PDA

Vollständige Version anzeigen : Pro macht den Sport kaputt



jkdberlin
17-08-2025, 10:59
Ich war vor 2 Wochen bei einer großen Veranstaltung in einem außer-europäischen Land, in dem BJJ und Grappling sehr gefördert werden. Vom Staat, von privaten Investoren, da ist jede Menge Geld dahinter. Da hängen Werbeverträge, Sponsorengelder, TV Geld und jede Menge anderer Kohle. Sogar von Olympia ist die Rede, Ich war da auch ein paarmal zum Training, da wir aufgrund der Medienarbeit einige Tage vorher und nach dem Event da sein mussten. Mir sich ein paar Dinge (negativ) aufgefallen:
- Alle dort sehen aus wie der Hulk.
- man sieht verpickelte Rücken sogar durchs Rashguard durch.
- Auch die Blutgefäße in den Oberschenkeln sehen bei einigen Teilnehmern gruselig aus.
- Kraft ist die wichtigste Eigenschaft, wichtiger als Technik oder saubere Ausführung. Wer genug Kraft hat, kann ein Gelenk auch ohne saubere Isolation einfach hebeln.

Das alles macht das Grappling in meinen Augen kaputt. Die Leute da haben so 10 - 15 Jahre maximal, um erfolgreich Geld zu machen. Da benutzen sie natürlich jede Möglichkeit. Danach kommen die nächsten Athleten in den mid-20s und sind noch gewaltiger. Unabhängig übrigens von der Nationalität, alles was da war, war Hulk.

Ich befürchte, dass zukünftig in diesen Ländern wie Brasilien, USA, UAE, Russland, Polen etc.. gutes BJJ immer mehr in den Hintergrund gerät.

Björn Friedrich
17-08-2025, 14:16
Vielleicht das erste Posting hier, bei dem wir einer Meinung sind.:-)

Stoff ist halt ein riesen Faktor, wobei ja Leute wie Arona oder Kerr beim ADCC vor 25 Jahren so aufgetreten sind und diese Vorteile genutzt haben, ist also nicht ganz neu. Aber ja die Technik des BJJ leidet, sieht man ja auch am Judo. Wenn man die alten Mifune Videos schaut und mit den heutigen Judokämpfen vergleicht sieht man einen riesigen athletischen Unterschied, aber nicht wirklich tolle Technik.

Im BJJ spielt der Stoff wahrscheinlich im No-Gi eine noch viel größere Rolle, weil Schweiß und Steroide, schon so manch gute Technik einfach zunichte machen können und auch ein technisch schlechter Choke funktioniert, wenn man genügend Squeeze in den Muskeln hat.

Im Grunde widerspricht Stoff halt auch direkt dem Gedanken des BJJ, das das Schwächere das Stärkere durch Technik überwindet, aber der Weg mit Steroiden ist einfacher, schneller und wahrscheinlich kurzfristig auch wesentlich erfolgreicher und wird daher, wie du schon sagst, die Zukunft im Profi BJJ sein.

Guv´nor
17-08-2025, 15:28
Stimme zu, und zwar zu 100% der Sport richtet sich selbst hin.
Effizientes Kämpfen tritt zudem in den Hintergrund es geht um "attraktive Kämpfe".
Dies stellt für mich schon einen Widerspruch zu BJJ an sich dar.

Björn Friedrich
17-08-2025, 16:00
der Punkt ist halt auch, wenn du ein kurzes Zeitlimit von 5-10 Minuten hast und du passt die Guard wie ein Duracell Hase, mit einem Versuch nach dem Nächsten, ohne Müde zu werden oder Kraft einzubüßen, da tritt halt jegliche Technik in den Hintergrund, da kann man nicht technisch entgegenhalten, wenn man nicht die gleiche Power hat. Da kommt halt die Idee vom BJJ = Human Chess ins Wanken, weil einer mit viel größeren Figuren spielt.;-)

marq
17-08-2025, 16:12
die hulks und pickel jungs widersprechen ja dem olympischen gedanken :D

Kusagras
17-08-2025, 19:18
...Alle dort sehen aus wie der Hulk...

:ups:

Hat nicht Spiderman auch dem Hulk mal aufs Mau.. gehauen? Zumindest im Marvel-Comic:o

Wenn es Gewichtsklassen gibt, dürften vermutlch nicht nur Steroide eine Rolle spielen, oder sehe ich das falsch?

Pansapiens
17-08-2025, 20:45
Im Grunde widerspricht Stoff halt auch direkt dem Gedanken des BJJ, das das Schwächere das Stärkere durch Technik überwindet,.

er widerlegt offenbar den Mythos, dass das so wäre...

Björn Friedrich
17-08-2025, 22:33
https://www.youtube.com/watch?v=KNcQEpsX-qU

ist kein Mythos, wurde seit 100 Jahren bewiesen. Aber wenn beide ein ungefähr ähnliches technisches Level haben und es kurze Zeit Limits gibt, ist Stoff oft der entscheidende Vorteil. Die Leute die mit Stoff gewinnen, sind zwar oft keine wirklich guten Techniker, aber können schon BJJ.

Pansapiens
18-08-2025, 06:47
ist kein Mythos, wurde seit 100 Jahren bewiesen.


wenn der andere nix oder wenig am Boden kann, ist er da einem guten Techniker natürlich ausgeliefert..
Offenbar gibt es die Skills "Kraft" und "Technik".
Die Frage ist nun, wie sehr die einander kompensieren können.
Wie lange hätte der BB aus dem von Dir verlinkten Video trainieren müssen, um zu gewinnen?



Aber wenn beide ein ungefähr ähnliches technisches Level haben und es kurze Zeit Limits gibt, ist Stoff oft der entscheidende Vorteil.


was hat das Zeitlimit damit zu tun?
Gewinnen die "Hulks" nicht per Submission, sondern nach Punkten?



Die Leute die mit Stoff gewinnen, sind zwar oft keine wirklich guten Techniker, aber können schon BJJ.

Also doch kein "ähnliches technisches Level"? Oder sind die anderen, die gegen die verlieren auch keine wirklich guten Techniker?

jkdberlin
18-08-2025, 07:32
der Punkt ist halt auch, wenn du ein kurzes Zeitlimit von 5-10 Minuten hast und du passt die Guard wie ein Duracell Hase, mit einem Versuch nach dem Nächsten, ohne Müde zu werden oder Kraft einzubüßen, da tritt halt jegliche Technik in den Hintergrund, da kann man nicht technisch entgegenhalten, wenn man nicht die gleiche Power hat. Da kommt halt die Idee vom BJJ = Human Chess ins Wanken, weil einer mit viel größeren Figuren spielt.;-)

Die Veranstaltung, auf der ich war, hatte in den Finals 3 * 3 min ... als "Submission only"! Es gab 28 Kämpfe, davon nur 6 Subs. Kein vernünftiges Grappling, meistens nur Rumgeschiebe oder Stalling.

Björn Friedrich
18-08-2025, 12:04
Zeitlimit hat weder was mit Stallen noch mit Subissions zu tun, sondern damit, das ich eine kalkulierbare Größe habe, auf die ich hintrainiern kann.

Wenn ich jetzt weiß, ich kämpfe 5 Minunten, dann kann ich z.B. wie ein Irrer Guard Passing drillen, egal ob ich technisch gut bin, wenn ich eine hohe Kadenz habe und ständig angreifen kann und eben auch explosiv und stark bin, dann bin ich kaum von einem "natural" Athleten zu stoppen.

Wenn ich jemanden in Kesa Katame (wie im Judo) oder in Side Mount halten, oder in seiner Guard stallen soll und ich weiß, ich muss das 5 Minuten schaffen und trainiere darauf, bin ich extrem stark mit meinen Attributen.

Ein gutes Beispiel ist Andre Galvao vs Ryron. Gegen Ende der 20 Minuten wurde alles ausgeglichener und wäre der Kampüf 30 Minuten gegangen, wer weiß was passiert wäre....
https://www.youtube.com/watch?v=_x5ycQ1mOyI

Oder Gary Tonon vs Palares. Beides LEglocker, der eine brachial, der andere technisch. Tonnon der Techniker hatte unzählige Leglocks, aber Palahares konnt sich explosiv immer wieder befreien. Er konnte selber nix landen, aber verhindern getappt zu werden. Hätte Palhares die Physis von Garry Tonnon gehabt, wäre er gnadenlos gegen Tonnon untergegangen.

Ich würde es so sagen. Ein Wettkämpfer besteht aus verschiedenen Attributen und wenn das eine fehlt, kann man es eben über andere Ausgleichen. Wenn man dann allerdings auf einen Gordon Ryan trifft, der eben Kraft und perfekt Technik hat. verliert man auch, wenn man Power hat. Wobei auch Nick Rod gezeigt hat, das man mit weniger Skills und genug Power, auch einen Gordon Ryan verletzen kann.

jkdberlin
18-08-2025, 13:21
Zeitlimit hat weder was mit Stallen noch mit Subissions zu tun, sondern damit, das ich eine kalkulierbare Größe habe, auf die ich hintrainiern kann. .

Doch. 3 min halte ich für zu kurz für ein gutes Submission Game. 3 min kann jemand mit gutem Ringen den Subs entgehen. DAS kann man trainieren. Die Zeit ist zu kurz, zumal immer wieder hingestellt wurde, wenn es in Richtung Rand ging. Auch wenn eine Position schon etabliert war.

Björn Friedrich
18-08-2025, 13:37
Ja das sage ich ja. Kuzrze Zeitlimits favorisieren den stärkeren und nicht den technischeren Athleten.

Pansapiens
18-08-2025, 22:30
Die Veranstaltung, auf der ich war, hatte in den Finals 3 * 3 min ... als "Submission only"! Es gab 28 Kämpfe, davon nur 6 Subs. Kein vernünftiges Grappling, meistens nur Rumgeschiebe oder Stalling.

Ach so, die Hulks gewinnen nicht unbedingt gegen gute Techniker, die Zeit ist nur zu kurz, dass die verlieren...(?)

Kusagras
19-08-2025, 08:44
Ach so, die Hulks gewinnen nicht unbedingt gegen gute Techniker, die Zeit ist nur zu kurz, dass die verlieren...(?)

Hab das so verstanden, dass es kaum (gar keine?) guten Techniker aber ne Menge Anabolikamonster gab.

hand-werker
19-08-2025, 09:49
Hab das auch so verstanden, dass die Typen auf Stoff auf Grund ihrer ernomen Physis eine (kurze) Zeit gegenhalten und alle Angriffe neutralisieren können, auf längere Sicht aber einbrechen würden.

Björn Friedrich
19-08-2025, 09:53
Wobei man da auch relativieren muss. Stoff heisst nicht automatisch, das die Jungs direkt einbrechen, wenn es länger als ein paar Minunten geht. Denn der ungestoffte, wird ja auch müde, wenn er sich mit den Monstern rumschlagen muss. Von daher, ist Stoff immer ein Vorteil, der etwas geringer wird, wenn die Kämpfe länger gehen.

Man kann es ja auch ganz einfach sagen, wenn wir jetzt eine neue Spezies Mensch finden würden, die alle doppelt so groß und doppelt so schwer wie wir wären, mehr Kraft. etc. dann hätten wir auch keine Chance, weil die körperlichen Attribute einfach zu ungleich sind. Stoff macht sowas halt in etwas kleinerem Rahmen.

Ich kann mich noch gut erinnern, als Roy Harris mir vom Sparring mit Kimo (die Älteren kennen ihn noch aus den ersten UFCs) erzählt hat. Roy war in Side Mount und Kimo hat ihn einfach per "Bankdrücken" zurück in den Stand befördert.;-);-) Sowas geht halt, wenn man diese Power hat.

marq
19-08-2025, 12:15
Ach so, die Hulks gewinnen nicht unbedingt gegen gute Techniker, die Zeit ist nur zu kurz, dass die verlieren...(?)

leider verstehst du bjj nicht gut genug und treibst die diskussion in wege, die nur abschweifen.

SKA-Student
20-08-2025, 17:46
Ich schaue gerade PGF 8, "Lightweights".
Die meisten sind Amis, ich würde weniger als die Hälfte der Leute als Hulks bezeichnen.
Einer der leichtesten, der echt sehr "normal" aussieht, haut viele mit Aokis und Straight Ankle Locks weg.

Aber okay, umso schlimmer, wenn es auf Amateur / Halb-Profi-Ebene so viel Testo gibt.

Nicht zu vergessen, es gibt ja auch noch ein paar Leute, die einfach die richtige Genetik und das richtige Training haben, sehen auch ohne Stoff (zumindest aus meiner Lauch-Sicht :D ) wie Hulk aus.

Guv´nor
21-08-2025, 08:28
Die Miayo Brüder sahen auch nicht aus wie Hulk und wurden erwischt. Craig Jones sieht nicht aus wie Hulk (aber unterschätzt nicht wie breit der Kerl gebaut ist) und spricht offen über PEDs. Am Äußeren kann man es nicht wirklich immer ausmachen.
Was meiner Meinung nach das Problem mit "Pro BJJ" ist, dass gekämpft wird zu Unterhaltungszwecken und dies steht einem effizienten, kontrollierten BJJ im Grunde im Wege. Wenn sich kämpfer mehr darum bemühen das Publikum zu unterhalten als effizient zu gewinnen.

SKA-Student
21-08-2025, 09:16
Die Miayo Brüder sahen auch nicht aus wie Hulk und wurden erwischt. Craig Jones sieht nicht aus wie Hulk (aber unterschätzt nicht wie breit der Kerl gebaut ist) und spricht offen über PEDs. Am Äußeren kann man es nicht wirklich immer ausmachen.
Ja, aber ich dachte es ginge explizit um die Hulks und Kraft, nicht um "Doping für mehr Training".


Was meiner Meinung nach das Problem mit "Pro BJJ" ist, dass gekämpft wird zu Unterhaltungszwecken und dies steht einem effizienten, kontrollierten BJJ im Grunde im Wege. Wenn sich kämpfer mehr darum bemühen das Publikum zu unterhalten als effizient zu gewinnen.
Puh, da bin ich gespalten...
Ich spiele sehr gerne closed guard und bin da seeeehr geduldig, kann die Leute auch gut darin halten. Verstehe aber, dass das von außen stinklangweilig aussieht.
Ich habe schon so viele BJJ-Matches gesehen, da sitzt der eine und bekommt nix offensiv hin, und der andere kann nicht passieren, minutenlang. Will ich mir auch nicht ansehen.
Deswegen mag ich als Zuschauer sowas wie "stalling penalties" -> mehr Action.
Und ein guter Scramble ist ja wohl auch nicht nur Geballer, sondern eben Technik in schnell. Zumindest bei den Profis... :D

marq
21-08-2025, 10:51
pro grappling wird nie ein publikumsmagnet, egal bei welchen regeln. es gab in den letzten jahren soviele formate..

Royce Gracie 2
21-08-2025, 14:21
Ich bin generell einer der sich immer offen gegen Steroide ausspricht und bin eigentlich erstaunt wie oft ich dafür Anfeindungen erhalte.

Ich meine die Leute nehmen in einem Kampfsport bei dem es wirklich gesundheitliche Gefahren gibt Steroide, die sie ca. 30-40% Stärker machen und ihnen dann erlaubt mit Gewalt statt Technik andere zu verletzten !
Das ist moralisch wirklich unterste Schublade.
Wenn man dann aber bei Leuten wie Gregor Herb , Khalid Taha etc. die gegen saubere Jungs kämpfen sowas anspricht ist man der Buuuuu-mann....
Du bist nur Neidisch heisst es dann ... Hater.... Leute wenn jemand mit 47 jahren weniger Körperfett aber gleichzeitig mehr Muskeln hat als mit 33 zu seiner Prime obwohl er nun Hauptsächlich Hyrox Ausdauersport macht... dann erzählt mir nichts von Ich bin Neidisch auf den Trainingsfleiß zumal man gleichzeitig noch den typischen Wachstumshormon Bauch sieht.... und der andere sieht aus wie Hulk und war bei der UFC wegen Doping gesperrt und kämpft nun gegen jemand der nicht Dopen kann weil er in die UFC will....

Ich finde es abartig was für eine Akzeptanz Doping mittlerweile in der breiten Masse erreicht hat.
im MMA und im Grappling darf man ja offensichtliche Doper kaum noch kritisieren

Ich frage mich auch wie es legal sein kann, dass Verbände die Profisport anbieten keine Dopingtests machen müssen.
Hier müsste vielleicht auch mal die Politik aufwachen.

LahotPeng
21-08-2025, 14:33
Ich finde es abartig was für eine Akzeptanz Doping mittlerweile in der breiten Masse erreicht hat.
im MMA und im Grappling darf man ja offensichtliche Doper kaum noch kritisieren

Ich frage mich auch wie es legal sein kann, dass Verbände die Profisport anbieten keine Dopingtests machen müssen.
Hier müsste vielleicht auch mal die Politik aufwachen.

+1

marq
21-08-2025, 16:17
das kommt auch durch den offenen umgang mit doping im bodybuildung; im internet treffen diese infos auf die breite masse und schon jugendliche wollen stopfen. jeder stack wird kommentiert und es wird so getan als ob das doping mit illegalen substanzen das normalste der welt wäre.

Björn Friedrich
21-08-2025, 17:10
Naja, das ist ja kein neues Phänomen, meine brasilianischen Freunde wollten schon in den Neunzigern das ich ihnen "Androids" Spritze.:-) So haben sie dazu gesagt. Ich war damals vollkommen geschockt, aber heute sehe ich das relativ entspannt. Stoff ist da und Stoff wird bleiben, mir persönlich waren die gesundheitlichen Risiken immer viel zu hoch, aber das Zeug funktioniert und deshalb wird es auch nicht wegzukriegen sein .Sieht man ja im Body Building, da hat der Stoff nicht nur die Ästhetik sondern auch die Gesundheit komplett ruiniert und trotzdem hat es keiner gestoppt.

Und sind wir doch mal ehrlich, der "dumme" Zuschauer ohne Grappling Erfahrung, findet Stoff Monster die explosive Sachen machen, besser, als technisches BJJ. Ist leider so. Hab gerade heute ein Statement von dem One FC Chef gelesen, der sinngemäß sagt, wir wollen keine Techniker mit taktischen Skills, sondern Leute die Risiken eingehen und den Zuschauern was bieten.

Lampe
21-08-2025, 21:29
Der Preis von Doping kommt halt erst später und viele junge Leute denken nur im Hier und Jetzt.

Andere sind schon was älter und wollen nochmal richtig zeigen was sie drauf haben, bevor ihre Zeit abgelaufen ist.

Der Preis ist, du brennst schneller aus, aber du brennst heißer und strahlender.

Das ist eben sehr verlockend, zumal viele auch denken das es nur andere hart trifft und sie selber glimpflich davonkommen werden.

Guv´nor
22-08-2025, 09:35
Wenn BJJ einen Weg einschlägt, indem man versucht einen effizienzorientierten Kampfsport in einen Zuschauer Sport zu verwanden. Dann begeht BJJ den selben Fehler den Judo und Teakwondo begangen haben.

Lampe
23-08-2025, 00:48
Wenn BJJ einen Weg einschlägt, indem man versucht einen effizienzorientierten Kampfsport in einen Zuschauer Sport zu verwanden. Dann begeht BJJ den selben Fehler den Judo und Teakwondo begangen haben.

Wenn dadurch mehr leute BJJ machen, schauen und mehr Geld darin investieren wird es genau den Weg gehen. Sobald etwas groß genug ist wird es dem Geld folgen egal ob Sprtarten, Sammelkartenspiele oder Musik.

Schnueffler
23-08-2025, 01:11
Wenn dadurch mehr leute BJJ machen, schauen und mehr Geld darin investieren wird es genau den Weg gehen. Sobald etwas groß genug ist wird es dem Geld folgen egal ob Sprtarten, Sammelkartenspiele oder Musik.

Ist bei anderen olympischen Sportarten nicht geglückt.

SKA-Student
23-08-2025, 18:16
Naja, ich habe nicht so die Befürchtung der Verschlechterung bis Verwässerung.
Ich setze da meine Hoffnung v.a. auf Gyms in denen auch noch MMA trainiert wird. Das ist meiner Meinung nach ein sehr guter Korrekturfaktor gegen zuviel "Show bis Spielerei" im BJJ. Natürlich wieder eher ein bisschen "athletischer"... womit wir wieder bei der Anfangsfrage wären. :ups:

Vielleicht sollte man die dopende Jugend (aus meiner Sicht bis 35 :D ) einfach besser aufklären.
Da es sich ja zu 95% um Kerle handelt: da helfen bestimmt Schockbilder aus der Unterhose! :biglaugh:

Björn Friedrich
23-08-2025, 18:50
MMA finde ich da keine gute Basis mehr. In den letzten Jahren hat sich so ein ganz eigenes MMA Grappling entwickelt. Entweder man hält den Gegner unten und schlägt oder, wenn man selber unten ist, dreht man sich in Turtle und steht auf. Die Guard ist bis auf wenige Ausnahmen komplett tot im MMA und durch Schweiß, Vaseline, Handschuhe und Bandagen, ist das feinmotorische BJJ sowieso extrem eingeschränkt......

FireFlea
23-08-2025, 19:06
Ich könnte mir vorstellen BJJ entwickelt sich analog zum Karate. Es gibt ja im Prinzip kein einheitliches Karate, sondern verschiedene Schwerpunkte mit mehr oder weniger großen Schnittmengen.

marq
23-08-2025, 20:01
MMA finde ich da keine gute Basis mehr. In den letzten Jahren hat sich so ein ganz eigenes MMA Grappling entwickelt. Entweder man hält den Gegner unten und schlägt oder, wenn man selber unten ist, dreht man sich in Turtle und steht auf. Die Guard ist bis auf wenige Ausnahmen komplett tot im MMA und durch Schweiß, Vaseline, Handschuhe und Bandagen, ist das feinmotorische BJJ sowieso extrem eingeschränkt......

ja es gibt ja kaum noch gute MMA fighter deren basis bjj ist.

Royce Gracie 2
25-08-2025, 10:16
ja es gibt ja kaum noch gute MMA fighter deren basis bjj ist.

BJJ hat 1994 MMA genutzt um zu zeigen dass es stand damals, die beste und wichtigste Kampfsportart für den waffenlosen Zweikampf ist.
Lustigerweise hat sich dann Jahre später herausgestellt das BJJ alleine eben nicht reicht.

Viel Ringen mit etwas BJJ ist für MMA seit GSP bei weitem effektiver als nur BJJ + Kickboxen (Was früher in den early 2000ern mal die klassische Kombo war)
Und daher verwundert es nicht, dass man kaum noch Leute sieht, die im MMA mit einem BJJ lastigen MMA dominieren

Dafür gibt es im No-Gi BJJ immer mehr BJJler die zu mind 30% eigentlich Ringer sind ;)

SKA-Student
31-08-2025, 15:27
...
Dafür gibt es im No-Gi BJJ immer mehr BJJler die zu mind 30% eigentlich Ringer sind ;)

Und mich nervt es tierisch, wenn krasse Ringer bei blau starten.
Umso mehr, nachdem ich nun endlich mal das Ami-College-Ringen geschaut habe:
Wie geil, viel mehr am Boden als ich dachte,
großartige Scrambles,
Pins, die verdammt nah an Submissions dran waren

Wer da mitringt, ist doch in 70% der BJJ-Bereiche krasser Schwarzgurt.
Fehlt nur Submission Defense und Guard - aber bei den Fähigkeiten wird das schnell erlernt.

period
01-09-2025, 06:03
Und mich nervt es tierisch, wenn krasse Ringer bei blau starten.
Umso mehr, nachdem ich nun endlich mal das Ami-College-Ringen geschaut habe:
Wie geil, viel mehr am Boden als ich dachte,
großartige Scrambles,
Pins, die verdammt nah an Submissions dran waren

Wer da mitringt, ist doch in 70% der BJJ-Bereiche krasser Schwarzgurt.
Fehlt nur Submission Defense und Guard - aber bei den Fähigkeiten wird das schnell erlernt.

BJJ ist 70% takedowns, pins, rides, stand ups und schmerzhafte Griffe ohne Hebel oder choke? Das ist mir neu, vor allem, wenn ich mir das Curriculum so anschaue - da sehe ich üblicherweise 90% guard, passing und submissions.
Ich hatte hier vor Jahren mal den absichtlich provokanten Vorschlag gemcht, den Leuten doch den jeweiligen Gürtel zu geben, wenn man sie im Wettkampf hochstufen will - der Aufschrei war sagenhaft :D In aller Regel hat ein ex-Ringer in der Praxis frühestens nach einem Jahr im BJJ blau, und das ist auch bei anderen Anfängern gelegentlich der Fall. Aus meiner Sicht ist das Dilemma eigentlich nur dadurch zu lösen, dass man Leistungsklasse und Gürtel trennt.

StaySafe
01-09-2025, 13:39
B Aus meiner Sicht ist das Dilemma eigentlich nur dadurch zu lösen, dass man Leistungsklasse und Gürtel trennt.

Amen!
Das ist schon so lange überfällig.

Pflöte
01-09-2025, 13:57
Umso mehr, nachdem ich nun endlich mal das Ami-College-Ringen geschaut habe:
Wie geil, viel mehr am Boden als ich dachte,
großartige Scrambles,

Ausgehend von den wenigen Matches, die ich bisher gesehen habe, ist das für mich fast der attraktivste Grappling-Sport. Abgesehen von den Kämpfen sind auch die Veranstaltungen selbst angenehm "to the point"/ohne Kasperletheater und trotzdem mitreißend.

SKA-Student
02-09-2025, 19:27
BJJ ist 70% takedowns, pins, rides, stand ups und schmerzhafte Griffe ohne Hebel oder choke? Das ist mir neu, vor allem, wenn ich mir das Curriculum so anschaue - da sehe ich üblicherweise 90% guard, passing und submissions.
Ich hatte hier vor Jahren mal den absichtlich provokanten Vorschlag gemcht, den Leuten doch den jeweiligen Gürtel zu geben, wenn man sie im Wettkampf hochstufen will - der Aufschrei war sagenhaft :D In aller Regel hat ein ex-Ringer in der Praxis frühestens nach einem Jahr im BJJ blau, und das ist auch bei anderen Anfängern gelegentlich der Fall. Aus meiner Sicht ist das Dilemma eigentlich nur dadurch zu lösen, dass man Leistungsklasse und Gürtel trennt.

Ach, das bisschen Guard... :D