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Vollständige Version anzeigen : Probleme geworfen zu werden



Valerius
05-05-2015, 18:33
Liebe KKBler!

Ich war nun bereits einige Zeit beim JuJutsu und habe durchaus großen Spaß am Training. Ich bekomme es aber nicht hin, mich unverkrampft werfen zu lassen. Besonders deutlich tritt das Problem bei Würfen auf, die "über Kopf gehen". Also mit einem Hüftwurf habe ich weniger Probleme und mit einer Sichel o.ä. gar keine.

Vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps, die mir weiterhelfen können.
Eigentlich möchte ich den Sport nämlich nicht aufgeben, aber es raubt deutlich Motivation.

LG!
Val

Schnueffler
05-05-2015, 18:48
Einfach mal locker stehen und der Partner wirft dich nach seiner Lust und Laune. du darfst dabei nicht nachdenken.

Dastin
05-05-2015, 18:51
Versuch locker zu stehen und denk einfach nicht daran, dass du geworfen wirst.

MCFly
05-05-2015, 18:55
Du meinst, Eckenwurf, Kopfwurf u.ä.?

Naja, grundsätzlich wäre vllt. zu klären, was du unter "verkrampfen" meinst. Streckst du dich? Spannst du einzelne Körperregionen an? Hälst du dich fest bzw. versuchst es?

Es wird dich nicht überraschen, aber der Türöffner beginnt immer mit solidem Fallschultraining. Kann man kaum im Forum vermitteln, aber wenn du schon bei Überkopf-Würfen angelangt bist: bei vielen hapert es bereits an einer vernünftigen Vorwärtsrolle. Von einer Hechtrolle ganz zu schweigen. Da solltest du vllt. regelmäßig dran arbeiten. Überhaupt wird Fallschule oftmals vernachlässigt. Was ich für grundfalsch halte. Also, üben, üben, üben.

Dann kommt´s auch auf das regelmäßige Training der Würfe in ihrer Ausführung an. Wer wirft dich denn? Wie werden die Würfe beherrscht? Verkrampfst du bei jedem Partner gleich, gibt´s da Unterschiede? Auch hier muss man üben, üben, üben. Und wenn ein Wurf Probleme bereitet, muss man ihn eben systematisch trainieren, also "zerlegen". Dein Trainer wird wissen, wie ;)

Ich folge grundsätzlich dem Prinzip, dass ich als Tori die Verantwortung für Uke trage. Sprich: führe ich einen Wurf aus, muss ich ihn beherrschen. Natürlich gilt auch das Prinzip: übe ich mich in Würfen, muss ich sie fallen können. Und wenn Uke mit mir trainiert, erwarte ich das auch von ihm, nur dann kann ich meinen Part der Verantwortung mittragen.
Oft hakt es an beiden Bereichen ein wenig. Und noch ein kleiner Tipp: gewöhn dich immer daran, die Würfe rechts und links zu fallen. Ist jetzt bei Überkopfwürfen nicht so schwierig, aber ich kenne wiederum einige, denen dieser Punkt Probleme bereitet.

Viel Erfolg :)

period
05-05-2015, 18:56
Viel, viel Fallschule machen (5x pro Woche wäre anzustreben) und auch ein paar akrobatischere Sachen einbauen - fortgeschrittene Fallschule, in Richtung Front Flip arbeiten usw - dann wird das schon ;)
Einen Tipp von Gintas Bukausas (ehemaliger litauischer Combat-Sambo Champion) hab ich noch, und das wäre Fallschüle mit einem von diesen großen (55-75 cm Dm) Gymnastikbällen. Da kann man die Sachen üben die man normal nur mit Partner macht - seitlich und rückwärts üder den in der Bank stehenden Partner abrollen, drüberspringen etc.

PS: My bad, in ein paar Punkten war mein Vorredner schneller. What he says :)

Beste Grüße
Period.

Nagare
05-05-2015, 19:01
Hi Valerius,

ich vermute mal, dass Du zu den Personen gehörst die etwas größer gebaut sind? So ist zumindest meine Erfahrung, dass oft Personen, die relativ groß sind, (emotionale) Probleme mit dem Gefühl des "zu Bodengehens" haben.
Da ich nicht weiß wie lange und intensiv Du welche Übungen trainierst, hier ein paar Vorschläge die bisher anderen geholfen haben:

- In Soloübungen viel mit dem Gefühl des Fallens aus unterschiedlichen Perspektiven vertraut machen. Fallschule zu allen Seiten, mit verschiedenen Höhen (z.B. mal aus dem knien heraus o.ä.), von, mit oder über verschiedene Objekte
- Arbeit am Boden: rumrollen, drehen, krabbeln usw. Im Grunde das, was ein Kleinkind macht :D
- Die Würfe und Hebel in Absprache mit dem Partner so langsam wie möglich üben. Mag für einige vielleicht "nicht praxistauglich" erscheinen, aber der Fokus für Dich als Geworfener liegt darin, Dich in der "Schräglage" zu entspannen und damit konform zu werden.

südberliner
05-05-2015, 22:00
Kenne ich auch, am Anfang beim Ringen habe ich es gehasst geworfen zu werden.
Mit 17 habe ich mir beim (MMA-)Sparring mal einen Schlüsselbeinbruch zugezogen, damit ging es los, ich habe automatisch blockiert und den ganzen Körper angespannt, um nicht geworfen zu werden. Habe es mit MMA dann gelassen und mich aufs Thaiboxen konzentriert, bis ich zum Ringen gewechselt bin, weil ich was anderes mal probieren wollte. Geholfen hat mir, dass mich erfahrene Leute geworfen haben. Erstmal auf die Weichbodenmatte, dann auf normalen Ringermatten und mittlerweile habe ich damit keine Probleme mehr. Zum Glück :) Kann es nur empfehlen, es mal so zu versuchen.

ommo
05-05-2015, 22:11
Die Angst vor dem Überkopfwerfen (Schulterwurf) schwindet mit dem Fallschulkönnen (wie Überschlag in den Sturz seitwärts und Rolle vorwärts über Hindernisse). Ich würde auf weichen Matten beginnen.

http://www.kampfkunst-board.info/forum/f92/freier-fall-jiu-jitsu-19225/

Es gibt aber auch Gründe einen Wurf zu verweigern. beispielsweise:

-ich den Wurf nicht kenne
-ich ihm nicht sicher folgen kann (verhebeltes Gelenk)
-seine Ausführung als zu gefährlich empfinde (Sturz auf den Kopf statt Sturz seitwärts)

Auch sind Würfe die im Sturz vorwärts oder rückwärts enden gewöhnungsbedürftig.


gruß o

Huangshan
06-05-2015, 07:49
Da hilft nur Fallschule auf Matten zu üben um den inneren Schweinehund zu überlisten!

https://www.youtube.com/watch?v=RXs2eCjhSLg

In einigen Kampfkünsten werden Fallübungen zuwenig oder nicht geübt was Konsequenzen haben kann.

Pharao
06-05-2015, 08:42
Denk immer dran, runter kommt man immer! :D:D:D

Aber im Ernst, da hilft nur die Fallschule.
Und der Partner wird schon auf dich achten, deswegen ist er ja auch ein Partner und kein Gegner.

Axel_C_T
06-05-2015, 12:32
Liebe KKBler!

Ich war nun bereits einige Zeit beim JuJutsu und habe durchaus großen Spaß am Training. Ich bekomme es aber nicht hin, mich unverkrampft werfen zu lassen. Besonders deutlich tritt das Problem bei Würfen auf, die "über Kopf gehen". Also mit einem Hüftwurf habe ich weniger Probleme und mit einer Sichel o.ä. gar keine.

Vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps, die mir weiterhelfen können.
Eigentlich möchte ich den Sport nämlich nicht aufgeben, aber es raubt deutlich Motivation.

LG!
Val

Wie die anderen sehe ich es auch, Fallschule. Es gibt Fallschulübungen, bei denen man selbst die Rolle macht und ein Partner immer mehr und mehr einwirkt.

Sprich mit deinem Trainer darüber.

Fallen dir den Rollen leicht? Oder hast du damit Probleme?

Valerius
06-05-2015, 12:56
Du meinst, Eckenwurf, Kopfwurf u.ä.?

Naja, grundsätzlich wäre vllt. zu klären, was du unter "verkrampfen" meinst. Streckst du dich? Spannst du einzelne Körperregionen an? Hälst du dich fest bzw. versuchst es?

(...)

Dann kommt´s auch auf das regelmäßige Training der Würfe in ihrer Ausführung an. Wer wirft dich denn? Wie werden die Würfe beherrscht? Verkrampfst du bei jedem Partner gleich, gibt´s da Unterschiede? Auch hier muss man üben, üben, üben. Und wenn ein Wurf Probleme bereitet, muss man ihn eben systematisch trainieren, also "zerlegen". Dein Trainer wird wissen, wie ;)

Ich strecke mich oder gehe "unbewusst" mit einem Bein aus dem Wurf raus. Also von der Reaktion her wäre es für einen Kampf wohl gut, aber halt nicht um mich freiwillig werfen zu lassen.
Wenn ich dann geworfen wurde, fand ich es auch gar nicht schlimm, habe mich dabei nicht verletzt o.ä., aber am Anfang steht immer wieder diese Überwindung...
Werfen tun immer unterschiedliche Trainingspartner - und tatsächlich geht es bei manchen besser als bei anderen. Aber keine Ahnung, woran das liegt.



Hi Valerius,
ich vermute mal, dass Du zu den Personen gehörst die etwas größer gebaut sind? So ist zumindest meine Erfahrung, dass oft Personen, die relativ groß sind, (emotionale) Probleme mit dem Gefühl des "zu Bodengehens" haben.
Da ich nicht weiß wie lange und intensiv Du welche Übungen trainierst, hier ein paar Vorschläge die bisher anderen geholfen haben:


In der Tat, ich bin 1,90m groß.
Das macht mir auch beim Thema Rolle Probleme. Rückwärts ist es kein Problem und vorwärts geht mittlerweile einigermaßen, aber es sieht weder schön aus, noch fühle ich mich besonders wohl dabei.

Vielen Dank schon mal für eure Tipps!

Bero
06-05-2015, 13:05
Ich strecke mich oder gehe "unbewusst" mit einem Bein aus dem Wurf raus. Also von der Reaktion her wäre es für einen Kampf wohl gut, aber halt nicht um mich freiwillig werfen zu lassen.


Nicht unbedingt, sowas kann bei einem mit schmackes durchgezogenen Wurf schnell mal zu Verletzungen führen.

Sauber und sicher Fallen können ist eine Grundvoraussetzung wenn man Würfe richtig trainieren will, daran führt kein weg vorbei.

Das braucht aber seine Zeit und wenn man als Erwachsener das Training beginnt braucht es noch viel länger.
Lass dich davon aber nicht entmutigen, du musst nur immer weiter üben.

Eine solide Fallschule lernt man nicht von heute auf morgen aber wenn man sie erst einmal beherrscht, verlernt man sie auch nicht mehr.
Man sieht sofort ob jemand schon mal was in der Richtung gemacht hat, auch wenn´s 10 Jahre her ist.

Huangshan
06-05-2015, 16:46
In der Tat, ich bin 1,90m groß.
Das macht mir auch beim Thema Rolle Probleme. Rückwärts ist es kein Problem und vorwärts geht mittlerweile einigermaßen, aber es sieht weder schön aus, noch fühle ich mich besonders wohl dabei.

Ich bin 1,93 und habe keine Probleme, es geht nicht um Estetik sondern um Vermeidung von AUA.

Übung macht den Meister.