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Umfrageergebnis anzeigen: Habt Ihr Kämpfer mit Handikap?
Ja, bei uns trainieren behinderte Sportler. 16 34,78%
Ja, wie trainieren gemeinsam. 21 45,65%
Unsere behinderten Sportler trainieren separat. 1 2,17%
Unsere Trainer sind speziell geschult. 8 17,39%
Bisher haben wir keine Behinderten, ist aber eine Option für die Zukunft. 15 32,61%
Nein, Leute mit Handikap sind bei uns nicht denkbar. 9 19,57%
Multiple-Choice-Umfrage. Teilnehmer: 46. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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  #1  
Alt 14-05-2003, 09:37
Bokuto
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
Standard Behinderung und Kampf

Hi Folks. Wie sieht es in Eurer Schule/Verein aus? Habt Ihr Sportler mit Handikap? Körperliche oder geistige Behinderungen? Trainiert Ihr gemeinsam oder gibt es "Sondergruppen"? Habt Ihr dafür ausgebildete Trainer? Wenn ja, woher kommt die Ausbildung? Oder ist das für Euch (bisher) garnicht vorstellbar?

Gruß
Dirk
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  #2  
Alt 14-05-2003, 09:49
Benutzerbild von Spotter
KKB-Userstatus: Advanced
Kampfkunst: Taekwondo, Nahkampf und Selbstverteidigung
 
Registrierungsdatum: 07.02.2003
Ort: 57584 Wallmenroth
Beiträge: 555
Standard

Also im Training speziell haben wir niemanden mit körperlicher oder geistiger Behinderung.
Höchstens Kinder und Jugendliche mit geringen Haltungsschäden, schwachen Muskeln oder jemand hat ein Bein ein wenig kürzer als das andere. Fällt aber so gut wie nicht auf.

Ich denke mir, dass behinderte Menschen Kampfsport größtenteils meiden weil es für sie als nicht praktikabel erscheint. Es gibt ja "typisch" Sportarten die auch gerade für Behinderte in Vereinen betrieben werden. Kampfsport gehört halt nicht dazu.

Ich hatte mal jemanden in einem Selbstverteidigungslehrgang der im Rollstuhl saß! Dazu gehört auch wahnsinnig viel Mut, sich als einziger einer solchen Gruppe anzuschließen. Haben dann die Techniken (mein Dad leitete den Lehrgang) teilweise für ihn etwas umgestellt und angepasst aber im großen und ganzen hat es genauso funktioniert wie beim Rest der Teilnehmer.

Gerade die Selbstverteidigung gehört auch für behinderte Menschen dazu, denn niemand ist vor einer Bedrohung bzw. einem Angriff sicher. Egal ob alte Leute, Behinderte oder Kinder.

Gruß

Spotter
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  #3  
Alt 14-05-2003, 09:53
Raven
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
Standard

Hey,

Eine Zeitlang hatten wir Leute mit Handikap bei uns. Ich weiß nicht, ob die Trainer dafür eine Ausbildung hatten. (Nach dem Augenschein nicht.)
Es wurde nicht in Sondergruppen trainiert, jedoch spielte es sich so ein, daß die "Schwachen" mit den "Schwachen" trainiert haben, sprich Frauen und Gehandikapte zusammen....

Da diese Trainingssituation absolut Motivation tötend ist, sind schließlich die sog. "Schwachen" (Frauen und Gehandikapten) gegangen.

Raven
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  #4  
Alt 14-05-2003, 10:03
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Kampfkunst: Beginn: Karate, Aikido.Seit 1992 fanatischer Kickboxer (3. DAN)
 
Registrierungsdatum: 15.04.2002
Ort: Ostfriesland
Beiträge: 127
Standard

Ich hatte in einer Selbstverteidigunggruppe mal einen jungen Mann mit einer ausgeprägten Entwicklungsverzögerung und Koordinationsschwäche. Für ihn musste ich teilweise andere Lernwege erarbeiten. Als ausgebildeter Physiotherapeut kommt mir dabei meine Erfahrung mit körperlich und geistig behinderten Menschen sehr entgegen.
Ich hatte schon mal darüber nachgedacht eine spezielle SV-Gruppe für Behinderte ins Leben zu rufen. Diese Idee habe ich, ehrlich gesagt, geklaut , den ich habe mal eine Judo-Gruppe gesehen, in der nur Menschen mit Down-Syndrom trainierten. Leider ist aus zeitlichen Gründen daraus nichts geworden.

Schade...

Rocher
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  #5  
Alt 14-05-2003, 10:57
Bokuto
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
Standard

Hi Folks.

Wer Informationen oder Schulungsmöglichkeiten zum Thema Behinderten-Integration sucht, kann mich gern per PN kontaktieren.

Gruß
Dirk

Geändert von Bokuto (14-05-2003 um 11:04 Uhr).
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  #6  
Alt 14-05-2003, 11:30
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Taekwondo
 
Registrierungsdatum: 27.02.2002
Beiträge: 1.440
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Es kommt ja auch auf die Art der Behinderung an.

Bei dem Titel Behinderung und Kampf stellt sich schon die Frage. Um Kämpfen zu dürfen, muß ja eh ein ärztliches Attest her. Und je nach Behinderung wird der Wettkämpfer dies nicht bekommen.

Wenn körperliche Beeinträchtigungen im Bewegungsapparat vorliegen, kann man ja die Übungen entsprechend variieren.

Bei geistigen Behinderungen kommt es jeweils auf die Situation an. Ich finde eine Integration in die "normale" Gruppe gut - aber wenn die gesamte Gruppe dadurch die Lernziele nicht mehr erreichen kann, hat dies auch seine Grenzen. Andererseits tut man so auch was für das soziale Verhalten der Mittrainierenden.

Bei anderen Behinderungen, wie z. B. Herzinfarkt, Diabetis.... kommt es auf die Situation an.

Natürlich wird vom Arzt ein Attest verlangt, in dem beschrieben wird, was derjenige mitmachen darf. So ist es klar, dass ein Herzkranker auf seinen Puls achtet, oder das ein an Diabetis Erkrankter zwischendurch seine Blutzuckerwerte mißt.

Bei eienm Kind mit Herzschrittmacher hab ich dann schon trotz Attestes meine Bedenken gehabt, es bei Selbstverteidigung / Wettkampfübungen teilnehmen zu lassen. Nachdem ich die Mutter gebeten habe, den Arzt zu befragen, was passiert, wenn es einen Schlag auf den Solar Plexus erhält, fand der die Idee auch nicht mehr so gut.
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  #7  
Alt 14-05-2003, 14:54
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Beiträge: 69
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hi bokuto,
ich trainiere kiddies im alter von 6-12 jahren für einen gemeinwesenverein, in dem ich als einzelfallhelfer tätig bin. da ich angehender sonderschullehrer bin (fachbereiche lern- und körperbehinderungen) kommen zu mir auch kids mit hyperaktivität (oder ads- hks.. wie mans auch nennen mag), verhaltensauffälligkeiten, lernschwierigkeiten und leichten geistigen beeinträchtigungen . da ich auf der basis von taekwon do meinen unterricht getstalte (auch elemente von aikido und chen tai ji) müssen leider gewisse körperliche fähigkeiten vorrausgesetzt werden. ich habe über deine homepage mich über die kae in sog in ausbildung informiert, hätte auch gerne daran teil genommen, die ist nur dieses jahr wg. mangelnder teilnehmerzahl ausgefallen. ich lebe und arbeite in berlin/spandau, falls du mal lust hast irgendwas gemeinsam auf die beine zu stellen, bzw. an austausch interessiert bist schicke mir ne nachricht, würde mich freuen.
mach weiter so und grüße aus berlin
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  #8  
Alt 14-05-2003, 15:08
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Hmm, manchmal bin ich mir nicht ganz sicher...

Aber im Ernst, keiner unserer Trainer (mich inklusive) hat eine Ausbildung dafür, deswegen würde ich zwar solch eine Option offen halten, denke aber, dass es da bestimmte noch eine Weiterbildungsnachfrage zu gibt.

Grüsse
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Frank Burczynski
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  #9  
Alt 14-05-2003, 15:19
Bokuto
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Es gibt bisher nur wenig Möglichkeiten der fachspezifischen Weiterbildung hierzulande. Eine wäre die Lizenz zum Fachübungsleiter Rehasport beim jeweiligen Landessportbund, um bei der Integration keine Fehler zu machen (das hab ich zum Beispiel mitgemacht). Eine andere (leider noch nicht in allen Bundesländern anerkannte) Ausbildung ist das oben angesprochene Kae In Sog In in Kitzingen.

Über Pfingsten werden sich in diesem Jahr eine Handvoll engagierter Übungsleiter aus ganz Deutschland zu diesem Thema treffen, um aus ihren Erfahrungen und Kenntnissen einen Integrations-Leitfaden für KK/KS/SV zu verfassen und herauszugeben. So kann man sich eine Ausbildung ersparen und trotzdem viele Fehler vermeiden. Wenn es Neuigkeiten dazu gibt, informiere ich hier darüber.

Gruß
Dirk

Geändert von Bokuto (14-05-2003 um 15:25 Uhr).
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  #10  
Alt 14-05-2003, 18:17
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Dao Dao ist offline
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Hi Bokuto,
dann vergiss es nicht!
Habe in der Geistig- und Lernbehinderten Schule einen Vortrag gehalten über Unterricht an der Schule. Und einen workshop für die Lehrer und Betreuer.
In meiner Stadt gibt es ein Projekt "Judo mit geistig Behinderten", die nehmen jetzt auch einem Wettkampf teil.
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Liebe Grüße Dao
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  #11  
Alt 16-05-2003, 12:39
Bokuto
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@vollafighter: Ja, einen Austausch würde ich jederzeit zustimmen!

@Peter: Ein solches Projekt gibt es bei uns in der Stadt auch. Die beiden Frauen, die den Kurs leiten, haben mit mir zusammen den Rehasport-FÜL-Kurs besucht, aber sich dann natürlich in eine andere Richtung qualifiziert (GB anstatt CP).

@Alle: Mehr von Euch haben keine Erfahrungen zu berichten? Schade!

Gruß
Dirk
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  #12  
Alt 16-05-2003, 14:44
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Hallo auch,

@Bokuto
Also zum Thema geschulte Trainer muß ich nix sagen, oder?
Trotzdem ist zumindest im Kyokushinkaitraining, was bei uns doch ziemlich zentral ist, für mich schwer vorzustellen, daß es ein Sport für Behinderte, welcher Art auch immer, wäre.
Anders verhält sich das z.B. beim Judo, da hab ich auch schon körperlich Behinderte gesehen, Taiji klappt sicher auch...kommt glaube ich immer drauf an.

Gruß

Thyura
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Es gibt immer einen noch größeren Fisch
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  #13  
Alt 16-05-2003, 15:09
Bokuto
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Hi Thyura,

nein, was das Thema Ausbildung betrifft, ist Detlef ja sozusagen führend . Aber es ist interessant, dass du Judo mit körperlichen Behinderungen gesehen hast - das ist für mich Neuland. Judo kenn ich bisher nur mit geistiger Behinderung (als solches ist es sogar paralympisch, wenn ich mich nicht irre). Taiji hab ich anfangs auch bei meinen Jungs und Mädels unterrichtet. Geht gut, aber es war ihnen zu langweilig und unspektakulär. Naja, also hab ich eben das Kempo angepasst. Ich glaube, das wäre auch bedingt mit dem Kyukushinkai möglich, denn es gibt sogar eine Rollstuhl-WM im Karate (dieses Jahr in Tokyo). Doch wenn die Nachfrage nicht da ist, muss man sich die Arbeit ja nicht machen.

Gruß
Dirk

PS: Habe letzte Woche beim Umräumen deine Karte aus China wiedergefunden
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  #14  
Alt 16-05-2003, 15:22
Benutzerbild von Dao
Dao Dao ist offline
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Hi Bokuto,
in Regensburg gibt es eine Ausbildungsrichtung in Wu-Stil Taijiquan. Nennt sich dann Rehafit unter Theo Schmidt. Wou das reimt sich ja.
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Liebe Grüße Dao
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  #15  
Alt 16-05-2003, 18:59
Bokuto
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Was mich ja auch noch interessieren würde: Warum haben einige "Nein, Leute mit Handikap sind bei uns nicht denkbar" da oben angekreuzt? Was macht die Teilnahme behinderter Sportler unmöglich? Bauliche Unzulänglichkeiten des Dojo oder Euer Kampfstil selbst?

Gruß
Dirk
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