Vollständige Version anzeigen : Depression und regelmäßiges Training
Filzstift
14-04-2016, 10:12
Du hattest oben geschrieben, dass du traurig seist.
Gibt es für diese traurigkeit einen konkreten (ggf schon älteren) grund?
Gruss
Ja, aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr es darzulegen. Es ist zu lang, zu persönlich, zu peinlich.
Ad aruna: nein. Die signifikant oft auffindbaren (f)MRI bilder aind nicht pathognomonisch, dh, sehr oft finden sich abweichende Merkmale, aber sie sind nicht spezifisch genug um eine diagnose zu stellen. Außerdem ist es ohne relevanz. Warum die abertausenden patienten mit depressiver symptomatik ins MR schieben wenn man die diagnose mit erfahrung klinisch stellen kann.
Ja, aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr es darzulegen. Es ist zu lang, zu persönlich, zu peinlich.
Ist dieser konkrete traurigkeitsgrund gleichzeitig die ursache der depression?
Gruss
Filzstift
14-04-2016, 10:19
Anatomical MRI study of hippocampus and amygdala in patients with current and remitted major depression (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0925492704001027)
Ist jetzt nicht die die ich vor zeiten gelesen hab aber wenigstens ohne pay wall.
* Silverback
14-04-2016, 10:22
Gibt es für diese traurigkeit einen konkreten (ggf schon älteren) grund?
Ja, aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr es darzulegen. ....
Mein Impuls wäre hier eher die Frage: Was ist möglicherweise eine angenehme Erinnerung, an die es sich lohnen würde, zurückzuerinnern? Was war der Grund dafür? Und was bräuchte es ggf., um das wiederherzustellen?
Filzstift
14-04-2016, 10:25
Ist dieser konkrete traurigkeitsgrund gleichzeitig die ursache der depression?
Gruss
Möglich bis wahrscheinlich. Allerdings hatte ich episoden ohne konkreten Grund. Laut therapeuten prädestinieren mein charakter und meine genetik mich möglicherweise für sowas. Ehrlich, ich hab jeinen bock mehr mich selbst zu anslysieren. Es kommt nichts dabei raus.
... Ehrlich, ich hab jeinen bock mehr mich selbst zu anslysieren. Es kommt nichts dabei raus.
Dann wäre bujuns ansatz vielleicht doch was für dich.
Gruss
Eigentlich habe ich keine Lust mich hier zu beteiligen aber zu Bildgebung und Depression:
Es gibt zig fMRI Untersuchungen zu den neurobiologischen Veränderungen bei Depressionen.
Sehr spannend wird es wenn man Umweltfaktoren (z.B. emotionale Vernachlässigung, Missbrauch etc.) nimmt und diese mit genetischen Faktoren (z.B. dem 5-HTTLPR Polymorphismus) in Korrelation setzt (z.B. Frodl et al 2009).
Solche Studien sind aber in der Regel in extremer Fachsprache veröffentlicht (meist noch in englischer Fachsprache) so dass die Leute hier damit wohl eher wenig anfangen können. Wenn man versucht sie in "einfache Worte" zu fassen wird man ja auch direkt angegangen (z.B. bei der Hunter/Farmer Diskussion oder bei Visualisationen hier im Board).
Ich würde einfach empfehlen solche Diskussionen bei Leuten zu lassen die sich damit wirklich auskennen und ansonsten den Betroffenen zuzuhören und die "gutgemeinten Ratschläge" einfach mal stecken zu lassen. Rat"Schläge" können eben auch Schläge sein und Leute tiefer in Episoden ziehen...
Jetzt bin ich aber auch schon raus hier.
Grüße
Kanken
KK-Baghira
14-04-2016, 11:10
@Aruna, carstenm und kanken: Danke
Möglich bis wahrscheinlich. Allerdings hatte ich episoden ohne konkreten Grund. Laut therapeuten prädestinieren mein charakter und meine genetik mich möglicherweise für sowas. Ehrlich, ich hab jeinen bock mehr mich selbst zu anslysieren. Es kommt nichts dabei raus.
Hier hake ich noch einmal ganz kurz ein:
Ich will mich nicht in deine Therapie einmischen, aber ich habe in der Therapie sehr gute Erfahrungen mit diesen Büchern gemacht:
Chopich - Aussöhnung mit dem Inneren Kind
Thom Hartmann - ADD, eine andere Art die Welt zu sehen
Eric Berne - Spiele der Erwachsenen
Es kann helfen das Betroffene einen (anderen) Zugang zu sich bekommen und somit die Dinge in einem neuen Licht zu sehen, evtl. weil man sich dann besser versteht.
Ich ergänze das Ganze dann gerne mit einfachen Zeichnungen zu neurobiologischen Zusammenhängen und wie Neuroplastizität funktioniert, aber da hast du ja schon ein wenig Vorerfahrung ;)
Die Bücher sind deswegen so gut weil sie sehr komplexe neurobiologische Zusammenhänge in sehr verständlicher Weise beschreiben (eben ohne auf die Neurobiologie einzugehen :D ). Evtl. hilft Dir das ja.
Grüße
Kanken
Dietrich von Bern
14-04-2016, 13:02
Mit etwas Abstand kam mir allerdings der Gedanke, das könnte auch Teil einer Kampagne sein, um Psychopharmaka zu vermarken.
Das kann ich nicht ausschließen - ich kenne die Hintergründe nicht.
Medikamente können allerdings helfen, egal ob jemand mehr verkaufen will oder ob die Absicht der Rede "redlicher" ist.
Wenn es ohne geht, dann umso besser!
Ich fand es übrigens auch amüsant, wie bei den Urvölkern mit Trommeln in der Gemeinschaft die bösen Geister ausgetrieben werden.
Entschuldigt, dass ich mit so einem plumpen Beispiel komme:
Man kann als Allergiker jede Menge Antihistaminika schlucken und sich trotz schlechtem Lebensstil so durchwurschteln.
Man kann aber auch u. a. Allergene und stark Histamin-haltiges meiden.
Dann kommt man ohne Medikamente prima klar.
Der Vergleich ist: Es sind Stoffe am Werk, die selbst in geringsten Dosen einem das Leben erschweren oder erleichtern können...
Jetzt nur mal so weil es dauernd kommt: doch, die anatomischen strukturen der gehirne depressiver patienten sehen in der bildgebung anders aus als die nicht daran leidender. Einfach nur als poi
Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass man bei Leuten die starke Depressionen haben auch hormonelle Veränderungen feststellen würde. "Probleme" zu haben heisst nicht depressiv zu sein oder eine andere schwere psychische Erkrankung zu haben, das kann auch einfach heissen man hat 2 besch**** Probleme zu viel. Natürlich ist man nicht glücklich wenn einen der Partner hasst und mit Mist traktiert, der Job sche*** ist oder weg, ein Arm im Eimer, Schulden, todkranke Eltern da sind. Aber das heisst nicht dass das Hirn nicht mehr funktioniert. Wenn das der Fall ist, sollte man gravierende Abweichungen vom normalen "funktionierenden" Stoffwechsel finden, sprich, bestimmte Botenstoffe / Hormone sind gar nicht mehr, viel zu viel oder im Missverhältnis vorhanden.
Möglich bis wahrscheinlich. Allerdings hatte ich episoden ohne konkreten Grund. Laut therapeuten prädestinieren mein charakter und meine genetik mich möglicherweise für sowas. Ehrlich, ich hab jeinen bock mehr mich selbst zu anslysieren. Es kommt nichts dabei raus.
Ich würde es auch lassen mich zu "analysieren". Das Stichwort ist Integration. Die langsame Integration aller Erfahrungen und Bedürfnisse in ein funktionierendes Gesamtkunstwerk, dafür ist das Gehirn gemacht. Das zweite Stichwort ist "langsam".
Ich habe mich ewig gebeutelt weil ich Dinge über Nacht sofort wieder "richtig" haben wollte, was aber nicht möglich war. Erst nachdem ich bereit war, die Wirbelstürme hinzunehmen die entstehen wenn man die vielen Türen wieder aufmacht, ging es langsam vorwärts. Am Anfang sogar sehr schnell. Ich habe einen Zustand erreicht von dem ich nie gehofft hätte dass er möglich wäre, endlich war alles "wieder da" was man so an Gefühlen haben kann. Das war aber nur die "Engine" die wieder angefangen hat zu laufen - und dann hat die angefangen alte Dinge zu verarbeiten und die waren wieder da. Was aber offenbar so laufen muss um sie zu befrieden. Alter Schmerz, Scham, Ärger heilt nicht durch Ignorieren, sondern indem man sich ihm stellt und die Antworten aus dem Inneren akzeptiert wie man mit "sowas" umgeht. Manches bleibt im Rahmen der Umstände unlösbar, da muss man lernen Dinge so stehen zu lassen. Ich kann z.B. einen völlig kranken verdrehten Menschen nicht einfach mal "heilen" und dann ist er wieder nett, in akzeptablen Zeiträumen. Wenn man das unbedingt will, muss man das "sowohl als auch" lernen - man "behandelt" ihn, trennt sich aber als Partner sofort von dem und wendet sich für diesen Zweck gesünderen Menschen zu. Wenn er nicht zuhören will ist Ende mit Helfen, und nicht Ende mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen oder mit dem eigenen Leben.
Um das nochmal zu erwähnen, weil es das Gegenteil von Analysieren ist: ich habe seitdem ich das so mache mir nie überlegt was der nächste Schritt ist, weil das so komplex ist dass ich das einfach nicht wissen kann. Es sind ja gerade Dinge an die man nicht denken möchte. Und doch ist da "etwas" das zuverlässig Bit für Bit die kleinen und grossen Dinge zurückbringt auf den Tisch, weil ich akzeptiert habe dass es so läuft. Man wacht dann morgens auf und empfindet Scham, weiss aber nicht warum. Erst langsam bildet sich dann öfter mal ne Erkenntnis worüber man gerade nachdenkt, also die Zeit, handelnde Personen. Öfter aber auch nicht.
CassiusClay
14-04-2016, 14:27
Eigentlich habe ich keine Lust mich hier zu beteiligen aber zu Bildgebung und Depression:
Es gibt zig fMRI Untersuchungen zu den neurobiologischen Veränderungen bei Depressionen.
Sehr spannend wird es wenn man Umweltfaktoren (z.B. emotionale Vernachlässigung, Missbrauch etc.) nimmt und diese mit genetischen Faktoren (z.B. dem 5-HTTLPR Polymorphismus) in Korrelation setzt (z.B. Frodl et al 2009).
Solche Studien sind aber in der Regel in extremer Fachsprache veröffentlicht (meist noch in englischer Fachsprache) so dass die Leute hier damit wohl eher wenig anfangen können. Wenn man versucht sie in "einfache Worte" zu fassen wird man ja auch direkt angegangen (z.B. bei der Hunter/Farmer Diskussion oder bei Visualisationen hier im Board).
Ich würde einfach empfehlen solche Diskussionen bei Leuten zu lassen die sich damit wirklich auskennen und ansonsten den Betroffenen zuzuhören und die "gutgemeinten Ratschläge" einfach mal stecken zu lassen. Rat"Schläge" können eben auch Schläge sein und Leute tiefer in Episoden ziehen...
Jetzt bin ich aber auch schon raus hier.
Grüße
Kanken
Hallo Kanken,
heißt das man kann mittlerweile langjährige Depris wissenschaftlich-medizinisch klar beweisen ohne auf die Interpretation von Psycholgen/psychiater angewiesen zu sein ?
Vg :)
Wo habe ich das geschrieben?
In den Studien geht es um Grundlagenforschung, nicht um Diagnostik...
Grüße
Kanken
Möglich bis wahrscheinlich. Allerdings hatte ich episoden ohne konkreten Grund. Laut therapeuten prädestinieren mein charakter und meine genetik mich möglicherweise für sowas. Ehrlich, ich hab jeinen bock mehr mich selbst zu anslysieren. Es kommt nichts dabei raus.
... nu, da Du ja anscheinend eine Ausbildung zum Mediziner machst,
solltest Du vielleicht einen Wechsel in die Rechtsmedizin überlegen ...
Filzstift
14-04-2016, 16:31
... nu, da Du ja anscheinend eine Ausbildung zum Mediziner machst,
solltest Du vielleicht einen Wechsel in die Rechtsmedizin überlegen ...
bitte um erläuterung.
Wahrscheinlich weil man dann keine Angst haben muss, Fehler zu machen die zum Tod von Menschen führen. Allerdings könnte der Umgang mit unnatürlich zu Tode gekommenen Menschen und den Umständen auch etwas belastend werden.
bitte um erläuterung.
... nun, ich entnahm Deinem Beitrag #235 (http://www.kampfkunst-board.info/forum/f37/depression-regelm-iges-training-177927/index16.html#post3489740)
dass Du auf dem Weg zum Mediziner bist und Dich im Rahmen dieser Ausbildung gerade im praktischen Jahr befindest, welches Dir nicht ganz so gut gefallen hat, da dachte ich mir, dass Dir möglicherweise der Umgang mit kranken lebendigen Menschen nicht besonders liegt ...
sorry, wenn ich da was falsch gedeutet habe ...
carstenm
14-04-2016, 18:44
... gerade im praktischen Jahr befindest, welches Dir nicht ganz so gut gefallen hat, da dachte ich mir, dass Dir möglicherweise der Umgang mit kranken lebendigen Menschen nicht besonders liegt ...Ich habe den Eindruck, daß die Herausforderungen und kritischen Aspekte des PJ zumeist eher an anderen Stellen liegen.
Ich habe in meiner Klinikzeit die Erfahrung gemacht, daß es gerade Mediziner, denen der Umgang mit den Patienten besonders gut liegt, in dieser Phase schwer haben.
Filzstift
14-04-2016, 19:40
das medizinstudium und das KPJ waren interessanterweise nur zu den schlimmsten zeiten eine Überforderung. Mittlerweile kann ich wieder sehr gut arbeiten.
Filzstift
14-04-2016, 19:43
Wahrscheinlich weil man dann keine Angst haben muss, Fehler zu machen die zum Tod von Menschen führen. Allerdings könnte der Umgang mit unnatürlich zu Tode gekommenen Menschen und den Umständen auch etwas belastend werden.
Ehrlich gesagt käme ich mir in einem fach wie rechtsmedizin vollkommen abgestellt vor. Ich will am patienten sein und ich habe ambitionen gut zu werden. Und ob jemand natürlich oder unnatürlich zu tode kommt ist nur eine frage des modus. Nichts fundamentales mehr zu machen in beiden fällen.
... Ich will am patienten sein und ich habe ambitionen gut zu werden. ...
liest sich jedenfalls motiviert.
wieso bist du dir dann nicht (mehr) sicher, den berufsweg als arzt beschreiten zu wollen?
gruss
Filzstift
14-04-2016, 19:48
liest sich jedenfalls motiviert.
wieso bist du dir dann nicht (mehr) sicher, den berufsweg als arzt beschreiten zu wollen?
gruss
Weil ich nun ein paar krankenhäuser von innen gesehen habe und bei allem arbeitsaufwand der patient den geringsten darstellt.
... und bei allem arbeitsaufwand der patient den geringsten darstellt.
habe ich das richtig verstanden:
du findest, dass für den patienten zu wenig arbeit aufgewendet wird und zweifelst deshalb am beruf?
oder willst du am patienten arbeiten, weil das der geringste arbeitsaufwand ist und bist deswegen motiviert?
oder bedeutet es was ganz anderes?
gruss
Filzstift
14-04-2016, 21:51
habe ich das richtig verstanden:
du findest, dass für den patienten zu wenig arbeit aufgewendet wird und zweifelst deshalb am beruf?
oder willst du am patienten arbeiten, weil das der geringste arbeitsaufwand ist und bist deswegen motiviert?
oder bedeutet es was ganz anderes?
gruss
Eher was ganz anderes, aber ich hab keinen guten tag heute und es reicht mir vorerst.
Weitermachen!
Eher was ganz anderes, ...
aha!
Weitermachen!
du auch!
gruss
Dietrich von Bern
14-04-2016, 21:59
Bürokratie?
Ja, das nervt!
Leider ist das Überfall so.
Das ist ein schwacher Trost - aber wenn Du richtig gut wirst, dann hast Du Deine Mitarbeiter dafür und Du hast mehr Zeit für Deine Berufung ;)
Es ist auch ein grosser Unterschied ob man am Krankenhaus in untergeordneter Position arbeitet, oder selbständig als niedergelassener Arzt. Auf dem Land werden ja Ärzte die Praxen übernehmen händeringend gesucht, und da hat man abwechslungsreiche Arbeit und einen geordneten gut strukturierten Tag mit viel Fahrerei. :)
Ad aruna: nein. Die signifikant oft auffindbaren (f)MRI bilder aind nicht pathognomonisch, dh, sehr oft finden sich abweichende Merkmale, aber sie sind nicht spezifisch genug um eine diagnose zu stellen.
Danke.
Ich meinte tatsächlich Diagnose, als ich schrieb:
Meines Wissens kann man nun eine Depression nicht so einfach an körperlichen Merkmalen festmachen, wie einen manifesten Hirntumor.
Es gibt zwar die Neurotransmittertheorie, aber ich meine, die Grundlage der Diagnose sind keine Messwerte von Hormonen und Botenstoffen, sondern die Berichte des Betroffenen bzw. von Angehörigen über Gefühle und Verhalten.
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Anatomical MRI study of hippocampus and amygdala in patients with current and remitted major depression (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0925492704001027)
Ist jetzt nicht die die ich vor zeiten gelesen hab aber wenigstens ohne pay wall.
"Our finding of smaller hippocampi in currently depressed patients is consistent with the hypothesis that hypercortisolism could result in hippocampal neurotoxicity in major depression."
Ja, tatsächlich hatte ich insbesondere die Auswirkungen von einem längere Zeit erhöhten Cortisolspiegel auf den Hippocampus im Hinterkopf, als ich diesen Beitrag verfasste:
Wenn man das Gehirn auf eine bestimmte Art und Weise über längere Zeit benutzt oder eben bestimmte Hormonspiegel über längere Zeit erhöht sind, dann hat das konkrete Auswirkungen auf die Hirnstruktur, die ihrerseits wieder bestimmte Zustände begünstigt.
Nur heißt ein statistisch signifkanter Zusammenhang zwischen einem Merkmal A und einer Größe B eben nicht zwangsläufig, dass man von der Größe B sicher auf das Merkmal A schließen (Diagnose) kann.
(Auch wenn z.B. Frauen im Mittel kleiner sind, als Männer, ist die Bestimmung der Körpergröße nur suboptimal zur Bestimmung des Geschlechts geeignet).
In meinem Post an KK-Baghira ging es ja nicht darum, ob Depressionen eine physische Manifestation haben, sondern darum, inwieweit Depressionen von der Gesellschaft (in verschiedenen Kulturen) anders beurteilt werden, als andere Krankheitsbilder, bzw. warum in verschiedenen Kulturen sich Depressionen in unterschiedlichen Symptomberichten durch die Betroffenen ausdrücken.
In der Praxis jedenfalls gleichen sich das beschriebene innere Erleben der Betroffenen und ebenso die durch den Therapeuten äußerlich wahrnehmbaren Symptome so sehr, daß sie dadurch durchaus objektivierbar werden.
Diese Behauptung steht nun in gewissem Widerspruch dazu, dass das innere Erleben kulturabhängig ist.
Wenn natürlich ein bestimmtes inneres Erleben Grundlage der Diagnose ist, dann werden diejenigen, die durch diese Diagnose zu Betroffenen erklärt werden, genau dieses innere Erleben aufweisen.
Ich bin nicht sicher, ob ich deinen Gedankengang tatsächlich richtig verstehe, aber den Ansatz, Depression nicht als diagnostizierbare Krankheit, sondern als einen Umschreibung eines lediglich subjektiv empfundenen inneren Gemütszustandes zu verstehen, fände ich fatal.
Keine Ahnung, was Du verstehst, aber der hier von Dir geäußerte Ansatz ist auf jeden Fall nicht meiner.
Die Diskussion hier scheint mir insgesamt etwas schräg. Die Krankheit und der Umgang damit sind eigentlich recht gut beschrieben. Wäre ein Austausch von "Expertenmeinungen" wie er hier stattfindet, über eine andere Erkrankung, wie z.B. Morbus Crohn in gleicher Weise denkbar?
Wenn nicht - wovon ich ausgehe - warum ist das dann bei dem Krankheitsbild Depression möglich?
Ich weiß nicht, was Du mit "Expertenmeinungen" ausdrücken willst, und ob Du mich damit meinst, aber zumindest in meiner Erfahrungswelt in RL ist es überhaupt nicht "schräg" sich sachlich über die verschiedensten Themen auszutauschen und zu diskutieren und ich sehe keinen Grund, warum da Morbus Crohn eine Ausnahme darstellen soll (sofern man sich dafür interessiert).
* Silverback
18-04-2016, 11:22
Aktuell findet ein Expertenchat zum Thema "Depression" auf der Plattform von t-online statt.
Link: Fachärztin im Expertenchat (http://www.t-online.de/lifestyle/gesundheit/id_77559756/fachaerztin-jetzt-im-expertenchat-woran-erkenne-ich-eine-depression-.html)
CassiusClay
30-04-2016, 16:28
Was leider oft nur Fachärzte und Psychologen wissen, ist die Tatsache das Depressionen bei Männern sich oft als Aggressionen zeigen.
Aber da sind wir in guter Gesellschaft :D ......und ein Ohr abbeißen ist eine hervorragende SV Technik.
https://www.youtube.com/watch?v=qRfua75r4_c
Filzstift
01-05-2016, 00:20
Was leider oft nur Fachärzte und Psychologen wissen, ist die Tatsache das Depressionen bei Männern sich oft als Aggressionen zeigen.
sags mir. die wand hat ein paar neue dellen. meine hand auch.
CassiusClay
01-05-2016, 15:13
sags mir. die wand hat ein paar neue dellen. meine hand auch.
:)
Filzstift
11-05-2016, 13:20
Kleines Update
So, bin nun seot einiger Zeit in der psychotherapie. Nette therapeutin, vielleicht ein bisschen auf der leitung manchmal, aber das ist okay.
Bin auf ihr anraten bei einem psychiater (wahlarzt, die ambulanz an der klinik werde ich wie gesagt großräumig meiden) und dieser hat mir mirtazapin verschrieben.
Weil die leute sich bekanntlich vor Antidepressiva fürchten: ich bin mittlerweile froh es zu haben. Die ersten zweieinhalb wochen waren noch schlimm, heulen, wutausbrüche, motivation im keller, etc. aber ich darf seit ende letzter woche die ersten wirkungen genießen.
Ich fühle mich nicht mehr so verzweifelt, schlafe durch (mag auch daran liegen dass das Mittel schlaffördernd ist, haha) und bin an manchen tagen begeisterungsfähig wie ich mich gar nicht mehr kannte.
Nebenwirkung n gibt es auch, aber einerseits fallen sie mild aus und andererseits sind sie gar bicht so unerwünscht.
Mirtazapin macht müde, aber der betäubende Effekt hat bald abgelassen. Mittlerweile muss ich nicht mehr vorrausplanen wann ich genau vorhabe ins bett zu gehen weil es mich nicht ausknockt wie in den ersten paar tagen.
Alkohol ist angeblich kritisch. Laut arzt ist es okay solang es in maßen bleibt, weil die sedierende wirkung bei manchen sehr verstärkt wird (das schlumnste wär wihl dass man an der bar einnickt. Ist kein problem, ich hab seit nun 3 monaten keinen alk mehr gehabt und vermiss es ehrlich nicht.
Was mir auffällt dass ich besonders nach dem einnehmen und norgens einen sehr trockenen mund hab, aber dafür steht ein glas wasser am nachttisch.
Das auffälligste ist der Appetit. Das medikament ist bekannt dafür dass es den appetit steigert und ich Merke den hunger auf vor allem süßes sehr. Nachdem ich aber im jänner nur mehr 67 kg hatte werd ich mir, nachdem nun auch wieder mehr bjj drin ist, den griff in den Kühlschrank erlauben. Six pack wird eh überbewertet;)
Alles in allem: die pillen wirken, ich lerne erwas über mich selbst und wie ich solche erlebnise in zukunft besser bewältigen oder gar vermeiden kann.
Ich hab noch keine ahnung wo es hingeht, aber ich hab langsam das gefühl dass es vielleicht ganz nett dort sein wird.
Danke übrigens für die diskussion. Ich stimme nicht mit allem was hier so konnt überein, ais medizinischer oder persönlicher sicht, aber allein dass hier so viele so interessiert diskutiert haben gibt mir das gefühl dass das alles legitim ist und ich nicht komplett daneben bin.
Seids leiwand.
Dietrich von Bern
11-05-2016, 20:40
Das freut mich!
Mit Alkohol aber aufpassen, ein Freund von mir hat sich mal vollgesch!ssen... ;)
...
Mit Alkohol aber aufpassen, ein Freund von mir hat sich mal vollgesch!ssen... ;)
Jemand, den ich kenne, hat bei der bundeswehr zusammengesoffen in der nacht an den spind gepinkelt, auf den boden neben sein bett geschissen, einen stuhl darüber gestellt und sich dann wieder schlafen gelegt bis zum wecken.
Gruss
Kleines Update
So, bin nun seot einiger Zeit in der psychotherapie. Nette therapeutin, vielleicht ein bisschen auf der leitung manchmal, aber das ist okay.
Bin auf ihr anraten bei einem psychiater (wahlarzt, die ambulanz an der klinik werde ich wie gesagt großräumig meiden) und dieser hat mir mirtazapin verschrieben.
Weil die leute sich bekanntlich vor Antidepressiva fürchten: ich bin mittlerweile froh es zu haben. Die ersten zweieinhalb wochen waren noch schlimm, heulen, wutausbrüche, motivation im keller, etc. aber ich darf seit ende letzter woche die ersten wirkungen genießen.
Ich fühle mich nicht mehr so verzweifelt, schlafe durch (mag auch daran liegen dass das Mittel schlaffördernd ist, haha) und bin an manchen tagen begeisterungsfähig wie ich mich gar nicht mehr kannte.
Nebenwirkung n gibt es auch, aber einerseits fallen sie mild aus und andererseits sind sie gar bicht so unerwünscht.
Mirtazapin macht müde, aber der betäubende Effekt hat bald abgelassen. Mittlerweile muss ich nicht mehr vorrausplanen wann ich genau vorhabe ins bett zu gehen weil es mich nicht ausknockt wie in den ersten paar tagen.
Alkohol ist angeblich kritisch. Laut arzt ist es okay solang es in maßen bleibt, weil die sedierende wirkung bei manchen sehr verstärkt wird (das schlumnste wär wihl dass man an der bar einnickt. Ist kein problem, ich hab seit nun 3 monaten keinen alk mehr gehabt und vermiss es ehrlich nicht.
Was mir auffällt dass ich besonders nach dem einnehmen und norgens einen sehr trockenen mund hab, aber dafür steht ein glas wasser am nachttisch.
Das auffälligste ist der Appetit. Das medikament ist bekannt dafür dass es den appetit steigert und ich Merke den hunger auf vor allem süßes sehr. Nachdem ich aber im jänner nur mehr 67 kg hatte werd ich mir, nachdem nun auch wieder mehr bjj drin ist, den griff in den Kühlschrank erlauben. Six pack wird eh überbewertet;)
Alles in allem: die pillen wirken, ich lerne erwas über mich selbst und wie ich solche erlebnise in zukunft besser bewältigen oder gar vermeiden kann.
Ich hab noch keine ahnung wo es hingeht, aber ich hab langsam das gefühl dass es vielleicht ganz nett dort sein wird.
Danke übrigens für die diskussion. Ich stimme nicht mit allem was hier so konnt überein, ais medizinischer oder persönlicher sicht, aber allein dass hier so viele so interessiert diskutiert haben gibt mir das gefühl dass das alles legitim ist und ich nicht komplett daneben bin.
Seids leiwand.
:halbyeaha:halbyeaha
Dietrich von Bern
12-05-2016, 12:42
Jemand (...) hat bei der bundeswehr (...) an den spind gepinkelt
Es ging mir um die Kombination "Pillen und Alkohol" mit dem ungewünschten Ergebnis "totaler Kontrollverlust".
Je nachdem, was für Pillen man nimmt können einem ein paar Glas Wein in peinlichste Situationen bringen.
Der Typ, von dem ich erzählte, ist übrigens auch sehr glücklich darüber, dass die Pillen ihm helfen.
Man darf nur nicht die falschen bekommen.
Da war doch was, wo ein Medikament mit erhöhter Selbstmordrate in Verruf war...
Filzstift
12-05-2016, 13:21
Da war doch was, wo ein Medikament mit erhöhter Selbstmordrate in Verruf war...
ist eine ganze medikamentenklasse, nämlich die SSRI. sind die häufigsten Antidepressiva.
Manch ein schwer depressiver hat schon lange den wunsch sich umzubringen, aber ob der depression fehlt der antrieb ttsächlich was zu tun. oft steigt bei ADs erst der antrieb, die stimmungsaufhellung kommt erst wochen später. und da kanns schon zu spätsein. mit ein grund warum man manchmal eine stationäre aufnahme überlegen muss.
Filzstift
16-06-2016, 17:11
wieder mal ein update:
an sich geht alles gut, die diplomarbeit ist heute abgegeben, also von meiner seite aus fertig mit dem ganzen zauber.
war zwischenzeiitlich zur blutuntersuchung, und siehe da, das antidepressivum scheint mir einen leichten leberschaden beschert zu haben. na ganz toll.
Gerade pj. Dann arzt im basisjahr., vorrausgesetzt meine betreuerin lässt sich dazu herab meine diplomarbeit zu korrigieren.
Hallo Filzstift
Ich kenne privat einen Arzt, der auch starke Depressionen hatte. Sein Studium schaffte er, nachdem er sich psychologisch untersuchen ließ. Bei ihm wurden anankastische Persönlichkeitstendenzen festgestellt, welche die Depressionen auslösten, d. h. durch sein maladaptives Motivationsprofil wurde er immer wieder in seinem Medizinstudium ausgebremst (übertriebener Perfektionismus, Arbeitsblockaden, Erledigungsblockaden, Prokrastination). Er hat dann für sich ein recht gutes Zeitmanagement entwickelt, wodurch er seine Antriebslosigkeit austricksen konnte. So weiß er z. B., dass er unter Druck nicht gut arbeitet, und versucht deshalb, Zeitfenster einzuplanen in To-Do-Listen. So schafft er heute die Berufsausübung als Arzt. Er macht das so gut, dass er nun Psychiater werden will und anderen helfen möchte. Also nur Mut, da findet sich schon ein Weg! :)
Den Sport hat er auch entdeckt. Das machen noch viele bei Antriebsproblemen. Ich nehme mich da nicht aus, auch wenn ich keine Depressionen habe. Bei mir ist es einfach der innere Schweinehund, ekelhaft, wie der sich oft anstellt. :p
Lieben Gruß
Joyce
Möglich bis wahrscheinlich. Allerdings hatte ich episoden ohne konkreten Grund. Laut therapeuten prädestinieren mein charakter und meine genetik mich möglicherweise für sowas. Ehrlich, ich hab jeinen bock mehr mich selbst zu anslysieren. Es kommt nichts dabei raus.
Sorry, wenn ich bei diesem Beitrag nochmal nachhake, denn Deine anderen Beiträge zeigen, dass Du sehr hohe Ansprüche an Dich selbst stellst, Du Ambitionen hast, ein wirklich guter Arzt zu werden. Das glaube ich Dir sofort. Man spürt Dein Engagement. Aber gerade solche gewissenhaften Persönlichkeiten mit dem melancholischen Charakterprofil (den ich übrigens auch habe, deshalb lernte ich den besagten Arzt privat kennen, weil wir uns für dasselbe Thema interessierten) neigen zu, sich zu sehr zu verausgaben und auszubrennen oder eine Depression oder zwanghaftes Verhalten zu entwickeln. Ich würde mich in die entsprechende Fachliteratur einarbeiten, das ist sehr ergiebig (hab ich auch gemacht). Die deutschsprachige Fachliteratur ist dazu besonders vielfältig und breit im Gegensatz zur eher dürftigen englischsprachigen. Laut einer Studie kommt dieses Persönlichkeitsprofil besonders häufig in unseren Breitengraden vor, deshalb kein Wunder, dass es besonders viele Fachliteratur dazu gibt. Ist wirklich spannend zu lesen. Hilfe zur Selbsthilfe. :)
Lieben Gruß
Joyce
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