Zitat:
Zitat von Klaus Gutes Beispiel für Penner die in solche Wettkämpfe gehen um irgendeinen "fertig" zu machen und jeden Griff gleich voll durchzuziehen. Der hat nicht mal eine Zehntel gewartet ob der vielleicht tappen würde. Besonders erschüttert war er nachher auch nicht, mal nachzusehen. Gestern hat eine Spielerin beim Handball einer Spielerin von uns den Finger aus dem Gelenk gerissen bzw. gebrochen (war so nicht zu erkennen ob Knochen oder Kapsel gesprengt), und sich nachher einen abgefeixt vonwegen "wie die da lag, hähä". Und es gleich bei der nächsten nochmal probiert, mit der gleichen Aktion. Bei sowas bekomme ich immer die Krise NICHT hinlaufen zu dürfen und solchen Leuten das Gesicht zu planieren. Die Frage ist wie man da überhaupt reagieren kann. |
Ja und nein, kann ich da nur sagen. Sicher geht der Kerl in Schwarz mit äußerster Rücksichtslosigkeit vor und nimmt eine Verletzung seines Gegners in Kauf. Das ist - gelinde gesagt - nicht sehr sportlich. Es gilt allerdings, dass Kimura anerkanntermaßen eine ziemlich gefährliche Technik ist, bei der es nicht selten zu Verletzungen kommt und zwar aus folgenden Gründen:
1. Der gehebelte Arm wird nicht fixiert (z.B. zwischen den Knien o.ä.), sondern frei gehebelt. Da gibt es zunächst mal keinen natürlich Punkt, wo man stoppt, um dem Gegner die Möglichkeit zum Tappen zu geben.
2. Der Bruchpunkt ist extrem unterschiedlich, je nachdem wieweit der Gegner noch Freiheit in der Schulter hat, um nachzugeben oder den Arm zu drehen. Auch daher schwer abzuschätzen, wie weit man hebeln muss.
3. Der Angreifer ist selbst in einer instabilen Position (und das gilt auch für den Typ auf dem Video). Häufig wird der Kimura aus einer Kopfschere oder Reverse Triangle angesetzt. Je nach Position kippt der Angreifer dabei nach vorn über, wenn er mit beiden Arm den Kimura ansetzt. In der Bewegung des Vornüber-Kippens zieht er dann seinen Hebel durch, muss blitzschnell vorgehen, damit der Gegner tappt, bevor er seine dominante Position verliert und kann sich dabei nicht auf den Bruchpunkt konzentrieren. Ein erfahrener Gegner tappt hier lieber 2 Sekunden zu früh als eine Zehntel Sekunde zu spät.
Mein Tipp für den Angreifer (kein vernünftiger Kämpfer will ja in einem sportlichen Wettkampf seinen Gegner ernsthaft verletzen!): erst die eigene Position stabilisieren, z.B. den Triangle oder die Kopfschere, indem man sich richtig auf das Gesicht des Gegners setzt oder kniet, und erst dann den Kimura ansetzen. Dann kann man dem Unterlegenen auch eine Sekunde Anhalten im Hebel bieten, damit er tappt. Das muss der Unterlegene dann aber auch nutzen!! Der Typ in Schwarz hätte aus seiner dominanten Position heraus nun wirklich diese Möglichkeit gehabt und hier setzt meine Kritik an.
Etwas anderes ist ein "echter" Fight, in dem es nicht einfach um Sieg oder Niederlage geht. Da muss man seinen Gegner tatsächlich bei erster Gelegenheit kampfunfähig machen. Und genauso handelt der Typ auf dem Video - ist nur leider am falschen Ort, also mein Fazit: Drecksau!