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Thema: Akido Verwirrung bei den Angriffen

  1. #61
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    Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
    Was ist mit Erfahrung gemeint? Die Erfahrung darin, Bewegungen verschiedener Lehrer nachzuahmen? Die werden die wenigsten haben die bisher nur in einer Linie trainiert haben, Anfänger meist gar nicht.
    Was meinst du mit Anfänger? Shodan?
    Ist ja klar das ein Anfänger(bis 4.Kyu) froh ist, wenn er die Technik erkennt und am besten noch auf was es dabei hauptsächlich ankommt, davon reden wir ja nocht, oder?

    Ich weis ja nicht wie das in eurer "Linie" ist, aber bei uns hat jeder Lehrer(Dojo) etwas anderes auf das er besonders Wert legt. Dazu kommen Gastlehrer aus Japan die die HombuDojo "basics" exakt haben möchten.
    Bei uns kann man ab 3.Kyu in der Prüfung jede Ausführung einer Technik vor machen die man möchte, der Prüfer erkennt trotzdem die Bodyform, Griffhaltung des Hebels etc. (beim sumi otoshi von Tissier bin ich mir nicht so sicher).
    Ich bin der Meinung, das wenn man Aikido nur bei immer bei dem gleichen Lehrer macht, man gar nicht oder nur sehr langsam in die Lage kommt Aikido richtig zu verstehen. Gerade aus den Unterschieden der verschiedenen Lehrer lernt man doch erst so richtig etwas.
    Für mich das schlimmste ist, wenn man auf einem Lehrgang mit einem höher graduierten übt und dieser zum vorgemachten vom Sensei(Kursleiter) sagt: "Wir machen das bei uns im Dojo anders" und dann muß man das so üben wie er das im Dojo macht.

  2. #62
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    Zitat Zitat von MasterKen Beitrag anzeigen
    Ich weis ja nicht wie das in eurer "Linie" ist, aber bei uns hat jeder Lehrer(Dojo) etwas anderes auf das er besonders Wert legt.
    Es ist schon so dass es bestimmte Dinge gibt auf die geguckt wird, einfach weil es einen Qualitätsstandard bzw. Kriterien gibt, an den sich alle Ãœbungsleiter und Prüfer halten müssen. Das wird regelmäßig überprüft.
    Natürlich hat jeder andere Schwerpunkte, aber die Kriterien die erfüllt werden müssen um eine Prüfung zu bestehen, sind relativ klar.


    Zitat Zitat von MasterKen Beitrag anzeigen
    Für mich das schlimmste ist, wenn man auf einem Lehrgang mit einem höher graduierten übt und dieser zum vorgemachten vom Sensei(Kursleiter) sagt: "Wir machen das bei uns im Dojo anders" und dann muss man das so üben wie er das im Dojo macht.
    Najaa, wir sind nicht beim Militär, Höhergraduierung bedeutet nicht dass man machen muss was jemand sagt. Man kann durchaus sagen: Ja gut, aber jetzt sind wir aber nicht bei euch im Dojo, ich möchte das jetzt so üben wie es gezeigt wurde, sonst bräuchte ich nicht zum Lehrgang fahren.

    Es ist eine Tatsache, dass viele Leute gerne ihren Stiefel fahren wollen, weil es halt bequemer ist das zu üben was man kann und gewohnt ist. sich dann vor anderen damit aufzublasen ist natürlich arm.
    Anfänger sind damit nicht gemeint, die sind froh wenn sie Iriminage wiedererkennen.
    Später kann auf dem jeweiligen Level natürlich unterschiedlich weit gesehen werden.
    Geändert von Inryoku (17-01-2018 um 14:59 Uhr)

  3. #63
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    Zitat Zitat von MasterKen Beitrag anzeigen
    Ich bin der Meinung, das wenn man Aikido nur bei immer bei dem gleichen Lehrer macht, man gar nicht oder nur sehr langsam in die Lage kommt Aikido richtig zu verstehen. Gerade aus den Unterschieden der verschiedenen Lehrer lernt man doch erst so richtig etwas.
    ... verdammt, ich wusste es ist ein Fehler nur bei meinem Lehrer zu üben ... was alles aus mir hätte werden können ... verdammt!
    Sorry, aber den konnte ich mir nicht verkneifen.


    Spaß beiseite ... ich glaube es ist von großer Wichtigkeit die Basis bei einem Lehrer zu verinnerlichen ( so die ersten 10 Jahre ... )
    Danach kann man sich natürlich auch woanders Input holen. Sonst gibt es Aikidogrütze .... leider schon oft gesehen/gespürt.
    Geändert von darklord (17-01-2018 um 15:03 Uhr)

  4. #64
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    Zitat Zitat von darklord Beitrag anzeigen
    Spaß beiseite ... ich glaube es ist von großer Wichtigkeit die Basis bei einem Lehrer zu verinnerlichen ( so die ersten 10 Jahre ... )
    Danach kann man sich natürlich auch woanders Input holen. Sonst gibt es Aikidogrütze .... leider schon oft gesehen/gespürt.
    Dafür gibt es keine Regel. Die einen machen es so, die anderen so.
    Mein Lehrer hat selbst von Anfang an fast täglich wechselnd unterschiedliche Lehrer gehabt, und aus ihm ist ja auch etwas geworden...

    Es kommt halt auf die Lehrer an. Unterschiedliche Lehrer zu haben heißt, man lernt sich auf unterschiedliche Bewegungen einzustellen, sie zu erkennen, und nicht, gewohnte Bahnen einzuschleifen und nicht mal mehr wahrzunehmen wenn der eigene Lehrer mal was anderes zeigt als sonst.

  5. #65
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    Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
    Schade. Zum 4. kyu in einem Jahr ist normalerweise auch zu schnell, bei den meisten ist ja zweimal die Woche Training im Schnitt die Regel. Es ist oft falscher Ehrgeiz, entweder seitens des Lehrers oder des Schülers.
    Ich bin damals ohne Vorankündigung von meinem Lehrer während einer normalen Trainingseinheit zum 4. Kyu geprüft worden, ein halbes Jahr nach der 5. Kyu Prüfung. Damals konnte ich noch 3 mal pro Woche trainieren, später waren es dann 1-2 Mal / Woche, und das war (mir) zu wenig, um Fortschritte zu machen.

    Es war also kein richtiger oder falscher Ehrgeiz von meiner Seite. Als Schüler finde ich es auch wesentlich angenehmer, wenn der Lehrer den Zeitpunkt der Prüfung bestimmt, dann brauche ich mir keine Gedanken zu machen, ob ich zu früh oder zu spät dran bin.


    Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
    Ein guter Draht zum Lehrer, wofür ist der denn erforderlich wenn es "nur" darum geht eine Bewegung nachzumachen?
    Was ist mit Erfahrung gemeint? Die Erfahrung darin, Bewegungen verschiedener Lehrer nachzuahmen? Die werden die wenigsten haben die bisher nur in einer Linie trainiert haben, Anfänger meist gar nicht.
    Ich habe vor 30-25 Jahren in verschiedenen Linien geübt: Tamura (FDAV), Asai (Aikikai D), Shimizu (Tendoryu) ein paar Probetrainings und ein Lehrgang mit Morihiro Saito. Ich hatte den Eindruck, dass ich in all den Linien gleich gut oder schlecht üben und umsetzen konnte, was der Lehrer/Sensei gezeigt hat. Nur in einem BdAS-Dojo (Linie mir unbekannt) wollte mir nichts gelingen, was dann auch ein Grund war, für 23 Jahre mit Aikido aufzuhören.

    Mit Erfahrung habe ich in dem Zusammenhang all das gemeint, was man (oder ich) im Aikido gelernt habe, aber auch die körperlichen Strukturen, die sich durch das Training entwickelt haben. Mit dem "Nur Nachahmen" meinte ich den Unterschied zu einer Prüfung, für die der Prüfling die zugehörigen japanischen Begriffe der Angriffs- und Verteidigungstechniken auswendig lernen und die genaue Form der Ausführung entsprechend den Anforderungen der "Linie" zeigen muss, ohne sie unmittelbar davor bei einem Lehrer gesehen zu haben.

    Zitat Zitat von MasterKen Beitrag anzeigen
    Der 4. Kyu/Orange ist ja auch nichts Wert, das ist bei uns der standard Gürtel, den die Jugendlichen beim eintritt in das Erwachsenen Trainings erhalten(nach Prüfung), egal wie lange die Jugendlichen schon Aikido gemacht haben.
    Als 4. Kyu kennt man ein paar Techniken und kann diese vom Ablauf her einigermasen richtig durchlaufen. das bedeutet doch nur dasm na die Grobmotorik vom Beginnen schon etwas unter kontrolle hat :-)
    Also nach dem, was ich gesehen habe und nach dem, was Inryoku geschrieben hat, wird schon beim 5. Kyu mehr erwartet. Aber klar, Standards kann man beliebig unterbieten, siehe dieses Beispiel für eine Shodan-Prüfung (Türkei?) oder folgende Liste von Kriterien, die im Aikiweb-Forum gepostet wurden:
    Zitat Zitat von Re: The harder I try the more I am lost #6, aikiweb.com
    • 6th kyu - you discovered you got two left feet or possibly two right feet
    • 5th kyu - you realized you actually have a left foot and a right foot. you also discovered you have two left hands or could be two right hands
    • 4th kyu - you can actually move your feet in some sort of direction, but usually in the opposite of everyone else. still can't figure out which is left hand and which is right hand.
    • 3th kyu - you move in the same general direction as everyone else, but for some reason it seems to be in the next planet. and you discovered you left hand actually on the left side and your right hand, right side of your body.
    • 2nd kyu - you discovered that you ass is too large, because it kept sticking way out the back.
    • 1st kyu - you waddle like a penguin or maybe a duck and you realized you actually have a head, since you keep smashing it into other folks hands.
    Aber eigentlich wären Kyu-Prüfungen sowie so sinnlos und nicht vergleichbar, wenn ich Carsten richtig verstehe:

    Zitat Zitat von carstenm Beitrag anzeigen
    Für die kyû gibt es kein Reglement im aikikai. Diese Prüfungen gelten als sog. "vorbereitende Graduierungen" und sind - aus Sicht des aikikai - in das Belieben eines jeden dôjô(!) gestellt. Entsprechend ist auch die Prüfungsordnung des hombu dôjô nicht als verbindliche Vorgabe zu verstehen.
    Zitat Zitat von carstenm Beitrag anzeigen
    Zumal die Prüfungsordnung(en) innerhalb des aikikai keinen so normativen Charakter haben, wie es deine Aussage vermuten läßt. Viel wichtiger ist dort die persönliche Schüler-Lehrer-Beziehung..
    Scheint mir aber im Widerspruch zur folgenden Aussage zu stehen, wonach es doch eine Art "Minimalkonsens" geben müsste:

    Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
    Es ist schon so dass es bestimmte Dinge gibt auf die geguckt wird, einfach weil es einen Qualitätsstandard bzw. Kriterien gibt, an den sich alle Übungsleiter und Prüfer halten müssen. Das wird regelmäßig überprüft.
    Natürlich hat jeder andere Schwerpunkte, aber die Kriterien die erfüllt werden müssen um eine Prüfung zu bestehen, sind relativ klar.
    Für die Linie Tissier habe ich 2 Musterprüfungen für den 4. Kyu gefunden: die von Bodo Rödel und die von Christian Tissier. Die Variante von Bodo Rödel würde ich mir nach einiger Zeit noch zutrauen, aber was Tissier zeigt nachzumachen, halte ich für einen 4. Kyu für utopisch, insbesondere Uke mit Kotegaeshi, Shihonage und Iriminage so zu werfen, dass er frei fallen muss, was ja voraussetzt, dass ich als Uke als Reaktion auf einen Hebel oder Wurf auch frei fallen können muss.

  6. #66
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    Zitat Zitat von Aiki50+ Beitrag anzeigen
    Mit dem "Nur Nachahmen" meinte ich den Unterschied zu einer Prüfung, für die der Prüfling die zugehörigen japanischen Begriffe der Angriffs- und Verteidigungstechniken auswendig lernen und die genaue Form der Ausführung entsprechend den Anforderungen der "Linie" zeigen muss, ohne sie unmittelbar davor bei einem Lehrer gesehen zu haben.
    Wo könnte das denn Fall sein?
    So etwas habe ich noch nie gehört, wer würde eine Prüfung ablegen in einer bestimmten Richtung, wenn er nie bei einem Lehrer dieser Richtung geübt hätte, und wer würde so jemanden prüfen?

    Zitat Zitat von Aiki50+ Beitrag anzeigen
    Scheint mir aber im Widerspruch zur folgenden Aussage zu stehen, wonach es doch eine Art "Minimalkonsens" geben müsste:
    Das bezog sich auf die Prüfer innerhalb eines Verbandes, hier Aikikai D.
    Und es ist kein Minimalkonsensens, sondern ein Qualitätsstandard.

  7. #67
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    Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
    Wo könnte das denn Fall sein?
    So etwas habe ich noch nie gehört, wer würde eine Prüfung ablegen in einer bestimmten Richtung, wenn er nie bei einem Lehrer dieser Richtung geübt hätte, und wer würde so jemanden prüfen?
    Das habe ich so gemeint: wenn der Prüfer bei einer Prüfung z.B. "aihanmi katate dori kotegaeshi" sehen will, dann wird er diese Technik ja nicht erst vorführen, sondern ein (vom Prüfer oder Schüler gewählter) Uke wird (hoffentlich) mit aihanmi katate dori angreifen, und als Prüfling muss ich mich daran erinnern, was der Name "kotegaeshi" bedeutet und die im Untericht der letzten Monate vorher hunderte Male gesehene und geübte Form von Kotegaeshi (und nicht Shihonage oder Iriminage) vorführen.
    Oder der Prüfer will "gyakuhanmi katatedori kaitennage" sehen, dann müsste ich mich daran erinnern, dass es 4 verschiedene Formen (uchi oder soto in Kombination mit omote oder ura) von Kaitennage gibt und diese vorführen können.
    Geändert von Aiki50+ (19-01-2018 um 00:20 Uhr)

  8. #68
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    Zitat Zitat von carstenm Beitrag anzeigen
    Zumal die Prüfungsordnung(en) innerhalb des aikikai keinen so normativen Charakter haben, wie es deine Aussage vermuten läßt. Viel wichtiger ist dort die persönliche Schüler-Lehrer-Beziehung..
    Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
    Das bezog sich auf die Prüfer innerhalb eines Verbandes, hier Aikikai D.
    Und es ist kein Minimalkonsensens, sondern ein Qualitätsstandard.
    Dann haben die Prüfungsordnungen einer Linie bzw. Verbandes innerhalb des Aikikai (Hombu) also doch einen normativen Charakter, wenn auch nur für diese Linie oder Verband. Unter einer persönlichen Schüler-Lehrer-Beziehung verstehe ich die Beziehung zwischen Schüler und Lehrer(n) eines Dojos und nicht die zu einem Lehrer, den man 1-2 mal im Jahr auf einem Lehrgang sieht.
    Geändert von Aiki50+ (19-01-2018 um 00:09 Uhr)

  9. #69
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    Zitat Zitat von Aiki50+ Beitrag anzeigen
    Mit Erfahrung habe ich in dem Zusammenhang all das gemeint, was man (oder ich) im Aikido gelernt habe, aber auch die körperlichen Strukturen, die sich durch das Training entwickelt haben.
    Ich habe es gar nicht allzu selten erlebt, daß sandan oder yondan, einmal sogar ein godan, nicht "einfach nachmachen" konnten, was der Lehrer einer anderen Linie gezeigt hat. Manchmal nicht einmal die äußere Form der Bewegung.
    Ich selbst kann oft auch nicht "einfach nachmachen", was ein Lehrer einer anderen Linie zeigt. Nicht selten nicht einmal die äußere Form der Bewegung.
    Ich habe nach etwa 13 Jahren den Lehrer gewechselt - und zwar innerhalbe einer Traditionslinie - und es war mein Gefühl, alles noch einmal von Grund auf neu zu lernen. Ich habe mich gefühlt, wie ein Baby. Insbesondere von shomen uchi ikkyo, bei uns die grundlegendste Basis der Basistechniken, konnte ich buchstäblich nichts mitnehmen von dem, was ich bis dahin gelernt hatte. Im Gegenteil: Es hat mich behindert. ...

    Erfahrung kann einen dahin führen, sich auch auf einer fremden Matte zurecht zu finden und sich zeigen zu lassen was hier wie geübt wird. Und kann einen lehren, daß man gerade nicht einfach nachmachen kann, was gezeigt wird. Sondern sich zu öffnen für etwas Neues, das nicht bekannt oder vertraut ist.

    Aber eigentlich wären Kyu-Prüfungen sowie so sinnlos und nicht vergleichbar, wenn ich Carsten richtig verstehe:
    Du mißverstehst mich scheinbar. Die Aussage, daß kyû-Prüfungen als vorbereitende Graduierungen nicht durch das hombu reglementiert sind und vielmehr - aus Sicht des hombu - jedes dôjô so verfahren mag, wie es dort jeweils angemessen und richtig erscheint, impliziert m.E. keinesfalls, daß kyû-Prüfungen sinnlos wären.
    Warum folgt denn für dich das eine aus dem anderen?

    Scheint mir aber im Widerspruch zur folgenden Aussage zu stehen, wonach es doch eine Art "Minimalkonsens" geben müsste:
    Meine Aussage bezieht sich auf den aikikai. Inryoku spricht vom Aikikai Deutschland.
    Der aikikai ist nach dem iemoto Prinzip organisiert funktioniert daher durch persönliche Bindungen. Es sind einzelne Personen, shihan, die durch den aikikai autorisiert werden, aikidô zu unterrichten und auch Graduierungen gegenüber dem aikikai zu verantworten. Wie diese einzelnen shihan das im Einzelnen organisieren, liegt weitestgehend in ihrem eigenen Ermessen. Daher haben "die Prüfungsordnung(en) innerhalb des aikikai keinen so normativen Charakter ... ." Auch die Prüfungsordnung des aikikai ist ausschließlich für das hombu in Tokyo gemacht und nur dort in Geltung. "Viel wichtiger ist dort (im aikikai) die persönliche Schüler-Lehrer-Beziehung." Denn er delegiert seine Autorität an einzelne shihan (und in Ausnahmefällen auch an Lehrer, die nicht shihan sind. Aber das ist ein komplexes Thema ...) - wie zum Beispiel Asai sensei. Das ist der Rahmen, dem meine Aussage galt.
    Und jeder shihan, also auch Asai sensei legt dann selbst fest was und wie unter seiner Verantwortung im Rahmen des Aikikai Deutschland Graduierungen vergeben werden. Das ist der Rahmen der Aussagen von Inryoku.

    ..., aber was Tissier zeigt nachzumachen, halte ich für einen 4. Kyu für utopisch, ...
    Es wird in beiden Videos dasselbe kihon waza gezeigt. Ob man das nun in den freien Fall wirft oder zur Rückwärtsrolle, ist doch davon unbenommen? Das hängt doch nur vom Niveau ab, dem eigenen und dem des Partners.

    Zitat Zitat von Aiki50+ Beitrag anzeigen
    Das habe ich so gemeint: wenn der Prüfer bei einer Prüfung z.B. "aihanmi katate dori kotegaeshi" sehen will, dann wird er diese Technik ja nicht erst vorführen, sondern ...
    Ich gehe offen gesagt davon aus, daß ein Prüfling das, was gefragt wird, so verinnerlicht hat, daß es sich anfühlt, als habe der Lehrer das Gefragte gerade eben erst vorgemacht. Das Auswendiglernen und Abrufen können der Techniken ist aus meiner Sicht nicht etwas, das in einer Prüfung gezeigt und bewertet werden sollte. Sondern es ist nach meinem Verständnis lediglich eine Bedingung dafür, daß eine Prüfung überhaupt sinnvoll stattfinden kann. Der Prüfer möchte die Ausführung einer bestimmten Technik sehen und bewerten. Er sagt sie an und der Prüfling weiß worum es geht. Dann beginnt das, worum es in der Prüfung geht.
    Wir haben einen gehörlosen Schüler. Da kann man nix ansagen. Da zeigt der am weitesten fortgeschrittene Schüler auf der Matte (das kann bei uns ein ni- oder sandan sein) oder auch ich selbst als Prüfer die verlangte Technik. Und der Prüfling "macht sie einfach nach".
    Und umgekehrt: Es gibt shihan die fragen bei Dan-Prüfungen nicht fünftausend verschiedene Techniken ab. Sondern nur relative wenige, nämlich diejenigen, die für sie die Basis darstellen. Und diese wenigen Techniken lassen sie dann in großer Wiederholung zeigen.

    Ich verstehe insgesamt nicht wirklich den Zusammenhang zwischen Youtube, Videos, Namenslisten ... usw. mit der Prüfung im eigenen dôjô. Ich gehe bisher davon aus, daß die Prüfungen sich mit dem befassen, was innerhalb des eigenen dôjô unterrichtet und geübt wird. Und was also den Schülern entsprechend gut vertraut ist. Mir ist bisher nicht klar geworden, wie ein Video von Christian Tissier oder eine Prüfungsordnung von Asai sensei helfen können bei einer Prüfung vor einem Lehrer, der weder zu dem einen noch zu dem anderen einen Bezug hat.
    Geändert von carstenm (Gestern um 10:40 Uhr) Grund: Falschen Satzbezug korrigiert

  10. #70
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    Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
    Dafür gibt es keine Regel. Die einen machen es so, die anderen so.
    Mein Lehrer hat selbst von Anfang an fast täglich wechselnd unterschiedliche Lehrer gehabt, und aus ihm ist ja auch etwas geworden...

    Es kommt halt auf die Lehrer an. Unterschiedliche Lehrer zu haben heißt, man lernt sich auf unterschiedliche Bewegungen einzustellen, sie zu erkennen, und nicht, gewohnte Bahnen einzuschleifen und nicht mal mehr wahrzunehmen wenn der eigene Lehrer mal was anderes zeigt als sonst.
    ... ich schrieb "ich glaube" ... nicht das es "keine andere" Möglichkeit geben würde ...
    Als Änfänger ist man schnell überfordert mit mehr als einem Lehrer ... so glaube ich :-)

  11. #71
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    Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
    Najaa, wir sind nicht beim Militär, Höhergraduierung bedeutet nicht dass man machen muss was jemand sagt. Man kann durchaus sagen: Ja gut, aber jetzt sind wir aber nicht bei euch im Dojo, ich möchte das jetzt so üben wie es gezeigt wurde, sonst bräuchte ich nicht zum Lehrgang fahren.
    Was er sagt nicht, als Uke must du aber machen was er macht. :-)
    Als Anfänger must man zu weilen auch das machen was der Schwarzgurt als Uke mach.
    Bevor ich auf der matte Diskutiere, mache ich mit, der Partner wechselt ja schnell.

  12. #72
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    Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
    Es kommt halt auf die Lehrer an. Unterschiedliche Lehrer zu haben heißt, man lernt sich auf unterschiedliche Bewegungen einzustellen, sie zu erkennen, und nicht, gewohnte Bahnen einzuschleifen und nicht mal mehr wahrzunehmen wenn der eigene Lehrer mal was anderes zeigt als sonst.
    So sehe ich das auch.

  13. #73
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    Zitat Zitat von Aiki50+ Beitrag anzeigen
    Für die Linie Tissier habe ich 2 Musterprüfungen für den 4. Kyu gefunden: die von Bodo Rödel und die von Christian Tissier. Die Variante von Bodo Rödel würde ich mir nach einiger Zeit noch zutrauen, aber was Tissier zeigt nachzumachen, halte ich für einen 4. Kyu für utopisch, insbesondere Uke mit Kotegaeshi, Shihonage und Iriminage so zu werfen, dass er frei fallen muss, was ja voraussetzt, dass ich als Uke als Reaktion auf einen Hebel oder Wurf auch frei fallen können muss.
    Ich habe noch keinen Sensei gesehen, der Prüfungsinhalte auf dem niveau zeigt wie er es von Orangegurten(seinen Prüflingen) sehen will, bzw. was im reicht.
    Gezeigt wird doch immer das Ziel, evtl. langsamer gezeigt, aber doch immer mit der Bodyform des Sensei.
    Ich habe noch nie einen 4.Kyu gesehen, der das so zeigen kann wie Tissier oder Rödel im Video

    Bei uns kann man die Kyu Grade in 3 Blöcke teilen (6.-4., 2.+3., 1.Kyu) d.h. die erwarteten Entwicklungsschritte zwischen z.b. 4. und 3. Kyu sind höher als die zwischen 6. und 5. Kyu.
    Das Niveau zwischen z.b. 3. und 2. Kyu ist nicht so unterschiedlich.

  14. #74
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    Dann haben die Prüfungsordnungen einer Linie bzw. Verbandes innerhalb des Aikikai (Hombu) also doch einen normativen Charakter, wenn auch nur für diese Linie oder Verband.
    Die Prüfngsordnug sowieso, aber auch was die Form und Ausführungweise der Technik betrifft, gibt es klare Vorgaben bezüglich dessen was erwartet wird.

  15. #75
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    Zitat Zitat von carstenm Beitrag anzeigen
    Du mißverstehst mich scheinbar. Die Aussage, daß kyû-Prüfungen als vorbereitende Graduierungen nicht durch das hombu reglementiert sind und vielmehr - aus Sicht des hombu - jedes dôjô so verfahren mag, wie es dort jeweils angemessen und richtig erscheint, impliziert m.E. keinesfalls, daß kyû-Prüfungen sinnlos wären.
    Warum folgt denn für dich das eine aus dem anderen?
    Hat sich erledigt durch die Klarstellung, dass jeder Shihan, aber nicht jedes Dojo, verfahren mag wie es ihm angemessen und richtig erscheint. Die allerwenigsten Aikidoka sind ja wohl direkte Schüler eines Shihans in dessen Dojo.

    Zitat Zitat von carstenm Beitrag anzeigen
    Es wird in beiden Videos dasselbe kihon waza gezeigt. Ob man das nun in den freien Fall wirft oder zur Rückwärtsrolle, ist doch davon unbenommen? Das hängt doch nur vom Niveau ab, dem eigenen und dem des Partners.

    Ich gehe offen gesagt davon aus, daß ein Prüfling das, was gefragt wird, so verinnerlicht hat, daß es sich anfühlt, als habe der Lehrer das Gefragte gerade eben erst vorgemacht. Das Auswendiglernen und Abrufen können der Techniken ist aus meiner Sicht nicht etwas, das in einer Prüfung gezeigt und bewertet werden sollte. Sondern es ist nach meinem Verständnis lediglich eine Bedingung dafür, daß eine Prüfung überhaupt sinnvoll stattfinden kann. Der Prüfer möchte die Ausführung einer bestimmten Technik sehen und bewerten. Er sagt sie an und der Prüfling weiß worum es geht. Dann beginnt das, worum es in der Prüfung geht.
    Bei einer Prüfung wird also vor allem die Qualität der Ausführung der verlangten Techniken, also ihr Niveau überprüft? Aber ist das dann formell und nachvollziehbar geregelt oder liegt alles im Ermessen des Prüfers?


    Zitat Zitat von carstenm Beitrag anzeigen
    Ich verstehe insgesamt nicht wirklich den Zusammenhang zwischen Youtube, Videos, Namenslisten ... usw. mit der Prüfung im eigenen dôjô. Ich gehe bisher davon aus, daß die Prüfungen sich mit dem befassen, was innerhalb des eigenen dôjô unterrichtet und geübt wird. Und was also den Schülern entsprechend gut vertraut ist. Mir ist bisher nicht klar geworden, wie ein Video von Christian Tissier oder eine Prüfungsordnung von Asai sensei helfen können bei einer Prüfung vor einem Lehrer, der weder zu dem einen noch zu dem anderen einen Bezug hat.
    Das Thema Prüfungen war zwar recht aufschlussreich, weil ich vieles, was hier geschrieben wurde, bisher nicht gewusst habe, war aber nur eine Abschweifung vom ursprünglichen Faden. Solange ich nur in dem Dojo meiner Lehrer übe, sind Prüfungen für mich weniger wichtig.

    Ich möchte, solange es die Gelegenheit dazu gibt, möglichst viel von dem mitnehmen, was meine Lehrer vermitteln wollen. Die äußere Form der Techniken ist da nur Voraussetzung für das Üben. Wir sollen beim Üben die Aufmerksamkeit gerade nicht auf Details der Technik lenken, was meist die (aufrechte) Haltung und damit den Bewegungsfluss stört. Da es aber viele Formen, also Kombination von Angriffs und Verteidigungstechniken gibt, kann ich mir die seltener gezeigten durch den Unterricht alleine nicht merken.

    Daher brauche ich eine Gedächtnisstütze und dafür haben sich (YouTube)-Videos als für mich am geeignetsten erwiesen. Im Vergleich zu Videos anderer Aikikai-Shihans kommen die Videos über Aikido-Techniken von Tissier dem am nächsten, was ich im Dojo von meinen Lehrern sehe, auch wenn sie meines Wissens nie Schüler von ihm oder seiner Linie waren. Es mag Unterschiede im Detail geben oder welche, die ich auf meinem Level noch gar nicht erkenne, aber insbesondere die Demos aus Tissiers "Vol 1. Immobilizations" und "Vol 2. Projections" erfüllen den Zweck perfekt, mich an die von meinen Lehrern gezeigten Formen zu erinnern.

    Die prinzipielle Frage dahinter ist: gibt es ein Aikido? Sind die verschiedenen Linien des Aikikai nur unterschiedliche, sich ergänzende Perspektiven auf ein und denselben Elefanten Ueshibas*? Oder gibt es eine Evolution von einer wachsenden Zahl von Aikido-Stilen, die sich immer weiter voneinander weg entwickeln und bald nichts mehr mit einander zu tun haben außer historischen Wurzeln und ggf. einer organisatorischen Klammer. Jedenfalls hat es mich die Aussage schon überrascht und enttäuscht, dass man beim Wechsel einer Linie möglicherweise nicht nur aus formalen sondern auch aus inhaltlichen Gründen "alles noch einmal von Grund auf neu lernen" muss.


    ________
    *) Metapher von Peter Goldsbury, siehe Transmission, Inheritance, Emulation 11

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