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Vollständige Version anzeigen : 72 Geheimnisse des Shaolin Tempela



Jet Bruce chan
06-10-2003, 14:13
Hi,
Ich wollt Mal fragen ob diese Techniken hier http://www.shaolin-tempel.de/index2.htm
wirklich gibt , also ob die Wirklich im Shaolin Tempel praktiziet werden
cu

Jet Bruce chan
08-10-2003, 13:28
Guckt sich des keiner mal an oda was Na Los

Xiaoshi
08-10-2003, 13:58
Ob die unterrichtet WURDEN weis ich nicht, ich bin mir aber ziemlich sicher dass sowas nicht mehr praktiziert wird. Shaolinquan hat ja auch gesagt dass er keine übermäßigen Abhärtungsübungen gemacht hat.

Klaus
08-10-2003, 14:12
Ob solche Übungen so oder so ähnlich mal gemacht worden sind, irgendwo, von irgendwem, kann Dir keiner sagen. Es gibt einen Haufen Sch.... der tatsächlich irgendwann mal gemacht worden ist, teils aus falscher Übersetzung anderer Übungen. Da wird dann aus Übungen wo man einfach nur einen Stock durch die Gegend schwingt, eine wo man sich auf den Stock "konzentriert" und sein Qi in den Stock projiziert. Dann nennt es einer "Taiji Ruler System" und erzählt daß die Oma von dem und dem Kaiser mit 99 noch die Palastwache mühelos durch die Gegend werfen konnte, und als Begründung sagte die dann "Nur durch das Ruler System bin ich so alt und so stark geworden". Sowas kauft dann tatsächlich ein Haufen Leute.

Ich denke schon daß etliche einfache Übungen Sinn machen. Zum Beispiel Sand durch die Hände reiben, oder die Hände über sandigen Boden reiben. Das kannst Du (mit UNVERLETZTEN Händen bitte) einfach mal ausprobieren, dann wird schnell klar wie es wirkt. Leider müssen die guten alten Chinesen (die guten schlechten alten) dann immer übertreiben, und machen aus normalem Strassendreck dann "Du musst roten Quecksilbersand nehmen, der macht Dein Qi unverwundbar! Und Du musst Skorpiongift und ungelöschten Kalk hineingeben!". Und als Ergebnis stirbst Du dann an Leukämie wenn Du das wirklich tust. Oder ziemlich schnell an allerlei Vergiftungen.
Manche Übungen sind Hörensagen-Erzählungen vom Lagerfeuer. Andere funktionieren, wenn man es so macht wie es wohl mal wirklich gedacht war. Sowas wie Bambus teilen macht sicher Sinn, wenn der Widerstand nicht so groß ist daß Du Deine Finger ständig dabei verletzt. Verkrüppelte krumme Finger waren sicher der Hit bei Ninja-Kampf-Buddhisten, als die Leute sich ihr Essen noch mit diesen verkrüppelten Händen anbauen mussten. Die besten Kung-Fu-Krieger sind immer die blinden Gelähmten mit den kaputten Händen!

Also besser mal den Verstand einschalten und nicht alles wörtlich nehmen. Das wörtlich nehmen war mal ein Problem, als die Leute noch nicht alle den gleichen Dialekt gesprochen haben, und sich mit Händen und Füssen verständigt haben.

Und noch was: Metall war mal ziemlich teuer, und Glas unbezahlbar.

Xiaoshi
08-10-2003, 15:51
Anscheinend waren verkrüppelnde Trainingsmethoden doch recht verbreitet, Robert Smith (eine umstrittene Quelle zugegebener maßen) schreibt dass zu seiner Zeit auf Taiwan auch Irongong-meister gelebt haben die mit aller ausgefallener Motorik für ihre vernichtenden kämpferischen Fähigkeiten bezahlt haben...

Shi Xing Zhong
08-10-2003, 23:45
Hi Kampfkünstler,

da ich der Urheber der deutschen Übersetzung der "72 Consummate Arts" auf www.shaolin-tempel.de bin, möchte ich mich nach Euren ersten Kommentaren doch auch einmal zu Wort melden.

Das Buch in der englischen und chinesischen Ausgabe gehört zu den meistgelesenen Kung Fu Büchern weltweit. Es beschäftigt sich in seiner blumenreichen Beschreibung doch ernsthafter mit der Erweiterung der eigenen körperlichen Möglichkeiten als andere Anleitungsliteratur. Wie jedes Buch kann es für Kampfkünstler und Kampfsportler nur als Diskussionsgrundlage dienen, weil in der Regel der physische Beweis für Nützlichkeit und Wirksamkeit fehlt.

Mit hat das Buch deshalb so zugesagt, weil es einen Blick in die Denkungsart eines Shaolin-Meisters und seiner Lehrlinge vermittelt. In fast jedem Kapitel wird eine Anleitung zu steigendem Einsatz über Jahre gegeben. Dennoch erhalte ich nach spätestens fünf Tagen Anfragen nach dem nächsten Kapitel. Wie wäre es mit einer Übung? Zum Beispiel dem Topfheben? Ich bin sicher, daraus entwickelt sich eine brauchbare Muskulatur, ohne Schäden zu verursachen.

Ich bin gegen jede verletzende oder verstümmelnde Trainingstechnik, denn das würde ja den Sinn eines jeden Gong Fu - Qi Gong - Taijiquan-Trainings ins Gegenteil verkehren. Anstatt Angriffen aus dem Weg zu gehen und Angreifer abzuwehren, würde ich mich im Training ruinieren - das wäre natürlich idiotisch.

Andererseits stimmt es auch nicht, dass im Shaolin-Tempel keine Abhärtungsübungen absolviert werden. Bei aller Show und allem Glitzer - im Shaolin-Tempel wird auch noch Gong Fu trainiert, es gibt auch noch stille Stunden für buddhistische Meditation. Dass wir Ausländer nicht dabei sind, mag dem eigenen Ego zuwiderlaufen, ändert aber nichts an den Tatsachen. Ich bin ständiger Gast im Shaolin-Tempel und führe angeregte Diskussionen mit den Mönchen und dem Abt, ich bin Mitglied der buddhistischen Gemeinschaft Shaolin seit fast fünf Jahren und darf mich qua Namensgebung zur 32. Mönchsgeneration zählen. All das gilt aber nichts, weil ich nur einmal zum Training in den Tempel eigeladen wurde und meine Ausbildung jährlich im Wushu Guan, mehr aber noch in Deutschland absolviert habe.

Mein bärtiger Freund unter den Shaolin-Mönchen stählt seinen Körper täglich mit Abhärtungsübungen, die viel Ähnlichkeit mit den "72 Geheimnissen" haben. Ich habe selbst versucht, meine flache Hand auf seine zu schlagen und werde es sicher nicht noch einmal tun. Ich habe gesehen, wie er seine Hände und Unterarme wieder und wieder zwischen zwei zentnerschwere Eisenwalzen gestoßen und nach einer Wendung wieder herausgezogen hat. Es gibt diese Übungen, und sie wirken - auf lange Sicht.

Vielleicht ist es cooler, an einem Ketteler-Trainer Gewichte zu heben. Die in den "72 Geheimnissen" erklärten Trainingsgeräte kann man in der Regel zu geringen Kosten selbst nachbauen (ja ja, wo gibt es denn Maulbeerbaumpapier....). Was zählt, ist die Enschlossenheit, die eigenen körperlichen Möglichkeiten zu erkunden. In diesem Sinne werde ich die Übersetzung fortsetzen.

Herzliche Grüße.

Shi Xing Zhong
Wilfried
www.shaolin-tempel.de

Xiaoshi
09-10-2003, 08:28
Es wollte dich ja auch niemand von der Übersetzung abhalten, aber die typisch deutsche Trainingsmentalität "Wenn es klappt dann nur in 6 Monaten, also erhöhe ich das Trainingspensum um 500%" ist für Abhärtung halt nicht so förderlich. Ich kenne auch nur ein paar der Übungen, davon waren einige durchaus praktizierbar, keine Frage - ein paar klangen aber eben mehr nach Muay Thai Training, davon würde ich eher abraten.

South Paw
09-10-2003, 09:33
Das Buch in der englischen und chinesischen Ausgabe gehört zu den meistgelesenen Kung Fu Büchern weltweit.

Ich denke es nicht Wilfried. Dann muss das Buch seit 1992 bestimmt der 10. Druck erreicht haben :D

Aber das Buch hat etwas. Es ist herausgegeben vom 'Fujian Science and Technology Verlag' und gibt Übungen die traditionel sind und Ihre Wurzeln in Shaolin Stil haben.
Einige der Übungen sind sehr bekannt, andere weniger. Es gibt Übungen die in traditionelle Kung Fu (Wushu) Schulen gemacht werden.
Problem ist das der Zeichnungen sich nicht immer gut decken mit der Text. Die Zeichnungen sind sauber aber manchmal sind die Gegenstände oder ist der Person komisch abgebildet. Zum Beispiel bei 'Plum Blossom Stakes Art' und 'Lying Tiger Arts' wirkt der Figur eher komish.

Das Buch wird abgeschlossen mit Kenntnisse über Akupunkten, Meridiane, Skelet in Verbindung mit der Kampfkunst und 'Geheime Kräuterrezepte des Shaolin Klosters'.
Das letzte Teil ist aber wenig zugänglich und man kann dafür besser das Buch von Abt De Chan, 'Shaolin Secret Formulas for the Treatment of External Injury' heranziehen.

Wer kennt übrigens das von Wilfried übersetzte Buch?

SQ
09-10-2003, 10:53
@ Shi Xing Zhong:

Ich sehe es ähnlich wie du, allerdings denke ich, dass gerade diese Abhärtungsübungen nicht zur Essenz von Shaolin gehören - eher ein Relikt aus der kriegerischen Zeit sind. Warum ich das denke? --> Shaolin Kung Fu funktioniert auch ohne Abhärtung - ist eher auf Weichheit aufgebaut.

Dennoch würde mich dieses Buch sehr interessieren, wo kann ich es bekommen?

South Paw
09-10-2003, 11:36
Grade ein älteres chinesisches Buch in mein Bibliothek gefunden mit exakt die selbe Übungen aberandere Zeichnungen. In dieses Buch aber keine direkte Hinweise auf Shaolin.


Gruß,
KPE

Klaus
09-10-2003, 14:00
Das Problem ist, es gibt Bücher die "72 consummate arts of Shaolin" heissen, wo der totale Dreck drin steht, Sachen die entweder nicht gehen, oder die einen ziemlich sicher kaputt machen.

Solange die Übungen sinnvoll beschrieben sind und nicht aus falschem Ehrgefühl und Märchenerzählerei total übertrieben werden, ist es okay. Also zum Beispiel das "Bambus teilen" wie auf dem Bild auf der Seite von South Paw mit biegsamem Bambus mit normalem Druck durchgeführt wird statt mit Bambus der mit so grossem Druck von der Seite auf die Hand wirkt daß nur Leute mit bereits total abgehärteter Hand sowas auch nur machen können. Oder Übungen mit normalem Sand wo normale Leute mit anfangen können. Statt irgendein Scheiß von heissem Quecksilbersand mit allerlei Gift versetzt, damit sich das noch martialischer anhört. Wenn Leute Übungen aufschreiben die sowas von weitem gesehen haben, oder es nur erzählt bekommen, dann kommt sowas raus. Und wehe den armen Wichten die sowas dann ausprobieren.

Man kann übrigens auch eine grosse Kraft und Härte bekommen ohne Arsenale solcher Übungen. Ein paar wenige reichen völlig aus. Dazu gehört zum Beispiel die Arme längere Zeit aneinander zu reiben, oder leicht gegeneinander zu schlagen (so daß einem hinterher NICHT die Sehen oder Knochen weh tun).
Anfängern vorzuschlagen, mit Metalloberflächen oder Kieseln zu arbeiten ist eine Art Anleitung zum langsamen Selbstmord. Pan Qin Fu hat genauso wie ziemlich viele andere in seinen 50ern ziemliche Probleme gehabt, weil die inneren Organe sowas nicht wirklich gut abkönnen. Menschen sind nicht aus Metall. Es ist völlig überflüssig und gefährlich sich mit sowas "abzuhärten". Wer jetzt wieder nach "Beweisen" schreit (außer daß ein paar Typen die solche Übungen verkauft haben ziemlich plötzlich verstorben sind), soll von mir aus jeden Tag seinen Kopf gegen Eisenplatten hämmern, meinen Segen hat er. Ich rate dringend davon ab.

South Paw, das Bild auf Deiner Seite stellt wohl einen Soldaten des 15. Jahrhunderts dar. Ähnliche Kleidung tragen auch Leute auf Bildern in Qi Jiguangs Büchern. Wie lange es Mode war weiß ich nicht.

SQ
09-10-2003, 15:35
@ Klaus:

Danke für deinen konstruktiven, hochqualifizierten Beitrag - aber ich möchte dich daran erinnern, dass du deine Wortwahl doch noch mal überdenken solltest.

Wir sind ein Forum von erwachsenen Menschen mit Bildung, da passen Worte wie "totaler Dreck" oder "Scheiße" nicht wirklich gut rein...

Shi Xing Zhong
09-10-2003, 16:26
@ South Paw: Stimmt, die Zeichnungen sehen manchmal lustig aus und die Köperhaltungen nicht immer stimmig; die hat sicher kein Kampfkünstler gemacht.
Ich habe Kontakt zum Fujian Publishing House und habe mal die genaue Buchauflage erfragt.

@Klaus: Ich kannte bisher nur ein Buch mit diesem Titel. Wenn da jemand unter falscher Flagge segelt und den Quecksilber-Blödsinn verbreitet, über den du zu recht schimpfst, ist das eine üble Sache. Zum Glück aber gibt es ja unter anderem das Kampfkunst-Board, um Märchen zu entlarven.

Grüsse,

Wilfried

South Paw
09-10-2003, 18:48
......um Märchen zu entlarven
und neue entstehen zu lassen.
:D

Jet Bruce chan
11-10-2003, 22:20
Ich bin erst 15

Xiaoshi
12-10-2003, 09:57
Ich bin erst 15

Schön! :rolleyes:

Jet Bruce chan
13-10-2003, 21:01
Und du Xiaoshi?
Wie alt bist du?
Wie alt seid ihr alle überhaupt hier im Forum, würd mich Mal interessieren.

Nadine
13-10-2003, 21:24
Hallo Zusammen

Was von vornherein klar sein sollte, ist doch, dass wie das restlicvhe Kung Fu auch, man nichts aus den Büchern lernen soll, dafür sollte man einen guten Sifu haben, der genau erklärt und überwacht, was man tut. Und mit Sicherheit sind Abhärtungsübungen nicht auf kurze Zeit zu betrachten, sondern dauern ihre Zeit, unser Körper ist schliesslich kein D-Zug und muss sich an alles erst mal gewöhnen.
In unserem Stil (und ich bin ja erst 10 Generationen von Südshaolin weg) kennt man ganz klar viele Abhärtungsübungen, die mit fachgerechter Anleitung massiv körperstärkend und nie und nimmer destruktiv sind. Aber wie gesagt wahres Wissen und wahre Meister sind halt vorhanden.
Für mich stellt sich höchstens die Frage, welche Übungen in unserer Zeit noch Sinn ergeben. Es gibt z.B. Übungen, die die Hände derart stärken, dass man mit ihnen in den menschlichen Körper eindringen kann, aber wann brauch ich das schon? Man kriegt heutzutage als Kampfkünstler ja schon Ärger mit dem Gesetz, wenn man normale Notwehr leistet, da meinen alle schnell es sei übertriebene Notwehr gewesen, nur weils ein Kampfkünstler war, geschweige denn mit solchen Techniken.
Grüsse Nadine

seven-star
14-10-2003, 19:30
@ JBChan.. bin 29.

South Paw
23-10-2003, 17:36
http://www.kungfulibrary.com/gong-fu-e-magazine.htm