Vollständige Version anzeigen : Kampfsport bei 15% sehfähigkeit?
LastResort
20-03-2006, 23:55
Hallo Leute,
ich arbeite in einer städtischen Jugendeinrichtung und betreue allerlei Jugendliche. Ich habe unteranderem auch einen Jugendlichen in meiner Gruppe, der sich Kampfsport interessiert. Das Problem ist jedoch, dass der Mensch nur 15% seiner Sehkraft hat.
Da ich selber nur erfahrung als Thaiboxer habe und von mir jeden Falls sagen kann, dass ich definitiv auf meine Sehkraft angewiesen bin, würde ich meinem Schützling sowas natürlich nicht empfehlen wollen.
Gibt es evtl Kampfsportarten oder Kampfkünste, die man mit der Einschränkung durchführen kann?
Branco Cikatic
20-03-2006, 23:58
Da kann er nur Wing Chun trainieren, wenn er keine Brille
trägt! Bei einer Brille Karate oder Jiu-Jitsu!
Judo und Aikido sind meiner Meinung nach she behinderten gerecht.
Das mit dem WT is so ne sache, ich sag mal in 95% der fälle wird er neben seiner Sehbehinderung auch noch eine starke geistige mit davon tragen.
SOrry musste einfach sein :D
sumbrada
21-03-2006, 01:22
Es ist im Prinzip so, dass alle Systeme, die eng arbeiten, also Grapplingspezialisiert sind (Judo, BJJ, Luta Livre usw.) oder auch Wing Chunstile, die viel sensitiv arbeiten, da wohl geeignet sind.
Allerdings muss man natürlich immer wissen, dass im Kampf der optische Sinn eigentlich unverzichtbar ist und erst in dem Moment, wo der Kontakt da ist, andere Sinne an Dominanz gewinnen.
Alles schön und gut. Aber es geht doch um Jugendarbeit. Er muss doch auf keine Wettkämpfe oder sonstiges. Er kann doch mitrainieren und seinen spaß daran haben. Natürlich muss man bei ihm besonders aufpassen.
MatzeOne
21-03-2006, 06:30
Ich habe hier auf dem Board mal gelesen, dass es sogar im Judo Wettkämpfe für Blinde und/oder Sehbehinderte gibt. Und ich denke auch, Judo wäre da vielleicht eine feine Sache für den Kampfsportinteressierten.
erfolgsjunkie
21-03-2006, 07:56
Morgen zusammen!
Ich habe mal beim Iaido mittrainiert und da waren auch einige bei,
welche mit Brille trainiert haben!
Ist natürlich nur die Frage ob es für denjenigen überhaupt Interessant ist!
Gruß
D!
Alle "engen" Arten wie BJJ, Judo, Sambo, Ringen.
Dazu kontaktsensitive innere Stile wie TCC, WT, Systema, Aikido.
Dazu "Brecher-" oder "Panzerstile" wie HsingI die man ungeachtet der feindl. Bewegung auch nach Gehör durchziehen kann.
sTaRfiGHt
21-03-2006, 09:23
Ich halte Judo auch für am Besten geeignetsten;)
Ich trainiere auch oft mit Brille.
Besonders wenn ich unterrichte trag ich meist ne Brille.
Solange man kein Sparring macht ist das eigentlich kein Problem. Und wenn mal was schief geht fliegt die Brille halt durch die Gegend.. auch kein Weltuntergang.
Kazuko
sumbrada
21-03-2006, 09:42
Was heisst eigentlich 15%.
sTaRfiGHt
21-03-2006, 09:54
ja 15% von 100% sieht er... :rolleyes: ;)
ich weiß leider ned wieviel Dioptrien das sind... ich seh auf alle Fälle kanpp 120% was sehr selten ist und üble Kopfschmerzen verursachen kann
Er könnte es auch mit Taekwondo (ITF oder WTF ???) oder Kyokushinkai versuchen! Beim Kyokushin schlägt man immerhin mit den Fäusten nicht zum Kopf!! und Sparring muss er ja nicht machen!
Auserdem kann er sich ja auch auf Kata spezialisieren!!!
Es gibt doch spezielle sportbrillen für solche Situationen oder???
Gruß
Pedro el Negro-+
itto_ryu
21-03-2006, 10:10
Hallo Leute,
ich arbeite in einer städtischen Jugendeinrichtung und betreue allerlei Jugendliche. Ich habe unteranderem auch einen Jugendlichen in meiner Gruppe, der sich Kampfsport interessiert. Das Problem ist jedoch, dass der Mensch nur 15% seiner Sehkraft hat.
Da ich selber nur erfahrung als Thaiboxer habe und von mir jeden Falls sagen kann, dass ich definitiv auf meine Sehkraft angewiesen bin, würde ich meinem Schützling sowas natürlich nicht empfehlen wollen.
Gibt es evtl Kampfsportarten oder Kampfkünste, die man mit der Einschränkung durchführen kann?
Zu meinen Karate-Zeiten hat bei uns jemand mittrainiert, der war auf einem Auge komplett blind, das andere hatte nicht 100%ige Sehkraft und dennoch ging es ziemlich gut. Aber eventuell bietet sich für ihn eine KK mit engem Kontakt (Judo, Ringen etc.) eher an, als Muay Thai.
sumbrada
21-03-2006, 10:12
Er könnte es auch mit Taekwondo (ITF oder WTF ???) oder Kyokushinkai versuchen! Beim Kyokushin schlägt man immerhin mit den Fäusten nicht zum Kopf!! und Sparring muss er ja nicht machen!
Es gibt doch spezielle sportbrillen für solche Situationen oder???
Gruß
Pedro el Negro-+
Natürlich:rolleyes:
Ich weiß nicht genau,was man mit 15% Sehkraft sieht, es kann aber wohl nicht sehr viel sein.
Eine KK, wo man ohne großen Kontakt Schläge und Tritte aufeinander abfeuert (wurscht ob Kopf oder nicht), ist da wohl kaum das richtige. Zumal er schon Thaiboxen ausschloss.
Natürlich:rolleyes:
Ich weiß nicht genua,was man mit 15% Sehkraft sieht, es kann aer wohl nicht sehr viel sein.
Eine KK, wo man ohne großen Kontakt Schläge und Tritte aufeinander abfeuert (wurscht ob Kopf oder nicht), ist da wohl kaum das richtige.
hab auch gesagt er muss ja kein Sparring machen!!! Kata ist ja auch ne möglichkeit er jkann ja auch ne brille tragen wenn er Formen läuft!
Gruß
Pedro el negro
Schnueffler
21-03-2006, 10:16
Für mich stellt sich die Frage, ob derjenige durch eine Sehhilfe (Brille oder Linsen) trotz allem ein ausreichendes Sehvermögen hat. Falls das so ist, kann er meiner Meinung nach so ziemlich alles machen, was ihm Spaß macht. Natürlich ggf. mit Einschränkungen, was Kontaktsparring zum Kopf, Fallen bei Würfen, etc. zu tun hat, wenn er Brille trägt oder teilweise auch bei Linsen.
MfG
Markus
Hmm...
Ich denke Stile wie TKD, Karate, Mt oder KB/Boxen sind eher ungeeignet, da man unter Umständen die Anfliegenden Extremitäten gar nicht wahrnimmt.
Ich würd auch sagen alle reinen Grapplingstile und WingChun Systeme sind eher geeignet.
Grüsse
ich habe erst letztens einen bericht gesehen in dem gezeigt wurde wie blinde/fast blinde snowboarden. 15% ist sehr wenig. ich vermute mal dass da eine herkömmliche sehhilfe nichts mehr ausrichten kann.
das grundproblem ist ja auch das lernen und nicht das kämpfen. ich wüsste nicht wie ich einen sehbehinderten beibringen kann die richtige distanz für kicks und punches abzuschätzen. wohingegen ich ihm am körper fühlen lassen kann wo mein bzw. sein schwerpunkt ist. grappling trainiere ich zum beispiel oft mit geschlossenen augen.
ich habe erst letztens einen bericht gesehen in dem gezeigt wurde wie blinde/fast blinde snowboarden.
öööh??
stell ich mir eigentlich nicht sehr spassig vor, wie machen die das denn, wenn vor ihnen n baum is?!
kann ich mir irgendwie gar nicht vorstellen. Oo
japp, beim grappling dürfte er eigentlich keine nachteile haben.
Lucky Lukas
21-03-2006, 14:20
das passt jetz zwar überhaupt nich zum thema, aber ich will die frage doch loswerden: Wie viel Prozent der deutschen Bevölkerung machen Kampfsport/Kampfkunst?
ich will deswegen nicht unbedingt ein neues Thema aufmachen...
Praying Mantis
21-03-2006, 15:16
warum eigentlich nicht Taiji?
MatzeOne
21-03-2006, 15:33
warum eigentlich nicht Taiji?
Weil man die Formen ja doch auch vorher sehen muss, bevor man sie üben kann. Natürlich haste das beim Judo auch, aber ich finde das dort unproblematischer. Man kann mehr spielen.
Anarchyl
21-03-2006, 16:04
Ich bin auch Brillenträger, zum Glück ists bei mir ber nichts so schlimm und ich kann auch ohne Brille prima trainieren.
Ich würde deinem "Schützling" Tageskontaktlinsen empfehlen, an die gewöhnt man sich schnell, die stören nicht und verrutschen so gut wie nie.
hallo miteinander.
bin selber brillen-träger mit guten 6 diop.
sachen wie TKD,etc.,die auf lange distanzen funktionieren würd ich nicht machen,auch wenn er ne brille hat,denn eskann leicht mal passieren dass die brille weg is...würd,wie viele vor mir, sachen aufdie nahdistanz empfehlen,wie *ing*un aber vor allem grappling.weil nur 15% sind schon verdammt wenig!!
greetz aus graz
zig
JoachimW
21-03-2006, 18:37
Ich würde eher zu einer KK raten, die primär oder nur am Boden stattfindet. Man muss ja kein Weltmeister in der heweiligen KK werden, sondern sollte Spaß am Sport haben....
Weltmeister werde ich auch nicht, obwohl ich sehtechnisch nicht eingeschränkt bin.
LastResort
03-04-2006, 23:36
Hallo,
auch wenn das hier ein wenig späht kommt, wollte ich jeden Falls noch mal danke für die Beteiligung sagen.
Ich werde meinem Schützling auf jeden Fall einige der genannten Stile nahelegen. Wichtig ist halt, dass er was macht, wo er sich auf die anderen Sinne verlässt und villeicht auch "mehr" mit dem Kopf arbeitet.
Also nochmal DANKE!!!!:)
Ich würde stark zu Judo raten. Während meines Studiums in Marburg habe ich öfters bei den Judoka zugesehen (die trainierten direkt vor uns), da waren auch einige Blinde bei. Das hat richtig gut geklappt. Ich hätte gegen die auf jeden Fall den Kürzeren gezogen. Einige von denen haben soweit ich weiß auch bei Paralympics und ähnlichen Veranstaltungen gut abgesahnt.
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