Kali

aus KampfkunstWiki, der freien Wissensdatenbank

Kali ist neben Arnis oder Eskrima eine der drei international gebräuchlichen Bezeichnungen für die philippinischen Kampfkünste.

Die genaue Herkunft des Begriffes Kali ist umstritten. Nach einer der Entstehungstheorien (u.a. von Dan Inosanto) soll Kali als Kunstwort aus der Synthese von den Begriffen Kamot (Hand) und Lihok (Bewegung) entstanden sein. Kali steht danach für Bewegungen der Hand. Einer anderen Erklärung nach (u.a. von Leo T. Gaje) ist der Begriff Kali ein Präfix der philippinischen Sprache und bezeichnet etwas bedeutendes, ehrfurchtgebietendes. 'Ka' ist das Alibata Symbol für Mensch oder Leben und in den ländlichen Gegenden der Philippinen bzw. in den NPA dominierten Gegenden ist die Anrede mit 'Ka' als respektvolle Anrede durchaus noch gebräuchlich. Andere Theorien zur Herkunft des Wortes berufen sich auf die Kriegsgöttin Kali als Vorbild oder Kali sei aus dem Wort Kalis (einer Klingenform) abgeleitet worden. Die erste Erwähnung des Namens Kali ist in einem Buch, welches zu Beginn des 20. Jahrhundert veröffentlicht wurde. Die Geschichte der Philippinen vor der Ankunft der Spanier ist erst seit wenigen Jahren Gegenstand intensiver Forschung und bietet noch viele Überraschungen.

Den Anspruch 'Mutter' der philippinischen Kampfkünste zu sein, kann keiner ernsthaft erheben, denn die Philippinen sind ein weitgehend künstlich geschaffenes Konglomerat aus vielen Kulturen, Sprachen und Völkern, die erst dabei sind zusammen zu wachsen.

Nahezu 400 Jahre Kolonialherrschaft haben in den Philippinen zu einer Geisteshaltung geführt, die von Filipinos als 'Colonial Mentality' bezeichnet wird - es ist eine durch die Kolonialisierung geprägte Denkweise, dass alles was gut ist aus dem Ausland kommt. Unter anderem auch daher werden die Begriffe spanischen Ursprungs Arnis und Eskrima in den Philippinen gerne benutzt, so wie auch Taekwondo, Karate, Judo etc. als Kampfkünste auf den Philippinen weitaus populärer sind als die einheimischen philippinische Kampfkünste.

Der Begriff Kali wird auf den Philippinen selten benutzt, erfreut sich jedoch unter praktizierenden der philippinischen Kampfkunst wachsender beliebtheit. Verantwortlich für die wachsende Verbreitung von Kali ist einerseits wiederum die "Colonial Mentality' - der Name Kali wird von praktizierenden aus den USA (Sayoc, Inosanto, Atienza,...) übernommen und die durch Hollywood Filme steigende internationale Popularität des Namens wird benutzt. Unter anderen auch deswegen wird der Name Kali wiederum von einigen Betreibern der philippinischen Kampfkünste abgelehnt.

Andere Gruppen verwenden den Namen Kali weil Arnis und Eskrima immer mehr auf die sportliche Turnierform und damit den reinen Stockkampf reduziert werden. Einige Praktizierende der philippinischen Kampfkünste, welche den Selbstverteidigungswert und die Kultur der philippinischen Kampfkunst bewahren wollen, widersetzen sich der Versportlichung und distanzieren sich von dieser unter anderem auch durch Verwendung des Begriffes Kali.

U.a. verwenden folgende Systeme auf den Philippinen den Begriff Kali: Kali Ilustrissimo, Pekiti-Tirsia Kali, Kalaki System of Kali (Negros), Kaliladra, Kali de Leon. Auch das Philippinische Marine Corps bezeichnet ihre Kampfkunst in der bewussten Abgrenzung vom sportlichen Stockkampf als Kali Pekiti-Tirsia.

'Persönliche Werkzeuge