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Vollständige Version anzeigen : Katana versiegeln ( unziehbar machen)



Toshi Uzze
30-11-2018, 20:46
Hallo,
ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil ich seit einiger Zeit die alte Anleitung suche, wie man ein Katana versiegelt.
Vor ein paar Jahren habe ich diese gefunden und suche mich zur Zeit zu tode.
-> Klinge entfetten
-> Die Scheide mit Wachs auffüllen
-> ab ins heißes Wasser und das Katana einführen
-> Stifte entfernen

oben genannt ist die einfache Version.

Alternativ mit Blei statt Wachs ausfüllen allerdings wird dabei die Scheide/Saya unbrauchbar. ( wie ging das ?)

Meine Version : mit Polyester oder Epoxidharz die Scheide füllen ( effektiv aber eben nicht der Tradtion würdig)

Aber, ich suche die Originalanleitung wie man es tratitionell macht. Wie man Saya und Klinge so versiegelt, dass es nur mit erheblichen Aufwand erneut möglich ist es zu ziehen ohne es ernsthaft zu beschädigen.

schau ma mal ob sich hier Profies rum treiben. Hoffe, hier kann mir jemand weiter helfen.

Grüße Toshi

Bücherwurm
30-11-2018, 21:50
Wozu?

Hafis
30-11-2018, 21:53
Nur mal so aus Neugierde nachgefragt:
wieso wurden Katana 'versiegelt', und was heißt 'ohne es ernsthaft zu beschädigen'?

Toshi Uzze
30-11-2018, 22:02
Es ist mein Trainigskatana das ich seit 11 Jahren trage. Aus persönlichen Gründen will ich es nicht mehr benutzen. Und es an meinem Patenkind übergeben, (1,5 Jahre alt) und hoffe dass sie nie die Bitte ausspricht, meine ernstahften Beziehungen und Fähigkeiten zu nutzen. ( gebe es ihr (schwägerin) mit der Auflage dass ich abwääge(wie schreibt man das) das ich entscheide wie weit es sinnvoll ist es zu benutzen.
P.S. mein Bruder ist vor 6 Wochen gestorben und zuvor hab ich meinen 7 jahren jüngeren Bruder vor Vater und allem beschützt.
In dem Teil ist viel gespeichert und daher will ich es altmodisch versiegeln, aber so dass es im Notfall benutzt werden kann.

Toshi Uzze
30-11-2018, 22:06
Die kleine wirds eh als spielzeug benutzen, egal was man Kindern sagt, sie machen es dennoch. Daher die Polyester Lösung. Aber ich will es irgendwie klassisch und im Vertrauen zu ihr Regeln.
toshi

Toshi Uzze
30-11-2018, 22:08
Im allgemeinen wurden Schwerter ( gotisch, fränkisch japanisch etc...) als Grabbeilagen, Geschenke, nach Kriegen etc. als (Stark) behandelt. Also Sympolisch wurden Starke Führer , bzw. dessen Schwerter hoch geachtet. Zur heutigen Zeit ist es etwas dumm, da eine kleine Bombe mehr bewirkt. Aber damals konnte man mit einer Jitte ein schwert zerbrechen. Und das zerbrochene Schwert wurde entweder in einem Schrein aufbewahrt oder ins Grab geschmissen.

Toshi Uzze
30-11-2018, 22:12
Katanas wurden versiegelt um sie nicht mehr benutzen zu können. zum erhalt, aus geschichtlichen gründen , teilweise wurden se zerbrochen oder eingeschmolzen, umgeschmiedet..... hat nix mit katana direckt zu tun, sondern mit waffen aus eisen im allgemeinen. Aber ich such die alte japanische anleitung.

Toshi Uzze
30-11-2018, 23:47
1

ryoma
01-12-2018, 08:57
:confused::confused::confused:

Katana, Polyester, Kleinkind, Notfallnutzung, Grabbeilage, Worrias (Warriors?)....

Das ist mal ein richtig kryptischer Post. Wow....

Bücherwurm
01-12-2018, 09:34
:confused::confused::confused:

Katana, Polyester, Kleinkind, Notfallnutzung, Grabbeilage, Worrias (Warriors?)....

Das ist mal ein richtig kryptischer Post. Wow....

... ja, und auch im weiteren ...
Seht meine alten Sensais :)

Hafis
01-12-2018, 12:28
Katanas wurden versiegelt um sie nicht mehr benutzen zu können. zum erhalt, aus geschichtlichen gründen , teilweise wurden se zerbrochen oder eingeschmolzen, umgeschmiedet..... hat nix mit katana direckt zu tun, sondern mit waffen aus eisen im allgemeinen. Aber ich such die alte japanische anleitung.

... und Du bist Dir sicher, dass eine 'Versiegelung' nach dieser alten japanischen Anleitung die Klinge lediglich konserviert hat, so dass man sie jederzeit wieder in alter Pracht 'auferstehen' lassen konnte?
Für mich ist das nur schwer nachvollziehbar, insbesondere wenn ich mir die im Eingangspost vorgestellten, angeblich geeigneten Methoden, betrachte ...

ryoma
01-12-2018, 12:57
Katanas wurden versiegelt um sie nicht mehr benutzen zu können. zum erhalt, aus geschichtlichen gründen , teilweise wurden se zerbrochen oder eingeschmolzen, umgeschmiedet..... hat nix mit katana direckt zu tun, sondern mit waffen aus eisen im allgemeinen. Aber ich such die alte japanische anleitung.

Woher hast du dein Wissen, insbesondere das betreffend Japan?

Gast
01-12-2018, 13:03
das ich entscheide wie weit es sinnvoll ist es zu benutzen.
P.S. mein Bruder ist vor 6 Wochen gestorben und zuvor hab ich meinen 7 jahren jüngeren Bruder vor Vater und allem beschützt.
In dem Teil ist viel gespeichert und daher will ich es altmodisch versiegeln, aber so dass es im Notfall benutzt werden kann.

Also die Zeiten in denen man ein Katana, zum Schutz, sinnvoll benutzen kann, sind schon lange vorbei.

Toshi Uzze
01-12-2018, 14:26
Sorry, ich war ganz schön besoffen als ich wieder heim kam ;)

vor ein paar jahren habe ich durch zufall davon gehört und anschließent intensiev gegooglt. Des weiteren hat ein enger Freund von mir Japanologie und Sinologie studiert in Erlangen ( größte bibi in de) und er hatte zugriff auf die richtig alten Bücher ... Und jetzt wärend ich nüchtern bin und schreibe , weiß ich auch wo ich die Infos wieder finde XD

Hafis
01-12-2018, 14:41
... Und jetzt wärend ich nüchtern bin und schreibe , weiß ich auch wo ich die Infos wieder finde

Fein, dann kannst Du ja mal hier ein bisschen was dazu erzählen, wenn Du mit Deinen Quellenstudien so weit bist,
mich interessiert so was nämlich wirklich :)

Klaus
01-12-2018, 19:36
Ist doch in der Edo-Periode weit verbreitet gewesen, Katanas mit Epoxy-Harz in der Scheide festzukleben. Geht ja praktisch mit ein bischen Wackeln und kräftig ziehen leicht wieder raus.

Toshi Uzze
02-12-2018, 22:48
Sers, krass hatten sie im 18ten bereits Epo-Harz. Nicht wenn mann die klinge mit einem 500-1000 Papier anschleift und entfettet. Dann ist ein Klotz drum den man nur mechanisch entfernen kann....

Klaus
03-12-2018, 00:26
Ebenfalls üblich war das Verfüllen mit geschmolzenem Blei, wegen des geringen Schmelzpunkts.

ryoma
03-12-2018, 09:05
Irgendwie ein 1. April-Thread, wie es scheint.

sabiji
03-12-2018, 09:23
Ebenfalls üblich war das Verfüllen mit geschmolzenem Blei, wegen des geringen Schmelzpunkts.

Jupp. Ein ganz üblicher Vorgang. Ganz wichtig: du musst die Saya vorher erwärmen. So um die 220° C, damit das Blei beim einfüllen nicht so schnell abkühlt und du nur wenige cm in die Saya mit der Klinge kommst, bevor das Blei zu zäh wird. Sieht dann doof aus. Darfst aber nicht höher gehen mit der Temp., sonst fackelt Dir die Saya schon im Ofen ab. Ofen ist natürlich das nächste Problem. In der Edo waren die Öfen größer als Heute, weil auch die Familien größer waren. Die Klinge musst Du ebenfalls erhitzen, hier um die 330° C wie das Blei, sonst kühlt auch die Klinge das Blei ab. Das größte Problem ist hinzubekommen, dass Dir die Saya nicht abfackelt, weswegen das in der Edo nur wenige Spezialisten konnten. Cooler Nebeneffekt, wenn Du nur eine langweilige Schwarzlackscheide hast: der Lach wird weich und wirft blasen. Jetzt kannst Du tolle Muster in den weichen Lack pressen oder anderes Material in den Lack streuen. So wurden damals viele jap. Lacktechnicken erfunden, wie z.B. das Kin-Nashiji.

Gutes Gelingen!

Inumeg
03-12-2018, 10:42
Die kleine wirds eh als spielzeug benutzen, egal was man Kindern sagt, sie machen es dennoch. Daher die Polyester Lösung. Aber ich will es irgendwie klassisch und im Vertrauen zu ihr Regeln.
toshi

Ich würde das Schwert ja einfach mal aufm Dachboden (oder im Bankschließfach) lagern und es dann meinem Patenkind zum 18ten Geburtstag überreichen. Dann kann das es damit und den emotionalen Hintergründen wohl etwas mehr anfangen und wird es wesentlich mehr zu schätzen wissen, als wenn es mit nem unbrauchbaren Deko-Schwert an der Wand aufwächst.

ryoma
03-12-2018, 11:25
Ich würde das Schwert ja einfach mal aufm Dachboden (oder im Bankschließfach) lagern und es dann meinem Patenkind zum 18ten Geburtstag überreichen. Dann kann das es damit und den emotionalen Hintergründen wohl etwas mehr anfangen und wird es wesentlich mehr zu schätzen wissen, als wenn es mit nem unbrauchbaren Deko-Schwert an der Wand aufwächst.

Ich habe den leisen Verdacht, dass es sich ja eh um ein Deko-Schwert handelt. ;)

Pansapiens
03-12-2018, 11:53
in der keltischen Tradition hat man das Schwert in einen Stein gesteckt, bis das Kleinkind alt genug war das wieder raus zu ziehen:

https://youtu.be/Cc-4G0TUUo0?t=1m37s

Münsterländer
03-12-2018, 12:01
möglicherweise auch sarmatisch;)
https://de.wikipedia.org/wiki/Artus
"Ammianus Marcellinus berichtet im späten vierten Jahrhundert nicht nur, dass die Sarmaten für ihre Schmiedekunst berühmt gewesen seien, sondern schildert auch am Beispiel der mit den Sarmaten verwandten Alanen die religiösen Bräuche dieser iranischen Reitervölker:
Bei ihnen sieht man keine Tempel und kein Heiligtum; nicht einmal eine mit Schilf gedeckte Hütte kann man bei ihnen irgendwo erblicken; vielmehr wird ein entblößtes Schwert in den Boden gestoßen, und durch dieses verehren sie sehr gläubig den Kriegsgott und Beschützer der Gebiete, die sie bewohnen"

Aber nichts genaues weiß man nicht:)

Grüße

Münsterländer

Klaus
03-12-2018, 13:08
Als nomadisches Reitervolk kann man halt Tempel und andere Großgebäude immer so schlecht abbauen und auf Pferde verladen. :) So'n Schwert rausziehen und 50km weiter wieder in den Boden stopfen geht einfacher.

Hafis
03-12-2018, 13:58
... und weil das Schwert dann heilig ist, ist es auch so gut wie versiegelt, weil es nur der Schamane in die Hand nehmen darf,
das wissesn auch schon die kleinsten Kinder, und alles ist gut ...

Hafis
03-12-2018, 14:37
Aber gut, es sollte ja eigentlich eine Methode sein, bei der irgendwas in die Saya gegeben wird, um das Schwert 'unziehbar' bzw. 'schwer' ziehbar zu machen.
Die Blei-Methode ist, wie Sabiji ja sehr gut erläutert hat, nur etwas für absolute Fachleute;
für den begabten Heimwerker scheint aber die Kunstharzmethode durchaus anwendbar zu sein, auch wenn es da zunächst kleine Schwierigkeiten gibt:


... wenn mann die klinge mit einem 500-1000 Papier anschleift und entfettet. Dann ist ein Klotz drum den man nur mechanisch entfernen kann....

... aber dafür gibt's doch den Dremel, so dass dieses Problem durchaus gelöst werden kann.

Der traditionelle Kunsthandwerker dürfte dann aber in der Tat eher zur Wachs-Methode greifen,
aber auch da wird es sicher Vor-und Nachteile geben ...

Münsterländer
03-12-2018, 14:46
... und weil das Schwert dann heilig ist, ist es auch so gut wie versiegelt, weil es nur der Schamane in die Hand nehmen darf,
das wissesn auch schon die kleinsten Kinder, und alles ist gut ...

und weil ein Kind das Ding vermutlich gar nicht aus der Erde kriegt*g*
sooo leicht ist das nämlich nicht.

Klaus
03-12-2018, 14:57
Ich habe Kindern vor Jahren im Gegenteil mal anhand von Erde gezeigt, wie leicht auch ein "stumpfes" Jian wie durch Butter tief in den Boden geht. So als Warnung dass man damit nicht einfach auf andere Kinder und Jugendliche einstechen darf, und weil es stumpf ist passiert dann nichts. Doch, es geht durch, komplett. Wenn man es ala Merlin in einen geschlossenen Findling treibt, wird das allerding doch etwas schwieriger. :)

Die Bleimethode habe ich aus praktischen Gründen übrigens durch 999er Feingold ersetzt, das ist noch weicher, und man sieht besser nach dem Ziehen wo man noch was von der Klinge abpolieren muss. Der Versuch mit der Alarich-Methode (Blut und Hühnerkot) ging leider etwas daneben.

Münsterländer
03-12-2018, 15:01
Ich habe Kindern vor Jahren im Gegenteil mal anhand von Erde gezeigt, wie leicht auch ein "stumpfes" Jian wie durch Butter tief in den Boden geht. So als Warnung dass man damit nicht einfach auf andere Kinder und Jugendliche einstechen darf, und weil es stumpf ist passiert dann nichts. Doch, es geht durch, komplett. Wenn man es ala Merlin in einen geschlossenen Findling treibt, wird das allerding doch etwas schwieriger. :)

Die Bleimethode habe ich aus praktischen Gründen übrigens durch 999er Feingold ersetzt, das ist noch weicher, und man sieht besser nach dem Ziehen wo man noch was von der Klinge abpolieren muss. Der Versuch mit der Alarich-Methode (Blut und Hühnerkot) ging leider etwas daneben.

Von Rein hab ich ja auch nicht gesprochen.;)

Ich habe mal gelesen, dass ein Schwert, wenn es tief und schon etwas länger im Boden steckt, nur mit viel Kraft wieder raus zu bekommen sei.
Für einen Selbsttest war mir meins aber bisher zu schade.:D
War also vielleicht auch Quatsch.

Grüße

Münsterländer

Hafis
03-12-2018, 15:03
und weil ein Kind das Ding vermutlich gar nicht aus der Erde kriegt*g*
sooo leicht ist das nämlich nicht.

na ja, so ein krummes Katana kann man wohl kaum so fest in die Erde rammen, wie es nötig wäre.

Inumeg
03-12-2018, 15:03
Epoxy ist was für Modellbau-Nerds und Freaks aus der Maker-Szene. Der gestandene deutsche Hobbyist nimmt Beton oder PU-Schaum! Und bei Hausfrauen ist jetzt zur Weihnachtszeit auch die Heißklebepistole sehr beliebt. Oder der Keksteig meiner Schwester :D

Hafis
03-12-2018, 15:09
... Der Versuch mit der Alarich-Methode (Blut und Hühnerkot) ging leider etwas daneben.
... kein Wunder, mit dieser Methode wurden Klingen ja auch gehärtet und nicht etwa vor 'unbefugtem Ziehen' geschützt ...

Klaus
03-12-2018, 15:49
Verdammt, hat mich Laurin der alte Sack wieder angelogen. :(

ryoma
05-12-2018, 08:59
Schon zwei Tage Funkpause hier.
Vielleicht weiht uns der TE ja noch in seine bahnbrechende Quelle ein.

sabiji
05-12-2018, 11:36
Glaube ich nicht. Solche Sachen werden nur bei Vollmond vom Meisterversiegler dem Schülerversiegler in entlegenen Bergregionen vorgetanzt. Schriftlich Aufzeichnungen müssen daher grundsätzlich angezweifelt werden.

ryoma
05-12-2018, 15:27
Vollmond - tick
entlegene Bergregion - tick
vortanzen - tick
Jungfräulichkeit - haste vergessen :D

Hexer
05-12-2018, 15:29
Vollmond - tick
entlegene Bergregion - tick
vortanzen - tick
Jungfräulichkeit - haste vergessen :D

Die Vorgabe war "Nicht mehr raus", nicht "nicht mehr rein"....



OMG sorry! Das hat sich einfach zu sehr angeboten grade...

Hafis
05-12-2018, 17:56
... Das hat sich einfach zu sehr angeboten grade...
:flop:

Toshi Uzze
05-12-2018, 19:59
Sers, eben darum geht es nicht. Was bringt es einem Kind mit 1,5 Jahren wenn etwas auf dem dachboden liegt. Ich denke, dass sie einen Halt braucht, nicht jetzt im Moment, da sie zu jung ist. Aber mit drei Jahren wird sie verstehen was Tod bedeutet und dann tud es gut einen Halt zu haben. Evtl. fängt se ja mit einem non aggro Sport,in Richtung kampfsport, an.

Toshi Uzze
05-12-2018, 20:00
HAHAHAHAHAHAHAHA...... Legende sagt hallo .... Arthur ... mit welchem Füllmaterial ?

Toshi Uzze
05-12-2018, 20:03
Nomadisches Reitervolk nehme ich an, dass du dich auf Atillar ( Hezel) beziehst.... alles verrostet = nicht wieder herstllbar

Toshi Uzze
05-12-2018, 20:13
ok, das ist interresant. Klar selbst mit einem spitz geschliffenen Ebenholz, oder Hartholzstab fügt man ernsthaft Wunden zu ... ( guter Tip , überhaut zu zeigen, wie leicht man Wunden und ernsthaften Schaden anrichtet) Gold ist eine Option. So erhällt es einen sehr hohen Wert egal wie sie sich entwickeln wird. Aber ne Saya zu füllen wird teuer .. Denk ma ca. 250g Gold... und Probleme mit dem Schmelzpunkt .. oh ca. 9500€ Goldpreis...

Toshi Uzze
05-12-2018, 20:17
Sorry .... Schmarn.... außer die Erde wurde vorher zerpulvert, besteht aus Kalk, Wasser und Sand ;)

Toshi Uzze
05-12-2018, 20:20
Danke, guter Ansatz wo es zu finden war. Hatte mich um 150 Jahre getäuscht.

shinken-shôbu
05-12-2018, 21:39
Sind nicht gerade wieder Ferien? Das würde ja vielleicht mal wieder den einen oder anderen Post erklären. :D


Es ist schon Weihnachtszeit und Silvester ist wieder Bleigießen angesagt, da sollte man Anfang Januar eigentlich sehr gut an billiges Füllmaterial kommen. ;)


Gold geht übrigens gar nicht, da viel zu gefährlich, wenn man es aus versehen auf den Helfer statt in die Saya gießt (Der Königin der drachen Bruder lässt grüßen).:rolleyes:

Inumeg
06-12-2018, 08:21
Sers, eben darum geht es nicht. Was bringt es einem Kind mit 1,5 Jahren wenn etwas auf dem dachboden liegt. Ich denke, dass sie einen Halt braucht, nicht jetzt im Moment, da sie zu jung ist. Aber mit drei Jahren wird sie verstehen was Tod bedeutet und dann tud es gut einen Halt zu haben. Evtl. fängt se ja mit einem non aggro Sport,in Richtung kampfsport, an.

Gegenfragen:
- Was bringt es einem 1,5 Jährigen, nen Deko-Schwert an der Wand zu haben (anstatt es aufm Dachboden aufzubewahren)?
- In wie weit kann ein Deko-Schwert an der Wand einem 3-Jährigen "Halt" geben?
- Wieso liest du deine Posts nicht Korrektur, bevor du auf "Antworten" drückst?
- Was hat ein non-Aggro-Sport mit versiegelten Schwertern zu tun?
- Warum nicht einfach ne Tube Pattex in die Scheide drücken? Wenn das Teil nicht mehr ziehbar sein soll, ist es ja absolut egal, mit welchem Material man dafür sorgt. Hätten die alten Japaner damals schon Universalkleber gehabt, hätten die da sicher auch benutzt.
- Warum glaubst du, dass ein Kind irgendwann in der Lage sein wird, die gleichen emotionalen Zusammenhänge zwischen Tod, Familie und einem Schwert herzustellen, die DU genau heute herstellst. Wenn es das Alter erreicht, in dem es in der Lage dazu ist, ist der Anlass schon viel zu weit zurück, das Kind kann sich daran nicht erinnern und wird bis dahin deinem Schwert keinen besonderen Status mehr zuschreiben (weil es ein allgegenwärtiger Deko-Artikel ist)
- Warum antwortest du auf Posts anderer Leute und sprichst sie darin direkt an, ohne ein Zitat oder den Usernamen derjenigen Person zu benutzen?

Little Green Dragon
06-12-2018, 08:54
Aber mit drei Jahren wird sie verstehen was Tod bedeutet

Du hast herzlich wenig Erfahrung / Umgang mit kleinen Kindern oder?

Hafis
06-12-2018, 16:40
@Toshi Uzze
also irgendwie kapiere ich noch nicht, welchen Zusammenhang das kleine Mädel da eigentlich verstehen soll.
Das Schwert, um das es hier geht, gehörte ja nicht ihrem Vater, der Dich damit 'beschützt' hat, sondern umgekehrt, es gehörte Dir,
und Du hast ihren Vater vor vielem beschützt, aber vor dem Tod konntest Du ihn nicht beschützen.
Welchen Wert soll ein solches Ding für Deine Nichte einmal haben?
Was sagt eigentlich Deine Schwägerin zu Deinem Anliegen?

Klaus
06-12-2018, 20:13
Welche Menschen im 21. Jahrhundert haben irgendwen mit dem Schwert beschützt ? Als dauerhafte Tätigkeit ? Die Antwort auf diese Frage hilft weiter bei der Einschätzung der Motivation.

Hafis
06-12-2018, 20:32
Welche Menschen im 21. Jahrhundert haben irgendwen mit dem Schwert beschützt ? Als dauerhafte Tätigkeit ? Die Antwort auf diese Frage hilft weiter bei der Einschätzung der Motivation.

... nö, hilft nicht, hier geht es um ideelle Vorstellungen, die Frage lautet:
Welche Bedeutung hat das Schwert für den Threadersteller, und welche Bedeutung soll es seiner Meinung nach für seine Nichte bekommen?
Wenn die Schwägerin sich angesichts dieser Frage besorgt zeigt, kann ich das gut nachvollziehen.

sabiji
07-12-2018, 11:11
Spaß beiseite: vergiss den Prügel! Der hilft dem Kind nicht ein bisschen. Das ist romantisierter Sch##ß.
Wenn Du dem Kind was wirklich gutes tun willst, werde ein toller Pate. Sei eine Hilfe und Unterstützung in allen seinen Lebensabschnitten. Habe immer ein offenes Ohr für die kommenden Sorgen und Nöte wenn es aufwächst. Verbringe Zeit mit ihr/ihm, unternehme viel und bringe ihm/ihr was bei. Da habt übrigens ihr beide was davon.

Ich habe eine Tochter die nun 20 Jahre alt ist. Vor etwa 30 Jahren begann ich mit Kendo und auch gleichzeitig mich mit der Materie Nihonto zu beschäftigen. Ich war lange Jahre Mitglied der NBTHK und habe diese mit dem Tod des ehemaligen Präsis Herr Hagenbusch verlassen, den ich sehr verehrt habe. Herr Dr. Kremers, leider kein "Klingenmensch" aber eine Koryphäe auf dem Gebiet des Kodogu ist eine exzellente Nachfolge.
Zurück zum Thema: meine Tochter ist also mit meinen Hobbys aufgewachsen. Um nicht allein zu Hause zu sein, ist sie oft mit zum Training gekommen und während dessen tobte sie auf einem Matratzenstapel. Sie hatte -zig antike Klingen in den Händen und kennt die Regeln und Etikette, was den Umgang mit ihnen betrifft.
Dennoch hat sie nie die Leidenschaft entwickelt oder übernommen. Weder für Kampfsport, noch für Schwerter, noch für Japan im Allgemeinen. Ich hatte mir damals auch vorgestellt, ihr zur Volljährigkeit ein antikes, gutes Waki zu schenken. Aber auch wenn es mein Interessensfeld ist, es ist weder mein Ursprung noch meine Kultur. Es ist nur mein Hobby. Sie bekam statt dessen ein gutes Outdoor-Messer in Form eines kurzen traditionellen Sax geschenkt. Handgeschmiedet von einem Messermacher. Und sie hat sich ehrlich gefreut. Sie ist "outdoortechnisch" ohnehin sehr interessiert.
Ironie der Geschichte: meine Tochter lebt und arbeitet seit einen halben Jahr auf einer Farm in Kyushu, um ihr Horizont zu erweitern und ihre Vita zu pflegen. Der Vorfahre ihres Farmer ist übrigens tatsächlich ein Kampfgefährte Saigo Takamoris, der nach dem Satsuma-Aufstand das Unternehmen gründete. Sie kommt ausgesprochen gut dort vor Ort klar und wurde bestens aufgenommen, weil sie wahrscheinlich ist wie sie ist und kein Otaku mit idealisierten Vorstellungen.
Lange Rede kurzer Sinn, Kinder müssen nicht zwangsweise eigene ideale übernehmen. Sie müssen ihre eigenen Wertevorstellungen entwickeln können, die auf einer "gesunden" Erziehung basieren soll. Ich selbst bin in einer sehr christlich-protestantischen Familie aufgewachsen und dennoch wurde ich nicht automatisch "getauft" und der Konfirmationsunterricht verordnet. Man überließ es mir zu entscheiden wenn ich alt genug bin, ob diese Religion Teil meines Lebens werden soll. Sie ist es nicht geworden. Dennoch bin ich kein Atheist. Toleranz ist etwas sehr wertvolles, dass aber nur auf Wissen aufbauen kann. Mann muss also immer bereit sein zu lernen, vor allem Dinge auch aus anderen Blickwinkeln zu sehen.

Zu deinem "versiegeln": auf die Quelle Deines Japanologen bin ich echt gespannt. Ich beschäftige mich seit fast 30 Jahren mit der Materie und erlaube mir eine Arroganz zu behaupten, das Feld auch wirklich studiert zu haben. Dennoch bin ich offen genug um aus eigener Erfahrung zu wissen "es gibt nichts was es nicht gibt" (bezogen auf´s Nihonto). Will sagen, ich lerne ständig dazu. Aber von derartigen Versiegelungen habe ich weder etwas gesehen, gelesen oder gehört. Deswegen harre ich genauso gespannt wie Ryoma der Quelle.
Es gibt Tsuba, die besitzen sogenannte Udenuki-Ana. Das sind zwei Löcher, eins etwas größer als das andere (ganz ähnlich wie bei Netsuke), durch die man eine Schnur ziehen und das Schwert so sichern konnte, dass es nicht unbeabsichtigt aus der Scheiden gleiten konnte. Dieser Sicherung wird auch nachgesagt, das sie das Ziehen der Klinge im emotionalen Überschwang verhindern sollte. Letzteres trifft aber eher bei Satsuma-Koshirae zu. Hier besitzen manche Stichblätter zwei, gegenüber klassischen Udenuki-Ana, eher winzige und gleichgroße Löcher. Auch hier wurde eine Sicherung durchgebunden, die in dem Fall tatsächlich durch den Widerstand den impulsiven Samurai vor unüberlegten Aktionen bewahren sollte. Besaß man keine dieser Löcher im Stichblatt, wurde der Griff auch einfach an der Basis an der Fuchi durch eins der Kogai oder Kozuka-Hitsu gesichert, ganz ähnlich der modernen Variante bei den Gunto im WK II. Auch hier diente die Sicherung lediglich dazu, das man das Schwert bei körperlicher Aktion nicht aus der Scheide verlor.
Es gibt noch eine andere interessante Sache. Klingen, die einen Tempel oder Schrein geweiht werden sollten, wurden manchmal, wenn auch sehr selten, vom Schmied ohne Mekugi-Ana ausgestattet. Diese Klingen sollten also nie montiert und damit als Waffe benutzt werden. Anders herum geht das auch. Es ist ganz normal, das bei Suriage und O-Suriage Klingen alte Dübellöcher geschlossen wurden. Ich habe bisher einmal eine Klinge erlebt, bei der alle Dübellöcher verschlossen wurden. Man kann nur vermuten, das auch diese Klinge mal einen Tempel oder Schrein gegeben wurde und es sollte sichergestellt werden, dass diese Klinge nicht montiert werden sollte. Das ist aber nur eine These, denn für gewöhnlich ging man eh davon aus, das Schwerter, die an einem Tempel gegeben wurden, da auch sicher verblieben.

Sollte Dein Schwert also ein wertvolles Gendai eines bekannten Schmiedes, oder eventuell eine gute antike Klinge sein und Du willst es definitiv nicht mehr zum Training nutzen, warum verkaufst Du es nicht einfach und legst den Erlös als Grundstock in etwas an, was zum 18. Geburtstag des Kindes ausgezahlt wird? Siehst Du, hier schließt sich der Kreis. Bei der Geburt meiner Tochter habe ich eine kleine Versicherung abgeschlossen, deren Erlös zum 18. Geburtstag ausgezahlt wurde. Als Back-up für ein mögliches Studium, für ihre erste Wohnung, oder falls sie ein Auto braucht...nö, sie wollte raus in die Welt. Nun ist Sie in Japan.
@Ryoma, danke auch noch mal für Dein Zuspruch im Vorfeld. Die Entscheidung war goldrichtig. Tochter hat bisher kein Fatz Heimweh und fühlt sich trotz harter Arbeit (6 Tage Woche) pudelwohl.

Du siehst also, es gibt coolere Sachen als ein verklebten Wallhänger. Man muss auch mal loslassen können. ;-)

Klaus
07-12-2018, 13:48
... nö, hilft nicht, hier geht es um ideelle Vorstellungen, die Frage lautet:


Quark. Lies mal bitte seinen 2. Beitrag, und komm dann wieder mit "ernsthaften Ratschlägen".

Hafis
07-12-2018, 14:52
Quark. Lies mal bitte seinen 2. Beitrag, und komm dann wieder mit "ernsthaften Ratschlägen".

oh, ich habe das gelesen, ich habe auch gelesen, dass er diesen Beitrag geschrieben hat, als er nicht mehr ganz nüchtern war,
aber ich erteile keine 'ernsthaften Ratschläge', bevor ich nicht das Problem ganz erfasst habe,
deshalb meine Fragen an den Threadersteller ...

ryoma
07-12-2018, 17:26
Spaß beiseite: vergiss den Prügel! Der hilft dem Kind nicht ein bisschen. Das ist romantisierter Sch##ß.
Wenn Du dem Kind was wirklich gutes tun willst, werde ein toller Pate. Sei eine Hilfe und Unterstützung in allen seinen Lebensabschnitten. Habe immer ein offenes Ohr für die kommenden Sorgen und Nöte wenn es aufwächst. Verbringe Zeit mit ihr/ihm, unternehme viel und bringe ihm/ihr was bei. Da habt übrigens ihr beide was davon.

Ich habe eine Tochter die nun 20 Jahre alt ist. Vor etwa 30 Jahren begann ich mit Kendo und auch gleichzeitig mich mit der Materie Nihonto zu beschäftigen. Ich war lange Jahre Mitglied der NBTHK und habe diese mit dem Tod des ehemaligen Präsis Herr Hagenbusch verlassen, den ich sehr verehrt habe. Herr Dr. Kremers, leider kein "Klingenmensch" aber eine Koryphäe auf dem Gebiet des Kodogu ist eine exzellente Nachfolge.
Zurück zum Thema: meine Tochter ist also mit meinen Hobbys aufgewachsen. Um nicht allein zu Hause zu sein, ist sie oft mit zum Training gekommen und während dessen tobte sie auf einem Matratzenstapel. Sie hatte -zig antike Klingen in den Händen und kennt die Regeln und Etikette, was den Umgang mit ihnen betrifft.
Dennoch hat sie nie die Leidenschaft entwickelt oder übernommen. Weder für Kampfsport, noch für Schwerter, noch für Japan im Allgemeinen. Ich hatte mir damals auch vorgestellt, ihr zur Volljährigkeit ein antikes, gutes Waki zu schenken. Aber auch wenn es mein Interessensfeld ist, es ist weder mein Ursprung noch meine Kultur. Es ist nur mein Hobby. Sie bekam statt dessen ein gutes Outdoor-Messer in Form eines kurzen traditionellen Sax geschenkt. Handgeschmiedet von einem Messermacher. Und sie hat sich ehrlich gefreut. Sie ist "outdoortechnisch" ohnehin sehr interessiert.
Ironie der Geschichte: meine Tochter lebt und arbeitet seit einen halben Jahr auf einer Farm in Kyushu, um ihr Horizont zu erweitern und ihre Vita zu pflegen. Der Vorfahre ihres Farmer ist übrigens tatsächlich ein Kampfgefährte Saigo Takamoris, der nach dem Satsuma-Aufstand das Unternehmen gründete. Sie kommt ausgesprochen gut dort vor Ort klar und wurde bestens aufgenommen, weil sie wahrscheinlich ist wie sie ist und kein Otaku mit idealisierten Vorstellungen.
Lange Rede kurzer Sinn, Kinder müssen nicht zwangsweise eigene ideale übernehmen. Sie müssen ihre eigenen Wertevorstellungen entwickeln können, die auf einer "gesunden" Erziehung basieren soll. Ich selbst bin in einer sehr christlich-protestantischen Familie aufgewachsen und dennoch wurde ich nicht automatisch "getauft" und der Konfirmationsunterricht verordnet. Man überließ es mir zu entscheiden wenn ich alt genug bin, ob diese Religion Teil meines Lebens werden soll. Sie ist es nicht geworden. Dennoch bin ich kein Atheist. Toleranz ist etwas sehr wertvolles, dass aber nur auf Wissen aufbauen kann. Mann muss also immer bereit sein zu lernen, vor allem Dinge auch aus anderen Blickwinkeln zu sehen.

Zu deinem "versiegeln": auf die Quelle Deines Japanologen bin ich echt gespannt. Ich beschäftige mich seit fast 30 Jahren mit der Materie und erlaube mir eine Arroganz zu behaupten, das Feld auch wirklich studiert zu haben. Dennoch bin ich offen genug um aus eigener Erfahrung zu wissen "es gibt nichts was es nicht gibt" (bezogen auf´s Nihonto). Will sagen, ich lerne ständig dazu. Aber von derartigen Versiegelungen habe ich weder etwas gesehen, gelesen oder gehört. Deswegen harre ich genauso gespannt wie Ryoma der Quelle.
Es gibt Tsuba, die besitzen sogenannte Udenuki-Ana. Das sind zwei Löcher, eins etwas größer als das andere (ganz ähnlich wie bei Netsuke), durch die man eine Schnur ziehen und das Schwert so sichern konnte, dass es nicht unbeabsichtigt aus der Scheiden gleiten konnte. Dieser Sicherung wird auch nachgesagt, das sie das Ziehen der Klinge im emotionalen Überschwang verhindern sollte. Letzteres trifft aber eher bei Satsuma-Koshirae zu. Hier besitzen manche Stichblätter zwei, gegenüber klassischen Udenuki-Ana, eher winzige und gleichgroße Löcher. Auch hier wurde eine Sicherung durchgebunden, die in dem Fall tatsächlich durch den Widerstand den impulsiven Samurai vor unüberlegten Aktionen bewahren sollte. Besaß man keine dieser Löcher im Stichblatt, wurde der Griff auch einfach an der Basis an der Fuchi durch eins der Kogai oder Kozuka-Hitsu gesichert, ganz ähnlich der modernen Variante bei den Gunto im WK II. Auch hier diente die Sicherung lediglich dazu, das man das Schwert bei körperlicher Aktion nicht aus der Scheide verlor.
Es gibt noch eine andere interessante Sache. Klingen, die einen Tempel oder Schrein geweiht werden sollten, wurden manchmal, wenn auch sehr selten, vom Schmied ohne Mekugi-Ana ausgestattet. Diese Klingen sollten also nie montiert und damit als Waffe benutzt werden. Anders herum geht das auch. Es ist ganz normal, das bei Suriage und O-Suriage Klingen alte Dübellöcher geschlossen wurden. Ich habe bisher einmal eine Klinge erlebt, bei der alle Dübellöcher verschlossen wurden. Man kann nur vermuten, das auch diese Klinge mal einen Tempel oder Schrein gegeben wurde und es sollte sichergestellt werden, dass diese Klinge nicht montiert werden sollte. Das ist aber nur eine These, denn für gewöhnlich ging man eh davon aus, das Schwerter, die an einem Tempel gegeben wurden, da auch sicher verblieben.

Sollte Dein Schwert also ein wertvolles Gendai eines bekannten Schmiedes, oder eventuell eine gute antike Klinge sein und Du willst es definitiv nicht mehr zum Training nutzen, warum verkaufst Du es nicht einfach und legst den Erlös als Grundstock in etwas an, was zum 18. Geburtstag des Kindes ausgezahlt wird? Siehst Du, hier schließt sich der Kreis. Bei der Geburt meiner Tochter habe ich eine kleine Versicherung abgeschlossen, deren Erlös zum 18. Geburtstag ausgezahlt wurde. Als Back-up für ein mögliches Studium, für ihre erste Wohnung, oder falls sie ein Auto braucht...nö, sie wollte raus in die Welt. Nun ist Sie in Japan.
@Ryoma, danke auch noch mal für Dein Zuspruch im Vorfeld. Die Entscheidung war goldrichtig. Tochter hat bisher kein Fatz Heimweh und fühlt sich trotz harter Arbeit (6 Tage Woche) pudelwohl.

Du siehst also, es gibt coolere Sachen als ein verklebten Wallhänger. Man muss auch mal loslassen können. ;-)

Lieber Sabiji
Es freut mich ungemein, wie sich alles ergeben hat für deine Tochter! Wir können das Thema ja gerne wieder "offline" aufnehmen. ;)

Ich kann alles unterschreiben was Sabiji geschrieben hat. Man sollte nie so vermessen sein und die eigenen Interessen dem Spross aufzwingen. Falls er/sie das Interesse selbst ENTWICKELT ist das natürlich super. Aber in den meisten Fällen ist es eben nicht so. Und das ist auch völlig OK.

Bei mir ist ist die Situation durchaus vergleichbar mit der von Sabiji:
Mein Sohn (obwohl Halbjapaner) hat nie ein Interesse für Japan entwickelt, welches über die Familienbesuche und tolles Shopping in Japan hinausgeht. Auch die sieben Jahre Karate-Training haben daran nicht geändert. Er bewegt sich gerne, egal ob das nun Karate oder Skateboarding ist.

Auch die acht Jahre, welche er zusätzlich zur üblichen Schule noch in die japanische Schule ging (gehen musste :D), haben sogar eher eine gewisse Ablehnung hervorgerufen (zusätzlich Hausarbeiten etc.). Natürlich versteht ein Kind ja auch noch nicht, was ihm eine zusätzliche Sprache später mal bringen wird.

Von Koryû oder Nihontô muss ich ihm schon gar nicht kommen! Stört mich das? Nein, kein bisschen!
Denn die Interessen, welche er für sich entdeckt hat (Trommeln in einer traditionellen Basler Fasnachtsclique und Fotographie), betreibt er mit derselben Freude, Hartnäckigkeit und gewissen Versessenheit wie ich die meinen! Sprich, wir haben ihm nicht irgendwelche Interessen eingepflanzt, sondern wie er seine Interessen verfolgen soll.

Und als wir dieses Jahr im Sommer wieder in Japan waren, hat er plötzlich von sich aus erwähnt, dass es doch ganz cool wäre, nach seiner Erstausbildung vielleicht für ein, zwei Jahre in Japan zu arbeiten! Schliesslich spricht er fliessend Japanisch und besitzt neben der Schweizer auch die jap. Staatsangehörigkeit. Ich habe mich natürlich extrem gefreut, dass er nun so langsam die Möglichkeiten und Vorteile erkennt, welche wir ihm z.B. durch den langjährigen Japanisch-Unterricht eröffnet haben.

Das wichtigste was wir ihm wohl vermittelt haben war, ein gewisses Gefühl und Auge für Qualität zu entwickeln. Dabei spielt es keinerlei Rolle, ob er diese Fähigkeit nun für das Bestimmen von Nihontô, das Erkennen der Kampffertigkeiten von Koryû oder aber für die künstlerischen Aspekte der Fotographie oder das notwendige Taktgefühl beim Trommeln verwendet.

Toshi Uzze
08-12-2018, 11:28
Nein, John Lee praktical imori der ersten Genaration. Gutes, günstiges Teil zum trainieren. Nur etwas schwer, Aber Kriegskatana sind eben anders aufgebaut.

Toshi Uzze
08-12-2018, 11:39
Hej Inumeg, weil jeder Mensch irgendwann die Fragen über seine vergangenenen Genarationen stellt. Neumodisch kann ich ein praktical John Lee versiegeln so dass nie etwas passiert. Für manche sachen sollten Zeremonien her, die sich seit langer zeit bewärt haben. Ich werd mir ein neues Katana im März , unter Anleitung, neu schmieden und als basis den Armierungsstahl auf dem wir die Motorradteile und Kleidung meines Bruders verbrannt haben. Und Als Pate eines Kindes hat man eine Verantwortung. Ich sehe meine in Aufklärung und Schutz.

Schattengewächs
08-12-2018, 16:33
Gabs ja eins Zeiten wo das Schwert weitervererbt wurde , und dies auch mit entsprechender Wahrnehmung in Empfang genommen wurde ... nur doch nicht um das Stück Eisens willens , sondern mit deren Unterbau sprich der Geschichte dahinter, wie man halt auch ne Bäckerstube oder ne Handleskanzlei weitervererbt.

Die Pflege eines Stammbaums halte ich für ne gute Sache um künftige Generationen , nicht stets das Rad neu erfinden zu lassen .

Pansapiens
08-12-2018, 16:57
=

Hafis
08-12-2018, 17:04
... na ja, ich wünsche Toshi Uzzes junger Schwägerin jedenfalls, dass sie und ihre kleine Tochter nach ihrer Trauer in ihr eigenes neues Leben finden können ...

Toshi Uzze
09-12-2018, 14:16
@ Hafis- Danke, dass hoffe ich auch. Ein Symbol zu einem Versprechen. Egal was ist , ich kümmer mich drum. Ein Versprechen dass ich meinem Bruder in der Kindheit gegeben habe. Es ist im Prinzip egal was sie davon hällt.
@ sabiji- Danke sehr nette Worte. So denke ich bereits und ich betreibe viele Sportarten
@ Klaus- Mein Bruder und ich hatten eine "nennen wir es seltsame" Kindheit. Früher hab ich KickBoxen betrieben auf wusch meines Vaters und nach jedem "Problem" bin ich den Wald und habe dort trainiert (noch nie Menschen geschlagen) und später MuayThai (privat bei Thai Kumpl im Keller). Nach der Trennung von meiner Frau, (Borderlinerin), ich hab sie nach 5 Jahren Beziehung ein mal im Affeckt geschlagen, als sie mir eine Tasse an den Kopf geworfen hat = Blatzwunde. Als ich mich weg gedreht hatte ist sie mit einer Fernbedienung in der Hand auf mich zugelaufen. Für mich sah es aus wie ein Messer, dass ich abgeblockt habe und habe dann zum ersten Mal zugeschalgen. Mit der Faust in den Bauch und sie flog ca. 4 Meter gegen die gegenüberliegende Wand. ( ihr ist zum Glück nichts passiert)
Danach habe ich nach der passivsten KP Art gesucht die mir liegt (Aikido 0,5Jahre Grundlagen) und damit alte Bewegungsabläufe überschrieben, Damit so etwas nie wieder passiert. Ich hatte Glück, dass ich eine super Dojo in meiner nähe hatte mit extrem guten Leuten.
Seit dem Trainiere ich für mich allein wenn ich nachdenken muss oder Probleme entstehen, und gelegentlich mit Freunden.
Die letzten 6 Jahre habe ich mit einem Freund eine Soziale Einrichtung geschaffen und dafür braucht man ein "scharfes Wort" sagen wir mal. Dabei hilf das Training mit einem scharfen Katana, weil man höllisch aufpassen muß. Aber auch familiär brauche ich einen scharfen Verstand.
Ich hoffe dass reicht als Antwort.