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Hi zusammen,
mich würde interessieren woran es eurer Meinung nach liegt, dass Taekwondo teilweise einen "schlechten" Ruf hat, was Effektivität und Eignung zur SV/Straßenkampf angeht.
Mal das reine olympische Taekwondo außen vor gelassen, bietet Taekwondo doch eigentlich alles (Kicktechniken, Fausttechniken, SV, Körperbeherrschung und Koordination) was man braucht um sich selbst verteidigen zu können.
Ich denke, dass Taekwondo als Gesamtheit (Kampfkunst und Lebensphilosophie) einfach nicht so richtig mit der westlichen Denkweise kompatibel ist und es deswegen von vielen ins Lächerliche gezogen wird, wenn ein paar kleine Asiaten wild in der Luft rum fuchteln. Die gängige Meinung geht eher in die Richtung, dass ein richtiger Boxer oder Streetfighter dem wilden Spektakel mit einem richtigen Punch ein jähes Ende bereitet.
Meiner Meinung nach ist es vielen schlichtweg zu anstrengend und anspruchsvoll, eine Kampfkunst zu erlernen und zu verstehen, weshalb sie selbige aus einer unterlegenen Position heraus attackieren.
Klar ist Taekwondo auch Sport und es gibt Wettkämpfe mit Regeln etc.. Aber das deckt ja bei Weitem nicht die gesamte Fülle dieser Kampfkunst ab. Insofern ist es vielleicht auch ein hausgemachtes Problem, dass normale Leute die Ernsthaftigkeit und Realitätsnähe von Taekwondo aufgrund olympischer Fernsehbilder bezweifeln.
Indariel
12-01-2013, 14:22
mich würde interessieren woran es eurer Meinung nach liegt, dass Taekwondo teilweise einen "schlechten" Ruf hat, was Effektivität und Eignung zur SV/Straßenkampf angeht.
+
Ich denke, dass Taekwondo als Gesamtheit (Kampfkunst und Lebensphilosophie) einfach nicht so richtig mit der westlichen Denkweise kompatibel ist und es deswegen von vielen ins Lächerliche gezogen wird, wenn ein paar kleine Asiaten wild in der Luft rum fuchteln.
Wenn du mir jetzt noch den Zusammenhang zwischen effektiver SV, Kunst und Philosophie und wildem in der Luft rumfuchteln aufzeigen könntest wäre ich dir sehr dankbar.
Mal das reine olympische Taekwondo außen vor gelassen, bietet Taekwondo doch eigentlich alles (Kicktechniken, Fausttechniken, SV, Körperbeherrschung und Koordination) was man braucht um sich selbst verteidigen zu können.
Nur weil etwas ein Potential bietet heißt dass noch lange nicht dass dieses auch realisiert wird. Umso mehr Möglichkeiten innerhalb des Trainings bestehen um so wahrscheinlicher ist es auch dass sich dieses und sein Fokus von Dojang zu Dojang ausdifferenziert.
Daher haben wird das WTF WK-Dojang, das Formen/Grundschul-Dojang, das Budo-Esoterik-Dojang, das SV-Dojang, das Leistungssport-Dojang, das Breitensport-Dojang, das Nullkontakt-Dojang, etc.
Die gängige Meinung geht eher in die Richtung, dass ein richtiger Boxer oder Streetfighter dem wilden Spektakel mit einem richtigen Punch ein jähes Ende bereitet.
Meiner Meinung nach ist es vielen schlichtweg zu anstrengend und anspruchsvoll, eine Kampfkunst zu erlernen und zu verstehen, weshalb sie selbige aus einer unterlegenen Position heraus attackieren.
Schlagen ist ein essentieller Teil des Standkampfes und sollte als solcher auch vernünftigt beherrscht werden. Gutes Boxen stellt mitunter eine der wichtigsten Säulen für solides Standup. Viele Leute unterschätzen gerne die Bedeutung und die Wirkung sauberer Schlagarbeit, wie sie z.B. beim Boxen gegeben ist.
Auf den bösen Streetfighter gehe ich hier nicht ein da mir dieser zu lächerlich ist.
MMn ist es vielen Leuten zu anstrengend und hart eine Kampfsportart vernünftig zu trainieren. VK-Sparring, hartes regelmäßiges Training, Disziplin, richtige Ernährung, vll Teilnahme an Wettkämpfen, usw.
Ansprüche die eine etablierte Leistungsgesellschaft an dich stellen, eben um dich in ihr durchzusetzen, sind ganz andere als die die ich mir selber, z.B. zu meiner Selbstvervollkommnung, stelle.
Aber hier gilt mMn auch, wie fast überall, suum cuique.
Auch das mit der unterlegen Position erschließt sich mir im Hinblick auf reine SV nicht und erscheint mir in diesem Zusammenhang als unpassend.
Klar ist Taekwondo auch Sport und es gibt Wettkämpfe mit Regeln etc.. Aber das deckt ja bei Weitem nicht die gesamte Fülle dieser Kampfkunst ab. Insofern ist es vielleicht auch ein hausgemachtes Problem, dass normale Leute die Ernsthaftigkeit und Realitätsnähe von Taekwondo aufgrund olympischer Fernsehbilder bezweifeln.
Hast du dir mal die Zuschauerzahlen im TV beim olympischen TKD angesehen? Solange da kein deutscher im Finale steht sind die unterirdisch schlecht. Das öffentliche Interesse hält sich, hier in Deutschland, doch sehr in Grenzen.
parietalis
12-01-2013, 14:28
....Klar ist Taekwondo auch Sport und es gibt Wettkämpfe mit Regeln etc.. Aber das deckt ja bei Weitem nicht die gesamte Fülle dieser Kampfkunst ab. Insofern ist es vielleicht auch ein hausgemachtes Problem, dass normale Leute die Ernsthaftigkeit und Realitätsnähe von Taekwondo aufgrund olympischer Fernsehbilder bezweifeln.
Die breite Masse sieht halt nix anderes als die von dir erwähnten olympischen Fernsehbilder.
Ich habe mir vor kurzem mal ein TKD-Training angeschaut. Die Tritte sind echt beeindruckend. Faustschläge haben mir nicht zugesagt, mit dem westlichen Boxen nicht zu vergleichen. Deckungsarbeit eher suboptimal.
Insgesamt hat es mir recht gut gefallen, sollte ich eines Tages das Bedürfnis haben eine asiatische KK/KS zu erlernen, dann kommt TKD sicherlich in die engere Auswahl.
MagetaDerLöwe
12-01-2013, 14:32
Das Thema hatten wir schon 1000mal.
Wenn man Taekwondo "richtig" trainiert, kann man sich damit natürlich auch verteidigen.
Dr.Satan
12-01-2013, 14:47
Ich glaube das liegt daran, das Leute im Internet nach TKD suchen, und dann hier landen. Und dann findet man einen Thread nachdem anderen wo TKD Betreibende anscheinend Zweifel am TKD haben, und sich dann ausheulen das sie keiner in Sachen SV und Straße ernst nimmt.:D;):D
Darkness342
12-01-2013, 14:56
Ich denke die meisten sehen es wie sie z.B Karate sehen..
Wie du schon sagst "ein paar Asiaten die wild in de Luft rumfuchteln"
Ich persönlich finde,das TKD schon 1. gut aussieht 2.auch effektiv sein kann wenn man es richtig anwendet.
Viele hören eben den Namen,denken "Karatekid irgendwas" und stempeln das ab,da die breite Masse sich eben mits sowas nicht beschäftigen will..
Aber lass es an dir abprallen und lass dich von sowas nicht nerven und dir deine Kampfkuns nicht schlecht machen.
LG Rick.
Quickkick
12-01-2013, 14:58
Hi zusammen,
mich würde interessieren woran es eurer Meinung nach liegt, dass Taekwondo teilweise einen "schlechten" Ruf hat, was Effektivität und Eignung zur SV/Straßenkampf angeht.
Mal das reine olympische Taekwondo außen vor gelassen, bietet Taekwondo doch eigentlich alles (Kicktechniken, Fausttechniken, SV, Körperbeherrschung und Koordination) was man braucht um sich selbst verteidigen zu können.
Zunächst mal: Ich habe mehr als zehn Jahre TKD trainiert und auch irgendwann mal ne Danprüfung gemacht und bestanden - ich weiß, wovon ich rede. Was ich im Folgenden darlege bezieht sich auf die Trainingsgruppen, in denen ich in diesen Jahren mittrainieren durfte (und das waren nicht wenige).
Auch wenn du prinzipiell recht hast, dass im TKD mehr drinsteckt als Wettkampf, so ist doch letztlich im Hinblick auf SV-Training absolut subotimal. Ja, du lernst Kicken und im Idealfall auch eingermaßen die Fäuste einsetzen. Das war es dann aber auch schon. Das sog. SV-Training ist in den allermeisten Fällen absolut unrealistisch, weil viel zu statisch. Das ist OK im Hinblick auf Gürtelprüfungen, aber mehr auch nicht.
Im StandUp-Bereich werden Knie- und Ellenbogentechniken (die für die SV extrem wichtig sind) kaum mal mit Kontakt trainiert und schon gar nicht im Sparrinsmodus. Würfe und Takedowns werden noch stiefmütterlicher behandelt - genauso wie Takedowndefence.
Bodenkampf gibt's ebenfalls so gut wie gar nicht, die Erfahrng der meisten Trainer - wenn sie nicht gerade parallel Judo trainieren - geht gegen Null.
Erstes Zwischenfazit: du wirst im TKD eben in aller Regel kein kompletter Kämpfer. Genau DAS ist aber im Hinblick auf SVbezogenes Trainng unabdingbar.
Ich denke, dass Taekwondo als Gesamtheit (Kampfkunst und Lebensphilosophie) einfach nicht so richtig mit der westlichen Denkweise kompatibel ist und es deswegen von vielen ins Lächerliche gezogen wird, wenn ein paar kleine Asiaten wild in der Luft rum fuchteln. Die gängige Meinung geht eher in die Richtung, dass ein richtiger Boxer oder Streetfighter dem wilden Spektakel mit einem richtigen Punch ein jähes Ende bereitet.
Meiner Meinung nach ist es vielen schlichtweg zu anstrengend und anspruchsvoll, eine Kampfkunst zu erlernen und zu verstehen, weshalb sie selbige aus einer unterlegenen Position heraus attackieren.
Klar ist Taekwondo auch Sport und es gibt Wettkämpfe mit Regeln etc.. Aber das deckt ja bei Weitem nicht die gesamte Fülle dieser Kampfkunst ab. Insofern ist es vielleicht auch ein hausgemachtes Problem, dass normale Leute die Ernsthaftigkeit und Realitätsnähe von Taekwondo aufgrund olympischer Fernsehbilder bezweifeln.
Natürlich hat es auch seinen Reiz, eine KampfKUNST zu erlernen. Und das Durchhaltevermögen, was man dazu braucht hilft einem sicherlich in vielen Situationen im Leben.
Fakt ist auch, dass einige Attribute, die man im TKD ausbildet - z.B. Reaktionsschnelligkeit, Kraft, Distanzgefühl, Auge-Hand- & Auge-Bein-Koordination, Timing - einem im Hinblick auf SV helfen.
Fakt ist aber auch, dass TKD einen wegen fehlenden oder wenig entwickelten Training und vor allem Sparring (!!!) in den Bereichen...
...Infight/Clinch (Knie, Ellenbogen, Trapping i.w.S., Würfe/Takedowns)
...Bodenkampf
nicht optimal auf SV-Situationen vorbereitet.
Dazu kommt, dass in vielen TKD-Gruppen auch das Trainng von Fausttechniken im Sparring eher wenig entwickelt ist. Das ist sicher nicht überall der Fall, ich habe aber schon oft erlebt, dass TKD-Leute (wenn sie nicht parallel im Kickoxen aktiv sind) im Sparring oft wenig im Boxing entgegenzusetzen haben, wenn man an ihren Beinen vorbei ist und die Kickdistanz überbrückt hat.
Brazilian_Kick
12-01-2013, 15:07
Sehe eigentlich auch alles genauso wie Quickkick (hab auch 10 Jahre Taekwondo-Erfahrung), vor allem der SV-Teil ist halt so übel. Ich kenn zum Vergleich noch Keysi und Kapap und die sind um Welten besser als SV.
Ich habe auch verschiedene Vollkontakt-Sportarten aussprobiert (Taekwondo, Boxen, Kickboxen und jetzt Kyokushin) und da muss ich sagen das Taekwondo doch das schwächste System im Vergleich ist (so wie ich es halt erlebt habe, kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit).
Vagabund
12-01-2013, 22:19
Es kann nur daran liegen, dass es zu viele Trainer gibt, die das Potenzial des TKD nicht voll rüber bringen. Wenn dann deren Schüler zu einer anderen Kampfart mit einem mehr SV-orientierten Trainer wechseln, haben sie ein schlechtes Bild von TKD. So wie mein Vorredner Brazilian_Kick.
Würde TKD immer so trainiert, wie in einigen Vereinen, die ich kenne, würde die Kritik verstummen. Interessant sind die Gründe, warum es meistens nicht so trainiert wird bzw. warum es so viele "SV-ferne" Trainer im TKD gibt.
Die Kritik am TKD kommt ja auch fast nur von Kampfsportlern aus anderen Kampfarten. Laien haben meiner Beobachtung nach kein schlechts Bild vom TKD. Die können ja auch gar nicht differenzieren, für die sieht jede Kampfart erstmal gleich aus (Ausnahmen gibt es natürlich).
Vagabund
12-01-2013, 22:29
Zunächst mal: Ich habe mehr als zehn Jahre TKD trainiert und auch irgendwann mal ne Danprüfung gemacht und bestanden - ich weiß, wovon ich rede. Was ich im Folgenden darlege bezieht sich auf die Trainingsgruppen, in denen ich in diesen Jahren mittrainieren durfte (und das waren nicht wenige).
Auch wenn du prinzipiell recht hast, dass im TKD mehr drinsteckt als Wettkampf, so ist doch letztlich im Hinblick auf SV-Training absolut subotimal. Ja, du lernst Kicken und im Idealfall auch eingermaßen die Fäuste einsetzen. Das war es dann aber auch schon. Das sog. SV-Training ist in den allermeisten Fällen absolut unrealistisch, weil viel zu statisch. Das ist OK im Hinblick auf Gürtelprüfungen, aber mehr auch nicht.
Im StandUp-Bereich werden Knie- und Ellenbogentechniken (die für die SV extrem wichtig sind) kaum mal mit Kontakt trainiert und schon gar nicht im Sparrinsmodus. Würfe und Takedowns werden noch stiefmütterlicher behandelt - genauso wie Takedowndefence.
Bodenkampf gibt's ebenfalls so gut wie gar nicht, die Erfahrng der meisten Trainer - wenn sie nicht gerade parallel Judo trainieren - geht gegen Null.
Erstes Zwischenfazit: du wirst im TKD eben in aller Regel kein kompletter Kämpfer. Genau DAS ist aber im Hinblick auf SVbezogenes Trainng unabdingbar.
Natürlich hat es auch seinen Reiz, eine KampfKUNST zu erlernen. Und das Durchhaltevermögen, was man dazu braucht hilft einem sicherlich in vielen Situationen im Leben.
Fakt ist auch, dass einige Attribute, die man im TKD ausbildet - z.B. Reaktionsschnelligkeit, Kraft, Distanzgefühl, Auge-Hand- & Auge-Bein-Koordination, Timing - einem im Hinblick auf SV helfen.
Fakt ist aber auch, dass TKD einen wegen fehlenden oder wenig entwickelten Training und vor allem Sparring (!!!) in den Bereichen...
...Infight/Clinch (Knie, Ellenbogen, Trapping i.w.S., Würfe/Takedowns)
...Bodenkampf
nicht optimal auf SV-Situationen vorbereitet.
Dazu kommt, dass in vielen TKD-Gruppen auch das Trainng von Fausttechniken im Sparring eher wenig entwickelt ist. Das ist sicher nicht überall der Fall, ich habe aber schon oft erlebt, dass TKD-Leute (wenn sie nicht parallel im Kickoxen aktiv sind) im Sparring oft wenig im Boxing entgegenzusetzen haben, wenn man an ihren Beinen vorbei ist und die Kickdistanz überbrückt hat.
Das einzige, was ich stehen lasse, ist der Punkt "mangelnder Bodenkampf". Ein paar Bodenkampf-Sachen sind zwar grundsätzlich enthalten, aber im Vergleich zu einem spezialisierten Ringer oder Judoka ist das nicht viel. Muss es meiner bescheidenen Erfahrung nach auch nicht sein für SV. (Bei mir endete keine der ca. sechs ernsthafteren SV-Situationen in einem Bodenkampf und ich kenne seit 1990 auch keinen Kampfsportler persönlich, bei dem das mal passierte.)
Ansonsten haben alle Deine Kritikpunkte keine Allgemeingültigkeit und gelten nur für einen mehr oder weniger großen Teil der TKD-Trainer oder -Vereine.
... wobei der Teil allerdings ziemlich groß zu sein scheint. Meine TKD-Erfahrungen sind auch nicht anders als die von Quickkick und Brazilian_Kick. Wir haben damals Hosinsul so gut wie gar nicht gemacht, und wenn, dann wirkten die Ausgangssituationen statisch/künstlich und die technische Qualität bei ansonsten nicht TKD-typischen Elementen wie insbesondere Hebeln blieb, sagen wir mal, mäßig. Das ändert nichts daran, dass ich meine TKD-Zeit nicht missen möchte - ich hab's halt aber auch nicht wegen SV gemacht.
Vagabund
12-01-2013, 22:59
Mag sein, dass der Teil in Deutschland ziemlich groß ist. Liegt imo daran, dass hier die WTF einen sehr starken Einfluss hat. Im Buch von General Choi ist so gut wie alles von A-Z drin, aber der wird ja von der WTF tot geschwiegen.
Man lese das Buch Tödliche Kunst - Start (http://toedliche-kunst.de/) , dann wird einem schnell klar, wie geradezu tödlich (und das schreib ich nicht einfach so daher) TKD war und zumindest teils immer noch ist. Von wegen "Harmonie" oder "Geist", es ging im Krieg um nichts als das nackte Leben und viele der ehemaligen Soldaten wurden nach dem Krieg / den Kriegen Ausbilder.
Mit einem Wort: "Ganz Gallien?" ;)
wiesenwurz
13-01-2013, 07:21
Mag sein, dass der Teil in Deutschland ziemlich groß ist. Liegt imo daran, dass hier die WTF einen sehr starken Einfluss hat. Im Buch von General Choi ist so gut wie alles von A-Z drin, aber der wird ja von der WTF tot geschwiegen.
Man lese das Buch Tödliche Kunst - Start (http://toedliche-kunst.de/) , dann wird einem schnell klar, wie geradezu tödlich (und das schreib ich nicht einfach so daher) TKD war und zumindest teils immer noch ist. Von wegen "Harmonie" oder "Geist", es ging im Krieg um nichts als das nackte Leben und viele der ehemaligen Soldaten wurden nach dem Krieg / den Kriegen Ausbilder.
Mit einem Wort: "Ganz Gallien?" ;)
Tolles Buch.
Das ist meine Lieblingsstelle aus dem Auszug:
Damals befand sich dort die Zentrale des KCIA mit ihren Folterinstrumenten im Keller, die mit Menschen alles Mögliche anstellen konnten, außer Männer in Frauen und Frauen in Männer zu verwandeln
Also für mich wirkt das nicht wie die superseriöse Quelle. Liest sich alles wie halb Krimi halb Human Weapon.
Vagabund
13-01-2013, 08:51
Lies es ganz und nicht nur den Auszug. Im Auszug fehlen leider die Quellenangaben.
Nachtrag: Und schau mal in das "Forum (http://www.toedliche-kunst.de/page10.php?topic=4&category=1)" auf der Seite des Buchs, da geben langjährige TKD-Meister ihre durchweg positive Meinung zum Buch wider. Bisher fanden das Buch alle, die ich gesprochen habe, nicht nur gut, sondern sehr gut. ;)
MichaelII
13-01-2013, 08:56
Überraschend wie wenig TKD-Sportler sich in solchen Threats immer melden. Meistens melden sich Leute aus anderen KKs, oft welche die irgendwann mal TKD gemacht oder "ausprobiert haben" haben und dann gewechselt sind und sich eine Expertenmeinung erlauben.. Sogar welche die den Schwarzgurt in TKD haben, dann gewechselt sind und dann TKD gar nicht mehr als KK in ihrer Vita angeben ?!?
Sollte die "Philosophie" im TKD doch Auswirkungen haben (an mir bisher vorbeigegangen) und die meisten aktiven TKDler stehen über solchen Threats? :D
Zum allgemeinen Ruf des TKD bei Laien (in Bezug auf die Ausübenden): Ist meines Erachtens gut, eigentlich besser als der z. B. Kick-Boxen.
Insofern ist es vielleicht auch ein hausgemachtes Problem, dass normale Leute die Ernsthaftigkeit und Realitätsnähe von Taekwondo aufgrund olympischer Fernsehbilder bezweifeln.
Was für ein Fuppes. Was ist denn an einem olympischen Boxkampf realistisch? Oder olympischer Judo-Wettkampf? Es sind und bleiben Wettkämpfe nach Regeln. Erinnere mich noch an Henry Maske, da war im Kampf auch nicht viel zu sehen, hat aber keiner Angezweifelt daß er als Konterboxer nicht "realistisch" ist.
Ein Punkt ist einfach, Kicken gehört einen West-Europäer meist einfach zu den anstrengensten und zeitaufwendigsten Techniken zu lernen und auch den Erreichten Standart zu halten. Es dauert eine lange Zeit sich erst mal die Dehnung zu erarbeiten, die Kicks dann zu verstehen und sie in der Grundschule statisch auszuführen. Weiter gehts dann dynamisch an der Pratze mit Gleichgewichtsschulung, ist es dann wieder eine ganz andere Sache und bei Gegenreaktionen (Sparring, Wettkampf) nochmal ganz anders.
Bis dato sind die meisten ausgestiegen oder vergleichen sich halt nach einem Jahr Training mit einem Boxer. Ohne diese KK herabwürdigen zu wollen, (nach einem Jahr ist ein Boxer auch noch lange nicht fertig) sind Handtechniken Anfangs doch schneller zu lernen.
Grüße
Überraschend wie wenig TKD-Sportler sich in solchen Threats immer melden. Meistens melden sich Leute aus anderen KKs, oft welche die irgendwann mal TKD gemacht oder "ausprobiert haben" haben und dann gewechselt sind und sich eine Expertenmeinung erlauben.. Sogar welche die den Schwarzgurt in TKD haben, dann gewechselt sind und dann TKD gar nicht mehr als KK in ihrer Vita angeben ?!?
Die schreiben dann halt rein wie super alles ist - Ansonsten wäre man ja doof, wenn man es jahrelang gemacht hat nicht wahr? :D
Ist eh sinnlos - Wenn sich dann mal einer meldet der viel Erfahrung hat und was kritisiert ist das Totschlagargument eben: "Ja bei euch ist es vielleicht Mist, aber bei UNS ist natürlich alles top!" oder "Ja aber vom Gründer dem großen <Name einsetzen> war es als komplettes System konzipiert das auf alles eine Antwort hat"
Und wie soll es auch jemand wissen der nur TKD gemacht hat und noch nie in einer echten SV Situation war? Der glaubt es halt, wenn der Lehrer erklärt so das war jetzt ein tödlicher Schlag wenn voll durchgezogen... ;)
Vagabund
13-01-2013, 10:21
Und wie soll es auch jemand wissen der nur TKD gemacht hat und noch nie in einer echten SV Situation war? Der glaubt es halt, wenn der Lehrer erklärt so das war jetzt ein tödlicher Schlag wenn voll durchgezogen... ;)
Und was ist mit denen, die TKD machen und schon in einer echten SV Situation waren? ;)
Und was ist mit denen, die TKD machen und schon in einer echten SV Situation waren? ;)
Gab es denn schon Überlebende die berichten konnten?:D
Durakier
13-01-2013, 11:13
So einen Thread habe ich auch schon mal eröffnet. Also Deja Vu.
Aber ich bin mal auf einen Artikel aus meinem Verband gestoßen. der handelt von der letzten Dan-Prüfung von der BTU (WTF).
Hier der interessante Ausschnitt:
"Nach der feierlichen Überreichung der Urkunden an die neuen Danträger äußerte sich Heinrich Magosch, der neben Heinz Gruber und Wilfried Pixner eines der drei Prüfungsgremien leitete, kurz zum Ablauf der Prüfung. Seinen Angaben nach hatte die Danprüfung ein durchaus ansprechendes Niveau. Allerdings sollt man nicht außer Acht lassen, dass bei vielen Teilnehmern der Knackpunkt bei den Schwerpunkten Selbstverteidigung und Wettkampf lag. „Es wurden Techniken vorgeführt, die so einfach nicht funktionieren können. Außerdem war die gezeigten Elemente der Fallschule zum Teil unter aller Kanone.“
Heinrich Magosch besitzt den 8. Dan in WTF-TKD und den 8. Dan im Allkampf-Jitsu und ist dort auch zugleich der PRäsident des Deutschen Allkampf Bundes.
Leider muss ich zugeben, dass vor allem in den Vorständen die SV und der Wettkampf als unnötig und belanglos betrachtet werden. Daher gibt es auch nur verhältnismäßig wenige Vereine im olympischen TKD, die im Wettkampf und SV top sind. Es herrscht eindeutig die Auffassung, dass Aktive nur Spass haben sollten und, da man persönlich Wettkampf und SV nicht benötigt, weil man Ü50 ist, auf diese Punkte gerne verzichtet. Dagegen wird ein großer Fokus auf Formenlauf und Einschritt-Kampf gelegt. Sollte man also in eine SV-Situation gelagen, und sei es nur in der Prüfung, ist man total überfordert und weiß gar nicht, was man machen soll. Daher der schlechte Ruf. Und alle, die mehr Härte und Anwendbarkeit wollen, wechseln zu ander KK, die das bieten. Zurück bleiben die Alten und die "Schwachen".
TKD ist eine KK und man kann sie auch SV-konform ausführen. Das hat dann allerdings wenig mit dem traditionellen zu tun und sieht dann eher wie eine Form des JJ oder Allkampf aus.
Dieses Phänomen haben viele KK und es liegt am Verein, welcher Aussrichtung man folgt. Ich bin der Ansicht, dass viele Vereine eher ein bisschen aufgepepptes Tae Bo anbieten. Das hat nur wenig mit den originalen KK zu tun.
HEyho,
also ich habe kein partout schlechtes Bild vom TKD, mir ist jedoch aufgefallen, dass es einfach nur wenige wirklich SV-Orientierte Schulen/Vereine gibt. Ebenso sind die "Wettkämpfer" prozentual gesehen recht wenige und diese Wenige lernen eben IN DEM REGELWERK richtig gut zu sein, daher wird die Deckung mit den Armen eben eher runter genommen und Aufgrund der Wertungen nahezu ausschließlich gemieden und gekickt.
Beiden Kleingruppen haben zudem noch den Nachteil, dass ein großteil der TKD Ausübenden eben nicht den Biss mitbringt den man braucht um z.B. erfolgreicher Wettkämpfer zu werden.
Das in Verbindung mit hohen Mitgliederzahlen führt halt zu dem Bild das die Allgemeinheit hat.
Ich selbst habe schon mit einigen Wettkämpfern "gesparrt" nach "Krav Maga" Regeln, speziell "untenrum" waren sie mit den Kicks recht schnell überfordert (weiss nicht wie oft ich am Tiefschutz angeklopft habe). Allerdings habe ich ausm MT und BJJ auch noch einiges Mitgenommen was mir grade am Boden und im Clinch gut geholfen hat.
Wenn man mal dran war im Clinch oder auch am Boden sah es ebenso nicht so sonnig für sie aus.
Allerdings haben sie mir auch gezeigt, dass es recht hart ist gute Kicks mit den Armen obenrum zu blocken, da hats doch öfter mal gut gescheppert.
Und ich mit meinen begrenzten Kicks bin bei den 2-3 Highkicks die ich versucht habe böse ausgekontert worden ^^, wüdre sagen ohne seeeeeehr langes Training treffe ich mit meinem Können keinen guten TKD-ler oberhalb der Gürtelline mit meinen Beinen.
Ich ahbe großen respekt vor den Jungs die das ernsthaft trainieren (das sollte JEDEM trainierende egal was er trainiert engegengebracht werden, aber eben aufgrund einer großzahl "fitness-TKD-schulen die sich eben drauf konzentrieren die Mitglieder zu halten, spass zu haben kommt der "Ruf" der "SV Untauglichen" Kampfkunst/Sport ... und ich sage... NA UND!
lieber 50 Jungs und Mädels die sich mit Spass körperlich betätigen als lauter couch-warriors!
Und was ist mit denen, die TKD machen und schon in einer echten SV Situation waren? ;)
Die können ja darüber berichten - besonders ob sie die SV Situation mit Highkicks gelöst haben.
Ich ahbe großen respekt vor den Jungs die das ernsthaft trainieren (das sollte JEDEM trainierende egal was er trainiert engegengebracht werden, aber eben aufgrund einer großzahl "fitness-TKD-schulen die sich eben drauf konzentrieren die Mitglieder zu halten, spass zu haben kommt der "Ruf" der "SV Untauglichen" Kampfkunst/Sport ... und ich sage... NA UND!
lieber 50 Jungs und Mädels die sich mit Spass körperlich betätigen als lauter couch-warriors!
Finde ich auch.
Zudem kam bisher niemand auf den Punkt zu sprechen, dass TKD ja zumeist ein Kindersport ist. :D
Bei den meisten Vereinen sind doch der Großteil der (aktiven) Mitglieder Kinder und Jugendliche und selbst in den Erwachsen-Trainingssessions sind die Erwachsenen oft in der Minderheit.
Das führt natürlich auch dazu, dass TKD von anderen Kampfsportlern als das "Wir lernen Singen und Klatschen" der Kampfsportszene angesehen wird. ;)
Rubirosa
13-01-2013, 16:02
Hi zusammen,
mich würde interessieren woran es eurer Meinung nach liegt, dass Taekwondo teilweise einen "schlechten" Ruf hat, was Effektivität und Eignung zur SV/Straßenkampf angeht.
...
McDojos, die an kleine Kinder Schwarzgurte verteilen
Gurtfabriken, in denen man alle 2 Monate einen neuen Gürtel bekommt
Kein oder nur Point Sparring
Großmeister mit dem 30. Dan, die unter 50 Jahre alt sind
Gibt noch mehr Punkte, aber die finale Antwort ist: Tae Kwon Do ist typisch für ein McDojo.
Vagabund
13-01-2013, 17:55
Die können ja darüber berichten - besonders ob sie die SV Situation mit Highkicks gelöst haben.
Berichten tun sie doch. Ich selbst bin einer dieser "Überlebenden" ;) Erst seit 2000/2001 mache ich Taekkyon, davor 10 Jahre TKD. Ich hatte nie Probleme, weder auf dem Schulhof, noch im Schulbus, noch vor der Bushaltestelle, noch vor der Disko (das waren die Schauplätze, in denen ich vor 2000 in brenzlige Situationen geriet).
Die meisten, die einen angreifen, sind doch völlig "unterqualifiziert". Selbst, wenn man nur Streichel-TKD trainiert, hat man meist gute Karten. Wir stellen uns hier immer vor, dass einen ein ultrakrasser "kompletter Kampfkünstler" angreift. Die haben es doch gar nicht nötig. Die meisten Konfrontationen erfordern nicht einmal Körperkontakt. Es ist eine Pyramide: Unten ganz viele harmlose Situationen, oben einige wenige gefährliche.
Wir haben damals nicht nur (aber auch) auf Wettkampf trainiert, sondern einfach alles, was funktionierte. Sparring mit recht freiem Regelwerk, Experimente unter den Fortgeschrittenen, gerne auch mal auf dem Boden gewälzt. Obwohl wir übrigens ein WTF-Verein waren ;)
Warum sollen Taekwondoin denn hohe Tritte anwenden? Dass man die im TKD lernt, heißt doch nicht, dass man sie auf Biegen und Brechen auf der Straße anwenden muss. Ein weiteres "Vorurteil", das man einfach nicht rauskriegt aus den Köpfen. Allerdings, das muss ich zugeben, auch nicht aus den Köpfen so mancher TKDin.
Warum sollen Taekwondoin denn hohe Tritte anwenden? Dass man die im TKD lernt, heißt doch nicht, dass man sie auf Biegen und Brechen auf der Straße anwenden muss.
Weil es cool rüberkommt?;)
Ich weiß nicht was er trainiert, hat aber ein gutes Körpergefühl.:cool:
WjNJnyI2JV8
Ob jemand meine KK belächelt und meint xy wäre besser, interessiert mich überhaupt nicht.
Entscheidend ist doch, was jeder einzelne aus dem gelernten macht und es auch umsetzen kann.
Ist eh sinnlos - Wenn sich dann mal einer meldet der viel Erfahrung hat und was kritisiert ist das Totschlagargument eben: "Ja bei euch ist es vielleicht Mist, aber bei UNS ist natürlich alles top!" oder "Ja aber vom Gründer dem großen <Name einsetzen> war es als komplettes System konzipiert das auf alles eine Antwort hat"
Naja TKD hat halt nicht den Vorteil wie die ganzen superkrassen Stile, dass die ganze Fitnessfraktion einfach totgeschwiegen werden kann.
Camora18
13-01-2013, 21:50
Ich finde schon, dass Taekwondo SV tauglich ist - mein Trainer legt jedenfalls viel Wert darauf, dass wir auch SV zum Bestandteil des Trainings machen (und das keineswegs statisch - z.B. 1 vs 3 in ständiger Bewegung, sodass der Verteidiger permanent unter Druck steht, ob sie gleichzeitig angreifen oder einzeln ist egal, mit oder ohne Waffen). Allein Dienstags wird nur SV bzw. Technik geübt, Samstags Kraft & Sparring, abundzu Sonntags, freies Training.
Gürtel gibt es maximal alle 6 Monate, da unsere Trainer uns bestmöglich auf die Prüfungen vorbereiten wollen und uns auch vermitteln wollen, dass ein Gurt nicht unbedingt viel Ausssagekraft hat (habe schon Leute mit dem 1. Kup gesehen, das was die abgezogen haben war echt lächerlich). Außerdem trainieren wir auch Bodenkampf, üben Hebel und Takedowns.
Mmn. kann Taekwondo sehr SV-tauglich sein, aber wie schon 100x gesagt: Es hängt a) vom Trainierenden ab und b) wie trainiert wird - und ich glaube, dass so, wie wir es trainieren, man nicht ganz unbeholfen in einer SV-Situation steht.
Quickkick
14-01-2013, 18:19
Überraschend wie wenig TKD-Sportler sich in solchen Threats immer melden. Meistens melden sich Leute aus anderen KKs, oft welche die irgendwann mal TKD gemacht oder "ausprobiert haben" haben und dann gewechselt sind und sich eine Expertenmeinung erlauben.. Sogar welche die den Schwarzgurt in TKD haben, dann gewechselt sind und dann TKD gar nicht mehr als KK in ihrer Vita angeben ?!?
Vorweg mal: Da das ja wohl auf mich gemünzt war: Hättest Du Dir mein Profil wirklich angeschaut, hättest Du gesehen, dass ich TKD sehr wohl in meinem KK-Lebenslauf stehen habe.
By the way: Meine JKD-FMA-Gruppe, die ich nun auch schon bereits vier rund Jahre trainiere, ist immer noch eine Abteilung in dem selben TKD-Verein, in dem ich selbst davor TKD trainiert und auch TKD-Training gegeben habe. Ich habe nach wie vor zu meinen alten TKD-Trainingskameraden einen hervorragenden Kontakt.
Zum allgemeinen Ruf des TKD bei Laien (in Bezug auf die Ausübenden): Ist meines Erachtens gut, eigentlich besser als der z. B. Kick-Boxen.
Thema des Threads war meines Wissens nach weniger der Ruf der Ausübenden, sondern der Ruf der KK in Bezug auf SV, und auch das wiederum eher hier im Board, also - so sehe ich das - nicht bei "Laien", welche meistens sowieso außer Judo, Karate, TKD und Boxen kaum etwas genauer kennen - und bei denen Kickboxer unter anderem auch deshalb einen schlechten Ruf haben, weil es Trainer der genannten traditionellen KK gibt, die entsprechende Aussagen treffen.
Was für ein Fuppes. Was ist denn an einem olympischen Boxkampf realistisch? Oder olympischer Judo-Wettkampf? Es sind und bleiben Wettkämpfe nach Regeln.
Richtig, und man wird auch NIE einen Streetfight oder eine SV-Situation wirklich realistisch traineren können. ABER: Man kann entsprechend versuchen, sein Training in diese Richtung zu entwickeln. Ich trainiere eben heute mit meiner Gruppe total anders als früher im TKD und das schließt insbesondere aber nicht ausschließlich ein
- Sparring in allen Distanzen (Kicken, Boxen, Clinch,Trapping, Bodenkampf)
- Sparring durch alle Distanzen ohne Kampfrichter der beim Clinch abbricht. Es geht weiter auf den Boden und am Boden
- Knie und Ellenbogentechniken an beweglichem und unkooperativem Partner
- Sparring mit (Safety-)Stock und -Messer - selbstverständlich auch Stock gegen Stock, Messer gegen Messer, Stock gegen Messer
- Szenariotraining
(was übrigens im JKD, in vielen FMA_Gruppen, im KM, Alpha usw. vollkommen üblich und normal ist)
Und jetzt nochmal: Wie viele TKD-Trainingsgruppen trainieren so???
Schon allein die Tatsache, dass in vielen TKD-Trainingsgruppen viel Trainingszeit für Formen und Drei-/Zwei-/Einschritt-Partnerübungen draufgeht zeigt doch, dass der Fokus vieler TKD-Gruppen eben nicht SV ist, sondern KampfKUNST. Daran ist doch auch gar nix Falsches.
Bezeichnend finde ich übrgens auch, dass in einem Buch über "TKD-Selbstverteidigung"...
...und zwar in der ersten Auflage dieses Buches hier:
http://www.amazon.de/Taekwondo-Selbstverteidigung-Grundlagen-Trainingspraxis-G%C3%BCrteltraining/dp/3898995232/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1358183087&sr=8-1 (die neue Auflage kenne ich nicht!)
von einem in der TKD-Szene recht anerkannten Meister auf den ersten Seiten sehr ähnliche Thesen wie meine aufgestellt werden und im technischen Teil dann sehr viel auf andere KK (deren Techniken, Konzepte etc.) zurückgegriffen wird.
Quickkick
14-01-2013, 18:27
Das einzige, was ich stehen lasse, ist der Punkt "mangelnder Bodenkampf". Ein paar Bodenkampf-Sachen sind zwar grundsätzlich enthalten, aber im Vergleich zu einem spezialisierten Ringer oder Judoka ist das nicht viel. Muss es meiner bescheidenen Erfahrung nach auch nicht sein für SV. (Bei mir endete keine der ca. sechs ernsthafteren SV-Situationen in einem Bodenkampf und ich kenne seit 1990 auch keinen Kampfsportler persönlich, bei dem das mal passierte.)
Ansonsten haben alle Deine Kritikpunkte keine Allgemeingültigkeit und gelten nur für einen mehr oder weniger großen Teil der TKD-Trainer oder -Vereine.
In Bezug auf Bodenkampf: Dann sind Deine Erfahrungen völlig andere als die vieler, vieler anderer Menschen - KKler und Nicht-KKler. Insbesondere weicht Deine Erfahrung fundamental von dem ab, was Leute berichten, die beruflich häufig mit körperlicher Auseinandersetzung konfrontiert sind. Ich schreibe hier lieber nicht, was ich von Leuten denke, die behaupten, dass reale Kämpfe nicht oder selten auf den Boden gingen...
In Bezug auf den "Teil" der TKD-Trainer: Ich persönlich halte den Teil für sehr, sehr groß!
Vagabund
14-01-2013, 19:18
In Bezug auf Bodenkampf: Dann sind Deine Erfahrungen völlig andere als die vieler, vieler anderer Menschen - KKler und Nicht-KKler.
...die Du wahrscheinlich alle kennst? ;)
Danke, Antwort nicht nötig.
Insbesondere weicht Deine Erfahrung fundamental von dem ab, was Leute berichten, die beruflich häufig mit körperlicher Auseinandersetzung konfrontiert sind.
Der Grund dafür liegt wohl auf der Hand.
Ich schreibe hier lieber nicht, was ich von Leuten denke, die behaupten, dass reale Kämpfe nicht oder selten auf den Boden gingen...
Schlechten Tag erwischt? Oder warum wirst Du persönlich? Nun gut, damit ist diese Diskussion mit Dir beendet.
Bowmore91
14-01-2013, 22:59
Bezeichnend finde ich übrgens auch, dass in einem Buch über "TKD-Selbstverteidigung"...
...und zwar in der ersten Auflage dieses Buches hier:
Taekwondo Selbstverteidigung - Grundlagen, Trainingspraxis, Gürteltraining: Amazon.de: Jürgen Höller, Axel Maluschka: Bücher (http://www.amazon.de/Taekwondo-Selbstverteidigung-Grundlagen-Trainingspraxis-G%C3%BCrteltraining/dp/3898995232/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1358183087&sr=8-1) (die neue Auflage kenne ich nicht!)
von einem in der TKD-Szene recht anerkannten Meister auf den ersten Seiten sehr ähnliche Thesen wie meine aufgestellt werden und im technischen Teil dann sehr viel auf andere KK (deren Techniken, Konzepte etc.) zurückgegriffen wird.
Ist in der neueren Auflage immernochso, zurecht wie ich finde.
Ich wollte hier ja eigentlich garnicht reinschreiben, weil ich solche Diskussionen immer müßig finde, aber jetzt meld ich mich halt doch mal zu Wort.
in meinem Verein wird selten Sv gemacht. Wir haben keine Aliveness :p und auch keinen Bodenkampf, das will ich aber auch garnicht. Ich glaube, wenn ich das 4-5 Jahre mache, mich verteidigen zu können, vielleicht verfalle ich aber auch in Schockstarre, wer weiß.
Das Grundlegende ist aber doch, dass wenn ich SV Suche mittlerweile überall bessere Adressen als Taekwondo,WT, oder Karate finden kann. Wenn ich SV will, warum also am Ziel vorbeiarbeiten? Da mach ich Krav Maga, JJ, Systema oder weiß der Teufel.
Ich denke,dass jede Kampfsportart auf ihre Weise immer etwas speziell ist,die eine mehr,die andere weniger.Boxen z.B. ist ja recht simpel im Vergleich zum Kung Fu oder MMA,man lernt nicht,sich gegen Tritte oder teakdowns zu verteidigen,aber durch die Konzentration auf wenige Techniken kann man diese leichter lernen und perfektionieren,ausserdem ist Boxen VK,man ist gewohnt harte Treffer zu kassieren.
Teakwondo ist wie kickboxen sehr variabel und da gibts Richtungen,die für die Strasse nicht gedacht sind,z.B. hat Semikontakt mit SV absolut null zu tun aber einen schnellen Semikontaktler wird ein ungeübter kaum treffen können da dieser gewohnt ist sehr schnell zu reagieren und sofort zu kontern.
Ein Formel 1 Auto ist sehr schnell,aber auf der Strasse wäre beim ersten Hügel einer verkehrsberuhigten Zone die Fahrt zu Ende...
Warum die Leute Teakwondo schlecht reden ?
Vielleicht weil sie ganz gerne so kicken können würden aber ihre Beine nicht hochbekommen - und dann heisst es eben,das wäre ja nix für die Strasse :-))
Überraschend wie wenig TKD-Sportler sich in solchen Threats immer melden. ...
Weil man keine Lust mehr hat immer wieder das gleiche zu erzählen - irgendwann reicht es.
Wenn einer meint mein TKD sei nicht gut, darf er jederzeit in unserem Dojang vorbeischauen und mittrainieren - meine Tür steht jedem Interessierten fürs Probetraining offen.
Warum muss man eigentlich immer den ultimativen Kämpfer mit unschlagbaren SV Fähigkeiten heranbilden?
Ich weiß jan icht warum die Leute zu Euch ins Training kommen - zu mir kommen sie, weil sie Interesse, Spaß und eine gewisse Neugier haben. SV ist für 95% meiner Schüler überhaupt kein Thema - sie ist Nebenprodukt des normalen Trainings.
Und ja - TKD ist SV von A bis Z - aber es bietet noch vieles mehr.
Ich will ja gar nicht verleugnen, das es Schulen, Clubs, Vereine gibt, die suboptimales TKD anbieten. Aber die gibt es auch in KK/KS X, Y und Z.
Und nochmal - entscheidend ist nicht das System das trainiert wird, sondern der, der es nutzt und es anwendet.
Drax
TKD seit 1970 - 6.DAN - 53 Jahre alt
P.S.
Die Angaben in "Tödliche Kunst" anzuzweifeln ist ungefähr so, wie wenn man die Rechtschreibung im Duden anzweifelt. Das Buch ist sehr gut recherchiert - und richtig, es liest sich wie ein Krimi.
Aber ich kann einige dieser Geschichten in ähnlicher Form bestätigen, da selber miterlebt.
Viele haben keine Ahnung davon, was unter den Koreanern und deren Orgnaisationen (KTA etc.) in den 70'ern so abging.
Indariel
15-01-2013, 09:13
Und nochmal - entscheidend ist nicht das System das trainiert wird, sondern der, der es nutzt und es anwendet.
Finde ich so als Aussage, Abseits des TKDs, allgemein nicht richtig. Es macht mMn definitiv einen Unterschied ob ich jetzt ein System erlerne das als VK-KK/KS, SK-KK/KS, LK-KK/KS, Null-Kontakt-KK/KS oder kämpferisches Ballet ausgelegt wurde.
Das System bestimmt, unter anderem, die Didaktik und diese wirkt sich auf den vermittelten Inhalt und somit auf die erlernten Fähigkeiten des Einzelnen aus.
Der User Joergus hat dazu mal einen sehr interessanten, gut aufgeschlüsselten und differenzierten Thread geschaffen.
Warum muss man eigentlich immer den ultimativen Kämpfer mit unschlagbaren SV Fähigkeiten heranbilden? Ich weiß jan icht warum die Leute zu Euch ins Training kommen - zu mir kommen sie, weil sie Interesse, Spaß und eine gewisse Neugier haben. SV ist für 95% meiner Schüler überhaupt kein Thema - sie ist Nebenprodukt des normalen Trainings.
Das mag für deine Leute passen und ist ja auch nicht schlechtes.
Es wurde im Beginn des Threads aber explizit nach der SV Fähigkeit gefragt. Diese lässt sich abstrahieren und unter spezifischen Kriterien bewerten. Ich denke persönlich eben dass eine KK/KS bei der die SV als maßgeblich Identitätsstiftend dasteht, im reinen Bezug auf SV, tendentiell eher SV Fertigkeiten ausbildet als eine KK/KS die diesen Anspruch nicht oder in geringerem Maße trägt.
Durakier
15-01-2013, 09:53
Warum muss man eigentlich immer den ultimativen Kämpfer mit unschlagbaren SV Fähigkeiten heranbilden?
Ich weiß jan icht warum die Leute zu Euch ins Training kommen - zu mir kommen sie, weil sie Interesse, Spaß und eine gewisse Neugier haben. SV ist für 95% meiner Schüler überhaupt kein Thema - sie ist Nebenprodukt des normalen Trainings.
Es geht hier nicht umbedingt um den ultimativen Streetfighter, sondern darum, dass in vielen Clubs SV sehr stiefmütterlich behandelt werden. Ich merke das immer mehr bei unserem Verein. Selbst bei Prüfungen gehen wir schon her und teilen den Prüfern mit, dass SV nicht ausgeprägt ist. Die meisten bei uns können weder fallen noch abrollen. Ich will dieses aktiv ändern und habe mich in den Vorstand wählen lassen. Und hier stelle ich fest, dass genau diese Hobbyfraktion nur einen Fokus auf Poomsae und noch ein bisschen Ilbo Taeryon haben. Sorry, aber dass sind für mich eher Nebenprodukte einer KK. Keiner von denen ist wirklich gewillt, diese Schwäche in der SV auszugleichen. Die Einstellung ist wirklich klar, ich brauche SV nicht, sondern nur zur Prüfung. Ich bin eh zu alt, also ist Wettkampf auch nur was, um die Prüfung zu bestehen. Jeder hofft, dass endlich die Ü40 Dan-Prüfung ohne WK-Anteil kommt. Wenn so was viele Vereine machen, dann ist es es doch klar, dass der Ruf des TKD leidet und nur noch als Kinder- und Omasport gesehen wird.
Ich mache gerne alles im TKD mit, aber sich auf nur wenige Bereiche des TKD zu fokusieren, ist leider mMn nicht richtig. TKD bietet wirklich vieles und man kann es auch für die Strasse trainieren, aber dann muss man es eben auch trainieren, sich in so einem Kampf zu bewegen. Mit Formenlauf gewinnt man auf der Strasse nur sehr selten einen Kampf. Da können Breakdancer mehr.
Vagabund
15-01-2013, 10:35
Warum heißt es eigentlich immer, dass man im TKD mehr SV trainieren müsse? TKD ist SV, von vorne bis hinten.
Klar, wenn man das Training falsch gestaltet und nie Sparring macht, kommt man nicht weit in Richtung SV. Das gilt aber für jede Kampfart. Man muss sich imo aber nur ein bisschen auf den "Kern" des TKD besinnen und schon muss man sich gar nicht mehr so viele Gedanken über SV machen, weil es einfach von vornherein drin steckt. Gleichzeitig darf man aber auch nicht den Anspruch haben, dass SV nach TKD-Grundtechnik aussieht. Beobachte ich immer wieder in allen Kampfarten: Man will, dass auch in der SV optisch rüber kommt, welchen Stil man trainiert. Um es mit den Worten von Master Ken zu sagen: Das ist natürlich Bullshit :D
Ich kenne neben Drax viele weitere TKD-Meister persönlich, bei denen ich nicht eine Sekunde zweifle, dass sie im SV-mäßig top sind.
Die Ausgangsfrage war "Warum hat Taekwondo teilweise einen "schlechten" Ruf?" Vielleicht ist ein Faktor auch die große Verbreitung des TKD. Ca. 80 000 Menschen im deutschsprachigen Raum betreiben es. Bei einer solchen Verbreitung ergibt sich eine Normalverteilung oder sogar eine Pyramide. Die Wahrscheinlichkeit, auf einen sehr guten Taekwondoin zu treffen, ist also recht gering. Wenn man halt viele durchschnittliche Taekwondoin kennen lernt, die eher aus Fitnessgründen trainieren und sich nicht für SV interessieren, schließt man daraus, dass TKD generell zu nichts taugt.
Witzig, dass WT mittlerweile teils als "uneffektiv" angesehen wird, und mit TKD und Karate (imo zu unrecht) in einem Atemzug genannt wird. Als in den 90ern die WT-Werbetrommel gerührt wurde, sind nämlich viele vom TKD dahin gelaufen, weil ihr Selbstbewusstsein auf einmal weg war. Wechseln die jetzt alle vom WT zur nächsten Kampfart? :D
LG,
Vagabund
Taekkyon ist übrigens nur Weltkulturerbe geworden damit die "Ballett Kampfsport" Ecke besetzt wird und die Taekwondoin auch mal lästern können, dass eine Kampfkunst realitätsferner ist als die eigene und zur SV nicht taugt.
:D:D:D
Vagabund
15-01-2013, 11:15
Hehe :D
Durakier
15-01-2013, 11:21
Taekkyon ist übrigens nur Weltkulturerbe geworden damit die "Ballett Kampfsport" Ecke besetzt wird und die Taekwondoin auch mal lästern können, dass eine Kampfkunst realitätsferner ist als die eigene und zur SV nicht taugt.
:D:D:D
Kann und will ich nicht so stehen lassen! Wieso gibt es Systema, Ing Ung oder Drakona Bato! :D:D
Aber Vagabund hat vieles aufgezählt, warum der schlechte Ruf zustande gekommen ist. Das gleiche gilt ja auch für Karate. Wir erleben ja im Moment auch eine Fitnessrevolution und Menschen strömen zum Kickboxen. Dann noch ein schönes Aushängeschild, wie die Frau Dr. Theiss und wir haben ein einen salonfähigen Fitnesssport. Früher war Kickboxen nur für harte Schläger. Das deutsche Ju Jutsu wird auch immer mehr zum Fitnessprogramm.
Es passiert nicht nur beim TKD sondern auch bei anderen Sportarten. Wichtig ist die Ausrichtung des Vereins. Will dieser eine KK lehren oder ein Fitnessprogramm anbieten. Das ist übrigens keine Frage, ob das richtig oder flasch ist, sondern nur in welche Richtung man sich bewegt.
Ich für meinen Teil möchte eine KK erlernen und das ist zurzeit in meinem Verein nicht möglich und das ist schade.
BlackSpY
15-01-2013, 15:36
Liegt doch wohl zum größten Teil daran, dass in vielen Vereinen der Wettkampf zum Hauptziel des Trainings gemacht wird. Das drumherum wird immer mehr vernachlässigt und somit verkommt es fast zu einem reinen Sport.
In der "Grundform" des Taekwondo hat es natürlich genauso eine SV-Tauglichkeit wie viele andere Stile auch.
Quickkick
15-01-2013, 23:08
Ist in der neueren Auflage immernochso, zurecht wie ich finde.
Ich wollte hier ja eigentlich garnicht reinschreiben, weil ich solche Diskussionen immer müßig finde, aber jetzt meld ich mich halt doch mal zu Wort.
in meinem Verein wird selten Sv gemacht. Wir haben keine Aliveness :p und auch keinen Bodenkampf, das will ich aber auch garnicht. Ich glaube, wenn ich das 4-5 Jahre mache, mich verteidigen zu können, vielleicht verfalle ich aber auch in Schockstarre, wer weiß.
Das Grundlegende ist aber doch, dass wenn ich SV Suche mittlerweile überall bessere Adressen als Taekwondo,WT, oder Karate finden kann. Wenn ich SV will, warum also am Ziel vorbeiarbeiten? Da mach ich Krav Maga, JJ, Systema oder weiß der Teufel.
Danke. Das stützt ja gerade meine These(n).
Ich möchte doch niemandem davon abraten TKD zu trainieren. Wenn jemand KampfKUNST möchte und dann noch in der Form wie TKD es bietet, dann herzlichen Glückwunsch. Dann ist TKD genau das, was du suchst. Viel Spaß beim Training (keine Ironie).
In diesem Thread ging es aber primär um TKD in Bezug auf SV - und da kommt man an bestimmten - evtl., je nach Blickwinkel unangenehmen - Rückfragen an TKD-Training eben nicht vorbei.
Deine Erfahrungen decken sich mit meinen - und offensichtlich auch mit denen der Autoren des besagten Buches.
hallosaurus
15-01-2013, 23:17
Irgendwie habe ich mir auf Anhieb den richtigen Verein ausgesucht bei uns wird SV genauso wenn nicht sogar öfters wie Kicks geübt.(Traditionell & Modern)
Quickkick
15-01-2013, 23:34
...die Du wahrscheinlich alle kennst? ;)
Danke, Antwort nicht nötig.
Der Grund dafür liegt wohl auf der Hand.
Schlechten Tag erwischt? Oder warum wirst Du persönlich? Nun gut, damit ist diese Diskussion mit Dir beendet.
Antwort nicht nötig, wird aber dennoch gegeben: Ja, ich kenne in der Tat einige Leute, die in SV-Situationen waren - KKler und Nicht-KKler. Darunter einige meiner Schüler. Ich selber hatte in den letzten fast zwanzig Jahren zwar das Glück, in nichts hineingeraten zu sein, aber als Jugendlicher schon.
Und diese Erfahrungen decken sich bzgl. der Bedeutung von Bodenkampf eben absolut nicht mit dem was Du behauptest. Ebenso verlasse ich mich bei sowas gerne auf Aussagen von Sicherheitsleuten, die ich kenne und/ oder einem Polizisten, der bei mir trainiert, weil deren Erfahrungen vlt. aufgrund ihrer Vielzahl und Häufigkeit ein wenig mehr die Realität widerspiegeln (auch wenn das selbstverständlich trotzdem die Erfahrungen einzelner Personen sind). Und auch hier höre ich immer wieder die Mahung, das Thema Boden nicht zu vernachlässigen...
Last but Not least: Auch wenn MMA sicher nicht mit SV gleichzusetzen ist, kann man dennoch sicher viel für die SV lernen. Und ganz sicher eines, nämlich das Kämpfe relativ schnell auf dem Boden landen können. Sicher, das sind Top trainierte KSler und nicht der durchschnittliche Straßenangreifer, aber auch den würde ich niemals in der Weise unterschätzen, wie Du das in einem anderen Post getan hast. Auch die bösen Jungs trainieren evtl. Judo oder Ringen oder...
Ach ja: Und nein, du hast meine Absicht offensichtlich missverstanden. ich wollte gerade NICHT persönlich werden, deshalb habe ich gesagt, dass ich jetzt gerade NICHT offen meine Gedanken schreibe. Und ich habe sie ja auch nicht geschrieben, oder? Den Unterschied solltest du schon erkennen...
Quickkick
15-01-2013, 23:38
Liegt doch wohl zum größten Teil daran, dass in vielen Vereinen der Wettkampf zum Hauptziel des Trainings gemacht wird. Das drumherum wird immer mehr vernachlässigt und somit verkommt es fast zu einem reinen Sport.
Dazu kommt die Bedeutung von (Hyong, Tul, Poomsae - je nach Verband) und choreographierten Partnerübungen (1-,2-,3-Schritt) in den (Gürtel-) Prüfungsordnungen einiger Verbände, was automatisch dazu führt, dass dafür entsprechend Trainingszeit aufgewendet werden muss.
Finde ich so als Aussage, Abseits des TKDs, allgemein nicht richtig. Es macht mMn definitiv einen Unterschied ob ich jetzt ein System erlerne das als VK-KK/KS, SK-KK/KS, LK-KK/KS, Null-Kontakt-KK/KS oder kämpferisches Ballet ausgelegt wurde.
Was wurde und was wo anders gemacht wird ist genau so relevant wie wenn in China ein Sack Reis umfällt.
Wichtig ist was ich und vor allem mein Trainer draus macht. So sind viele supereffektiven Stile für viele, sehr viele Leute heutzutage auch nur noch Fitnesstraining. Die können 3mal MMA, MT, Krav Maga oder sonst was trainieren und werden sich damit nie verteidigen können außer sie konnten es schon vorher.
TKD war ja genau so ein komplettes System womit Leute um ihr Leben gekämpft haben und wird von vielen heute nur noch als Aerobik oder Punktjagt betrieben. dazu war das System aber nicht konzipiert sondern wurde dazu gemacht.
Quickkick
16-01-2013, 00:06
Ich weiß jan icht warum die Leute zu Euch ins Training kommen - zu mir kommen sie, weil sie Interesse, Spaß und eine gewisse Neugier haben. SV ist für 95% meiner Schüler überhaupt kein Thema - sie ist Nebenprodukt des normalen Trainings.
Zu mir kommen Sie ehrlich gesagt anfangs meistens gerade wegen SV. Erst nach einiger Zeit kommt dann das Interesse an anderen - nicht primär SV-orientierten - Inhalten. Wenn man sich auch mal die "Suchenden" hier im Board (primär Anfängerfragenbereich) anschaut, dann sehe ich recht häufig, dass SV als Hauptziel angegeben wird.
Quickkick
16-01-2013, 00:12
Finde ich so als Aussage, Abseits des TKDs, allgemein nicht richtig. Es macht mMn definitiv einen Unterschied ob ich jetzt ein System erlerne das als VK-KK/KS, SK-KK/KS, LK-KK/KS, Null-Kontakt-KK/KS oder kämpferisches Ballet ausgelegt wurde.
Das System bestimmt, unter anderem, die Didaktik und diese wirkt sich auf den vermittelten Inhalt und somit auf die erlernten Fähigkeiten des Einzelnen aus.
Zustimmung!
AlpayAyhan
16-01-2013, 00:30
1) das ständige steppen.
2) fast nur Kicktechnicken
3) in youtube findet man laute Videos wie Tae kwon Do Kämpfer gegen Kämpfer von anderen kk/ks heftig kassiren
hallosaurus
16-01-2013, 00:55
1) das ständige steppen.
2) fast nur Kicktechnicken
3) in youtube findet man laute Videos wie Tae kwon Do Kämpfer gegen Kämpfer von anderen kk/ks heftig kassiren
Das alles hat aber überhaupt keinen Bezug dazu wie sich ein Taekwondoler auf der Straße schlägt.
wiesenwurz
16-01-2013, 02:00
vielleicht geht es ja alpay um die ausgangsfrage.
Entengummitiger
16-01-2013, 02:28
zu viele dojos, die sich nur mit formenlauf und 1-schritt-"kampf" beschäftigen... zu viele leute mit schwarzgurt, die kämpfen nie gelernt haben.
mein eindruck (ich bin in norddeutschland beheimatet) ist, dass shotokan noch schlimmer ist hierzulande. aber ich hab nicht genug gesehen, als dass es repräsentativ wäre
Durakier
16-01-2013, 09:47
Ich kann Indariel hinsichtlich seiner Aussage, dass ein System die Didaktik bestimmt, nicht so ganz unterstützen. Besonder im Fall TKD muss man wirklich sagen, dass die einzelnen Verbände die Didaktik bestimmen. Falls natürlich die Verbände mit System gemeint waren und nicht TKD als solches, dann kann man das so schon sehen.
Leider hat nicht jeder das Glück einen Drax in der Nähe zu haben, der einem die KK näher bringt.
Ich für meinen Teil werde auf jeden Fall weiter auf Lehrgänge gehen. Speziell diese, die auch noch andere KK anbieten. So lernt man mal einen etwas anderen Ansatz und weiß, was man noch lernen muss.
Indariel
16-01-2013, 09:59
Ich kann Indariel hinsichtlich seiner Aussage, dass ein System die Didaktik bestimmt, nicht so ganz unterstützen. Besonder im Fall TKD muss man wirklich sagen, dass die einzelnen Verbände die Didaktik bestimmen. Falls natürlich die Verbände mit System gemeint waren und nicht TKD als solches, dann kann man das so schon sehen.
Deshalb das unter anderem:D.
Der Stil spielt ja nicht als einzelner Faktor ein, kann aber mMn als einer der Einflussfaktoren auch nicht ausgeschlossen werden:D
Das was im TKD unter Verband läuft ist ja dass was z.B. im Karate unter Stil fällt, daher z.B. Shotokan, Goju oder Kyokushinkai usw. Das ist zwar alles Karate, aber trotzdem irgendwie was anderes, beim TKD läuft das halt nicht darüber was jetzt vor dem TKD steht sondern über den Verband im Hintergrund.
Für mich persönlich sind ITF und WTF beides verschiedene Stile/Spielarten des TKDs da sie sich in ihrer Didaktik auch stark unterscheiden. Siehe Formen(Poomse und Hyong), WK, Sparrings-Modi, usw.
AlpayAyhan
16-01-2013, 14:44
vielleicht geht es ja alpay um die ausgangsfrage.
Genau daauf wollt ich hinaus. Danke
hallosaurus
16-01-2013, 16:44
Wie auch immer ich glaube nicht das außerhalb dieses Forums tkd so einen schlechten ruf hat.
parietalis
16-01-2013, 17:10
Das alles hat aber überhaupt keinen Bezug dazu wie sich ein Taekwondoler auf der Straße schlägt.
aber wir sind uns doch einig dass ein TKDler sich nur im äußersten Notfall auf der Straße schlägt.....
TKD sollte nicht den gleichen Fehler machen wie Ju-Jutsu (DJJV), und versuchen "Everbodies Darling" zu sein (Wettkampf, SV, Breitensport für Jung und Alt). Von Allem etwas, aber eben nix Richtig.
Das ist doch schon lange passiert...
Vagabund
16-01-2013, 19:00
aber wir sind uns doch einig dass ein TKDler sich nur im äußersten Notfall auf der Straße schlägt.....
TKD sollte nicht den gleichen Fehler machen wie Ju-Jutsu (DJJV), und versuchen "Everbodies Darling" zu sein (Wettkampf, SV, Breitensport für Jung und Alt). Von Allem etwas, aber eben nix Richtig.
Gerade das "von allem etwas" finde ich gut. Immer nur SV ist doch langweilig ;)
Es ist nur eine Frage der eigenen Trainingszeit, ob man nichts richtig macht. Wenn man 3-4 mal die Woche über viele Jahre intensiv trainiert, kann man auch von allem etwas und richtig machen.
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