Vollständige Version anzeigen : "figting is like dancing" (Lindybeige on Youtube) ... Eure Sichtweise?
Eure Meinung zu den Ideen von Lindybeiges Sichtweisen in dem Video würden mich interessieren. Von einem anthropologischen Gesichtspunkt betrachtet sehe ich vielleicht noch viel mehr Verflechtungen als Lindybeige in seinem klugen und erfrischenden Video nennt.
Ich denke Vertreter des Silat können hier sicher viel interessantes beisteuern.
Aus einer unsicheren Quelle habe ich mal gehört dass auch der Philippinische Maglalatik (Philippinischer Volkstanz; siehe Youtube) aus der Kunst des Kämpfens heraus entstand, als diese während der Besatzung im Untergrund trainiert werden musste.
https://www.youtube.com/watch?v=bY94eFCNv4g
In den chinesischen Kampfkünsten hängen Kampf und Tanz über die Unterhaltung zusammen.
Viele Dinge in den Kampfkünsten haben einen tief religiösen Hintergrund (Stichwort Dämonenbeschwörung, Schutzzauber etc.). Die älteste, dokumentierte, „Kampfkunst“ in China, im Sinne von Übungsanweisungen, ist das Bogenschießen. Da hingen religiöse Rituale und Kampf ganz eng beieinander. Eine andere „Kampfkunst“, die des Schwerttanzes, hat ebenfalls rituelle Bedeutung.
Dieser „Dreifachnutzen“ von Religion, Tanz und Unterhaltung ist tief in die Kultur eingebunden und man muss in „seiner“ Kampfkunst sehr genau hingucken wo welcher Anteil, warum, geübt wird und wie man welche „Teilelemente“ nutzen kann.
Andersrum ist es dämlich bestimmte Mudra (z.B. beim Schwert) zu nutzen, wenn sie „nur“ der Aktivierung der Energie dienen und im realen Kampf sofort aufgelöst werden um zu ringen.
Das sich diese Dinge in den KK gehalten haben hängt damit zusammen dass sie durchaus positive Effekte im Kampf haben können (ich kann Dir z.B. Ganz genau erklären warum „Dämonenbeschwörung“ wirkt, auch wenn ich natürlich nicht an Dämonen oder ähnliches glaube). Wenn man die Rituale kennt und den Effekt spürt, dann kann man den auch, vorausgesetzt man hat das westliche, wissenschaftliche, Wissen, ziemlich gut erklären.
Diese Rituale und Übungen hängen jedoch auch, wie das Tanzen, an klar strukturierter Körperarbeit und da schließt sich der Kreis wieder:
Die Körperarbeit steht in den KK und dem Tanz im Mittelpunkt, da der Körper selbst zu einer Art Mudra wird, den man nutzt (ähnlich einer Gebetskette). Die Ideen dahinter entstammen dann dem religiösen Überbau und in dessen Sprache sind dann auch die Übungsanweisungen dazu verfasst.
ehrlich jetzt 45 min Video, ohne Bewegung außer dem Mundwerk?
über fighting und dancing?
das hast Du Dir ja wohl selbst nicht angeguckt
ehrlich jetzt 45 min Video, ohne Bewegung außer dem Mundwerk?
über fighting und dancing?
das hast Du Dir ja wohl selbst nicht angeguckt
Du wirst lachen, aber doch, das habe ich! ;)
... ich finde halt solche Betrachtungsweisen eigentlich recht interessant
Hi,
@kanken,
schreib doch mal bei Gelegenheit, klingt interessant. Hier oder in deinem Blog. Sicher für einige interessant.
Gruß Willi
Danke für den Beitrag Kanken,
wie immer hoch interessant und tiefgründig. Über diese spirituelle Ebenen in der CMA weiss ich selbst eigentlich nichts; aber wie so oft erkenne ich in dem Was Du schreibst ein Spiegelbild in den FMA, wo die "Hexerei" bis in die 2. Hälfte des 20. Jhd. Relevanz hatte.
Kannst Du was zu dem Spannungsfeld zwischen der Shaolin Tradition (wenn ich da nicht falsch liege lässt sich Bagua mittelbar auch auf Shaolin zurückverfolgen) und diesen, wahrscheinlich älteren okkulten Praktiken sagen. Shaolin betont ja die Natürlichkeit!?
Ohne mir das verlinkte Video jetzt angesehn zu haben, muss ich sagen, da ist grundsätzliche was dran.
Beides hat viel mit Rhythmus, Distanz, Körpergefühl etc zutun, beides 'lebt' von Fussarbeit.
Nicht umsonst sagt man ja, ein guter Boxer ist auch ein guter Tänzer (und umgekehrt)
Und ich rede z.B beim Sparring auch gerne vom Tanzen :D
* Silverback
12-08-2020, 17:09
...
Aus einer unsicheren Quelle habe ich mal gehört dass auch der Philippinische Maglalatik (Philippinischer Volkstanz; siehe Youtube) aus der Kunst des Kämpfens heraus entstand, als diese während der Besatzung im Untergrund trainiert werden musste.
...
Bin jetzt kein Tanz-Experte, aber vorstellen kann ich mir zumindest den Rhythmus-Einfluss auf manche KK als absolut positiv.
Ein schönes Beispiel, wo's ja sogar Bestandteil einer KK ist, ist ja Capoeira (und da soll ja die historische Herleitung ziemlich ähnlich dem o.g. Beispiel sein).
Stixandmore
12-08-2020, 17:39
Bin jetzt kein Tanz-Experte, aber vorstellen kann ich mir zumindest den Rhythmus-Einfluss auf manche KK als absolut positiv.
Ein schönes Beispiel, wo's ja sogar Bestandteil einer KK ist, ist ja Capoeira (und da soll ja die historische Herleitung ziemlich ähnlich dem o.g. Beispiel sein).
In den meisten Silatstilen ist es eben so
* Silverback
12-08-2020, 18:02
In den meisten Silatstilen ist es eben so
f***, hätt ich mal besser gemacht :) (hört sich gut an)
P.S.: Zwar nur mittelbar verwandt, aber ein bisschen: Ich kann mich an einen JKD-Lehrgang bei Tim Tackett erinnern, bei dem er nicht nur Schritte a la BL-shuffle gemacht hat, sondern auch ansonsten ziemlich rhythmische Bewegungen mitbrachte.
P.P.S.: Und auch so manche Übungssequenzen aus dem Arnis hatten immer was sehr rhytmisches (Kadena, Sinawaalis, ...) gehabt.
Kannst Du was zu dem Spannungsfeld zwischen der Shaolin Tradition (wenn ich da nicht falsch liege lässt sich Bagua mittelbar auch auf Shaolin zurückverfolgen) und diesen, wahrscheinlich älteren okkulten Praktiken sagen. Shaolin betont ja die Natürlichkeit!?
Da gibt es kein Spannungsfeld. Der Daoismus betont ja auch die Natürlichkeit.
Shaolin enthält u.a. esoterischen Buddhismus und der ergänzt sich wunderbar mit den Konzepten des Daoismus (Interaktionen von Buddhismus und Daoismus findet man über alle Zeiten und in allen Bereichen).
Man muss halt immer nur gucken welcher Buddhismus und welcher Daoismus evtl. miteinander in Kontakt gekommen sind, bzw. wer was integriert hat.
Björn Friedrich
12-08-2020, 20:35
Das sieht man auch sehr gut in den russischen Kampfkünsten, Tanz sorgt für natürliche freie Bewegungen, Emotionaler Ausdruck, das Aufbrechen von inneren muskulären Blockaden, hat auch Osho schon für seine Meditation genutzt. Anderson Silva ist auch ein sehr guter Tänzer.
Die Artikulation des Körpers ist halt eine Grundvoraussetzung für Effizienz im Kämpfen. Es geht auch mit viel roher Kraft, aber halt nur effektiv, nicht effizient.
Von daher ist für mich die Verbindung von Tanzen, Atmen, Kämpfen, Spielen, etc. defintiv vorhanden......
Wie sagte MC Guru von Ganstarrr so schön..
Jump up, freak, or hustle, do what you want, but move every muscle...!!!
Ich habe Lindy beim Fightcamp 2018 tatsächlich getroffen. Ich finde, er ist ein lustiger Typ, aber halt ein totaler Ultranerd, wie es sie in den HEMA (u.a.) eben nicht selten gibt. Ich würde mal so sagen, seine Stärke ist das Reden, vielleicht auch das Tanzen - keine Ahnung. Ich hab mir jetzt tatsächlich die 45 Minuten Video über den Abend verteilt gegeben und fands ziemlich unterhaltsam. Psychologisch würde ich sagen, an der Theorie als "Paarungsritual" ist fast sicher was dran. Aber ich war ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht war, wie viel er spekuliert und dass er auf den Kampfkunst-Aspekt extrem oberflächlich eingeht (gewissermassen "so isses, brauchen wir gar nicht zu diskutieren"). In den HEMA würden mir da gleich ein paar Beispiele einfallen. Zum einen Hans Talhoffer, der im Königsegger Codex zur ritterlichen Lebensart im Allgemeinen und die Duellvorbereitung im Besonderen empfiehlt "Mit Freuden sollst du üben: Steinwerfen und Stangen drücken, Tanzen und Springen, Fechten und Ringen, Lanzenstechen und Turnierkampf und dazu schönen Frauen hofieren." Dann gibt's da noch ein irisches Sprichwort ("Never give a sword to a man who can't dance"). Schliesslich hatte ich mal im Zug eine spassige Unterhaltung mit einer Wiener Profitänzerin, die sich mit dem Thema befasst hat und die sehr starke Parallelen zu der Beinarbeit in den Barocktänzen und der zeitgenössischen Fechtkunst sieht, und die auch gemeint hat, es sei am französischen Hof üblich gewesen, dass der Tanzmeister auch der Fechtmeister gewesen sei (ich habs nicht nachgeprüft, einfach mal so abgespeichert). irgendwas in der Art hätte ich bei Lindys HEMA-Hintergrund und 45 Minuten Redezeit eigentlich erwartet. Auch sonst gäbs verschiedene Tänze, die man hätte thematisieren können, Hopak, Tanz mit Shashka/Shamshir etc.
Was Lindy auch aussen vor gelassen hat, ist die Religion als Faktor, der einschränkend oder unterstützend wirken kann. Mir ist das deshalb eingefallen, weil in der Ecke von Dagestan, aus der mein Trainer kommt (und ein paar der weltbesten Ringer wie Sadulaev, Kurugliev usw.) Tanzen im Gegensatz zu vielen anderen Kaukasus-Regionen oder Persien ein religiöses Tabu darstellt ("Gott nicccht lieben Tanzen."), keinerlei wie auch immer gearteten Einfluss auf die Partnerwahl und schon gar keine Rolle bei der kampfsportlichen Ausbildung hat, auch wenn bestimmte Drills im Training - alleine oder mit Partner - durchaus einen gewissen tänzerischen Charakter haben, auch wenn das ganz anders motiviert wird.
Schliesslich - und partiell darauf aufbauend - ergibt sich dann noch die Frage, wie es sich mit Tänzen in Kulturkreisen verhält, wo es reglementierte mehr oder weniger sportliche Zweikampfsysteme mit hohem gesellschaftlichem Stellenwert gibt. Ich denke da z.B. an den "Adlertanz" der mongolischen Ringer usw., die im Kampfablauf als Auftakt oder Siegesgeste eine traditionelle Rolle haben, aber wenn dann nur sehr eingeschränkt mit dem potentiellen Statusgewinn des Kämpfers zu tun haben.
Auch den sozialen Status bzw. kulturellen Hintergrund der Frauen* in solchen Tests müsste man akribisch festhalten - platt gesagt, wenn es üblich ist, dass sich die Alphamännchen kloppen um zu zeigen, wer der Silberrücken ist (oder welches Auto man fährt usw.), dann wird Tanz vielleicht weniger als vollwertiger Ersatz gesehen, während in anderen kulturellen Kreisen evtl. auch Fähigkeiten im Klavier spielen oder Gedichte rezitieren den Ausschlag geben mögen, während einschlägige Gewalterfahrung evtl. als negativ angesehen wird (wobei man immer noch unterscheiden muss, was Leute in der Theorie glauben und was passiert, wenn sie mit etwas konfrontiert werden - wie unterschiedlich Leute reagieren, die sich über Bodybuilder-Schönheitsideale aufregen, wenn sie dann mal tatsächlich einen treffen, ist ähnlich unterhaltsam wie wenn sie mal physisch in einer hochkarätigen Kampfsport-Veranstaltung landen - beides meiner Erfahrung nach fast unabhängig vom sozialen Hintergrund und extrem individuell, häufig überraschend). Lindys Beschreibung, was ihm so widerfahren ist, als er eine Dame in Begleitung zum Tanz aufgefordert hat, ist aus meiner Sicht ein klassischer Fall von jemand, der unerwartet mit einem anderen Organisationssystem (frei nach MacYoung) konfrontiert wird und dem nicht klar ist, dass bei allen anthropologischen Konstanten und was auch immer in unterschiedlichen Kreisen die gleiche Handlung ganz unterschiedlich bewertet wird (Aufforderung der Partnerin zum Tanz als absolut ernste Aufforderung zu einem Männlichkeitsvergleich usw.), und dann aus eigentlich ziemlich banalen Vorkommnissen ein Theorie-Gerüst baut, das den Kern der Sache vielleicht trifft, aber z.B. Sozialdeterminierung komplett aussen vor lässt :D
Insgesamt also m.E. aus verschiedenen Perspektiven ein wesentlich komplexeres Thema, als hier in den 45 Minuten auch nur angeschnitten.
Beste Grüsse
Period.
Hi,
@kanken,
schreib doch mal bei Gelegenheit, klingt interessant. Hier oder in deinem Blog. Sicher für einige interessant.
Gruß Willi
Ich habe hier:
https://bagua-zhang.eu/?page_id=33
Etwas über die Didaktik im Bagua, wie Koch es lerne, geschrieben.
Dies hier ist wichtig:
In den CMA haben sich diese Ideen vor dem Hintergrund eines konfuzianischen soziokulturellen Kontextes entwickelt und wurden auch stark von den vorherrschenden Religionen (Taoismus und Buddhismus) beeinflusst.
Unser Verstand ist abhängig von dem Kontext in dem er sich entwickelt. Ideen werden auf Grundlage des jeweiligen Kontextes geboren. Kunst sieht in Europa anders aus als in Asien oder Afrika. Kunst heute sieht anders aus als Kunst im 14. Jhd. oder der Steinzeit.
In dem Schaubild in dem Artikel sind ja drei Kreise. Das o.g. Zitat bezieht sich dabei auf „Geist“.
Der nutzt natürlich das Weltbild und die Sprache der jeweiligen Kultur.
Das sieht man auch sehr gut in den russischen Kampfkünsten, Tanz sorgt für natürliche freie Bewegungen, Emotionaler Ausdruck, das Aufbrechen von inneren muskulären Blockaden, hat auch Osho schon für seine Meditation genutzt. Anderson Silva ist auch ein sehr guter Tänzer.
Die Artikulation des Körpers ist halt eine Grundvoraussetzung für Effizienz im Kämpfen. Es geht auch mit viel roher Kraft, aber halt nur effektiv, nicht effizient.
Von daher ist für mich die Verbindung von Tanzen, Atmen, Kämpfen, Spielen, etc. defintiv vorhanden......
Es scheint sogar so zu sein, dass, wenn man sich die Legenden der Kampfkunst anschaut, dort überdurchschnittlich viele Tänzer vertreten zu sein scheinen. Das prominenteste Beispiel muss ich jetzt sicher nicht nennen; jeder weiss wer gemeint ist. Aber ich habe auch mal gehört (für diese Info lege ich allerdings nicht meine Hand ins Feuer!) dass Antonio Ilustrisimo (eine Figur in der Geschichte der Kampfkunst, die zu studieren sich meiner Meinung nach für jeden Kampfkünstler lohnt, gleich welcher Stilrichtung) auch ein leidenschaftlicher Tänzer gewesen sein soll. Darüberhinaus lebte und praktizierte Ilustrisimo auch in hohem Masse die Mystik der Kampfkunst, was dann nochmals den Bogen zu Kankens Punkt schlägt.
Interessant, dass Du den Begriff "Spielen" noch mit reingebracht hast; zuvor war mir das nicht bewusst, aber ich denke die enge Verbindung zum Spielen ist beim Kämpfen und beim Tanzen ganz deutlich; so dass vielleicht unter bestimmten Voraussetzungen alles etwas ineinanderfliessen kann. Das Thema Kampfkunst und Tanz hatte ich mal mit einem Anthropologen, dessen Spezialgebiet Kampfkunst darstellt, angeschnitten. Er hat mir erklärt dass in den primitiveren Dorfstrukturen Süd- Ost Asiens, wo Silat entstand, es ja keine Generationentrennung gab und bis heute auch nicht wirklich gibt. Wenn die Jungen das Kämpfen trainieren, gesellen sich ältere Generationen dazu Bewegen sich mit; weniger intensiv; die jüngeren lernen jedoch aus Erfahrung, die, nochmal älteren gesellen sich auch aus Spass dazu und bewegen sich mit; nicht mehr kämpferisch, sondern tänzerisch- abstrakt. In gewisser weise gibt es da eine Parallele zu Lindybeiges kluger Idee, dass man Tanzen auch als Abstraktion des Kämpfens sehen kann.
hennoxxx
13-08-2020, 10:12
Erst einmal mag ich den YT Kanal von lindybeige.
Dank einer Rezension von ihm hab ich mir vor einigen Jahren mal das Buch "The white headhunter" gekauft, sehr spannend kann ich nur empfehlen.
Er scheint auch mit Matt von scola gladiatora befreundet zu sein, auch so ein YT Kanal, den ich sehr schätze.
Aber das nur nebenbei, zum Topic ....
einer meiner ersten TKD Trainer war aktiver Ballettänzer und was Rhytmus, Beweglichkeit und Power anging, war der der absolute Wahnsinn.
Soweit scheint das also nicht hergeholt zu sein, waren Tänze nicht auch (legendenweise) die Tarnungen einiger KK (Capoeira, AEK)? Was ist mit den diversen Schwerttänzen oder sogar den Morris Tänzern in UK?
Geht wohl alles Hand in Hand (und Fuß)
Gruß
Hx
wobei man immer noch unterscheiden muss, was Leute in der Theorie glauben und was passiert, wenn sie mit etwas konfrontiert werden - wie unterschiedlich Leute reagieren, die sich über Bodybuilder-Schönheitsideale aufregen, wenn sie dann mal tatsächlich einen treffen, ist ähnlich unterhaltsam wie wenn sie mal physisch in einer hochkarätigen Kampfsport-Veranstaltung landen - beides meiner Erfahrung nach fast unabhängig vom sozialen Hintergrund und extrem individuell, häufig überraschend
Was das Zitat angeht, so pflichte ich Dir aus tiefstem Herzen bei.
Aber Du hast Lindybeige mal getroffen? :) Klasse! Dass das ein "Supernerd" ist, das kommt glaube ich in seinem Kanal schon ziemlich deutlich rüber, aber ich finde den Typ irgendwie unglaublich sympathisch und irgendwie würde ich fast schon sagen goldig. Irgendwie habe ich aber auch das Gefühl dass er einen IQ von 180 oder so etwas hat; bei dem Tempo, bei dem er (anscheinend) ohne Skript redet und bei den Ideen die er entwickelt. Ich habe überhaupt kein Problem dem eine Stunde am Stück zuzuhören; das mache ich viel lieber als irgend einen Film zum Zeitvertreib anzuschauen.
Danke für die vielen Interessanten Punkte von Dir. Ich könnte mir Vorstellen dass vor Allem der, von Dir genannte Hopak vielleicht ein sehr gutes Beispiel dafür ist Gesundheit, Kraft und bis zu einem gewissen Grad auch Kampesfkraft unter Beweis zu stellen. Mongolischen Adlertanz kannte ich noch nicht; das habe ich mir gleich mal angeschaut (https://www.pond5.com/de/stock-footage/item/376917-mongolei-naadam-wrestler-durchfuhren-adlertanz) und war etwas über die Leichtigkeit überrascht! Kannst Du vielleicht noch einen Satz zur Bedeutung sagen?
Bei den Organisationssystemen nach MacYoung kann ich dann nicht mehr mithalten und muss erst mal nachlesen ;) ... ich denke aber dass uns allen der Kern der Sache klar ist. Eine Aufferderung einer Dame in Begleitung zum Tanz :rofl: in Deutschland ein durchaus denkbares Szenario; in den wahrscheinlich meisten Teilen der Welt der sicherste Weg den Abend recht intensiv und kurzweilig zu gestalten
Ich kann auch immer wieder dieses Buch empfehlen:
Gods, Ghosts, and Gangsters: Ritual Violence, Martial Arts, and Masculinity on the Margins of Chinese Society (https://www.amazon.de/dp/0824833775/ref=cm_sw_r_cp_tai_9mrnFbC377QYZ)
Ich kann auch immer wieder dieses Buch empfehlen:
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Danke für die Buchempfehlung.
Wollte noch kurz Südostasien allgemein und Silat im speziellen einwerfen.
Da wird viel gespielt und getanzt, gehört zur KK dazu.
Liebe Grüsse
DatOlli
amasbaal
13-08-2020, 16:09
Aus einer unsicheren Quelle habe ich mal gehört dass auch der Philippinische Maglalatik (Philippinischer Volkstanz; siehe Youtube) aus der Kunst des Kämpfens heraus entstand, als diese während der Besatzung im Untergrund trainiert werden musste.
ist wohl einer der vielen mythen. da ist kein bezug zu erkennen. der muss erst mühsam konstruiert werden.
zu silat:
tanz (für "tänzerisches" gibt es mehrere begriffe, die unterschiedliche arten des "tanzens" bezeichnen vom tanz ohne kämpferische elemente bis hin zu "freies tanzen mit kampfelementen und partner als gegner")
- bestandteil kultureller darbietungen der silat-gruppen auf dorffesten, hochzeiten usw.
- form der verinnerlichung bestimmter bewegungsmuster, die auch für das silat als KAMPFkunst relevant sind
- ritualisierte methode der tranceinduktion und der verkörperlichung eines mentalen zustandes, eine durch trance induzierte verkörperung des "mindsets" und des "wesens" eines tigers zb., was auch bestimmte technische aspekte und bewegungsmuster mit sich bringt (verbindet sich "wie von selbst" mit mustern des harimau), dazu gehört auch das triggern vom berühmt-berüchtigten "intent"
- tanzähnlich aufgeführte, nicht abgesprochene "kampfsequenzen", die durch rhythmik und geschwindigkeit so angepasst werden können, dass sie "harmlos" für die ausführenden und deutlich erkennbar in den details für die zuschauer sind (die sind oft sehr "gebildet" in dem bereich und klatschen und johlen manchmal an stellen, wo ich früher gar nicht raffte, warum. da werden weniger tolle kicks oder hebel usw. kommentiert, sondern eher kleinste anspannungen und lockerungen in der muskulatur oder kaum wahrnehmbares "zittern" in den händen u.ä., was eher mit... ich mag das wort nicht so, weil missverständlich... "energie", als mit technikablauf zu tun hat.
Stixandmore
13-08-2020, 17:00
ist wohl einer der vielen mythen. da ist kein bezug zu erkennen. der muss erst mühsam konstruiert werden.
zu silat:
tanz (für "tänzerisches" gibt es mehrere begriffe, die unterschiedliche arten des "tanzens" bezeichnen vom tanz ohne kämpferische elemente bis hin zu "freies tanzen mit kampfelementen und partner als gegner")
- bestandteil kultureller darbietungen der silat-gruppen auf dorffesten, hochzeiten usw.
- form der verinnerlichung bestimmter bewegungsmuster, die auch für das silat als KAMPFkunst relevant sind
- ritualisierte methode der tranceinduktion und der verkörperlichung eines mentalen zustandes, eine durch trance induzierte verkörperung des "mindsets" und des "wesens" eines tigers zb., was auch bestimmte technische aspekte und bewegungsmuster mit sich bringt (verbindet sich "wie von selbst" mit mustern des harimau), dazu gehört auch das triggern vom berühmt-berüchtigten "intent"
- tanzähnlich aufgeführte, nicht abgesprochene "kampfsequenzen", die durch rhythmik und geschwindigkeit so angepasst werden können, dass sie "harmlos" für die ausführenden und deutlich erkennbar in den details für die zuschauer sind (die sind oft sehr "gebildet" in dem bereich und klatschen und johlen manchmal an stellen, wo ich früher gar nicht raffte, warum. da werden weniger tolle kicks oder hebel usw. kommentiert, sondern eher kleinste anspannungen und lockerungen in der muskulatur oder kaum wahrnehmbares "zittern" in den händen u.ä., was eher mit... ich mag das wort nicht so, weil missverständlich... "energie", als mit technikablauf zu tun hat.
Nicht um sonst wird der "Kempagan" als höchste Ausdrucksform des Pentjak/Penchak Silat angesehen und nur von den weit fortgeschritten Praktikern beherrscht;)
Und wenn Ihr einfach ´mal Eure Frauen einpackt und Tanzen geht?
ChaCha, Samba, Foxtrott,....
Tatang ist ja wohl mehr zur See gefahren. Obwohl die Aufziehpose vom Illustrissimo erinnert schon an Impetus.
Sonny Umpad hingegen war ein leidenschaftlicher ChaCha Tänzer, der Herr Lee wohl auch.
Ich kann auch immer wieder dieses Buch empfehlen:
Gods, Ghosts, and Gangsters: Ritual Violence, Martial Arts, and Masculinity on the Margins of Chinese Society (https://www.amazon.de/dp/0824833775/ref=cm_sw_r_cp_tai_9mrnFbC377QYZ)
Danke für die Empfehlung Kanken. Klingt interessant; habe mir das Buch eben bestellt und bin schon gespannt.
Jetzt lese ich aber erstmal in Ruhe ein wenig über den Link auf Deiner Seite über Bagua. :kaffeetri
Aber Du hast Lindybeige mal getroffen? :) Klasse! Dass das ein "Supernerd" ist, das kommt glaube ich in seinem Kanal schon ziemlich deutlich rüber, aber ich finde den Typ irgendwie unglaublich sympathisch und irgendwie würde ich fast schon sagen goldig. Irgendwie habe ich aber auch das Gefühl dass er einen IQ von 180 oder so etwas hat; bei dem Tempo, bei dem er (anscheinend) ohne Skript redet und bei den Ideen die er entwickelt. Ich habe überhaupt kein Problem dem eine Stunde am Stück zuzuhören; das mache ich viel lieber als irgend einen Film zum Zeitvertreib anzuschauen.
Ja, er und Matt Easton sowie diverse HEMA-Promis wie Matt Galas und Co waren alle beim Fightcamp 2018. Sympathisch finde ich in der HEMA-Szene fast alle, das theoretische Wissen bei vielen von den bekannteren sehr gross (bei den meisten allerdings primär breit, bei einigen wenigen auch tief, wobei ich insbesondere Matt Easton mit seinen Kenntnissen zu Klingenwaffen als Objekte hervorheben würde (wobei ich als Anekdote anführen sollte, dass meine Freundin 2017 für hundert Pfund einen Talwar von ihm gekauft hat, der übelst restauriert und faktisch abgeflext war; ich habe ihn dann poliert und angeätzt, und siehe da, die Klinge ist Wootz, was bedeutet, dass das gute Stück etwa zehnmal so viel wert sein dürfte :D). Überdurchschnittlich intelligent und eloquent sind die meisten davon auch. Schwieriger wird's bei der Kombination von praktischen Fähigkeiten (insbesondere der realistischen Einschätzung derselben...) und theoretischem Wissen. Sprich, Lindy ist ganz sicher nicht der Typ, an dem man die Effizienz der Kombination von Tanz und Kampf illustrieren würde - vielleicht ist er dadurch besser geworden, aber ganz ehrlich, das hätte er mit Tischtennis auch geschafft. Die Unterhaltungen mit HEMA-Leuten erinnern meiner Erfahrung nach eher an akademische Debatten als z.B. an Unterhaltungen mit Ring- oder Boxtrainern - meistens geht es darum, wie cool oder interessant jemand irgendwas findet, nicht darum, wie man Kämpfe gewinnt.
Danke für die vielen Interessanten Punkte von Dir. Ich könnte mir Vorstellen dass vor Allem der, von Dir genannte Hopak vielleicht ein sehr gutes Beispiel dafür ist Gesundheit, Kraft und bis zu einem gewissen Grad auch Kampesfkraft unter Beweis zu stellen. Mongolischen Adlertanz kannte ich noch nicht; das habe ich mir gleich mal angeschaut (https://www.pond5.com/de/stock-footage/item/376917-mongolei-naadam-wrestler-durchfuhren-adlertanz) und war etwas über die Leichtigkeit überrascht! Kannst Du vielleicht noch einen Satz zur Bedeutung sagen?
"Before and after the match, each wrestler does the traditional “Eagle Dance” (devekh) based on the flight of the mythical Garuda bird –said to symbolise power, bravery and invincibility. When a wrestler loses the match, he then symbolically passes under the arm of the winner as a sign of respect." https://www.eternal-landscapes.co.uk/mongolian-wrestling-your-guide/
Ich bin kein Insider im mongolischen Ringen, ich hatte nur mal in der Liga einen Mongolen als Gegner. Daher kann ich nicht sagen, inwieweit das ein traditionelles oder eher ein rezenteres Element mit nationalistischem Charakter ist. Ich hatte gelegentlich den Eindruck auf den Videos, dass der Adlertanz insbesondere vom Sieger als sehr erheiternd empfunden wird, was immer das heissen mag. Ringen können die Jungs aber allemal.
Beste Grüsse
Period.
marasmusmeisterin
14-08-2020, 09:38
Liebe Leutz,
ich weiß, ich gebe hier wieder die Spaßbremse, aber ... >fighting< ist höchstens vom äußeren Ansehen bzw. Anschein her wie >dancing<.
Der Unterschied: beim Tanzen hat man keinen Gegner und muß nicht reagieren.
Wenn man auf die Entstehung von absichtlicher Bewegung, also bewußt initiierten Bewegungshandlungen schaut, macht das einen ziemlichen Unterschied im Einüben bzw. Ausführen.
Beim Tanzen wird die Bewegungsausführung nicht von einer nicht vorhersehbaren gegnerischen Aktion "gestört".
Und hier mach ich jetzt Schluß, sonst versteht mich nach den nächsten drei Sätzen kein normaler Mensch mehr.
* Silverback
14-08-2020, 09:44
...
Der Unterschied: beim Tanzen ... und muß nicht reagieren.....
Wie meinen? :confused:
Wie meinen? :confused:
Gehe auch mal davon aus, dass falsch verstanden zu haben.
Liebe Grüße
DatOlli
Björn Friedrich
14-08-2020, 10:48
Das ist korrekt,
Tanzen ist der Flow ohne das dabei jemand versucht, den Flow kaputt zu machen.
DESHALB ist auch Tanzen vor Kämpfen. Die Grundlagen guter Bewegung beginnen immer alleine, ohne das jemand von außen die Bewegungen kaputt macht.
Wenn man das kann, dann kann man damit beginnen den nächsten Schritt zu gehen und den Flow gegen jemanden umzusetzen, der versucht ihn kaputt zu machen.
Im Grundgenommen bleibt der Flow der Gleiche, aber die Fähigkeit schneller zu improvisieren ist dabei dann essentiell.
Welches Kind lernt schneller laufen? Das welches es ungestört probieren kann und eventuell eine helfende Hand bekommt?
Oder das welches ständig umgeschubst wird, damit es lernt auch unter widrigen Umständen sein Gleichgewicht zu halten?
Bewegung ist das was in den heutigen Kampfkünsten so oft vernachlässigt wird. Man sieht schnelle Leute, man sieht kraftvolle Leute, man sieht ausdauernde Leute, aber gute Bewegung findet sich eher selten.
Lomachenko hat übrigens auch als Kind intensiven Tanzunterricht gehabt. Ist auch in seinen Fights leicht zu erkennen.
Ein weiteres Beispiel ist Usyk, für mich der technich beste Boxer im Schwergewicht. Wenn man sieht was der Kerl für Jokes der Kerl im Training macht, sein Tanzen, etc. dann fällt sofort seine Lockerheit auf und das zeigt sich ja auch in seinen Kämpfen......
* Silverback
14-08-2020, 11:01
Das ist korrekt,
?
Tanzen ist der Flow ohne das dabei jemand versucht, den Flow kaputt zu machen (1.).
...
Wenn man das kann, dann kann man damit beginnen den nächsten Schritt zu gehen und den Flow gegen jemanden umzusetzen, der versucht ihn kaputt zu machen (3.).
......
Ist es denkbar, dass da zwischen 1. und 3. VIELLEICHT noch 1 kleiner Zwischenschritt (2.) fehlt:
~ so in der Richtung: 2. Flow MIT jemand anderem zusammen (vielleicht doch beim Tanzen ganz sicher - und vielleicht eben auch beim Kämpfen :gruebel:)
Just my 2 cents.
marasmusmeisterin
14-08-2020, 15:16
Welches Kind lernt schneller laufen? Das welches es ungestört probieren kann und eventuell eine helfende Hand bekommt?
Oder das welches ständig umgeschubst wird, damit es lernt auch unter widrigen Umständen sein Gleichgewicht zu halten?
So weit ich dir auch sonst zustimme,
aber Laufenlernen ist hier kein gutes Beispiel. Das ist eine Fähigkeit, die jeder Mensch von Natur aus hat bzw. kann. Tanzen und Kämpfen sind Fertigkeiten, die man sich sozusagen "obendrauf", unter Rückgriff auf die biologischen Anlagen, extra bewußt aneignen muß.
Fragen wir doch mal die Sportwissenschaftler hier, besonders die Sportpsychologen und -neurologen. Die werden uns dazu was singen können.
Hmm, Menschen fangen doch eigentlich an zu tanzen, noch bevor sie richtig gehen können. Sieht man doch ständig bei Kleinkindern.
Klar, raufen und "kämpfen" ist doch auch ziemlich früh am Start.
Beides natürlich auch nur, wenn man uns lässt
Liebe Grüße
DatOlli
Gesendet von meinem Mi MIX 3 mit Tapatalk
Björn Friedrich
14-08-2020, 18:17
Babies und Kleinkinder haben defintiv bessere Bewegungsmuster als die meisten Erwachsenen.....
Kurz noch https://www.welt.de/kmpkt/article204357726/Affen-erstmals-beim-Tanzen-beobachtet.html hinterher.
Liebe Grüße
DatOlli
PS hoffe das klappt mit dem Link. Erstes mal mit Tapatalk
Gesendet von meinem Mi MIX 3 mit Tapatalk
Ich schrieb hier schon irgendwo anders mal über den Lernsprung, den man beim Tanzen machen könnte....
Ich kann das gerne wiederholen, da ja ein Einwand seitens einer Frau kam.
:D
Im Paartanz geht es darum , daß der Mann die Dame unbeschadet kreuz und quer durch den Raum führt,
gerne auch im Rhythmus der Musik, dabei soll er sich auch nach entspannt mit der Dame unterhalten.
Wer das schon mal gemacht hat, wird bestätigen, daß diese Aufgabe sich so häufig darstellt, daß die Dame
der Meinung ist, der Partner mit dem abgebrochenen Chromosomen könne das ja eh nicht.
Das führt gemeinhin dazu, daß der Herr also eine unkooperative Partnerin hat, andere Paare in der gleichen Situation sind,
und somit das Ganze ab und an einem Gerangel im Autoscooter gleichkommt.
Also einwandfreies Sparring mit unkooperativem Partner, multiple attacker auf begrenzten Raum mit erschwerender Aufgabe
von flow und rhythm, rundenbasiert in einem Zeitrahmen von 3-7 Minuten.
Da habe ich auch schon Paare gesehen , die aus dem Sparring Freikampf gemacht haben inklusiver wutentbrannter getrennter Raumflucht.
Viel mehr martial arts in zivilem Kontext geht doch kaum?
* Silverback
14-08-2020, 19:07
...
Also einwandfreies Sparring mit unkooperativem Partner, multiple attacker auf begrenzten Raum mit erschwerender Aufgabe
von flow und rhythm, rundenbasiert in einem Zeitrahmen von 3-7 Minuten.
Da habe ich auch schon Paare gesehen , die aus dem Sparring Freikampf gemacht haben inklusiver wutentbrannter getrennter Raumflucht.
Viel mehr martial arts in zivilem Kontext geht doch kaum?
Und auch dieser Tag wieder gerettet, vielen Dank!
:rotfltota :halbyeaha
Liebe Leutz,
>fighting< ist höchstens vom äußeren Ansehen bzw. Anschein her wie >dancing<.
Der Unterschied: beim Tanzen hat man keinen Gegner und muß nicht reagieren.
Wenn man auf die Entstehung von absichtlicher Bewegung, also bewußt initiierten Bewegungshandlungen schaut, macht das einen ziemlichen Unterschied im Einüben bzw. Ausführen.
Beim Tanzen wird die Bewegungsausführung nicht von einer nicht vorhersehbaren gegnerischen Aktion "gestört".
Das ist denke ich allen klar, aber: wenn ich einen Bewegungsablauf mit kooperativem Partner nicht hinkriege, schaffe ich das mit Gegenwehr auch nicht. Daher ist der Vergleich aus meiner Sicht durchaus legitim, auch wenn ich nicht mit allen Details der Ausführung übereinstimme.
Ich verweise auch darauf, dass in praktisch allen KKs und KS - auch im Vollkontakt - Training mit einem kooperativen Partner einen wichtigen Platz einnimmt. Wenn ich bei Deinem allerersten Versuch, eine Technik durchzuführen, kontere, wirst Du sie aller Wahrscheinlichkeit nach nie lernen. Kontere ich noch dazu schnell und hart, wirst Du die erste Trainingseinheit vermutlich nicht überstehen. Und es gibt nun mal für so ziemlich alle Techniken Konter. Konter kommen erst später im Curriculum ins Spiel, und in den allermeisten Situationen sind Konter im Prinzip durchaus (zumindest grob, im Sinne von Bewegungsrichtung) vorhersehbar, vor allem, wenn es sich um Leute aus dem gleichen Stil / der gleichen Schule handelt. Daher legt man sich in der Regel für Konter einen automatischen Gegenkonter zurecht, zumindest meiner Erfahrung nach. Ein Angriff ohne eingeschliffenen Plan zur Weiterführung hat m.E. was von Russisch Roulette.
Und hier mach ich jetzt Schluß, sonst versteht mich nach den nächsten drei Sätzen kein normaler Mensch mehr.
Du denkst echt noch, dass hier normale Menschen unterwegs sind? :D
Beste Grüsse
Period.
concrete jungle
15-08-2020, 19:21
Wow ein schönes Thema!
Sicher gibt es da viele Verbindungen, Balance, aus sich rausgehen, im Moment sein, präzise agieren, ähnliches mit ganz anderem Mindset üben usw.
Es wurden ja schon einige Größen genannt, hier noch Sugar Ray Robinson:
https://www.youtube.com/watch?v=Nac0qnuqGDQ
Emanuel Augustus:
https://www.youtube.com/watch?v=xL9TDcXvDCw
Der Ritter früher lernte ja auch tanzen und musizieren, wird schon seine Gründe gehabt haben.
Ach noch was:
Wenn einen Südamerikaner beim Gesellschaftstanzen nicht mögen kriegt man vom Paar nebenan sehr spannende Low-Line Tritte ab .
* Silverback
15-08-2020, 21:15
...
Wenn einen Südamerikaner beim Gesellschaftstanzen nicht mögen kriegt man vom Paar nebenan sehr spannende Low-Line Tritte ab .
:hehehe:
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