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Vollständige Version anzeigen : BJJ Blackbelt und seine Frau behaupten 2-3 Monate BJJ und du bist Unbesiegbar :mad:



Royce Gracie 2
24-11-2025, 12:19
Muss ich einfach kurz loswerden
weil ich mir an den Kopf lange was für Vollidioten es gibt.

Ich bin kürzlich auf instagram auf jmmodernjj gestoßen der in einem reel behauptet.
If you do BJJ for 2-3 months even, you will realize that nobody on the streets can be a danger to you anymore.

Ich hatte drauf geantwortet dass ich 6 MMA Kämpfe habe , Blaugurt in BJJ, Kyokushin und Judo (Ich hab nie auf Gürtelprüfungen Wert gelegt :D und hab meistens die Gürtel einfach so bekommen weil ich nie zu den Püfungen da war....) und trotzdem gibt es Leute auf der Straße wo ich denke es wäre gefährlich gegen diese zu kämpfen.

Darauf schrieb seine Frau die ebenfalls BJJ Blackbelt ist:
"God you must be bad"

Nach ein bisschen Diskussion hab ich beide blockiert.

Ich würde alles darauf wetten dass jemand mit 2-3 Monaten BJJ in der Regel von einem Fußball-Hooligan auf der Straße einfach zusammengeschlagen wird.
Bei 2-3 Jahren würde es anders aussehen , aber 2-3 Monate ? Komplett bescheuerte Aussage....

Zudem und das stelle ich immer wieder fest ist BJJ kein vollständiges Kämpfen.
Es ist einfach nur ein teil eines Kampfes.
Schläge verändern das ganze gewaltig.

Und auf der Straße , egal wer kann immer einen Gegenstand oder ein Messer dabei haben , wo selbst wenn du den Kampf gewinnst schwerste Verletzungen davontragen kannst.
Wenn ich auf der Straße in eine Bedrohung komme schaue ich immer zuerst auf die Hände.
Wenn eine Hand auffällig nahe an der Hosentasche verweilt muss ich zwischen Flucht oder wenn Möglich selbst einen Gegenstand greifen entscheiden.
Da ist BJJ das letzte was in meinem Kopf ist.... sondern der Gedanke : Kann ich hier irgendwas in meinem Umfeld als Knüppel benutzen.

Wie seht ihr das ganze ?

Kunoichi Girl
24-11-2025, 12:38
... , Blaugurt in BJJ, Kyokushin und Judo (Ich hab nie auf Gürtelprüfungen Wert gelegt :D und hab meistens die Gürtel einfach so bekommen weil ich nie zu den Püfungen da war....) ...


Deine trainer waren von Dir wahrscheinlich so beeindruckt, dass sie graduierungsprüfungen hinsichtlich Deiner person für reine zeitverschwendung hielten?



Wie seht ihr das ganze ?

Zwei bis drei monate bjj-training sind imo zu kurz, um (auf der straße) unbesiegbar zu werden.

Von welchem wöchentlichen zeitlichen trainingsaufwand wurde denn bei dieser behauptung ausgegangen?

jkdberlin
24-11-2025, 12:49
Manche glauben vielleicht wirklich daran ...

marq
24-11-2025, 13:26
fester glaube versetzt berge......

oder ernüchterung nach gewisser zeit oder erlebnissen...

Royce Gracie 2
24-11-2025, 13:32
Deine trainer waren von Dir wahrscheinlich so beeindruckt, dass sie graduierungsprüfungen hinsichtlich Deiner person für reine zeitverschwendung hielten?

Zwei bis drei monate bjj-training sind imo zu kurz, um (auf der straße) unbesiegbar zu werden.
Von welchem wöchentlichen zeitlichen trainingsaufwand wurde denn bei dieser behauptung ausgegangen?

Bei mir war es einfach so das ich bei den offiziellen Prüfungen so gut wie nie da war.
irgendwann später kamen dann die trainer und meinten binde dir mal doch diesen neuen Gürtel um.
Da ich zu der Zeit von den Trainern direkt auf Wettkämpfe vorbereitet wurde war eine Prüfung vermutlich wirklich nicht nötig da sie mehrmals die Woche mit mir Sparring gemacht haben.
Hat jetzt wenig mit gut oder nicht gut zu tun , ist nur eine Erklärung.

2-3 Monate ist imo auf jedenfall zu kurz....
Und selbst ein BJJ Blackbelt kann nen Hooligan erwischen der mal MMA Kämpfer war. Dann ist es zwar nicht ausgeschlossen dass er trotzdem gewinnt , aber der Punkt: Niemand kann dir gefährlich werden ist trotzdem strittig.

Ich finde man kann einen Kampf gewinnen und trotzdem schwer verletzt werden



Manche glauben vielleicht wirklich daran ...
Ich befürchte ja :(

Kunoichi Girl
24-11-2025, 13:43
...
Da ich zu der Zeit von den Trainern direkt auf Wettkämpfe vorbereitet wurde war eine Prüfung vermutlich wirklich nicht nötig da sie mehrmals die Woche mit mir Sparring gemacht haben. ...


Klasse!




... Ich finde man kann einen Kampf gewinnen und trotzdem schwer verletzt werden ...

Na klar!

Von welchem wöchentlichen zeitlichen trainingsaufwand wurde denn bei dieser unbesiegbarkeitsbehauptung von jmmodernjj ausgegangen?

Mr.Fister
24-11-2025, 14:17
Wie seht ihr das ganze ?
zuerst einmal sehe ich das von dir geschilderte gehabe dieser leute als reines marketinggebimmel, mehr nicht.

wenn man jedoch zu diskussionszwecken mal unterstellt, dass die das tatsächlich ernst meinen, dann würde ich schlicht unterstellen wollen, dass sie ein falsches bild von "strasse" vorm geistigen auge haben. denn dass, was bei denen für mich durchklingt, klingt nach dem guten alten (und dämlichen wie meist vermeidbaren) "2 typen gehen raus vor die tür" um "was zu klären" (nämlich: wer den längeren hat) szenario. für dieses gibt es in meinen augen zwar besseres als bjj, aber auch sehr viel deutlich schlechteres. die 2-3 monate trainingszeit halte ich jedoch auch in diesem fall für mumpitz, zumindest für irgendwelche normalos ohne krasse vorerfahrung.

weitet man das bild von "strasse" jedoch auf chaotische plötzliche gewaltsituationen unter beteiligung von waffen, mehreren angreifern oder beidem aus, sollte klar werden, was für ein quatsch solche aussagen sind...

Stoiker
24-11-2025, 17:54
...sollte klar werden, was für ein quatsch solche aussagen sind...

Sei mal nicht so streng. In einem anderen Thread wurde hier ja auch behauptet, dass es kein Problem sei, einer Zwölfjährigen zwei Messer abzunehmen, ohne sich selbst dabei zu verletzen ;-)

Gürteltier
24-11-2025, 19:23
Sei mal nicht so streng. In einem anderen Thread wurde hier ja auch behauptet, dass es kein Problem sei, einer Zwölfjährigen zwei Messer abzunehmen, ohne sich selbst dabei zu verletzen ;-)

Es sei denn, die hat 2-3 Monate BJJ gemacht.

FireFlea
24-11-2025, 19:32
Ich denke mal normalerweise klappt das in dem Zeitraum nicht aber Ausnahmeleute wie Moneyberg könnten in 2-3 Monaten verteidigungsfähig sein. :D

concrete jungle
25-11-2025, 16:06
Die leben wohl nur im Gym und übertragen das Erleben von einverständlichen Tests von interessierten Besuchern (Einzel am Boden in ihrem Umfeld, Gym mit Matten, no strikes usw.) auf ,,Draussen" . Klar hat ein paar Monate oft und hart traininierender BJJler am Boden den Vorteil ggü. dem Novizen, aber das ist schon ein sehr sicheres Umfeld und Setting.

Sollen die reinen BJJler selbst mal zum Boxen, Muay Thai oder so gehen da sieht es im Stand dann ähnlich aus, Dominanz dauert evtl. ein paar Monate länger.

Kombiniert man beides wären 23 Monate wohl ne realistische Hausnummer für Verteidigungsfähigkeit aber Einzel gerät da Draussen rasch in Vergessenheit und der Mindset ist ein ganz anderer, was weiss man denn über den / die GGÜ und seine Erfahrungen, Motivation, evtl. Kriegs-Traumatisierung?

Waffen verschärfen das ganze nochmal und machen gerade bei mehreren Teilnehmenden den Ausgang völlig unberechenbar.

SKA-Student
25-11-2025, 19:07
Unbesiegbar auf der Straße... lernst du in meinem Training in der 1. Stunde!
1) Bleib weg
2) Wenn doch da, lauf
:D

Boah, schrecklich, dass solche Leute so ein Blödsinn verbreiten (dürfen).

ThomasL
26-11-2025, 09:55
Absolut unverantwortliche und weltfremde Behauptung. Vor allem unterschätzen sie massiv die mentale Komponente bzw. haben noch nie jemand mit großer Gewalterfahrung gegenüber gestanden der ganz klar ausstrahlt, dass er zu allem bereit ist.

Royce Gracie 2
26-11-2025, 11:32
Joa absolut gefährlich und unverantwortlich.

BJJ ist klasse.
Ich liebe BJJ
Ich weiss das BJJ ein sehr gutes Tool ist um seine Verteidigungsfähigkeit im unbewaffneten 1v1 gegen einen nicht Bodenkampferfahrenen Angreifer zu erhöhen

BJJ kann aber nicht zaubern.
Es ist ein Tool
Ein sehr gutes Tool , aber eben nur ein Tool.

Daher sage ich in der SV wenn ich sehe jemand stresst mich und hat seine Hände auffällig in Hosentaschengegend.
Dann schaue ich ob ich von irgendwoher was knüppelartiges herbekomme und meine Kampfsportlaufbahn interessiert mich dann erstmal sekundär....

Und ebenfalls interessant , ein Schüler (Ediz Arslan) meines früheren Trainingspartners war bei Dyar im wer ist MMA Profi format.
Er hat 0 BJJ Stunden... hat nur ein bisschen Sparring mit MMA Leuten gemacht.. ist aber ein sehr guter ThaiBoxer 16-4 record und einfach körperlich eine Maschine.
Die semi-fortgeschrittenen BJJ ler hatten massive Probleme ihn zu Boden zu bringen obwohl er nur instinktiv gehandelt hat.

https://www.youtube.com/watch?v=SJeo-QV2I90

Ist interessant anzusehen.

Der MMA Profi hat ihn natürlich schnell zu boden bekommen.
Aber der ist eben auch MMA Berufskämpfer.

Jemand mit 2-3 Jahren BJJ hatte massive Probleme den Thaiboxer auf den Boden zu bekomen.
Einfach weil Ediz die richtigen Instinke hat auch ohne Boden training
jemand mit 2-3 Monaten ?
Der hätte 0 chance

jkdberlin
26-11-2025, 12:22
Ich finde Bodenkampf-Training für die SV wichtig und richtig. Es gehört für mich ganz sicher mit dazu. Ich bin ja aus der SV Ecke über MMA, No Gi zum BJJ gekommen. Und sicher gibt es vieles, was man im BJJ auch für die SV lernen kann. Allerdings würde ich mich nie "nur" auf BJJ verlassen und schon gar nicht nach 2 - 3 Monaten. Das ist albern. Für mich ist BJJ ein wunderbarer Sport, den ich auch noch in meinem Alter auf Wettkampf-Niveau ausüben kann und der mir sicher auch Tools für die SV gibt. Nicht mehr, nicht weniger.

marq
26-11-2025, 12:49
war es nicht schon lange konsens, dass es immer auf die person ankommt, nicht auf die sportart bzw kampfkunst, die jemand in einer sv situation bestehen lässt.

Royce Gracie 2
26-11-2025, 13:09
war es nicht schon lange konsens, dass es immer auf die person ankommt, nicht auf die sportart bzw kampfkunst, die jemand in einer sv situation bestehen lässt.

Nicht ganz.

Es ist immer eine Kombination aus Person und Kampfkunst/Sport.

Diskussionen darüber gabs viele.
Meinungen nahezu ebensoviele :)

Ich hab dazu auch schon genug mitdiskutiert dass ich das nicht wieder aufmachen will.

Es kommt auf beides an wie beim Autorennen.
Fahrer und Auto

Trotzdem macht das Auto eben schon einen gewaltigen Unterschied

ThomasL
26-11-2025, 13:15
war es nicht schon lange konsens, dass es immer auf die person ankommt, nicht auf die sportart bzw kampfkunst, die jemand in einer sv situation bestehen lässt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass so eine eindimensionale Sichtweise jemals Konsens war.
Letztlich sind es viele Faktoren und das es immer auch auf die Person ankommt ist eine Binsenweisheit die man auf alle Themen anwenden kann.
Für den kämpferischen (!) Anteil der SV macht es natürlich schon ein Unterschied was trainiert wird und vor allem auch wie. Bodenkampf gehört sicher auch dazu, gleichwohl sollte man nicht übersehen, dass sehr viele die sich draußen regelmäßig "bewähren" von Bodenkampf keine Ahnung haben und diesen i.d.R. auch nicht brauchen. Ist aber alles schon oft genug ausdiskutiert worden.