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Vollständige Version anzeigen : Mal wieder die 26 Kampfkünste



jkdberlin
02-11-2015, 12:18
Ich habe vor kurzem auf Facebook mal wieder ganz tolle Bilder von T-Shirts gefunden, aus der Paul Bax Ecke, mit dem Aufdruck "26 Arts my Ass" . So lustig ich das finde, ich glaube, dass ganze scheint doch eher auf einem Denkfehler zu basieren. Einige Leute schreiben, JKD würde aus 26 Kampfkünsten "bestehen". Sie haben damit das Denkmodel, dass diese Künste irgendwie gemischt wurden und heraus kam ein unbeschreiblicher Brei und daraus machte Bruce Lee und seine Schüler JKD. Das kann ich mir beileibe nicht vorstellen.
Sicher scheint aber zu sein, dass sich Bruce Lee mit vielen Kampfkünsten beschäftigte und sich aufgrund des Studiums und/oder der Beschäftigung damit Dinge einfielen liess, die er ins JKD übernahm, entweder um bestimmte Sachen aus diesen Kampfkünsten zu kontern oder Techniken, Trainingsmethoden, Strategien und Konzepte aus diesen Techniken einfliessen zu lassen. So schrieb zum Beispiel eben jener Paul Bax 1993 in seinem ersten Jun Fan Journal ein Interview mit Taky Kimuar, in dem Taky folgendes sagte: "Well Bruce was well endowed in a number of styles such as Hung Gar, Choy Le Fut, Preying Mantis, all these different arts....He was very knowledgeable with all these different arts."
Er hat sich, intensiv, damit beschäftigt. So fanden sich nachs einem Tod auch mehrere Bücher übers Grappling mit vielen technischen Anmerkungen durch ihn, auch Dinge, die er selber trainieren wollte oder hat. (Quelle dazu: das Nucleus Magazin). Das heisst aber nicht, und ich denke so war es auch nie gemeint, dass JKD ein Mischmasch dieser Künste ist. Diese Systeme oder Stile sind Teil einer Betrachtung unter der Prämisse JKD. So wird für mich ein Schuh draus.

Abstauber
02-11-2015, 13:13
Jede KK hat seine Wurzeln der Ideen, die irgendwo her stammen. So hat Karate seinen Ursprung in China und kung fu.
Stimmt, Bruce hat sich einiges angeschaut, aber nur wenig davon einfach übernommen. So sind, so haben laut Ted Wong, was wenigstens überhaupt wissen, viele Tritte im jkd ihren Ursprung im Karate. Bruce war seh beeindruckt als er eine Karate tritt Demo sah, bei der er und Wong anwesend waren. Er nahm die Idee und modifizierte die Tritte. Deswegen findet man im jkd keine klassischen Karate Tritte, deren Ursprung trotzdem dort zu finden ist. Die Mehrzahl der punches stammt aus dem old school boxen. Es gibt sogar ein altes Box Buch l, in dem sind fast alle jkd punches samt bearbeitet zu finden. Im jkd kann man natürlich auch werfen wie im Judo. Der Unterschied ist, das man nicht danach sucht, sondern es macht wenn dies am direktesten erscheint. Das ist mit allem anderen auch so.

jkdberlin
02-11-2015, 13:20
Das mit der Karate Conncetion ist interessant, zu Mal ja auch Jhoon Rhee sagt, er hat Bruce Lee viele Kicks beigebracht:

"Famouse actor Bruce Lee, his great kicks was a crucial factor that made him a world star. But his well known kicks, which many people have believed came from Chinese martial arts, are what he've learned from Taekwondo.

Jhoon Rhee says:

At that time, he had almost no idea of kicks while his hand techniques were good. By the way, he by chance saw me kick and break woods with 2m jumping kick, and was much impressed by it. It was the first time that he saw such kick. From that time on, he became a friend of mine. He learned Taekwondo kicks from me, and I learned hand technques from him. And it was the Taekwondo kicks in the movie that made him famous.

It is not so well known as requied, that all the famous kicks of Bruce Lee are those of Taekwondo. But if you see this interview you can get a proof for that. And actually, the Chinise martial arts that Bruce Lee learned has no high kicks that you can see in his movies. In addition to that, if you watch the old movies of Chinise martial arts, you can also see that Chinese martial arts originally had no kicks similart to those of Taekwondo, which you come to see almost every time whenever you watch Chinise martial arts in the current movies. "

Dazu findet man auch einiges hier: http://www.amazon.com/Bruce-Grand-Master-Jhoon-Rhee/dp/1931135002

Abstauber
02-11-2015, 17:45
Die genau Geschichte wie das mit dem Karate war, dass Bruce und Ted auf einer Karate-vorführung waren. Da war ein japanischer Karate-Danträger und demonstrierte ein Karate Sidekick. Der ware so kraftvoll, dass Bruce sehr beeidruckt war. Bis dahin nutzte Bruce Tritte eher nur dafür um Dinstanz zu überbrücken und, dann mit den Händen fortzufahren. Als er diese Vorfürung sah, gefiel ihm die Idee, mit einem Tritt den Kampf zu beenden. Er ging zu dem Karateka, stellte sich vor, und so, der Karateka war aber ziemlich arrogant und interesierte sich für Bruce nicht.
Trotzdem nahm Bruce diese Idee mit sich und arbeitete fort an daran. So entstand der berühmte Sidekick von Bruce. Er hat nicht direkt Karate Unterricht genommen. Er sah die idee, die Technik, nahm das an, modifiziete es, und es kam das dabei raus was wir heute als JKD Sidekick kennen, der sich deutlich von dem aus dem Karate unterscheidet.
Ich bin mir nicht ganz sicher ob Ted dabei war oder er es nur von Bruce erzählt bekommen hat, ich meine aber mich erinnern zu können, dass Tommy erzählte das Ted er war dabei.

jkdberlin
03-11-2015, 07:10
Okay, danke. Ja, so denke ich mir das bei vielen Sachen. Wäre ja auch blöd, wenn nicht.

astrid
07-11-2015, 14:31
Ich finde es irgendwie lustig, wieviele Leute heutzutage der Meinung sind, daß sie Bruce Lee irgendwas beigebracht haben. Das meiste davon ist ja wohl nix anderes als eine PR-Masche um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken.

Ob es nun "26 arts" waren und wieviel von welcher genau kommt ... naja, wird sich so rückblickend wohl nicht mehr mit Sicherheit feststellen lassen. Im Grunde ist es für das heutige tägliche Training ja auch nicht wichtig und höchstens aus historischen Gründen interessant.

Zu den Kicks: Guro Inosanto meint, daß Bruce Lee Savate studiert hat. Angeblich war er sehr begeistert davon, da die Savate-Kämpfer "mit den Füßen boxen". Bezogen war das auf die taktischen und strategischen Wege, die im Savate gegangen werden (Stoppkicks usw). Abgesehn davon hat er auch Muay Thai studiert und fand den Thaikick mit dem hinteren Bein sehr effektiv. Lt Inosanto wird das vordere Bein im Jun Fan wie beim Savate verwendet und das hintere mehr wie beim Muay Thai.

Natürlich wird es jetzt wieder Leute geben, die das anzweifeln. Ich kann aber aus eigener Erfahrung sagen, daß mir persönlich bereits wenigen Trainingseinheiten im Savate die Paralellen zwischen Savate und Jun Fan extrem ins Auge gesprungen sind. Da mal reinzuschauen lohnt sich sicherlich für jeden.

astrid

MichaelII
07-11-2015, 17:27
Hmm, Karate, Savate, TKD und THai-Box-Kicks unterscheiden sich stark. (Ausführung, Distanz, Situation...). Sollte man schon erkenne, woher die Tritte stammen. Stop-Kicks kenne ich jetzt zumindest aus dem WTF-TKD nicht, schon gar nicht in der Ausführung im JKD.

Ein Sammelsurium aus 26 Kampfkünsten funktioniert sicherlich auch nicht. JKD ist da schon organischer als wenn ich jetzt einen Momdolyo-CHagi mit einem UPper-Cut verknüpfe :cool:

Pharao
07-11-2015, 17:32
Wieso soll sich das unterscheiden? Ich habe Taekwondo, Kickboxen und Thaiboxen gemacht. Und ich habe überall auf gleicherweise ein sidekick gemacht.

KeineRegeln
07-11-2015, 18:07
Ich bin definitiv ein Bruce Lee Fan, aber:

Kann nicht verstehen, wie jemand glauben kann, dass das einmalige ansehen einer Technik reicht, um sie perfekt nachmachen zu können sowie zu modifizieren....


Stopkicks, zumindest so wir ich sie verstehe, kenne ich aus dem WTF TKD.

Habe zwar nie JKD gemacht, aber von dem was man sieht, scheint es mir kein Sammelsurium von Techniken zu sein.

TKD, Karate und Thai Side-Kicks sehen schon unterschiedlich aus. Aber meiner Erfahrung nach muss man die Ausführung z.B. eines TKD Kicks nur minimal anpassen, um es jeweils auf Semikontakt oder Vollkontakt Wettkämpfe anzupassen.

Dadurch kann man das was man mal gelernt hat unter Umständen durchaus überall gleich ausführen (mit minimaler technischer oder taktischer Anpassung).


Gesendet von meinem XT1032 mit Tapatalk

Pharao
07-11-2015, 18:38
Kommen die Stopp Kicks nicht aus dem Wing Tsun?

KeineRegeln
07-11-2015, 19:05
Wieso sollten sie das für sich gepachtet haben? Ist ein taktisches Mittel. Da kommen auch andere Menschen drauf. ;)

Abstauber
07-11-2015, 19:07
Ich finde es irgendwie lustig, wieviele Leute heutzutage der Meinung sind, daß sie Bruce Lee irgendwas beigebracht haben. Das meiste davon ist ja wohl nix anderes als eine PR-Masche um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken.

Ob es nun "26 arts" waren und wieviel von welcher genau kommt ... naja, wird sich so rückblickend wohl nicht mehr mit Sicherheit feststellen lassen. Im Grunde ist es für das heutige tägliche Training ja auch nicht wichtig und höchstens aus historischen Gründen interessant.

Zu den Kicks: Guro Inosanto meint, daß Bruce Lee Savate studiert hat. Angeblich war er sehr begeistert davon, da die Savate-Kämpfer "mit den Füßen boxen". Bezogen war das auf die taktischen und strategischen Wege, die im Savate gegangen werden (Stoppkicks usw). Abgesehn davon hat er auch Muay Thai studiert und fand den Thaikick mit dem hinteren Bein sehr effektiv. Lt Inosanto wird das vordere Bein im Jun Fan wie beim Savate verwendet und das hintere mehr wie beim Muay Thai.

Natürlich wird es jetzt wieder Leute geben, die das anzweifeln. Ich kann aber aus eigener Erfahrung sagen, daß mir persönlich bereits wenigen Trainingseinheiten im Savate die Paralellen zwischen Savate und Jun Fan extrem ins Auge gesprungen sind. Da mal reinzuschauen lohnt sich sicherlich für jeden.

astrid

Ehrlich gesagt habe ich meine Zweifel was es savate und MT angeht, im bezug auf Bruce. Da gibt es widersprüchliche aussagen zw. den schülern. Auch laut M Uehara hat Bruce nicht viel von MT gehalten, insgesamt gesehen. Dabei kritisierte er die taktische Vorgehensweise im MT damals und den fehlenden gebrochenen Rhythmus. Aber, naja. Ich sehe auch mechanisch keine großen Gemeinsamkeiten zw jkd und MT.

@ keine regeln
Du hast das nicht verstanden, Bruce hat nichts nachgemacht. Es ging um die idee.

KeineRegeln
07-11-2015, 19:45
Ja, aber eine Idee (in kk) Bedarf einer Umsetzung. Und von nicht kommt nichts.
Er muss also eine Variante vorher erklärt bekommen haben und diese geübt.

Modifikationen sind Entwicklungen die auf bestehendem beruhen und dafür muss man eine Variante /Grundidee/-technik beherschen.

Schnueffler
07-11-2015, 20:02
Kommen die Stopp Kicks nicht aus dem Wing Tsun?

Die gibt es so ziemlich überall!

astrid
08-11-2015, 07:00
Ehrlich gesagt habe ich meine Zweifel was es savate und MT angeht, im bezug auf Bruce. Da gibt es widersprüchliche aussagen zw. den schülern. Auch laut M Uehara hat Bruce nicht viel von MT gehalten, insgesamt gesehen. Dabei kritisierte er die taktische Vorgehensweise im MT damals und den fehlenden gebrochenen Rhythmus. Aber, naja. Ich sehe auch mechanisch keine großen Gemeinsamkeiten zw jkd und MT.

Naja, ich zitiere nur, was Dan Inosanto gesagt hat. Wenn ich mich zwischen M Uehara und Dan Inosanto als Quelle entscheiden müßte, dann weiß ich auf welches Pferd ich setzen würde, immerhin war Dan Inosanto dabei und hat mit Bruce Lee trainiert als er seine Kampfkunst entwickelt hat, aber jeder kann das für sich entscheiden.

Dan Inosanto sagte auch, daß Bruce Lee Muay Thai als er es zum ersten Mal sah nicht besonders gut fand. Der Grund dafür war vor allem, daß er die Handtechniken nicht gut fand. Damals gab es noch keine Punches (Hook, Uppercut, usw) im Muay Thai. Er mochte aber die Ellbogen und war beeindruckt von der Durchschlagskraft des Roundkicks mit dem hinteren Bein. Einige Jahre später hat er beim Filmemachen erneut jemand getroffen, der Muay Thai trainierte. Da hatte sich Muay Thai schon verändert und auch mehr Handtechniken aus dem Boxen inkludiert, da gefiel es ihm besser.

Meine Meinung ist aber, daß man am meisten lernt, wenn man selber mal losgeht und die in Frage kommenden Kampfkünste studiert. Eventuell könnte es sein, daß einem dann durch eigenes Wissen ein Licht aufgeht. Daß es im Muay Thai keinen gebrochenen Rhythmus geben soll, wäre mir zb neu und ich halte es auch für ein Gerücht.

Abschließend möchte ich auch allgemein darauf hinweisen, daß man etwas kennen muß um diverse Ähnlichkeiten auch wirklich erkennen zu können. Dan Inosanto hat auch immer wieder hervorgehoben, daß Bruce Lee sehr gut darin war Dinge aus anderen Kampfkünsten zu "klauen" und dann nahtlos in sein System einzufügen, sodaß für Außenstehende gar nicht mehr erkennbar war, was woher kam. ... Also ganz ohne respektlos sein zu wollen, nur weil etwas für Dich nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, muß es nicht sein, daß es nicht da ist.

astrid

jkdberlin
08-11-2015, 07:24
Ehrlich gesagt habe ich meine Zweifel was es savate und MT angeht, im bezug auf Bruce. Da gibt es widersprüchliche aussagen zw. den schülern. Auch laut M Uehara hat Bruce nicht viel von MT gehalten, insgesamt gesehen. Dabei kritisierte er die taktische Vorgehensweise im MT damals und den fehlenden gebrochenen Rhythmus. Aber, naja. Ich sehe auch mechanisch keine großen Gemeinsamkeiten zw jkd und MT.

@ keine regeln
Du hast das nicht verstanden, Bruce hat nichts nachgemacht. Es ging um die idee.

Fragen wir Bruce Lee selber :)

"On the limitations of Thai boxing:
1. A sport (no foul tactics)
2 No grappling
3 Lacks economy structure and scientific leads
4 Unaccustomed to advance targets attacks to eyes and groin - the delicate movements

(...)

Thai boxing:
Pro
1. Elbows 2.Knees 3.Actual Combat
Con
1. the punching is not of a high caliber, the "left jab" is poor, the "uppercut" almost nonexistent, the "hook" is inandequate.
2. Gloves prevent the use of the finger jab and the palm smash
3. Lead foot attacks lacking: no shin/knee lead attack and groin attack
4. No grappling tactics.
5. No under the belt tactics
6. Scientific economical structure is lacking. Plus lack of sophistication in cadence, timing, broken rhythm.
7. No hair pulling or scratching


Quelle: "Bruce Lee Jeet Kune Do - Bruce Lee's commentaries on the martial way" edited by John Litte, S. 40, 42-43

Huangshan
08-11-2015, 11:07
Sicher scheint aber zu sein, dass sich Bruce Lee mit vielen Kampfkünsten beschäftigte und sich aufgrund des Studiums und/oder der Beschäftigung damit Dinge einfielen liess, die er ins JKD übernahm, entweder um bestimmte Sachen aus diesen Kampfkünsten zu kontern oder Techniken, Trainingsmethoden, Strategien und Konzepte aus diesen Techniken einfliessen zu lassen. So schrieb zum Beispiel eben jener Paul Bax 1993 in seinem ersten Jun Fan Journal ein Interview mit Taky Kimuar, in dem Taky folgendes sagte: "Well Bruce was well endowed in a number of styles such as Hung Gar, Choy Le Fut, Preying Mantis, all these different arts....He was very knowledgeable with all these different arts."


Interessant.

TWENTY-SIX FIGHTING ELEMENTS OF jkd

1. Wing Chun
2. Northern Praying Mantis
3. Southern Praying Mantis
4. Choy Li Fut
5. Tai-Chi Chuan (Wu Family style)
6. Paqua
7. Hsing-I
8. Bak-Hoo Pai (White Crane) Bak-Fu Pai (White Tiger)
9. Eagle Claw
10. Ng Ga Kuen (Five Family System)
11. Ny Ying Ga (Five Animal System)
12. Bak Mei Pai (White Eyebrow)
13. Northern Shaolin

14. Southern Shaolin
15. Bok Pai
16. Law Horn Kuen
17. Chin Na
18. Monkey Style
19. Drunken Style
20. Western Fencing (Foil)
21. Western Boxing
22. Western Wrestling
23. Jujutsu
24. Escrima
25. Filipino Sikaran
26. Muay Thai (Thai Boxing)

Nun in den 60/70 war die Kampfkunstszene (USA) überschaubar und die Sichtweise begrenzt,

einige Kampfsysteme kann man nicht kurzfristig analysieren.

Durch den Wegfall des Eisernen Vorhangs und die Globalisierung hat sich einiges verändert.


Thema MT:

Muay Thai hat verschidene Stilrichtungen auch gibt es in Südostasien noch andere VK Systeme:
Laos: Muay Lao, Kambodscha: Pradal Serey/Kun Khmer , Burma: Lethwei.....


In den 60/70 ern gab es einige Vergleichskämpfe u.a. zwischen Muay Thai Profikämpfern und Vk Karate , Kung fu.... Kämpfern in Asien.
Wer ist aus diesen Begegnungen wohl meist siegreich herrausgegangen?


Südostasiatische Vk Syteme haben z.B. Sanshou/Sanda.... neben westl. Boxen beeinflusst.

jkdberlin
08-11-2015, 14:01
Bruce Lee "kannte" einige Kampfkünste auch nur z.B. aus Bruce Tegners Büchern (Savate) bzw. Muay Thai von einigen Komparsen beim Filmdreh in Asien. Die erste offizielle Muay Thai Schuler soll in den USA erst um 1973 eröffnet haben.

Natürlich muss man alle diese Äusserungen und Analysen immer im Zusammenhang mit der damaligen Zeit sehen. Bruce Lee hatte sicher ein aussergewöhnliches Verständnis von Kampfkunst, Konzepten, Strategien usw.. Er hatte eine sehr große Kampfkunst-Bibliothek, war immer auf der Suche nach neuen Büchern über Kampfkunst und eine Kampfkunst Super-8 Film Sammlung.

Aber: keine VHS Videos, keine DVDs, kaum Magazine und kein Internet/Youtube.

Huangshan
08-11-2015, 14:33
jkdberlin


Danke für dein Kommentar:


Aber: keine VHS Videos, keine DVDs, kaum Magazine und kein Internet/Youtube.

und keine Möglichkeit einige Kampfmethoden live zu studieren,zu diskutieren,erleben.... oder mit den Ausübenden z.B. zu Sparren.


Grappling:

Bruce Lee soll ja bei Gene Lebell Judo/Wrestling bei Wally Jay Ju Jitsu und Hapkido bei Jin Hae Jae studiert haben?

Sind das Mythen?

DEKAR
08-11-2015, 14:41
warum sollte ji han jea das erfunden haben?

astrid
09-11-2015, 00:26
Bruce Lee "kannte" einige Kampfkünste auch nur z.B. aus Bruce Tegners Büchern (Savate) bzw. Muay Thai von einigen Komparsen beim Filmdreh in Asien. Die erste offizielle Muay Thai Schuler soll in den USA erst um 1973 eröffnet haben.


Wenn ich es richtig verstanden habe, hatte Bruce Lee zum Thema Savate auch Super-8-Filme.

Wenn man das Muay Thai betrachtet, sollte man bedenken, daß es sich seit Bruce Lees Zeiten stark verändert hat. Und das betrifft wohl auch viele andere Kampfkünste. Daher denke ich, daß es wohl nicht so wichtig ist, welche es genau waren, die er studiert hat, und welche Technik genau woher kommt. Wenn Bruce Lee seine Nachforschungen heute betreiben würde, wären es vielleicht ganz andere Kampfkünste, die er interessant finden würde. Wichtig ist, denke ich, die Idee zu verstehen, die hinter seiner Vorgehensweise steckt. Denn die ist zeitlos und auch heute noch topaktuell.

astrid

Abstauber
10-11-2015, 19:29
Was Eigenart von JKD ist die starke Seite vorne, damit sie näher am Gegner ist, also zum Ziel. Durch das Prinzip der Direktheit wird sie auf Grund dieser Nähe überwiegend eingesetzt. Die hintere Seite wird eingesetzt, wenn die Vordere gestört ist , oder näher am Ziel ist. JKD ist in der Struktur sehr linear, ähnlich eines Fechters, aus der die Angriffe, direkt kommen, und nicht etwa von Außen. Dabei ist eine sehr hohe Mobilität gewährleistet. Siehe wie sich ein Fechter bewegt, bei Angriffen und Defensive, wie er die Distanz kontrolliert. Dies ist einer nicht linearen Struktur in der Mobilität überlegen und ermöglicht ein blitzartiges closing in, wofür Bruce berüchtigt war. Das kam nicht von ungefähr, das Bruce sich die Mobilität des Fechtens annahm. Es gibt keine effizientere Art und Weise sich fortzubewegen, schneller in Beschleunigung bei Kurzstrecken, bei menschlichem Körperbau zu sein. Stelle man sich vor, ein Fechter steht zu breit, währen der andere Angreift, dann kommt er nie rechtzeitig vom Fleck, in beider Richtungen, vor oder zurück.

Ausnahme ist der Infight, wo die Struktur breiter wird, weil man sich eher seitlich bewegt, bei Angriffen und/oder Ausweichen, vorzugsweise zur Außenseite des Gegner, wo es sicherer ist. Das hat den Ursprung im Boxen. Die Übergänge sind fließend, je nach Distanz.

Björn Friedrich
11-11-2015, 10:15
Ich glaube 26 ist nur eine Zahl die vielleicht damals gerade gepasst hat. Heute wären es wahrscheinlich 50 oder 100 Stile, die ihn beeinflusst hätten.

Ich glaube es ist vollkommen nutzlos, über das zu schreiben was Bruce in seiner Zeit körperlich gemacht hat, viel wichtiger ist, was die Idee hinter seiner körperlichen Expression war.

“The great mistake is to anticipate the outcome of the engagement; you ought not to be thinking of whether it ends in victory or defeat. Let nature take its course, and your tools will strike at the right moment.”

“A good teacher protects his pupils from his own influence.”

“Art calls for complete mastery of techniques, developed by reflection within the soul.”

"The knowledge and skills you have achieved are meant to be forgotten so you can float comfortably in emptiness, without obstruction.”

“Don’t get set into one form, adapt it and build your own, and let it grow, be like water.”


“Everything you do, if not in a relaxed state will be done at a lesser level than you are proficient. Thus the tensed expert marksman will aim at a level less than his/her student.”

“Flow in the living moment. — We are always in a process of becoming and nothing is fixed. Have no rigid system in you, and you’ll be flexible to change with the ever changing. Open yourself and flow, my friend. Flow in the total openness of the living moment. If nothing within you stays rigid, outward things will disclose themselves. Moving, be like water. Still, be like a mirror. Respond like an echo.”


“When one has reached maturity in the art, one will have a formless form. It is like ice dissolving in water. When one has no form, one can be all forms; when one has no style, he can fit in with any style.”

Das sind alles Zitate von ihm, die eigentlich immer das Gleiche Aussagen: Du musst ES fühlen und alles was du an Stilen und Techniken lernst, sind nur Hilfsmittel auf dem Weg, ES zu fühlen. Und wenn du ES dann endlich gefühlt hast, stellen sich dir auch keine Fragen mehr nach Stile, Techniken, oder Konzepten, du fühlst dann die große innere Wahrheit, die irgendwelcher Stile liegt.

Bruce Lee ist ein perfektes Beispiel für einen Kampfkünstler, der wirklich darum bemüht war zu Fühlen und sich authentisch auszudrücken und all die Ideen und Stile denen er in seinem Leben ausgesetzt war, haben ihn einfach nur beeinflusst und inspiriert, frei zu werden.

Und diese Freiheit ist eigentlich das Endziel eines jeden Künstlers.....

Eskrima-Düsseldorf
11-11-2015, 10:42
Ehrlich gesagt habe ich meine Zweifel was es savate und MT angeht, im bezug auf Bruce. Da gibt es widersprüchliche aussagen zw. den schülern. Auch laut M Uehara hat Bruce nicht viel von MT gehalten, insgesamt gesehen. Dabei kritisierte er die taktische Vorgehensweise im MT damals und den fehlenden gebrochenen Rhythmus.

Das sehe ich auch so - seine Aussagen zu Muay Thai zeigen ja schon, dass er so viel Einblick nicht gehabt haben kann. Ist ja auch klar wenn man die Zeit bedenkt.

Abstauber
11-11-2015, 11:18
Im Gegenteil. Wenn du wissen willst was er unter gebrochenem Rhythmus verstanden hat, musst du dir Fechten anschauen, um den deutlichen Unterschied zu MT zu dem Thema sehen zu können.

Eskrima-Düsseldorf
11-11-2015, 13:47
Im Gegenteil. Wenn du wissen willst was er unter gebrochenem Rhythmus verstanden hat, musst du dir Fechten anschauen, um den deutlichen Unterschied zu MT zu dem Thema sehen zu können.

Meinetwegen, aber "mangelnde taktische Vorgehensweise" im Muay Thai ;)

Wobei es mir schon so vorkam als hätte man z. B. im Taekwondo eher 1, 2, 3 und im Thaiboxen eher 1, 2, 2,5, 3 aber ich gebe zu, dass ich dass mit dem Halfbeat nie wirklich verstanden habe.