selbst mein Ego oder Körper nicht unter Kontrolle hatte.

Es ist aber tatsächlich auch schonmal vorgekommen, dass ich mittendrin abgebrochen habe und der Gegnerin gesagt habe, dass ich mit ihrer aggressiven Einstellung nicht klar komme und sie sich wen anders suchen soll, zum Rollen.....klar war das nicht besonders freundlich, mir aber im Endeffekt auch egal, auf so Leute hab ich keine Lust, die jeden Kampf in der OpenMat oder so als Überlebenstraining sehn und denen es einfach auch Scheiß-Egal ist, was aus den Leuten wird. Da ist es MIR dann auch egal, ob sie beleidigt sind.
__________________
Wenn ich nicht ganz genau wüsste, dass ich das nicht bin, dann würde ich sagen, das bin ich nicht!
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  #21  
Alt 06-02-2017, 17:48
Benutzerbild von Droom
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Kampfkunst: früher Muay Thai, jetzt Luta Livre
 
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Beiträge: 1.243
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Ich meide (wenn möglich) grundsätzlich Leute die schlechte Vibes haben oder mir anders gesagt einfach unympathisch sind, nicht nur beim Training

Komme mit den aller meisten Menschen sehr gut klar, aber habe auch schon welche getroffen die ich absolut nicht leiden konnte und noch nicht mal wusste warum genau dies so ist
Da ich eh allgemein schon deutlich zu nem Pressure & Grinding-Game tendiere, meide ich solche Leute dann wenns geht auch eher da ich sonst befürchte sie unterbewusst noch deutlich mehr leiden zu lassen als die anderen

Ansonsten spiegel ich aber auch oft meinen Gegner wieder. Je schneller, härter, intensiver und fieser dieser Kämpfen will, um so mehr bekommt er im gleichen Maße zurück.

Würde aber wohl nur in extremen Ausnahmefällen die Runde abbrechen (bisher noch nie vorgekommen). Gewisse Kanditaten eher zu meiden ist ja vollkommen in Ordnung, aber was man angefangen hat bringt man auch zu Ende. Wenn ich merke mein Gegner ist hektisch, unkontrolliert oder komplett rücksichtslos gebe ich ihm einfach nichts mehr wie er mich verletzen könnte und pinne/grinde ihn einfach die Runde durch. So ein Verhalten ist ja schon bei Bluebelts recht selten, aber spätestens ab Pruple Belt-Niveau kommt das ja schon nahezu gar nicht mehr vor (außerhalb von Wettkämpfen)
__________________
"Kämpfen bis zum Ziel" ---> http://www.youtube.com/watch?v=8vJLm...eature=related
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  #22  
Alt 07-02-2017, 10:09
Benutzerbild von SKA-Student
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Kampfkunst: Ohshima Shotokan & BJJ
 
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Zitat:
Zitat von Dietrich von Bern Beitrag anzeigen
...
Sollte ich mich wie ein nasser Sack zusammenfalten lassen und ständig tappen - dabei versuchen ganz locker mit Technik die Zahl der taps zu reduzieren?
Wie kommt das an, wenn man sagt "Mit Dir rolle ich nicht", wenn man den anderen als Spezial-Kandidaten kennt?
...
Genau so. Vielleicht nicht wie ein nasser Sack.
Die erste Ego-Überwindung ist eben zu sagen: bitte locker rollen (und nicht nur die ersten 20 Sekunden...).
Den anderen bitten, sobald er die Submission hätte, nicht gleich voll durchziehen.
Dann tatsächlich früh genug tappen.
Dann den Partner evtl. bitten, dass er einem eine Befreiung zeigt.

Und einigen Leuten einfach aus dem Weg gehen.
Aber 99% der Leute - gerade wenn sie besser sind - können auch locker.
Nach meiner Erfahrung: der härteste Kampf ist immer zwischen Leuten auf ähnlichem Niveau.
__________________
"Eternity my friend is a long f'ing time!"
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  #23  
Alt 07-02-2017, 10:26
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Kampfkunst: Wasmitboxen
 
Registrierungsdatum: 13.12.2010
Beiträge: 1.418
Standard Würde immer aufs Bauchgefühl hören!

Gibt auch Leute, die einen unter dem Deckmantel des Trainings verletzen wolllen (Sadist, irrer ,,Ausprobierer", etc.)
- da kann das Hören aufs Unterbewusstsein vor schützen.

Ansonsten - innerhalb schützender Regeln kann man auch Gas geben.
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  #24  
Alt 07-02-2017, 19:59
Benutzerbild von Droom
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Kampfkunst: früher Muay Thai, jetzt Luta Livre
 
Registrierungsdatum: 26.08.2010
Alter: 28
Beiträge: 1.243
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Zitat:
Zitat von SKA-Student Beitrag anzeigen
Nach meiner Erfahrung: der härteste Kampf ist immer zwischen Leuten auf ähnlichem Niveau.

100% meine Erfahrung
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"Kämpfen bis zum Ziel" ---> http://www.youtube.com/watch?v=8vJLm...eature=related
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