Vollständige Version anzeigen : Artikel: BJJ für den Polizeidienst
Björn Friedrich
27-07-2023, 11:22
Da die SV neben den sportlichen Aspekten eh mein Lieblingsthema ist und ich gerade in der Richtung auch viele Sachen mache (die nicht auf Youtube landen;-) Hier mal ein Artikel zum Thema BJJ für den Polizeidienst.
https://fighterfitness.de/wp-content/uploads/2023/07/PolizeiSV.pdf
Kunoichi Girl
27-07-2023, 12:19
:halbyeaha ,
war es nicht so, dass bjj (weiß nicht mehr wo, usa?) wegen gesundheits-/lebensgefährlichkeit der würger, auf deren (kampf-/sv-/einsatz)anwendung die wirksamkeit des bjj m.W. zu einem großteil basiert, aus der polizeiausbildung herausgenommen wurde?
StaySafe
27-07-2023, 12:56
Schöner Artikel! 1zu1 auch meine Sicht darauf und die Sicht von aktuell 30 Polizeivollzugsbeamten die bei uns BJJ trainieren.
Bei uns fungieren die Beamten als Multiplikator unter ihren Kollegen und speziell die Anwärter wollen spätestens nach dem ersten Widerstand im Praktikum BJJ lernen.
Vor allem wenn Sie gesehen haben wie verhältnismäßig einfach Kollegen die bei uns trainieren solche Widerstände händeln.
Mittlerweile sind zwei unserer Jungs im Gracie Survival Training, das ja speziell für Polizisten konzipiert ist, zertifiziert und bieten zusätzlich zum normalen Training noch regelmäßige Workshops im GST an. Als Schnuppertraining sozusagen.
Mal sehen wo die Reise noch hingeht. ;)
Danke für's Teilen, finde ich gut.
:halbyeaha ,
war es nicht so, dass bjj (weiß nicht mehr wo, usa?) wegen gesundheits-/lebensgefährlichkeit der würger, auf deren (kampf-/sv-/einsatz)anwendung die wirksamkeit des bjj m.W. zu einem großteil basiert, herausgenommen wurde?USA:
https://www.forcenecessary.com/chokes-and-neck-attacks-legal-and-medical-issues-by-hock/
Wer meint die Wirksamkeit des BJJs beruht zu einem Großteil (nur) auf Würgern sollte sich vielleicht einfach nicht öffentlich zu BJJ äußern.
Dr.Jekyll
27-07-2023, 16:14
Sehr guter und vor allem wahrer Artikel :halbyeaha
Dr.Jekyll
27-07-2023, 16:15
.
Dr.Jekyll
27-07-2023, 16:16
USA:
https://www.forcenecessary.com/chokes-and-neck-attacks-legal-and-medical-issues-by-hock/
Wer meint die Wirksamkeit des BJJs beruht zu einem Großteil (nur) auf Würgern sollte sich vielleicht einfach nicht öffentlich zu BJJ äußern.
+1
Kunoichi Girl
27-07-2023, 17:16
...
Wer meint die Wirksamkeit des BJJs beruht zu einem Großteil (nur) auf Würgern sollte sich vielleicht einfach nicht öffentlich zu BJJ äußern.
Klar, aber ich hatte ja nichts von „(nur)“ geschrieben.
Gebe aber natürlich zu, dass ich mich mit bjj nicht so gut auskenne, wie Du.
Außerdem hatte ich‘s, glaub‘ ich, verwechselt:
Chokeholds wurden für polizisten in usa „verboten“, nicht das bjj aus deren ausbildung herausgenommen (soweit es überhaupt drin war):
https://amp.cnn.com/cnn/2021/09/15/us/police-accountability-george-floyd/index.html
SKA-Student
27-07-2023, 17:22
USA:
https://www.forcenecessary.com/chokes-and-neck-attacks-legal-and-medical-issues-by-hock/
Wer meint die Wirksamkeit des BJJs beruht zu einem Großteil (nur) auf Würgern sollte sich vielleicht einfach nicht öffentlich zu BJJ äußern.
Danke, sehr interssanter - und erschreckender - Artikel!
Willi von der Heide
27-07-2023, 19:05
BJJ bei Behörden ? Gibt es schon lange ...
Mal was zu sportlichen Erfolgen:
- Bei der 13. IBJJ German Championship hat - damals - Herr POM W. einen der vorderen Plätze belegt ... das ganze war am 19.10.2013 ( ! )
- Bei der WM im BJJ in Kalifornien, hat Herr PHK O. - im K.O.-System - den 3. Platz belegt. 2019 holte er bei der WM Silber.
- Bei der EM im BJJ in Paris ( vom 23.01. - 29.01. ) hat Herr POK T. respektable Bronze geholt.
Und das war jetzt nur eine Behörde ... die nennen BJJ auch eher " ETR Neu ". BJJ ist also durchaus geläufig und nichts neues oder besonderes.
Der Artikel von Björn ist leider völlig nichtssagend und richtet sich - in der Form - bestimmt nicht an die gedachten Adressaten. Von denen hier eh keiner, oder fast keiner mitliest.
Kunoichi Girl
27-07-2023, 19:20
...
Mal was zu sportlichen Erfolgen:
- Bei der 13. IBJJ German Championship hat - damals - Herr POM W. einen der vorderen Plätze belegt ... das ganze war am 19.10.2013 ( ! )
- Bei der WM im BJJ in Kalifornien, hat Herr PHK O. - im K.O.-System - den 3. Platz belegt. 2019 holte er bei der WM Silber.
- Bei der EM im BJJ in Paris ( vom 23.01. - 29.01. ) hat Herr POK T. respektable Bronze geholt.
sorry, aber da ist nicht eine goldmedaille dabei.
Der Artikel von Björn ist leider völlig nichtssagend ...
Leider nein!
Björns artikel ist überhaupt nicht nichtssagend, sondern hervorragend.
Björn Friedrich
27-07-2023, 19:21
BJJ bei den Behörden, vielleicht vereinzelt, aber garantiert nicht so wie es sein sollte. Sonst würden nicht so viele Beamte, privat BJJ trainieren müssen.....und BJJ nur als Sport, ist ganz nett, aber unbrauchbar für die Polizei.....was der Artikel, wenn man ihn versteht, ja deutlich erklärt......
BJJ für die Polizei hat ein riesiges Potenzial, es muss halt nur angepasst und idealerweise flächendeckend trainiert werden.....
Schnueffler
27-07-2023, 19:28
...Sonst würden nicht so viele Beamte, privat BJJ trainieren müssen...
Das ist alleine eine Frage der Zeit. Wenn ich dienstlich 12 Termine für 120min im Jahr habe, was soll mir das bringen, wenn ich nicht zusätzlich privat trainiere?
Willi von der Heide
27-07-2023, 19:30
BJJ bei den Behörden, vielleicht vereinzelt, aber garantiert nicht so wie es sein sollte. Sonst würden nicht so viele Beamte, privat BJJ trainieren müssen.....und BJJ nur als Sport, ist ganz nett, aber unbrauchbar für die Polizei.....was der Artikel, wenn ihn versteht, ja deutlich erklärt......
Eben nicht vereinzelt ... da wird mehr gemacht als man gemeinhin so annimmt. Und wie sollte es sein ? Das ganze privatisieren und nicht mehr auf eigene Leute setzen, sondern externe Anbieter ? Die Kollegen können privat ja ( fast ) machen was sie wollen, aber im Ernstfall bleibt es beim dienstlichen System. Schon um juristisch auf der sicheren Seite zu sein. Mir geht es auch nicht um den Sport. Ich habe die Vergleiche nur gebracht um zu zeigen, das es eigen erfahrene Leute gibt. Für den dienstlichen Alltag benötigt man etwas anderes. Dein Artikel wendet sich vielleicht an Außenstehende, ich lese da nichts was ich nicht schon wüßte, praktiziere, lehre.
Das ganze soll kein Angriff gegen dich sein ! Aber alleine das fehlen jeglicher Fachtermini, zeigt, daß es nicht an die gerichtet ist, die gemeint sind.
Gab es nicht mal den Versuch von Andyconda, das Technik 36 System für Behörden einzuführen?
Linus - The Boxer
27-07-2023, 22:06
. Dein Artikel wendet sich vielleicht an Außenstehende, ich lese da nichts was ich nicht schon wüßte, praktiziere, lehre.
Das ganze soll kein Angriff gegen dich sein ! Aber alleine das fehlen jeglicher Fachtermini, zeigt, daß es nicht an die gerichtet ist, die gemeint sind.
Es ist ja auch Werbung, der Versuch neue Kunden zu bekommen und Björns persönliche Überzeugung.
BJJ für die Polizei hat ein riesiges Potenzial, es muss halt nur angepasst und idealerweise flächendeckend trainiert werden.....
Das Zauberwort hier ist angepasst und das kann kein Außenstehender machen, sondern muss aus der jeweiligen Behörde kommen. Nur dort kennt man die Bedürfnisse, Probleme und Möglichkeiten. Denn es ist etwas anderes, ob ich in nem Gi auf einer Matte rolle oder auf der Straße in Unifom, mit Weste, Holster, Handfessel etc.. BJJ ist kein Teamwork und muss entsprechend umgestellt werden.
Fitnessaspekt, Stressresistenz etc. gelten für alle Kampfsportarten mit Sparring. Ich fand auch das alte Jiu Jitsu gut.
Letztendlich wird die Politik entscheiden was gemacht wird ...
Ich halte BJJ oder Luta Livre für wesentlich besser als WT ;)
Schnueffler
27-07-2023, 22:16
...
Ich halte BJJ oder Luta Livre für wesentlich besser als WT ;)
Definitiv.
Deswegen bin ich über unser System froh.
Grundlagen Jiu-Jitsu, Boxen, Ringen. Das war das, was die "Gründungsväter"trainiert hatten und zu einem Konsenz gekommen sind. In den letzten Jahren mkamen Einflüsse aus den FMA und einigen Combatives hinzu, weil die Ausbilder der Ausbilder das privat gemacht haben und ihre persönlichen Interessen haben mit einfließen lassen.
Trotz allem wird immer noch sehr strikt unterschieden zwischen "unmittelbarer Zwang" und "Selbstverteidigung".
SKA-Student
28-07-2023, 07:00
sorry, aber da ist nicht eine goldmedaille dabei.
Sollte das jetzt ein Witz sein?
Falls nicht:
Bei BJJ Turnieren kann es sein, dass in der passenden Gewichts- Gürtel- und Altersklasse nur 3 Leute sind. Dann ist ein 3. Platz natürlich nix wert.
Dann gibt's aber auch die Turniere mit so vielen Teilnehmern, dass man für den 3. Platz mindestens 4 Kämpfe gewonnen haben muss.
Und glaub mir, BJJ-Turnier ist nochmal was anderes als hartes Rollen im Gym - und ganz sicher was anderes als ein Leichtkontakt-Karate-Wettkampf.
Einfach ignorieren, der/die/das stichelt doch ständig.
Katamaus
28-07-2023, 08:39
und ganz sicher was anderes als ein Leichtkontakt-Karate-Wettkampf.
Was soll das denn sein? Es gibt eigentlich nur Vollkontakt oder Nullkontakt/Pointfighting (bei dem ja höchstens mal ein Kiefer oder eine Augenhöhle gebrochen werden kann. Zähne fliegen ja eher nicht mehr, seit es Faustschützer gibt. :D)
Der B. ist ein top Trainer und ein disziplinierter Kampfkünstler/Mensch.
Dennoch:
- Es gibt keine "Selbstverteidigung" in der Polizei (zumindest nicht in der Art wie allgemein angenommen)
- Jede Art des ET kann nur von Polizeibeamten/innen geleitet werden (was nicht heißt das diese alle gut sind, nein auf keinen Fall; oder das diese sich nicht "außerhalb des Dienstes Inspirationen" holen)
- Alleine der Einsatz der Handfessel (Modellkunde, Trageweise, Griffmöglichkeiten, Quick Handcuffing, Art.-Techniken, Abführtechniken, etc., etc. aber auch "Tricks der Gegenseite", pp.) überfordert fast jeden Trainer der Nicht-Polizist ist (vom praktischen Einsatz zu schweigen, wen fesselt der denn?)
- Es gibt so viele Einflussmöglichkeiten (Gesetz, Ethik, Presse, Teamstruktur, pp.) in diesem Themenfeld deren Diskussion müßig (und ziellos) ist, wie man schon an dem Thread "SWG gegen Flüchtling" erkennt
Euch allen ein schönes WE.
Björn Friedrich
28-07-2023, 11:47
Ich sag nicht mehr viel dazu und ich will auch nicht zu negativ klingen von daher....
Der Artikel, den ich geschrieben habe, ist nicht entstanden, weil ich Bock auf einen neuen Kundenstamm habe, sondern weil ich seit vielen Jahren in meiner Schule, Menschen unterrichte, die genau die Sachen brauchen, von denen ich in dem Artikel schreibe. Der Artikel ist nicht meine Idee, von dem, was Polizei braucht, sondern das Ergebnis von den Fragen und Problemstellungen, die meine Schüler aus dieser Berufsgruppe haben und für die sie von mir Lösungen wollten. Ich erzähle meinen Schülern nicht, was sie brauchen, sondern höre mir an, was ihre Bedürfnisse sind und finde dafür dann Lösungen, die effizient und passend sind. Alles andere wäre vermessen.
Kunoichi Girl
28-07-2023, 12:21
... sondern das Ergebnis von den Fragen und Problemstellungen, die meine Schüler aus dieser Berufsgruppe haben und für die sie von mir Lösungen wollten. Ich erzähle meinen Schülern nicht, was sie brauchen, sondern höre mir an, was ihre Bedürfnisse sind und finde dafür dann Lösungen, die effizient und passend sind. Alles andere wäre vermessen.
1+
...Menschen unterrichte, die genau die Sachen brauchen, von denen ich in dem Artikel schreibe...
In jeden Polizei-Dienststelle, von Kiel bis München, gibt es qualifizierte ET-Trainer (natürlich auch "schlechte", klar), die genau das abbilden können.
Und die auch die rechtlichen Hintergrundinfos haben sowie die un-abdingbare Einsatzerfahrung (die ein Nicht-Polizist gar nicht haben kann).
SKA-Student
28-07-2023, 13:26
In jeden Polizei-Dienststelle, von Kiel bis München, gibt es qualifizierte ET-Trainer (natürlich auch "schlechte", klar), die genau das abbilden können.
Und die auch die rechtlichen Hintergrundinfos haben sowie die un-abdingbare Einsatzerfahrung (die ein Nicht-Polizist gar nicht haben kann).
Echt?
Ich habe bis jetzt etwa 10 Polizisten beim Training in 3 verschiedenen Städten und Gyms kennengelernt, die haben alle privat BJJ trainiert, nicht nur aus Spaß, sondern weil sie in ihrer Ausbildung oder in ihrer Diensstelle nur unbrauchbares toitsches Ju-Jutsu "gelernt" haben.
SKA-Student
28-07-2023, 13:31
Was soll das denn sein? Es gibt eigentlich nur Vollkontakt oder Nullkontakt/Pointfighting (bei dem ja höchstens mal ein Kiefer oder eine Augenhöhle gebrochen werden kann. Zähne fliegen ja eher nicht mehr, seit es Faustschützer gibt. :D)
Ich habe sowas in USA 2 mal mitgemacht, keine Ahnung wie das heißt. Es war Shotokan, voller Kontakt zum Körper wurde "akzeptiert" (das war dann meine 2. Rippenprellung Mawashi Geri sei Dank...), voller Kontakt zum Kopf disqualifiziert.
Dagegen war mein erster BJJ Turnierkampf ein krasser 5-minütiger Überlebenskampf...
Schnueffler
28-07-2023, 15:12
Echt?
Ich habe bis jetzt etwa 10 Polizisten beim Training in 3 verschiedenen Städten und Gyms kennengelernt, die haben alle privat BJJ trainiert, nicht nur aus Spaß, sondern weil sie in ihrer Ausbildung oder in ihrer Diensstelle nur unbrauchbares toitsches Ju-Jutsu "gelernt" haben.
Wie oben schonmal erwähnt, die Anzahl der dienstlichen Einheiten ist mir viel zu wenig. Ein Grund, warum ich auch privat noch trainiere.
Was den Inhalt angeht, kann ich mich über meine dienstlichen Sachen überhaupt nicht beschweren und auch wie sie rübergebracht werden.
Vorteil ist, einer der Trainer dort ist mein Teampartner und wir verstehen uns blind.
StaySafe
28-07-2023, 16:12
...Menschen unterrichte, die genau die Sachen brauchen, von denen ich in dem Artikel schreibe...
In jeden Polizei-Dienststelle, von Kiel bis München, gibt es qualifizierte ET-Trainer (natürlich auch "schlechte", klar), die genau das abbilden können.
Und die auch die rechtlichen Hintergrundinfos haben sowie die un-abdingbare Einsatzerfahrung (die ein Nicht-Polizist gar nicht haben kann).
Natürlich gibt es in jeder Dienststelle Trainer die im jeweils verordneten Programm qualifiziert sind. Das änder aber nichts daran, dass die Inhalte des ET Training weit überwiegend für die Tonne sind. Und diese Aussage gründet auf der Erfahrung der hier trainierenden Polizisten (zum Teil selbst ET Trainer) und meiner eigenen Erfahrung als ehemaliger Trainingsleiter innerhalb der Justiz.
Es kommt doch nicht von ungefähr, dass es einen langsam wahrnehmbaren Trend zu Kampfsportarten wie MMA und BJJ unter den Beamten gibt. Und wenn man in der Lage ist, den Leuten zu zeigen was neben dem Sport noch alles im BJJ steckt, gibt es ein umso größeres Interesse genau daran.
Wie gesagt: Bei uns allein, trainieren aktuell etwas mehr als 30 Beamte und die haben da schon ihre Gründe für.
Björn Friedrich
28-07-2023, 16:37
So ist es.....
Es ist vollkommen "okay", wenn Polizeibeamte/innen "privat" trainieren.
Das habe ich in jeder Sportschule, Fitnesscenter und Kamfpxxxschulen "gesehen" wo ich je war.
Je nach Jahrzehnt in den damals "aktuellen KKs", darum geht es gar nicht.
Klasse, super, am besten auch mit den ET-Trainern.
Hierbei geht es aber um Fitness oder reine Kampfkunst/sport.
Hat es dagegen einen starken Bezug zum ET (kein reines, KF, WT, MT, Kickboxen, JJ oder ...), oder soll es sogar speziell dafür sein, ist es zum Scheitern verurteilt.
Das habe ich oben begründet.
Welcher dieser Trainer kennt z. B. "nur" die Übergänge zur Schusswaffe (hat überhaupt legal eine?) -anwendung oder kennt da die rechtlichen Voraussetzungen (die von den aktuellen jungen Polizisten/innen ca. 3 Jahre lang "studiert" werden)).
Das es auch "schlechte" ET-Trainer gibt steht außer frage.
Auch "sehr schlechte" (aber nicht bei uns im PP).
Aber sogar diese haben Erfahrungen die ein "privater Trainer" nie haben kann, egal wie gut er sonst ist (12 x Weltmeister im Kickboxen, Spezialist für Drehkicks zum Kopf oder...)
Willi von der Heide
28-07-2023, 17:41
sondern weil sie in ihrer Ausbildung oder in ihrer Diensstelle nur unbrauchbares toitsches Ju-Jutsu "gelernt" haben.
Ju-Jutsu ist allerdings schon längst aus allen Lehrplänen verschwunden. Hier und da gibt es Interessensgruppen oder Leute die privat was machen, aber Ju-Jutsu gibt es nicht mehr. Ich meine, die Bayern waren die letzten die sich davon getrennt haben. Dafür bekamen die dann die entsprechenden Mittel gestellt und durften einladen wen sie wollten ... :halbyeaha und das hat ihnen gut bekommen.
Willi von der Heide
28-07-2023, 17:42
und meiner eigenen Erfahrung als ehemaliger Trainingsleiter innerhalb der Justiz.
Wann war das ?
Ich halte ja schon seit und je eine Kombination aus einem Grappling lastigen Stil und was brauchbarem aus den FMA für das non-plus ultra für Sicherheitsbehörden. Aus verschiedenen Gründen.
Beim Eingangsartikel würde mir ganz klar der Bezug zu Waffen fehlen, gerade bei Polizeibeamten und gerade bei den Themen Messer und/oder Schusswaffe.
Gut finde ich beim Grappling, dass der Durchhaltewillen und die Kondition massiv geschult werden. Zumindest wenn man es regelmäßig macht und dabei viel Sparring praktiziert. Und du eben lernst, jemanden zu kontrollieren ohne "wegboxen" zu müssen.
Uruk ist dahingehend zuzustimmen, dass der rechtliche Aspekt bei Coaches ohne behördlichen Backround wohl eher dünn sein dürfte. Mit Einsatztrainern gemeinsame Konzepte zu entwickeln, hielte ich aber für sinnvoll.
Willi von der Heide
28-07-2023, 17:46
Ich sag nicht mehr viel dazu und ich will auch nicht zu negativ klingen von daher....
Der Artikel, den ich geschrieben habe, ist nicht entstanden, weil ich Bock auf einen neuen Kundenstamm habe, sondern weil ich seit vielen Jahren in meiner Schule, Menschen unterrichte, die genau die Sachen brauchen, von denen ich in dem Artikel schreibe. Der Artikel ist nicht meine Idee, von dem, was Polizei braucht, sondern das Ergebnis von den Fragen und Problemstellungen, die meine Schüler aus dieser Berufsgruppe haben und für die sie von mir Lösungen wollten. Ich erzähle meinen Schülern nicht, was sie brauchen, sondern höre mir an, was ihre Bedürfnisse sind und finde dafür dann Lösungen, die effizient und passend sind. Alles andere wäre vermessen.
Es geht ja auch nicht gegen dich oder BJJ ... du leistest tolle Arbeit, dafür möchte ich einfach mal danke sagen und stellst immer wieder sehr lesenswerte Beiträge ein. Mir ging es halt nur darum, daß es auch innerhalb der Behörden eine Weiterentwicklung gibt und BJJ nicht völlig unbekannt ist. Bei der " Truppe " bei der ich Mo. und Do. eingeladen war, ist BJJ ins " ETR Neu " mit eingefloßen ... und die Leute achten darauf, daß es entsprechend umgesetzt wird. So beschrieb es der eine PTR ( privat: Braungurt LL + bereits 5 MMA-Kämpfe, weitere sollen folgen ).
Nur mal so als Denkanstoß;
Wer vermittelt als ziviler Grapplingcoach z.B. das Thema Lagebedingter Erstickungstod* und passt die Zugriffstechniken für Polizeibeamte die bei ihm trainieren entsprechend an? Oder kennt sich mit dem genauen rechtlichen Rahmen aus, wann Polizeibeamte zu welchen Mitteln des Unmittelbaren Zwanges greifen dürfen, wie es mit dem Gebrauch der Schusswaffe aussieht usw. usf.?
* https://www.thomasfeltes.de/images/Feltes_Mallach_LET_2022_1.pdf
Man sollte den rechtlichen Aspekt nicht unterschätzen. Da können am Ende Karriere und Leben von abhängen.
Linus - The Boxer
29-07-2023, 19:10
Da die SV neben den sportlichen Aspekten eh mein Lieblingsthema ist und ich gerade in der Richtung auch viele Sachen mache (die nicht auf Youtube landen;-) Hier mal ein Artikel zum Thema BJJ für den Polizeidienst.
https://fighterfitness.de/wp-content/uploads/2023/07/PolizeiSV.pdf
Mal bewusst kezerisch gefragt: Treffen diese Aussagen nicht auf sämtliche Grapplingsysteme, z.B Luta Livre, Ringen etc. zu?
Kunoichi Girl
18-08-2023, 01:22
In diesem video wird erklärt, weshalb alle polizeibeamten bjj brauchen:
https://youtu.be/nRsl33JyqQo
Da die SV neben den sportlichen Aspekten eh mein Lieblingsthema ist und ich gerade in der Richtung auch viele Sachen mache (die nicht auf Youtube landen;-) Hier mal ein Artikel zum Thema BJJ für den Polizeidienst.
https://fighterfitness.de/wp-content/uploads/2023/07/PolizeiSV.pdf
Ich kann Sascha (Stay Safe) und Björn nur zustimmen!
Björn's Artikel gefällt mir gut und ich bin ebenso der Meinung.
Natürlich sehe ich es auch durch meine "BJJ/Gracie Jiu Jitsu" Brille, aber es gibt Studien einiger Police Departments in den Staaten, die belegen, dass das BJJ Training nur positive Aspekte auch im Dienst für die Kollegen mit sich bringt!
Selbst bin ich zwar kein Polizeivollzugsbeamter, aber Justizvollzugsbeamter im Erwachsenen Strafvollzug/NRW seit über 20 Jahren, davon seit gut 15 Jahren als EST/DST Trainer. Selbst bin ich noch purple belt mit 13 Jahren Grappling Training/Kampfsport und SV seit 2000, (mein Lehrer ist Roy Marsh , Royce Gracie Blackbelt), habe schon diverse Systeme und Konzepte trainiert, habe das Glück gehabt auch zig Schulungen für behördliche Anwender zu besuchen innerhalb der letzten 20 Jahre und konnte so natürlich auch einige Erfahrungen sammeln.
Man kann nicht von der Hand weisen, dass Systeme, Konzepte und Combat Sports, die "Grappling" als delivery System nutzen, exzellent als Eingriffs- und Sicherungstechniken taugen. Ob jetzt BJJ/Gracie Jiu Jitsu, Luta Livre oder andere ringerische Systeme oder speziell auf "physical management" oder auf behördliche Zwecke speziell zugeschnittene Konzepte, wie ISR Matrix, EFC Combatives von Blackbelt und Ex LEO Jay Wadsworth, Chad Lyman‘s c4c/police Jiu Jitsu (ebenso Police officer und Ex Swat), GST von den Gracies, etc....
Um meinen Lehrer zu zitieren: "Jiu Jitsu is the art of control, not the art of submission!". Und genau das benötigt man, auf die Zielgruppe und den Kontext zugeschnitten. Deshalb sollte das "delivery System" schon "grapplinglastig" sein, aber naürlich takedowns, geschützer Übergang in den clinch, Clinchwork und auch Punch protection beinhalten.
Hier noch die "Erhebungen" vom Marietta Police Department und Pasco Police/USA :
"This program lead to an 80% increase in Officer confidence and a 57% decrease in reportable use-of-force incidents for Officers involved., It also improved Officer physical and mental health, created a more positive community perception, and enhanced department morale".
https://www.mariettaga.gov/CivicAlerts.aspx?AID=3116
Marietta Police:
"MPD officers participating in Brazilian Jiu Jitsu (BJJ) training, as compared to their coworkers electing to NOT participate, had the following statistics for 2020".
48% reduction of injuries to officers using force
53% reduction of injuries to the person being arrested when force was required
23% reduction of use of Taser
Pasco Police:
"This program lead to an 80% increase in Officer confidence and a 57% decrease in reportable use-of-force incidents for Officers involved., It also improved Officer physical and mental health, created a more positive community perception, and enhanced department morale".
https://evoloctopus.com/f/pasco-police-study
Gruß,
Mirco
Schnueffler
26-10-2023, 23:17
Als Liefersystem ist es definitiv eine super Sache, die für behördliches Arbeiten bestens geeignet ist.
Aber es muss halt auf die Bedürfnisse angepasst werden.
Teilweise, so zumindest meine Erfahrung, war der Trainer super im BJJ, hatte aber null, null Erfahrungen, was eine Behörde braucht.
Wenn beides zusammenkommt, dann ist es sehr gut.
Stixandmore
27-10-2023, 00:16
Als Liefersystem ist es definitiv eine super Sache, die für behördliches Arbeiten bestens geeignet ist.
Aber es muss halt auf die Bedürfnisse angepasst werden.
Teilweise, so zumindest meine Erfahrung, war der Trainer super im BJJ, hatte aber null, null Erfahrungen, was eine Behörde braucht.
Wenn beides zusammenkommt, dann ist es sehr gut.
Yo, hier bringen sie BJJ den Strafvollzugsbeamten/Schliessern bei....sehr sinnig; schonmal jemand einen Knast/Zellen von "hier" gesehen:rolleyes:
Schnueffler
27-10-2023, 00:27
Yo, hier bringen sie BJJ den Strafvollzugsbeamten/Schliessern bei....sehr sinnig; schonmal jemand einen Knast/Zellen von "hier" gesehen:rolleyes:
Kläre uns auf.
Stixandmore
27-10-2023, 00:58
Kläre uns auf.
Das sind Gemeinschaftszellen mit so 20 und 50 Insassen...die Ausbildung, ist wie in D-land, halt auch zeitlich sehr begrenzt.....und da wûrde ich den Leuten nunmal keinen Kimura oder Omoplata aus der Guard beibringen
Als Liefersystem ist es definitiv eine super Sache, die für behördliches Arbeiten bestens geeignet ist.
Aber es muss halt auf die Bedürfnisse angepasst werden.
Teilweise, so zumindest meine Erfahrung, war der Trainer super im BJJ, hatte aber null, null Erfahrungen, was eine Behörde braucht.
Wenn beides zusammenkommt, dann ist es sehr gut.
Natürlich! Das schrieb ich ja: auf die Bedürfnisse, Zielgruppe und Kontext zugeschnitten!
Das delivery system ist die Basis.
Das sind Gemeinschaftszellen mit so 20 und 50 Insassen...die Ausbildung, ist wie in D-land, halt auch zeitlich sehr begrenzt.....und da wûrde ich den Leuten nunmal keinen Kimura oder Omoplata aus der Guard beibringen
Du weißt selbst, dass BJJ nicht nur Kimura aus der Guard ist, sondern, wie Björn und ich schon schrieben, geschütztes Übergehen in den Clinch, Clinch, etc. beinhaltet.
Kontrolle- und Haltegriffe, Arbeiten gegen Widerstand, im Srand, wie am Boden, machen Sinn….
Der Rest ist Teamarbeit! Sowohl bei den Kollegen der Polizei, als auch bei uns im Strafvollzug
Stixandmore
27-10-2023, 11:22
Du weißt selbst, dass BJJ nicht nur Kimura aus der Guard ist, sondern, wie Björn und ich schon schrieben, geschütztes Übergehen in den Clinch, Clinch, etc. beinhaltet.
Kontrolle- und Haltegriffe, Arbeiten gegen Widerstand, im Srand, wie am Boden, machen Sinn….
Der Rest ist Teamarbeit! Sowohl bei den Kollegen der Polizei, als auch bei uns im Strafvollzug
Was BJJ ist bzw sein kann und was den Leuten dann beigebracht wird sind zwei "unterschiedliche" Welten...."geschützter Übergang in den Clinch? Ja mach mal in einer Zelle mit 30 Insassen:biglaugh:
Fairerweise muss man(ich)ja sagen, daß es eigentlich nichts gibt, was den Leuten wirklich helfen würde und generell halte ich auch Grappling für eine gute Sache für LE; nur bringt es nichts das in "Crashkursen" zu vermitteln und wen, dann auf "komische" Bestandteile zu setzen, die dich schneller unter die Erde bringen, als andere Facetten....
Teamarbeit? Yo, die Teamarbeit sieht hier ganz anders aus, als in deinem ruhigen Job in D-land:rolleyes:
Was BJJ ist bzw sein kann und was den Leuten dann beigebracht wird sind zwei "unterschiedliche" Welten...."geschützter Übergang in den Clinch? Ja mach mal in einer Zelle mit 30 Insassen:biglaugh:
Fairerweise muss man(ich)ja sagen, daß es eigentlich nichts gibt, was den Leuten wirklich helfen würde und generell halte ich auch Grappling für eine gute Sache für LE; nur bringt es nichts das in "Crashkursen" zu vermitteln und wen, dann auf "komische" Bestandteile zu setzen, die dich schneller unter die Erde bringen, als andere Facetten....
Teamarbeit? Yo, die Teamarbeit sieht hier ganz anders aus, als in deinem ruhigen Job in D-land:rolleyes:
Na ja, so ruhig ist es auch bei uns nicht (mehr)! Dass die Situation und Voraussetzungen in Brasilien anders sind als hier im Strafvollzug, kann ich mir vorstellen!
Darüber hinaus muss man immer noch Selbstverteidigung und Eingriffs-/Sicherungstechniken unterscheiden!
Ist aber auch egal! Ich muss ja niemanden überzeugen und mir hat mein (zusätzliches) Training schon öfter mehr als getaugt!
Stixandmore
27-10-2023, 13:56
Na ja, so ruhig ist es auch bei uns nicht (mehr)! Dass die Situation und Voraussetzungen in Brasilien anders sind als hier im Strafvollzug, kann ich mir vorstellen!
Darüber hinaus muss man immer noch Selbstverteidigung und Eingriffs-/Sicherungstechniken unterscheiden!
Ist aber auch egal! Ich muss ja niemanden überzeugen und mir hat mein (zusätzliches) Training schon öfter mehr als getaugt!
Nein, du brauchst mich nicht überzeugen....ich weiss, was BJJ kann und was nicht....habe selber, vor der Pandemie, 6Jahre trainiert....aber "nicht alles, was glänzt, ist Gold"....und ja, wie du schon schreibst, dein zusätzliches! Training;) reflektier mal, wo du evtl ohne gelandet wärst!?
Wie gesagt, generell eine gute Sache....allerdings nicht unreflektiert und ohne konstantes! Training
Björn Friedrich
27-10-2023, 14:45
Distanz kontrollieren, genau das ist der wichtigste Punkt und genau das macht BJJ sehr gut. Distanz verkürzen, aber eben auch Distanz schaffen und sich aus engen Situationen befreien. Wer die Distanz kontrolliert, ist selber sehr schwer zu kontrollieren und bleibt so handlungsfähig......
concrete jungle
27-10-2023, 14:59
Passt ja sehr gut zur polizeilichen Aufgabe das BJJ : Mit Eigensicherung kontrollieren, den Störer binden, festnehmen.
Mit ein-zwei Jahren regelmässigem Training ist man Normalos weit überlegen, auch dem paar Jahre MT / Thai / KB / Boxen- sowie gelegentlich Street Hauer kommt man zu zweit (!) damit bei.
Bei heftigerem Widerstand halt Pfeffer, Teli, Taser etc. - sicher ist der sich schon körperlich sichere Beamte da auch souveräner und überlegter.
Stixandmore
27-10-2023, 15:15
auch dem paar Jahre MT / Thai ......kommt man zu zweit (!) damit bei.
Eh, mMn nein...das wird ganz schwer ohne "Vorarbeit"...gerade weil "die" eben auch wissen, wie man die Distanz kontrolliert, clinched und aus dem Clinch heraus arbeitet(Ellenbogen, sweeps)
Björn Friedrich
27-10-2023, 15:22
Stand hat bei uns einen Anteil von 40 Minuten pro Trainingseinheit, also 1/3 der Zeit wird im Stand trainiert......
Stixandmore
27-10-2023, 15:27
Stand hat bei uns einen Anteil von 40 Minuten pro Trainingseinheit, also 1/3 der Zeit wird im Stand trainiert......
Und das ist auch gut so! Nur stellst du und deine Gruppe halt eine Ausnahme dar
Willi von der Heide
27-10-2023, 17:39
W
Teamarbeit? Yo, die Teamarbeit sieht hier ganz anders aus, als in deinem ruhigen Job in D-land:rolleyes:
... und dann noch dieses miese Wetter. OWL heute: 10 Grad und Dauerregen ... die Leute gucken alle ganz miesepetrig. Wie sieht es bei euch aus, stixandmore ?
Jetzt unterschätzt mal das Training nicht. In der Grundausbildung wird recht intensiv trainiert. Da kommt ordentlich was an Stunden zusammen. Und hinterher bieten wir Training Vormittags und Nachmittags an, so daß jeder einmal pro Woche teilnehmen kann. Wer aber ständig was anderes macht, oder seit 25 ( ! ) Jahren nur Öffentlichkeitsarbeit macht und nur noch mit Journalisten und " Großkopferten " redet ... der kann dann wirklich nix. Und auch der demografische Wandel macht vor uns keinen Halt. Man selber wird älter ( 46 bei mir ) und die Klientel bleibt gleichbleibend jung ... Und dann gibt es noch die Alten ... die in den nächsten zwei Jahren ( PI mal Daumen ) in Pension gehen. Die unterhalten sich nur noch über Gesundheit. Als ich jung war, und mit am Tisch saß habe ich geschmunzelt. Mittlerweile verstehe ich sie. Glücklicherweise haben wir die Jungen ... wer soll denn sonst Apps auf meinem Telefon installieren ... :D oder sich auf dem Hof prügeln ?
Distanz kontrollieren, genau das ist der wichtigste Punkt und genau das macht BJJ sehr gut. Distanz verkürzen, aber eben auch Distanz schaffen und sich aus engen Situationen befreien. Wer die Distanz kontrolliert, ist selber sehr schwer zu kontrollieren und bleibt so handlungsfähig......
Genau, wer in der Lage ist die Distanz zu kontrollieren, kontrolliert meist den Konflikt!
Stand hat bei uns einen Anteil von 40 Minuten pro Trainingseinheit, also 1/3 der Zeit wird im Stand trainiert......
Das ist gut und wichtig. Wir trainieren auch fast in jeder Einheit einen Anteil Stand und Clinch. Das ist meinem Coach wichtig!
... und dann noch dieses miese Wetter. OWL heute: 10 Grad und Dauerregen ... die Leute gucken alle ganz miesepetrig. Wie sieht es bei euch aus, stixandmore ?
Jetzt unterschätzt mal das Training nicht. In der Grundausbildung wird recht intensiv trainiert. Da kommt ordentlich was an Stunden zusammen. Und hinterher bieten wir Training Vormittags und Nachmittags an, so daß jeder einmal pro Woche teilnehmen kann. Wer aber ständig was anderes macht, oder seit 25 ( ! ) Jahren nur Öffentlichkeitsarbeit macht und nur noch mit Journalisten und " Großkopferten " redet ... der kann dann wirklich nix. Und auch der demografische Wandel macht vor uns keinen Halt. Man selber wird älter ( 46 bei mir ) und die Klientel bleibt gleichbleibend jung ... Und dann gibt es noch die Alten ... die in den nächsten zwei Jahren ( PI mal Daumen ) in Pension gehen. Die unterhalten sich nur noch über Gesundheit. Als ich jung war, und mit am Tisch saß habe ich geschmunzelt. Mittlerweile verstehe ich sie. Glücklicherweise haben wir die Jungen ... wer soll denn sonst Apps auf meinem Telefon installieren ... :D oder sich auf dem Hof prügeln ?
Ja Willi, ich bin jetzt auch fast 47. Aber als Multiplikator/ DST Trainer ist man halt oft „vorne“ mit dabei! Du wirst mir beipflichten, dass das Minimum pro Jahr einfach zu wenig ist ä, für das was man inhaltlich ausbilden muss. Das höre ich von der Kollegen der Polizei auch immer. Aber es gibt immer Kollegen, die sowohl im Dienst über das normale Maß hinaus und/oder eben draußen zusätzlich trainieren, und das ist immer gut! Wir bilden in unserer Dienststelle immerhin 2x die Woche aus, damit die Kollegen und Kolleginnen handlungskompetenter und sicherer werden! Wenn man sich überlegt, dass die Polizeibeamten in den Staaten nach der Academy 2-4 Stunden Einsatztraining haben im Jahr als Pflichtveranstaltung!
Willi von der Heide
27-10-2023, 18:52
Aber es gibt immer Kollegen, die sowohl im Dienst über das normale Maß hinaus und/oder eben draußen zusätzlich trainieren, und das ist immer gut
:halbyeaha
Wenn es nicht die Kollegen gäbe, die nicht bereit sind die " Extra-Meile " zu gehen ... nicht auszudenken.
Das beginnt mit Einsatztraining und geht dann über viele Sachen weiter. Mal sehen, wer fällt mir da alles ein:
- den BPOL-Beamten, der privat einen Schwarzgurt im BJJ - bei einer anerkannten Größe dieses tollen Kampfsports ! - gemacht hat.
- den LAPO-Beamten, der bei US-Größen war wie: Suarez, McNamara, Lamb, Vickers und wie sie alle heißen.
- den Berufssoldaten, dem weder LAPO, BPOL, Justiz oder Zoll noch was übers Schießen beibringen konnten.
- den Justizvollzugsbeamten, der schon 5 mal im Käfig war, Muay Thai in Thailand trainiert hat ( bei einer sehr guten Adresse ) und immer noch über einen Einstieg ins Profiboxen nachdenkt.
- dem Beamten der seine Freizeit opfert und gute Kontakte in versch. religiöse und kulturelle Milieus pflegt und so immer auf dem neuesten Stand ist und schon viele Straftaten im Vorfeld verhindert hat.
- tja, und dann war da noch dieser freundliche Herr, der im Vergleich zu mir ein wahres Multitalent war und ist. Den Namen seines wahren Arbeitgebers, habe ich nie erfahren ...
Stixandmore
27-10-2023, 19:26
:halbyeaha
Wenn es nicht die Kollegen gäbe, die nicht bereit sind die " Extra-Meile " zu gehen ... nicht auszudenken.
Das beginnt mit Einsatztraining und geht dann über viele Sachen weiter. Mal sehen, wer fällt mir da alles ein:
- den BPOL-Beamten, der privat einen Schwarzgurt im BJJ - bei einer anerkannten Größe dieses tollen Kampfsports ! - gemacht hat.
- den LAPO-Beamten, der bei US-Größen war wie: Suarez, McNamara, Lamb, Vickers und wie sie alle heißen.
- den Berufssoldaten, dem weder LAPO, BPOL, Justiz oder Zoll noch was übers Schießen beibringen konnten.
- den Justizvollzugsbeamten, der schon 5 mal im Käfig war, Muay Thai in Thailand trainiert hat ( bei einer sehr guten Adresse ) und immer noch über einen Einstieg ins Profiboxen nachdenkt.
- dem Beamten der seine Freizeit opfert und gute Kontakte in versch. religiöse und kulturelle Milieus pflegt und so immer auf dem neuesten Stand ist und schon viele Straftaten im Vorfeld verhindert hat.
- tja, und dann war da noch dieser freundliche Herr, der im Vergleich zu mir ein wahres Multitalent war und ist. Den Namen seines wahren Arbeitgebers, habe ich nie erfahren ...
Yo, hier schlafen die Leute auch nicht, was die Qualifikationen der Ausbilder per se angeht.....nur besteht die breite Masse halt nicht aus so Leuten; leider ganz im Gegenteil....und das weist du auch....
"Die Jungen die sich auf dem Hof prügeln"....good luck; die werden hier lebend gefressen;)
Teamarbeit bei Krawall oder Wiederstand besteht hier darin "Flashbangs"(Stungranaten) und Tränengasgranaten zu werfen....günstigsten Falls Schlagstock,"Beanbags" und Gummigeschossen
und schlechten Falls mit 7.62mm bzw Kaliber 12. zu schiessen....und da ist es bei solchen Vorraussetzungen einfach idiotisch Leuten Sachen am Boden zu zeigen.....
Und zu deiner anderen Frage: Frühling....Regenzeit; halt pais tropical
Yo, hier schlafen die Leute auch nicht, was die Qualifikationen der Ausbilder per se angeht.....nur besteht die breite Masse halt nicht aus so Leuten; leider ganz im Gegenteil....und das weist du auch....
"Die Jungen die sich auf dem Hof prügeln"....good luck; die werden hier lebend gefressen;)
Teamarbeit bei Krawall oder Wiederstand besteht hier darin "Flashbangs"(Stungranaten) und Tränengasgranaten zu werfen....günstigsten Falls Schlagstock,"Beanbags" und Gummigeschossen
und schlechten Falls mit 7.62mm bzw Kaliber 12. zu schiessen....und da ist es bei solchen Vorraussetzungen einfach idiotisch Leuten Sachen am Boden zu zeigen.....
Und zu deiner anderen Frage: Frühling....Regenzeit; halt pais tropical
Andere Länder, andere Sitten…
Willi von der Heide
28-10-2023, 16:11
Vielleicht nochmal eine Ergänzung.
Man muß bei uns zwischen SV und Eingriffstechniken strikt trennen. Bei letzteren ist halt genau vorgeschrieben was gemacht wird. In der SV sieht das halt ganz anders aus. Außerdem gehen wir immer von mindestens zwei Leuten aus, also einem Verhältniß von mind. 2:1. Auch mal mehr. Es gibt Szenarien, wo wir auch mal mit 8:1 vorgehen. Ferner gibt es die versch. Einsatzmittel und Ausrüstungsgegenständen die zur Verfügung stehen.
Stixandmore
28-10-2023, 16:36
Vielleicht nochmal eine Ergänzung.
Man muß bei uns zwischen SV und Eingriffstechniken strikt trennen. Bei letzteren ist halt genau vorgeschrieben was gemacht wird. In der SV sieht das halt ganz anders aus. Außerdem gehen wir immer von mindestens zwei Leuten aus, also einem Verhältniß von mind. 2:1. Auch mal mehr. Es gibt Szenarien, wo wir auch mal mit 8:1 vorgehen. Ferner gibt es die versch. Einsatzmittel und Ausrüstungsgegenständen die zur Verfügung stehen.
Schon klar, wie das läuft....um was es mir eigentlich ging, war aufzuzeigen, daß es Stellen gibt wo es Sinn macht(bei euch) und Stellen wo es einfach nur "Blödsinn" ist(wie hier)....nur weil es von hier kommt, heißt das ja nicht daß das ganze "artgerecht" auf jede Situation zugeschnitten werden kann/muss....oder anders, auf den Philis lernen auch nicht alle LE PTK; in Indonesien nicht alle LE Silat etc
concrete jungle
30-10-2023, 17:46
In den USA wohl grosses Thema, auch unter Resilienz Gesichtspunkten:
https://www.police1.com/police-training/articles/4-steps-to-incorporate-jiu-jitsu-into-your-departments-use-of-force-training-7aFsiNpIaS681lbx/
https://www.usnews.com/news/health-news/articles/2022-03-29/police-turn-to-jiujitsu-to-curb-dangerous-force-boost-mental-and-physical-health
https://digitalcommons.du.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1463&context=capstone_masters#:~:text=The%20study%20als o%20noted%20decreased,officers%20who%20participate %20in%20BJJ.
Björn Friedrich
30-10-2023, 21:19
Die Amis sind da wesentlich pragmatischer als wir:-)
......Hier noch die "Erhebungen" vom Marietta Police Department und Pasco Police/USA :
"This program lead to an 80% increase in Officer confidence and a 57% decrease in reportable use-of-force incidents for Officers involved., It also improved Officer physical and mental health, created a more positive community perception, and enhanced department morale".
https://www.mariettaga.gov/CivicAlerts.aspx?AID=3116
Marietta Police:
"MPD officers participating in Brazilian Jiu Jitsu (BJJ) training, as compared to their coworkers electing to NOT participate, had the following statistics for 2020".
48% reduction of injuries to officers using force
53% reduction of injuries to the person being arrested when force was required
23% reduction of use of Taser
Pasco Police:
"This program lead to an 80% increase in Officer confidence and a 57% decrease in reportable use-of-force incidents for Officers involved., It also improved Officer physical and mental health, created a more positive community perception, and enhanced department morale".
https://evoloctopus.com/f/pasco-police-study
Gruß,
Mirco
In den USA wohl grosses Thema, auch unter Resilienz Gesichtspunkten:
https://www.police1.com/police-training/articles/4-steps-to-incorporate-jiu-jitsu-into-your-departments-use-of-force-training-7aFsiNpIaS681lbx/
https://www.usnews.com/news/health-news/articles/2022-03-29/police-turn-to-jiujitsu-to-curb-dangerous-force-boost-mental-and-physical-health
https://digitalcommons.du.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1463&context=capstone_masters#:~:text=The%20study%20als o%20noted%20decreased,officers%20who%20participate %20in%20BJJ.
:halbyeaha genau! Resilizenz steigern, Confidence, Handlungskompetenz, Ausgeglichenheit und mentale Fitness, usw.... win/win!!
Die Amis sind da wesentlich pragmatischer als wir:-)
Bei nur 2-4 Stunden Einsatztraining/DST/AZT je nach Bundesstaat bzw. Behörde macht zusätzliches Training einfach Sinn. Wie gesagt, Selbst der "Pflichtanteil/ Mindestanteil" von 12 Lerneinheiten bei uns ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Mir hat zusätzliches Training neben dem dienstlichen Training nur Positives gebracht! Immer gut wenn man körperlich und mental fitte Kollegen im Team hat, wenn "der Baum brennt"!
Es ist - wie immer im Leben - die Mischung und die (persönliche) Erfahrung.
Festnahme
Logisch: Kontrolle, Wurf, Festnahme am Boden
(Auch welcher KK das jetzt kommt.., darüber kann man trefflich streiten.)
Am besten zu Zweit, so kann man sich sichern, den Angreifer nicht übermäßig verletzten und auch für weitere Angriffe bereit sein.
"Wehren und Verteidigen"
Da gehe ich - und so unterrichten wir das auch - nicht grappling-lastig vor.
Extra nicht!
Rechtlich und auch ethisch ist es vollkommen okay, hier die Distanz zu verlängern (auch wegen möglicher Schnittwaffen des Angreifers) und sich mit "Hand und Fuß" (nennt auch das wie ihr wollt) zu verteidigen und das mit aller Konsequenz. (Egal was manchmal in der Presse steht).
Wenn der Angreifer "zu stark" ist (viele der heutigen Verbrecher sind in irgendeiner Art "trainiert") oder es "zu viele sind" dann auch mit Einsatzmitteln, Hilfsmittel der körperlichen Gewalt bis hin zu Schusswaffen.
Thema USA
Wir waren seit Mitte der 1990er Jahre mehrfach auf LGs (geben und nehmen), Austauschprogrammen in den USA und sind da auch Einsätze und Streifendienste bei der Polizei, FBI, SWAT, pp´. mitgefahren.
Das ist aber ein anderes Thema, das für hier (nicht böse gemeint) den Rahmen mehrfach sprengt.
Die Videos
Wir kennen den J. R. sehr gut und - das ist uns klar - er ist für viele hier eine Art Vorbild (beste abgelegte 5. Dan Prüfung im JJ / BJJ, Vorreiter des Wettkampfes, pp.).
Ich mache aber seine Art des "Messer Ringens" nicht. Und zeige es auch nicht.
Weil:
Wenn wir - oder besser ein von uns motivierter (mehr braucht es nicht, kein Training, nichts, nur ein rücksichtsloses Vorgehen, Messer fest packen, nicht einschüchtern lassen, kurze Stiche, alle Winkel und Höhen nutzen, vorwärts, los... Ende!) Angreifer - das machen, dann funktioniert das nicht.
Ein greifen eines messer-führenden Arms von einem Angreifer der (wirklich!) treffen will (und nicht nur drohen, Show machen für Tik Tok, pp.) ist u. M. n. quasi unmöglich und das üben wir dann auch nicht.
Es gibt zwei, drei Techniken die dennoch funktionieren und darauf konzentrieren wir uns. Mit Erfolg. Und auch die Teilnehmer/innen (vom Streifendienst bis hin zu Spezialeinheiten) wenden das mit Erfolg an.
Dazu: Mentales Training, Bewusstseins- und Situationskontrolle im Vorfeld, Distanztaktiken in der direkten Konfrontation, pp. und dann "eigenes Handeln" (wie gehört hier nicht hin, VS NfD) statt "abwarten und sich überraschen lassen". Alles in Verbindung mit den nötigen PDVn (welcher nicht-behördliche Trainer kennt die? Wir kennen keinen), dem Polizeigesetz, den anderen Kollegen/innen, pp. Für die Profis: Schießen im Nahbereich, gerade auch in Verbindung mit Licht (bei ungünstigen Lichtverhältnissen)
Plus: Nachbereitung und "Besserwerden" :-)
concrete jungle
10-11-2023, 19:15
Gute Aktion von dem Herren hier, man sieht das deep imprint vom Training / Berufung!
https://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/koeln-aktuell/wuppertal-ex-sek-mann-in-schlappen-jagt-und-faengt-tankstellen-raeuber-86038374.bild.html
...Bei nur 2-4 Stunden Einsatztraining/DST/AZT je nach Bundesstaat bzw. Behörde macht zusätzliches Training einfach Sinn. Wie gesagt, Selbst der "Pflichtanteil/ Mindestanteil" von 12 Lerneinheiten bei uns ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Mir hat zusätzliches Training neben dem dienstlichen Training nur Positives gebracht! Immer gut wenn man körperlich und mental fitte Kollegen im Team hat, wenn "der Baum brennt"!
Ich glaube das ist unbestritten. Die Fragen war doch eher, ob das "Zusätzliche" nun explizit BJJ sein muss.
Ich glaube das ist unbestritten. Die Fragen war doch eher, ob das "Zusätzliche" nun explizit BJJ sein muss.
Muss nicht, aber Schaden tut es nicht;)
Jeder hat seine Vorlieben, sieht es durch seine Brille und hat entsprechende Erfahrungen gemacht....Ich habe in den letzten 23 Jahren alles mögliche trainieren dürfen und konnte Erfahrungen sammeln in verschiedenen Systemen und Konzepten.
Für mich habe ich festgestellt, dass ich mit BJJ (auch mit Schlägen und Schutz dagegen) die besten Erfahrungen gemacht habe....Sicheres und geschütztes Überwinden der Distanz, Clinchkontrolle, Takedowns, Kontrolle am Boden (auch im Team)....
Im Endeffekt muss das jeder für sich entscheiden, was er/sie (zusätzlich) zum dienstlichen Training macht! Fitness und gute Teamarbeit sowie gesunder Menschenverstand ist das Wichtigste, aber ein paar grappling Skills helfen sehr !
Das Thema Polizei und Einsatztraining dürfte so alt sein wie die Polizeiarbeit selbst. Die Diskussion hier ist ja bereits ein paar Monate im Gange, einiges wurde schon thematisiert. Ich erfinde hier zwar das Rad nicht neu, habe aber den einen oder anderen Punkt, den ich im Rahmen solcher Debatten gerne anbringe.
1. Die Polizei bildet schlecht aus
In Deutschland gibt es diverse Beamte und Angestellte mit Vollzugsaufgaben. Meistens wird nach einer Anwendung von Gewalt (Unmittelbarer Zwang / Selbstverteidigung) mit vermeintlichen Tipps, Tricks und "gut gemeinten Ratschlägen" um sich geworfen, wenn Vollzugsbeamte unter Anwendung von Gewalt vollziehen. Nicht selten verbergen sich hinter den Beurteilern Menschen mit sehr eigener Motivation und natürlich mit einem eigenen Frame, von dem aus sie urteilen.
Über welche Institution wird geurteilt?
Polizei: In Deutschland gibt es 16 Landespolizeien, Bundespolizei, Bundeskriminalamt sowie die Polizei des Bundestages. Die meisten Polizeien untergliedern sich geografisch in große Polizeidirektionen oder Polizeipräsidien. Es gibt also nicht nur mindestens 19 Polizeien, die jeweils ihre eigenen Regularien festgelegt haben mit eigenen Polizeigesetzen und Verordnungen. Auch innerhalb der jeweiligen Präsidien gibt es oft mehrere Einsatztrainingszentren, in denen mehr oder minder nach gleichen Standards ausgebildet werden soll. In der Theorie.
Praktisch weiß jeder, der irgendwo in irgendwas Unterricht genossen hat, dass es schon von Lehrer zu Lehrer Unterschiede gibt, obwohl es dieselbe Schule und das selbe Fach war. Obwohl der Landeslehrplan der Selbe ist.
Ergänzen wir nun also noch den Gemeinde- und Justizvollzug mit völlig unterschiedlichen Ausbildungszeiten, können wir annehmen, dass es quantitativ und qualitativ riesige Unterschiede geben wird.
2. „BJJ“ ist besser für Polizeibeamte als „Ju-Jutsu“ – die ewig Diskussion nach dem „richtigen System“
Jeder Vollzugsbeamte, der in einer Institution mit starkem Einfluss von Sportverbänden (JJ, Judo, BJJ, WT) trainiert hat, kennt die Vor- und Nachteile.
Nach dienstlichen Prüfungen kann man sich diesen neuen Gürtel (theoretisch) für private Trainings anerkennen lassen. Andererseits sind die Einflüsse des Systems manchmal stark und verlangsamen notwendige Veränderungen, die der Vollzugdienst aber benötigen würde. Oder es möchten Externe in die Suppe der Institution hineinspucken.
Und natürlich fließen in der Regel Gelder.
Hinzu kommt: Welches System hat denn welche Technik woher entnommen?
Diese Frage lässt sich ja schon außerhalb von Institutionellen Trainings schwer bis gar nicht beantworten.
Was ist Krav Maga? Was ist BJJ? Was ist Judo und ab wo beginnt Ju-Jutsu?
Drei Verbände, zehn Meinungen.
3. Der Meistertrainer, der mit seinem System alles besser machen will
In der Vergangenheit ergab es sich wohl auch, dass (selbsternannte) externe "Experten", die innerhalb von staatlichen Institutionen aus ökonomischen und Prestigegründen Behörden trainierten, unhaltbare Medienkampanien starteten. Um nicht zu sagen: es kann für die Institution auch mal peinlich werden.
Staatliche Institutionen sollten ihrem Selbstverständnis so neutral und unabhängig wie möglich agieren und entscheiden können.
Ähnlich ist auch dieser Klassiker: Ein tolles Gruppenfoto mit Spezialeinheiten oder Uniformierten, unter dem sich der "Großmeister, Sifu, Sensei, Instructor" schriftlich einen Lorbeerkranz aufsetzt und dies ins Internet stellt. Trainer von speziellen, noch spezielleren, richtig geheimen, krassen Spezialeinheiten und Fallschirmspringer und zwar ohne Fallschirm – wenn es dem eigenen Image hilft
Natürlich will der ein oder andere Trainer auch - gut gemeint - helfen. Dass dabei in lauterer Art und Weise auch mal Geld verdient werden soll, ist prinzipiell nicht verwerflich.
Aber grundsätzlich gilt: helfen wollen und tatsächlich helfen, sind zwei Paar Schuhe.
4. Ich mische mich ein und der Geltungsdrang
Wer klug gemeinte Korrekturratschläge, beispielsweise zu in der Öffentlichkeit getätigten Filmaufnahmen gibt, signalisiert eben auch, dass er tatsächlich beurteilen kann, ob und wann Fehler von Vollzugsbeamten gemacht wurden. Ich habe daher Verständnis dafür, dass Ermittlungen zu Verfahren nicht publik gemacht werden. Zumindest dann nicht, wenn Rahmenbedingungen (Technik, Taktik, Recht, Aus- und Fortbildungsrichtlinien) denjenigen, mit den klugen Tipps gar nicht bekannt sein können.
Hier ist bereits auf die Problematik eingegangen worden, wenn Nicht-Vollzugsbeamte bzw. Laien rechtliche Einschätzungen und Szenarien für Vollzugsbeamte vornehmen. Darauf gehe ich nicht weiter ein.
5. Meine Schüler kommen zu mir, weil sie in der Institution schlecht ausgebildet worden sind
Es gab mal eine polizeiliche Kampanie, die besagte: Die Polizei ist ein Abbild der Gesellschaft.
Und ich fange jetzt nicht mit dem Verständnis von Gewalt, innerhalb und außerhalb von Gesellschaft und Institution, an.
Welche „Nationalsportarten“ hat diese Gesellschaft? An diesem Punkt kann klar werden: Fußball, Handball, Basketball, Schwimmen, Leichtathletik dürften mehr Mitglieder in ihren Sportbünden haben als die Bereiche Kampfsport, Kampfkunst, Selbstverteidigung, etc.
Die Motivation weshalb Vollzugbedienstete privat Bereiche trainieren, die etwas Kämpferisches im weitesten Sinn trainieren, dürften so vielfältig sein wie die Anzahl der Bediensteten selbst.
Wenn man sich in einer Klasse von Vollzugsbediensteten 10 heraus pickt, werden vielleicht grob geschätzt und ohne eine Statistik zu kennen, ein bis drei einem regelmäßigen Kampfsporttraining nachgehen.
Hinzu kommt, dass ich schon in der Ausbildung oder dem Studium also zum ersten Mal mit kämpferischen Aspekten in Berührung komme oder ein sehr gut vorgebildeter Fighter sein kann.
Ergo: Wer ist der Typ, der sich gerade bei dir beschwert, dass er zu wenig oder aus seiner Sicht unzureichendes Training in dessen Institution erhält?
Manchmal sagt es mehr über den Trainierenden aus als über die Institution.
Es soll Vollzugsbeamte geben, die mit starker Vorbildung in eine solche Institution gekommen sind und sich über das Niveau in ihrer Behörde beschweren. Es soll aber auch solche geben, die top ausgebildet waren und das Angebot de Institution als gut empfinden. Manche haben sogar schon in ihrer Ausbildungs- oder Studienzeit als Studenten AG’s im genannten Bereich angeboten.
Man bringt sich immer selbst mit.
Manchmal ist Zurückhaltung die bessere Hilfe.
Only my two Cents.
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