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  #16  
Alt 02-09-2011, 00:16
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Kampfkunst: Hung Kuen Kung Fu
 
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Zitat:
Zitat von Gong Fu Beitrag anzeigen
Dir ist schon klar dass ich Sinologe bin und dementsprechend auch in China gelebt habe und regelmässig mich dort aufhalte

Ob die Zahl wirklich so groß ist, lasse ich mal dahingestellt...oder hast Du Zahlen die Du vorweisen kannst? Wohl eher nicht...

Und dass "die Taiwanesen" es gerne so hätten, steht ja wohl ausser Frage...


Gruß,
Gong Fu
Zahlen vorweisen ist unmöglich, denn bevor man dies macht, müsste man zwischen Wushu-Schulen und traditionellen Schulen unterscheiden. Schon da gehen die Meinungen so krass ausseinander, dass die Zahlen, die ich Dir oder anderen eventuell vorsetzen würde, wohl keinen Wert hätten
Das einzige Material, das mir dazu einfällt: Es gibt aber mittlerweilen einige ziemlich gute Dokus, die ähnliche Geschichten behandeln. Kann mich erinnern, dass eine davon sogar hier im Forum ist, irgendwo. Aber auch das ist zu wenig für einen Beweis.

Genausowenig allerdings verstehe ich Deine Argumentation, die nur darauf beruht, dass Du Sinologe bist und somit gegen "Brillen" bedingungslos gefeit.
Die "Taiwanesen" hingegen nicht.
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  #17  
Alt 02-09-2011, 00:32
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Kampfkunst: Siu Lam Weng Chun
 
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Beiträge: 9.240
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@Muy Fa

Glaube du meinst unter anderem die Doku "Needle through brick"
Needle Through Brick - Watch the Documentary Film for Free | Watch Free Documentaries Online | SnagFilms

Wer sie noch nicht gesehen hat. Link anklicken Doku startet von selbst.Absolut sehenswert!!!



Liebe Grüße,
Shin
__________________
Meine Empfehlung:
Über Klassischen Chinesischen Tanz
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  #18  
Alt 02-09-2011, 00:59
KKB-Userstatus: Advanced
Kampfkunst: Hung Kuen Kung Fu
 
Registrierungsdatum: 14.05.2007
Ort: Schweiz
Beiträge: 579
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@Shin:

Ah! Den meinte ich, genau. Vielen Dank Dir
Ich sage jetzt zwar nicht, dass dieser Film das Massstab der Dinge und die letztendliche Wahrheit ist, aber dass Menschen vor aktiven, passiven, sofortigen oder langzeitlichen Repressionen der VR fliehen mussten, ist halt Tatsache. Wie viele das sind, ist sehr schwierig festzustellen. Ich nehme an, es sind ziemlich viele.
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  #19  
Alt 02-09-2011, 02:49
taiwandeutscher
Gast
Kampfkunst:
 
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Sorry für die Verspätung, aber der 1 m Wasser auf einem m² des Taifuns Nanmadol hat meine ASDL-Leitung etwas in Mitleidenschaft gezogen.

Hm, "taiwanesische (sic) Brille", wie?

Nun, ich bin promovierter Sinologe/Ethnologe/Religionswissenschaftler mit 30 Jahren China-Erfahrung und verfüge über eine Reihe stringenter Methoden, die es mir gestatten, kritisch und objektiv zu Fragestellungen beiderseits der Taiwanstraße zu arbeiten.

Dass Dein Lehrer, Gongfu, nicht im Verborgenen unterrichten muss, das glaube ich gerne. Viele wollen trotzdem nicht an die Öffentlichkeit treten und schon gar nicht "organisiert" werden. Wenn jemand aber in den offiziellen Gremien sitzt, dann bin ich auf jeden Fall erstmal skeptisch, da habe ich zuviele Parteitreue und auch Unfähige gesehen. Da ich aber von den äußeren Stilen zu wenig weiß, kann ich dazu kein verlässliches Urteil abgeben.

Anders sieht es da bei den Neijia-Stilen aus. Zu folgenden Beispielen könnte ich Namen und Orte nennen, was ich aber aus evtl. verständlichen Gründen nicht tun werde.

Dai- und Che-Stil Xinyi-Leute vom Land werden seit Jahren in Beijing geblockt, ebenso wie Chuojiao-Vertreter oder Traditionalisten des Xingyi aus Hebei und Shanxi. Da spielt sicher auch der muslimische Faktor eine Rolle, aber eben auch die "Kultivierung des Körpers und des Geistes", die den parteitreuen Funktionären immer suspekt war und ist.

2 mir bekannte, ältere Gongfu-Onkels (etwas älter als mein Lehrer hier) aus dem Gongbao Tian-BGZ in Beijing und Tianjin wollen mit den Wushu-BGZ-Kreisen nichts gemeinsam machen, nach Kämpfen gegen die Japaner, Verstecken vor der Guomingdang und Aussitzen der KRevolution im Verborgenen lassen sie sich im Alter nicht mehr von der Partei vorschreiben, wie ihre "Läuterung der Person" auszusehen hat.

Du erwähnst Shanghai, da schottet die offizielle Yang-Vereinigung auch seit Jahren 2 mir bekannte gute Leute aus Yongnian ab. Und die sehr guten Wu-Stilisten, die ich dort kenne, findet man weder in noch über ihre offizielle Vertretung.

Nach chin. Neujahr hatte mein Huleijia-Lehrer hier erneut Besuch von einem sauguten Huleijia-Vertreter aus Zhaobaozhen. Bei einem Gelage hat dieser mir lange über die Schwierigkeiten der Non-Mainstream-Stile in der Chen-Hirarchie erzählt. Da fällt doch auch wieder die alte Dame aus Xi'an ein, deren Forschung gewissentlich tot geschwiegen wurde.

Dass es in Nanjing oder anderswo sehr gute Leute gibt, hat nie jemand bezweifelt. Aber dass gerade auch die Elite-Unis in Beijing, Shanghai und Nanjing im Parteiauftrag und unter entsprechender Kontrolle die alten Systeme des Baduanjin, Yijinjing und Wuqinxi "modernisiert" haben, zeugt eindeutig vom Einfluss der Partei, bis ins Yangsheng hinein. Die Brokate kenne ich ja nicht so gut, aber was das Yijinjing und das Wuqinxi anbelangt, so habe ich da auch schon so einiges erarbeitet und kann nur sagen, dass die Ergebnisse der genannten Gremien unglaublich und skandalös sind. Bücher, DVDs, Intensivseminare, Prüfungen zum Meistergrad, lol, wer da nichts Böses ahnt... Gut befreundete CTM-Leute (Chinesische Traditionelle Medizin von vor 1950 im Gegensatz zu TCM, dem kommunistisch geprägten Abklatsch der Moderne) aus der E'mei-Gegend, die auch eine tolle alte Version des Sehnen-Klassikers pflegen, wurden ausgeschlossen, fehlende Modernisierung, haha!

Noch einmal, sicher gibt es noch viele unglaublich interessante Sachen in China, die man mit Empfehlungsschreiben und Sprachkenntnissen auch finden kann. Nicht zu finden ist sowas jedoch im offiziellen Apparat, da bin ich mir so ziemlich sicher. Die VR China ist und bleibt die größte kom. Diktatur weltweit. Ai Weiwei hat ja jüngst noch einmal ganz mutig die Wahrheit über Beijing gesagt. Sein Vogelnest-Design bereut er bestimmt schon längst, weil sich seit den Spielen in Beijing entgegen unser aller Hoffnung leider nichts verbessert hat, ganz im Gegenteil.

Ob in der Religion, Kunst oder Wirtschaft, immer werden die oberen Freigeister von der Partei systematisch unterdrückt oder ganz abgemäht. Und dass das in der KK anders sein könnte, so ein Glaube erfordert eine Menge Naivität oder basiert auf fehlender Einsichten.

Das heißt aber nicht, dass es in Taiwan keine Probleme mit den KK gäbe. Während der Kriegsrechtszeiten hat auch die Guomingdang Leute mit echten Fertigkeiten verfolgt, die spätere Desinisierung durch die DPP (2000 - 2008) hat den KK auch nur geschadet, und auch sonst wäre da eine Menge noch zu sagen, was aber dann ein neues Thema wäre.

Neben Training und Forschen geht es jetzt bei mir aber erstmal wieder ans Lehren an der Uni, und daher heißt es nun:

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Geändert von taiwandeutscher (02-09-2011 um 08:22 Uhr).
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  #20  
Alt 02-09-2011, 05:34
Benutzerbild von Huangshan8
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Kampfkunst: traditionelle und moderne chinesische Kampfmethoden
 
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Beiträge: 326
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Zitat:
Noch einmal, sicher gibt es noch viele unglaublich interessante Sachen in China, die man mit Empfehlungsschreiben und Sprachkenntnissen auch finden kann. Nicht zu finden ist sowas jedoch im offiziellen Apparat

Kurz und bündig.

Dem stimme ich zu!

Mann muss natürlich, oft den offizielen Pfad verlassen und Guanxi spielen lassen und die angeblichen Zentren meiden.

Über das Thema, kann man noch lange diskutieren!

Geändert von Huangshan8 (02-09-2011 um 05:48 Uhr).
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  #21  
Alt 02-09-2011, 08:11
Jochen Wolfgramm
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
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Zahlen und Fakten zu bringen ist in der Tat schwer möglich. Man kann nur aus eigener Erfahrung sprechen und die haben definitiv leider ebenfalls nur die wenigsten, oder? Genau ...

Hermann: danke für dein ausführliches Statement, dass ich so voll und ganz verstehen kann und in dem Du auch weitestgehend Recht hast. Nur, wie von Dir ja angedeutet, ist aus diversen anderen Gründen das Kung Fu in anderen Ländern ebenfalls genauso wenig oder viel traditionell oder gut.

Hier meine "persönliche" Erfahrung:

ich habe Leute/Lehrer aus Hong Kong gehabt, getroffen und viele gesehen. Dort ist soviel in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen, dass es wehtut. Durch beständiges gegenseitiges Schulterklopfen gab es wohl kaum den Anspruch zu forschen und an seinen Skills wirklich zu arbeiten. Die Isolation auf kleinen Raum hat zusätzlich dazu geführt, dass viele Stile sich gemischt haben. Ähnliches konnte ich bei Leuten aus Malaysia etc sehen.
Dennoch glaube ich, dass es wenig bekannte sehr gute Lehrer dort gibt.

Dann habe ich Lehrer aus Beijing/China getroffen. 50% waren moderne Wushu Anhänger, die versucht haben, ihre Kampfkunst als traditionell zu verstehen und zu verkaufen. Wie auch anders, da sie es über viele Jahrzehnte so gelernt haben und fest daran glaubten. Allerdings waren ihre Skills bei weitem höher als die der Traditionallisten hier in D-Land zum Beispiel . Die anderen 50% waren wirklich traditionelle Lehrer, die zum Teil während der Kulturrevolution mit Hausarest gesegnet waren und so Zeit hatten 10 Jahre am Stück zu trainieren oder in Teilen des Landes lebten, wo keiner ein Deut auf die KP gab, da überleben wichtiger war. Diese Lehrer wenden sich jetzt freimütig an die Ausländer und sind gerne bereit zu unterrichten. Da findet sich TongBei, Bagua, Xing Yi und Tang Lang. Komplett, traditionell und auf einem Skilllevel, der seinesgleichen sucht.

Dann habe ich wenige Lehrer aus Taiwan erlebt und einige auf YouTube gesehen. Der Skilllevel ist bei den meisten beeindruckend gewesen, bei Wang Chieh sogar jenseits von begreifbar. Allerdings gibt es dot auch Verbände und Vereinigungen, die das Kung Fu systematisch verwässern und hauptsächlich ans Geld denken. Leider.
Andererseits habe ich erlebt, wie sehr gute Leute sich auf einen Bereich völlig fokussieren (zB auf Push Hands) und den Rest der Kampfkunst schlicht vergessen und nicht mehr üben. So ist ein Aussterben der Kunst ebenfalls sicher.

Für mich bleibt unterm Strich: jeder hat seine Wahrheit. Aber es bringt halt wenig, Allgemeinplätze rauszuhauen und zu sagen: so und so ist dass dort IMMER. Man kann überall gutes und schlechtes Kung Fu finden. Man muss nur a) wissen wonach man suchen muss und b) auch danach suchen
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  #22  
Alt 03-09-2011, 22:00
Benutzerbild von Gong Fu
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Kampfkunst: Qi Xing Tanglang Pai, Brazilian Jiu Jitsu
 
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Beiträge: 1.772
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@Hermann: Schön dass Du deine Post editiert hast...

Da ich aber dennoch kein Interesse habe in eine politische Diskussion verwickelt zu werden klinke ich mich hier einmal aus.


Zitat:
Zitat von Jochen Wolfgramm Beitrag anzeigen
Für mich bleibt unterm Strich: jeder hat seine Wahrheit. Aber es bringt halt wenig, Allgemeinplätze rauszuhauen und zu sagen: so und so ist dass dort IMMER. Man kann überall gutes und schlechtes Kung Fu finden. Man muss nur a) wissen wonach man suchen muss und b) auch danach suchen
Hätte ich selber nicht besser formulieren können!

Gruß,
Gong Fu
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  #23  
Alt 09-10-2011, 20:42
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Kampfkunst: Siu Lam Weng Chun
 
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Beiträge: 9.240
Standard Finale vom 8-9 Oktober in New York

2011 NTD Chinese International Martial Arts Competition | Facebook

Wer bei Facebook ist kann hier erste Eindrücke vom Finale in New York bekommen :-)

Korrektur habe den Zeitunterschied nicht beachtet. Sind gerade erst noch im Finale!!!

Liebe Grüße,
Shin
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Geändert von shin101 (09-10-2011 um 21:14 Uhr).
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  #24  
Alt 13-10-2011, 12:45
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Kampfkunst: Siu Lam Weng Chun
 
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Hier über das Finale:
NTD's 2011 Traditional Martial Arts Competition - YouTube

Und hier noch zwei Artikel über Vorrunde und Finale:
Third Annual Chinese Martial Arts Competition Opens | Sports | Epoch Times

Finale:
Martial Artists Honored in Competition | Sports | Epoch Times


Liebe Grüße,
Shin
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