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  #1  
Alt 04-09-2010, 14:48
Benutzerbild von AndyLee
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Kampfkunst: Jun Fan Kung-Fu, Jeet Kune Do, Inosanto-Kali, Ju-Jutsu
 
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Standard Konfliktkultur - wer braucht denn sowas?

Warum muss man - möglichst schon als Kind - lernen, wie man mit verschiedenen Meinungen, Ansichten und Perspektiven umgeht? Warum ist es so wichtig, Konflikte nicht als Störung, sondern als Chance für gutes Zusammenleben anzusehen? Was macht es mit unseren Kindern, wenn sie miterleben müssen, wie wir uns als Erwachsene streiten, einen großen Aufwand betreiben, um den jeweils anderen zu "demontieren" (Beschimpfen, Beleidigen, Anschreien, etc.), nur um als "Sieger" hervor zugehen? Und letztlich: Gibt es im Streit eigentlich Sieger und Verlierer?

Um bei diesen Fragen nicht ins Meinungschaos zu stürzen, habe ich mir für diesen Thread eine Studie zur Hilfe genommen. Es handelt sich hierbei um die aussage-kräftigste Studie im Bereich "Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter", die sogenannte "Bella-Studie" - bitte googlen, wem es interessiert.

Zunächst zur Frage, warum ich - wenn es um Konflikte geht - diese mit psychischen Störungen verbinde:
Psychische Störungen können lebenslange Auswirkungen auf Gesundheit, berufliche Chancen und die individuelle Biographie haben. Suizide sind darüber hinaus die dritthäufigste Todesursache im Jugendalter. Daher ist das Wissen über die psychischen Störungen gleichfalls Prävention psychischer und körperlicher Erkrankungen im Erwachsenenalter.

Viele wissen es nicht: Psychische Störungen wachsen nicht heraus, ebben nicht ab oder werden durch Entwicklungsstufen (z. B. Pubertät) "gelöscht". Kinder und Jugendliche tragen - haben sie Störungen - diese bis in das Erwachsenenalter.

Was aber haben Konflikte mit psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zu tun? Hierzu die Bella-Studie, die erforscht hat, welche Risikofaktoren psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen begünstigen, angeordnet nach ihrer Häufigkeit:
  1. Familienkonflikte
  2. Konflikte in Familie der Eltern
  3. Unzufriedenheit in der Partnerschaft
  4. Psychische Erkrankung der Eltern
  5. Alleinerziehende / Heim
  6. Chronische Schwierigkeiten
Nun ist es aber so, dass in den wenigsten Fällen nur ein Risikofaktor für sich auch einen Hilfebedarf impliziert. Betrachtet man die Summe der Risikofaktoren, so hatten bei 3 Faktoren bereits 30% und 4 oder mehr Faktoren 50% der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten.

Ergänzend hierzu ist zu erwähnen, dass die Scheidungsrate auf dem Land bei ca. 30%, die in der Stadt mittlerweile bei 50% liegt. Wenn man unterstellt, dass Konflikte das "Vorprogramm" von Scheidungen und Trennungen sind, bekommt man eine Idee davon, dass mind. 3 Risikofaktoren schnell erreicht sind. Scheidungsrichter tendieren immer mehr in die Richtung, Eltern zu einer Mediation (eine Art Streitschlichtung) zu "verdonnern". Damit sollen die Eltern, die i. d. R. immer behaupten, dass es ihnen grundsätzlich um das Wohl der Kinder geht, dazu gebracht werden, sich eine Gesprächsebene zugunsten einer vernünftigen Regelung ihrer Kinder zu erarbeiten - diese ist nämlich in den meisten Fällen nicht vorhanden.

Ich hoffe, dass so langsam deutlich wird, warum ich eine konsensorientierte Konfliktkultur für notwendig halte. Nicht falsch verstehen: Es geht mir nicht darum, unter den Menschen Konformität zu erzeugen. Es geht um das Streiten selbst: Um was wird gestritten (Prioritäten), wie wird gestritten (Methode, Argumentation), wer hat welche Beweggründe (Motivation), welche Faktoren verschlechtern die Erfolgsprognose im Bezug auf eine Einigung (Kausalitäten), wie Widerstandsfähig ist man gegen diese Faktoren (Resilienz).

In der Folge geht es natürlich immer auch darum, wie wir unseren und anderen Kindern und Jugendlichen Streit vor-leben, als Chance und Möglichkeit, also konstruktiv und ohne bleibende Schäden oder als Sackgasse, eher destruktiv und durchweg mit bleibenden Schäden.

Frage ist also: Wie wichtig ist euch die KonfliktKultur, wie lebt und erlebt ihr sie, was könnt/wollt/müsst ihr an euch verändern, müssen sich erst andere Verändern bevor ihr euch ändert?

Schreibt über eure Erfahrungen (gute und schlechte), schreibt über eure Lösungsvorschläge bzw. über Lösungen, mit denen ihr bisher immer "gut gefahren" seit. Ich bitte euch immer auch anzugeben, ob ihr verheiratet oder ledig bzw. geschieden bwz. mehrfach geschieden seit, ob ihr derzeit einen Partner/eine Partnerin habt und ob ihr Kinder habt (welches Alter, wie viele)... das hilft anderen als Orientierung. Natürlich sind auch Kinder und Jugendliche eingeladen, über ihre Erfahrungen mit ihren Eltern zu schreiben - davon wiederum profitieren die Erwachsenen hier...!
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Geändert von AndyLee (05-09-2010 um 11:36 Uhr).
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  #2  
Alt 04-09-2010, 17:29
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ich halte es so, wie Wittgenstein sagte: 99% aller Probleme entstehen durch Mangel an Kommunikation.

Das ist erstmal bei weitem das Maßgebliche. Anschließend sollten beide Parteien die Fähigkeit haben, Meinungsdifferenzen anzugehen und evtl. die Bereitschaft zeigen, irgendetwas zu ändern.
Aber mal ehrlich: Wann erlebt man das schon ?

Ich wäre bereit, etwas zu ändern, wenn mein Gegenüber mir in einer Diskussion argumentativ aufzeigt, warum seine Ansicht "besser" ist..
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  #3  
Alt 05-09-2010, 11:44
Benutzerbild von AndyLee
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Zitat:
Zitat von SkullCrossbone Beitrag anzeigen
Ich wäre bereit, etwas zu ändern, wenn mein Gegenüber mir in einer Diskussion argumentativ aufzeigt, warum seine Ansicht "besser" ist..
Bedeutet deine Aussage, dass du dein Handeln vom Handeln deines Gegenüber abhängig machst? Wenn ja: Wenn dein Gegenüber das genauso sieht...kann eine Klärung Aussicht auf "Erfolg" haben? Weitere Nachfrage: Ob die Argumente des Gegenüber besser oder schlechter sind...ist das nicht ein absolut individueller, von vielen Faktoren (z. B. Tagesform, Streittoleranz, Fähigkeit, sich auch Fehler einzugestehen) abhängiger Maßstab...also sinnvoll?
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  #4  
Alt 06-09-2010, 09:19
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Moin,

schwere Thematik...

Papatom: Verheiratet seit 9 Jahren, zusammen seit 11 Jahren, 3 Kinder (11,7,1 Jahre)

Konfliktkultur ist für mich neben Ehrlichkleit eine der wichtigsten Dinge in meiner Beziehung. Leider auch das schwerste....

Um eine vernünftige Konfliktkultur pflegen zu können, bedarf es doch ein sehr hohes maß an Selbstbeobachtung, Selbstkritik und Selbstanalyse, um seinen Teil beitragen zu können.
Es ist immer sehr interessant, zu sehen, warum man in einer Sitaution so und nicht anders reagiert. Sofort muss man sich eigentlich ersteinmal hinterfragen, was passiert hier tatsächlich? Hat mein Partner das nun wirklich so gemeint? Habe ich das richtig verstanden und wenn nicht, warum nicht? Gezwungen durch meine Frau habe ich da einiges gelernt.
Sie ist ein extrem aufbrausender Typ, der mir im "Streit" immer ersteinmal "alles" an den Kopf wirft und dann braucht sie einen Weile Funkstille. Früher hat mich das immer furchtbar aufgeregt. Wie kann sie nur so was sagen und mich dann stehen lassen.
Später habe ich das dann als Chance gesehen. Ich hatte Zeit, mir Gedanken über den Streit zu machen. Sie auch. Wenn wir dann später wieder zusammengekommen sind, hatten wir schon viel Mehr Erkenntnisse getroffen und wir konnten wesentlich konstruktiver mit dem Thema umgehen.

In den meisten Fällen habe ich es erlebt, dass der Konflikt an sich eigentlich gar nicht so relevant ist. Problematischer ist die Ebene in einem selbst, die dadurch angesprochen wird. Man sollte also so eine Art Alarmanlage entwickeln und versuchen, zu erkennen, warum man in dieser Situation nun so reagiert.
Sicher, wenn der Partner einem eine knallt, einen betrügt oder offensichtlich wüst beschimpft ist die Lage eher klar. Unangenehm sind aber ja eher diese "kleinen" Streitereien. Die sich an "Nichtigkeiten" hochschaukeln. Warum laufen da bestimmte Reaktionen immer nach einem Muster ab?

Es ist mir wichtig, dies auch meinen Kindern zu vermittlen. Eine Streitkultur, die den anderen immer noch ernst nimmt, akzeptiert. Nicht alles muss immer gleich die totale Beziehungsebene erschüttern. Man streitet sich, man hat sich trotzdem lieb. Das muss ich meinen kleinen auch öfters erklären. Für Kinder ist ja nichts schlimmer, als sich heftig streitende Eltern. Da muss ich mich danach schon mal hinsetzen und erklären, das es bei uns genauso ist, wie zwischen mir und den Jungs. Oder zwischen den Kids untereinander. Nur weil man sich streitet, heißt es ja nicht, dass man sich nicht mehr liebt. Streiten und Konflike sind gut und gesund, solange sie vernünftig ausgetragen werden.

Ach, ich fürchte, ich müßte mir erstmal ein Konzept machen, um auf diese Frage adequat zu antworten....

Der Grundgedanke wird hoffentlich klar...

Viele Grüße
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Amendt: Liebe ist die Fantasie, dass der andere einem die Großartigkeit widerspiegeln möge, die man in sich selbst wähnt.
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  #5  
Alt 06-09-2010, 11:04
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ich gehe mal auf die "Streitkultur außerhalb der Familie" ein. Da ist es nicht so emotional gebunden, wie in der Familie, also einfacher zu beschreiben.
Um das Wort "Kultur" hier überhaupt verwenden zu dürfen müssen gewisse Regeln von allen Kontrahenten akzeptiert und angewandt werden. Dazu gehört der Respekt vor der persönlichen Würde des Anderen. Und genau da hapert es schon oft.
Andere ausreden lassen, nicht grundsätzlich alles von vorne herein als unwichtig, falsch oder irrelevant darstellen auf die Agumente hören und nur auf sie antworten....
na gut, viele Politiker fallen da unter anderem raus, wenn man da Interviews oder Podiumsdiskussionen hört.
Für ein besseres Miteinander wäre ein Training in dem Bereich schon sehr hilfreich.
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  #6  
Alt 07-09-2010, 10:31
Benutzerbild von Helmut Gensler
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Zurück zur Fragestellung:
Mein Sohn meinte mit etwa 18 Jahren, dass ich (nach 24 Ehejahren) wohl voll unter dem Pantoffel stehe, schließlich habe er höchstens 3 Streitereien zwischen den Eltern erlebt. Als ich dann in aller Ruhe und Länge ihm erklärte, wie wir beide unsere Differenzen miteinander klären, wurde er still. Als ich ihm noch aufzeigte, dass er einen großen Teil seiner Konflikte z.B. in der Schule auf eine ähnliche Weise löst, wie ich - mit Humor, immer mit Worten und einer guten Körpersprache - war Nachdenken angesagt.
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  #7  
Alt 07-09-2010, 10:43
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Den merk ich mir für später....
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  #8  
Alt 07-09-2010, 10:58
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Kampfkunst: Schlägerei im Nuttenviertel
 
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Puh, schwieriges Thema.

Also meine Frau und ich haben eigentlich nur 3 Regeln:

1. Über alles reden.
2. Nicht einschlafen, bevor ein Konflikt geklärt ist.
3. Auf die Wortwahl achten.

Wir reden wie gesagt über alles, wirklich alles und sollte es einmal zu einem Konflikt kommen, dann wird ersteinmal alles rausgelassen, dabei achten wir aber darauf nicht zu schreien oder den anderen zu beleidigen, find ich sehr wichtig.
Dann motzt eigentlich erstmal jeder. Jetzt spreche ich für mich, dann denke ich über das gesagte nach und dann versuche ich Ihren Standpunkten etwas abzugewinnen und mich in Ihre Lage zu versetzen. Kann ich es verstehen? Sehe ich es genauso? Sehe ich es anders und wieso?
Dann setzen wir uns wieder zusammen und sprechen das ganze nochmal in Ruhe durch und wir sind bis jetzt immer zu einem gemeinsamen Konsenz gekommen.
Für uns ist es wirklich wichtig Konflikte zu beseitigen und für uns beide "gut" abzuschliessen.

So ähnlich gehe ich auch an Konflikte ausserhalb meiner Beziehung ran.

Ich denke es ist unheimlich wichtig mit welcher Einstellung ich an einen Konflikt rangehe. Denke ich, jetzt drück ich der/dem mal meine Meinung auf und gebe erst auf, wenn ich "recht" habe oder sage ich mir, ich vertrete meinen Standpunkt, höre mir den Standpunkt des Partners an und wir versuchen gemeinsam einen Konsenz zu finden.
Bei meiner Frau bin ich natürlich viel emotionaler und viel mehr auf Konsenz aus.

Bei Streits mit Unbekannten ist mir das eigentlich Wurst, da dreh ich immer auf und manchmal tut es mir im Nachhinein schon leid, das ich so Druck gemacht hab.

Geändert von Onkel_Escobar (07-09-2010 um 11:03 Uhr).
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  #9  
Alt 07-09-2010, 16:12
Benutzerbild von Nymphaea Alba
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Registrierungsdatum: 12.06.2008
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Zitat:
Zitat von Papatom Beitrag anzeigen
Moin,

schwere Thematik...

Papatom: Verheiratet seit 9 Jahren, zusammen seit 11 Jahren, 3 Kinder (11,7,1 Jahre)

Konfliktkultur ist für mich neben Ehrlichkleit eine der wichtigsten Dinge in meiner Beziehung. Leider auch das schwerste....

Um eine vernünftige Konfliktkultur pflegen zu können, bedarf es doch ein sehr hohes maß an Selbstbeobachtung, Selbstkritik und Selbstanalyse, um seinen Teil beitragen zu können.
Es ist immer sehr interessant, zu sehen, warum man in einer Sitaution so und nicht anders reagiert. Sofort muss man sich eigentlich ersteinmal hinterfragen, was passiert hier tatsächlich? Hat mein Partner das nun wirklich so gemeint? Habe ich das richtig verstanden und wenn nicht, warum nicht? Gezwungen durch meine Frau habe ich da einiges gelernt.
Sie ist ein extrem aufbrausender Typ, der mir im "Streit" immer ersteinmal "alles" an den Kopf wirft und dann braucht sie einen Weile Funkstille. Früher hat mich das immer furchtbar aufgeregt. Wie kann sie nur so was sagen und mich dann stehen lassen.
Später habe ich das dann als Chance gesehen. Ich hatte Zeit, mir Gedanken über den Streit zu machen. Sie auch. Wenn wir dann später wieder zusammengekommen sind, hatten wir schon viel Mehr Erkenntnisse getroffen und wir konnten wesentlich konstruktiver mit dem Thema umgehen.

In den meisten Fällen habe ich es erlebt, dass der Konflikt an sich eigentlich gar nicht so relevant ist. Problematischer ist die Ebene in einem selbst, die dadurch angesprochen wird. Man sollte also so eine Art Alarmanlage entwickeln und versuchen, zu erkennen, warum man in dieser Situation nun so reagiert.
Sicher, wenn der Partner einem eine knallt, einen betrügt oder offensichtlich wüst beschimpft ist die Lage eher klar. Unangenehm sind aber ja eher diese "kleinen" Streitereien. Die sich an "Nichtigkeiten" hochschaukeln. Warum laufen da bestimmte Reaktionen immer nach einem Muster ab?

Es ist mir wichtig, dies auch meinen Kindern zu vermittlen. Eine Streitkultur, die den anderen immer noch ernst nimmt, akzeptiert. Nicht alles muss immer gleich die totale Beziehungsebene erschüttern. Man streitet sich, man hat sich trotzdem lieb. Das muss ich meinen kleinen auch öfters erklären. Für Kinder ist ja nichts schlimmer, als sich heftig streitende Eltern. Da muss ich mich danach schon mal hinsetzen und erklären, das es bei uns genauso ist, wie zwischen mir und den Jungs. Oder zwischen den Kids untereinander. Nur weil man sich streitet, heißt es ja nicht, dass man sich nicht mehr liebt. Streiten und Konflike sind gut und gesund, solange sie vernünftig ausgetragen werden.

Ach, ich fürchte, ich müßte mir erstmal ein Konzept machen, um auf diese Frage adequat zu antworten....

Der Grundgedanke wird hoffentlich klar...

Viele Grüße
Ich finde, das ist schon hervorragend auf den Punkt gebracht
Kann mich dem und dem Nachsatz vom Gensler nur anschließen.
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  #10  
Alt 07-09-2010, 16:39
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Kampfkunst: GojuRyu Karate
 
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Beiträge: 342
Standard

Ich werde hier das Durchschnittsalter einmal drastisch senken
Und nebenbei auf eine andere Thematik eingehen, die mir wichtig erscheint und indirekt auch hier Thema sein kann.

Ich war jahrelang in einem Forum, das eine Art Hilfeplattform für Jugendliche mit diversen Problemen ist. (Um sich das kurz vorzustellen: Die Themen waren sowas wie "Ich bin 13 und hatte noch nie Sex, was soll ich tun?" oder "Sie schaut mich alle zwei Wochen an, ich habe mich verliebt, wie sage ich ihr das?") Das Durchschnittsalter war ca. bei 18. Es gab auch philosophischere Diskussionen oder politischer Natur, dort war das Durchschnittsalter bei etwa 22-24.

Und eine dortige Diskussion lief ungefähr wie folgt ab:
"A ist richtig"
"Du bist ja nicht ganz dicht, B ist richtig"
"Ja, klar du hast soo viel mehr Ahnung, weil du zwei Jahre älter bist, wui, A bleibt richtig"
"Bleibt mal ruhig, beides kann zutreffend sein"
"Nein, B ist richtig und der A soll sich nicht so aufspielen, kann ja nicht einmal sachlich bleiben"
"Ich spiel mich nicht auf, du wirst total übergriffig und bist an allem Schuld was hier falsch läuft, A ist richtig"
"Mir reichts, ich weiß, dass B richtig ist und wenn A nicht sachlich diskutieren kann, dann kann er mich mal, ich bin raus hier."

Der inhaltliche Teil macht nur einen Bruchteil aus, der Großteil der Diskussionen laufen auf einem direkten oder zumindest subtil persönlichen Gebiet. War im übrigen der Hauptgrund weshalb ich nicht mehr dort tätig bin.

Ich teile Papatoms und Genslers Ansichten in dem Thema. Und weiß auch wie schwer es fällt sich soweit reflektieren zu können um zu erkennen "Halt, da läuft etwas nicht so wie es sein sollte." Ich vermute vor allem im stürmischen Alter ist es schwer zu sehen, dass es mehrere Meinungen gibt und keine besser oder schlechter ist.

Ob es Konfliktsieger und -verlierer gibt... Ja. Aber nicht der, der seine Meinung durchgesetzt hat ist zwangsläufig der Sieger.

Ich darf dann auch noch ein Modewort einwerfen, weils so schön ist: Diversity-Management.
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  #11  
Alt 07-09-2010, 16:48
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Standard

Moin,

das Alter der Konfliktpartner ist auch von großer Bedeutung, Andy hatte ja auch gerade in Bezug auf "Kinder" gefragt.

Ich denke, es ist für meine kleinen in steigendem Maße bei zunehmenden Alter ja entwicklungsbedingt wichtig, sich von mir abzugrenzen und eigene Wege zu gehen. Das passiert eben oft durch Konflikt, Diskussionen...Unser großer zeigt langsam erste Anzeichen. Da scheint es mir widerum wichtig, ihm einerseits nicht alles durchgehen zu lassen, aber andereseits ihm seine Meinung auch in Fällen zu lassen, wo er von sich aus verständlich reagiert. Das ist eine schwere Gradwanderung.

Also, Konfliktkultur hat anscheinend bei Eltern/ Kind Beziehungen auch mit Verantwortung auf einer anderen Ebene zu tun, als z.B. bei Konflikten mit dem Partner....

Danke Hu Quan für die Anregung. Werde das zu Hause mal beobachten und gegenenfalls mal berücksichtigen

Grüße
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  #12  
Alt 08-09-2010, 09:19
Benutzerbild von Icewing
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Zitat:
Zitat von Hu Quan Beitrag anzeigen
"A ist richtig"
"Du bist ja nicht ganz dicht, B ist richtig"
"Ja, klar du hast soo viel mehr Ahnung, weil du zwei Jahre älter bist, wui, A bleibt richtig"
"Bleibt mal ruhig, beides kann zutreffend sein"
"Nein, B ist richtig und der A soll sich nicht so aufspielen, kann ja nicht einmal sachlich bleiben"
"Ich spiel mich nicht auf, du wirst total übergriffig und bist an allem Schuld was hier falsch läuft, A ist richtig"
"Mir reichts, ich weiß, dass B richtig ist und wenn A nicht sachlich diskutieren kann, dann kann er mich mal, ich bin raus hier."
Klingt nach dem ing ung Forum...war mein spontaner Gedanke.

Find die Diskussion hier im Thread interessant!
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  #13  
Alt 08-09-2010, 17:49
Benutzerbild von Helmut Gensler
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Nach BRAVO-Psychlologie sehr verständlich: Wenn ich nicht genug weiß, aber meinen Standpunkt suche und auch verteidigen will, so ist erst mal jeder andere Gedanke falsch. Es ist ja mühsam, seine Meinung immer wieder überprüfen zu müssen. Und ganz schwierig ist es, den Standpunkt anderer Leute einfach widerspruchslos zu akzeptieren. Leider kommen einige Leute nie über dieses Niveau hinaus.
Sagen wir anstatt von Streitkultur vielleicht "Bereitschaft, ernsthaft aufeinander zu hören und miteinander zu sprechen", so trifft es mindestens xx % der Bevölkerung, die da noch etwas Nachholbedarf haben.... auch hier im KKB.
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  #14  
Alt 09-09-2010, 09:42
Benutzerbild von Papatom
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Kampfkunst: WHKD
 
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Das ist ja wohl völliger Blödsinn. Meine Streitkultur ist viel ursprünglicher als Deine und stammt schon von den griechischen Philosophen ab!!! Jawohl! Deine "Bereitschaft ernsthaft aufeinander zu hören" ist doch nur ein billiger Abklatsch den Du aus marketingtechnischen und kommerziellen Gründen an den Haaren herbeiziehst!!!!
Dein Streitstruktur ist ja gar nicht auf der verbalen Zentrallinie und Deine Argumente viel zu hart. Ich habe schon Höhlenmalereien gefunden, auf die meine Streitkultur zurückzuführen ist!!!!

Nur weil Deine Diskussionspartner grüne Streifen an ihren Hosen tragen, statt pinker, ist das noch lange nichts!!!

Pah! Frevler!!!!

Äh......
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  #15  
Alt 09-09-2010, 14:57
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Netter Versuch, papatom. Nur leider nicht sehr authentisch
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