 |  | | Ju-Jutsu Diskutiere DJJV nur noch Sportverband ????; Zitat von pflo
Ist ja auch grade mal 6 Monate ... | | 
14-04-2008, 11:44
|  | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: Batmans Fighting Method ; Alles was auf der Straße funktioniern könnte !!!! | | Registrierungsdatum: 06.01.2008 Alter: 46
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| | Zitat von pflo Ist ja auch grade mal 6 Monate alt der Thread.
Wenn das so ist kannst du bestimmt ein paar Techniken nennen die so schlecht in Strassenkleidung funktionieren sollen.
Ähem was? Reindrehen und Rücken hinhalten???
Das kann man heute nicht mehr aber früher konnte mans nocht?
P.S. Es sieht so aus als wenn es garkeinen User Spiderman mehr gibt.
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ich werde jetzt auch keine techniksammlung aufzählen die mit straßenkleidung funktionieren oder auch nicht.
fest steht auf jedem fall das man auch mal in straßenkleidung trainieren sollte auch mal auf der straße auf splitt oder rutschigem untergrund.
oder auch mal im dunkeln oder in engen räumen wo man sich schlecht bewegen kann.
fest steht meiner meinung auch das der DJJV das einfach nicht will oder anders gesagt es gibt einige herrren die das nicht wollen sondern nur den sportlichen weg gehen wollen um nicht mit dem DSB anzuecken.
warum läßt man zum beispiel den allkampf nicht in DJJV zu ????
das fighting hat doch überhaupt nix mit fighting zu tun ist noch nicht mal schön anzusehen.
das Ju-Jutsu des DJJV hat viel von seinem ursprungsgedanken realistische selbstverteidigung verloren.
so long
Geändert von batman22 (14-04-2008 um 12:33 Uhr).
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19-04-2008, 21:44
| | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: alles was funktioniert | | Registrierungsdatum: 07.04.2008 Alter: 28
Beiträge: 5
| | genau warum läßt man zum beispiel den allkampf nicht in DJJV zu ???? | 
19-04-2008, 21:54
|  | KKB-Userstatus: Intermediate Kampfkunst: Aikidō | | Registrierungsdatum: 02.08.2005 Ort: Berlin Alter: 28
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| | Zitat von athrogate genau warum läßt man zum beispiel den allkampf nicht in DJJV zu ????
| Einfach mal ne Gegenfrage: Habt ihr diesen Thread eigentlich von Anfang an gelesen? Kleiner Tipp damit gings los: Zitat von spiderman Ich finde allerdings ein großer Wert unseres Ju-Jutsu sollte sich mit realistischer SV beschäftigen.
| Ju-Jutsu Allkampf ist ein sportliches Zweikampfregelwerk. Es hat nix mit SV zu tun. | 
20-04-2008, 09:10
|  | KKB-Userstatus: Senior Kampfkunst: DJJV Ju-Jutsu, Judo (inaktiv) | | Registrierungsdatum: 11.09.2006 Ort: Am Arsc* der Welt Alter: 19
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| | Zitat von pflo Ju-Jutsu Allkampf ist ein sportliches Zweikampfregelwerk. Es hat nix mit SV zu tun.
| Fighting allerdings noch weniger 
__________________ Proper planning prevents poor and pissing performance | 
20-04-2008, 09:55
|  | KKB-Userstatus: Advanced Kampfkunst: Überleben | | Registrierungsdatum: 04.10.2001 Ort: Netherlands, beyonde the dyke Alter: 31
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| | Um das Pferd mal von einer anderen Seite aufzuzäumen:
Warum spart man im Ju Jutsu den kompletten professionellen Bereich einfach aus?
Zumindest nach der Satzung des NWJJV ist eine gewerbliche Sportschule nicht möglich.
Ich will jetzt keine Diskussion lostreten von wegen ehrenamtliche Trainer und Trainingsqualität (bin selbst ehrenamtlicher), aber weshalb lässt man dieses zweite Standbein (in der Entwicklung des Sportes/ Systemes) nicht einfach zu, wie es im Judo eben auch möglich ist.
U. U. gehen gewerbliche Schulleiter ganz anderes an die Sache ran (schon allein weil ganz anders Zeit in die Sache investiert werden kann) als jemand, der Probleme hat, in einer Wettkampfvorbereitungsphase das dritte Mal 90 Minuten in der Woche freizuschaufeln, um seine Leute zu betreuen.
Gruß
Lamiech | 
20-04-2008, 10:39
|  | KKB-Userstatus: Senior Kampfkunst: - | | Registrierungsdatum: 07.07.2002 Ort: Hessen
Beiträge: 10.156
| | ich glaube es sollte kein problem sein, als sportschulenbesitzer einen gleichlautenden, gemeinnützigen verein zu gründen. | 
20-04-2008, 23:13
|  | KKB-Userstatus: Advanced Kampfkunst: Überleben | | Registrierungsdatum: 04.10.2001 Ort: Netherlands, beyonde the dyke Alter: 31
Beiträge: 510
| | Zitat von marq ich glaube es sollte kein problem sein, als sportschulenbesitzer einen gleichlautenden, gemeinnützigen verein zu gründen.
| Eben auch sowas scheint nicht gewollt zu sein.
Und gerade im JJ wird gerne über alles, was gewerblich arbeitet gelästert.
Sobald man Geld mit der Sache verdient, ist man halt ein Abzocker (vorsicht, Verallgemeinerung!).
Gruß
Lamiech | 
21-04-2008, 23:04
|  | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: Ju-Jutsu (inaktiv) | | Registrierungsdatum: 21.04.2008 Ort: Hamburg Alter: 33
Beiträge: 17
| | Zitat von spiderman Ich habe mir in letzter Zeit einige Gedanken gemacht und viel beobachtet und gelesen und möchte hiermit mal einiges anregen. Wenn ich mir die Seite des DJJV anschaue hat sie für mich in erster Linie eine sehr große sportliche Ausstrahlung an zweiter Stelle steht das Prüfungsprogramm.Das ist ja auch weitgehend ok so. Es gibt auch für alle Bereiche Ämter ( Leistungssport in seinen verschiedenen Bereichen, Breitensport, Jugend usw.usw. ) aber niemand ist für Selbstverteidigung zuständig und das finde ich für einen Verband der eigentlich Selbstverteidigung darstellt etwas schade.
Ich finde allerdings ein großer Wert unseres Ju-Jutsu sollte sich mit realistischer SV beschäftigen.
Diese Entwicklung beobachte ich auch in vielen Vereinen. Entweder wird Gürtelprogramm oder Wettkampf trainiert. Aber konsequente SV wie sie sich vielleicht in Wirklichkeit abspielen könnte kommt zu kurz.
Ich höre und lese viele Meinungen wo Ju-Jutsu sehr oft schlecht als Selbstverteidigungssystem dargestellt wird. Das ist nicht gut und ich finde Ju-Jutsu gibt uns so viel Möglichkeiten realistisch zu trainieren und das auch zu verkaufen. Das geschieht ja auch sehr gut für den Bereich Wettkampf und Prüfungsprogramm.
Es gibt für fast alle Bereiche Beauftragte und Referenten und neuerdings auch noch ein Ju-Jutsu Sportabzeichen.
Warum gibt es kein Amt oder Referenten für Ju-Jutsu Streetfighting (soll ein Beispiel sein). Ju-Jutsu ist doch eigentlich mal entstanden um sich möglichst effektiv auf der Straße zu verteidigen und wo wird das heute noch realistisch trainiert. Selbst einige Bundesländer entfernen sich in ihrer Polizeiausbildung vom Ju-Jutsu und wenden sich anderen Systemen zu.
Man sollte niemals die Wurzeln vergessen und das ist für mich immer noch die Selbstverteidigung.
Mich würde mal die Meinung aller interessieren die das hier lesen und um eine ehrlich Antwort bitten.
So long
| Hallo Spiderman,
es kommt immer auf deinen Trainer an wie er euch trainiert und wie er selber zu seiner Kampfsportart steht.
Mein damaliger Trainer (Sigi Sobolewski 7. Dan) hat uns sehr realistisch auf die pure Selbstverteidigung auf der Strasse trainiert.
Leider machen dies nicht viele Trainer, besonders nicht die unteren Dan-Klassen was ich schade finde.
Des weiteren wird meist auch gar nicht mehr die Tradition und die Etikette im Dojo gelebt was ich für sehr negativ empfinde.
Was mich noch vielmehr stört das immer mehr Elemente in das Ju-Jutsu einfliessen die dort meines erachtens nix zu suchen haben wie z.B. Kali-Arnis-Escrima.
Habe vor kurzem ein Probetrainig gemacht bei mir im Stadtteil und ich war erschrocken wie schlecht dort trainiert wurde.
Schlechtes Aufwärmträning usw.
Einige waren grad bei den Vorbereitungen zum Grüngurt und dernen Techniken waren sowas von schlecht das ich mich gefragt hab wie sie überhaupt den Orangegurt geschaft haben. Völlig unsicher, die eigensicherung wurde dermaßen vernachlässigt und die Techniken wurden sowas von undynamisch ausgeführt das ich mich nur noch wunderte.
Das schlimme war das der Trainer so gut wie nie eingriff um den Schüler seine Fehler zu zeigen, das war bei uns damals anders.
Ich habe so das Gefühl das viele Trainer gar keine lust bzw die nötige Motivation besitzen um ihre Schüler vernünftig zu trainieren. | 
22-04-2008, 06:32
|  | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: Batmans Fighting Method ; Alles was auf der Straße funktioniern könnte !!!! | | Registrierungsdatum: 06.01.2008 Alter: 46
Beiträge: 14
| | Zitat von -Ryo- Hallo Spiderman,
es kommt immer auf deinen Trainer an wie er euch trainiert und wie er selber zu seiner Kampfsportart steht.
Mein damaliger Trainer (Sigi Sobolewski 7. Dan) hat uns sehr realistisch auf die pure Selbstverteidigung auf der Strasse trainiert.
Leider machen dies nicht viele Trainer, besonders nicht die unteren Dan-Klassen was ich schade finde.
Des weiteren wird meist auch gar nicht mehr die Tradition und die Etikette im Dojo gelebt was ich für sehr negativ empfinde.
Was mich noch vielmehr stört das immer mehr Elemente in das Ju-Jutsu einfliessen die dort meines erachtens nix zu suchen haben wie z.B. Kali-Arnis-Escrima.
Habe vor kurzem ein Probetrainig gemacht bei mir im Stadtteil und ich war erschrocken wie schlecht dort trainiert wurde.
Schlechtes Aufwärmträning usw.
Einige waren grad bei den Vorbereitungen zum Grüngurt und dernen Techniken waren sowas von schlecht das ich mich gefragt hab wie sie überhaupt den Orangegurt geschaft haben. Völlig unsicher, die eigensicherung wurde dermaßen vernachlässigt und die Techniken wurden sowas von undynamisch ausgeführt das ich mich nur noch wunderte.
Das schlimme war das der Trainer so gut wie nie eingriff um den Schüler seine Fehler zu zeigen, das war bei uns damals anders.
Ich habe so das Gefühl das viele Trainer gar keine lust bzw die nötige Motivation besitzen um ihre Schüler vernünftig zu trainieren.
| du beziehst deine aussage auf vorbereitungen zu gürtelprüfungen und magst damit recht haben.
ich beziehe mich aber auf das training von realistischer SV welche meiner meinung nach zu wenig beachtung findet und in vielen vereinen nicht trainiert wird.
ich kenne vereine wo nur von einer gürtelprüfung zur anderen trainiert wird und das kann es doch nicht sein.
ständig nur einstudierte techniken zu üben ist spielerrei und hat mit SV nix zu tun.
so long | 
22-04-2008, 06:48
|  | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: Ju-Jutsu (inaktiv) | | Registrierungsdatum: 21.04.2008 Ort: Hamburg Alter: 33
Beiträge: 17
| | Wie ich schon schrieb, mein damaliger Trainer hat sehr viel Wert auf realistische SV in der Praxis gelegt und uns dementsprechend trainiert. | 
22-04-2008, 07:46
|  | KKB-Userstatus: Intermediate Kampfkunst: JuJutsu, Judo, Boxen, DFM (Dwarven Fighting Methods ;-) ) | | Registrierungsdatum: 05.10.2007
Beiträge: 345
| |
das Ju-Jutsu des DJJV hat viel von seinem ursprungsgedanken realistische selbstverteidigung verloren. | man sollte sich einfach klar darüber werden, dass das wort "selbstverteidigung" einfach ein teil des marketings des jj ist; das ist ähnlich wie lebensmittel, die anpreisen, dass sie total "fettfrei" sein sollen. deswegen sind sie aber noch lange nicht gesund. es wird in erster linie eine message transportiert, mit der kunden erreicht und überzeugt werden wollen.
auch ist es immer eine frage, wo du trainierst bzw. wer deine kunden sind und wie sie drauf sind. unser verein ist z.b. in einem kaff, dementsprechend sind auch die mitglieder: kaum junge leute, bei uns alle über 40 mit vollzeitjob. solche leute haben abends nur seltenst lust auf hartes training, die wollen feierabendsport und das ist auch vom verein so abgesegnet und gewollt.
einmal hat mir eine gruppe von frauen die frage gestellt, wie sie ihre würfe verbessern können. ich habe ihnen den rat gegeben, vielleicht noch einmal die woche ins judotraining zu gehen, das bei uns ja auch angeboten wird. die antwort war, dass es ihnen zu anstrengend sei, weil man da soviel fallen muss  .
verstehst du, was ich sagen will? es gibt leute, die wollen gar keine (richtige) selbstverteidigung lernen, sondern nur das gute gefühl haben, etwas für sich und von mir aus auch ihre sicherheit zu tun. und wenn 95% deiner schüler so drauf sind, dann bietest du eben auch genau so ein training an, weil sonst nämlich 95% deiner schüler wieder weg sind.
bei mir im fortgeschrittenentraining ist momentan gerade mal EIN 40ig-jähriger mann, der sich wirklich verbessern möchte und etwas lernen will. die anderen haben sich das zwar auch ein paar mal angeschaut, ihnen war dann aber der technik- und der konditionsteil einfach zu anstrengend. sie brauchen es nicht und tun es sich demnach auch nicht an. meiner meinung nach sogar irgendwo zu recht, denn ihre gürtelprüfungen bestehen sie doch auch mit ihrem jetzigen niveau, warum dann noch hart trainieren?
wenn selbst in danprüfungen ein großteil der leute durchgewunken wird, würde ich, wenn ich nicht wirklich kampfsportbegeistert wäre, mir auch nicht unbedingt zwei- oder dreimal in der woche den hintern aufreißen. das ziel der leute sind graduierungen, und das frei nach dem motto: "mit dem geringsten aufwand das bestmöglichste erreichen". | 
22-04-2008, 09:30
|  | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: Batmans Fighting Method ; Alles was auf der Straße funktioniern könnte !!!! | | Registrierungsdatum: 06.01.2008 Alter: 46
Beiträge: 14
| | Zitat von Irongriffon man sollte sich einfach klar darüber werden, dass das wort "selbstverteidigung" einfach ein teil des marketings des jj ist; das ist ähnlich wie lebensmittel, die anpreisen, dass sie total "fettfrei" sein sollen. deswegen sind sie aber noch lange nicht gesund. es wird in erster linie eine message transportiert, mit der kunden erreicht und überzeugt werden wollen.
auch ist es immer eine frage, wo du trainierst bzw. wer deine kunden sind und wie sie drauf sind. unser verein ist z.b. in einem kaff, dementsprechend sind auch die mitglieder: kaum junge leute, bei uns alle über 40 mit vollzeitjob. solche leute haben abends nur seltenst lust auf hartes training, die wollen feierabendsport und das ist auch vom verein so abgesegnet und gewollt.
einmal hat mir eine gruppe von frauen die frage gestellt, wie sie ihre würfe verbessern können. ich habe ihnen den rat gegeben, vielleicht noch einmal die woche ins judotraining zu gehen, das bei uns ja auch angeboten wird. die antwort war, dass es ihnen zu anstrengend sei, weil man da soviel fallen muss  .
verstehst du, was ich sagen will? es gibt leute, die wollen gar keine (richtige) selbstverteidigung lernen, sondern nur das gute gefühl haben, etwas für sich und von mir aus auch ihre sicherheit zu tun. und wenn 95% deiner schüler so drauf sind, dann bietest du eben auch genau so ein training an, weil sonst nämlich 95% deiner schüler wieder weg sind.
bei mir im fortgeschrittenentraining ist momentan gerade mal EIN 40ig-jähriger mann, der sich wirklich verbessern möchte und etwas lernen will. die anderen haben sich das zwar auch ein paar mal angeschaut, ihnen war dann aber der technik- und der konditionsteil einfach zu anstrengend. sie brauchen es nicht und tun es sich demnach auch nicht an. meiner meinung nach sogar irgendwo zu recht, denn ihre gürtelprüfungen bestehen sie doch auch mit ihrem jetzigen niveau, warum dann noch hart trainieren?
wenn selbst in danprüfungen ein großteil der leute durchgewunken wird, würde ich, wenn ich nicht wirklich kampfsportbegeistert wäre, mir auch nicht unbedingt zwei- oder dreimal in der woche den hintern aufreißen. das ziel der leute sind graduierungen, und das frei nach dem motto: "mit dem geringsten aufwand das bestmöglichste erreichen". |
das ist leider all zu war und ich muß dir recht geben.
ist aber doch sehr schade das es so ist und so bekommt das JJ immer mehr einen schlechten ruf.
ich halte das bei mir im training so das ich versuche so realistisch zu trainieren wie es nur geht und denn leuten macht es echt spaß und strengen sich auch an. das training steht und fällt halt mit dem trainer.
warum soll man den leuten was falsches vormachen. und wenn ich mir so manche prüflinge bei vereins bzw. landesprüfungen anschaue ?????????
ich bin auch viel auf JJ lehrgänge gefahren. wenn ich mir da so manche dan grade anschaue frag ich mich wer diesen leuten den dan grad geschenkt hat.
das kann es doch nicht sein. | 
22-04-2008, 10:16
| | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: Ju Jutsu | | Registrierungsdatum: 21.04.2008
Beiträge: 6
| | Ich trainiere und unterrichte seit über 30 Jahren Ju Jutsu und habe die verschiedensten Strömungen und Moden mitgemacht. Mal war härteste SV gefragt (Peter Nehls, Sepp Art), mit kurzen, knackigen Techniken, mal waren komplizierte Flows und Fegetechniken aktuell (Hillebrandt) - das ist und war natürlich auch nach Bundesländern unterschiedlich.
Seit einigen Jahren orientiert sich der DJJV am Wettkampf, da dies die meiste öffentliche Aufmerksamkeit und Außenwerbung bringt. Außerdem reisen die Funktionäre gern zu internationalen Wettkämpfen. Für das internationale Wettkampfsystem hat der DJJV sein eigenes, realistischeres Wettkampfprogramm geopfert. Das ist im Hinblick auf den SV-Charakter der Sportart schade. Zudem ist dem DJJV die Einbindung des Wettkampfes in das reguläre Trainingsprogramm nicht gelungen (wie beim Judo), so dass für den "normalen" JJ-Sportler ein gleichzeitig erfolgversprechendes Wettkampf- und Prüfungstechnik-Training selten möglich ist. In vielen Bundesländern ist das Heranführen des Nachwuchses an den Wettkampf außerdem mangels Masse an Anfängerturnieren schwierig. Mal abgesehen davon, dass die technischen Hürden bezüglich Arztattest, Ausrüstung, Gewichtsklasseneinteilung etc. die Motivation mühselig machen.
Die vielbeschworene "Vielseitigkeit" ergibt, dass im deutschen Ju Jutsu alles möglich ist, vor allem seit das Prüfungsprogramm 2000 eingeführt wurde (übrigens tatsächlich in einer Nacht & Nebel Aktion und keineswegs mit langfristiger Beteiligung der Landesverbände). Typisch ist, was mir letztes Wochenende ein 7.Dan auf einem Lehrgang sagte: "Du musst mal sehen, wie Alexander von der Groeben seine Judo-Wurfeingänge macht, einfach fantastisch ..."
Eine solche Aussage (so berechtigt sie ist) zeigt, dass hohe Ju Jutsuka stets andere, speziellere Budo-Sportarten bewundern (welche, das zeigt sich u.a. auf dem jährlichen Bundesseminar). Diese Einstellung findet sich bei allen hochgraduierten JJ-Lehrern - stets haben sie ihre eigenen "Meister" außerhalb des JJ-Systems. Das bedeutet aber auch - Ju Jutsu selber ist überhaupt keine eigenständige Sportart. Sie will alles sein und ist am Ende nichts. Sie hat kein eigenes Gesicht und das zeigt sich leider auch im zu komplex aufgebauten Prüfungsprogramm.
Und auch im Trainerwesen hat Ju Jutsu im DJJV eine fatale Entwicklung genommen. Es wurde und wird immer bürokratischer, d.h. die Anforderungen an den Nachwuchs werden vor allem zeitlich immer höher geschraubt. Was man alles an Lehrgänge absolvieren muss, um zu einer Lizenz zu kommen, ist beachtlich - auch um diese Lizenz dann zu behalten. Das ist fatal für einen so komplexen Kampfsport, der auch Breitensport sein will. Es dauert viele Jahre, bis ein Verein qualifizierten Nachwuchs ausgebildet hat - und meist bleiben die Jugendlichen nicht so lange dabei. Eine langer Ausbildungsweg bedeutet leider auch nicht, dass dort besonders gute Trainer herauskommen - dafür sind andere Faktoren ausschlaggebend.
Ich mache weiter Ju Jutsu, hege aber keine Illusionen, was die Einflüsse eines Verbandes angeht. Jeder Funktionär, der neu in ein Amt kommt, will etwas Neues machen, will seinen eigenen Stil einbringen. Da Ju Jutsu keinerlei Traditionspflege besitzt und die "alten Meister" eher abschätzig betrachtet, werden so alle paar Jahre neue Moden und Strömungen für allgemeingültig erklärt. Das mag mancher für eine positive Entwicklung halten, für die Einheit und Integrität einer Kampfsportart kann das jedoch nur schädlich sein. Wenn niemand mehr erklären kann, was Ju Jutsu eigentlich ist ("Äh, das ist so eine Mischung aus ....Wir nehmen uns da das Beste raus!"), dann hat eine Sportart im wahrsten Sinne des Wortes ihr "Gesicht" verloren. | 
22-04-2008, 10:48
| | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: Ju Jutsu | | Registrierungsdatum: 21.04.2008
Beiträge: 6
| | Wie trainiert man denn "richtige" SV? Wie beweist man sich selbst, dass man erfolgversprechend trainiert hat?
Selbstverteidigung ist eine Sache des Augenblicks und immer von der Situation abhängig. Diese Situationen sind so unterschiedlich, dass ein gezieltes Training nur in Ansätzen möglich ist.
Beispiele:
1. Ein einziger Schläger greift an - hier ist ganz ohne Frage das Brazilian JJ, bzw. entsprechende Grappling-Techniken am erfolgreichsten, denn dies ist eine Situation, wie sie in den Ultimate Fights sehr realistisch vorkommt.
2. Zwei Schläger greifen an - da hilft Brazilian JJ nichts, denn wer will sich am Boden tummeln, während ihm der zweite Angreifer den Schädel zertritt.
3. Ein Taxifahrer wird innerhalb seines Autos angegriffen - eine enge Raumsituation mit ganz eigenen Gesetzen.
4. Zwei Polizisten sollen einen renitenten, muskulösen Betrunkenen bändigen, ohne ihn ernsthaft zu verletzen - was sollen sie tun .. und wie teilen sie sich den "Job"?
5. Eine Bedrohung mit dem Messer erfolgt - mit den Händen abwehren und Schnittwunden riskieren? Mit dem Fuß nach dem Messer(arm) treten? Urplötzlich zu Boden gehen und aus der Bodenlage nach dem gegn. Knie treten?Jacke um den Unterarm wickeln zum Schutz? Eigenen Gürtel abbinden und als Kette nutzen?
Man kann noch unzählige solche Situationsbeispiele erfinden. Sie sind alle realistisch und alle schon vorgekommen. Das Fazit lautet: Nie wird man gegen alle Gefahren gewappnet sein. Deswegen gibt es auch nicht den "idealen" Kampfsport oder das "beste" System. Das sind nur Marketing-Mythen. Erfolgreich in gefährlichen Situationen ist man, wenn man intelligent handelt, sportlich fit ist und lange genug trainiert hat, um das Selbstvertrauen zu haben, die Sache durchzustehen. Ju Jutsu bietet durchaus die Vielseitigkeit, Antworten auf realistische Straßenangriffe parat zu haben. Unverwundbar wird man aber nicht und keiner soll meinen, er könnte bei einem Arnold-Schwarzenegger-Typen einen klassischen Armstreckhebel zu Boden ansetzen. | 
22-04-2008, 13:47
|  | KKB-Userstatus: Advanced Kampfkunst: Überleben | | Registrierungsdatum: 04.10.2001 Ort: Netherlands, beyonde the dyke Alter: 31
Beiträge: 510
| | 1. Ich finde, kaum jemand hat für die Entwicklung des DJJV Ju Jutsus soviel
getan wie Bernd Hillebrand. Ohne ihn wäre es immer noch eine sinnfreie
Ansammlung von Einzeltricks.
2. Ju Jutsu lebte schon immer dadurch, dass es über den Tellerrand schaute,
sonst könnt man ja heute immer noch Jiu Jitsu wie zu alten DJB Zeiten
praktizieren.
3. Das so, ich nenne es mal luschig trainiert wird, ist vielleicht auch etwas
Erziehungssache. In keinem Judo Verein wird über das viele Fallen gemosert,
in keinem Thai Box Gym darüber, dass man schwitzt und mal ein paar blaue
Flecken mit nach Hause nimmt. Neulinge, die in die Schule kommen sind offen
und über sowas nicht überrascht, ihnen ist klar, dass sie eine
Kampfsportschule besuchen.
Im Ju Jutsu gibt es aber seltsamerweise das Phänomän, dass die Leute
immer wieder gerne in Watte gepackt werden, mindestens bis zum 4 Kyu,
wenn nicht sogar noch weiter. So haben sie richtig Zeit, sich an ein
ruhiges, druckfreies Training mit rudimentären Fitnessanspruch zu
gewöhnen. Will man den so verzogenen Leuten dann nach drei bis vier
Jahren Schonfrist mal zeigen, was zum kämpfen (sei es jetzt auf der Straße
oder auf der Matte) an Leistungsbereitschaft nötig ist, dann hat man die
erwähnte 95 prozentige Ausfallrate.
Warum nicht von Anfang an knackig trainieren? Die Leute können doch
ruhig das Gefühl haben, richtig was geleistet zu haben (geht übrigens auch
verletzungsfrei -sogar mit Anfängern!).
Dafür lieber mal eine Technik oder zwei weniger pro Trainingseinheit und
stattdessen etwas Gas geben, dann sind die Leute auch ganz schnell
bereit, dass Training mitzumachen, was nötig ist, damit das Ju Jutsu, so
wie es jetzt ist ohne Änderungen am System gut zu machen.
Schade, dass ich in unserem Verein der einzige bin, der so denkt
Gruß
Lamiech | |
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