Vollständige Version anzeigen : Mittelalterabenteuerroman „Der Schwertgeselle“
Magister Scriptor
27-11-2025, 14:53
Liebe Freunde der Kampfkunst,
lange habe ich mich hier nicht mehr gemeldet und in dieser Zeit intensiv an verschiedenen Projekten gearbeitet. Jetzt kommt bald wieder ein Roman von mir auf den Markt.
„Der Schwertgeselle“ ist eine mittelalterliche Abenteuergeschichte, welche auch für den Schulunterricht geeignet ist. Ziel war es ein Buch zu schreiben, welches alternativ zum Nibelungenlied und zum Verständnis des Mittelhochdeutschen im Fach Deutsch gelesen werden kann. Gleichzeitig ist das Thema natürlich perfekt dazu geeignet gewesen, etwas für die HEMA- und Waffenkampfbegeisterten unter Euch zu erschaffen.
Demnächst wird der Roman lieferbar sein und € 12,99 kosten. Das E-Book gibt es ab Erscheinungstag zwei Wochen lang zum Aktionspreis für € 1,99, danach für € 3,99.
Herzliche Grüße
Konrad Gladius
Viskando
27-11-2025, 15:02
hast du da erfahrung mit literatur beistellung fuer den schulunterricht?
falls ja. wie laeuft das denn? muss man da die schulen selbst direkt anschreiben? und wie wird bewertet, dass das neue angebot schul geeignet ist?
Das sind ja ehrgeizige Ziele...
marasmusmeisterin
27-11-2025, 21:52
Ziel war es ein Buch zu schreiben, welches alternativ zum Nibelungenlied und zum Verständnis des Mittelhochdeutschen im Fach Deutsch gelesen werden kann.
Wie das? Ist es sowohl auf Mittel - als auch auf Neuhochdeutsch geschrieben? Also im direkten Vergleich? Und wo im schulischen Deutschunterricht setzt man sich mit dem Mittelhochdeutschen auseinander? Das ist doch Sache des universitären Germanistikstudiums.
amasbaal
28-11-2025, 00:08
Wie das? Ist es sowohl auf Mittel - als auch auf Neuhochdeutsch geschrieben? Also im direkten Vergleich? Und wo im schulischen Deutschunterricht setzt man sich mit dem Mittelhochdeutschen auseinander? Das ist doch Sache des universitären Germanistikstudiums.
ich denke, er meint, dass sein werk das nibelungenlied ersetzen kann, weil es dessen wesentlichen inhalte modern rüberbringt und dass dies das textverständnis des originals erleichtern könne.
allerdings sehe ich dort keine brauchbaren textstellen mit martial arts bezug, die irgend etwas zu HEMA beitragen könnten oder für den geschichtsunterricht von relevanz wären (selbst beim gemetzel mit den Hunnen und deren verbündeten nicht). davon abgesehen spielt das Nibelungenlied eher in der ausklingenden spätantike. die beschreibungen aus dem hochmittelalter passen nicht zur realität der mythologisierten ereignisse. wie will man da was "kampftechnisches" aus der zeit der handlung ableiten?
wenn das für den schulunterricht brauchbar sein soll, hoffe ich doch, dass "Schwertgeselle" für "knappe" steht und man den schulkindern oder älteren schülern wirklich lehrreiches präsentiert: die erziehung/ausbildung des jungen adels (im alter der schüler) zum ritter, bei der die verschiedensten mittelalterlichen Phänomene dargestellt werden können:die durch lehens- und folgschafts- bzw. schutzverpflichtungen nach oben und unten bestimmten normen und werte... alltägliche lebensumstände, standesstrukturen, rechtsverständnis, wirtschaft, (umgang mit) krankheiten, "land und leute" als leihgabe, statt "staat", glaubensvorstellungen... da ist vieles, das man kind- oder jugendgerecht erzählerisch darstellen könnte.
ich befürchte aber, dass es eher um HEMA-action geht, transferiert in eine erzählung, die im mittelalter (wann eigentlich?) spielen soll. wenn das so ist, wird das wohl kaum in den unterricht aufgenommen werden. das hätte keinen nährwert für das fach... es sei denn, der rahmen der dann eher "unterhaltenden" erzählung bietet historisch korrekt wiedergegebene kontexte der handlung, und zwar in einem maße, dass es als unterrichtsrelevant betrachtet werden kann.
ohne den text zu kennen, kann man also eigentlich gar nichts dazu sagen, ohne zu spekulieren. mein bauchgefühl sagt jedenfalls: nein.
marasmusmeisterin
28-11-2025, 10:43
der rahmen der dann eher "unterhaltenden" erzählung bietet historisch korrekt wiedergegebene kontexte der handlung, und zwar in einem maße, dass es als unterrichtsrelevant betrachtet werden kann.
Und genau da setzen meine Befürchtungen ein. Das "Mittelalter" war lang und ist immer noch in der Diskussion; wann soll es eigentlich angefangen oder aufgehört haben? Und wie bitte soll eine historisch verläßliche Atmosphäre oder Handlung aufgebaut werden, ohne genau das behandelte Jahrzehnt mit allen politischen, sozialen etc. Umständen zu kennen? Und wer bitte kennt denn diese Umstände genau genug, um eine realitätsnah gezeichnete Figur zu entwickeln?
Eben genau das macht das Nibelungenlied ja so schwer durchdringbar. Aufgeschrieben im hohen Mittelalter (um 1200, meiner Ausgabe nach), die geschilderten Begebenheiten aber höchstwahrscheinlich noch vor der Christianisierung ... tja. Und das Ganze dann für ein Publikum im 21. Jahrhundert verständlich darstellen, ohne ellenlange Erklärungen ... da können wir mal gespannt sein. Ich befürchte einen stupenden Absturz, aber mit Winseln statt Krachen.
Magister Scriptor
28-11-2025, 12:27
wenn das für den schulunterricht brauchbar sein soll, hoffe ich doch, dass "Schwertgeselle" für "knappe" steht und man den schulkindern oder älteren schülern wirklich lehrreiches präsentiert: die erziehung/ausbildung des jungen adels (im alter der schüler) zum ritter,
Richtig.
bei der die verschiedensten mittelalterlichen Phänomene dargestellt werden können:die durch lehens- und folgschafts- bzw. schutzverpflichtungen nach oben und unten bestimmten normen und werte...
Wieder richtig.
alltägliche lebensumstände, standesstrukturen, rechtsverständnis, wirtschaft, (umgang mit) krankheiten, "land und leute" als leihgabe, statt "staat", glaubensvorstellungen... da ist vieles, das man kind- oder jugendgerecht erzählerisch darstellen könnte.
Exakt!
es sei denn, der rahmen der dann eher "unterhaltenden" erzählung bietet historisch korrekt wiedergegebene kontexte der handlung, und zwar in einem maße, dass es als unterrichtsrelevant betrachtet werden kann.
Besitzt Du prophetische Gaben?
Genau das war der Anspruch an das Buch. Ich poste heute noch den Klappentext, um etwas mehr Kontext zu liefern.
Kunoichi Girl
28-11-2025, 12:44
...
Genau das war der Anspruch an das Buch. Ich poste heute noch den Klappentext, um etwas mehr Kontext zu liefern.
Klasse!
Lofantyr
28-11-2025, 16:34
Hallo Konrad,
schön, mal wieder was von Dir zu lesen. :)
Das Nibelungenlied aus dem Schulunterrricht zu verdrängen, ist, wie die Anderen auch schreiben, ein wirklich ambitioniertes Ziel... ich drücke allerdings nicht mehr die Schulbank, sondern zähle zu den erwähnten "HEMA- und Waffenkampfbegeisterten", von daher freue ich mich einfach auf die "mittelalterliche Abenteuergeschichte". :halbyeaha
Was genau bedeutet denn demnächst erhältlich?
Magister Scriptor
28-11-2025, 18:18
Eigentlich war die Reise, auf die sein Herr und Ludger sich begaben, geradezu alltäglich. Für die Prinzessin sollten Ritter und Knappe zusammen mit einem Dutzend Berittener das Ehrengeleit zu einer Taufe bilden. Doch der heimtückische Hinterhalt eines skrupellosen Feindes kostet viele der Bewacher das Leben. Ludger trauert um den toten Lehrherren und seine durch die Flucht aus der Schlacht verlorene Ehre. Dann erscheint ihm ein Zeichen am Nachthimmel und nur mit des Herren Schwert und seiner Entschlossenheit bewaffnet zieht er los, um die Prinzessin aus den Händen des Schurken zu befreien. Sein Abenteuer gestaltet sich jedoch anders als erwartet, denn nicht jede Fürstentochter verdient es, von einem Helden gerettet zu werden ...
„Der Schwertgeselle“ ist ein Roman für all jene, welche in die faszinierende Welt des Mittelalters eintauchen wollen. Neben detailgetreuen Beschreibungen der Lebensweise wird so manche mittelhochdeutsche Redewendung von ihren Ursprüngen her erläutert. Kampfkunstautor Konrad Gladius gewährt zudem einen tiefen Einblick in die Kampftechniken des alten Europa, die an Effektivität in der Schlacht fernöstlichen Kriegskünsten allemal ebenbürtig waren.
Kunoichi Girl
29-11-2025, 10:21
… Sein Abenteuer gestaltet sich jedoch anders als erwartet, denn nicht jede Fürstentochter verdient es, von einem Helden gerettet zu werden ...
„Der Schwertgeselle“ ist ein Roman für all jene, welche in die faszinierende Welt des Mittelalters eintauchen wollen. Neben detailgetreuen Beschreibungen der Lebensweise wird so manche mittelhochdeutsche Redewendung von ihren Ursprüngen her erläutert. Kampfkunstautor Konrad Gladius gewährt zudem einen tiefen Einblick in die Kampftechniken des alten Europa, die an Effektivität in der Schlacht fernöstlichen Kriegskünsten allemal ebenbürtig waren.[/I]
+1,
das verspricht imo so einiges.
Magister Scriptor
29-11-2025, 12:09
Ich wurde von einem Deutschlehrer darauf hingewiesen, dass die mittelhochdeutsche Sprache im Schulunterricht seines Bundeslandes über das Nibelungenlied behandelt wird. Ziel ist es, den Ursprung und damit auch die ursprüngliche Bedeutung von einigen unserer heutigen Begriffe wie „Ehre“, „Milde“ und „Treue“ zu erläutern.
Selbst für eingefleischte Fans des Stoffes wird es langweilig, dies mit jeder Klasse aufs Neue wieder „durchzukauen“, ohne eine echte Alternative zu haben. Dieser Herausforderung habe ich mich sehr gerne gestellt und auf Basis einer Liste der im Unterricht zu behandelnden Begriffe eine Geschichte entwickelt. Bei der Recherche ergaben sich sogar noch Möglichkeiten, hier tiefer ins Detail zu gehen. Ein Beispiel dafür ist: „Auf der Hut sein“. Die Redewendung ist ein fester Bestandteil unserer heutigen Sprache, und die HEMA-Aktiven hier im KKB haben sicherlich sofort ein Bild vor Augen.
Mir hat es sehr viel Freude bereitet, auf dieser Basis eine Abenteuergeschichte zu verfassen, die sich so im frühen 13. Jahrhundert zugetragen haben könnte. Ich bin mir jedoch auch bewusst, dass ein Teil davon „Fantasy“ bleiben muss. Zugunsten einer für Kinder und Jugendliche spannenden Geschichte halte ich das für akzeptabel.
Und ja, an einigen Stellen geht es blutig zur Sache. Dabei beschreibe ich Techniken und Taktiken nachvollziehbar, sodass hier einige von Euch manches Gefecht oder Manöver auch im Training oder alternativ für die Schaukampffreunde auf dem nächsten Mittelalterevent nachspielen könnten.
Ich freue mich, wenn Ihr den Roman lest und daran Freude habt. Mit etwas Glück ist er bis zum 12. Dezember lieferbar. Ich halte Euch dazu auf dem Laufenden.
Ich befürchte einen stupenden Absturz, aber mit Winseln statt Krachen.
Lange lebe das Vorurteil...oder hast du eine Vorabfassung gelesen?
Ich werds lesen - kann dann ja meine ungefilterte Meinung hier teilen ;)
Lange lebe das Vorurteil...oder hast du eine Vorabfassung gelesen?
Von den Leseproben bisheriger Werke war ich eher nicht begeistert.
Vielleicht hat er sich ja gesteigert.
marasmusmeisterin
29-11-2025, 21:46
Lange lebe das Vorurteil...oder hast du eine Vorabfassung gelesen?
Wieso Vorab? Das Nibelungenlied steht, mittel- und neuhochdeutsch, bei mir im Regal.
Ich werde es auch lesen, aber gänzlich ohne historischen Anspruch, daher bin ich nur gespannt. :) Hatte bisher nur WC Girl gelesen, fand das ganz nett.
Magister Scriptor
03-12-2025, 10:41
„Der Schwertgeselle“ ist schneller erschienen, als erhofft!
https://www.amazon.de/dp/3695185635/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3 %91&crid=1YFSTV6V4RKVV&dib=eyJ2IjoiMSJ9.kCjy9ER8o6QWhV4EzuYXifDgf7POpTitG XcLaHq5ivqXBtfxBP7d6II9NSoeuI6FAaOc8A9hkdG7M01hNs8 qQhvxyMJLGXJkM8xPXJoFY4JWWGyhQ1Y7XPkagyjhyHPOqvDEK pUHMrxQkWRZ0T4lHxKFnMWy0EK97s1i6NWLwpUhyBKJVF4iwDF Vi0nuIxLzc6GzKUo6k-2kjMAeu_8yevfaZ6P_4iBB504Vr3aTEhw.ZS00JOdniqbXCa-MVgBzNC2FpEtgxihHOXfovnnCANw&dib_tag=se&keywords=Der+Schwertgeselle&qid=1764753866&sprefix=der+schwertgeselle%2Caps%2C74&sr=8-1
Als E-Book könnt Ihr den Roman in den Aktionswochen bereits für € 1,99 lesen. Ich informiere Euch, sobald ich sehe, dass das E-Book erworben werden kann. Die Mühlen im System mahlen dabei etwas langsamer, als ich es mir wünsche.
In den nächsten Tagen sollte die Buchversion über die üblichen Wege bestellbar sein und ab kommender Woche auch ausgeliefert werden.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und freue mich sehr auf Eure Meinung sowie natürlich über Bewertungen auf Amazon und ähnlichen Plattformen.
Lofantyr
03-12-2025, 21:43
Ist bei der Buchhandlung meines Vertrauens bestellt. :halbyeaha
Bin echt gespannt - bisher hatte ich das Gefühl, dass Du, Konrad, eher den fernöstlichen Kampfkünsten zugetan bist - bei Da'Jin'Zat wurde ja explizit geworben mit "für Eastern-Freunde".
Bist Du etwa auf die Dunkle Seite der Macht (HEMA) gewechselt?
Magister Scriptor
04-12-2025, 09:21
Ist bei der Buchhandlung meines Vertrauens bestellt. :halbyeaha
Sehr schön!
Bin echt gespannt - bisher hatte ich das Gefühl, dass Du, Konrad, eher den fernöstlichen Kampfkünsten zugetan bist - bei Da'Jin'Zat wurde ja explizit geworben mit "für Eastern-Freunde".
Bist Du etwa auf die Dunkle Seite der Macht (HEMA) gewechselt?
Ich bin der Überzeugung, dass man gerade in der bewaffneten Kampfkunst keinen engen Blickwinkel pflegen sollte. Es macht einfach Spaß, mit vielen unterschiedlichen, ehemaligen Kriegswerkzeugen zu üben. Auf welcher Grundlage du dies tust, ist dabei eigentlich nebensächlich.
bei Da'Jin'Zat wurde ja explizit geworben mit "für Eastern-Freunde".
Bis auf den Titel "Die Kampfkunst der Achsamkeit" (wohl vom I Liq Chuan entlehnt) ist doch da angeblich nicht viel fernöstliches drin, spielt es doch in Aventurien (DSA), eher im Fantasy Milleu.
FireFlea
04-12-2025, 11:51
Bis auf den Titel "Die Kampfkunst der Achsamkeit" (wohl vom I Liq Chuan entlehnt) ist doch da angeblich nicht viel fernöstliches drin, spielt es doch in Aventurien (DSA), eher im Fantasy Milleu.
Fantasy und fernöstlich schließt sich ja nicht aus. In Aventurien ist der Ferne Osten in der Tat nicht so präsent, gibt aber durchaus Einflüsse und auch eine Art Samurai.
Kunoichi Girl
04-12-2025, 12:19
Fantasy und fernöstlich schließt sich ja nicht aus. ...
+1,
gerade in der heutigen zeit kann es da imo eher berührungspunkte geben:
https://www.youtube.com/watch?v=WBq7k-zWGVY&list=PLW2Qo6fJXwr3RXzBAfke7OM-YiOXoGFfU&index=14
Ist bei der Buchhandlung meines Vertrauens bestellt. :halbyeaha
Passt du denn ins angegebene Lesealter ( 8-12 J.)?
Lofantyr
04-12-2025, 16:39
Passt du denn ins angegebene Lesealter ( 8-12 J.)?
Wusste nicht, dass das so streng kontrolliert wird. :ups:
Magister Scriptor
06-12-2025, 10:19
Ich hatte das Glück, eine junge Grafikerin kennenzulernen, die gerade zwischen zwei Praktika Zeit gefunden hat, sich um die Covergestaltung zu kümmern. Dabei kam ihr die geniale Idee, den kompletten Umschlag wie ein mittelalterliches Buch zu gestalten. Ich stelle mir dabei vor, dass ein zeitgenössischer Künstler die entscheidende Szene im Roman einige Jahre nach den Ereignissen umsetzte, um die Arbeit eines Chronisten der Aventiure (eine ritterliche Bewährungsprobe und der Vorläufer des Abenteuers) zu illustrieren.
https://images.thalia.media/00/-/556dbb1776e04eaab92a6612afc0628a/der-schwertgeselle-taschenbuch-konrad-gladius.jpeg
Das Ergebnis ist für mich einfach genial und ich bin sehr froh, der Versuchung widerstanden zu haben, eine KI dafür zu aktivieren.
Vielen Dank, Hannah!
Magister Scriptor
10-12-2025, 10:01
Im Blog habe ich soeben den Prolog des Romans hochgeladen, damit Ihr einen ersten Eindruck vom Inhalt bekommt. Hier geht es zum Text:
https://www.kampfkunst-board.info/forum/entry.php?1172-Der-Schwertgeselle-Leseprobe-Teil-I
Kunoichi Girl
10-12-2025, 11:35
Im Blog habe ich soeben den Prolog des Romans hochgeladen, damit Ihr einen ersten Eindruck vom Inhalt bekommt. Hier geht es zum Text:
…
Klasse!
Lofantyr
27-12-2025, 09:39
So, das Buch war in den letzten Tagen meine Abendlektüre, um nach dem weihnachtlichen Trubel zu entspannen, daher versuche ich mir hier an einer kleinen Rezension:
Wenn ich richtig verstanden habe, gab es primär drei Ziele, die Konrad Gladius beim Schreiben im Kopf hatte:
1. „ein Roman für all jene, welche in die faszinierende Welt des Mittelalters eintauchen wollen“ (Klappentext)
Das ist dem Autor definitiv gelungen, die Geschichte liest sich sehr flüssig und die Charaktere sind zwar einfach, aber charismatisch. Konrad Gladius gibt sich Mühe, das Mittelalter lebendig werden zu lassen, was ihm auch gelingt: es werden mittelalterliche Begriffe verwendet (an deren Nutzung man sich rasch gewöhnt); Ausschnitte des damaligen Lebens, etwa bzgl. Wundversorgung, werden detailliert beschrieben; und es wird auf andere zeitgenössische Ereignisse (z.B. den Kinderkreuzzug von 1212) verwiesen, was das Werk nicht nur authentisch wirken lässt, sondern auch als Lehrbuch empfiehlt (siehe unten).
Die männliche Dominanz (auch im Denken), oder der Verweis auf „Gottes Wille“ in jedem zweiten Satz hätte man vielleicht etwas differenzierter darstellen können, aber es entspricht vermutlich dem damaligen Zeitgeist.
Wie historisch korrekt das Buch insgesamt ist, kann ich nicht beurteilen, das müssen Andere tun.
2. „… etwas für die HEMA- und Waffenkampfbegeisterten unter Euch zu erschaffen.“ (Forum)
Das ist hier im Forum natürlich der relevanteste Teil. Konrad Gladius hat sich, wie in seinen vorangegangenen Büchern auch, sehr viel Mühe gegeben, die Kämpfe zu choreographieren, was ihm soweit auch gut gelungen ist.
Leider haben mich die entsprechenden Szenen diesmal eher verwirrt zurückgelassen, denn der Autor nutzt mir bekannte HEMA-Fachbegriffe wie z.B. den Twerchhau anders, als ich es gewohnt bin. Ich kenne den Twerchhau als Meisterhieb nach Liechtenauer. Die Definition im Buch und auch die Beschreibung des Twerchhaus in den Kampfszenen lässt mich dagegen an einen (gewöhnlichen) Mittelhau denken. Vermutlich hat Konrad Gladius einfach andere Quellen genutzt als die, die ich kenne, und alles hat seine Ordnung – bei mir persönlich ist der erhoffte „Das kenne ich!“-Moment aufgrund der unterschiedlichen Definitionen leider zu oft ausgeblieben.
Auch die These, dass die mittelalterlichen Ritter gewusst haben sollen, wie römische Legionäre 1000 Jahre früher gekämpft haben, halte ich für etwas gewagt...
Für Waffenkampfbegeisterte somit zu empfehlen, für HEMA-Leute dagegen mit Vorsicht zu genießen.
3. „Ein Buch (…), welches alternativ zum Nibelungenlied (…) gelesen werden kann.“ (Forum).
Ob der Plan, das Nibelungenlied aus dem Schulunterricht zu verdrängen, gelingen wird, ist schwer zu sagen. Das liegt meiner Meinung nach aber weniger am Buch selbst, als an den äußeren Umständen: so ist z.B. Worms von mir aus nicht weit entfernt, und ich bin mir sicher, in der Region steht man treu zu den Nibelungen (das Wortspiel ist beabsichtigt).
Außerdem kenne ich einige Lehrkräfte: manche sind vermutlich froh, mal eine Abwechslung zu haben bzw. dass es ein Buch gibt, zu dem noch keine Lektürehilfe existiert. Andere dagegen wollen den Unterrichtsstoff, den sie bereits zum Nibelungenlied vorbereitet haben, die kommenden Jahre einfach wiederverwenden, ohne sich die Mühe nochmal für „Der Schwertgeselle“ machen zu müssen.
Aber wer weiß – vielleicht erscheint die nächste Auflage ja im Reclam-Verlag?
Und zum Schluss: Der Hinweis „Unterstützt durch Produktplatzierungen“ fehlt. ;)
Kusagras
27-12-2025, 16:42
Himmel hilf!
Hats funktioniert?:D
Nein!
Kann mir z.B. jemand erklären, was "gemarterte Todeslaute" sind?
Das und ähnliches ist ja wirklich ein literarischer Hochgenuss.
Magister Scriptor
09-01-2026, 12:19
Leider deutlich später als von mir erwartet ist der Roman nun als E-Book erschienen. Das E-Book könnt ihr jetzt zum Aktionspreis zwei Wochen lang für nur € 1,99 erwerben.
Bei Lesen wünsche ich Euch viel Freude und hoffe auf weitere Meinungen von Euch hier im KKB.
vBulletin v4.2.5, Copyright ©2000-2026, Jelsoft Enterprises Ltd.