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Vollständige Version anzeigen : Thoughts on JKD



jkdberlin
05-12-2013, 08:44
7ciJr7qeU5Y

Tacket und Bremer über JKD...wie seht ihr das?

christianauskiel
06-12-2013, 10:15
Super Frank ! Da werden lustige alte Erinnerungen wach. Z.B. an das Seminar in Speyer.....!!!!

Meine persönliche Meinung zum Inhalt des Interviews mit Tim Tackett und dem "Biu Gee" (Bremer) :

Eine solides Fundament ist immer gut. Aber hin und wieder ist eine Sanierung/ Modernisierung nicht verkehrt sonst nagt der Zahn der Zeit und es bricht !

Effektive Werkzeuge gibt es viele. Gibt es eins für alle Fälle ? Nein !
Musst viele ausprobieren um das Richtige zu finden. Immer wieder ! Und musst Alte gegen Neue ersetzen.

Ist das dann noch JKD ? Ja !
Darf man das dann noch JKD nennen ? Ja !

Nichts "Halbes und nicht Ganzes" ist kein JKD.
Über vieles reden, aber nichts davon beherrschen ist auch kein JKD.

Was JKD also vor Allem ist : Training, Training, Training und Training.....!

Fazit : JKD steht für Weiterentwicklung und nicht für Tradition !

Ganz anderes Thema ist natürlich der kommerzielle Aspekt !
Wer ein Stück von diesem Kuchen beansprucht, der tut vielleicht gut daran, sich auf alte Werte zu berufen ! Keine Ahnung...


Gruß
Christianauskiel

astrid
08-12-2013, 03:51
Danke, Christian. Du hast es mE sehr gut auf den Punkt gebracht.


Ganz anderes Thema ist natürlich der kommerzielle Aspekt !
Wer ein Stück von diesem Kuchen beansprucht, der tut vielleicht gut daran, sich auf alte Werte zu berufen ! Keine Ahnung...

Zu dem "ganz anderen Thema" noch ein Gedanke von mir: Es müssen nicht immer kommerzielle Gründe dahinterstecken. Manchmal habe ich den Eindruck, daß so manche Leute auch glauben am meisten zur Sache (= Entwicklung/Qualitätssicherung des JKD) beitragen zu können, wenn sie Fehler von anderen aufzeigen und diese auszumerzen versuchen. Dabei wird nicht selten das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Also man findet einen Fehler und verwirft damit auch vieles was eigentlich gut wäre. Somit schadet man der ganzen Entwicklung, obwohl man eigentlich die entgegengesetzte Intention hatte.

Es ist ähnlich wie beim Unterrichten von Kampfkunst: Man kann einem Schüler entweder jeden einzelnen Fehler aufzeigen. Dies wird den Schüler sehr schnell frustrieren und seine Entwicklung leidet. Oder man findet andere Wege Fortschritte zu erzielen (zb Auswahl der Übungen, gute Trainingspartner, mit Hintergrundwissen Verständnis erzeugen usw.) Auch wenn der Schüler vielleicht Fehler macht, die nie angesprochen wurden, wird er trotzdem Fortschritte machen und die Fehler werden mit der Zeit weniger werden bzw viele davon ganz verschwinden.

So ist es meiner Meinung nach auch beim JKD. Wer danach trachtet die Qualität hochzuhalten, hilft am meisten indem er schaut was man machen kann um tatsächlich etwas gutes zu bewirken. Mit dem Finger auf andere zeigen bewirkt meist nur Widerstand.

Als Beispiel: "daily decrease" ist etwas schönes. Aber erst braucht man Wissen über die Dinge bevor man weiß, welche man wegkürzen kann und welche nicht. Bevor man nicht verstanden hat wie etwas funktioniert und wie es mit anderen Dingen zusammenhängt und somit in das Gesamtbild paßt, braucht man es auch nicht wegwerfen. Der Kernpunkt liegt da meiner Meinung nach am Trainieren und selbst herausfinden und erfahren wie Dinge funktionieren und warum. Dann braucht man auch nichts verwerfen, sondern wird durch eigene Erfahrungswerte feststellen, was gut ist und funktioniert und was man sein lassen kann. Dies können von Person zu Person auch unterschiedliche Dinge sein.

Also ich denke das beste was man fürs JKD tun kann ist Umgebungen (Orte, Trainingsatmosphäre, usw) zu schaffen, wo man als Trainierender optimal unterstützt wird diese eigenen Erfahrungen zu machen. Man braucht keine Predigten, die JKD retten, wenn es genug Trainingsumgebungen gibt, in denen der Gedanke lebt und praktiziert wird.

astrid

jkdberlin
08-12-2013, 07:46
Finde ich absolut richtig. Ich verstehe es auch nicht, warum einige Menschen sich nur groß machen in dem sie andere kleiner reden. Einfach selber durch Leistung überzeugen wäre ein so viel respektvollerer Weg...

mykatharsis
08-12-2013, 11:09
Die Verfehlungen anderen aufzuzeigen ist halt auch deutlich einfacher und man benötigt nicht unbedingt eine bessere Lösung um es zu tun. Die Leute tun halt dann gerne, das was sie können. Da muss nicht mal böse Absicht dahinter stecken.

Was die "foundation" angeht, egal wie viele Kampfkünste man betreibt, am Ende formt man damit nur die eine, ganz persönliche, Form davon. Dabei ist diese Form auch wieder nur sehr flüchtig. Kern der Sache "Kampfkunst" ist es, zu lernen sich möglichst optimal zu bewegen. Die unterschiedlichen Stile haben halt teilweise unterschiedliche Sichtweisen dazu, was man denn überhaupt erreichen möchte und das formt dann die Meinung darüber, was denn optimal sei.
Ich habe Bruce Lee immer so verstanden, dass man sich von diesen vorgefertigten "Bildern" lösen sollte und sein eigenes malt. Bevor man allerdings was schönes zustande bringt, braucht man ne gute Leinwand, Farben, Pinsel und das Wissen und die Fähigkeiten mit diesen umzugehen.

Man muss lernen, worauf es wirklich ankommt und dann wie man diese Fähigkeiten formt. Dann kann man erst sich selbst wirklich frei entwickeln.

Genau an diesen Punkt zu gelangen ist aber nicht leicht. Ich denke, Bruce's Ziel mit JKD war es genau dafür eine Plattform zu schaffen jemanden möglichst direkt an den Punkt zu bringen, ab dem er sich selbst entwickeln kann.

Diese Erkenntnis erscheint mir offensichtlich und banal, wobei es eher den Anschein macht, die wenigsten hätten das wirklich auch so verstanden.

astrid
09-12-2013, 00:15
Finde ich absolut richtig. Ich verstehe es auch nicht, warum einige Menschen sich nur groß machen in dem sie andere kleiner reden. Einfach selber durch Leistung überzeugen wäre ein so viel respektvollerer Weg...

Ja, das auch.

Ich denke aber auch, daß generell das Kritisieren nicht so viel nutzt. Oft werden beim Kritisieren bestimmte Dinge (Techniken, Vorgehensweisen, Taktiken, Verhaltensweisen usw) abgeurteilt und damit ad acta gelegt. Wenn man diese Dinge aber in einen anderen Kontext setzt können sie durchaus ihre Berechtigung haben und auch sehr sinnvoll sein. Dafür sind sie nun aber auch "verloren" wenn sie schon einmal entfernt wurden. So schadet das Kritisieren und verwerfen dem tieferen Verständnis. Wenn man aber statt dessen Erfahrung sammelt und nach Verständnis strebt werden sich automatisch Dinge herauskristallisieren, die gut funktionieren. ... Jeder, der schon mal Sparring gemacht hat, hat es auch schon erlebt, daß in einer Streßsituation dann genau die Dinge (Techniken, Verhaltensweisen usw) angewandt werden, die am besten funktionieren. Dinge, die man nicht so gut kann oder wo man aus der Erfahrung weiß, daß sie eine geringere Erfolgschance haben, "traut" man sich dann nicht anzuwenden, da man das Gefühl hat es würde nicht klappen. Es findet also ein automatischer "decrease" statt. Klar kann man auch mal Fehleinschätzungen machen, aber mit mehr Erfahrung verringern sich diese.

Und das ist irgendwie mein Hauptpunkt: Man braucht Erfahrungen, damit man Lernen kann. Das gilt für Trainer genauso wie für Schüler und außerdem in allen Bereichen nicht nur Kampfkunst. Jemandem, der keine Ahnung hat, kann man viel erzählen und manches davon merkt er sich und anderes wiederum nicht. Wenn jemand aber eine eigene Erfahrung gemacht hat, dann hat er etwas, das ihm gehört. Diese Erfahrung kann ihm keiner mehr wegnehmen. Nur so kann etwas von einem abstrakten Konzept zu etwas was man anwenden kann umgewandelt werden.

Deswegen ist es besser einfach vor der eigenen Türe zu kehren bzw zu versuchen ein authentisches, gutes Vorbild zu sein und anderen ebenfalls zu ermöglichen eigene Erfahrungen zu machen und eigene Schlüsse zu ziehen. Dazu ist es dann natürlich auch wichtig zu respektieren, wenn jemand andere Schlüsse zieht und eine andere Meinung zu einer Sache hat.

Wenn ich bei so einem Clip höre "many people think this" und "many people think that" ... dann frage ich mich auch immer woher der Sprecher wissen will, was diese ganzen Leute wirklich denken. Hat er eine Umfrage gemacht? Oder werden diese Aussagen nur gemacht, damit man sich hinterher besser fühlen kann glücklicherweise "die richtige" Meinung zu haben im Vergleich zu den vielen Leuten die "was falsches" denken?

Weiß nicht, ob das alles jetzt noch ganz zum Thema paßt, aber das ist was ich mir sehr oft denke, wenn ich diverse (jetzt nicht nur den hier geposteten) Videoclips im Internet anschaue.

astrid

Tangkapan
09-12-2013, 13:18
Das große Problem liegt meist daran das grade Leute die es nicht verstanden haben und keine solide Grundlage haben, es verbessern oder ändern wollen. Und dann kommt immer der Spruch "absorb whats useful" usw. Hat man das Fundament wirklich verstanden ist gar nicht so viel Veränderung nötig. Anders sieht es bei den trainigsmethoden aus. Die sollten möglichst neueren Datums sein.

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christianauskiel
10-12-2013, 12:13
Finde ich absolut richtig. Ich verstehe es auch nicht, warum einige Menschen sich nur groß machen in dem sie andere kleiner reden. Einfach selber durch Leistung überzeugen wäre ein so viel respektvollerer Weg...

Wenn sie es könnten, würden sie es tun....

Gruss
Christianauskiel