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Vollständige Version anzeigen : Wie integriert Ihr neue Teilnehmer in Eurer Gruppe



Schnubel
29-11-2023, 08:43
Hallo Forengemeinde,

ich habe mir ja schon in der vergangenen Zeit viele verschiedene Dojos und Trainingsgruppen angesehen. Teilweise fand ich es gut, was sie dort gemacht haben, auch wie der Lehrer unterrichtet hat und die äußerlichen Begebenheiten.

Meine Frage wäre aber, wie macht ihr das, wenn neue Leute an Eurem Training Interesse bekunden und mitmachen wollen.
Nehmt ihr sie gleich auf, damit meine ich, daß sie auch in einem Probetraining integriert werden und die Dinge so gezeigt bekommen, wie die anderen Teilnehmer. Nehmt Ihr Euch der Person an, wenn sie kommt und für sich was ganz neues lernt und daher auch noch nicht so gut mitkommt. Wie nehmt Ihr die Leute auf, könnte Ihr sie trotzdem da abholen, wo sie sind?
Motiviert Ihr sie zum Weitermachen?

Und wie können sich die neuen Leute sich selbst in Eure Gruppe integrieren?

Freue mich auf einen regen Austausch.

Schnueffler
29-11-2023, 09:31
Vor der Einheit führe ich mit der/dem Neuen erstmal ein Gespräch, was erwartet wird, welche Vorerfahrungen ggf. da sind und ob ggf. was zu beachten sei.
In der Einheit wird die Person einfach mit integriert und ich sorge dafür, dass bei jedem Partnerwechsel ein eher Fortgeschrittener mit demjenigen trainiert, so dass direkt eine Ansprechperson dabei ist.

ThomasL
29-11-2023, 10:04
Hängt von der Vorerfahrung ab. Wenn sie schon Judo (oder BJJ) Erfahrung haben (Fallschule beherrschen) machen sie einfach mit. Wenn diese nicht vorhanden ist, nimmt sich entweder einer der Trainer erstmal persönlich dem Neuen an oder (falls nur einer da) er wird einem Fortgeschrittenen "zugeteilt". Sobald grundlegend die Fallschule beherrscht wird macht er normal mit (wobei wir generell oft unterschiedliche Würfe/Bodentechniken parallel, je nach Leistungsstand und anstehenden Prüfungen, trainieren).

hopihallido
29-11-2023, 10:33
Bei uns werden Neue nach einem ersten Kennlerngespräch und je nach Vorerfahrung möglichst erst einmal individuell antrainiert und dann möglichst schnell ins normale Training intergriert. Ins (Box-)Sparring gehen wir aber erst mit Leuten, wenn wir sie einigermaßen kennen und einschätzen können und niemals in einem Probetraining (gab in der Vergangenheit immer mal wieder welche, die sich nur mal im Sparring beweisen wollten).

Stixandmore
29-11-2023, 11:32
Als ich noch selber unterrichtet habe, gab es bei "Bewerbern" erstmal ein intensives Vorgespräch, wobei dann meistens 1 oder 2 meiner fortgeschritten Schüler (Polizisten) dabei waren....wir trainieren viel Messer und gelegentlich Schusswaffe und da wollten wir keine "falschen" Leute dabei haben....hat alles gestimmt, durfte derjenige zum Training kommen.....wobei ich mich dann die ersten paar Trainings um die Grundlagen gekümmert habe

amasbaal
29-11-2023, 12:35
ich hab mich um neue immer indvidiuell gekümmert, so weit das möglich war und denen einen fortgeschrittenen als festen partner zugeteilt. der hat dann den neuen während der jeweiligen einheit in "dauerbetreueung" unterrichtet. mit abwechselnden "verantwortlichen" fortgeschrittenen und unter meiner beobachtung mit gelegentlichen eingriffen, hat ein neuer dann eine zeitlang die absoluten basics gelernt. danach dann ganz normaler trainingsablauf in der anfängergruppe (training war oft zweigeteilt, wenn es um bestimmte themen ging: anfänger und fortgeschrittene, keine weitere einteilung in die graduierungen, es sei denn die geamtzahl der trainierenden war so gering, dass man sich um jeden einzelnen kümmern konnte und es ein "thema" gab, das dann im detail individuell angepasst werden konnte)
das reicht. das funktioniert.... aber auch nicht bei jedem. manche müssen halt feststellen, dass das ganze dann doch nichts für sie ist.

retep
29-11-2023, 15:03
Hallo Forengemeinde,

ich habe mir ja schon in der vergangenen Zeit viele verschiedene Dojos und Trainingsgruppen angesehen. Teilweise fand ich es gut, was sie dort gemacht haben, auch wie der Lehrer unterrichtet hat und die äußerlichen Begebenheiten.

Meine Frage wäre aber, wie macht ihr das, wenn neue Leute an Eurem Training Interesse bekunden und mitmachen wollen.
Nehmt ihr sie gleich auf, damit meine ich, daß sie auch in einem Probetraining integriert werden und die Dinge so gezeigt bekommen, wie die anderen Teilnehmer. Nehmt Ihr Euch der Person an, wenn sie kommt und für sich was ganz neues lernt und daher auch noch nicht so gut mitkommt. Wie nehmt Ihr die Leute auf, könnte Ihr sie trotzdem da abholen, wo sie sind?
Motiviert Ihr sie zum Weitermachen?


Bei uns gibt es ein kurzes Vorgespräch mit dem Schulleiter zum kennenlernen. Erwartungen, Vorerfahrungen und evtl. Einschränkungen werden abgeklärt.
Hat jemand keine Vorerfahrungen und macht den Eindruck echtes Interesse zu haben, wird der Person im normalen Training ein passender Trainingspartner mit nicht so großem Vorsprung zugeteilt.
Die Übung wird dem neuen Paar vom Schulleiter vorher gezeigt.
Kunden die im Erstgespäch auffällig sind, bekommt ein Fortgeschrittener. Einweisung in die Übung durch den Schulleiter.
Kunden mit viel Vorerfahrung übernimmt der Schulleiter. Das findet nicht im normalen Training statt.
Meistens kommen Kunden ohne Vorerfahrung und mit echtem Interesse. Durch den passenden Trainingspartner ohne zu großen Vorsprung kommen sie gut mit und sind nicht überfordert.
Motivation zum Weitermachen ensteht zB durch den zugeteilten Trainingspartner. Der Interessent sieht ein erreichbares Ziel.
Nach dem Training gibt es noch ein Gespräch.

Und wie können sich die neuen Leute sich selbst in Eure Gruppe integrieren?
Durch die familiäre Atmospähre in sicherer Umgebung fällt die Intergration in die Gruppe allen leicht.

period
29-11-2023, 15:57
Ich schaue mir grundsätzlich zwei Dinge an:
1. wie gut können die Leute fallen
2. können sie zwischen "hart" und "weich" unterscheiden, sprich, sind sie in der Lage, technisch zu drillen oder eben nicht.
Alles andere - Vorerfahrung, Erwartungshaltung etc. - ist für mich erstmal nebensächlich. Die Entscheidung, ob man von mir das lernen kann, was man sucht, liegt ja letztlich nicht bei mir.

Schnubel
30-11-2023, 11:57
Vielen lieben Dank für die Antworten.

Also einige machen mit den neuen Leuten Vorgespräche.... wie sehen die aus, wie lange sind diese Gespräche!

Wie geht Ihr mit Leuten um, die Vorkenntnisse haben? Wie kann man die einbinden oder auch nicht?

Ich finde es gut, wenn vom Lehrer ein Fortgeschrittener dem Neuen zur Seite gestellt wird, dann bekommt er gleich schon die Richtung mit.

Stixandmore
30-11-2023, 12:37
Vielen lieben Dank für die Antworten.

Also einige machen mit den neuen Leuten Vorgespräche.... wie sehen die aus, wie lange sind diese Gespräche!


Wen Leute direkt angefangen haben mit "....ich will Messer lernen" habe ich die direkt aussortiert; religiöse oder politische Ansichten teilen....aussortiert
Gangstertattoos oder Redensarten....aussortiert
Wonach ich gesucht habe in den Gesprächen, waren Leute die erstmal! an der (Kampf)kunst an sich interessiert waren...nach den Basics wurden, die dann an das eigentliche, richtige Training ran geführt

marq
30-11-2023, 12:51
Ich finde es gut, wenn vom Lehrer ein Fortgeschrittener dem Neuen zur Seite gestellt wird, dann bekommt er gleich schon die Richtung mit.
in der sv mag das gehen. beim kampfsport will ein fortgeschrittener gefordert werden und hat meist ambitionen, meist ist es da besser 2 unbedarte zusammen arbeiten zu lassen, da fällt das konditionsdefizit und ist geringer schlagzahl nicht so auf!.
integieren kann man neue nur, wenn sie mitarbeiten und regelmäßig kommen, bis ein gewisse niveau erreicht ist. außerdem erhalten die leicht abgewandelte übungen, die sie nicht überfordern.

FireFlea
30-11-2023, 12:55
beim kampfsport will ein fortgeschrittener gefordert werden und hat meist ambitionen, meist ist es da besser 2 unbedarte zusammen arbeiten zu lassen, da fällt das konditionsdefizit und ist geringer schlagzahl nicht so auf!.

Klar kann man einen Fortgeschrittenen nicht nur mit Anfängern trainieren lassen. Ich persönlich finde es aber nicht gut, wenn zwei komplette Anfänger zusammen trainieren. Da ist einfach die Motorik, Kontrolle und das Distanzgefühl bei beiden nicht gut ausgeprägt, so dass Unsicherheiten entstehen und ggfs. Verletzungen auftreten können, weil eine Situation falsch eingeschätzt wird.

surviver21
30-11-2023, 13:27
Ich glaub jetzt ham wir alles, oder? Ist irgendein Ansatz vergessen worden?

hallosaurus
30-11-2023, 13:38
Hallo Forengemeinde,

ich habe mir ja schon in der vergangenen Zeit viele verschiedene Dojos und Trainingsgruppen angesehen. Teilweise fand ich es gut, was sie dort gemacht haben, auch wie der Lehrer unterrichtet hat und die äußerlichen Begebenheiten.

Meine Frage wäre aber, wie macht ihr das, wenn neue Leute an Eurem Training Interesse bekunden und mitmachen wollen.
Nehmt ihr sie gleich auf, damit meine ich, daß sie auch in einem Probetraining integriert werden und die Dinge so gezeigt bekommen, wie die anderen Teilnehmer. Nehmt Ihr Euch der Person an, wenn sie kommt und für sich was ganz neues lernt und daher auch noch nicht so gut mitkommt. Wie nehmt Ihr die Leute auf, könnte Ihr sie trotzdem da abholen, wo sie sind?
Motiviert Ihr sie zum Weitermachen?

Und wie können sich die neuen Leute sich selbst in Eure Gruppe integrieren?

Freue mich auf einen regen Austausch.

Mehr als eine Begrüßung und die Möglichkeit mit zu machen gibt es nicht. Da muss sich schon der oder die neue einbringen.

marq
30-11-2023, 14:11
Klar kann man einen Fortgeschrittenen nicht nur mit Anfängern trainieren lassen. Ich persönlich finde es aber nicht gut, wenn zwei komplette Anfänger zusammen trainieren. Da ist einfach die Motorik, Kontrolle und das Distanzgefühl bei beiden nicht gut ausgeprägt, so dass Unsicherheiten entstehen und ggfs. Verletzungen auftreten können, weil eine Situation falsch eingeschätzt wird.

lol man lässt anfänger ja nicht gleich aufeinander los :D. es sind ja nur übungen, die man zu zweit machen soll, verletzungen treten da nicht auf, eher im umgekehrten fall fortgeschrittener mit anfänger, da der fortgeschritte sich immer extrem zurücknimmt , null training für sich selbst hat und frustriert ist. ein glücksfall sind natürlich solche fortgeschrittenen, die sich anfängern gerne annehmen aus verschiedenen gründen; lange pause, eigene kleine verletzung, empathie, selbstlosigkeit.

Schnubel
30-11-2023, 14:47
Klar kann man einen Fortgeschrittenen nicht nur mit Anfängern trainieren lassen. Ich persönlich finde es aber nicht gut, wenn zwei komplette Anfänger zusammen trainieren. Da ist einfach die Motorik, Kontrolle und das Distanzgefühl bei beiden nicht gut ausgeprägt, so dass Unsicherheiten entstehen und ggfs. Verletzungen auftreten können, weil eine Situation falsch eingeschätzt wird.

Ja... wenn beide keine Ahnung haben oder nur wenig, wird es schwierig für einen Neuen. Auch wenn er sich integrieren will. Kann eher zu Frust führen.

Schnubel
30-11-2023, 14:50
Mehr als eine Begrüßung und die Möglichkeit mit zu machen gibt es nicht. Da muss sich schon der oder die neue einbringen.

Genau das ist doch teilweise das Problem, wenn ein Neuer kommt. Er sagt sich zwar, dass interessiert mich, das will ich machen. Das könnte ich mir vorstellen, längerfristig zu machen. Ich denke aber, auch solche Leute müßten irgendwo abgeholt werden, sonst wirds schwierig, sich einfach einzuklinken. Ich finde es immer leicht demotivierend, wenn mir ein Lehrer sagt, "eich mach halte ma mit und gucke emal". Ich finde, so eine gewisse Richtung sollte doch schon bekannt sein. Mit den Vorgesprächen finde ich das gar nicht so schlecht. Finde es auch gut, wenn man sich dafür wirklich Zeit nimmt.

Schnubel
30-11-2023, 14:52
lol man lässt anfänger ja nicht gleich aufeinander los :D. es sind ja nur übungen, die man zu zweit machen soll, verletzungen treten da nicht auf, eher im umgekehrten fall fortgeschrittener mit anfänger, da der fortgeschritte sich immer extrem zurücknimmt , null training für sich selbst hat und frustriert ist. ein glücksfall sind natürlich solche fortgeschrittenen, die sich anfängern gerne annehmen aus verschiedenen gründen; lange pause, eigene kleine verletzung, empathie, selbstlosigkeit.

Ist es für einen Fortgeschrittenen wirklich immer nur Frust? Teilweise hatte ich festgestellt, daß der ein oder andere, mich eingeschlossen, auch mal ein Stückweit stolz war, was zeigen zu dürfen. Und auch teilweise mal froh, gerade, wenn man selbst mal nicht ganz so fit ist.
Ständig sollte nicht immer der gleiche Fortgeschrittene herhalten, um Neue an das System heranzuführen, da gebe ich Dir Recht.

Schnubel
30-11-2023, 14:55
Wen Leute direkt angefangen haben mit "....ich will Messer lernen" habe ich die direkt aussortiert; religiöse oder politische Ansichten teilen....aussortiert
Gangstertattoos oder Redensarten....aussortiert
Wonach ich gesucht habe in den Gesprächen, waren Leute die erstmal! an der (Kampf)kunst an sich interessiert waren...nach den Basics wurden, die dann an das eigentliche, richtige Training ran geführt

Ja.... klar, solche Leute kann man auch nicht aufnehmen. Und für solche Leute ist es gerade wichtig, das im Vorfeld alles schon abzuchecken. Schwierig fand ich das in der Waffenkampfkunst, wo mehrere Waffen geübt werden. Da kamen die Leute mit dem Wunsch, Nunchaku zu lernen, um die Ecke. Oder sie wollten nur eine bestimmte Waffe üben, die anderen nicht.

Schnubel
30-11-2023, 15:00
Vielen Dank für die weiteren Antworten.

Ich versuche einen Weg zu finden, selbst Leute zu integrieren, aber auch selbst irgendwo in einer neuen Gruppe integriert zu werden und wollte mich dahingehend darauf einstimmen. Wie geht Ihr damit um, wenn ein Neuer bestimmte Wünsche oder Vorstellungen angibt. Geht Ihr darauf ein? Gibt es evtl. Kompromisse bzw. ein Entgegenkommen?

Und für mich persönliche wichtige Frage wäre, ob man seine Vorkenntnisse in einer neuen Gruppe preisgeben sollte. Dahingehend habe ich sogar schon sehr merkwürdige Erfahrungen gemacht, von dem Angebot, sich zu Raufen und zu Schlagen, bis hin zu einem unfairen Kampf oder das Setzen eines höheren Maßstabes, weil man ja schon eine gewisse Erfahrung mitbringt. Diesbezüglich habe ich da immer ein wenig Bedenken, wenn ich mich irgendwo neu vorstelle.

marq
30-11-2023, 16:01
Ist es für einen Fortgeschrittenen wirklich immer nur Frust? Teilweise hatte ich festgestellt, daß der ein oder andere, mich eingeschlossen, auch mal ein Stückweit stolz war, was zeigen zu dürfen. Und auch teilweise mal froh, gerade, wenn man selbst mal nicht ganz so fit ist.
Ständig sollte nicht immer der gleiche Fortgeschrittene herhalten, um Neue an das System heranzuführen, da gebe ich Dir Recht.


nur dann geht das : wenn jemand selbst nicht fit ist oder eine besondere empathie hat und nicht wirklich den focus auf das eigene fortkommen odrr keine wettkämpfe im sinn hat, sondern nur so trainiert.

Stixandmore
30-11-2023, 16:03
nur dann geht das : wenn jemand selbst nicht fit ist oder eine besondere empathie hat und nicht wirklich den focus auf das eigene fortkommen odrr keine wettkämpfe im sinn hat, sondern nur so trainiert.

Kkkkk ich glaube du hast den falschen Beitrag zitiert

Schnubel
01-12-2023, 09:06
Kkkkk ich glaube du hast den falschen Beitrag zitiert

Ich denke, daß meine vorherige Aussage richtig bewertet und beantwortet wurde. Was marq meinte, daß man wohl nicht die Wettkämpfer oder Leute als Betreuung für die Neuen einsetzt, wenn sie selbst gerade in einer Vorbereitungsphase stecken. Da macht es wirklich keinen Sinn, diese Leute dann für Neue einzusetzen. Aber es sollte durchaus möglich sein, das mal im Wechsel zu machen. Das heißt, daß nicht ständig der gleiche die neuen Leute betreut.

Ansonsten sollten die Leute, die gefragt werden, ob sie sich um die Neuen kümmern, es auch wirklich wollen. Es ist nichts schlimmer, als wenn ein Neueinsteiger merkt, wenn der Fortgeschrittene, welcher an seine Seite gestellt wird, eigentlich keinen Bock darauf hat.

Ich gehe mal davon aus, daß dann auch der Trainer seine Leute kennen und einschätzen muß, inwieweit er sie für die Betreuung der Neuen einsetzen kann.
Der erste Eindruck bei einem Probetraining ist doch oft der entscheidende..... für beide Dojoleiter / Lehrer und auch Neueinsteiger.

amasbaal
01-12-2023, 09:45
Es ist nichts schlimmer, als wenn ein Neueinsteiger merkt, wenn der Fortgeschrittene, welcher an seine Seite gestellt wird, eigentlich keinen Bock darauf hat.

es ist nichts schlimmer, als wenn ein fortgeschrittener sich weigert, einen neuen zu trainieren. (ich red jetzt nicht von kampfSPORT und phasen der wettkampfvorbereitung).
wer auf instructor-level will, muss unterrichten lernen und wer unterrichten lernt, lernt seine "kunst" erst so richtig im detail.
aber vielleicht bin ich da zu sehr FMA orientiert: egal wo: es unterrichtete eigentlich jeder jeden, wenn ein gefälle in erfahrung und können da war. das wurde erwartet (und natürlich hatte der instructor/trainer immer die "oberhoheit" und kontrolle über das ganze. er/sie konnte sich dadurch übrigens viel mehr um einzelne und um individuelle inhalte beim immer wieder mal auch "selber trainieren" mit jemandem während der einheiten kümmern.)

Schnubel
01-12-2023, 10:54
es ist nichts schlimmer, als wenn ein fortgeschrittener sich weigert, einen neuen zu trainieren. (ich red jetzt nicht von kampfSPORT und phasen der wettkampfvorbereitung).
wer auf instructor-level will, muss unterrichten lernen und wer unterrichten lernt, lernt seine "kunst" erst so richtig im detail.
aber vielleicht bin ich da zu sehr FMA orientiert: egal wo: es unterrichtete eigentlich jeder jeden, wenn ein gefälle in erfahrung und können da war. das wurde erwartet (und natürlich hatte der instructor/trainer immer die "oberhoheit" und kontrolle über das ganze. er/sie konnte sich dadurch übrigens viel mehr um einzelne und um individuelle inhalte beim immer wieder mal auch "selber trainieren" mit jemandem während der einheiten kümmern.)

ja ... das ist richtig. Da hatte ich auch schon daran gedacht. Je höher der Level ist, je eher sollte man auch in der Lage sein, Leute anzuleiten und zu unterrichten. Das gehört zur eigenen Entwicklung dazu, da man sich noch einmal ganz anders mit der Kampfkunst beschäftigt. Gilt für alle Bereiche. Hatte den Einwand erst einmal außen vor gelassen, da es ja erst einmal darum geht, wie man mit neuen Leuten umgeht, wenn sie zum ersten Mal ins Dojo kommen und mitmachen wollen.

Teetrinker
01-12-2023, 11:13
Schlimm finde ich Teilnehmer, die wenig bis gar nichts können, sich aber bei jeder Gelegenheit auf Neulinge stürzen, um ihr "Wissen" weiterzugeben. Noch schlimmer, wenn ein Trainer dies nicht unterbindet.

FireFlea
01-12-2023, 11:23
Schlimm finde ich Teilnehmer, die wenig bis gar nichts können, sich aber bei jeder Gelegenheit auf Neulinge stürzen, um ihr "Wissen" weiterzugeben. Noch schlimmer, wenn ein Trainer dies nicht unterbindet.

Yup. Mal ein Hinweis oder ähnliches ok aber wenn der Gelbgurt dem Weißgurt die Welt erklären will, hört es auf.

Smals
01-12-2023, 11:46
Sehe ich (auch aus den FMA kommend) ähnlich wie amasbaal. Bei uns gibt es auch den Spruch das man ab einem gewissen Punkt auch fürs eigene vorankommen ab und zu Lehren sollte da die Fragen von Schülern und das erklären müssen einen noch mal dazu bringen das ganze in seinem Kopf zu strukturieren und drüber nach zu denken.

Schüler stellen einfach Fragen auf die man nie gekommen wäre. Und selbst wenn diese Fragen "komisch" sind, strukturiert das drüber Nachdenken zum beantworten ja auch die Dinge im eigenen Kopf. Bei Informatikern wird das sogar gerne bewusst genutzt. Dort nennt man das Rubber Duck Debugging. Eigentlich jeder Entwickler kennt das: Man ist an dem Punkt wo man sagt "Okay Kollege X ich brauche mal deine Hilfe, da ich gerade auf dem Schlauch stehe/alleine nicht weiter komme." und dann findet man selbst die Lösung während man dem Kollegen erst mal das Problem, bei dem man Hilfe braucht, erklärt. Das Konzept nennt sich wie gesagt Rubber Duck Debugging. Da es gar nicht um den Kollegen sondern um den Prozess des Strukturierens beim Erklären geht. Man kann das dann also auch einer Gummi Ente oder einem anderen leblosen Objekt erklären.

Und ganz Persönlich sehe ich halt Training nicht nur als nehmen an. Im Normalfall sind Trainingsgruppen hier Gemeinschaften die gemeinsam lernen und Trainieren. Der Trainer ist kein bezahlter Dienstleister sondern kriegt evtl. nen kleines Taschengeld für den Aufwand raus. Wenn jetzt jemand wirklich Gehälter/Selbständigen-preise für Einzeltraining bezahlt darf er entsprechend erwarten aber ansonsten sollte es sich meiner Meinung nach die Wage halten. Man sollte für sich Trainieren können und Input bekommen und es mag Phasen (wie ne Wettkampfvorbereitung) geben wo man sehr intensiv und im Fokus input bekommt aber wenn man das nötige Know How erlangt hat ist man auch mal dran zurück zu geben. Und dann hat man eben auch mal Trainingseinheiten wo der Fokus evtl. eher auf Anfängern liegt oder man einen Neuen betreut. Also man selbst eher Input gibt statt selbst welchen zu bekommen. So lange es beides gibt finde ich es völlig normal nach einer Einheit auch mal zu sagen: "Für mich war heute natürlich nicht wirklich was neues dabei und ins Schwitzen bin ich mit dem neuen auch nicht wirklich gekommen." Weil der Fokus dann halt mal auf anderen Leuten lag die mal dran sind mit dem Gefühl "heute richtig viel input bekommen zu haben" nach hause gehen zu können.

amasbaal
01-12-2023, 11:46
Schlimm finde ich Teilnehmer, die wenig bis gar nichts können, sich aber bei jeder Gelegenheit auf Neulinge stürzen, um ihr "Wissen" weiterzugeben. Noch schlimmer, wenn ein Trainer dies nicht unterbindet.

dem stimme ich voll zu. nervt, so was. auch dafür (das unter kontrolle zu haben), ist der trainer da, oder eben fortgeschrittene, die das mit bekommen. da erwarte ich dann auch, dass die sich einmischen und grenzen aufzeigen.
was in eine ähnliche richtung geht, sind die "neulinge", die aus komplett anderen systemen/KKs kommen und ständig "ihr zeugs" machen, statt das, was sie eigentlich machen sollen und einem dann noch mit "aber so geht das doch besser" kommen. was mir da aufgefallen ist (ganz ehrlich ohne bashing absicht): das waren sehr oft leute aus dem ingung bereich. einen hab ich sogar mal mit den worten "den sch.... kannst du woanders machen, aber nicht hier" vor die tür gesetzt, weil er über wochen dieses spiel durchgezogen hat und sich dabei gegenüber den anderen anfängern (denen er natürlich "auf seine art" mit der entsprechenden trainingserfahrung überlegen war) als ganz toller kämpfer aufgespielt hat. von kampfsportlern hab ich sowas nie erlebt. die wussten, was sie konnten (in den entsprechenden bereichen selbstverständlich besser als ich) und wussten ebenso, warum und wofür sie nun FMA oder Silat lernen wollten. sogar ein halbproffessioneller mma wettkämpfer, der wegen messertraining da war, hat geduldig die absoluten basics über sich ergehen lassen und seinen mittrainierenden geduldig und ohne jede arroganz gezeigt, warum deren fußfeger bei ihm nicht klappen. Ich hatte ihm dann angeboten, dass er in der nächsten einheit in der gruppe selbst mal den unterricht übernimmt und uns mal seine versionen von disbalancing und fußfegen zeigt. hat er gerne gemacht. auch ein anfänger in "A" kann also bestimmte sachen von "B" unterrichten, wenn es um solche inhaltichen überschneidungen geht, er davon richtig ahnung hat und sein verhalten ok ist.

Schnubel
01-12-2023, 12:14
Yup. Mal ein Hinweis oder ähnliches ok aber wenn der Gelbgurt dem Weißgurt die Welt erklären will, hört es auf.

Dieser Fall sollte auch erst gar nicht eintreten, daß ein Anfänger einem Neuen die Welt erklärt. Da muß der Trainer drauf achten.

Schnubel
01-12-2023, 12:20
dem stimme ich voll zu. nervt, so was. auch dafür (das unter kontrolle zu haben), ist der trainer da, oder eben fortgeschrittene, die das mit bekommen. da erwarte ich dann auch, dass die sich einmischen und grenzen aufzeigen.
was in eine ähnliche richtung geht, sind die "neulinge", die aus komplett anderen systemen/KKs kommen und ständig "ihr zeugs" machen, statt das, was sie eigentlich machen sollen und einem dann noch mit "aber so geht das doch besser" kommen. was mir da aufgefallen ist (ganz ehrlich ohne bashing absicht): das waren sehr oft leute aus dem ingung bereich. einen hab ich sogar mal mit den worten "den sch.... kannst du woanders machen, aber nicht hier" vor die tür gesetzt, weil er über wochen dieses spiel durchgezogen hat und sich dabei gegenüber den anderen anfängern (denen er natürlich "auf seine art" mit der entsprechenden trainingserfahrung überlegen war) als ganz toller kämpfer aufgespielt hat. von kampfsportlern hab ich sowas nie erlebt. die wussten, was sie konnten (in den entsprechenden bereichen selbstverständlich besser als ich) und wussten ebenso, warum und wofür sie nun FMA oder Silat lernen wollten. sogar ein halbproffessioneller mma wettkämpfer, der wegen messertraining da war, hat geduldig die absoluten basics über sich ergehen lassen und seinen mittrainierenden geduldig und ohne jede arroganz gezeigt, warum deren fußfeger bei ihm nicht klappen. Ich hatte ihm dann angeboten, dass er in der nächsten einheit in der gruppe selbst mal den unterricht übernimmt und uns mal seine versionen von disbalancing und fußfegen zeigt. hat er gerne gemacht. auch ein anfänger in "A" kann also bestimmte sachen von "B" unterrichten, wenn es um solche inhaltichen überschneidungen geht, er davon richtig ahnung hat und sein verhalten ok ist.

Ist aber auch oft Unsicherheit von Neuen, wenn sie Ihr Zeug machen wollen, weil es vertrauter ist. Ist zwar blöde, aber das braucht man wohl Geschick, um den Neuling auf seine Sachen zu fokusieren, daß er sie auch macht und ausprobiert.

Habe aber auch schon erlebt, daß ich selbst in einem Probetraining mein Zeug machen sollte, wenn man was nicht gleich hinbekommen hatte...... nur um den Laden nicht aufzuhalten. Fand ich ziemlich blöde, denn ich wollte mich anpassen. Muß aber gestehen, daß ich oft auch in meine Bewegungsformen zurückgefallen bin, weil die erst einmal vertrauter waren und auch gefestigt. Und welcher Trainer möchte einen Neuen ständig korrigieren. Der würde wahrscheinlich auch nicht wiederkommen. Ist echt schwierig.

Wie würdet Ihr denn Leute, auch wenn es jetzt bereits Kampfkünstler aus anderen Bereichen sind, einbinden, daß sie auch gleich mitkommen. Manchmal ist es ja auch so, gerade, wenn es um bestimmte Kataformen oder feste Abläufe geht, die man gar nicht kennt, erst einmal ratlos da steht und nach den anderen schauen muß. Finde ich persönlich demotivierend und blöde, wenn man so gar nicht mitkäme. Wie händelt Ihr das?

Tyrdal
04-12-2023, 08:56
in der sv mag das gehen. beim kampfsport will ein fortgeschrittener gefordert werden und hat meist ambitionen, meist ist es da besser 2 unbedarte zusammen arbeiten zu lassen, da fällt das konditionsdefizit und ist geringer schlagzahl nicht so auf!.
integieren kann man neue nur, wenn sie mitarbeiten und regelmäßig kommen, bis ein gewisse niveau erreicht ist. außerdem erhalten die leicht abgewandelte übungen, die sie nicht überfordern.

Wenn es nicht um konkrete Wettkampfvorbereitung geht machen euere Fortgeschrittenen was falsch, wenn sie nichts aus dem Training mit Anfängern mitnehmen können.

Schnubel
04-12-2023, 09:20
Wenn es nicht um konkrete Wettkampfvorbereitung geht machen euere Fortgeschrittenen was falsch, wenn sie nichts aus dem Training mit Anfängern mitnehmen können.

Hmm, Anfänger und Fortgeschrittene unter einen Hut bringen, ist auch nicht immer einfach. Gerade im Bereich von festgelegten Formen und Abläufen. Im Karate und auch beim Taikospielen ist das mitunter nicht ganz so einfach

Tyrdal
04-12-2023, 09:44
Hmm, Anfänger und Fortgeschrittene unter einen Hut bringen, ist auch nicht immer einfach. Gerade im Bereich von festgelegten Formen und Abläufen. Im Karate und auch beim Taikospielen ist das mitunter nicht ganz so einfach

Ok, aber Kata sind bei euch doch Solo-Übungen. Da tritt das Problem doch von vornherein nicht auf. Und bei Partnerübungen kann man definitiv auch als Fortgeschrittener an sich arbeiten. Beim Sparring bspw kann man sich selbst kleine Aufgaben und Handicaps geben und so an spezifischen Dingen arbeiten.

Stefan W
04-12-2023, 10:42
Hallo zusammen,
bei uns im Dojo (Bujinkan) darf jeder, der sich kurz mit unserem Lehrer abgestimmt hat, direkt mit einsteigen. Wir sind eine sehr kleine Gruppe, und der Anfänger trainiert direkt mit einem Fortgeschrittenen.
Ich persönlich genieße es, mit neuen Leuten (und auch Anfängern) zu trainieren.
Es ist für mich eine gute Möglichkeit zu prüfen, ob ich das, was ich tue selber überhaupt verstanden habe.

Viele Grüße
Stefan

Schnubel
04-12-2023, 10:53
Ok, aber Kata sind bei euch doch Solo-Übungen. Da tritt das Problem doch von vornherein nicht auf. Und bei Partnerübungen kann man definitiv auch als Fortgeschrittener an sich arbeiten. Beim Sparring bspw kann man sich selbst kleine Aufgaben und Handicaps geben und so an spezifischen Dingen arbeiten.

Wenn Du Leute hast, die die Kata nicht kennen, oder wie beim Taiko die Schlagfolge, bzw. Stück, ist das sehr wohl ein Problem. Die Leute wissen ja nicht, was folgt. Da brauchst Du entweder jemand, der langsam die Kata mit dem Neuen macht oder machst komplett was anderes. Brachial wäre, dass der Neue einfach "mitzappelt", was aber kontraproduktiv ist. Das mache ich einmal, vllt zwei- oder dreimal. Spätestens dann wäre bei mir Schluß, wenn ich in jedem Training nicht mitkommen würde. Bei Partnerübungen finde ich das Einbinden von Neuen tatsächlich einfacher.

Schnubel
04-12-2023, 10:55
Hallo zusammen,
bei uns im Dojo (Bujinkan) darf jeder, der sich kurz mit unserem Lehrer abgestimmt hat, direkt mit einsteigen. Wir sind eine sehr kleine Gruppe, und der Anfänger trainiert direkt mit einem Fortgeschrittenen.
Ich persönlich genieße es, mit neuen Leuten (und auch Anfängern) zu trainieren.
Es ist für mich eine gute Möglichkeit zu prüfen, ob ich das, was ich tue selber überhaupt verstanden habe.

Viele Grüße
Stefan

Gute Einstellung, so sollte es auch sein. Das Beschäftigen mit den neuen Leuten stellt das Training noch einmal auf eine andere Stufe. Dadurch, daß man sich selbst mit den Techniken beschäftigen muß und vllt. auch Fragen von einem Neuen beantworten muß, auf die man selbst nicht gekommen wäre, ist noch mal was ganz anderes, als für sich einfach nur zu lernen.

Tyrdal
04-12-2023, 11:21
Wenn Du Leute hast, die die Kata nicht kennen, oder wie beim Taiko die Schlagfolge, bzw. Stück, ist das sehr wohl ein Problem. Die Leute wissen ja nicht, was folgt. Da brauchst Du entweder jemand, der langsam die Kata mit dem Neuen macht oder machst komplett was anderes. Brachial wäre, dass der Neue einfach "mitzappelt", was aber kontraproduktiv ist. Das mache ich einmal, vllt zwei- oder dreimal. Spätestens dann wäre bei mir Schluß, wenn ich in jedem Training nicht mitkommen würde. Bei Partnerübungen finde ich das Einbinden von Neuen tatsächlich einfacher.

Das heißt ihr macht alle einzeln für euch Kata ohne Trainer?

Willi von der Heide
04-12-2023, 16:19
Bei " uns " läuft es eben ab, wie in der " Combatives/RBSD-Szene " es eigentlich sein sollte:

Man kommt nur auf Empfehlung in die Gruppe, d.h. jemand " haftet " für den Neuen und ist für ihn verantwortlich. Werbung u.ä. gibt es nicht. Meldet sich jemand bei einem Gruppenmitglied, und dessen Bauchgefühl sagt " Ja ", kann es im Prinzip losgehen.

In der ersten Trainingseinheit wird die Latte sehr hoch gelegt. Wir erwarten von den Neuen, daß sie sofort alles mitmachen ... ohne Wenn und Aber. Danach kann der Neue sich mit seinem Bekannten kurzschließen und entscheidet ob er weitermacht. Jetzt folgt die zweite Einheit ...

Leider wird dieses Konzept verwässert, bzw. es überwiegen tlw. die kommerziellen Absichten. Letzteres sollte so nicht der Fall sein.

Schnubel
04-12-2023, 16:44
Das heißt ihr macht alle einzeln für euch Kata ohne Trainer?

Mal so mal so. Ich meinte eher, wenn in der Gruppe was gemacht wird. Kata werden ja auch, gerade, wenn man sie neu lernt oder um den Ablauf zu erhalten, in den Gruppen geübt.

Schnubel
04-12-2023, 16:47
Bei " uns " läuft es eben ab, wie in der " Combatives/RBSD-Szene " es eigentlich sein sollte:

Man kommt nur auf Empfehlung in die Gruppe, d.h. jemand " haftet " für den Neuen und ist für ihn verantwortlich. Werbung u.ä. gibt es nicht. Meldet sich jemand bei einem Gruppenmitglied, und dessen Bauchgefühl sagt " Ja ", kann es im Prinzip losgehen.

In der ersten Trainingseinheit wird die Latte sehr hoch gelegt. Wir erwarten von den Neuen, daß sie sofort alles mitmachen ... ohne Wenn und Aber. Danach kann der Neue sich mit seinem Bekannten kurzschließen und entscheidet ob er weitermacht. Jetzt folgt die zweite Einheit ...

Leider wird dieses Konzept verwässert, bzw. es überwiegen tlw. die kommerziellen Absichten. Letzteres sollte so nicht der Fall sein.

Aber ist das dann nicht für einen Neuen frustrierend, wenn er vllt nicht mitkommt. Kann man überhaupt von jemandem, der neu kommt, alles gleich erwarten..... sicher nicht. Oder ist das so eine Art Test, ob der Neue in die Gruppe paßt. Das verwässert das in meinen Augen auch, weil der Neue gleich so ran genommen wird, obwohl er die Sachen auch nicht unbedingt kennt. Er könnte sich überfordert fühlen.

Schnueffler
04-12-2023, 16:59
Bei sowas wird auch nicht der Stand eines erfahrenen Athleten erwartet, sondern es geht um Willen, Biss und sein Verhalten.

Schnubel
04-12-2023, 17:03
Bei sowas wird auch nicht der Stand eines erfahrenen Athleten erwartet, sondern es geht um Willen, Biss und sein Verhalten.

Mag ja alles schön und gut sein. Das man sich durchbeißen muß, ist keine Frage, aber sollte man das in jedem Training haben. Für mich gehören auch mal Erfolgserlebnisse dazu. Also nicht nur einen Kampf gewinnen, sondern auch im Training als solches gut mitkommen. Sich Abläufe so aneignen, daß man sie gescheit nacharbeiten kann. Bei Kata und auch beim Taikospielen muß man sich diese Sachen gescheit merken können, sonst ist da ziemlich schnell Frust. Oder wenn man ständig nur vermöbelt wird. Das wäre auch blöde. Erfolgserlebnis in einem Training sehe ich auch, wenn man durch eine gute Verbesserung einer Technik plötzlich spürt, daß es besser funzt.

Schnueffler
04-12-2023, 17:13
Da gibt es keine Kata und kein spilen. Wenn man sich für sowas entscheidet sollte man wissen, was auf einen zukommt.

Willi von der Heide
04-12-2023, 18:58
Aber ist das dann nicht für einen Neuen frustrierend, wenn er vllt nicht mitkommt. Kann man überhaupt von jemandem, der neu kommt, alles gleich erwarten..... sicher nicht. Oder ist das so eine Art Test, ob der Neue in die Gruppe paßt. Das verwässert das in meinen Augen auch, weil der Neue gleich so ran genommen wird, obwohl er die Sachen auch nicht unbedingt kennt. Er könnte sich überfordert fühlen.


Mag ja alles schön und gut sein. Das man sich durchbeißen muß, ist keine Frage, aber sollte man das in jedem Training haben. Für mich gehören auch mal Erfolgserlebnisse dazu. Also nicht nur einen Kampf gewinnen, sondern auch im Training als solches gut mitkommen. Sich Abläufe so aneignen, daß man sie gescheit nacharbeiten kann. Bei Kata und auch beim Taikospielen muß man sich diese Sachen gescheit merken können, sonst ist da ziemlich schnell Frust. Oder wenn man ständig nur vermöbelt wird. Das wäre auch blöde. Erfolgserlebnis in einem Training sehe ich auch, wenn man durch eine gute Verbesserung einer Technik plötzlich spürt, daß es besser funzt.

Ich beschrieb die Trainingseinheit Nr. 1 ... Nr. 2 ist dann anders aufgebaut.

Erfolgserlebnisse ?

Schau dir dieses Video an:


https://www.youtube.com/watch?v=zLjv34jC_xY

Aggressoren nehmen keine Rücksicht ... dementsprechend muß sich das Training der Situation annähern. Soweit es eben geht, ohne daß jemand an Leib und Seele geschädigt wird.

amasbaal
04-12-2023, 20:03
Er könnte sich überfordert fühlen.

genau das wäre die erfahrung, die er in einer sv situation hätte. damit klar zu kommen und trotzdem sein bestes zu geben, ist sozusagen die allererste lektion :)
wer da schon aufgibt, passt nicht in eine combatives gruppe, wo es eben v.a. darum geht: enormen stress (physisch, wie psychisch) ertragen und DAMIT dann trainieren, wie (so weit möglich) "in echt".
natürlich gibt es auch rein technische erklärungen und ein einschleifen von bestimmten abläufen. aber das ist NICHT das wichtigste und wird auf das nötige reduziert (keine spielchen, die nicht auch mit belastung/überforderung zu tun haben). unter dauerhafter überforderung wird niemand technisch lernen können, deshalb wird das level meist auf "kurz davor" gehalten. es sollte noch machbar sein für den "gestressten". aber manchmal muss der dann auch wieder geerdet werden, damit sich keine illusionen einschleichen und wieder mal ECHT überfordert werden.

jemanden so zu "empfangen" halte ich für SEHR gut. wenn die person das schon als "zuviel" empfindet und dann nicht mehr kommen möchte, hat sie damit ein statement abgegeben, dass sie nicht für das geeignet ist, so zu trainieren, wie man es in vorbereitung auf echte SV mit schwerer gewaltanwendung dringend tun sollte.
wenn sie vor lauter überforderung scheitert (sehr wahrscheinlich), dann ist das nichts negatives, sondern etwas "klärendes". auf dieser erkenntnis kann man dann praktisch, schritt für schritt aufbauen. die person zu "überfordern", sollte dann im laufe der zeit immer schwieriger werden (trotz steigender intensität, wenn dann wieder mal ans limit gegangen wird)
gute combatives trainer wissen, wo diese grenzen bei jedem einzelnen der schüler sind. die haben da ein auge drauf und fördern sehr wohl, statt nur zu (über)fordern.
es ist eben nicht kampfkunst und auch nicht kampfsport.

Cam67
04-12-2023, 20:31
Schön Text Amasbaal . Viele wichtige Schlüsselstellen drin.

surviver21
04-12-2023, 21:42
Aber ist das dann nicht für einen Neuen frustrierend, wenn er vllt nicht mitkommt. Kann man überhaupt von jemandem, der neu kommt, alles gleich erwarten..... sicher nicht. Oder ist das so eine Art Test, ob der Neue in die Gruppe paßt. Das verwässert das in meinen Augen auch, weil der Neue gleich so ran genommen wird, obwohl er die Sachen auch nicht unbedingt kennt. Er könnte sich überfordert fühlen.

Ich hab das Gefühl du hast immer da gleiche Problem.