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Vollständige Version anzeigen : JuJutsu - Gurtprüfung - Übungen für zuhause??



xWhitemanx
09-10-2013, 09:26
Hallo,

ich habe vor einem Monat mit Ju Jutsu angefangen. Ich kann nur einmal die Woche gehen.

Könnt ihr mir Übungen für zuhause empfehlen, welche sinnvoll für das Training wären?

Wie lange dauert es in etwa bis ich die erste Gurtprüfung machen kann?
Wie laufen die Prüfungen dann ab?


danke

Gruß

Whiti

DerLenny
09-10-2013, 09:46
Du musst uns mehr verraten. Ju-Jutsu (wenn es im DJJV ist) kann so ziemlich alles sein.

Generell sind Koordinationsübungen und Dinge wie Seilspringen und Schattenboxen nicht verkehrt. Du solltest aber deinen Trainer fragen, ob er dir ein paar gute Vorschläge machen kann.

Prüfungen im DJJV sind anfangs alle 6 MOnate, wobei auch Gelb oft auch früher geprüft wird.
Prüfungen laufen je nach verein immer etwas anders ab, oft wird aber das Programm vor dem Prüfer komplett vorgeturnt, was ein paar Stunden dauern kann (je nach Anzahl der Prüflinge).

Virtu
09-10-2013, 09:50
Hi,
also generell entscheidet immer euer Trainer ob ihr schon so weit seit einen neuen Gürtel zu bekommen und meldet euch dann auch zur Prüfung an, respektiert diese Meinung bitte.
Im allgemeinen kann man (ganz grob) von einem bis zwei Jahren ausgehen, je nachdem wie intensiv und oft man trainiert. Wenn du nur einmal die Woche kannst, dann würde ich eher auf zwei als auf ein Jahr tippen, aber wie gesagt, das entscheidet der Trainer.

Übungen für zuhause kannst du sehr viele machen.
Die Bewegungslehre ist gerade für Anfänger sehr wichtig, genauso die Fallschule. Beides kannst du eigentlich wunderbar daheim alleine üben, wenn euch der Trainer die Techniken oder Bewegungen mal gezeigt hat.
Was auch empfehlenswert ist, das du dir das Ju-Jutsu 1x1 zulegst, da ist sehr viel und sehr gut vieles erklärt. Aber übe am besten nur das, was euch der Trainer schon mal gezeigt hat bzw. kannst du ihn auch sicherlich mal fragen wenn was unklar ist.
Nur versuch nicht Techniken z.B. aus dem Schwarzgurtprogramm selbst dir beizubringen, wenn du noch nicht die Grundlagen deines aktuellen Gürtels hast, da vieles aufeinander aufbaut und erst durch viel Trainieren und Wiederholen manches erst Sinnvoll machbar ist (wie z.B. die schon erwähnte Fallschule oder die Bewegungslehre).

Ich wünsche dir viel Spass und Erfolg beim Ju-Jutsu weiterhin! :)

Cillura
09-10-2013, 09:52
Hallo :)



...
ich habe vor einem Monat mit Ju Jutsu angefangen. Ich kann nur einmal die Woche gehen.


Schön dass du zum Ju Jutsu gefunden hast. Einmal die Woche ist zwar nicht unbedingt viel, aber auch mit kleinen Schritten kommt man vorwärts.



...
Könnt ihr mir Übungen für zuhause empfehlen, welche sinnvoll für das Training wären?


Ohne jetzt dein Kampfsportvorwissen und deinen Fitnessstand zu kennen erstmal vorab eine allgemeine Antwort von mir dazu. Am Anfang solltest du ein technisches Training ohne Trainer eher vermeiden. Wenn du dir Fehler einschleifst ist es nervig, die wieder weg zu bekommen. Das kann schon mal frustrieren.
Du könntest allerdings zu Hause Ausdauer-, Kräftigungs- und Dehnübungen machen und deinen Körper so auf das Training vorbereiten. Lass dir dennoch die korrekte Ausführung der Übungen vom Trainer zeigen.
Wenn du ein Gefühl für die technischen Übungen entwickelt hast, kannst du auch Schattenboxen und Schrittarbeit daheim üben. Ich nehme mal an, du hast zu Hause keinen Übungspartner?



...
Wie lange dauert es in etwa bis ich die erste Gurtprüfung machen kann?


Es dauert so lang, wie du zum Lernen brauchst ;) Meiner Erfahrung nach etwa 3 bis 6 Monate bei mind. 2x Training die Woche. Dein Trainer wird dir schon sagen, wann du Prüfung machen kannst. Übe erstmal eine Weile und mach dir keinen Streß. Wenn es länger dauert, dann dauert es eben länger. Ist noch keiner davon gestorben.



...
Wie laufen die Prüfungen dann ab?


Diese Frage stellst du am besten ebenfalls deinem Trainer. Das hängt nämlich davon ab, in welchem Verband ihr organisiert seid und wie dort die Prüfungsordnung aussieht.


Grüße, Cill :)

xWhitemanx
09-10-2013, 10:02
Hallo,

vielen danke für eure schnellen Antworten.

Ich mach nebenbei noch einen Kraftplan, also Kniebeugen, Kreuzheben und Bankdrücken. Paar Klimmzüge dann noch wenn ich Lust habe. Bei dem Programm ist dehnen auch dabei.

Super, dann üb ich einfach die Sachen die mir der Trainer zeigt nochmal zuhause. Trainingspartner hab ich keinen.

Hab mich im Ju Jutsu Verein angemeldet? Was genau muss ich noch verraten?

Also dann geh ich mal von einem Jahr bis zur Prüfung Gelbgurt aus?

Ich kann leider nur einmal die Woche, ab Gelbgurt zweimal, Braungurt 3x.

Deswegen würd ich schnell zum Gelbgurt kommen wollen, weil ich dann auch flexibler bin und somit mindestens einmal die Woche gehen kann. Arbeitsmäßig gibts teilweise Probleme.


meinst du dieses Buch?

Ju-Jutsu 1x1 - Ausgabe 2012: Amazon.de: Bücher (http://www.amazon.de/Ju-Jutsu-1x1-Ausgabe-2012/dp/3981412540)

Sinnvoll für mich als Anfänger??

Ares83
09-10-2013, 10:02
Hi,
Auch wenns jetzt gleich ein wenig weiter führt:
Vor den Prüfungen hat mir antizipation immer gut geholfen. Die Bewegungsabläufe zig-mal im Kopf durchgehen und dir genau vorstellen, was du tust. Kann man natürlich eben auch super zu hause machen :)
Gruß,
Flo

DerLenny
09-10-2013, 10:11
Hab mich im Ju Jutsu Verein angemeldet? Was genau muss ich noch verraten?

Also dann geh ich mal von einem Jahr bis zur Prüfung Gelbgurt aus?

Hängt vom Trainer ab, aber 6 Monate würden eher hinkommen.
Ju-Jutsu kann alles sein, vom Turnen am ausgestreckten Arm des Gegners bis hin zu ner Art Shoot-Fighting.
Das ist das tolle (und doofe) am JJ. Wenn wir nicht wissen, wie dein Trainer das Training gestaltet, können wir dir nur sehr allgemeine Hinweise geben.

Das 1x1 ist das Prüfungsprogramm des DJJV, und für viele Trainer auch ihr primäres Planungsutensil.

Bero
09-10-2013, 10:18
Also das 1&1 (ja das aus dem Link) sollte eigentlich jeder Ju Jutsuka besitzen, sofern es sich um das JJ des DJJV handelt.

Die Techniken zuhause üben, hat allerdings gerade bei Anfängern noch keinen großen Wert, du weißt ja gar nicht auf was du achten musst.

Ein paar Sachen, wie das von Lenny erwähnte Schattenboxen oder das wiederholen der Bewegungslehre (Auslagewechsel etc.), können aber schon Sinn machen.

Die min. Vorbereitungszeit für den Gelbgurt beträgt regulär 6 Monate, was für einen absoluten Anfänger allerdings nicht ausreicht.
Realistisch sind eher 1-2 Jahre bis die Sachen wirklich sitzen, leider lassen viele Trainer ihre Schützlinge aber aus Gründen der Motivation früher antreten.


Ich kann leider nur einmal die Woche, ab Gelbgurt zweimal, Braungurt 3x.

Deswegen würd ich schnell zum Gelbgurt kommen wollen, weil ich dann auch flexibler bin und somit mindestens einmal die Woche gehen kann. Arbeitsmäßig gibts teilweise Probleme.

Das kann ich unter diesen Voraussetzungen sogar verstehen und ich finde es auch eher suboptimal, dass Anfänger nur so wenig trainieren können, obwohl gerade sie den meisten Input vom Trainer brauchen.

DerLenny
09-10-2013, 10:38
1-2 Jahre auf Gelbgurt?
WTF?

Ernsthaft? Das ist GELB. Wie lange brauchen die Leute dann bei Dir auf Orange? Bei dem ja ein höherer Standard angelegt wird? 2-3 Jahre? Und dann auf grün nochmal so 3-4 Jahre?

Ihr wollt mich alle foppen, oder?

Bero
09-10-2013, 10:59
1-2 Jahre auf Gelbgurt?
WTF?

Ernsthaft? Das ist GELB. Wie lange brauchen die Leute dann bei Dir auf Orange? Bei dem ja ein höherer Standard angelegt wird? 2-3 Jahre? Und dann auf grün nochmal so 3-4 Jahre?

Ihr wollt mich alle foppen, oder?

Wir machen einmal im Jahr eine Prüfung und man muss auch dieses Jahr trainiert haben, um antreten zu dürfen.
Wer also im Mai einsteigt (Prüftermin ist meist November/Dezember), muss in der Regel (es gibt Ausnahmen) das folgende Jahr noch mittrainieren, bevor er seinen Gurt machen kann.

Fakt ist, nach einem halben Jahr sind unbedarfte Anfänger eigentlich noch nicht in der Lage, eine vernünftige Gelbgurtprüfung abzulegen.
Es sei denn, sie trainieren nichts anderes als ihr Programm zum 5. Kyu und die Prüfung fällt unter die Kategorie "Vorturnen".

Anderer Trainer = andere Ansprüche aber meine Leute sollen mehr lernen als das Gurtprogramm und ich bin nicht bereit, ein halbes Jahr Training nur auf die Prüfungsvorbereitung zu verwenden.

Valerius
09-10-2013, 11:23
Also da ich zurzeit vor der Gelbgurtprüfung stehe, muss ich nun auch mal nachfragen, wo du die genauen Schwierigkeiten siehst, die eine so lange Vorbereitungszeit rechtfertigen?
Das Schwierigste dort sind wohl die Halte- und die Transporttechniken und für die braucht man sicherlich kein Jahr...

DerLenny
09-10-2013, 11:35
Ich hab mir mal das Gelbgurt Programm angesehen, nur um sicher zu gehen, das ich keine falschen Vorstellungen habe.
Wir haben grundlegende Bewegungsformen (Schritt und Gleiten) für sich und in Verbindung mit Drehungen. Wer den aufrechten Gang bereits seit einigen Jahren geübt hat, sollte hier kaum Probleme haben die sich nicht durch normales Training am Boxsack, Parte, Partner innerhalb von 6 Monaten in den Griff bekommen lassen.
Fallschule seitwärts sollte innerhalb von wenigen Einheiten auf dem Niveau sein, dass die Person Verletzuingsfrei fallen kann, wenn sie im lockeren Randori mit Würfen aus Gelb/Orange geworfen durchgeführt werden. Mit ein paar Einheiten mehr sollten die Fallschule also auch kein Problem sein.
Sidemount in 2 Variationen und Mount - wenn Bodenrandori geübt wird, kommt das auch sehr schnell.
Abwehrtechniken - in lockeren Drills ist das in wenigen Einheiten drin - und hier kommen dann auch die Meidbewegungen und das Körperabdrehen automatisch - wenn ihr zum Aufwärmen ne Runde (kick)boxt, Schattenboxt ist das recht schnell quasi automatisch.
Grifflösen und Sprengen sind vom Prinzip her schnell vermittelt und werden im Randori und bei Drills durchgehend geübt.

Beinstellen und Körperabiegen sind Basis TDs, wobei ich gerade im 1x1 nachsehen müsste, ob meine Variante vom Körperabbiegen laut PO gelten würde.
Armstreckhebel am Boden - kein Ding.

Das ganze Programm kann man in 5min demonstrieren - und das soll man in 6 Monaten nicht lernen können?

Bero
09-10-2013, 11:56
Wenn es mal so einfach wäre, einfach zeigen, ein paar Mal machen und gut is.

Weißt du was ich inzwischen für Bewegungslegastheniker gerade im Jugendbereich ins Training bekomme?
Die können kaum in der 50/50 Verteidigungsstellung stehen, ohne wie ein Lämmer******* zu wackeln.
Da ist die Bewegungslehre schon eine Herausforderung für sich.

Wenn ich jetzt natürlich das halbe Jahr bis zur ersten Prüfung nur für die Prüfungsvorbereitung nutze, können die Sicherlich ihren Gurt bestehen.
Ich bin aber nicht bereit in meinem Training nur Prüfungsvorbereitung zu machen, bei uns machen alle Leute alles mit. (soweit möglich)

Ein halbes Jahr Vorbereitung ist für einen totalen Anfänger meiner Meinung nach zu wenig, du magst es anders sehen.
Das min. Jahr hat sich bei uns jedenfalls bewährt und ich hab bei so manchen Prüfungen auch immer wieder gesehen, warum ich daran festhalte.

Warum muss sich eigentlich jeder in der Mindestzeit den nächsten Gürtel um den Bauch binden?
Es gibt genug "5-Jahre-JJ-Dan-Träger" die nichts anderes als ihrem PP können und das ist nun wirklich nicht der Anspruch den ich für meine Leute habe.

Bero
09-10-2013, 12:05
Also da ich zurzeit vor der Gelbgurtprüfung stehe, muss ich nun auch mal nachfragen, wo du die genauen Schwierigkeiten siehst, die eine so lange Vorbereitungszeit rechtfertigen?
Das Schwierigste dort sind wohl die Halte- und die Transporttechniken und für die braucht man sicherlich kein Jahr...

Es geht auch nicht darum, dass ich niemanden innerhalb von 6 Monaten zum nächsten Gurt bringen könnte.
Von dem Jahr das jemand bei mit als Anfänger trainiert fallen evtl. auch round about 6 Monate direkt auf die Sachen die er für die Prüfung braucht, er lernt aber auch mehr und das macht sich am Ende auch bemerkbar.

Der Prüfling kann halt mehr als das geforderte und ist dadurch auch insgesamt sicherer.
Ich habe schon viele Prüfungen miterlebt (aktiv wie passiv) und es waren immer die am schlechtesten, die sich mit dem Minimum zufrieden gegeben haben.

DerLenny
09-10-2013, 12:35
Wenn es mal so einfach wäre, einfach zeigen, ein paar Mal machen und gut is.

Weißt du was ich inzwischen für Bewegungslegastheniker gerade im Jugendbereich ins Training bekomme?
Die können kaum in der 50/50 Verteidigungsstellung stehen, ohne wie ein Lämmer******* zu wackeln.
Da ist die Bewegungslehre schon eine Herausforderung für sich.

HGandschuhe an, Boxsack. Dadurch ergibt sich ein sicherer Stand mit wenigen Korrekturen von selbst. Dann Jabs mit Shuffle (Push Drag und Step Drag). Dann mit Bewegung um den Boxsack. Dadurch haben sie Shuffles und Schrittdrehungen schnell drauf.
Pratzendrills für die restlichen Geschichten - "Birne wegnehmen" ist deutlich leichter, wenn man die richtige Motivation (wie zum Beispiel eine nahende Faust) hat. Dann Kontern (wodurch sich wieder die korrekte Stellung ergibt).
Das wiederholst du jedes mal im Training (natürlich in Variationen ;) ) und nach 6 Monaten passt das für gelb.




Wenn ich jetzt natürlich das halbe Jahr bis zur ersten Prüfung nur für die Prüfungsvorbereitung nutze, können die Sicherlich ihren Gurt bestehen.

Da sehe ich den ersten Denkfehler. Wenn du Prinzipien, Struktur und Haltung in Drills und Randori lehrst, dann ergibt sich das für die Prüfung gefragte Zeug automatisch - eben weil gelb GRUNDLEGEND ist. Du kannst ja fast nichts machen, wo nicht die Grundaufgabe von gelb enthalten ist.



Warum muss sich eigentlich jeder in der Mindestzeit den nächsten Gürtel um den Bauch binden?

Muss er doch nicht. Aber wir reden hier von den absoluten Grundlagen. Die auf dem Niveau eines Einsteigers gezeigt werden. Der sich dann innerhalb seines KK Lebens verbessern wird. Von Gurt zu Gurt.

Gelbniveau (DJJV) ist jemanden, der es schafft die Birne aus der Schusslinie zu nehmen, der am Boden eine Idee von günstigen vs. ungünstige Positionen hat, zwischen diesen bei einfachen Triggern wechseln kann, die Idee von Hebeln, Struktur und Balance verstanden hat.

Und daraus ergibt sich das Prüfungsprogramm und vieles darüber hinaus.




Es gibt genug "5-Jahre-JJ-Dan-Träger" die nichts anderes als ihrem PP können und das ist nun wirklich nicht der Anspruch den ich für meine Leute habe.

offensichtlich. Wenn die Leute nach einer Zeit, die nach Ansicht des Prüfungsauschusses schon (fast) für blau reichen würde auf gelb prüfst.
Und da wir ja alle eine Steigerung erwarten, gehe ich davon aus, dass es dann auf Orange auch 1-2 Jahre sind, dann auf blau 2-3, braun dann wohl 4-8 Jahre. Auf Schwarz nochmal. Dann kommen deine Schüler in etwa nach 12-23 Jahren zu ihrem Schwarzgurt. Oder, wenn deine Ansprüche mit der Zeit nicht wachsen eben nach 7-14 Jahren.

Klingt für mich komisch, aber es ist dein Ding.

Cillura
09-10-2013, 12:38
Danke Lenny. Sehr schön erklärt :)

Bero
09-10-2013, 12:55
Ich glaube Lenny wir sind da gar nicht so weit von einander entfernt.

Dieses "Nebenbei" ist ja genau das worum es bei mir geht. Der Aspirant nimmt am Training teil und bekommt so alles vermittelt, was er für das bestehen der Prüfung braucht.

Dadurch das er die "Basics" nicht isoliert trainiert, sondern in einem Kontext vermittelt werden, verinnerlicht der Schüler sie einfach besser.

Du beschreibst es sehr gut, der Prüfling soll nicht lernen: "Ich nehme die Birne runter weil´s in der Prüfung gefordert wird", sondern weil er sonst eine gezimmert bekommt.
Auch was "Wie" wird auf diese Weise viel besser geschult, als im luftleeren Raum.

Die Frage wo wir anscheinend auseinander gehen ist die, wie lange ein absoluter Neuling braucht, um auf diesem Weg zu lernen und Fit für die Prüfung zu werden.
Meiner Erfahrung reichen hier 6 Monate einfach nicht aus, deswegen unsere Jahresvorgabe.

DerLenny
09-10-2013, 12:59
Was bringst du deinen Leuten in dem Jahr bei?

Cillura
09-10-2013, 13:03
Bei unseren Kids dauert es bei uns in der Regel auch länger als ein halbes Jahr. Das liegt aber nicht am vermittelten Stoff, sondern eher an der Trainingsmoral. Komm ich heut nicht komm ich morgen - so in der Art. :rolleyes: Aber hey, gelb ist in nem halben Jahr locker drin. Das hab ja sogar ich geschafft - obwohl mein Kopf zu Prüfungen generell wieder leer ist. :D

Bero
09-10-2013, 13:14
Sie nehmen so weit es geht am regulären Training teil und lernen die Grundlagen die sie benötigen.

Am Anfang liegt er Fokus auf Deckung/Abwehr, Fallschule, Bodentechniken, Atemi und etwas Bewegungslehre damit sie am Randori/Sparring/Pratzendrill teilnehmen können.
Dadurch lassen sich fast alle Bereiche der Gelbgurtprüfung ganz praktisch trainieren, ohne tote Bewegungen auszuführen.

Nach einem Jahr sind die meisten dann so Fit, dass sie die Prüfung mit etwas separaten Prüfungstraining, mal eben nebenbei ablegen können.

Manche haben dieses Level auch sicher schon nach 6 Monaten, das Gro aber nicht und die anderen werden durch das zusätzliche Training ja nicht schlechter.

Irgendwie diskutieren wir beide am Ende immer über mein Training. ;)

DerLenny
09-10-2013, 13:57
Ok, ich geb dir mal nen Beispiel, wie ich das in etwa bei mir aufziehe, damit wir nicht über Dein Training reden brauchen.

Nehmen wir mal einen einfachen (kooperativen) Drill am Boden.

A ist Bs Guard.
A öffnet die Guard, passiert die Guard, geht in Side Control, wechslet hier von kesa zu yoko wie es geschickt ist und geht bei Gelegenheit in die Mount. Nach ein paar Befreiungsversuchen von B, mach A einen Frankenstein Choke, B macht nen Trap'n'Roll Escape und ist in As Guard. Gleiches Spiel, vertauschte Rollen. Nächste Runde andere Seite, etc.

Damit hast du einen Teil von Gelb und Grün abgedeckt.

Einfacher Stand-Up Drill
Angreifer mit Schwinger / Ohrefeige oder ienfach nur Überschreiten des "Sicherheitsbereichs" - Eingang unter eigendeckung , in Clinch gehen, Body Fold Takedown, in Mount kontrollieren, GnP starten mit Americana oder Armbar abschließen.
Alternative wäre ein anderer Eingang und Gegner mit freiem Würgen in Kombination mit "Beinstellen" zu Boden (in Kesa) bringen.

Zum Äufwärmen Schlag Kombis in der Gruppe, dann Pratzenarbeit, dann Drills am Partner, je nach Stand Sparring, oder Sparringsübungen (Jab Sparring, Lanzendrill, etc)
Wenn es eher Wurf und bodenlastiger ist, aufwärmen mit GM, Animal Movements und Roll Übungen, Fallen am Partner oder lockeres einwerfen, Kuzushi Drills, etc.
Dann Drills zur Distanzüberbrückung, Trennung. Boden Übungen, Boden Randori.

Ich mach 2 Wochen Schwerpunktsblöcke und 1 Woche Wh.

2 Wochen Thema 1
2 Wochen Thema 2
1 Woche Thema 1 Wh
1 Wochen Thema 2 Wh.
2 Wochen Thema 3
etc.

Da ich anhand von Ideen und Prinzipien unterrichte, können die Schüler ihr Zeug aus Thema 1 in der Regel für Thema 2 anpassen, und das von T1 und T2 dann wieder für T3.

Sollte es mal "gar nicht passen" weil eine Neue dabei ist, dann bekommt sie ein extra Training, das ggf. auch auf ihre Interessen zugeschnitten ist (dabei aber die Grundlagen fürs nächste Training legt - meist können sie bei 2ten oder 3ten mal das meiste direkt mit machen).

Bero
09-10-2013, 14:36
Finde ich wirklich gut, vor allem die Schwerpunktblöcke.

Ich setzte es ähnlich um, allerdings bin ich nicht der einzige Trainer und habe entsprechend nicht immer die Trainingsgewalt.

Wie schon geschrieben, ich finde auf dem von dir beschriebenen Weg lassen sich die Anforderungen für die Prüfungen ganz ausgezeichnet und vor allem praxisorientiert unterrichten, deswegen gehe ich ihn ja auch soweit als Möglich.

Wie lange dann jemand braucht, um auf ein entsprechendes Niveau zu kommen, ist dann nochmal eine individuelle Sache und liegt auch im Blicke des Prüfers.
Meiner Erfahrung nach sind da 6 Monate, für die meisten komplett Neuen, nicht ausreichend.
Entsprechend bei haben wir bei uns die 1 Jahres Regelung eingeführt.

DerLenny
09-10-2013, 14:56
Jo, da werden wir einfach andere Ideen haben, was ein Gelbgurt können sollte. Hast du für jeden Gürtel genaue Vorstellungen, welche Ziele erreicht werden sollen, was du nicht mehr sehen willst, etc?
Sind diese regeln für dich absolut, oder relativ?

Bero
09-10-2013, 15:28
Da wir im DJJV sind, gilt für uns natürlich auch deren PO.
Die Frage ist entsprechend nicht Was, sondern Wie (Bzw. in welcher Qualität) das geforderte gezeigt wird.

Um meine Erwartungen an dieser Stelle zu erfüllen, reichen 6 Monate Training für die meisten Anfänger einfach nicht aus, nochmal 6 Monaten weiter sieht das Ergebnis deutlich souveräner aus.

Ich muss dazu aber auch sagen, dass meine Intention nicht in einem knappen bestehen unserer Schüler liegt. ("Ok, seine 3 hat er ja überall.")
Sie sollen durch die Prüfung durchmarschieren als ob es nur Pro Forma wäre und man ihnen die Gürtel eigentlich auch einfach so geben könnte.

Ich habe die Folgen von "Gürtelhatz" schon oft genug gesehen und das ist nichts, was ich für meine Leute anstrebe.

DerLenny
09-10-2013, 15:36
Hehe, ich hatte meine Frage extra so gestellt.
Wenn das jemand vorturnen kann, ist das ok, aber für mich kein Kriterium für einen Gürtel. Für Dich ja auch nicht, du hast ja eigene Vorstellungen, was man können muss. Und ich habe mich eben gefragt, ob du diese Vorstellungen ("das wie", wie du es nennst) für Dich schon mal konkret durchdacht hast.

Wie unterscheidet sich für dich dein Gelb- von deinem Grüngurt?
Was hat er (ausser "mehr Techniken") dem Gelbgurt voraus?

Bero
09-10-2013, 16:28
Die Diskussion haben wir irgendwie doch schon mal geführt. :)

http://www.kampfkunst-board.info/forum/f92/wollte-mal-fragen-ju-jutsu-findet-152450/index3.html


Wie unterscheidet sich für dich dein Gelb- von deinem Grüngurt?
Was hat er (ausser "mehr Techniken") dem Gelbgurt voraus?

Bei uns, min. 2 Jahre Training und damit ein entsprechendes Können.
Die Bewegungen sind flüssiger, das Repertoire größer, er kann reagieren auch wenn etwas nicht nach "Plan" verläuft, alles wird automatisierter, usw.

Das ist ja ein Prozess, den der Trainer als Prüfer zumindest bis Grün begleitet und mitverfolgt. (ab da geht's ja auf Bezirksebene)
Wenn jemand in der Zeit vom 5. auf den 3. Kyu keine nennenswerten Fortschritte mehr macht, dann sollte er auch keine Prüfung ablegen dürfen und der Trainer sollte sich mal fragen: "Warum wird der nicht besser?". (Oder er kriegt den Dan weil er einfach verdammt gut ist:))

DerLenny
09-10-2013, 16:55
Wie äussert sich das "entsprechende Können"?
Was lernen sie in diesen 2 Jahren mehr?

Du scheinst dir hier noch nicht bewusst gemacht zu haben, welche Maßstäbe du intern für Dich angelegt hast. Du sieht jemanden, und denkst "der ist noch nicht so weit" oder "der sollte besser noch warten" oder "der sollte mal langsam Prüfung machen" etc. - aber du kannst IMO noch sagen, woran du das fest machst.

Ist auch kein großes Ding, viele machen das aus dem Bauch raus. So wie sie auch in Prüfungen ihre Noten aus dem Bauch raus vergeben.

Du wirst wahrscheinlich auch nicht direkt sagen können, wie du wertest. Du hast ein Gefühl, dass auf deiner Erfahrung als Trainer beruht.
Mich persönlich hat es weitergebracht, mir klar zu machen, was ich bei welchem Gürtel erwarte.
Einfach weil es mir erlaubt hat, mein Training umzustellen, um dem gerecht zu werden.

Bero
09-10-2013, 17:47
Ich bin mir durchaus bewusst, was ich in einer Prüfung in welcher Qualität sehen oder eben auch nicht sehen will.

Selbstverständlich findet dabei auch einiges "aus dem Bauch" heraus statt und wird von meinen Erfahrungen/Vorlieben beeinflusst.
Das ist bei jedem Prüfer den ich kenne so, wir sind alles auch nur Menschen und jede Prüfung ist entsprechend auch zum Teil etwas subjektives.

Ich würde diese Diskussion allerdings an dieser Stelle gerne beenden, da sie nicht wirklich was mit der Ausgangsfrage zu tun hat.

Da mich deine Meinung und vor allem Erfahrung aber wirklich interessiert, würde ich das ganze gerne per PM vorsetzen, wenn das für dich OK ist.

soto-deshi
09-10-2013, 20:20
Hallo xWhitemanx,

Dein Nickinamen ist schwerer zu schreiben als das Prüfungsprogramm für die ersten zwei Prüfungen im JuJutsu des DJJV.

Du kannst Dich mit dem Ju-Jutsu 1X1 beschäftigen und ständig bei den Techniken nachsehen, was Du machen willst.
Du kannst Dir auch das Buch von Christian Braun, gebraucht bei amazon kaufen," Prüfungsprogramm von Gelb- und Orangegurt ", dort wirst Du für die ersten Prüfungen alle Techniken mit einigen Beispielen erläutert vorfinden.

Warum Du dann bei einem Training pro Woche, dieses Programm nicht lernen könntest, entzieht sich meiner Vorstellung.
Wenn ich mich daran erinnere, wie oft die meisten zum Training kommen, da wird die Halle erst kurze Zeit vor der nächsten Prüfung richtig voll.

Hast Du einen Partner im JuJutsu der sich mit Dir auf die Prüfung vorbereitet, dann wirst Du die Prüfung auch locker bestehen.
Was meine Vorredner da alles an wichtigen Sachen für eine längere Prüfungszeit vorstellen, ....
Ju-Jutsu ist ein Mischsystem, wenn es Dir möglich ist, mache Judo nebenbei und Du lernst einfach besser die Fallübungen, die Bodentechniken, ..

Viel Spaß.

:ups:

soto-deshi
10-10-2013, 05:34
Hallo Bero,

Du schreibst:


Da wir im DJJV sind, gilt für uns natürlich auch deren PO.
Die Frage ist entsprechend nicht Was, sondern Wie (Bzw. in welcher Qualität) das geforderte gezeigt wird.


Da komme ich nun nicht mit. Das Prüfungsprogramm für den gelben bzw. orangen Gürtel im JuJutsu, des DJJV, wird klar erläutert.
Das kann ich im Ju-Jutsu 1x1 des DJJV gut nachlesen.


Um meine Erwartungen an dieser Stelle zu erfüllen, reichen 6 Monate Training für die meisten Anfänger einfach nicht aus, nochmal 6 Monaten weiter sieht das Ergebnis deutlich souveräner aus.


Was machst Du in Deinem Verein anders?
Wer sich mit dem Prüfungsprogramm des Ju-Jutsu beschäftigt, wird doch in der Lage sein, diese Techniken - nachdem sie der Ausbilder erläutert hat - mit seinem Partner einzuüben?
Es gibt keine Formen, kein Sparring, einfach nur das Prüfungsprogramm das bei der Prüfung abgefragt wird.
Dazu noch, ist bei uns noch immer so, auch für die Prüfung für den braunen Gürtel nur ein fremder Prüfer erforderlich.
Wer läßt schon die Leute aus seinem Verein durchfallen, die er vorher im Training hatte und die Techniken vermittelte?

Ju-Jutsu ist Breitensport, sagte unser Trainer immer.

xWhitemanx
10-10-2013, 06:53
Bei mir gehts darum, dass ich den Gelbgurt schnell bekomme. Damit ich flexibler bin und 2x die Woche gehen kann anstatt 1x.

Die Meinungen nach der Dauer gehen ja stark auseinander.
Dann rechne ich einfach mal mit einem Jahr.

DerLenny
10-10-2013, 09:13
Nur damit ich das richtig verstehe: Bei euch in der Gruppe wird für "weiss" nur einmal Training pro Woche angeboten? Dann 2x für gelb und ab blau dann 3x?

Red mit deinem Trainer. Frag ihn was du daheim üben kannst, und sprich ihn ein mal im Monat darauf an, woran du im nächsten Monat primär arbeiten solltest.

Werde von "jemanden der ins Training geht" zu jemanden, der trainiert :)

Bero
10-10-2013, 09:20
Eigentlich ist die Sache recht einfach, dein Trainer wird dich irgendwann fragen: "Am Tag XY ist Prüfung, willst du da mit antreten?".

Ob das jetzt nach der Mindestzeit von 6 Monaten oder doch nach einem Jahr passiert, liegt ganz im ermessen des Trainers.
Du kannst dich im Ju Jutsu nämlich ohnehin nicht selbst für eine Prüfung anmelden.

Des weiteren kannst du auch davon ausgehen das, wenn dich dein Trainer für eine Gelbgurtprüfung anmeldet, du diese wohl auch bestehen wirst.

Da es bei euch anscheinend so ist, dass man nur an mehreren Trainingstagen teilnehmen darf, wenn man die entsprechende Graduierung hat, könnte ich mir vorstellen das die erste Prüfung eher früher als später auf die zu kommt.
(Allerdings finde ich es wie schon geschrieben recht wiedersinnig das gerade Anfänger, die am meisten "Aufsicht" brauchen, am wenigsten Trainieren können.)

Also mein Rat wäre einfach fleißig weitertrainieren und Alternativ könntest du auch einfach mal mit deinem Trainer reden. ;)

Edit: Lenny war schneller.

Bero
10-10-2013, 10:41
Da komme ich nun nicht mit. Das Prüfungsprogramm für den gelben bzw. orangen Gürtel im JuJutsu, des DJJV, wird klar erläutert.
Das kann ich im Ju-Jutsu 1x1 des DJJV gut nachlesen.

In der PO steht nur Was gezeigt werden muss und welche Prinzipien dabei zu beachten sind.

Wie die einzelnen Techniken gezeigt werden, bleibt aber frei gestellt und hier liegt der Hase im Pfeffer.
Auch die Qualität des Ausführung ist nicht genau definiert, die 3 (nötig zum bestehen des Prüfungsfaches) gibt es bei "Ausführung mit Feinfehlern oder kleinen Abweichungen mit mindestens befriedigendem Gesamteindruck".
Tja und was für den einen ein Feinfehler, ist für den anderen vielleicht ein nicht hinnehmbarer Lapsus.
Prüfungen sind eben keine exakte Wissenschaft.



Wer sich mit dem Prüfungsprogramm des Ju-Jutsu beschäftigt, wird doch in der Lage sein, diese Techniken - nachdem sie der Ausbilder erläutert hat - mit seinem Partner einzuüben?
Es gibt keine Formen, kein Sparring, einfach nur das Prüfungsprogramm das bei der Prüfung abgefragt wird.

Da muss man trennen, einmal habe ich die mit dem Partner vorzuführenden Techniken und dann sind da noch die Bewegungsformen, Abwehrtechniken, Komplexaufgaben, etc.

Beim mit dem Partner "einstudierten" Technikteil, wird neben der geforderten Aktion, auch die gesamte Kombination als ganzes bewertet.

Bei den "freien" Parts kommt es eher darauf an welche Anforderungen ich an den Prüfling stelle und wie ich diese Prüfe.

Nehmen wir doch das Beispiel Abwehrtechniken "Passivblock" im Gelbgurt.
Hier kann ich den Prüfling die die Blocks einfach einmal trocken (ohne Angreifer) ausführen lassen.
Das kann ich jedem in 5 Minuten beibringen aber dadurch versteht man sie nicht wirklich. Man imitiert die Bewegung quasi nur.

Ich kann ihn aber auch von einem anderen Prüfling mit Boxhandschuhen immer wieder mit Schlägen und Tritten angreifen lassen und das alles auch noch in Bewegung.
Hier muss der Prüfling die Techniken dann nicht nur Pro Forma machen, er muss sie tatsächlich "verstehen", weil er sich sonst eine fängt.
Nebenbei muss er sich dann auch noch im Raum bewegen, was wiederum eine gute Bewegungslehre erfordert.

Wie du siehst, zwei ganz unterschiedliche Methoden ein und das selbe zu Prüfen und während ich für Variante 1 kaum Training investieren muss, erfordert Variante 2 viel mehr Arbeit und entsprechende Übung.

Das kann ich jetzt auch noch für alle anderen Bereiche fortsetzen aber wie schon geschrieben, soll das hier eigentlich nicht das Thema sein.


Ju-Jutsu ist Breitensport, sagte unser Trainer immer.

Natürlich ist auch unser Ju Jutsu Breitensport, wir sind in einem Verein organisiert der jedem offensteht und den die Leute in ihrer Freizeit besuchen.

Für mich ist Breitensport aber kein Synonym für lasches Training. Der Boxverein in dem ich mal Trainiert habe war auch ein Breitensportverein und der hatte das härteste Training, an dem ich jemals das Vergnügen hatte teilzunehmen.

DerLenny
10-10-2013, 11:01
Zu deinen Passiv Block Beispiel -
Du hast nen Schüler den du für die Prüfung trainiert hast. Er kann sein Zeug.
Jetzt geh mal davon aus, dass ein anderr Prüfling (von auswärts) seit 6 Jahren boxt. Dein Prüfling auf Gelb wird vermöbelt werden.

Ändert das die Qualität der Ausführung, die nach deiner Einschätzung für Gelb gereicht hat?

Der Prüfer wird dann wohl den Boxer anweisen, es ruhiger angehen zu lassen.

Was lernen wir daraus? Übung macht den Meister.
Ein Gelbgurt muss Dinge (wie den Passiv Block) auf Gelbgurt Niveau zeigen können. Und Gelbgurt ist nun mal ganz weit unten. Wie hart/ schnell es da sein darf ist zum einen vom Prüfling abhängig, dennoch gibt es eine gewisse Mindestanforderung, die alle erfüllen sollten.
Aber dennoch ist es eben ein Niveau das recht weit unten ist. Wenn man regelmäßig sparrt wird dieses Niveau eh deutlich höher als das der reckturn Fraktion sein ;)

Mein Hauptproblem beim Passivblock ist eher, dass ich ihn gegen einen(!) bekannten, in keiner Weise überraschenden Angriff in der Prüfung zeigen muss.

xWhitemanx
10-10-2013, 11:25
Ab welcher Gürtelfarbe kann man dann JuJutsu wirklich sinnvoll einsätzen? Bzw ist in dem Sport schon richtig gut?

DerLenny
10-10-2013, 11:26
http://politicalscrapbook.net/wp-content/uploads/2012/11/tumbleweed.jpg

Cillura
10-10-2013, 11:39
Lenny, du erlaubst?

Wie lange braucht man bis zum Schwarzen Gürtel? - SpecialMove.de (http://www.specialmove.de/rant/wie-lange-braucht-man-bis-zum-schwarzen-gurtel/)

:D

ommo
10-10-2013, 12:27
...Ich empfehle auch Lenny's Gelbgurt-Prüfungsvorbereitung.

Gedanken zum Ju-Jutsu (DJJV) Prüfungsprogramm ( Gelb ) - SpecialMove.de (http://www.specialmove.de/rant/gedanken-zum-ju-jutsu-djjv-prufungsprogramm-gelb/)

Gruß ;)

DerLenny
10-10-2013, 14:40
Und zum Thema daheim trainieren / besser werden passt das hier:

Trainingsstunden > Trainingsjahre - SpecialMove.de (http://www.specialmove.de/traditionelle_kampfkuenste/trainingsstunden-trainingsjahre/)

So, jetzt haben wir mein Blog aber genug verlinkt;)

Cillura
10-10-2013, 15:24
Und zum Thema daheim trainieren / besser werden passt das hier:

Trainingsstunden > Trainingsjahre - SpecialMove.de (http://www.specialmove.de/traditionelle_kampfkuenste/trainingsstunden-trainingsjahre/)

So, jetzt haben wir mein Blog aber genug verlinkt;)

Uuuuh. Den hab ich ja noch gar nicht gesehen. Gleich mal ausrechnen, wieviel ich bisher Stündchen auf dem Buckel hab. :D Ich rechne mal mit nem 46 Wochen-Jahr. Hab so gut wie gar keinen Trainingsausfall.

Arnis: 2h je Woche = 92h je Jahr
Jiu Jitsu: 2h je Woche = 92h je Jahr
Karate: 2h je Woche auch 92h je Jahr O.o :D

Macht insgesamt:
- Arnis (3,75a): 345h
- Jiu Jitsu (3,75a): 345h
- Karate (3,25a): 299h
== 989h

Und das in 3,75 Jahren. Jeahhhhhh fast die Tausender Grenze. Und da sind keine Lehrgänge und Extratrainings mit drin. Das heißt in weiteren 32,5 Jahren hab ich 10.000 Trainingsstunden zusammen. Hoffentlich kommt nix dazwischen. :D

Kann ich da auch die 6h Kidstraining pro Woche mit einrechnen?

DerLenny
10-10-2013, 15:38
Und jetzt überleg dir mal, was 30 min zusätzlich am Tag (gerne auch 15min morgens, 15min Abends) ausmachen würden.
In deinen 3.75 Jahren wären das zusätzliche 684 Stunden gewesen.

Cillura
10-10-2013, 15:43
Ich grübel fast jeden Morgen und Nachmittag im Bus drüber nach. Kann das bloß nicht in Zeit fassen. Auch abends vorm Einschlafen nach dem Training. Da kommt bestimmt auch so einiges zusammen :D Aber das kann ich schwer berechnen :)

DerLenny
10-10-2013, 15:51
Eigentlich müsste man auch überlegen wie sinnig das Training ist. Bringt dich das Grübeln weiter? Bringt dich dein Training weiter? Woran solltest du gerade primär arbeiten?
Arbeit ist in der (mech) Physik Kraft entlang des Weges. Kraft die nicht in Richtung des Wegs geht, zählt nicht.
Im Training ist es ähnlich. Traiingszeit, die dich nicht voranbringt zählt nicht. Training, das nur etwas voranbringt, zählt auch nur etwas. Daher können kurze, intensive, sinnvolle Einheiten, auch wenn sie nur wenige Minuten dauern, dich ggf. deutlich weiter bringen. Diese Idee (und ein paar mehr) hab ich aus den "Talent" Büchern (kuckst du (http://www.specialmove.de/produkte/bucher-zum-thema-talent-training-ernahrung/)).

Schwieriger ist es allerdings, das Ganze umzusetzen :)

Cillura
10-10-2013, 16:04
Naja. Das Nachdenken übers Training bringt mich in sofern weiter, dass ich mir das geübte in regelmäßigen Abständen noch mal ins Gedächtnis rufe. Ich neige leicht zur Vergesslichkeit :D Gerade vor Prüfungen mach ich das verstärkt. Manchmal überleg ich aber auch, was der Trainer mit welcher Übung bezweckte (sofern er es nicht vorher gesagt hat) und ich vergleiche das mit dem was ich bisher kenne und kann. Mittlerweile fallen mir auch selbst Fehler auf, die ich unbedingt abstellen muss. Das übe ich dann auch separat. Meist gibt der Trainer noch paar Hinweise dazu.
Im Moment arbeite ich dran, meine Kraft effizient in den Boxsack zu schicken :D Irgendwie kam nämlich kaum was am Ende der Schläge im Ziel an. Geht auch mittlerweile schon besser. Zweiter großer Punkt ist "mehr bewegen". Im Sparring tust sonst immer weh :D Das wird aber auch langsam besser. Naja, und aktuell der dritte große Punkt ist Kata, weil ich bald Prüfung hab :)

Aber danke für den Tipp. Ich denk ich werd einfach so weiter machen - immo sehe ich ab und an auch mal ne Fortschritt. Wenns irgendwo klemmen sollte kann ich ja bei meinem Trainer heulen, der ist das mittlerweile ja gewohnt.

So denn, ich hüpf erstmal ins Training, den SV-Kurs scheuchen :D

alex schladt
10-10-2013, 18:50
Und zum Thema daheim trainieren / besser werden passt das hier:

Trainingsstunden > Trainingsjahre - SpecialMove.de (http://www.specialmove.de/traditionelle_kampfkuenste/trainingsstunden-trainingsjahre/)

So, jetzt haben wir mein Blog aber genug verlinkt;)

das zeigt doch nur, wie genial deine Seite ist,und das du mit deinen Ansätzen zum besseren Ju-Jutsu Training richtig liegst.Wahrscheinlich aber einfach nur im falschen Landesverband bist/warst.

DerLenny
10-10-2013, 22:10
Danke für die Blumen, aber bessere Leute als ich beißen sich da schon lange die Zähne dran aus.
Die inzwischen über ein Jahrzehnt bestehende PO wird noch immer "die neue PO" genannt. Viele Leute bilden Inseln von guten JuJu in nem Meer von... Naja, nicht so guten Dingen.

Man spürt noch immer den Flickenschusterteppich der KK Synthese aus Büchern, und die fehlende klare Linie macht es schwer im System einen guten, gemeinsamen Stand für die Ausbildung und Prüfung zu finden.

Die extrem breite Streuung, mit Fighting, Duo, ne-waza, Show als Wettkampfsysteme und SV, Polizei und Hobbysystem auf der "nicht Wettkampfseite" wobei sich das auch wieder in die Turner, Minamalisten und Wrestlingfans spaltet, macht es sehr schwer von einem einheitlichen System zu sprechen.

Wobei ich lange nicht sominzufrieden war - das kam erst, als ich gesehen habe, wie es auch anders geht. Und wenn man dann vergleicht, ändert sich der Blickwinkel auf vieles.

Als Lehrer habe ich mir dann einfach mal die Frage gestellt, was mir der DJJV bringt. Was er meinen Schülern bringt. Und mich dann, nach dieser Abwägung eben entschlossen nicht mehr nach DJJV Konzepten zu unterrichten und zu prüfen. Einfach, weil das für mich und meine Schüler keinen Sinn gemacht hat.

Wenn ich den Verband als Dienstleister ansehe, dann hatten ich keinen Bedarf an den gebotenen Leistungen.

soto-deshi
12-10-2013, 07:47
Hallo DerLenny,

ein sehr guter Beitrag, der das Probleme des Ju-Jutsu sehr deutlich macht.



Man spürt noch immer den Flickenschusterteppich der KK Synthese aus Büchern, und die fehlende klare Linie macht es schwer im System einen guten, gemeinsamen Stand für die Ausbildung und Prüfung zu finden.


Das wird sich auch nicht verbessern, wenn man weiterhin" sammelt" und denkt mit vielen Techniken aus anderen Stilrichtungen wird das Ju-Jutsu besser.

Royce Gracie 2
12-10-2013, 18:26
Ich finde man kann überhaupt nicht verallgemeinern.
Menschen lernen je nach sportlichem Talent total unterschiedlich.

Ein sehr sportlicher Mensch wird auch das schwarzgurt Programm nach
3-4 Monaten training vorturnen können.
Ein anderer wird nach 4 jahren training sich noch bewegen wie der letzte über seine eigenen Beine-Faller.

Ich fands interessant was hier so geschrieben wurde.

Etwas können ist im Kampfsport doch sehr relativ.
Ich beschäftige mich nun 10Jahre mit Kampfkunst/Sport davon 8,5Jahre praktisch (1,5 Jahre konnte ich aufgrund von Krankheit nur 1x alle 2 Wochen trainieren) und ca. 2-3 Jahre davon waren höchst intensiv auf Leistungssportniveau (7-10x Woche Training+Wettkämpfe international und national).

Und trotzdem gelingen mir so einfache Dinge wie eine rechte Gerade oder ein middlekick nicht jedesmal 100%.

Ich glaube es gibt viele Schwarzgurte die keinen ordentlichen jab haben !
Obwohl das ja offensichtlich einfach nur nen Schlag mit der Führhand ist.


Gürtelprüfungen sind einfach nur für die Motivation der Schüler und den Geldbeutel des Verreins.
Sparring ist gut und wichtig aber es kann kein isoliertes Techniktraining ersetzen ! Das begreift man erst wenn man ein gewisses Level hat :D

Schattenboxen bei Anfängern bringt nur bedingt was.
Solange man Hüfte und Schultern nicht gescheit einsetzt und die Balance bei den Schlägen nicht stimmt macht man kaum mehr als einen tanz

Sparring ist wichtig , hat aber den Nachteil das wenn man zu viel Wert drauf legt nur die immer gleichen Techniken probiert werden, da man unter Druck nicht frei agieren kann. So wird ein technik einschleifen im schlimmsten Fall sogar verhindert

Quaestor
13-10-2013, 00:01
Sparring ist wichtig , hat aber den Nachteil das wenn man zu viel Wert drauf legt nur die immer gleichen Techniken probiert werden, da man unter Druck nicht frei agieren kann. So wird ein technik einschleifen im schlimmsten Fall sogar verhindert


Das Problem beim Ju-Jutsu ist wohl hauptsächlich, dass gar kein Sparring gemacht wird.
Gestern (DJJV-Verein) haben wir z.B. geübt, wie man bei einem Angreifer, der Führhand und Schlaghand schlägt, die Fäuse wegfegt.
Man sollte also stehenbleiben, und die Fäuse einfach mit den Händen zur Seite schieben.
Bodenkampf gibt es nicht, da der Trainer meint, dass man verhindern soll zum Boden zu kommen, und man in einer Bodensituation eh schon verloren hat.

Gelugpa
13-10-2013, 04:57
Also wenn ich Prüfung hatte, dann habe ich meine Prüfung in einer sogenannten Art Schattenboxen nochmals zu Hause durchgegangen, zwar war kein Trainer vor Ort gewesen, aber ich filmte es einfach und zeigte es mein Trainer und er konnte mir sagen was ich noch verbessern konnte.

Also ich kenne das Problem im Ju-Jutsu auch. Viele Ju-Jutsuka hatten Angst vor dem Sparring, wir hatten das dann weggelassen. Also ich muss sagen wer Sparring und Boden verneint, begeht eine Todsünde. Dann brauch ich auch kein Ju-Jutsu machen, ich finde alle beide gehören dazu. Deshalb entschied ich mich aus dem Ju-Jutsu auszusteigen.

Vanco
13-10-2013, 11:19
Bei unseren Kids dauert es bei uns in der Regel auch länger als ein halbes Jahr. Das liegt aber nicht am vermittelten Stoff, sondern eher an der Trainingsmoral. Komm ich heut nicht komm ich morgen - so in der Art. :rolleyes: Aber hey, gelb ist in nem halben Jahr locker drin. Das hab ja sogar ich geschafft - obwohl mein Kopf zu Prüfungen generell wieder leer ist. :D
bei uns im TKD macht man den 2ten Weissen(WEiß-Gelb) in der regel nach den ersten 6-8Wochen kommt aber auf die Fortschritte drauf an....und in 6Monaten kann man es zum 1ten Gelben schaffen..unsere Prüfungen finden jewals im Winter(NOv/Dez) und im frühjahr März/April...manche versuchen extrem schnell den nächsten zu jagen und andere machen nur 1mal im Jahr eine Prüfung.jeder wie er sich sicher füllt und der Trainnier sagt ja oder nein.
Jetztige Blaugurte sind ca 3-4dabei.......jeder der halt in seinem Tempo

icken
13-10-2013, 12:10
Bodenkampf gibt es nicht, da der Trainer meint, dass man verhindern soll zum Boden zu kommen, und man in einer Bodensituation eh schon verloren hat.

Wenn du im Stand einen guten und schnellen Mann (http://youtu.be/yapsbVgL2_Y) vor dir hast, hast du auch kaum eine Chance. ;)
Kannst eigentlich den ganzen Blödsinn gleich sein lassen und schwimmen gehen.

parietalis
13-10-2013, 15:34
....Gestern (DJJV-Verein) haben wir z.B. geübt, wie man bei einem Angreifer, der Führhand und Schlaghand schlägt, die Fäuse wegfegt.
Man sollte also stehenbleiben, und die Fäuse einfach mit den Händen zur Seite schieben....

dein Trainer soll mal zu einem Boxverein gehen und schauen ob er dort mit solchen Spielchen durchkommt. Jede 14-jährige Nachwuchskämpferin schickt ihn auf die Bretter.

Royce Gracie 2
13-10-2013, 17:33
dein Trainer soll mal zu einem Boxverein gehen und schauen ob er dort mit solchen Spielchen durchkommt. Jede 14-jährige Nachwuchskämpferin schickt ihn auf die Bretter.

Kommt drauf an wie es umgesetzt wird.

Fäuste fangen und leucht zur zeite ableiten ist eine sehr gängige und auf Sv niveau gut funktionierende Methode.
Selbst im boxen ist "catchen" zeitweise sehr wirkungsvoll

Schnueffler
13-10-2013, 21:40
Kommt drauf an wie es umgesetzt wird.

Fäuste fangen und leucht zur zeite ableiten ist eine sehr gängige und auf Sv niveau gut funktionierende Methode.
Selbst im boxen ist "catchen" zeitweise sehr wirkungsvoll

Kommt ja immer drauf an, wie es umgesetzt wird.

Wenn ich aber teilweise folgendes sehe:
A schlägt nen Jab oder Punch, friert bei gestrecktem Arm ein und B "fängt" diesen dann und hält ihn mit zwei Fingern!
Dann weiß ich, hier wird harte, realistische SV trainiert.

DerLenny
13-10-2013, 21:57
Das "Fegen" der Hände ist nicht das Problem. Das Problem ist das "stehen bleiben/"

Leagis
14-10-2013, 12:50
Bodenkampf gibt es nicht, da der Trainer meint, dass man verhindern soll zum Boden zu kommen, und man in einer Bodensituation eh schon verloren hat.

Gehen nicht die meisten Kämpfe in der SV auf den Boden?

Klar, am Boden haben beide sofort verloren. Also unentschieden?

Cillura
14-10-2013, 12:56
Gehen nicht die meisten Kämpfe in der SV auf den Boden?

Klar, am Boden haben beide sofort verloren. Also unentschieden?



Mein Lehrer sagte mal:

Zwei gleich starke Gegner finden sich immer am Boden wieder.

:D

Bero
14-10-2013, 13:00
Ein Gelbgurt muss Dinge (wie den Passiv Block) auf Gelbgurt Niveau zeigen können. Und Gelbgurt ist nun mal ganz weit unten. Wie hart/ schnell es da sein darf ist zum einen vom Prüfling abhängig, dennoch gibt es eine gewisse Mindestanforderung, die alle erfüllen sollten.
Aber dennoch ist es eben ein Niveau das recht weit unten ist. Wenn man regelmäßig sparrt wird dieses Niveau eh deutlich höher als das der reckturn Fraktion sein ;)

Mein Hauptproblem beim Passivblock ist eher, dass ich ihn gegen einen(!) bekannten, in keiner Weise überraschenden Angriff in der Prüfung zeigen muss.

Mir ging es weniger um das Niveau des gezeigten, als viel eher um die verschiedenen Formen, wie man das Was prüfen kann und wie viel Trainingszeit man in den unterschiedlichen Fällen investieren muss.

Soll der Prüfling nur die Bewegungen ausführen, reichen auch 5 Minuten Einweisung um das Fach zu bestehen.
Soll er die Blocks aber wirklich verstehen und anwenden, ist schon einiges mehr erforderlich.

Ich trainiere diesen Part übrigens wie ich ihn prüfe, durch Anwendung. Schutzausrüstung an und fortlaufend angreifen (Schwinger, Fußstoss, Uppercut, Rückhand, Halbkreisfußtritt, usw.), während sich der andere schützt.

Ich finde übrigens, dass hier Generell zu sehr pauschalisiert wird.
Wenn ich schon Sachen wie

Das Problem beim Ju-Jutsu ist wohl hauptsächlich, dass gar kein Sparring gemacht wird.
lese.
Ich mache Sparring und in vielen anderen Vereinen die mir bekannt sind, wird es auch betrieben. Hier wird oft so getan, als ob man jeden JJ-Verein persönlich und mit Handschlag kennt.

Es gibt wirklich gutes Ju Jutsu und es gibt auch den größten Käse.
Also, Augen auf beim Eier kauf.:)

DerLenny
14-10-2013, 13:18
Liegt evtl. daran, dass sich viele Vereine an das DJJV Programm halten. Und da wird man eben eben langsam ans Sparring herangeführt. Oft von Leuten die vor 2k noch nicht in Kontakt mit Sparring gekommen sind.

Vereine mit gutem Sparring sieht man meist dann, wenn der Trainer nicht aus dem JuJu, sondern aus einer KK mit Sparringskultur kommt. Da bist du ja ein gutes Beispiel für.
Wer seinen BB vor 2k gemacht hat, der nicht sparren müssen. Und das dann zu lernen dauert etwas. Wenn man es denn lernen will.


Das Problem ist IMO wirklich die starke Splitterung innerhalb der Verbände, der unterschiedliche Stand der einzelnen Trainer, etc.
Wenn man von der PO zu einer Ausbildungsordnung wechseln würde, könnte man das in den Griff bekommen ( analog anderen Hybrid Systemen, die das schon lange so machen, um einen einheitlichen Stand zu gewährleisten). Da hab ich auch mal was in meinem Blog zu geschrieben... Ju-Jutsu Trainingsplan (http://www.specialmove.de/ratschlag/prufungsordnung-vs-trainingsplan-eine-option-fur-den-djjv) statt Prüfungsordnung.

Bero
14-10-2013, 16:01
Das Problem ist IMO wirklich die starke Splitterung innerhalb der Verbände, der unterschiedliche Stand der einzelnen Trainer, etc.
Wenn man von der PO zu einer Ausbildungsordnung wechseln würde, könnte man das in den Griff bekommen ( analog anderen Hybrid Systemen, die das schon lange so machen, um einen einheitlichen Stand zu gewährleisten). Da hab ich auch mal was in meinem Blog zu geschrieben... Ju-Jutsu Trainingsplan (http://www.specialmove.de/ratschlag/prufungsordnung-vs-trainingsplan-eine-option-fur-den-djjv) statt Prüfungsordnung.

Im Prinzip sprichst du doch das eigentlich Kernproblem des Ju Jutsu an.
Es geht nicht um fehlendes Sparring, Sammelwut, "Reckstangenturnen", etc., dass sind nur die Symptome.

Die eigentliche Ursache ist doch, dass es dem DJJV an Mut aber vor allem am Willen fehlt, dem Ju Jutsu eine ordentliche Struktur und Ausrichtung zu geben.
Man will es irgendwie allen Recht machen, alle im Boot behalten und gerade der "alten Garde" nicht zumuten, etwas neues lernen oder sich verändern zu müssen.

Die Zersplitterung ist ja auch wiederum ein Symptom dieser Richtungslosigkeit.
Da gibt es viele gute aber auch viele schlechte Vereinstrainer, einige Bezirke wo versucht wird etwas zu ändern und hin und wieder sogar mal jemandem im Landesverband mit Ambitionen.
Doch eine flächendeckende Reform um dem JJ eine neue Richtung zu geben ist leider weder in Sicht, noch erwünscht.

Was daran so enttäuscht und wohl auch für viel Verbitterung sorgt ist, dass der DJJV anders könnte wenn er nur wollte.
Als einer der größten deutschen KK-Verbände verfügt der DJJV sowohl über die finanziellen/personellen Ressourcen, als auch über die benötigte Strukturen, ein wirklich durchdachtes System auf den Weg zu bringen.
Ergo das Geld ist da, die Referenten sind da, das Wissen ist da, die Strukturen sind da aber der Wille fehlt.

Lieber kümmert man sich um den prestigeträchtigen Wettkampfbetrieb als darum, Ju Jutsu als SV-System flächendeckend auf ein einheitliches Level aber vor allem, voran zu bringen.
Dafür kann man sich nämlich keine tollen Ehrungen vom DOSB, Landessportbund oder gar Bundespräsidenten abholen.

DerLenny
14-10-2013, 16:12
Ich denke, so langsam verstehst du, warum ich aus dem Verein raus bin ;)

parietalis
14-10-2013, 17:56
Ich denke, so langsam verstehst du, warum ich aus dem Verein raus bin ;)

aber irgendwie hängst du noch dran, oder? Die Gedanken die du dir machst, die müssten sich eigentlich die Herren beim DJJV machen. Lenny, nix für ungut, aber ich fürchte du wirfst Perlen vor die Säue.

Am besten finde ich übrigens deinen Blogeintrag zum

Die Demokratur auf meiner Matte - SpecialMove.de (http://www.specialmove.de/uncategorized/die-demokratur-auf-meiner-matte/)

Eine Frage ist noch zu klären: Dürfen die abgebildeten Ringer sich nun im Training Fantasiegeschichten erzählen, oder nicht? :rofl:

Bero
14-10-2013, 18:04
Ich denke, so langsam verstehst du, warum ich aus dem Verein raus bin ;)

Verstanden habe ich dich immer schon, ich präsentiere hier ja keine neuen Fakten.
Der Unterschied ist nur, dass ich (noch?) nicht die selben Konsequenzen wie du gezogen habe.

Wogegen ich mich aber wehre, sind die hier oft sehr polemisch formulierten Aussagen einiger, die Ju Jutsu einfach mit schlechtem Training gleichsetzen.
Das diskreditiert meiner Meinung nach all die Trainer, die sich wöchentlich den A***** aufreißen, um gutes und anspruchsvolles Training bieten zu können.
Es gibt im DJJV und seinen Landesverbänden eine ganze Menge hervorragend Leute, die viel Arbeit und Fleiß in ihr Können gesteckt haben.

Aber ich muss zum Teil auch mal das andere Ende der Skala in Schutz nehmen. Wie du schon ganz richtig geschrieben hast, die schlechten Trainer können oft gar nichts für ihr schlechtes Training, denn woher sollen sie es besser Wissen? Von dem 50igsten Gegentechnik/Weiterführung-Lehrgang dieses Jahr?

Es ist der DJJV der seine Leute im Stich lässt und statt an einem neuen Konzept, besseren Lehrgängen und einer einheitliche Struktur zu arbeiten, sich lieber mit den Wettkämpfern profiliert.

Was mich eigentlich immer wütend macht ist diese Verschwendung.
Wenn ein Verband in Deutschland die Mittel hat, ein wirklich gutes, flächendeckendes System auf die Beine zu stellen, dann ist es meines Erachtens nach der DJJV.

Alles ist da, die finanziellen Mittel, das Know-How, das Personal, die Strukturen usw. aber trotzdem passiert bis auf ein paar Alibi-Aktionen nichts.

Daran wird sich wohl auch nichts ändern, bis die obere Etage ihren Hut nimmt und ich fürchte, auch dann nicht.
Die "Thronfolger" sind ja von ihren Herren nicht unbedingt wegen ihrer konträreren Ansichten ausgewählt worden.

soto-deshi
18-10-2013, 05:32
Hallo Bero,

aber das wurde bei uns nur abgefragt, einfach nur die Technik.


Soll der Prüfling nur die Bewegungen ausführen, reichen auch 5 Minuten Einweisung um das Fach zu bestehen.
Soll er die Blocks aber wirklich verstehen und anwenden, ist schon einiges mehr erforderlich.



Wenn ich schon Sachen wie
Ich finde übrigens, dass hier Generell zu sehr pauschalisiert wird.


Oder das in vielen Ju-Jutsu Vereinen einfach so geübt wird.
Einfach nicht umdenken, das Ju-Jutsu 1X1 ist das " große Lehrbuch " und danach üben und danach prüfen wir!




Es gibt wirklich gutes Ju Jutsu und es gibt auch den größten Käse.
Also, Augen auf beim Eier kauf.:)

[/QUOTE]

Dann erzähle mal, wie ein Anfänger, die guten Eier erkennen kann. Wenn auf jeder Packung Ju-Jutsu DJJV steht.
Da bin ich mal gespannt.

Der große Fehler lag schon beim Zusammenstellen von Techniken aus Büchern von Heim und Gresch. Dann wurden viele vom Jiu-jitsu als " schwarze Gürtel " übernommen,( wo war dort die Anpassung an den neuen Stil) dann wurde weiter gesammelt, gesammelt.
Eine richtige Ausbildung der " Ausbilder " ist nie erfolgt.

Dann will der Verband unbedingt groß werden, ...
einfach alles ohne einen richtigen Plan. Es ist schade.

Bero
18-10-2013, 08:49
Oder das in vielen Ju-Jutsu Vereinen einfach so geübt wird.
Einfach nicht umdenken, das Ju-Jutsu 1X1 ist das " große Lehrbuch " und danach üben und danach prüfen wir!


Es gibt um die 800-900 Ju Jutsu Vereine in Deutschland und obwohl ich über den Fachverband/Lehrgänge viel unterwegs bin, bilde ich mir doch nicht ein, auch nur einen Bruchteil von ihnen zu kennen.
Wenn ich schätzen müsste würde ich sagen, dass ich das Training von 30 bis 40 Vereinen in so weit direkt oder indirekt miterlebt habe, um mir ein ungefähres Bild von deren Qualität machen zu können.
Auf wie viele reale (also nicht "irgendwo gelesen", etc.) Berührungspunkte, wird wohl das Gro der hier sonst noch schreibenden kommen?

Entsprechend Ja ich finde, dass hier oft sehr Pauschal über die allgemeine Trainingsqualität im JuJu des DJJV abgeurteilt wird.

Versteh mich nicht falsch, ich habe auch schlechtes Ju Jutsu gesehen und wäre der letzte, der diese Tatsache abstreiten würde.
Ich habe aber auch viele Trainer gesehen, die sich jede Woche auf´s neue den A**** aufreißen um tolles Training zu bieten und diese werden durch die hier oft praktizierte "Vorverurteilung" einfach diskreditiert.

Wenn jemand sagt: "Meiner Meinung nach, ist das Ju Jutsu im Verein XY ist schlecht.", absolut Ok.
Wenn man aber sagt: "Das Ju Jutsu im Verein XY ist schlecht, darum ist auch Ju Jutsu schlecht.", dann habe ich damit ein Problem.

Das was innerhalb des DJJV als Ju Jutsu angeboten wird ist so weit gestreut, dass eine Pauschalisierung einfach nicht mögliche ist.
Hier liegt ja auch ein, von Lenny häufig angesprochenes Problem, die einheitliche Struktur fehlt.


Dann erzähle mal, wie ein Anfänger, die guten Eier erkennen kann. Wenn auf jeder Packung Ju-Jutsu DJJV steht.
Da bin ich mal gespannt.

Einem Anfänger zu erklären, woran er gutes Training (für ihn passend) erkennt, ist quasi nicht möglich.
Es gibt Indikatoren wie Sparring, kein "Vorturnen" (aliveness), etc. aber das sind natürlich auch keine Garantien.

Dieses Problem haben aber diesem deregulierten " Markt" alle KK und KS.
In allen mir bekannten Systemen (und ich kenne viele) gibt es genauso gutes wie schlechtes Training.



Eine richtige Ausbildung der " Ausbilder " ist nie erfolgt.

Dann will der Verband unbedingt groß werden, ...
einfach alles ohne einen richtigen Plan. Es ist schade.

Da sind wir im Gro auch beieinander, siehe meine beiden letzten Post.
Der DJJV lässt die Trainierausbildung, Bzw. die Weiterentwicklung "seines" Systems meiner Meinung nach gewaltig schleifen und kümmert sich statt dessen lieber um andere Sachen.

Es gibt viel am Ju Jutsu des DJJV zu kritisieren und ich mache da auch gerne fleißig mit.
Es aber einfach als "Schlecht" abzustempeln, ist aber sicherlich der falsche Weg.
Viele Leute stecken viel Arbeit und Herzblut in ihr Training und machen da was richtig Gutes, so etwas haben sie nicht verdient.

Naja, meine 50 Cent.

DerLenny
18-10-2013, 09:11
Man trifft auf den BB Seminaren die interessierten BBs. Und hier sind dann schon viele "interessante" Meinungen vertreten. Und das sind die interessierten BBs.
Auf LandesLGs kann man sich nen gutes Bild über die angehenden BBs machen.

Vereine die Fighting anbieten haben in der Regel ein sportlich anspruchsvolles Training, und zumindest von der Athletik her kann man hier kaum was aussetzen.

Ähnliches verhält es sich mit den anderen Wettkampfsparten. Wobei bei Ne-Waza auf die BJJler mit DJJV Pass gesetzt wird :)

Wer also Sport machen will und nen guten DJJV Wettkampfverein in der Nähe hat, dem kann man schon sagen, worauf er achten soll.

Bero
23-10-2013, 11:24
Vereine die Fighting anbieten haben in der Regel ein sportlich anspruchsvolles Training, und zumindest von der Athletik her kann man hier kaum was aussetzen.

Ähnliches verhält es sich mit den anderen Wettkampfsparten. Wobei bei Ne-Waza auf die BJJler mit DJJV Pass gesetzt wird :)

Wer also Sport machen will und nen guten DJJV Wettkampfverein in der Nähe hat, dem kann man schon sagen, worauf er achten soll.

Das liegt aber vor allem daran, dass es im Wettkampfbereich auch tatsächlich zu einer Evaluierung kommt.
Wenn ich für die sportliche Auseinandersetzung trainiere, bekomme ich die Quittung für schlechtes Training wohl recht schnell in Form ständiger Niederlagen.

Bei Training mit SV-Bezug sieht die Sache schon anders aus, im besten Fall tritt das worauf ich hintrainiere, nie in Erscheinung.
Das ist an und für sich ja schon Paradox, ich trainiere um mich verteidigen zu können und hoffe darauf, mich nie verteidigen zu müssen.
Wenn dann noch die, der Realität zumindest nahekommenden Trainingsmethoden Randori/Sparring/Szenarios wegfallen, wird es meiner Meinung nach Kritisch.

In solchen Vereinen trifft man dann häufig auch auf Leute mit einem sehr verzehrten Bild vom eigenen Können aber auch von "wirklicher" Gewalt.
Das ist übrigens auch kein exklusives Problem des JJ, sondern findet sich eigentlich in allen Stilen, die sich in irgendeiner Form "SV" auf die Fahnen geschrieben habe.
Das durfte ich diesen Sommer, auf meiner Seminar-"Odyssee", mal wieder Hautnah erleben.

Entsprechend gebe ich dir auch recht, wenn mein Fokus auf dem Wettkampf liegt, lassen sich viel eher Indikatoren für gutes Training fest machen und vermitteln.
Deshalb finde ich es auch so wichtig das sich jeder klar macht, warum und mit welchen Erwartungen man ins Training geht.

Diese Unkenntnis der eigenen Interessen sorgt glaube ich auch generell immer wieder für unnötigen Verdruss.
Wenn ich etwas in Richtung SV machen will aber in einen JJ-Verein mit Schwerpunkt Duo gehe, werde ich wohl eine Enttäuschung erleben.
Das heißt aber weder, dass das Duo-JJ noch der Verein zwangsläufig schlecht sind, es entspricht nur nicht meinen persönlichen Anforderungen, für jemand anderes ist es evtl. genau richtig.

DerLenny
23-10-2013, 12:01
Zustimmung von meiner Seite - daher auch die Einschränkung auf "wer Sport machen will."

Aber sag mal, war nicht dein Job, das DJJV Modell vehement zu verteidigen, und mein Job darauf hin zu weisen, wo es zu Problemen kommt? ;)

Bero
23-10-2013, 12:28
Aber sag mal, war nicht dein Job, das DJJV Modell vehement zu verteidigen, und mein Job darauf hin zu weisen, wo es zu Problemen kommt? ;)

Mea Culpa, da habe ich wohl die Stellenbeschreibung nicht richtig gelesen, wird nicht wieder vorkommen.

Ab Hey:
Das heißt aber weder, dass das Duo-JJ noch der Verein zwangsläufig schlecht sind, es entspricht nur nicht meinen persönlichen Anforderungen, für jemand anderes ist es evtl. genau richtig.
Das kann man doch durchaus als Verteidigung stehen lassen. :rolleyes:


...daher auch die Einschränkung auf "wer Sport machen will."

Es ist meiner Meinung nach ein sehr interessantes Phänomen, das gerade bei den Ausübende der oft "geschmähten" Kampfsportarten (Boxen, Karate, Judo, TKWD, etc.), ein wesentlich differenziertes Bild der eigenen Fähigkeiten vorherrscht, als bei den ganzen SV-/Hybrid-/Combat-/Kampfkunst-/*undwiesiealleheißen*-Systemen, die den Kampf nur trainieren aber nie wirklich Kämpfen.

Das geht manchmal so weit, dass das eigene Können sogar unterschätzt wird.
Ich treffe immer wieder Kampfsportler, die fast schon entschuldigend sagen: "Ich mach das ja nur als Sport und nicht um mich verteidigen zu können", deren Wehrhaftigkeit ich aber im Ernstfall bedeutend höher einschätze würde, als bei so manchem JJ-ka, WT-ler, FMA-ler, Kravist, etc., die ich kennen lernen durfte.

Der Grund liegt auf der Hand, im Kampfsport wird in der Regel auch wirklich gekämpft und nicht nur darüber geredet.