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  #1  
Alt 05-07-2011, 17:09
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Kampfkunst: Siu Lam Weng Chun
 
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Standard Taiwan's last sword-maker - 07 Jan 10

YouTube - ‪Taiwan's last sword-maker - 07 Jan 10‬‏

Interessanter Bericht, ist unter anderem auch der Macher des Schwerts aus Tiger and Dragon.


Liebe Grüße,
Shin
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Meine Empfehlung:
Über Klassischen Chinesischen Tanz
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  #2  
Alt 05-07-2011, 17:38
Benutzerbild von Klaus
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Sehr aufschlussreich.
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  #3  
Alt 06-07-2011, 03:59
taiwandeutscher
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Meister Guo kenne ich persönlich, habe ihn schon mehrmals besucht bzw. Leute zu ihm gebracht; er hat ein eigenes kleines Museum mit vielen interessanten Waffen.

Sein gefalteter Stahl wird mit einem elektrischen Hammer bearbeitet, ansonsten noch viel Handwerk; die Qualität ist wirklich nicht schlecht, aber da er (mit Genehmigung der Gräberverwaltungen) menschliche Knochen miteinarbeitet, gibt es zahlreiche eigenartige Geschichten zu seinen Klingen.

Was mir nicht gefällt, sind seine Ausstattungen, von Beschlägen, Handschutz zu Scheiden, Griffumwickelungen, Tüchern an Säbeln oder Quasten an Schwertern. Außerdem ist unter 2000.- Euro nichts zu kriegen, dafür zu krude.

Außerdem gibt es in TW bestimmt mehr als 10 traditionelle Schmiede, manche sind ins Festland abgewandert, weil dort vieles billiger ist (Paul Chen z. B.), andere haben hier ihre Schmieden. Alle sind teuer, verstehen sich oft als Künstler und sind daher an historischer Exaktheit kaum interessiert.

Was ich bei Guo in Jieding (Nähe Tainan Hafen) gerne kaufe, sind chin. Küchenmesser und Jadgmesser der hiesigen Abos, etwas größer und sehr stabil, womit man im Regenwald wirklich alles machen kann.
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  #4  
Alt 07-07-2011, 21:45
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Kampfkunst: Chen Taiji, Qi Gong
 
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Welchen Nutzen bringen die menschlichen Knochen?
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  #5  
Alt 07-07-2011, 23:30
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Könnte mir vorstellen dass das mal ein Katalysator für irgendwas war (wegen des definierten Gehalts an Mineralien/Elementen), neben der mythischen Bedeutung. Knochenasche wurde laut denen hier zum Aufkohlen verwendet: Stahl aufkohlen [Archiv] - MesserForum.net
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  #6  
Alt 08-07-2011, 05:11
taiwandeutscher
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Ja, sicher geht es dabei um Kohlenstoff, der Carbon-Stahl den reinen Industriestählen in Elastizität in unterschiedlichen Richtungen überlegen macht. Es gibt antike Aufzeichnungen, wo Haare von Jungfrauen u.ä. als Bestandteile erwähnt sind, wohl gleiche Überlegung.
Moderne Schmiede mit Kenntnisse aus der Materialkunde geben daher oft bis zu mehr als 10 andere Bestandteile, z. T. andere Metalle bei, meist nach einer persönlichen Geheimrezeptur. Andere kaufen Schwertstahl fertig in Japan (gut u. teuer) oder VR China (je nach dem).
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  #7  
Alt 08-07-2011, 10:01
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Kampfkunst: Chen Taiji, Qi Gong
 
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haben menschliche Knochen einen Vorteil gegenüber Tierischen oder liegt der Friedhof einfach nur praktisch nahe?
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  #8  
Alt 08-07-2011, 12:31
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Ein moderner Schmied der Ahnung hat kauft bei einer anerkannten Stahlgiesserei oder dem Zwischenhandel einen oder mehrere Industriestähle, die von vorneherein für seinen Zweck optimiert sind (der eine zäh, der andere hart), und dessen Zusammensetzung vom Werk garantiert wird. Der Rest ist Wissen um die Wärmebehandlung und wie man verschiedene Stähle miteinander verbindet um mechanische Eigenschaften zu erzielen die ein Monostahl nicht hat, das bringt der Stahl nicht mit. Zusätze waren früher essentiell und wurden gehütet wie noch was, da gab es aber auch keine Mine für 52CrMoV4 oder 100MnCrW4, das musste man sich mühsam selbst zusammenbasteln. Buchstäblich aus Dreck.

Ein nicht legierter Kohlenstoffstahl ist solchen Spezialstählen für Industriemesser oder hochbelasteten Fahrwerksteilen nicht überlegen, er ist nur einfacher zu handhaben. Profis benutzen für Leistungsdamast zum Beispiel 1.2842 und 1.2767, und nicht irgendeinen Billigkram, da muss man nur genau wissen was man tut. Ich habe auch mal gedacht alle Schmiede kennen sich mit sowas aus, musste aber dann feststellen dass der eine oder andere nur Learning by Doing macht, und keine Ahnung von den Abläufen im Werkstoff hat. Wenn ich dagegen einen Achim Wirtz darüber reden höre, lege ich die Ohren an, da verstehe ich nur noch Bahnhof.

Bei der heutigen Masse an Anwendungen, vom Amboss über Automobilfedern, Industriecuttern, Skalpelle bis zu Panzerrohren, gibt es für jeden erdenklichen Zweck einen dafür entwickelten Stahl, der zeitgenössischen mit Sicherheit überlegen ist. Die Kunst des Schmieds liegt dann darin zu wissen, was im Stahl bei den einzelnen Vorgängen wie Härten, Anlassen, Verschweissen usw. passiert, bei welchen Temperaturen er das machen muss, und welche unterschiedlichen Schwerpunkte er setzen kann. An der Stelle hat ein heutiger Schmied eventuell nur noch den Vorteil, wissenschaftlich begründen und bezeichnen zu können warum er dies oder jenes tut, ein Schmied vor 1000 Jahren hat das aber vielleicht auch schon gewusst und angewendet ohne sagen zu können "dabei entstehen Sonderkarbide die besonders schlagzäh sind". Die besonderen Eigenschaften von echtem Damaszenerstahl oder Wootz sind das Ergebnis der Kristallisierung und damit des Wärmeverlaufs, nicht das besonderer Ausgangsstähle. Heute hat man auch Möglichkeiten wie z.B. Tiefkühlen mit flüssigem Stickstoff, die es früher gar nicht gab.

Ich wage dazu aber mal zu sagen, dass es nur noch ganz wenige Schmiede gibt die dieses Wissen noch haben, und die sitzen weder alle in Asien, noch alle in Solingen oder an einer US-Universität. Wenn man sich mal Videos von sagenumwobenen Schmieden in China ansieht, sieht man diverse handwerkliche Fehler die Folgen haben, es ist denen nur egal. Wootz macht da schon mal gar keiner mehr, was die Ansprüche "traditionell" zu arbeiten schon sehr fragwürdig werden lässt. Die Tradition ist zumindest nicht gerade sonderlich alt.
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Geändert von Klaus (08-07-2011 um 12:33 Uhr).
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