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  #1  
Alt 12-05-2009, 20:45
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Kampfkunst: stiloffene Selbstverteidigung - früher: Thai/Kick-Boxing, Taekwon-Do, Boxen
 
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Beiträge: 1.821
Standard Kampfsport / Gesellschaft

Liebe Leute,

als ich in den 70ern Kung Fu machte (zuviel David Carradine im TV gesehen :-)))) galt dies schon als "harte" Kampfsportart im Vergleich zu z.B. Judo, was ich zuvor als 6 jähriger machte.

Dann wechselte ich zum "neuen" Vollkontakt" aus Korea: Taekwon-Do ! Wow - war das martialisch in unseren Teenageraugen.

Ende der 70er kam dann der "ultrabrutale" :-) Kampfsport aus den USA nach Europa: Full Contact Karate.

(der Vorläufer des Kickboxens ohne Low Kicks)

Aus heutiger Sicht im Vergleich zu K 1 geradezu lächerlich - schaut Euch diese Weltmeisterschaft einmal an :-)

YouTube - Karriem ABdAllah vs Jeff Smith World Championship Fight 1975


Nächster Schritt in den 80ern: Muay Thai.

Dann ab Mitte der 90er MMA; UFC etc.

Der Kampfsport wurde immer härter und brutaler. Was kommt als nächstes:
Gladiatorenkämpfe wie im alten Rom ?

Ist dies ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Entwicklung ??

Was bedeutet das für unsere Kinder ?

Zugegeben gibt es auch gegenläufige Trends wie der spaßige Tanzkampf Capoeira oder das eher esoterisch angehauchte Aikido.

Was meint Ihr ?

Grüße

HA
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  #2  
Alt 12-05-2009, 21:02
Benutzerbild von Ir-khaim
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Naja, diese Kampfsportarten gabs ja fast alle schon was länger und deren Verbreitung hat wahrscheinlich weniger mit Gewaltakzeptanz in der Gesellschaft zu tun, als einfach damit, wann diese KKs der westlichen Welt bekannt gemacht wurden.
Und ob die nachfolgende Kampfsportart wirklich "härter" (wie definierst du das?) ist als die vorherige ist, ist auch zweifelhaft.

In der Mitte des letzten Jahrhundersts gabs in Europa Krieg und Massenmorde. Ich würde mir über die Verrohung der Gesellschaft nicht soviele Gedanken machen.

Diese Fragestellung mit diesen Beispielen von einem Kampfsportler zu hören, finde ich allerdings seltsam. Du suggerierst damit, dass Kampfsport dazu beiträgt oder zumindest ein Indiz dafür ist, dass die Gesellschaft verroht - find ich nicht so toll...
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  #3  
Alt 12-05-2009, 21:27
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... ich mag dich jetzt schon nicht mit deinem Thema ...
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  #4  
Alt 12-05-2009, 21:34
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Zitat:
Zitat von `Eagle´ Beitrag anzeigen
... ich mag dich jetzt schon nicht mit deinem Thema ...
Wieso muss ich dir da zustimmen
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  #5  
Alt 12-05-2009, 21:36
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Zitat:
Zitat von NunchakuFreak Beitrag anzeigen
Wieso muss ich dir da zustimmen
WEr muss das nicht, bei so nem Quark den er da geschrieben hat
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  #6  
Alt 12-05-2009, 21:38
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@Threadsteller: Was machst denn du für einen Kampfsport um MMA einfach so als das Brutalste abzustempeln? Es gibt immer einen Unterschied zwischen hart und brutal...
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  #7  
Alt 12-05-2009, 21:41
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Das ist kein Quark, wenn da auch ein großer Denkfehler drinsteckt.

Es ist ja nicht so, dass Kung Fu < Tae kwon Do < Karate < Kickboxen < Muay Thai wäre. Jede dieser Sportarten - und das schreibe ich jetzt absichtlich - wurde höchstens zu einer bestimmten Zeit als härter / weicher interpretiert, UND DAS ist sicherlich Ausdruck einer gesellschaftlichen Entwicklung.

Man gucke sich mal bitte an, welche Schimpfwörter so in den 60ern gebräuchlich waren und welche heute. Ich denke schon, dass vieles immer krasser und extremer wird.
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  #8  
Alt 12-05-2009, 21:44
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Zitat:
Zitat von bajo Beitrag anzeigen
Das ist kein Quark, wenn da auch ein großer Denkfehler drinsteckt.

Es ist ja nicht so, dass Kung Fu < Tae kwon Do < Karate < Kickboxen < Muay Thai wäre. Jede dieser Sportarten - und das schreibe ich jetzt absichtlich - wurde höchstens zu einer bestimmten Zeit als härter / weicher interpretiert, UND DAS ist sicherlich Ausdruck einer gesellschaftlichen Entwicklung.

Man gucke sich mal bitte an, welche Schimpfwörter so in den 60ern gebräuchlich waren und welche heute. Ich denke schon, dass vieles immer krasser und extremer wird.
Sorry aber es ist halt normal, dass die Zeiten sich ändern... Unsere Grosseltern sahen sich mit Drogen konfrontiert (bin 13) unsere Eltern (meine Eltern) mit Gewalt und noch mehr Drogen
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  #9  
Alt 12-05-2009, 21:46
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Zitat:
Zitat von bajo Beitrag anzeigen
Das ist kein Quark, wenn da auch ein großer Denkfehler drinsteckt.

Es ist ja nicht so, dass Kung Fu < Tae kwon Do < Karate < Kickboxen < Muay Thai wäre. Jede dieser Sportarten - und das schreibe ich jetzt absichtlich - wurde höchstens zu einer bestimmten Zeit als härter / weicher interpretiert, UND DAS ist sicherlich Ausdruck einer gesellschaftlichen Entwicklung.

Man gucke sich mal bitte an, welche Schimpfwörter so in den 60ern gebräuchlich waren und welche heute. Ich denke schon, dass vieles immer krasser und extremer wird.
Und Du schmeisst Bierflaschen
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  #10  
Alt 12-05-2009, 21:54
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Ja... auf Popper wie dich.
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  #11  
Alt 12-05-2009, 22:37
Bessa-Wissa
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N'abend.

Das ganze sehe ich absolut nicht so. Pankration und Gladiatorenkämpfe gabs früher. Mit der Zeit wurde alles zivilisierter.

Wenn man MMA halt als so knall hartes Geprügel ansieht, ist man selbst Schuld. Ich seh in dem Sport nichts härteres, mieseres, sondern einfach einen unglaublich vielfältigen Kampfsport, dem das Profiboxen in Sachen Brutalität nicht im geringsten nachsteht.

Die Leute wussten einfach zu lange net wie ihre Kampfsportarten aussehen weil das ganze Zeug hier zu oft verwässert ankam. Die Jungs im Karate haben sich früher gefetzt und die in diversen ,,Kung Fu" Stilen genauso.

Kämpfen passt jedoch hier nicht so schön ins Gesellschaftsbild und genau deswegen will man keine blauen Augen, dicke Lippen und andere Blessuren, wenn man die Halle verlässt.

Das kontaktlose teils esoterische fand dementsprechend sein Klientel, das sich jetzt so sehr über die härte von MMA und co wundert und es mit Gladiatorenkämpfen vergleicht.

Die Leute, denen das ganze relativ egal war, haben sich in ihren Box und Ringerclubs schon immer so schön auf die Mütze gegeben. Denen war dann auch meist egal was die Gesellschaft über sie denkt.
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  #12  
Alt 12-05-2009, 23:08
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Zitat:
Zitat von Ir-khaim Beitrag anzeigen

In der Mitte des letzten Jahrhundersts gabs in Europa Krieg und Massenmorde. Ich würde mir über die Verrohung der Gesellschaft nicht soviele Gedanken machen.

..
.......auch wieder war.....
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  #13  
Alt 12-05-2009, 23:09
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Zitat:
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@Threadsteller: Was machst denn du für einen Kampfsport um MMA einfach so als das Brutalste abzustempeln? Es gibt immer einen Unterschied zwischen hart und brutal...
Krav Maga
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  #14  
Alt 12-05-2009, 23:33
Zunte
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Im Gegensatz zum Rest Verteufele ich den threadersteller nicht direkt weil er mal einen kritischen Post bringt.
Ich finde es sogar gut dass man sich mit der eigenen Materie kritisch auseinandersetzt und sich auch mal fragend in die Kontraposition begibt.
Fakt ist und ich spreche jetzt nur für Westeuropa, dass die Akzeptanz für Gewalt in einigen Bereichen größer geworden ist, wärend sie in anderen wiederum schrumpfte. Früher waren die Waffengesetze weitaus nicht so scharf und man konnte schneller mal zur Flinte greifen. Heutzutage sind Schusswaffen im allgemeinen weitaus verpönter.
Was den Kampsport angeht war die Entwicklung eher Gegenläufig. Aber auch hier muss man differenzieren zwischen dem etableirten Kampfsport also Boxen und ringen, welches auch früher hart betrieben wurde und den größtenteils aus Asien neu angekommenen Sachen welche Anfangs wohl doch softer betrieben wurden wie heute.
Zumindest in der Mittelschicht glaube ich dass das bewusstsein von Körperlicher Gewalt immer weiter geschwunden ist und deshalb auch Sachen wie ellenbogen und Knie erst Schritt für Schritt ankamen und Akzeptanz erhielten.
Und ehrlich, wenn ich heute keine Ahnung von Kampfsport hätte, würde mich die besondere Härte von Knien und Ellenbogen und besonders auch Ground and pound schon schockieren.

Man kann also nicht profan sagen, früher weniger Gewalt - heute mehr Gewalt. Das Thema scheint mir komplexer.
Man muss auch die Gesellschaftlichen Schichten miteinbeziehen. Wärend früher in der Arbeiterklasse oder auf dem Land ne ordentliche Prügelei auch mal dazu gehörte und später keiner mehr was dazu sagte, werden heute direkt die schweren Geschütze aufgefahren , bzw. alles und jeder verklagt.
Nun auf der einen Seite, in einem instanzierten Rahmen also im Verein oder im Ring kämpfen wir brutaler aber in der Öffentlichkeit an sich, sind wir eher weicher, wohl auch weil wir vor Vater Staat bukkeln.

Aber das sind wiegsagt auch alles nur Tendenzen die niemals ganz gelten.

Man könnte es zum Beispiel auch von der anderen Seite sehen und sagen, dass die Wahrnemung und die Erfahrung von körperlicher Gewalt wieder normaler wird und sie in den Nachkriegsjahren eher unterdrückt wurde.

Eigentlich ein viel zu komplexes Thema um da pauschal etwas anzureißen. Eine Wissenschaftliche Studie wäre da mit Sicherheit interessant.
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  #15  
Alt 13-05-2009, 09:18
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KK ist-wie jede andere Sportart auch-immer ein Spiegel der Gesellschaft.
Allerdings würde ich mich Deinem Gedankengang: "die KK wurden härter-die Gesllschaft wurde härter" so nicht ganz anschließen, obwohl die Vermutung natürlich nahe liegt.

Dafür sprechen sicher die teilweise sehr verrohten "Streetfights" die so durch die Medien geistern und die z.T.erbarmungslose Brutalität, mit der sich heute gekloppt wird. Aber nur weil man dies heute quasi "online" mitverfolgen kann,also ein Riesenpublikum daran teilhat, bedeutet das nicht,dass es nicht schon immer Gewalt und Totschlag gab.

Also: "früher war alles besser" gilt meiner Meinung nach nicht.

Die überwältigende Resonanz der heutigen, "jungen" KK liegt auch an den Medien.
Was zu unserer Zeit die TV-Serie "Kung Fu" war sind heute die K1-Fights,oder?

Ich freue mich, neue junge Kämpfer in unserem Dojo zu begrüßen.
Sie machen kein klassisches Budo,sondern Thai-Kickboxen, Wing Chin,BJJ,Eskrima oder PFS u.v.m.
Ist darum der "klassische Budo-Sport" tot? Ich glaube nicht. Beweis ist unser ungebrochener Zulauf beim Kinder-Judo.Und dies wird noch lange so bleiben,denn der eisenharte kickboxer schickt seine Kinder erstmal zum ...Judo/Budo.

Bei den Jugendlichen und den jungen Erwachsenen haben wir "klassischen" Budoka-so befürchte ich- das Rennen leider verloren.
Dies liegt daran,dass die großen Verbände einfach den Zeitgeist verpennt haben. Man muss der Jugend eben zuhören ...und staunen,was die für beeindruckende Sachen auf die Beine stellen.
__________________
mit freundlichen Grüßen kanou65
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